Explorers

    • EXPLORERS

      Das Jahr 2087
      In der Antarktis wurde bei geologischen Tiefenbohrungen ein unbekanntes Hindernis entdeckt, welches die Bohrköpfe nicht durchdringen konnten, und in dieser Tiefe eigentlich nur Eis sein sollte. Scanner und Kamaras wurden in den Bohrschacht hinabgelassen, um, sofern möglich, Proben zu entnehmen, oder das mögliche Gestein per Scanner zu analysieren. Beide Aktionen schlugen fehl und das Bohrprojekt wurde vorläufig unterbrochen. Weitere Wissenschaftler rückten an, um das unbekannte Material zu untersuchen. Weitere Bohrungen und das Freiräumen im unteren Schacht wurden in Auftrag gegeben. Das was die Wissenschaftler dann entdeckten, verschlug ihnen den Atem. Eine künstliche Platte aus Metall, auf der Symbole zu erkennen waren, hatte sich ihnen offenbart. Nach weiteren Untersuchungen und Abtastungen, konnten sie das Objekt auf einen etwa 15 m mal 15 m großes Quadrat einstufen.
      Da es sich in rund 4 km Tiefe im Eispanzer befand, mussten sie es bergen um es genauer zu untersuchen. Eine letzte große Bohrung, die einen ausreichend großen Schacht freilegen würde, wurde in die Wege geleitet. Die eigentliche japanische Firma, die dort Bohrungen betrieb, wurde mit Schweigegeldern und Verträgen der Geheimhaltung abgelöst. Das ganze verwandelte sich in eine Militärische Opertion und endete mit der Bergung des Objektes und dem Abtransport. Man untersuchte weitere Gebiete bis in große Tiefen, fand aber nur Eis und schließlich den üblichen Gebirgs und Felsuntergrund, den man ursprünglich anbohren wollte.
      Die Bohrstelle wurde versiegelt und das mysteriöse Objekt abtransportiert. Die Welt erfuhr davon nichts.

      Das Jahr 2095 - Japanische Militärische Forschungsbasis APEX irgendwo nahe an einem Küstenbereich des Transantarktischen Gebirges
      Für das vor rund acht Jahren gefundene Artefakt wurden in der Antarktis eine direkt dafür ausgerüstete Forschungsanlage errichtet. Eine Vielzahl an besten Forschern und Wissenschaftler dieser Welt wurden über Tests ermittelt, und irgendwann insgeheim auf diesen neuen Posten versetzt. Neben großer Bezahlung und ggf. auch Ruhm und Ansehen, erwartete diesen wohl auch ein großes Abenteuer, und die vermutlich größte Entdeckung der menschlichen Geschichte.
      Allerdings mussten auch sie Stillschweigen bewahren. Bewacht wird das ganze vom Militär, welches auch die finanziellen Mittel stellt, und somit auch die vollständige Kontrolle über die Wisschenschaftler hat.
      Die Errichtung der Anlage hatte etwa 2 Jahre Zeit in Anspruch genommen. Es wurde auf Hochtouren gearbeitet, und eine oberirdische Basis errichtet. Hier leben und arbeiten die Forscher. Der Hauptteil der Anlage liegt jedoch unterirdisch in einigen hundert Metern Tiefe, geschützt von Fels und Eis. Dieser Komplex hütet das größte Geheimnis der Menscheit. Denn der Quader war nur eine Art Umhüllung gewesen. Das, was sie in seinem Inneren fanden, sprengte alle Vorstellungskräfte, und selbst die hellsten Köpfe konnten nur spekulieren, um was es sich dabei handelte.
      Erst vor wenigen Monaten gelang es einem Wissenschaftler, einen erheblichen Fortschritt zu erringen. Doch um da weiter zu machen, wo sie nun begonnen hatten, fehlte es noch am nötigen Personal.
      Nochmals wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, geeignete Leute zu finden. Denn der erste Test war bereits ... erfolgreich ausgeführt worden.


      13.08.2087
      APEX Forschungsstation irgendwo im Transarktischem Gebirge
      Portalraum Kontrolle

      Ein brummendes Surren erfüllte den Portalraum, und ein leichtes Vibrieren war zu spüren, selbst im Kontrollraum, wo das Personal hinter 10 cm dicken Panzerscheiben saß, und das D-Gate beobachtete, wie sich der innere Ring anfing zu drehen, und nach und nach die D-Winkel aktiviert wurden. Es war immer wieder ein erfürchtiger Moment, vorallem wenn man neue Winkel ausprobierte, und nicht wusste, welches Ergebnis sie erwartete.
      Vier Winkel waren bereits arretiert. 10 KAPPA, 11 LAMBDA, 19 TAU und 22 CHI. Der Ring rollte weiter und der nächste Winkel wurde eingerastet. Es gab ein scharfes CHAP-CHAK Geräusch und dann leuchtete die nächste Speichereinheit auf.
      "D-Winkel Nummer fünf ..... 28 HYDOR .... Gespeichert.", sprach einer der Operatoren, die das Gate steuerten. Der Energieverbrauch stieg an. Temperatur und Kühlung wurden von mehreren Stationen überwacht. Alles im Grünen Bereich.
      Der kommendierende Offizier sah ruhig und schweigend zu, während das Personal seine Arbeit erledigte. Er kannte die Prozedur bereits. Heute sollte ein neuer D-Raum erkundet werden.
      Ein Student namens Ken Zaraki, der im Grunde aber schon einen Doktor Titel absolviert hatte, und andere Auszeichnungen trug, beobachtete das Geschehen durch eine der Scheiben.
      "Heute mal in Reihenfolge?", fragte er nebenbei. "Ja, mal sehen, was passiert. Aber, ich denke, das ist egal, oder?", antworete der Kommander.
      Ken lächelte schief. "Nein. Ändern sie nur einen Parameter, kommen sie ganz woanders hin. Wir werden also niemals in der Lage sein, zu Lebzeiten, und womöglich zu Menschheitszeiten, alle möglichen Konstellationen auszuprobieren."
      "D-Winkel Neun .... 35 HEPTA ..... Gespeichert!", kam die letzte Info vom Operator.
      Dann blitzte die bläuliche Membran auf und zeigte den erfolgreichen Aktivierungsprozess an.
      "Tor erfolgreich geöffnet. Setzten Sonde ein.", informierte der Operator weiter und eine kleine Drohne flog in das Tor hinein. Sekunden später wurden Bilder sichtbar.
      "Was zum Geier ist das?", fragte der Kommander.
      Ken schaute nur still auf die Monitore. Die Sonde flog in einem seltsamen Raum umher. Unter der Sonde war Wasser. Vollkommen glattes Wasser, ohne Wellenbewegungen. Über der Sonde, wo eigentlich Himmel war, war ebenfalls Wasser, auch ohne Wellen. Es schein ringsum einen leeren Horizont zu geben. Als würden Himmel und Boden irgendwann in der Ferne zusammentreffen, und einen geraden Strich bilden. Ansonsten gab es nichts zu entdecken. "Abstand der Oberflächen?", fragte Zaraki. Eine Mitarbeiterin vom Wissenschftastab antwortete. "Die Daten der Sonde sagen, das beide Meere etwa 2 km von einander entfernt wären. Die Temperaturen betragen 30 Grad. Es gibt jedoch keine Sauerstoffatmosphäre. Betreten des Raumes nur mit Schutzanzügen. Und empfehlem würde ich ggf. noch ein Boot."
      Der Kommander erhob sich. "Gut, es scheint bisher keine Gefahr zu lauern. Wir speichern die Adresse und stellen ein Erkundungsteam zusammen. Sagen wir, wir öffnen erneut um 15 Uhr. Das dürfte ausreichend Zeit sein. Holen sie die Sonde zurück, Tor schließen." "Ja, Sir."
      "Ich will ein paar Aufnahmen für erste Untersuchungen.", sagte Zaraki, und verließ den Raum, um zu den Laboren zu gehen. Viel würde er nicht erkennen können, dazu die Daten der Sonde. Entsprechend würde er seine Ausrüstung planen. Ob es dort Leben gab?
      Kurz darauf erreichte er die Hauptbüros der Bioeinheit. Er hielt bei der Kaffeemaschiene an, die fröhlich vor sich hinblubberte. Irgendwer war schon aktiv. Es war zwar schon 8 Uhr durch, aber die letzten zwei Wochen war es um diese Zeit verdammt still gewesen. Hier gab es auch kaum was zu tun. Man hatte sich eher mit Proben aus den anderen Räumen beschäftigt, und nichts besonderes gefunden.
      Er genehmigte sich eine Tasse, kippte Milch und reichlich Zucker rein, rührte um, und trank einen großen Schluck. Der war wohl doch etwas zu heiß, trotz der kalten Milch. Und er schmeckte Bitter, trotz Zucker. Er verzog das Gesicht und seufzte. Den würde er jetzt trotzdem trinken müssen. Wer hatte den wohl aufgesetzt?
      Er würde sich besser schnell in sein Büro verziehen, bevor er noch erwischt wird, und Konversation betreiben müsste, und schlich los.
      Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück
    • Ihr Leben als Wissenschaftlerin hatte Alya sich irgendwie anders vorgestellt...
      Als sie vor beinahe einem Jahr die Einladung erhalten hatte, war sie zunächst von einem Scherz ausgegangen. Ein Forschungsprojekt unter strengster Geheimhaltung, Ungewöhnlich hohe Vergütung, Keine Angaben zum eigentlichen Forschungsgegenstand, Nicht einmal der genaue Arbeitsort war ihr mitgeteilt worden.
      Jeder normale Mensch hätte das Schreiben zumindest mal gründlich hinterfragt, bevor er dem zugestimmt hätte.
      Doch Neugier war schon immer ihre größte Schwäche gewesen und ließ sie die potentiellen roten Fahnen schnell übersehen.
      Wenige Monate später hatte sie sich am anderen Ende der Welt wiedergefunden. In der Antarktis, unter Eis, Fels und mehreren Schichten militärischer Sicherheitsfreigaben.
      Die Apex Research Station war nichts von dem gewesen, was sie erwartet hatte, und gleichzeitig weit mehr.
      Seit ihrer Ankunft bestand ihr Alltag aus Dingen, die jeder Wissenschaftler der Welt für unmöglich gehalten hätte. Sie analysierte Proben aus Räumen, die nicht existieren dürften, untersuchte Mikroorganismen, deren Herkunft sich keiner bekannten Evolutionslinie zuordnen ließ, schrieb Berichte über biologische Strukturen, die manchmal eher wie mathematische Fehler wirkten als wie Lebewesen.
      Und dennoch war der größte Teil ihrer Arbeit überraschend gewöhnlich: Daten auswerten, Proben katalogisieren, Berichte verfassen, Kaffee trinken.
      Gott, vor allem Kaffee trinken.
      In den ersten Monaten hatte sie sich noch darüber lustig gemacht, wie einige ihrer Kollegen literweise davon konsumierten. Mittlerweile war sie selbst kaum besser. Wahrscheinlich sogar schlimmer.
      Die Kaffeemaschine in der Bioeinheit war inzwischen beinahe so etwas wie ihr zweiter Arbeitsplatz geworden.
      An diesem Morgen stand sie bereits seit kurz nach sechs Uhr im Labor. Eine Reihe von Proben aus einem älteren D-Raum hatte sie bis spät in die Nacht beschäftigt. Irgendwann zwischen Zellanalysen und Spektraldaten war ihr aufgefallen, dass ihre Kaffeetasse leer war.
      Ein Zustand, der umgehend behoben werden musste.
      Also hatte sie einen frischen Kessel aufgesetzt.
      Viel zu stark, wie immer.
      Während die Maschine vor sich hinblubberte, hatte sie sich bereits wieder ihren Untersuchungen gewidmet und den Kaffee anschließend vollkommen vergessen.
      Nun saß sie allein in ihrem Büro, umgeben von Holoanzeigen, Datensätzen und mehreren geöffneten Forschungsberichten. Eine Strähne ihres lockeren Zopfes hatte sich gelöst und hing ihr störend ins Gesicht.
      Mit einem leisen Seufzen schob sie die Brille etwas höher auf die Nase.
      Auf einem der Monitore liefen die ersten Daten eines neu entdeckten D-Raums ein. Ein Ozean?
      Oder zumindest etwas, das wie ein Ozean aussah.
      Wasser über und unter dem Beobachtungspunkt, keine Sauerstoffatmosphäre, keine offensichtlichen Strukturen, keine bekannten biologischen Signaturen.
      Alya lehnte sich leicht vor.
      „Das ergibt überhaupt keinen Sinn...“
      Nicht, dass das bei den D-Räumen jemals ein Ausschlusskriterium gewesen wäre.
      Sie überflog die Sensordaten ein weiteres Mal und notierte einige erste Hypothesen. Falls dort tatsächlich Flüssigwasser existierte, bestand zumindest die Möglichkeit biologischer Aktivität. Die Wahrscheinlichkeit mochte gering sein, aber allein der Gedanke genügte, um ihre Müdigkeit für einen Moment vergessen zu lassen.
      Irgendwo außerhalb ihres Büros herrschte bereits geschäftiges Treiben. Wahrscheinlich bereitete man die nächste Expedition vor.
      Alya nahm davon kaum Notiz.
      Ein paar Namen auf den Einsatzlisten kannte sie inzwischen. Unter anderem diesen jungen japanischen Forscher, wie war sein name noch gleich? Zaneki? Zalaki? Sie war ihm bisher nur gelegentlich begegnet. Meist auf Fluren, in Besprechungen oder irgendwo zwischen zwei Laboren.
      Er schien kompetent zu sein.
      Und vermutlich genauso überarbeitet wie der Rest der Station.
      Mit einem leichten Gähnen griff sie nach ihrer Kaffeetasse.
      Leer.
      Natürlich, sie hatte vergessen sich den frischen Kaffee einzugießen.
      Sie starrte das Gefäß einige Sekunden an, als hätte sie die Hoffnung, die Tasse könnte sich spontan von selbst befüllen. Aber der D-Raum in dem das möglich war, wurde vermutlich noch nicht gefunden..
      Dann erhob sie sich widerwillig.
      Vielleicht war unten bei der Maschine noch etwas übrig?
    • Ken

      Einer Konversation aus dem Weg zu gehen war heute wohl ebenso unmöglich, wie zu verstehen, was es genau mit dem Gate auf sich hatte. Schlürfend an der Tasse wurde er fast von einer seiner Kollegen umgerempelt. Es war Alya Petrova, die ebenfalls eine Tasse in der Hand trug. Ken konnte gerade noch stoppen, und fast wäre ihm der Kaffee aus seiner Tasse über die Hand gelaufen. "Hoppla ..."
      Verdammt. Davonschleichen ist wohl nicht drin. "Ahh, Sie sinds. .... Guten Morgen. Der Kaffee ist nicht zufällig von ihnen?" kam es nur kurz von ihm. Natürlich war er von ihr. Aber nicht sonderlich gut im Verhältnis Pulver und Wasser. "Viel zu bitter. Ach, haben Sie schon mitbekommen, was wir entdeckt haben? Ich bat um Daten und Aufnahmen zur ersten Sichtung."
      Alya hatte schon ein paar Infos erhalten, holte ihre Tasse Kaffee und folgte Ken dann in einen Arbeitsraum, wo es mehrere Computeranzeigen, Sitzplätze und andere Dinge gab. Ken hatte bereits die Hauptanzeige eingeschaltet. Zu sehen war das Filmmaterial, als die Sonde in die Menbran eintauchte, und ein Wimpernschlag später bereits dieser Doppelozean auftauchte. Als hätte jemand einen riesigen Spiegel in den Himmel gebaut. Aber es war keiner. Die Sonde konnte ermitteln, das sie nur beim unterem Meer zu sehen war. Dort, wo auch das Tor auf einer einfachen winzigen Insel stand. Oder eher eine Art Podest von 20 m Durchmesser? Im oberen Ozean war davon nichts zu sehen. Ein paar Kilometer hatte die Sonde abgeflogen. Außer das Himmel und untere Oberfläche irgendwann in der Ferne zusammen fielen, so wie ein wolkenbedeckter Himmel auf der Erde in der Ferne auch das Wasser zu berühren schien, es aber nur wegen der Erdkrümmung oder der Entfernung so wirkte. Hier aber war es anders.
      "Interessant ..... offenbar ist der Raum absolut ebenmäßig. Abmessung unbekannt. Das werden wir später so oder so noch herausfinden.", murmelte er mehr zu sich selbst, als zu Alya.
      "Die Temperaturen sind gleichbleibend bei 30 Grad Wassertemperatur. Die Luft schein ein paar Grad kühler zu sein. Das dürfte spannend werden. Der Kommander will um 15 Uhr ein Team schicken. Möchten Sie mit?", fragte er Alya, schlüfte an der Tasser Kaffee und starrte wieder zum Bildschirm, wo die Sonde zurück auf das Gate zu flog, die winzige Insel zu sehen war, auf dem das Gate stand, und zum Glück festen Boden bot, um die Ausrüstung dort zu lagern. Dann war sie wieder im Portalraum, und landete. Die Aufnahme wurde beendet.
      "Hmm, dürfte spannend werden. Ich frage mich, ob diese Insel schwimmt, oder am Boden verankert ist. Wie tief mag das Wasser wohl sein? Uns wieso ist es so windstill und glatt?"
      Alles wirkte so friedlich. Dennoch würde das Militär wieder Soldaten mitschicken. Man konnte ja nie wissen. Außerdem hatten die eh die Kontrolle.
      Zehn Zerrüttete Zahme Zebragestreifte Zauberhafte Zypern Ziegen Zogen Zum Zehnten Zehnten Zukunftsorientiert Zehnmal Zähneknirschend Zehn Zentner Zerstoßenen Zucker Zum Zoo Zurück

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Taru ()