✶ Vorstellung ✶
@Bitter Lemon
Aska
Sechs Uhr Morgens, die ersten Sonnenstrahlen im Fenster und die hölzernen Möbel im Zimmer leuchteten in einem wunderschönen Orange. Zugegeben war Aska schon eine Weile wach, die Nervosität hatte ihn nicht schlafen lassen. Es war ohnehin schwer genug, sein Leben lang den eigenen Biorhythmus zu umgehen, aber sogar in seinem kleinen Heimatdorf war es üblich, tagsüber wach zu sein. Kleine Faktoren, wie die Aufregung vor einer größeren Veränderung, konnten ihm schnell einen Strich durch die Rechnung machen.
Er gähnte, streckte seine Flügel, die den selben orange-braunen Ton wie der Rest des Zimmers angenommen hatten, und fragte sich, ob der erste Tag an einer Universität eigentlich lang war. Also, in der Schule hatten sie ja immer erstmal eine Zeremonie, und das war's dann wieder. Insgeheim hoffte er, dass es genau so ablaufen würde. Er wusste, dass er heute nicht die Ruhe in Person war, und je weniger erste Eindrücke er bei anderen in dem Zustand machte, desto besser.
Nach einer Weile stand er endlich von seinem Bett auf und schnappte sich den Koffer, der längst fertig gepackt neben ihm gestanden hatte. Er war übervorbereitet. Die letzten Tage hatte er alles gegoogelt, was es über die Fangs & Feathers University zu wissen gab. Einige Überraschungen würde es trotzdem geben, er hatte nämlich keinen Einblick in die Campusgebäude bekommen. Gab es eine Cafeteria? Gab es Einzelzimmer? Wie groß waren die Türen?! Aska hatte immer ein wenig die Sorge, dass er mit seinen Flügeln irgendwo stecken blieb. Nicht viele Harpyien ließen sich außerhalb ihrer kleinen Gemeinschaften blicken, besonders, weil es eben verdammt anstrengend war, sich in den kleinen, filigranen Räumlichkeiten von Menschen zurechtzufinden. Er konnte sich auf keinen Fall blamieren indem er nicht durch die Türen passte. Aber die FFU würde das schon berücksichtigt haben, oder…?
Der Abschied von seinen Eltern und Geschwistern war überraschend schwer. Ihm wurde in Sekundenschnelle bewusst, dass er sie erst wieder zu Weihnachten sehen würde, weil die Strecke zu weit war, um sie oft zu fliegen. So lange war er noch nie weg gewesen. Hätten seine Eltern ihn nicht motiviert, wäre er wohl auch nie auf die Idee gekommen, zur Uni zu gehen. Und… er war sowieso alt genug, um sein eigenes Revier zu finden. Das würde zwar kaum die FFU werden, aber es war ein Schritt in diese Richtung.
Der Flug war lang, aber angenehm. Aska bewegte sich hauptsächlich über reine Naturflächen. Seine Eltern hatten ihm empfohlen, die Städte zu vermeiden, und er hatte beschlossen, sich daran zu halten. Mit einer Ausnahme. Er würde einen Stopp in der Stadt einlegen, die der Universität am nächsten war. Er musste zumindest ungefähr wissen, wie es war. Züge und Autos, Restaurants, Bars, Freizeitparks. Er wollte es nur einmal gesehen haben. Selbst da gewesen zu sein war schließlich nicht dasselbe wie es im Fernsehen zu-
Aska stoppte in seinen Gedanken. Was war das? Ihm kam ein kalter Wind entgegen, der nach Regen roch. Es würde nicht allen ernstes… Und es regnete. Aska verzog angewidert das Gesicht. Er hatte nichts gegen Regen, aber Sturmböen waren ein Problem. Wenn er keinen Umweg machte, war er in zehn Minuten da aber was wurde aus seinem Ausflug?!
Er hing eine Weile in Gedanken und flog beinahe im Kreis, bevor er sich mit einem wütenden Laut wieder in die Richtung drehte, in die er tatsächlich fliegen musste. Verdammt. Er war eben nicht lebensmüde. Normalerweise bemerkte er Unwetter früh genug, aber er war zu weit geflogen, als dass er das einplanen hätte können. Dann… dann musste er eben in den nächsten Tagen mal Zeit finden.
Als er ankam, regnete es noch immer. Das Areal war allerdings sogar im Umwetter wunderschön. Er war ein wenig erleichtert, dass die Fotos nicht zu viel versprochen hatten. Allerdings fehlten die Leute. Wahrscheinlich waren alle vor dem Regen geflohen. Aska seufzte und schleppte sich, völlig durchnässt und schwer, mit seinem Koffer zum Eingang. Aus dem Augenwinkel sah er jedoch einige Meter entfernt auf einmal doch jemanden. Eine Kreatur schlürfte, oberkörperfrei und von Schuppen übersäht, in dieselbe Richtung wie er. Ein… Meerwesen? Aska wurde etwas langsamer, damit der Fremde ihn überholen konnte und er einen besseren Blick bekam. Er hatte noch nie live ein Meerwesen gesehen. Und er war auch noch nie so giftig aus blassen Augen angestarrt worden. Aska verzog etwas das Gesicht, nachdem der Kerl an ihm vorbei gelaufen war. Was hatte der denn für ein Problem?
@Bitter Lemon
Aska
Sechs Uhr Morgens, die ersten Sonnenstrahlen im Fenster und die hölzernen Möbel im Zimmer leuchteten in einem wunderschönen Orange. Zugegeben war Aska schon eine Weile wach, die Nervosität hatte ihn nicht schlafen lassen. Es war ohnehin schwer genug, sein Leben lang den eigenen Biorhythmus zu umgehen, aber sogar in seinem kleinen Heimatdorf war es üblich, tagsüber wach zu sein. Kleine Faktoren, wie die Aufregung vor einer größeren Veränderung, konnten ihm schnell einen Strich durch die Rechnung machen.
Er gähnte, streckte seine Flügel, die den selben orange-braunen Ton wie der Rest des Zimmers angenommen hatten, und fragte sich, ob der erste Tag an einer Universität eigentlich lang war. Also, in der Schule hatten sie ja immer erstmal eine Zeremonie, und das war's dann wieder. Insgeheim hoffte er, dass es genau so ablaufen würde. Er wusste, dass er heute nicht die Ruhe in Person war, und je weniger erste Eindrücke er bei anderen in dem Zustand machte, desto besser.
Nach einer Weile stand er endlich von seinem Bett auf und schnappte sich den Koffer, der längst fertig gepackt neben ihm gestanden hatte. Er war übervorbereitet. Die letzten Tage hatte er alles gegoogelt, was es über die Fangs & Feathers University zu wissen gab. Einige Überraschungen würde es trotzdem geben, er hatte nämlich keinen Einblick in die Campusgebäude bekommen. Gab es eine Cafeteria? Gab es Einzelzimmer? Wie groß waren die Türen?! Aska hatte immer ein wenig die Sorge, dass er mit seinen Flügeln irgendwo stecken blieb. Nicht viele Harpyien ließen sich außerhalb ihrer kleinen Gemeinschaften blicken, besonders, weil es eben verdammt anstrengend war, sich in den kleinen, filigranen Räumlichkeiten von Menschen zurechtzufinden. Er konnte sich auf keinen Fall blamieren indem er nicht durch die Türen passte. Aber die FFU würde das schon berücksichtigt haben, oder…?
Der Abschied von seinen Eltern und Geschwistern war überraschend schwer. Ihm wurde in Sekundenschnelle bewusst, dass er sie erst wieder zu Weihnachten sehen würde, weil die Strecke zu weit war, um sie oft zu fliegen. So lange war er noch nie weg gewesen. Hätten seine Eltern ihn nicht motiviert, wäre er wohl auch nie auf die Idee gekommen, zur Uni zu gehen. Und… er war sowieso alt genug, um sein eigenes Revier zu finden. Das würde zwar kaum die FFU werden, aber es war ein Schritt in diese Richtung.
Der Flug war lang, aber angenehm. Aska bewegte sich hauptsächlich über reine Naturflächen. Seine Eltern hatten ihm empfohlen, die Städte zu vermeiden, und er hatte beschlossen, sich daran zu halten. Mit einer Ausnahme. Er würde einen Stopp in der Stadt einlegen, die der Universität am nächsten war. Er musste zumindest ungefähr wissen, wie es war. Züge und Autos, Restaurants, Bars, Freizeitparks. Er wollte es nur einmal gesehen haben. Selbst da gewesen zu sein war schließlich nicht dasselbe wie es im Fernsehen zu-
Aska stoppte in seinen Gedanken. Was war das? Ihm kam ein kalter Wind entgegen, der nach Regen roch. Es würde nicht allen ernstes… Und es regnete. Aska verzog angewidert das Gesicht. Er hatte nichts gegen Regen, aber Sturmböen waren ein Problem. Wenn er keinen Umweg machte, war er in zehn Minuten da aber was wurde aus seinem Ausflug?!
Er hing eine Weile in Gedanken und flog beinahe im Kreis, bevor er sich mit einem wütenden Laut wieder in die Richtung drehte, in die er tatsächlich fliegen musste. Verdammt. Er war eben nicht lebensmüde. Normalerweise bemerkte er Unwetter früh genug, aber er war zu weit geflogen, als dass er das einplanen hätte können. Dann… dann musste er eben in den nächsten Tagen mal Zeit finden.
Als er ankam, regnete es noch immer. Das Areal war allerdings sogar im Umwetter wunderschön. Er war ein wenig erleichtert, dass die Fotos nicht zu viel versprochen hatten. Allerdings fehlten die Leute. Wahrscheinlich waren alle vor dem Regen geflohen. Aska seufzte und schleppte sich, völlig durchnässt und schwer, mit seinem Koffer zum Eingang. Aus dem Augenwinkel sah er jedoch einige Meter entfernt auf einmal doch jemanden. Eine Kreatur schlürfte, oberkörperfrei und von Schuppen übersäht, in dieselbe Richtung wie er. Ein… Meerwesen? Aska wurde etwas langsamer, damit der Fremde ihn überholen konnte und er einen besseren Blick bekam. Er hatte noch nie live ein Meerwesen gesehen. Und er war auch noch nie so giftig aus blassen Augen angestarrt worden. Aska verzog etwas das Gesicht, nachdem der Kerl an ihm vorbei gelaufen war. Was hatte der denn für ein Problem?
✦ . ⁺ . ✦ . ⁺ . ✦⁺ . ✦ . ⁺ . ✦⁺ . ✦ . ⁺ . ✦