Die Rosen der Finsternis [Shio & Tristale]

    • Alice fröstelte leicht, als sie die Tür der Bar hinter sich zuzog. Die Musik dröhnte noch dumpf durch die Wände und ein letzter Lacher hallte über den Gehweg, dann fiel die Nacht wieder in ihre ruhige Stille zurück. Sie war zierlich, fast schmal gebaut, und wirkte in der Dunkelheit noch kleiner, eingehüllt in ihrem langen, dünnen Mantel. Tagsüber war es angenehm warm, aber jetzt um zwei Uhr Nachts kroch die Kälte in jede Falte des Stoffes. Und sie wollte einfach nur nach Hause und, ganz ehrlich, weiterlesen.
      Das Buch lag schon in ihrer Hand, noch bevor sie die Straße richtig betreten hatte. Ihre Finger glitten fast automatisch über den Einband, als hätte sie den ganzen Abend darauf gewartet. Genau an der spannendsten Stelle hatte sie aufhören müssen, genau da, wo der Vampir dem Mädchen zuflüsterte, dass nichts in ihrer Welt so war, wie sie glaubte. Allein der Gedanke daran ließ Alice unruhig mit den Lippen spielen. Endlich konnte sie weiterlesen. Während sie ging, klappte sie das Buch auf, suchte die letzte Zeile und tauchte sofort wieder ein. Ihre Schritte wurden automatisch, fast schlafwandlerisch. Ihre Stirn legte sich leicht in Falten, wenn sie über eine Stelle stolperte, die sie besonders fesselte, und manchmal hob sie unbewusst eine Augenbraue, als würde sie mit der Geschichte diskutieren und während sie wieder in ihrem Roman versank, bemerkte kaum, was sich um sie herum abspielte.
      Erst als ein leises Geräusch hinter ihr die Stille durchschnitt, hielt sie inne. Sie hob den Kopf und drehte sich um. Die Straße war leer, nur das fahle Mondlicht spiegelte sich auf dem feuchten Asphalt. Nichts und niemand war zu sehen. Ein mulmiges Gefühl machte sich in ihr breit, weshalb sie das Buch zuklappte und drückte es an ihre Brust. Dieses Gefühl, beobachtet zu werden, kroch ihr den Nacken hinauf wie kalter Rauch und unbewusst wurden auch ihre Schritte schneller. Ihre Wohnung war eigentlich nur noch ein paar Minuten entfernt. Dann wieder ein Geräusch, als würden ihr Schritte folgen. Alice fuhr herum, aber wieder nichts, nur die Stille. Ihr Herz begann schneller zu schlagen. Sie presste das Buch enger an sich, als könnte es sie schützen, und beschleunigte erneut. Ihre Schritte klangen jetzt hastig, fast fluchtartig, und sie spürte, wie ihre Kehle trocken wurde. Noch eine Ecke. Dann war sie fast da.
      Sie warf einen letzten Blick über die Schulter und prallte im nächsten Moment gegen einen harten Körper. Das Buch rutschte ihr aus den Händen und klatschte auf den Boden.

      Alice Atem stockte. Ihre Augen weiteten sich, als sie in ein Paar dunkelrote Augen blickte. Für einen Moment war alles still. Sie wich instinktiv zurück, stolperte leicht, die Hände tasteten suchend in die Luft, doch der Fremde war schneller. Viel schneller. Eine kalte Hand schloss sich um ihr Handgelenk. "Hey-" setzte sie an, doch er zog sie schon in die schmale Seitengasse. Die Dunkelheit verschluckte sie beide, als hätte jemand das Licht ausgeknipst.
      "Was-" begann sie, aber seine eiskalte Hand legte sich über ihren Mund. Ihre Augen flackerten, ihre Finger krallten sich in seinen Ärmel, während ihr Rücken gegen die Wand gedrückt wurde. Sein Gesicht war nah, viel zu nah, und doch erkannte sie kaum mehr als diese unnatürlich roten Augen.
      Ihr Atem ging flach, ihr Brustkorb hob und senkte sich hektisch. Sie wollte schreien, aber sein Blick hielt sie wie in einem Bann. Dann hörte sie es. Ein Rascheln, dann Schritte und ein Schatten, der am Eingang der Gasse vorbeihuschte, so schnell, dass sie nur eine verschwommene Bewegung wahrnahm. Die Luft veränderte sich schlagartig. Sie wurde schwerer, kälter, als würde ein unsichtbarer Frost durch die Nacht kriechen. Alice verstand es nicht. Gar nichts davon. Aber sie spürte, dass etwas draußen vorbeiging, das noch viel gefährlicher war als er. Der Schatten blieb einen Moment stehen und die Kälte wurde so intensiv, dass Alice glaubte, ihre Lunge würde gefrieren. Dann war er weg. Einfach verschwunden, genauso wie die kalte Hand an ihrem Mund und damit auch der Fremde. Nur die kalte Luft blieb zurück, die sich langsam wieder erwärmte.
      Alice stand allein in der Gasse, ihr Herz schlug bis zum Hals, und ihre Knie fühlten sich an wie Wasser. Sie sank kurz an die Wand, atmete tief durch und versuchte zu begreifen, was gerade passiert war.


      Dieser Abend ließ sie einfach nicht los. Immer wieder schlich er sich in ihre Gedanken, wie ein Schatten, der sich nicht vertreiben ließ. Und egal wie sehr sie versuchte, sich an Details zu erinnern, es blieb alles verschwommen. Selbst als dieser Fremde ihr so nah gewesen war, blieb ihr Kopf leer. Keine klaren Konturen, keine Stimme, kein Gesicht. Nur diese Augen. Diese dunkelroten Augen.
      Solche Augen kannte sie nur aus ihren Romanen, aus erfundenen Welten, die nichts mit der Realität zu tun hatten. Die Kälte, die von ihm ausgegangen war... diese unmenschliche Schnelligkeit... alles daran erinnerte an die Fabelwesen, über die sie so gern las. Sie musste sich etwas eingebildet haben. Natürlich. Es konnte nicht echt gewesen sein. Vielleicht ein Traum, einer von denen, die sich viel zu real anfühlen.
      Daran wollte sie sich festhalten, wirklich, aber dann sah sie wieder die kleine Schramme an der unteren Ecke ihres Buches. Die Schramme, die erst seit diesem Abend da war. Weil es ihr aus der Hand gefallen war.
      Mit einem leisen, genervten Seufzen schob sie den Gedanken weg und wandte sich dem kleinen Spiegel im Aufenthaltsraum zu.
      Sie strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, richtete sich ein Stück auf und prüfte ihr Outfit. Sie trug ein schwarzes, ärmelloses Top, das durch die zarten Mesh‑Einsätze an den Seiten und am Dekolleté einen modernen, leicht verspielten Look bekam. Der Stoff lag angenehm an, ohne einzuengen, und die transparenten Partien gaben dem Ganzen etwas Leichtes. Dazu hatte sie eine schlichte, gut sitzende Jeans an, bequem genug für eine lange Schicht, aber trotzdem so, dass sie sich darin wohl und selbstbewusst fühlte.
      Ihre Haare, normalerweise fielen sie immer in langen, weichen Wellen bis zur Mitte ihres Rückens, hatte sie heute zu einem lockeren, hohen Zopf gebunden. Ein paar kurze, lockige Strähnen hatten sich bereits gelöst und rahmten ihr Gesicht auf eine unaufgeregte, fast charmant zerzauste Art ein. Sie zupfte eine davon zur Seite, als würde sie versuchen, sie zu bändigen, obwohl sie genau wusste, dass sie spätestens in einer Stunde wieder herausfallen würde. Sie band sich die kurze, schwarze Schürze fest um die Hüften, zog den Knoten noch einmal nach und atmete tief durch.
      Ihre Schicht würde gleich beginnen und irgendwo heute Abend würde das neue Teammitglied auftauchen.Sie wusste nur noch nicht, wann dieser Typ kommen würde.
    • Lucien

      Es war die Nacht, an dem der Mond seinen höchsten Punkt erreichte. Die Jagt war somit eröffnet und kein menschliches Wesen war in diesen Moment sicher. Lucien zog seine übliche Patrouille durch die Stadt Seattle um Vampiren Einhalt zu bieten, wenn sie sich nicht an die Regeln hielten. Die Nacht war kühler als üblicher Weise und der Vollmond schien in seiner kompletten Pracht über die Stadt. Er sprang von Dach zu Dach und hielt seine Augen offen. Ihm würde nicht einmal der kleinste Fehltritt entgehen. Seine Sinne waren scharf wie ein Rasiermesser und er fühlte sich stärker als eh und je.
      Auf den Straßen war um die Uhrzeit kaum etwas los, doch dann fiel sein Blick auf eine junge Frau, die viel zu tief in das Buch versunken war. Sein Blick verfolgte sie und er näherte sich ihr, ohne das sie etwas davon mitbekam. Wenige Meter hinter ihr konnte er ein Wesen ausmachen, was mächtiger war als er selbst. Es näherte sich der jungen Frau immer mehr. Nicht doch.. Ihm war es strengstens verboten sich in die Angelegenheiten von höher gestellten Vampiren, einzumischen, aber das war ihm egal. Er hielt sich nicht an diese Regelungen. Er wusste das dieser Vampir der Frau nicht nur einen kleinen Tropfen Blut aussaugen würde. Sie wäre die Hauptspeise und das wollte der schwarzhaarige nicht zulassen. Lucien sprang vom Dach hinunter und stellte sich der Frau in den Weg. Ihr kleiner Körper prallte gegen seine harte Brust. Sie fühlte sich im Gegensatz zu ihm sehr warm an. Ohne etwas zu sagen, zog er sie in die Nebengasse und hielt sie verdeckt. Der Duft von ihrem Blut, machte selbst ihn ein wenig hungrig, aber er behielt seinen Durst im Griff. Seine Augen färbten sich dennoch blutrot. Er fixierte sie mit seinem Blick und lauschte den Schritten des anderen Vampires. Sein Körper drückte sich wie ein Schutzschild an sie, seine Hand lag ruhig auf ihrem Mund. Sie sollte kein Laut von sich geben, sich nicht bewegen oder sonst der gleichen tun, um die Aufmerksamkeit wieder auf sich zu ziehen. Lucien konnte hören das der andere Vampir an ihnen vorbei zog und das war sein Zeichen ihm zu folgen. Ohne das die Frau ihm Fragen stellen konnte, verschwand er über die Dächer.

      Der mächtige Vampir war für diese Nacht nicht wieder zurückgekehrt und die Frau schien sicher zu Hause angekommen zu sein. Morgen Abend würde er seinen neuen Job antreten, in einer Bar mitten in der Stadt. Er war dankbar für diesen nächtlichen Job, da er kein Sonnenanbeter war. Er liebte diese dunklen Nächte und genoss noch ein paar Minuten der Ruhe, auf der Kirchenspitze.
      Seine Familie war zwar nicht sonderlich davon überzeugt, das er einen menschlichen Job annahm. Aber für ihn war es die Chance, die Menschen noch besser kennenzulernen. Vorher musste er sich noch stärken, doch das tat er nicht hier in seiner Heimatstadt.
      Das Gute an ihm war, das er sich auch von tierischem Blut ernährte und nur ganz selten menschliches Blut kostet.
      Daher führte sein Weg immer in die angrenzenden Wälder, weit weg von der Zivilisation.
      Sobald die Sonne aufging, verschwand er von der Bildfläche und zog sich zurück in das Haus um sich auszuruhen. Vampire schlafen bekanntlich ja nicht, aber Lucien ruhte dennoch auf seinem Bett und schloss die Augen für eine Weile.

      Der Abend rückte in großen Schritten immer näher und er machte sich bereit dafür. Draußen wurde es dunkel und das war das Zeichen, das er auf die Jagt gehen konnte, ohne entdeckt zu werden. Nachdem er gestärkt wieder nach Hause gekommen ist, zog er sich für die Schicht in der Bar um. Er schlüpfte ganz klassisch in eine schwarze Stoffhose und in ein schwarzes Hemd. Nichts aufregendes, aber es war genau sein Stil. So unauffällig wie nur möglich zu sein.
      Die Adresse, wurde ihm per Nachricht zugeschickt und er machte sich auf dem Weg dorthin. Er zog an den Menschen vorbei, die ihm entgegen kamen und niemand von ihnen bemerkte, das er anders war. Vor der Bar stand ein groß gebauter Mann, der anscheinend der Securitytyp war. Er mustere Lucien, doch bevor er etwas zu ihm sagen konnte, trat ein Mann aus der Bar und tauschte ein paar Worte mit dem Typen. Sein Blick ging dann zu ihm und er streckte ihm freudig die Hand entgegen. "Du musst der neue Barkeeper sein?" Lucien nickte nur und reichte ihm ebenfalls seine Hand. Der Mann bat ihm zu folgen und plötzlich schlug ihm die Wärme, der Bar mitten ins Gesicht. Die noch ruhige Welt dort Draußen, wurde durch laut Musik unterbrochen. Sein Blick wanderte durch die Bar. Es waren viele Menschen hier, einige von ihnen waren in Gespräche verwickelte, andere tranken sich die Probleme weg, ein paar tanzten zur Musik auf dem Parkett. Es war eine vollkommene Reizüberflutung für ihn, aber genau das hatte er nicht anders erwartet. Gut das er sich die letzten Wochen darauf vorbereitet hat. Sonst würde die Sache hier nicht gut enden.
      Der Mann führte ihm zu dem Schmuckstück, die große Bar mit einer Theke die einmal komplett herum ging und mitten drinnen stand nun Lucien. Ihm wurde alles erklärt und für den ersten Abend blieb der Mann noch an der Seite von ihm. Falls Fragen aufkamen oder er sich unsicher fühlte. "Ach und bevor ich es vergesse. Wir haben hier ein paar Kellner/innen, die tragen alle schwarze Schürzen, also nicht zu übersehen. Die wirst du nach und nach kennenlernen." Lucien nickte ihm zu und machte sich sogleich an die Arbeit, denn die ersten Bestellungen kamen schon auf ihn zu.
    • Im Aufenthaltsraum war es halbdunkel, und der Bass aus dem Hauptraum vibrierte durch die Wände. Man hörte sofort, dass der Laden schon voll war. Alice hatte ihre Tasche längst im Spind verstaut, die Jacke weggehängt, aber ein paar Minuten gehörten noch ihr.
      Die Obstschale stand wie immer mitten auf dem Tisch und war prall gefüllt. Alice griff ohne hinzusehen hinein, zog einen roten Apfel heraus und drehte ihn kurz zwischen den Fingern, als würde sie überlegen, ob sie wirklich Zeit dafür hatte. Dann zuckte sie mit den Schultern, biss hinein und verzog leicht das Gesicht, weil der Saft ihr fast über die Hand lief und wischte sich im selben Moment mit dem Handrücken die Lippen ab. Mit dem Apfel in der einen Hand schlug sie mit der anderen ihr Buch, und somit die letzten Seiten des Kapitels, auf. Sie ließ sich in den Stuhl sinken, schlug ein Bein über das andere und lehnte sich zurück und gönnte sich noch die wenigen Minuten, die ihr blieben.
      Zumindest bis der Bass stärker wurde, als würde die Bar ihr sagen wollen: Los, komm schon, die Nacht wartet nicht und deine Arbeit noch weniger. Alice blätterte die letzte Seite um, biss den letzten Rest des Apfels ab und nickte zufrieden, dass sie das Kapitel noch geschafft hatte. Dann klappte sie das Buch zu, stand auf und warf den Apfelrest mit einem lockeren Schwung in den Mülleimer. Ihr Buch wanderte zurück in den Spind, den sie mit einem kleinen Klacken zuschloss. Während sie zur Tür ging, band sie sich die Schürze noch einmal fester und strich sich eine Locke aus dem Gesicht, die natürlich sofort wieder zurück fiel. Dann legte sie die Hand auf die Klinke, öffnete die Tür einen Spalt und sofort schlug ihr die volle Atmosphäre entgegen.

      Bar.jpgDie Bar war in warmes, bernsteinfarbenes Licht getaucht, das von den tiefhängenden Pendelleuchten über dem langen Tresen ausging. Dazwischen schimmerten kühle, blaue Akzente, die sich in den Flaschenreihen hinter der Bar brachen und dem Raum dieses vibrierende, moderne Leuchten gaben. Über ihr zogen sich schwarze, offene Rohre entlang, die dem Ganzen einen industriellen Touch verliehen. Der Laden war voll: Menschen an den Tischen, an der Bar, überall Stimmen, Lachen, Gläserklirren. Und kaum hatte sie einen Fuß hineingesetzt, hoben schon die ersten Stammgäste die Hand.
      "Alice! Endlich!", rief einer von ihnen und winkte sie heran. Sofort erhellte sich ihr Gesicht als sie ihre Stammkunden erkannte und ging zu ihrem Tisch. John war wie immer der Erste, der auffiel. Anfang vierzig, groß, breitschultrig, mit einer schwarzen Lederweste über einem ausgewaschenen T‑Shirt, das seine tätowierten Arme freilegte. Der Bart war dicht und dunkel, das Haar etwas länger und nach hinten gestrichen, und auf den ersten Blick hätte man ihn eher vor einer Motorradwerkstatt als an einem Tisch voller Cocktails erwartet. Doch sobald er grinste, wirkte er plötzlich wie der netteste Typ im ganzen Laden. Nick dagegen war das komplette Gegenteil. Schlank, etwas jünger, mit zerzausten, dunkelblonden Haaren, die aussahen, als hätte er sie im Laufen gestylt. Seine runden Brillengläser spiegelten das warme Licht der Bar, und sein Gesicht hatte diese natürliche, fast kindliche Freundlichkeit, die ihn sofort sympathisch machte. "John! Nick! Es hätte mich schon gewundert, euch mal nicht hier zu sehen", neckte sie und tippte John im Vorbeigehen freundschaftlich gegen den Arm. "Wir dehydrieren!", beschwerte sich Nick gespielt dramatisch. "Ach was, wirklich? Das geht absolut gar nicht." sagte sie grinsend "Maple Bourbon Smash und Caipi, richtig?".
      "Du weißt es", sagte John und zwinkerte. "Ich weiß alles", antwortete sie mit einem übertrieben geheimnisvollen Blick, der die kleine Runde zum Lachen brachte. "Ich bin gleich wieder da.".
      Bevor sie zur Bar ging, schnappte sie sich ihr Tablett vom Regal, prüfte kurz und ob die Kellnerkasse besetzt war. Eine Locke fiel ihr prompt ins Gesicht und pustete sie weg, schüttelte leicht den Kopf und grinste über sich selbst. Ehrlich gestanden freute sie sich auf den Abend und alle gut gelaunten Menschen, denen sie hier immer wieder begegnete. Dann drehte sie sich zur Bar, bereit, Taylor anzufahren, weil er garantiert wieder die Limetten vergessen hatte. "Hey Tay-" Der Satz blieb ihr im Hals stecken. Denn hinter der Bar stand nicht Taylor, sondern jemand, den sie noch nie gesehen hatte. Ihre Stirn zog sich leicht zusammen, dann glättete sie sich wieder, als sie merkte, dass sie ihn anstarrte.
      Sie brauchte einen Herzschlag länger, als sie zugeben würde, um sich wieder zu fangen. Doch dann setzte sie ihr freundlichstes, offenes Lächeln auf, trat an die Bar und hob ihr Tablett leicht an, eine Mischung aus Begrüßung und 'Ich arbeite hier, keine Sorge'.
      "Hi", begann sie, "Ich bin Alice. Und du bist... offensichtlich nicht Taylor. Du musst wohl der Neue sein.".