Die Uhr wollte einfach nicht aufhören voranzuschreiten und mit jeder verstrichenen Minute rückte die Stunde der Wahrheit gefährlich näher. Ich warf einen weiteren Blick auf mein Handy und versuchte mir einzureden, dass ich ruhig bleiben sollte. Es waren nur ein paar Minuten. Eigentlich nichts Besonderes. Und trotzdem fühlte es sich an, als würde mein gesamter Körper auf diesen einen Moment warten.
War ich zuerst hier gewesen? Oder hatte er sich vielleicht schon in die Bibliothek gesetzt? Vielleicht wartete er dort bereits auf mich und fragte sich, wo ich blieb. Aber wenn das so wäre, hätte er mir wahrscheinlich Bescheid gegeben. Zumindest redeten wir sonst über solche Dinge.
Für einen kurzen Moment kam mir tatsächlich der Gedanke, einfach wieder umzukehren. Ich könnte nach Hause gehen. Niemand würde mich zwingen, hierzubleiben. Ich könnte ihm schreiben, dass etwas dazwischengekommen war. Dass ich mich nicht gut fühlte. Irgendeine Ausrede würde mir schon einfallen. Doch nein. Das wäre nicht fair. Ich hatte ihm versprochen zu kommen. Und egal, wie nervös und schüchtern mich diese ganze Situation machte, ich wollte mein Versprechen halten. Er hatte mir so viel von sich anvertraut und mir seine verletzlichste Seite gezeigt. Da konnte ich nicht einfach im letzten Moment davonlaufen.
Also blieb ich stehen.
Ich wartete.
Und als der vereinbarte Zeitpunkt schließlich gekommen war, konnte ich ihn noch immer nicht entdecken.
Mein Blick wanderte langsam über meine Umgebung. Ich versuchte, jedes Gesicht in der Nähe zu erfassen, ohne dabei selbst zu auffällig zu wirken. Vielleicht würde ich ihn entdecken, bevor er mich sah. Vielleicht würde das den ersten Moment ein wenig einfacher machen. Ich wusste schließlich, wie Alex Miller aussah. Ich hatte ihn schon oft genug aus der Entfernung gesehen.Doch statt eines bekannten Gesichts blieb mein Blick plötzlich an etwas anderem hängen.
An einer Maske.
Ich blinzelte irritiert.
Hinter der Maske zeichnete sich ein Oberkörper ab, der sich zwischen dem Grün und den Blättern befand. Für einen Moment war ich so überrascht, dass ich einfach nur dastand und ihn anstarrte.
Warum zum Teufel stand da jemand zwischen den Büschen?
Ich war durchaus schreckhaft. Das musste ich mir eingestehen. Aber ich lief nicht weg. Mein erster Gedanke war trotzdem sofort bei ihm.
Kitsune.
Ich wusste nicht einmal genau, warum. Vielleicht war es nur mein Bauchgefühl. Vielleicht war es die Art, wie er dort stand. Oder vielleicht wollte mein Kopf einfach unbedingt, dass es so war.
Alex.
Ich legte den Kopf kaum merklich zur Seite und sah ihn fragend an. Natürlich stellte ich mir sofort die Frage, warum er eine Maske trug. Warum überhaupt? War das seine Art, die Situation ein wenig weniger unangenehm zu machen? Hatte er sie absichtlich aufgesetzt, weil er vermutete, dass es mir leichter fallen würde, mit ihm zu interagieren, wenn er nicht sofort vollständig als Alex Miller vor mir stand? Oder wollte er einfach nur einen Scherz machen? Vielleicht hatte er sich deswegen in den Busch gestellt. Um unser erstes Treffen irgendwie spielerisch und weniger ernst wirken zu lassen. Meine Fantasie begann sofort, die unterschiedlichsten Möglichkeiten zusammenzusetzen. Ich hätte ihn natürlich einfach fragen können. Aber ich wollte nicht neugierig wirken. Außerdem war ich selbst viel zu nervös, um plötzlich mit einem Schwall von Fragen auf ihn zuzugehen.
Er machte noch immer keine Anstalten, aus dem Busch zu kommen. Also musste ich mich irgendwann aus meiner eigenen Starre lösen. Ich atmete leise ein, hob leicht die Mundwinkel und hob schließlich meine rechte Hand. Zögerlich winkte ich ihm zu. Nur ganz langsam, fast vorsichtig.
Es war keine große Geste. Eigentlich kaum mehr als eine kleine Bewegung meiner Hand. Doch ich hoffte, dass sie ihm zeigte, dass ich ihm gegenüber nicht negativ eingestellt war. Dass ich nicht vorhatte, einfach wieder zu verschwinden. Mein Herz raste noch immer. Ich konnte es förmlich bis in meinen Hals schlagen spüren.Trotzdem zwang ich mich, nicht wegzusehen. Dann nickte ich leicht in Richtung der Bibliothek. Eine stumme Frage. Ob wir nicht hineingehen sollten. Es war die einzige Idee, die mir in diesem Moment einfiel. Ich wusste nicht, was ich sonst hätte tun sollen. Zu ihm hinüberzugehen, fühlte sich noch immer wie eine unüberwindbare Hürde an. Also überließ ich ihm lieber den nächsten Schritt. Vielleicht würde er verstehen, was ich meinte. Vielleicht würde er einfach aus dem Busch kommen. Vielleicht würde er auch weiterhin dort stehen bleiben und mich aus seiner Maske heraus ansehen.
Ich wusste es nicht.
Meine Nervosität hatte jedenfalls kein bisschen nachgelassen. Im Gegenteil. Jetzt, wo er tatsächlich vor mir stand, fühlte sich alles noch realer an. Kitsune war kein Name mehr auf meinem Handy. Er war eine Person. Ein Mensch, der tatsächlich vor mir stand. Und er kannte jetzt auch mein Gesicht. Zum ersten Mal gab es nichts mehr, was uns voneinander trennte. Keine Bildschirme, keine Benutzernamen und keine sichere Distanz, hinter der wir uns verstecken konnten. Wir befanden uns im selben Umkreis. Wir wussten voneinander. Und auch wenn ich noch immer kaum glauben konnte, dass dieser maskierte Junge tatsächlich Alex Miller war, wusste ich, dass wir den schwierigsten Schritt bereits hinter uns hatten. Wir waren gekommen. Beide. Jetzt mussten wir nur noch den Mut finden, aufeinander zuzugehen.
War ich zuerst hier gewesen? Oder hatte er sich vielleicht schon in die Bibliothek gesetzt? Vielleicht wartete er dort bereits auf mich und fragte sich, wo ich blieb. Aber wenn das so wäre, hätte er mir wahrscheinlich Bescheid gegeben. Zumindest redeten wir sonst über solche Dinge.
Für einen kurzen Moment kam mir tatsächlich der Gedanke, einfach wieder umzukehren. Ich könnte nach Hause gehen. Niemand würde mich zwingen, hierzubleiben. Ich könnte ihm schreiben, dass etwas dazwischengekommen war. Dass ich mich nicht gut fühlte. Irgendeine Ausrede würde mir schon einfallen. Doch nein. Das wäre nicht fair. Ich hatte ihm versprochen zu kommen. Und egal, wie nervös und schüchtern mich diese ganze Situation machte, ich wollte mein Versprechen halten. Er hatte mir so viel von sich anvertraut und mir seine verletzlichste Seite gezeigt. Da konnte ich nicht einfach im letzten Moment davonlaufen.
Also blieb ich stehen.
Ich wartete.
Und als der vereinbarte Zeitpunkt schließlich gekommen war, konnte ich ihn noch immer nicht entdecken.
Mein Blick wanderte langsam über meine Umgebung. Ich versuchte, jedes Gesicht in der Nähe zu erfassen, ohne dabei selbst zu auffällig zu wirken. Vielleicht würde ich ihn entdecken, bevor er mich sah. Vielleicht würde das den ersten Moment ein wenig einfacher machen. Ich wusste schließlich, wie Alex Miller aussah. Ich hatte ihn schon oft genug aus der Entfernung gesehen.Doch statt eines bekannten Gesichts blieb mein Blick plötzlich an etwas anderem hängen.
An einer Maske.
Ich blinzelte irritiert.
Hinter der Maske zeichnete sich ein Oberkörper ab, der sich zwischen dem Grün und den Blättern befand. Für einen Moment war ich so überrascht, dass ich einfach nur dastand und ihn anstarrte.
Warum zum Teufel stand da jemand zwischen den Büschen?
Ich war durchaus schreckhaft. Das musste ich mir eingestehen. Aber ich lief nicht weg. Mein erster Gedanke war trotzdem sofort bei ihm.
Kitsune.
Ich wusste nicht einmal genau, warum. Vielleicht war es nur mein Bauchgefühl. Vielleicht war es die Art, wie er dort stand. Oder vielleicht wollte mein Kopf einfach unbedingt, dass es so war.
Alex.
Ich legte den Kopf kaum merklich zur Seite und sah ihn fragend an. Natürlich stellte ich mir sofort die Frage, warum er eine Maske trug. Warum überhaupt? War das seine Art, die Situation ein wenig weniger unangenehm zu machen? Hatte er sie absichtlich aufgesetzt, weil er vermutete, dass es mir leichter fallen würde, mit ihm zu interagieren, wenn er nicht sofort vollständig als Alex Miller vor mir stand? Oder wollte er einfach nur einen Scherz machen? Vielleicht hatte er sich deswegen in den Busch gestellt. Um unser erstes Treffen irgendwie spielerisch und weniger ernst wirken zu lassen. Meine Fantasie begann sofort, die unterschiedlichsten Möglichkeiten zusammenzusetzen. Ich hätte ihn natürlich einfach fragen können. Aber ich wollte nicht neugierig wirken. Außerdem war ich selbst viel zu nervös, um plötzlich mit einem Schwall von Fragen auf ihn zuzugehen.
Er machte noch immer keine Anstalten, aus dem Busch zu kommen. Also musste ich mich irgendwann aus meiner eigenen Starre lösen. Ich atmete leise ein, hob leicht die Mundwinkel und hob schließlich meine rechte Hand. Zögerlich winkte ich ihm zu. Nur ganz langsam, fast vorsichtig.
Es war keine große Geste. Eigentlich kaum mehr als eine kleine Bewegung meiner Hand. Doch ich hoffte, dass sie ihm zeigte, dass ich ihm gegenüber nicht negativ eingestellt war. Dass ich nicht vorhatte, einfach wieder zu verschwinden. Mein Herz raste noch immer. Ich konnte es förmlich bis in meinen Hals schlagen spüren.Trotzdem zwang ich mich, nicht wegzusehen. Dann nickte ich leicht in Richtung der Bibliothek. Eine stumme Frage. Ob wir nicht hineingehen sollten. Es war die einzige Idee, die mir in diesem Moment einfiel. Ich wusste nicht, was ich sonst hätte tun sollen. Zu ihm hinüberzugehen, fühlte sich noch immer wie eine unüberwindbare Hürde an. Also überließ ich ihm lieber den nächsten Schritt. Vielleicht würde er verstehen, was ich meinte. Vielleicht würde er einfach aus dem Busch kommen. Vielleicht würde er auch weiterhin dort stehen bleiben und mich aus seiner Maske heraus ansehen.
Ich wusste es nicht.
Meine Nervosität hatte jedenfalls kein bisschen nachgelassen. Im Gegenteil. Jetzt, wo er tatsächlich vor mir stand, fühlte sich alles noch realer an. Kitsune war kein Name mehr auf meinem Handy. Er war eine Person. Ein Mensch, der tatsächlich vor mir stand. Und er kannte jetzt auch mein Gesicht. Zum ersten Mal gab es nichts mehr, was uns voneinander trennte. Keine Bildschirme, keine Benutzernamen und keine sichere Distanz, hinter der wir uns verstecken konnten. Wir befanden uns im selben Umkreis. Wir wussten voneinander. Und auch wenn ich noch immer kaum glauben konnte, dass dieser maskierte Junge tatsächlich Alex Miller war, wusste ich, dass wir den schwierigsten Schritt bereits hinter uns hatten. Wir waren gekommen. Beide. Jetzt mussten wir nur noch den Mut finden, aufeinander zuzugehen.