The last Song [Nimue & Shio]

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    • Kyle

      Als wir die Treppe nach unten liefen, drang schon ein wohl riechender Duft in unsere Nasen. Tom löste den Arm wieder von mir und ging zum Tisch um sich zu setzen. Ich verharrte noch einen Moment, bevor ich mich ebenfalls setzte. Martha stellte uns das Essen vor die Nase und Tom begann sich etwas von dem Bruschetta zu nehmen. Er blickte zu mir und stupste mich an. „Du hast wohl keinen Hunger?“ Mein Blick war starr auf den leeren Teller gerichtet. „Nein.“ Es war gelogen, denn ich hatte Hunger, aber nicht auf Martha’s Kochkünste. Ein kleines bisschen hob ich meinen Kopf und sah zu Grace. Sofort schoss mir die Hitze wieder in mein Gesicht und ich löste meinen Blick wieder von ihr. Meine Hände rieb ich unruhig auf meiner Jogginghose hin und her. Tom‘s Blick lag auf mir als würde er mich genau beobachten. „Probier wenigstens das Hühnchen. Das ist ausgezeichnet.“
      Ich halte es nicht aus
      Der Stuhl kratze auf den Fliesenboden, als ich aufstand. Alle Blicke waren auf mich gerichtet. „Entschuldigt mich. Ich muss gehen.“
      Ohne auf eine Antwort zu warten lief ich zum Fahrstuhl und fuhr nach unten. Mein Herz pochte so laut in meiner Brust, das ich ihn in den Ohren hören konnte. Unten angekommen atmete ich das erste Mal wieder frei aus. Die ganze Situation dort oben, mit Grace, meinem Bruder.. Ich konnte es nicht. Ich konnte nicht so tun als wäre nichts passiert.

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      Tom

      Ich legte mein Besteck auf den Teller und sah ihm nach wie er fluchtartig das Loft verließ. Als ich gerade selbst aufstehen wollte um ihn nachzugehen, hielt mich Martha zurück. „Lassen sie ihn. Er wird sicher gleich wieder zurück kommen.“
      Ich setzte mich wieder auf den Stuhl, war nicht in der Lage weiter zu essen. Mein Blick ging automatisch zu Grace rüber. War es doch ein Fehler sie noch näher an meinen Bruder heran zu lassen oder war es doch etwas anderes was zwischen ihnen passiert ist? Ich sah wieder zum Fahrstuhl. Hoffentlich behielt Martha recht und er kommt gleich wieder zurück. Vielleicht brauchte er auch einfach nur einmal seine Ruhe, ohne das ich ihn ständig mit Fragen löcherte.

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    • Grace

      Ich hielt die Gabel so fest umschlossen, dass meine Knöchel weiß hervortraten. Das schrille Geräusch von Kyles Stuhl auf dem Boden schnitt durch die angespannte Stille wie ein Messer. Als er ohne ein weiteres Wort verschwand, fühlte es sich an, als würde er den gesamten Sauerstoff aus dem Raum mitnehmen. Mein Herz machte einen schmerzhaften Satz. Ich starrte auf die Stelle, an der er gerade noch gesessen hatte, und das Hähnchen auf meinem Teller schien pplötzlich irgendwie zäh und ungenießbar. Am liebsten wäre ich ihm nachgelaufen, hätte ihn im Flur aufgehalten und ihm gesagt, dass wir das gemeinsam durchstehen, aber ich war wie festgefroren.
      Ich spürte Toms Blick auf mir. Er war nicht mehr nur geschäftlich oder analytisch. Da war eine neue Schärfe darin, eine bohrende Frage, die mich innerlich erzittern ließ. Hatte ich eine Grenze überschritten, die nicht nur Kyle, sondern das gesamte Gefüge dieses Hauses ins Wanken brachte? "Er hat heute... sehr hart gearbeitet", sagte ich leise und zwang mich, Tom in die Augen zu sehen. Es war die halbe Wahrheit, verpackt in das Gewand einer professionellen Entschuldigung. "Der neue Song ist recht persönlich. Ich glaube, der Song und der Krankenhaustermin heute Vormittag haben ihn mehr Kraft gekostet, als er zugeben wollte." Ich senkte den Blick wieder und schob ein Stück Spinat lustlos von einer Seite des Tellers auf die andere. Die Hitze, die mich eben noch beinahe erstickt hatte, war einer fröstelnden Unruhe gewichen. Martha versuchte, die Situation mit sanfter mütterlicher Ruhe zu retten, aber das Knistern in der Luft war nicht zu ignorieren.
      Jeder Bissen fühlte sich nun wie Verrat an. Verrat an Tom, den ich belog, und Verrat an Kyle, den ich allein zurückließ, während er unten gegen seine Dämonen oder gegen das, was wir am Klavier entfacht hatten... kämpfte. "Ich sollte vielleicht...", begann ich, hielt dann aber inne. Wenn ich jetzt auch aufstand, wäre das ein offenes Geständnis. Ich schluckte schwer und griff stattdessen nach meinem Wasserglas, um die Trockenheit in meiner Kehle zu besiegen. "Ich werde die Fotos heute Abend noch fertig machen. Dann haben wir morgen früh direkt etwas zum Vorzeigen." Ich hoffte, dass die Arbeit mich ablenken würde, doch in Wahrheit wollte ich mich nur in meinem Zimmer einschließen und darauf warten, dass der Fahrstuhl wieder nach oben fuhr.
    • Tom

      Es fühlte sich nicht richtig an hier zu sitzen und darauf zu warten bis mein Bruder wieder zurück kam. Doch es gab keine andere Möglichkeit um sich in Geduld zu üben. Ich lehnte mich an den Stuhl an und griff vor mir nach dem Wasserglas. „Ich denke auch das es heute zu viel für ihn war. Vielleicht wäre es besser gewesen das mit den Song auf morgen zu verschieben, wenn er ihn so sehr aufwühlte.“ Ich nahm einen Schluck von Wasser und stellte das Glas wieder auf den Tisch. „Aber wir können es nun jetzt nicht mehr rückgängig machen.“ Ich gab mir die Schuld an seiner Flucht. Eventuell habe ich ihn heute so viel abverlangt, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Mein Blick ging wieder beiläufig zu Grace. „In Ordnung. Stress dich bitte nicht. Anscheinend lässt dich der Aufbruch von Kyle ebenfalls nicht kalt.“ Ich wusste das ich eventuell eine Grenze überschritt, aber mehr als das sie mir die Wahrheit sagte oder mich anlog, würde nicht dabei rumkommen.

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      Kyle

      Keine Ahnung wo oft ich komplett um das Loft gelaufen war, aber mein Herz beruhigte sich immer noch nicht und meine Gedanken kreisten wie ein Karussell herum. Ich konnte doch nie wieder da hoch gehen und Tom in die Augen sehen, ohne das ich mich fühlte als hätte ich ihn hintergangen. Mir war die ganze Situation einfach so unangenehm, das ich gehen musste. Und was Grace betraf… oh Gott sie denkt jetzt sicherlich das ich wegen ihr geflüchtet bin. Was absolut nicht stimmte..
      Nach einer weiteren Umrundung, setzte ich mich auf die Stufen vor dem Eingang. Gut das ich meine Zigaretten noch in der Tasche der Jogginghose hatte. Sofort zündete ich mir eine an. Sie sollte meine Nerven beruhigen, aber auch das klappte nicht. Resigniert lehnte ich meinen Kopf gegen die Glastür. Seit wann hatte ich Angst davor ehrlich gegenüber Tom zu sein? Lag es daran das Grace für uns arbeitet, das sie wegen ihm diesen Job bekommen hat? Vermutlich.. denn ich wollte nicht das er sie kündigt oder gar rauswirft, wenn er mitbekommt was zwischen uns gelaufen ist..
      Ich war mal wieder im Zwiespalt gefangen..
      Der Rauch der Zigarette zog durch die Luft.
      Wie gerne würde ich nach oben gehen und es ihm einfach sagen.. ihm einfach ins Gesicht sagen das ich mich Hals über Kopf in sie verliebt hatte. Bei dem Wort verliebt musste ich lächeln.
      Ich habe mich in Grace verliebt, als sie mir diese Zitronenbonbons mitgebracht hatte. Das war der Zeitpunkt gewesen als mein Herz nur noch für sie schlug.
      Und nun hocke ich hier unten und hatte einfach nur Schiss, mich meinem Bruder zu stellen.
    • Grace

      Das Wasser im Glas zitterte leicht, als ich es absetzte. Toms Worte trafen mich unvorbereitet, besonders dieser letzte Satz. Er legte den Finger direkt in die Wunde, die ich so mühsam zu verbergen versuchte. Er sah mich an, nicht als Vorgesetzter, sondern als jemand, der tief in die Schichten blicken konnte, die ich vor der Welt verschlossen hielt. "Ich...", begann ich und suchte nach den richtigen Worten, während mein Blick kurz zu Kyles leerem Stuhl huschte. "Es fällt mir schwer, distanziert zu bleiben, wenn ich sehe, wie sehr euch Beide das alles mitnimmt, Tom. Immerhin trage ich die Verantwortung dafür, dass alles trotzdem gut in seinen Bahnen läuft..." Ich zwang mich, seinem Blick standzuhalten. Es war eine gefährliche Gratwanderung zwischen beruflicher Empathie und privater Wahrheit. Das schlechte Gewissen gegenüber Tom wurde mit jeder Sekunde schwerer. Er gab sich die Schuld für Kyles Flucht, dabei wusste ich genau, dass ich der Auslöser war. Ich war der Grund für Kyles Herzrasen und seine Panik.
      "Ich glaube, wir alle brauchen heute Abend ein wenig Ruhe", fügte ich leise hinzu und schob meinen Teller endgültig beiseite. "Kyle wird zurückkommen. Er braucht nur Raum zum Atmen." Ich stand auf, meine Beine fühlten sich noch immer etwas instabil an. "Wenn du mich entschuldigst... ich werde mich jetzt an die Arbeit machen. Die Konzentration auf die Fotos wird mir helfen, den Kopf frei zu bekommen." Ich verabschiedete mich von Martha mit einem dankbaren Nicken und verließ den Essbereich. Jeder Schritt in Richtung meines Zimmers fühlte sich an wie eine Flucht, ähnlich wie die von Kyle. Als ich die Tür hinter mir schloss, schaltete ich kein Licht ein. Ich ging direkt zum Fenster und blickte hinunter auf die Auffahrt, in der Hoffnung, irgendwo dort unten eine einsame Gestalt im Schein der Straßenlaternen zu entdecken.
      Mein Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Ich wollte bei ihm sein. Ich wollte neben ihm auf diesen Stufen sitzen und ihm sagen, dass er keine Angst haben muss. Doch stattdessen saß ich hier oben fest, gefangen in einem Netz aus Lügen und Loyalitäten, während Tom nur eine Treppe weiter unten darauf wartete, dass sein Bruder und die Normalität endlich zurückkehrte.
      Ich setzte mich an den Schreibtisch und öffnete den Laptop. Das erste Foto, das erschien, war eine Nahaufnahme seiner Hände auf den Tasten. Ich erinnerte mich genau, wie sie sich kurz darauf in meinem Nacken angefühlt hatten. Ein leises Seufzen entwich mir. Ich wusste, dass ich heute Nacht kein Auge zutun würde, bis ich das vertraute Geräusch des Fahrstuhls hörte.
    • Tom

      "Vielleicht hast du Recht", stimmte ich ihr zu. Ich sah ihr nach als sie die Treppe nach oben ging und in ihrem Zimmer verschwand. Ich atmete laut aus. "Martha? Bitte sagen sie mir das ich nicht verrückt werde. Aber zwischen Kyle und Grace stimmt etwas nicht." Martha fing gerade an das Essen vom Tisch zu räumen und sah mich mit ihrem liebevollen Blick an. "Mr. Miller, normalerweise enthalte ich mich dem Ganzen, aber auch ich konnte fühlen das die Beiden nicht ganz auf der Höhe waren." Ich nickte ihr dankend zu und half ihr den Tisch abzuräumen, nur um mich zu beschäftigen. In Windeseile war wieder alles aufgeräumt und stand an seinem Platz. "Danke Mr. Miller und jetzt versuchen auch sie sich auszuruhen. Er wird schon wieder kommen." Sie lächelte mich an, bevor sie mit dem Fahrstuhl nach unten fuhr. Am liebsten wäre es mir das ich das Gespräch mit Grace suchte, aber ich glaube das wäre keine so gute Idee. Ich musste abwarten und schauen was passiert, bevor ich einen Fehler begehe, den ich früher oder später bereuen würde.
      Vielleicht half es mir noch ein wenig zu Arbeiten. Ich machte mich auf dem Weg zurück zu meinem Büro, ließ die Tür aber offen, damit ich hören konnte ob Kyle wieder zurück kommt. Mit einem Glas Whiskey setzte ich mich auf meinen Bürostuhl und klappte den Laptop auf. Doch so richtig konnte ich mich nicht konzentrieren.

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      Kyle

      Ich schnippte den Stummel der Zigarette von mir weg und so langsam ging die Sonne über L.A unter. Mein Blick ging nach oben zum Loft. Ob die Beiden noch immer am Tisch saßen? Ich wusste nicht was passiert ist nachdem ich einen Abgang gemacht hatte. Spätestens wenn ich wieder nach oben gefahren bin werde ich es sehen. Ich konnte schließlich nicht für immer hier unten sitzen bleiben und mich verstecken.
      Aber ich konnte es nicht ertragen, das Tom mich mit diesem Blick anschaute, als würde er meine Gedanken lesen und auf seine Fragen hatte ich auch keine Lust. Ich war hier unten fürs erste gefangen. Ich sah auf den Boden zwischen meine Schuhe. Doch was war mein Plan? Warten bis alle schlafen gegangen sind? So tun als wäre nichts passiert? Es war lächerlich das zu glauben. Tom kannte mich besser als jeden anderen Menschen. Er würde mich sofort durchschauen und ich konnte ihn einfach nichts vormachen.
      Ich stieß ein trockenes Lachen aus. Ja das war ein großartiger Plan. Einfach so zu verschwinden und dann zu hoffen das sich alles von selbst löst. Das hat noch nie funktioniert..
      Ich schloss für einen Moment meine Augen und vergaß alles um mich herum, nur um mir noch wenig Zeit für mich zu nehmen, bis ich wieder ins Loft ging.
      Und oben wartete schließlich auch noch die Frau meiner schlaflosen Nächte auf mich. Ich biss mir sachte auf die Unterlippe. Hoffentlich machte sie sich nicht zu viele Gedanken um mich.

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    • Grace

      Ich saß vor dem flackernden Monitor und spürte, wie meine Konzentration mit jeder Sekunde weiter zerbröselte. Wie sollte ich objektiv bleiben, wenn jedes dieser Bilder eine Geschichte erzählte, die noch gar nicht zu Ende geschrieben war? Fast alle Aufnahmen waren in diesen flirrenden Minuten vor unserem Kuss entstanden.
      Ich zoomte in ein Porträt von der golden Hour hinein und hielt unwillkürlich den Atem an. Da war es... dieses eine Lächeln, das nur mir gehört hatte. Nicht dem Rockstar Kyle Miller, nicht den Fans, nicht der Linse, sondern mir. Es war der Moment, in dem ich begriffen hatte, dass all die Techniken aus meinem Studium, mein unerschütterlicher British Way of Life und sogar mein berüchtigter Sturkopf gegen dieses Gefühl keine Chance hatten. Seit gestern Abend auf dem Dach, in dieser magischen Golden Hour, gab es kein Zurück mehr. Ich hatte mich hoffnungslos verliebt.
      "Kyle...", flüsterte ich in die Stille des Zimmers und legte meine Hand flach auf mein Herz, das immer noch gegen meine Rippen hämmerte, als wollte es ausbrechen.
      Ich starrte sekundenlang auf die geschlossene Tür. Die Ungewissheit machte mich schon ganz nervös. Ich musste etwas tun. Ich zwang mich, tief durchzuatmen, zog die finale Auswahl der Bilder und Videoschnitte auf einen Stick und erhob mich.
      Ich schlich über den Flur und klopfte leise an Toms offene Bürotür. Als ich den Kopf durch den Spalt steckte, sah ich ihn dort sitzen. Ein Bild der Melancholie mit seinem Whiskeyglas. Traurig aber wahr.... vielleicht sollte ich mir auch einen Drink gönnen."Entschuldige die Störung, Tom", sagte ich leise, während ich eintrat. Ich sah den enttäuschten Funken in seinen Augen, der mir verriet, dass er gehofft hatte, sein Bruder würde im Rahmen der Tür stehen. "Er ist wohl noch nicht zurück. Wir müssen ihm wohl oder übel vertrauen, dass er wiederkommt, auch wenn uns das Warten gerade beiden schwerfällt." Ich trat an seinen Schreibtisch und legte den Stick vor ihn auf das polierte Holz. "Das ist die engere Auswahl. Die Bilder und Videomitschnitte sind alle mit dem Handy gemacht. Die Profi-Kamera ist zwar für Fotografie ausgelegt, aber dieses Medium hier...", ich schluckte leise und suchte nach den richtigen Worten, "...es schafft eine ganz andere Nahbarkeit. Eine Intimität, die wir sonst nicht erreichen würden. Perfekt für Instagramm." Ich sah ihn bittend an. "Ich finde sie alle gut, aber ich brauche eine Zweitmeinung. Sie sind aussagekräftig und gefühlsstark, vielleicht sogar... zu sehr? Ich möchte nicht, dass ein Bild zu viel preisgibt oder die Essenz des Songs verfehlt." In meinem Kopf schrie eine Stimme, dass ich Kyle fragen sollte, aber das war unmöglich. Tom war der Einzige, der ihn gut genug kannte, um zu beurteilen, ob diese Bilder den echten Kyle zeigten... oder ob sie das gefährliche Geheimnis verrieten, das wir gerade erst begonnen hatten zu teilen. Ich spürte, wie meine Handflächen leicht feucht wurden, während ich darauf wartete, dass Tom reagierte. Er starrte auf den kleinen silbernen Stick, als wäre er eine tickende Zeitbombe. In gewisser Weise war er das auch. Jedes dieser Bilder war ein größeres oder kleineres Fenster in Kyles Seele ...und damit auch in das, was zwischen uns geschehen war. "Ich wollte nicht, dass wir etwas veröffentlichen, das zu privat wirkt", ergänzte ich leise, um die drückende Stille im Büro zu füllen. "Aber gleichzeitig... ist genau das die Stärke des neuen Materials. Es ist ungeschönt."
    • Tom

      Diese innere Unruhe ermöglichte es mir gar nicht mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Immer wieder glitt mein Blick zu meiner Bürotür. Es war immer noch still auf dem Flur. Ich lehnte mich im meinem Stuhl ein wenig zurück und öffnete ein paar Bilder von Kyle und mir als wir noch Kinder waren. Wie einfach und unbeschwert unser Leben noch vor dem Unfall war. Wir hatten keine Sorgen, Ängste oder Probleme. Wir waren einfach nur zwei Jungs die sich ab und zu gehörig auf die Nerven gingen. Und jetzt? Jetzt sahs ich hier alleine in meinem Büro, fühlte mich so machtlos, während mein Bruder irgendwo da Draußen auf den Straßen von L.A. umherlief. Dann erschien das letzte Bild gemeinsam mit unseren Eltern auf meinem Bildschirm. "Was hättet ihr in dieser Situation gemacht?" Ich strich mit meinem Finger über das Bild. "Ihr fehlt mir", hauchte ich und verlor mich ein paar Minuten in dem Bild.
      Ich zuckte leicht zusammen als ich jemanden an meiner Tür hörte. Sofort richtete ich meinen Blick dorthin, in der Hoffnung es ist Kyle. Doch als ich die zierliche weiche Stimme von Grace hörte, seufzte ich laut auf. In meinem Blick flackerte ein Hauch von Enttäuschung auf. "Nein. Er ist noch nicht zurück", sprach ich beinahe so leise, das es sich fast wie ein Flüstern anhörte. "Komm ruhig rein."
      ich setzte mich wieder aufrecht auf meinem Stuhl hin und schloss die Erinnerungen vergangener Tage auf meinem Laptop.
      "Was verschafft mir die Ehre?" Sie legte mir den Stick auf meinen Schreibtisch und mein Blick blieb an dem kleinen Ding hängen. Ich lauschte jeden ihrer einzelnen Worten und nickte dann zum Schluss, fast mechanisch. "Okay. Dann werde ich mir das Material einmal anschauen." Ich griff nach dem Stick und steckte ihn in meinen Laptop. ich schielte zu Grace rüber. "Setzt dich doch zu mir. Ich mag es nicht wenn jemand herumsteht", sprach ich lächelnd zu ihr. Ich öffnete die Dateien nach und nach. "Bevor ich mir die Bilder anschaue, möchte ich mir die Videos ansehen." Ich klickte auf die erste Videosequenz und sah meinen Bruder am Klavier sitzen, seine Augen waren geschlossen und er sang ein paar Zeilen, die mich selbst nicht kalt ließen. Der Text war voller Gefühle und Emotionen und man sah ihm richtig an das sein ganzes Herz da hinein gesteckt hatte. "Wow. Das ist.." Mir fehlten die Worte. Ich trank einen Schluck von meinem Glas und stellte es auf den Tisch. "Unglaublich. Es hat einen vollkommen anderen Vibe als, die Songs die er sonst immer schrieb." Ich sah nun wieder meinen kleinen Bruder, der so unschuldig, nahbar und voller Gefühle war. Ich sah mir auch die nächsten Auszüge an und wechselte dann zu den Fotos. Meine Augen weiteten sich. "Grace, ich muss ihnen nochmals sagen das sie ihre Arbeit wirklich mit viel Leidenschaft machen. Die Fotos, auch wenn sie nur mit dem Handy aufgenommen wurden, sind perfekt." Jedes einzelne Bild von Kyle wirkte auf mich so besonders und genau das war es was ich erreichen wollte. Ich wollte keine nullachtfünfzehn Bilder die gestellt waren. Ich wollte genau solche Bilder haben, die den wahren Kyle zeigten. ich trank mein Glas in einem Zug leer und stand von dem Stuhl auf und goss mir nach. "Möchtest du auch ein Glas Whiskey?"
    • Grace


      Ich nickte bedächtig als Tom den Stick entgegen nahm. Das war alles was ich ihn anvertrauen konnte, ohne Kyle zu verraten. Aus diesen Grund machte mich der Anblick auch so nervös. Vielleicht hatte ich mich damit bereits schon zu weit aus den Fenster gelehnt, aber genau das war mein Job. Echte Bilder, Bilder mit Geschichte und Aussagekraft. Es war nicht fair einen Teil der Wahrheit für ....mi .... für uns zu behalten. Genau deshalb hatte ich mir das Recht heraus genommen ihn ein kurzen Blick in Kyles Gefühlswelt zu erlauben. Etwas verwundert sah ich zwischen Tom und den Stuhl hin und her, den er mir gerade angeboten hatte. Aber sich zu setzen und gemeinsam auf Kyle zu warten war wohl die beste Option die ich gerade hatte. Ich spürte, wie das Blut in meinen Ohren rauschte, ein dumpfes Pochen, das den Takt meiner eigenen Unsicherheit vorgab. Setzen war wahrscheinlich keine schlechte Idee. Also ließ ich mich nickend auf den Stuhl gleiten der vor seinem Schreibtisch stand. "Vielleicht.... verstehst du jetzt warum er so aufgewühlt ist...Und warum ich gerne deine Meinung dazu hören wollte." Zumindest ansatzweise. Ich wusste wie ich Menschen in Szene setzen konnte... und wenn ich den Mensch auf den Bildern gut kannte dann war es fast schon zu einfach. Ich beobachtete Tom dabei, wie er sich das goldene Elixier in sein Glas goss, und spürte, wie die Kühle des Raumes mich langsam wieder einholte. Als er mir den Whiskey anbot, zögerte ich einen Moment. Eigentlich verlangte jede Faser meines Verstandes nach Klarheit, aber das Zittern in meinen Fingerspitzen verriet mir, dass ich einen Anker brauchte und sei es nur ein kurzer, brennender Schluck Alkohol. "Ein kleines Glas wäre... wahrscheinlich genau das Richtige, danke.", erwiderte ich leise. Mein Blick glitt zurück zum Monitor, auf dem das Standbild von Kyles Lächeln immer noch leuchtete. Es fühlte sich an, als würde ich ihn verraten, während wir hier über sein Innerstes sprachen, als wäre es bloß eine geschäftliche Kalkulation. Tom reichte mir das schwere Kristallglas. Als sich unsere Finger für einen Sekundenbruchteil berührten, spürte ich die schwere Last, die auch auf seinen Schultern lag. Wie gerne würde ich ihn etwas davon abnehmen. Doch im Gegensatz zu seinen kleinen Bruder, hatte ich bei diesen Mann keinerlei Ansätze. "Die Aufnahmen ...Sie sind perfekt, weil er sich sicher gefühlt hat", sagte ich plötzlich, ohne es wirklich geplant zu haben. Ich nahm einen Schluck vom Whiskey und spürte, wie die Wärme meine Kehle hinunterglitt. "Kyle hat mir heute Dinge erzählt... über seine Ängste, über das Image, das er wie eine Rüstung trägt. Ich glaube, diese Bilder sind das Ergebnis davon, dass er diese Rüstung für einen Moment abgelegt hat." Ich spürte, wie der Whiskey in meinem Glas gefährlich schwankte, während ich versuchte, die Fassung zu bewahren. Ein schweres Seufzen drang über meine Lippen, das viel mehr preisgab, als mir lieb war. "Das haben wir heute wohl alle getan... auf die eine oder andere Weise", begann ich leise und meine Stimme klang rauer, als ich beabsichtigt hatte. "Und es ist beinahe ironisch: Wir haben unsere Rüstungen abgelegt, nur um festzustellen, dass wir ohne sie verlernt haben, vernünftig miteinander zu kommunizieren. Es ist lächerlich, völlig unlogisch und ....wenn man es rein geschäftlich betrachtet, absolut ineffizient." Ein kurzes, freudloses Lachen stahl sich über meine Lippen. "Dabei habe ich meine Heimat eigentlich verlassen, weil ich genug von dieser britischen Unwissenheit und den halbgaren Geheimnissen hatte. Und nun schau mich an..." Ich hielt das schwere Kristallglas gegen das Licht und beobachtete, wie die bernsteinfarbene Flüssigkeit träge am Rand hinabfloss. "Hmmm... wie die Tränen des Whiskeys langsam am Glas hinuntergleiten. Ein wirklich exquisiter Tropfen. Er brennt genau an den richtigen Stellen." Come on, Gracelyn... tell the truth flat out. Ich schluckte schwer, während mein Herzschlag nun so heftig gegen meine Rippen hämmerte, dass ich glaubte, man müsse es im ganzen Raum hören können. Nervös spielten meine Finger mit dem Rand meines Glases, wie eine Art unbewusster Tanz der Unsicherheit. "Ich habe heute Vormittag gesagt, dass sich die Bewohner dieses Lofts für mich wie eine... nun ja, wie eine wunderbar chaotische und merkwürdige Art von Familie anfühlen. Und ich habe jedes Wort so gemeint", fuhr ich fort, während ich den Blick fest auf den Monitor richtete, auf dem Kyles Gesicht noch immer leuchtete. "Aber die Wahrheit ist viel komplizierter. Dieser Ort ist für mich längst kein einfacher Job mehr, kein bloßes Mittel zum Zweck. Ich habe nicht bemerkt, wie die Grenzen langsam verschwammen ... wie ein Aquarell im Regen. Ich habe nicht gemerkt, wie wichtig ihr mir geworden seid... wie wichtig mir Kyle geworden ist." Ich atmete tief ein, die Luft im Büro schien plötzlich viel zu dünn für uns beide. "Nur deshalb konnte ich diese Aufnahmen von ihm machen. Die Linse sieht eben nur das, was ich bereits in ihm sehe. Er ist für mich schon lange kein x-beliebiger Klient mehr, kein bloßes inspirierendes Motiv für eine PR-Kampagne. Er ist der Mensch..." Ich stockte, suchte nach der Kraft für den letzten Schritt über den Abgrund. "Er ist der Mensch, der mein Herz auf eine Weise berührt hat, wie es bisher niemandem gelungen ist. Unprofessionell, ich weiß aber... das ist die Wahrheit und nichts als die ganze Wahrheit."
    • Tom

      "Kyle ist sehr geübt darin sich hinter einer Maske zu verstecken und ich bin froh darüber das er sie ablegen konnte, zu mindestens nur für die Fotos und die Songs." Ich blieb einen Moment noch neben ihr stehen, als ich ihr das Glas reichte und hörte ihr aufmerksam zu. Ihre Worte waren wie Balsam für meine Seele, doch eine kleine Unsicherheit schwang in ihren Worten mit. Als sie dann schlussendlich mit der Wahrheit rausrückte, schluckte ich kurz. Für einen Bruchteil einer Sekunde sah ich sie einfach nur mit offenen Mund an. Ließ ihre Worte noch einmal durch meinen Kopf gehen und setzte mich langsam wieder auf meinen Stuhl zurück. All die Vermutungen, die ich die letzten Tage aufgestellt hatte, waren also wahr. Ich nahm einen beträchtlichen Schluck vom Whiskey. "Grace ich.." Ich versuchte meine Gedanken zu sortieren und die richtigen Worte zu finden. Sie hatte sich also in meinen Bruder verliebt? Das ist mal ein Geständnis womit ich heute überhaupt nicht mehr gerechnet hatte. Deshalb hat er die Flucht ergriffen, weil er mir nicht in die Augen sehen konnte, nicht weil er müde war oder seine Ruhe brauchte. "Verstehe", sprach ich in einem ruhigen Ton zu ihr. "Dir ist bewusst das es Konsequenzen mit sich zieht. Nicht nur für mich, Kyle sondern auch für dich. Es ändert sich jetzt einiges und ich möchte wissen ob du das wirklich riskieren willst?" Ich lehnte mich mit den Rücken an die Lehne. Ich wollte sie weder rauswerfen noch kündigen. "Ich mach mir eher Sorgen um dich, wenn ich das höre, denn ich kenne Kyle. Er ist sehr sprunghaft und ich möchte nicht das er dich eines Tages verletzt oder mit deinen Gefühlen spielt. Das hast du nicht verdient." Ich sah zu ihr. "Ich schätze dich sehr Grace, als Angestellte, aber auch als Mensch. Deshalb macht mir das Ganze ein wenig Angst. Ich hoffe du verstehst meine Bedenken und denkst nicht schlecht über mich." Ich war nicht sauer auf sie das sie mir das verschweigen wollte. Ganz im Gegenteil. Es war kein einfacher Schritt für sie, das wurde mir bewusst. Zu Mal ich Kyle´s Bruder war und nicht irgendeine fremde Person, der sie das erzählte. "Wie denkst du geht es jetzt weiter?"

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      Kyle

      Es war Zeit wieder nach oben zu gehen. Ich habe jetzt lang genug hier herumgesessen und mir die richtigen Worte auf die Zunge gelegt. Ich musste es Tom sagen, ganz egal wie er reagierte. Mein Herz schlug wieder schneller, als ich mit dem Fahrstuhl nach oben fuhr. Es war niemand mehr zu sehen. Ich atmete bewusst noch einmal tief ein und aus, eh ich die Metalltreppe nach oben lief. Die Tür von seinem Büro stand ein klein wenig offen und ich hielt kurz inne. Drinnen waren Stimmen zu hören und mein Herzschlag setzte für einen Moment aus. Grace war bei ihm. In mir zog sich alles zusammen. Was wenn sie ihm bereits alles gesagt hatte. Ich versuchte ihr Gespräch ein wenig zu belauschen. Als Tom dann Grace fragte wie es jetzt weiter geht, riss ich die Tür auf. Beide sahen mich überrascht an. Ich blickte zwischen den Beiden hin und her. "Kyle!" Mein Bruder sprang sofort von seinem Stuhl auf. ich lief in das Büro und schüttelte den Kopf. "Setz dich bitte wieder hin!" Meine Stimme wirkte rauer als beabsichtig. Tom sah mich fragend an, aber nahm wieder Platz. Als ich in die Augen von Grace blickte hielt ich das Ganze nicht mehr aus. "Ich... muss dir etwas sagen." Mein Magen zog sich zusammen. Ich wusste, dass ich jetzt noch lügen könnte. Irgendwas Belangloses sagen, mich irgendwie rausreden. Aber der Gedanke fühlte sich plötzlich noch feiger an als alles andere. Zu Mal sie neben ihn saß. Ich fuhr mit der Hand durch mein Gesicht. "Ich habe mich in Grace verliebt." Jetzt war es raus und ich fühlte mich befreiter, als noch vor ein paar Minuten. Die Worte hingen zwischen uns in der Luft. Jetzt gab es wirklich kein Zurück mehr. Tom blinzelte ein paar Mal und seine Gesichtszüge wurden weicher. "Damit bist du nicht alleine." Sein Blick ging zu ihr und dann wieder zurück zu mir. Ich stand wie festgewurzelt da und wusste nicht genau was ich sagen sollte. "Was meinst du damit?", sprach ich ihm dann doch entgegen. Er musterte mich einen Moment lang und atmete tief durch. "Ich meine, das ich es schon eine Weile weiß." Mein Magen zog sich immer weiter zusammen. "Wie bitte?" "Nicht alles", unterbrach er mich schnell. "Ich habe nur eins und eins zusammengezählt. Ich habe gesehen wie du dich in den letzten Tagen verändert hast und vor allen wie du sie angeschaut hast." Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. "Tom ich wollte es dir sagen.. aber ich wusste nicht wie. Deshalb habe ich die Flucht vorhin ergriffen. Ich hatte Angst davor was du sagen würdest.." Nun stand er doch auf und kam auf mich zu und nahm mich in seine Arme. Ich schlang meine Arme ebenfalls um ihn. Er löste sich ein wenig von mir und sah mich eindringlich an. "Ich bin dir nicht böse. Es war sicher nicht leicht für dich gewesen, aber ich reiße dir nicht gleich den Kopf ab." Ich schenkte ihn ein leichtes Lächeln. "Aber. Bitte tu mir den Gefallen und tu ihr nicht weh. Ich möchte sie nicht verlieren." Seine Sorge war verständlich, aber ich hatte nicht vor dieses Mädchen auf dem Ledersessel zu verletzen. "Ich wünsche dir alles Glück der Welt. Nur halte es bitte fest." Ich nickte und umarmte ihn noch einmal. Mein Herz beruhigte sich wieder ein wenig. Dann lösten wir uns wieder und er trat zur Seite. Sofort suchten meine Augen ihre.
    • Grace

      Ich saß wie gelähmt in dem tiefen Ledersessel, das Kristallglas so fest umklammert, dass meine Knöchel weiß hervortraten. Toms Worte hallten in meinem Kopf wider seine Sorge, seine Warnung vor Kyles Sprunghaftigkeit, seine Frage nach der Zukunft. Ich wollte gerade antworten, wollte ihm erklären, dass ich mir der Risiken schmerzlich bewusst war, als die Tür mit einem Schwung aufgerissen wurde, der die angespannte Stille im Raum förmlich zerfetzte. Ich hätte schwören können, dass mein Herz für einen Moment komplett aussetzte. Kyle! Natürlich Kyle. Martha war schließlich bereits in ihren wohlverdienten Feierabend verschwunden. Für den Bruchteil einer Sekunde fühlte es sich an, als hätte man mich bei etwas Verbotenem erwischt ... obwohl wir nichts getan hatten, außer ehrlich zu sein. Was, wie sich gerade herausstellte, offenbar gefährlicher war als jede Lüge.
      Mein Blick ging automatisch zu ihm, blieb an seinem Gesicht hängen, an diesem Ausdruck irgendwo zwischen Entschlossenheit und… Angst. Und dann sagte er es. Einfach so. Ohne Schutzschild, ohne Ironie, ohne Plan B und ohne Fluchtweg. 'Ich habe mich in Grace verliebt.' Das Geständnis hing wie ein goldenes Netz im Raum, wunderschön und gleichzeitig brandgefährlich. Die Worte trafen mich mit einer Wucht, die mir kurz die Luft nahm. Nicht, weil ich sie nicht erwartet hätte... sondern weil sie plötzlich real waren. Lauter als ein Herzschlag, unübersehbarer als ein Kuss und ganz und gar unwiderruflich. Mein Blick sank für einen Moment auf meine Hände. Das war es also. Der Punkt, an dem aus unausgesprochenem Chaos eine klare Linie wurde. Keine Andeutungen mehr. Kein Verstecken hinter sarkastischen Kommentaren, auch wenn die ein oder andere Spitze und liebevolle Neckerei einfach zu Kyle und mir gehörten wie die Luft zum Atmen.
      Langsam hob ich den Blick wieder, genau in dem Moment, als Tom sprach. Ein leises, fast ungläubiges Lächeln huschte über meine Lippen, kaum sichtbar, mehr ein Reflex als eine bewusste Reaktion. Meine Kehle fühlte sich trocken an, als hätte ich vergessen, wie man spricht. Ich wagte kaum zu atmen, während ich beobachtete, wie die beiden Brüder sich annäherten. Und irgendwo dazwischen saß ich... der Auslöser, das Risiko, die Variable, die alles veränderte.
      Als Tom schließlich zur Seite trat und Kyle mich ansah, traf mich dieser Blick mit einer Intensität, die alles andere aus dem Raum drängte. Ich stellte das Glas langsam auf den Tisch und stand auf, spürte ganz genau, wie sich meine Knie einen Hauch zu weich anfühlten. "Das war... subtil", meine Stimme war erstaunlich ruhig, auch wenn mein Puls etwas völlig anderes behauptete. "Du hast wirklich ein Talent für dramatische Auftritte, weißt du das? Du hättest genauso gut auch klein anfangen können", murmelte ich leise mit diesem vertrauten, trockenen Unterton, der das Zittern darunter gerade so kaschierte. "Keine Ahnung… vielleicht mit einem: Hi, Bruderherz."
      Ein Hauch eines erleichterten Lächelns zuckte über meine Lippen. "Normalerweise bevorzuge ich es ja, wenn man mich vorwarnen kann, bevor jemand mein gesamtes Leben... neu sortiert." Ich atmete tief ein, während ich mir sanft eine einzelne Haarsträhne hinters Ohr schob. "Aber in diesem Fall..." Ich trank den letzten Schluck Whiskey aus meinem Glas, spürte das brennende Feuer in meiner Kehle und stellte es leise ab. "... bin ich ausnahmsweise bereit, eine Ausnahme zu machen." Ich erhob mich endgültig und trat näher an die beiden Männer heran, die seit Tagen auf ihre ganz eigene Weise der Hauptinhalt meines Lebens waren. Mein Blick wurde mit jedem Schritt weicher und ehrlicher. "Ich schätze, Ehrlichkeit steht dir verdammt gut. Schön, dass du wieder da bist, Kyle."
    • Kyle

      Mein Blick traf ihren mit voller Wucht und ich war nicht fähig mich zu bewegen. Ich sah sie genau an, prägte mir jede nur so kleine Regung in ihrem Gesicht ein. In ihren Worten schwang wider diese gewisse Spitze mit. Ich fuhr mich mit der Hand durch meine Haare und lächelte sie verlegen an. „Du weißt das ich auf Drama stehe, sonst wäre es ja langweilig.“ Ich konnte meine Gefühle nicht mehr für mich behalten. Es ging einfach nicht anders. Sonst wäre ich wohlmöglich noch durchgedreht. Ich wollte mir Zeit lassen mit diesem Geständnis, aber ich hätte kein Ruhe mehr gehabt. Diese ständige Bedürfnis nach ihr, hätte ich keinen Tag länger ausgehalten. Mein Körper spielte verrückt und ich wollte diese Frau nur für mich haben. „Im Leben läuft nicht immer alles nach Plan. Tut mir leid wenn ich dich ein wenig damit überrumpelt habe. Aber es ist die Wahrheit. Ich kann nicht so professionell tun. Das würde mich innerlich so zerreißen.“ Als sie sich erhob und auf uns zusteuerte, machte mein Herz wieder einen Satz. Wie sehr ich diese Frau zum Atmen und leben brauchte, konnte sich kein anderer vorstellen.
      „Das finde ich übrigens auch Kyle. Ehrlichkeit steht dir besser als ständig die Kontrolle über alles haben zu wollen“, sprach Tom zu mir. Ich stimmte ihnen mit einem Nicken zu. „Ich lass euch dann mal alleine. Aber bitte lasst mein Büro ganz.“ Tom zwinkerte uns zu und ging aus seinem Büro um uns den nötigen Freiraum zu schaffen. Die Tür fiel hinter ihm in das Schloss. Nun waren wir alleine und ich konnte nicht anders und nahm ihre Hände in meine und zog sie in meine Arme.
      Ich küsste sie auf ihren Kopf und drückte sie an mich. Die ganze angestaute Angst ist von jetzt auf gleich von meinem Schultern gefallen. Ich wollte sie nie wieder los lassen, so sehr war ich in sie verknallt.
    • Grace

      Natürlich... Natürlich musste er sich genau so durch die Haare fahren. Ich schwöre, es war keine bewusste Entscheidung, dass mein Blick für einen winzigen Moment daran hängen blieb... an dieser kleinen, verdammt unfairen Geste, die irgendwo zwischen verlegen und gefährlich attraktiv lag. Es war... war zum Verzweifeln, diese Geste war meine absolute Schwachstelle was Kyle betraf. Die Ironie daran war, dass er es vermutlich überhaupt nicht bemerkte. Ich versuchte mir dennoch nichts anmerken zu lassen solange Tom noch neben uns stand, hielt den Rücken gerade und hob nur minimal eine Augenbraue, als wäre ich vollkommen unbeeindruckt... was in etwa so glaubwürdig war wie ein Glas Wasser in der Wüste als langfristige Lösung.
      Tom bewegte sich an uns vorbei als seine Worte nur noch halb im Raum hingen und ich sah ihm einen Moment lang ehrlich irritiert hinterher. Er ließ uns wirklich einfach mit einen Augemzwinkern allein. In seinem Allerheiligsten, seinem Büro. Mein Blick folgte der Tür, bis sie ins Schloss fiel. Ein leises Klicken. Nicht mehr als ein leises Klicken und doch war das Geräusch so verdammt endgültig. Da war da plötzlich kein Puffer mehr. Keine Distanz, keine Kamera und keine Ausrede. Kein Raum, in dem ich mich hinter Professionalität verstecken konnte. Nur noch Kyle... Viel Zeit zum Nachdenken blieb mir nicht, denn schon spürte ich Kyles Hände, die mich mit einer sanften Bestimmtheit in seine Arme zogen. Mein Körper reagierte schneller als mein Verstand. Seine Nähe war einfach noch immer berauschend. Für einen Moment einfach nur blieb ich still. Ich hörte seinen Herzschlag. Er war so schnell und unruhig wie meiner. Ich spürte die Wärme seines Körpers und diesen vertrauten Geruch kühle Nachtluft, ein Hauch von Zigarettenrauch der mich plötzlich kaum störte und irgendetwas, das unverkennbar er war. Es war gefährlich leicht, sich darin zu verlieren. Meine Stirn lehnte kurz gegen seine Brust, während ich einfach nur dastand und seine Nähe wie ein Schwamm aufsaugte. All die Anspannung der letzten Stunden, die Angst vor Toms Reaktion... alles schien in diesem festen Griff zu verpuffen. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit hob ich langsam den Kopf. Mein Blick fand seinen und blieb dort hängen. Dieses grau-blaue Chaos in seinen Augen... zu viel Tiefe, zu viel von allem, was ich eigentlich hätte vermeiden sollen. Ein kleines, kaum merkliches Lächeln zog an meinen Lippen. "Also...", meine Stimme war leiser als sonst, ein wenig belegt von der Nähe, aber stabil genug, um nicht komplett zu verraten, wie sehr mein Inneres gerade bebte. "Wie viel genau davon hast du eigentlich da draußen mitgehört?" Mein Blick glitt suchend über sein Gesicht, als könnte ich die Antwort schon irgendwo zwischen seinen Zügen lesen. "Oder anders formuliert-", ich neigte den Kopf leicht zur Seite, und ein Hauch von diesem vertrauten, frechen Unterton kehrte zurück, "wie sehr habe ich mich gerade umsonst emotional völlig entblößt, während du draußen vermutlich schon jedes Wort mitbekommen hast?"
    • Kyle

      Unser gleichschlagender Herzschlag erfüllte das Büro meines Bruders. Sie in meinen Armen zu wissen war ein Gefühl, das sich kaum in Worte fassen ließ. Ihr Duft nach Zitronengras und ihre Nähe waren alles was ich in diesem Moment brauchte.
      Wie dumm ich gewesen war zu glauben ich könnte mich von ihr fernhalten. Dass wir einfach so weitermachen könnten wie bisher. Ich hatte solche Angst davor gehabt mich meinen Gefühlen zu stellen und die Wahrheit vor allem meinem Bruder ins Gesicht zu sagen.
      Ich wusste nicht woher dieser plötzliche Mut gekommen war, aber ich bereute keine Sekunde, dass ich ihr meine Gefühle gestanden hatte. So sah es wirklich in mir aus. Ich war nicht dieser Rockstar mit der großen Klappe, dem alles egal war, der einfach in den Tag hineinlebte. Zum ersten Mal seit Langem fühlte ich mich echt, verletzlich und verdammt lebendig. Mein Herz schlug nicht mehr nur im Takt der Musik oder des Adrenalins auf der Bühne, es schlug auch wegen ihr. Langsam löste ich mich ein Stück von ihr, nur um ihr ins Gesicht sehen zu können. Ihre Frage war mehr als berechtigt und ich zögerte nicht zu antworten. "Nur den Teil als dich mein Bruder gefragt hat, wie es jetzt weiter geht. Mehr habe ich nicht mitbekommen." Ich strich ihr mit meinen Fingern über ihre Wange und versank in ihren Augen. "Wenn Tom mich das gefragt hätte, dann wüsste ich die Antwort schon längst." Ich atmete tief durch und lehnte meine Stirn an ihre. "Ich kann nicht so tun als würde sich unser Leben einfach so weiterdrehen. Denn das würde sich so falsch anfühlen." Es war nicht mehr zu leugnen, das ich die Kontrolle verlor. Die Kontrolle über mich selbst, die ich mir seit Jahren antrainiert hatte. Und all das nur wegen ihr. Sie lockte mich aus der Reserve und blickte hinter meine Mauern und schlug sie nach und nach ein, bis nur noch meine wahre und ehrliche Seite übrig geblieben war. Ich hob meinen Kopf, strich ihr eine Haarsträhne hinter ihr Ohr und sah sie wieder an. Sie war kein Fehler, sie war die beste Entscheidung die ich seit langem getroffen hatte. Sich ihr zu öffnen, sie in mein Herz zu lassen war genau das was ich seit Tagen wollte.
      Es ist, als hätte ich ihr den Schlüssel zu einem Ort gegeben, den ich selbst viel zu lange verschlossen gehalten hatte. Und ich vertraute darauf das sie ihn nicht nur betritt, sondern mit Wärme und Liebe füllt. Meine Hand wanderte langsam über ihren Arm, bis sich unsere Finger miteinander verschränkten. Jetzt kam die alles entscheidende Frage für unsere Zukunft, die mein Herz noch schneller schlagen lässt. Ich biss mir sachte auf die Lippe und sah ihr tief in die Augen.
      "Nun möchte ich wissen was du sagst wie es mit uns weiter geht?"
    • Grace

      Ich sah zu ihm auf und ein helles, fast schon befreites Lachen kam aus meinen Mund, ein ein Laut der in der staubigen Stille von Toms Büro fast schon wie ein kleiner Regelbruch wirkte. "Gut oder schade für dich Panorama-Prinz", erwiderte ich und die Belustigung glitzerte in meinen Augen, während ich meinen Kopf ein Stück zurücklegte, um sein Gesicht ganz erfassen zu können. "Denn was ich deinem Bruder gerade alles gestanden habe, während du draußen um den Block geschlichen bist, werde ich so ohne Weiteres nicht noch einmal rausrücken. Dieses Wissen musst du wohl oder übel entweder aus Tom herauskitzeln, was ich bei seiner Loyalität bezweifle, oder du musst dich damit abfinden, dass ich dir in Sachen Offenbarung einen winzigen Schritt voraus bin." Ich genoss die Verwirrung, die für einen Moment über seine Züge huschte, nur um dann wieder ernst zu werden. Das Lachen verklang, aber das Glitzern in meinem Blick blieb. Ich genoss die Verwunderung, die für einen Moment über seine Züge huschte, doch als er seine Stirn gegen meine lehnte und mir diese alles entscheidende Frage stellte, wurde die Luft zwischen uns schlagartig schwerer, aufgeladen mit einer Elektrizität, die mich fast schwindelig machte. Ich spürte, wie seine Hand langsam meinen Arm hinabwanderte, eine Spur aus Gänsehaut hinterlassend, bis sich unsere Finger fest und untrennbar miteinander verschränkten. Als hätte es niemals anders sein sollen. Dieser feste Griff war mehr als nur eine Geste. Es fühlte sich an, als würde er mir tatsächlich diesen Schlüssel übergeben, von dem sein Blick so eindringlich erzählte. "Du stellst diese Frage, als hätten wir noch eine elegante Exit-Strategie", sagte ich leise, und mein Lächeln verlor seine Leichtigkeit, wurde jedoch nicht weniger warm. Ich spürte, wie sein Herzschlag gegen meine Handfläche hämmerte, ein wilder, ehrlicher Rhythmus. "Als könnten wir jetzt einfach beschließen, wieder vernünftig zu sein und so tun, als wäre nichts passiert. Spoiler: It’s all water under the bridge now." Mein Blick wurde weicher, aber die Intensität darin war fast greifbar. Während unsere Finger ineinander ruhten, hob ich meine freie Hand und legte sie ohne Zögern an seine Wange, ehe meinen Daumenbeinahe gedankenverloren über seinen Kiefer strich, als müsste ich mich vergewissern, dass das hier kein weiterer dieser Momente war, die man später wieder wegdiskutieren konnte. "Ich habe mir eingeredet, ich hätte alles unter Kontrolle. Dass ich das trennen kann... Job, Verantwortung, dich..." Ich schüttelte minimal den Kopf, während ich sein grau-blaues Augenchaos fixierte. "Das war offensichtlich eine Fehleinschätzung von beeindruckender Größenordnung." Ich nahm einen tiefen Atemzug. Mein anderer Daumen strich sanft über seinen Handrücken, eine kleine, zärtliche Bestätigung für den Raum, den er für mich geöffnet hatte. Die Bewegung war sanft und fast gedankenverloren, als müsste ich mich vergewissern, dass er wirklich hier war. "Die Wahrheit?", flüsterte ich ruhig. "Ich weiß es nicht. Aber ich weiß eines. Ich will nicht, dass es sich einfach weiterdreht. Ich will nicht zurück zu... vorher." Ich zögerte kurz, nicht aus Unsicherheit sondern weil ich spürte, wie viel Gewicht diese Worte zwischen uns hatten. "Aber ich will auch nicht, dass das hier…" Ich deutete kaum merklich mit einem Blick zwischen uns. "...etwas wird, das wir verstecken müssen, bis es uns irgendwann um die Ohren fliegt." Ich hielt seinem Blick stand, ließ die letzte Barriere fallen. Ein Hauch von diesem vertrauten, leisen Trotz kehrte in meine Züge zurück, während ich mich auf die Zehenspitzen stellte, um ihm noch näher zu sein. "Also ja, Kyle... Wir machen das. Richtig. Mit allen Konsequenzen, mit Chaos, mit deinem Hang zu dramatischen Geständnissen und meinem Talent, Entscheidungen grundsätzlich zu spät zu hinterfragen." Ein kleines, ehrliches Lächeln stahl sich auf mein Gesicht. Ich beugte mich vor, bis meine Nasenspitze die seine berührte. "Aber nur unter einer Bedingung." Ein leises Flackern trat in meine Augen, mein Ton wurde sanft und gleichzeitig messerscharf. "Wenn du irgendwann auf die brillante Idee kommst, wieder vor deinen Gefühlen wegzulaufen... spar dir den Versuch. Ich kenne dich inzwischen gut genug und ich werde dich ganz sicher nicht noch einmal einfach gehen lassen." Sein Atem streifte noch meine Lippen, als die letzten Worte zwischen uns verhallten. Für einen Herzschlag sagte keiner von uns etwas. Es gab nichts mehr, was man hätte verstecken oder mit klugen Sätzen überspielen können. Ich spürte, wie sich etwas in seiner Haltung veränderte, kaum sichtbar, eher ein Nachgeben als eine Bewegung. Ich ließ ihm genau eine Sekunde. Dann schloss ich die Distanz. Der Kuss war nicht hastig, nicht fordernd. Eher wie ein vorsichtiges Aufeinandertreffen zweier Dinge, die sich viel zu lange umeinander bewegt hatten, ohne sich wirklich zu berühren. Ich löste mich erst wieder von Kyle, als ich nicht mehr auf meinen Zehenspitzen stehen konnte. "Für's Erste sollten wir Tom aber wieder sein Büro überlassen."
    • Kyle

      Warum bin ich nicht schon wieder eher nach oben gefahren, wenn ich das Beste wohl verpasst hatte? Sie erzählte meinen Bruder also alles.. alles was in ihr vorging. Ich könnte mich selbst in den Hintern dafür treten, da ich die Chance auf ihr Geständnis wohl wegen meinem Kampf mit meiner Angst verpasste. Und ich war mir nicht sicher ob sie es mir irgendwann doch nochmal erzählte. Ihr Lachen hallte durch das Büro und es war so bezaubernd schön, während ich sie nur mit einem Hauch von Verwirrung ansah. "Tja dann war mein Timing mal wieder schlecht. Zu Schade." Tom würde mir niemals etwas davon berichten, denn er ging diskret mit solchen Sachen um. Punkt für ihn.
      Also musste ich mich wohl oder übel fürs Erste damit abfinden. Trotzdem hab ich etwas was Tom nicht hat, nämlich die wunderschönste Frau auf Erden. Ihre haselnussbraunen Augen blickten mich jetzt wieder an und ich war bereit für alles was sie mir jetzt mitteilen möchte. Ihr ging es auch so wie mir. Erleichterung machte sich in meinem Gesicht breit und auch in meinem Herzen. Wir konnten nicht einfach da weiter machen, wo wir aufgehört hatten, bevor sich unsere Lippen heute berührten. Ihre Hand an meiner Wange fühlte sich warm an und die kleine zärtliche Berührung an meinem Kiefer und auf meinem Handrücken, ließ Gänsehaut über meinen Körper wandern.
      Ich war bereit mit ihr diesen Weg zu gehen, ganz egal wie steinig und schwierig er wird. Nichts und niemand kann dieses zarte Band zwischen uns zerstören. Ihre Nähe machte mich beinahe wahnsinnig. Ich konnte ihren Atem auf meinen Lippen spüren und wollte sie am Liebsten sofort küssen, aber ich wollte sie nicht unterbrechen. Sie sprach eine wichtige Sache an und die sollte ich ernst nehmen. "Werde ich nicht, versprochen. Versteh mich bitte, ich wusste nicht mehr wo mir der Kopf stand. Ich war hin und her gerissen und dieses Gefühlskarussell in mir hörte nicht auf sich zu drehen." Trotz den kleinen Widrigkeiten stehen wir nun hier und ich bin froh das ich ihr meine Gefühle gestehen konnte. Ihre Lippen auf meinen war die Bestätigung dafür das ich mich nicht komplett lächerlich machte. Wieder stand die Zeit für diesen Moment still, sowie beim Klavier und ich genoss jede Sekunde mit ihr.
      Langsam aber zögerlich lösten wir uns voneinander.
      Ich nickte ihr zu. Wir konnten nicht ewig das Büro von meinen Bruder beschlagnahmen, deshalb zog ich sie in Richtung Tür. Ich drückte die Klinke der Bürotür nach unten und war froh das Tom nicht dahinter stand um uns zu belauschen. Das würde absolut nicht zu ihm passen. Es reicht ja schon das einer von uns so neugierig war.
      "Komm mit", sprach ich zu ihr. Ich führte sie nach unten in die Küche. Denn schließlich konnte ich von dem Abendessen noch nichts probieren. Ich löste meine Hand von ihrer und trat an den Kühlschrank. Martha war so gut und hat das Essen aufgehoben. Plötzlich überkam mich der Hunger und ich fühlte mich wie ein ausgehungerter Tiger in einem Glaskäfig. Tom meinte vorhin das das Hühnchen sehr lecker schmeckte, also hob ich die schwere Pfanne aus dem Kühlschrank und stellte sie in den Backofen. Wenn ich alleine gewesen wäre, dann hätte ich direkt aus der Pfanne gegessen, aber ich wollte ein wenig Anstand vor ihr bewahren. Ich stellte mir einen Timmer an meinem Handy und legte es auf die Küchentheke. Mein Blick ging wieder zu ihr, wie sie an der Theke lehnte. Meine Arme stützte ich ebenfalls auf ihr ab. "Da wir schon bei Geständnissen sind. Seit wann duzen du und mein Bruder sich eigentlich schon? Ich meine ich hab nichts dagegen, nur würde ich gerne die Beweggründe dafür wissen."

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    • Grace

      Ich folgte ihm die Metalltreppe hinunter, wobei meine Schritte sich fast so anfühlten, als würde ich schweben. Die schwere, fast greifbare Spannung oben im Büro war einer angenehmen Wärme gewichen, die nun durch meine Adern pulsierte. Als wir in der Küche ankamen, lehnte ich mich mit dem Rücken gegen die kühle Marmortheke und beobachtete Kyle dabei, wie er fast schon manisch die Pfanne in den Ofen schob. Sein Hunger war ein amüsantes, bodenständiges Gegengewicht zu der emotionalen Achterbahnfahrt der letzten Stunde. Ich verschränkte die Arme vor der Brust und konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, als er die Arme auf der Theke abstützte und mich mit diesem ganz speziellen, forschenden Blick ansah. "Du meinst, ab wann dein Bruder und ich beschlossen haben, uns nicht mehr anzusprechen wie zwei Geschäftsbriefe? Interessant.", murmelte ich trocken, "Kaum gesteht man sich gegenseitig lebensverändernde Gefühle und du entscheidest dich dafür, das wahre Mysterium des Abends zu klären." Ich kicherte amüsiert, eigentlich war es ja ganz süß. Ich stieß mich langsam von der Theke ab, trat einen Schritt näher zu ihm, ließ mir dabei absichtlich Zeit, nicht weil es nötig war, sondern weil ich wusste, dass er mich beobachtete. "Dein Bruder", begann ich dann ruhig, "hat eine sehr effiziente Art, Grenzen neu zu definieren." Mein Ton war leicht, beinahe etwas beiläufig, aber mein Blick blieb an seinem hängen. "Es fing harmlos an. Professionell. Distanziert. Siezen, klare Rollenverteilung, alles wunderbar kontrolliert." Schließlich zuckte ich mit den Schultern. "Und dann… hat er beschlossen, dass wir uns das sparen können." Ich neigte den Kopf leicht, musterte ihn mit einem feinen, fast herausfordernden Ausdruck. "Vermutlich, weil ich ihm nach unserer langen Unterhaltung in der Krankenhaus-Cafeteria nicht wie jemand vorkam, der sich dauerhaft in ein 'Sie' pressen lässt. Keine Sorge. Ich habe ihm keine Geheimnisse entlockt, die dich in Schwierigkeiten bringen könnten." Ich läschelte schief und legte meinen Kopf etwas schräg. "Das schaffst du ganz hervorragend alleine." Ich genoss den Moment, in dem die Wärme des Ofens langsam den Raum erfüllte. "Aber wenn du die ganze Wahrheit wissen willst...", fuhr ich fort und meine Stimme sank eine Oktave tiefer, während ich die Distanz zwischen uns endgültig aufhob. "Er ist dein Bruder, Kyle. Und er ist der Mann, der sich fast so große Sorgen um dich macht wie ich. Als er mir vorhin gestand, wie machtlos er sich manchmal fühlt, wenn du... nun ja, wenn du bei den Terminen bist oder wieder einmal wie ein Geist in der Nacht verschwindest... da fühlte sich ein 'Sie' einfach nur noch falsch an. Es war ein Moment der absoluten Ehrlichkeit zwischen zwei Menschen, die denselben Dickkopf lieben.“ Ich reichte über die Theke und tippte ihm kurz, fast schon frech, auf die Nasenspitze. "Du solltest ihm dankbar sein. Er hat mich nicht gefeuert, obwohl ich ihm quasi gerade eröffnet habe, dass sein wertvollster Klient und seine neue ARM vorhaben, sämtliche professionellen Regeln in Brand zu stecken. Er hat es mit einer Fassung getragen, die ich fast schon bewundernswert fand."
    • Tom

      Nachdem wirklich sehr überraschenden Geständnis von Grace und Kyle, verzog ich mich in mein Schlafzimmer. Ich war baff. Die Tatsache, dass beide Gefühle füreinander entwickelt hatten, war etwas, was ich niemals vorhersehen konnte. Grace sollte lediglich ein Auge auf Kyle werfen, als getarnte Fotografin der Band, versteht sich. Es konnte ja niemand ahnen, dass es so weit kam, dass daraus möglicherweise eine große Liebe entsteht. Ich lehnte mich an die Tür und ein Lächeln zog sich über meine Lippen. Ich freute mich wirklich für die beiden und ich hoffte, dass Kyle sie auf Händen tragen und keine Rückzieher machen würde, wenn ihn die Unsicherheit überkam.
      Dass unser Leben sich von heute auf morgen veränderte, war bis vor kurzem noch nicht zu glauben gewesen. Wie ich jeden Tag um sein Leben gebangt hatte, während er im Krankenhaus lag… Wir hatten schon genug Negatives in unserem Leben erfahren, da war es an der Zeit, dass auch wieder etwas Positives kam.
      Ich stieß mich von der Tür ab und ging in Richtung des Fensters. Mein Blick glitt über die Lichter von L.A. Ich legte die Stirn leicht gegen das kühle Glas und schloss für einen Augenblick die Augen. Und eines Tages, da war ich mir sicher, würde ich auch so ein Glück wie Kyle erfahren. Wahrscheinlich dann wenn ich am wenigsten damit rechne.
      Ein leises Lachen entwich mir. Vielleicht hat es schon längst begonnen, denn als ich meine Augen wieder öffnete, sah ich im Glas des Fensters das Gesicht von Farrow Taylor. Die Frau die nach ihrem Auftritt in meinem Büro ihre Spuren hinterließ. Es mag verrückt klingen, da es nur ein paar Minuten waren, aber sie ging mir seit dem Tag nicht mehr aus dem Kopf.
      Ich verharrte noch einen Moment in meinen Gedanken, als es dann Zeit war zurück in mein Büro zu gehen. Ich wollte mir noch einmal die Fotos und Videos von dem Stick ansehen, den mir Grace gab.
      Ich ging den Flur entlang und zu meiner Überraschung war mein Büro weder verwüstet, noch sah ich die beiden küssend auf meiner Ledercouch. Ein erleichtertes Seufzen drang aus meinem Mund. Aus der Küche unten vernahm ich ihre Stimmen und klapperndes Geschirr. Gut, mein Bruder isst wenigstens noch was nach diesem anstrengend Tag. Zufrieden zog ich die Tür hinter mir ins Schloss.

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      Kyle

      Ich ließ meinen Blick keine Sekunde von ihr und mein Gesicht wirkte aber nachdenklicher als vorher. "Ich bin ihm mehr als dankbar für alles. Schließlich habe ich ihm dieses Leben zu verdanken." Ich hielt kurz inne und dachte nach. Mein Bruder hat immer alles für mich gemacht, seitdem wir klein waren. Aber er bekam nie etwas von mir zurück und das wurde mir gerade bewusst. Die Worte von Grace, dass es ihm nicht ganz so gut mit der ganzen Situation geht, zerriss mir beinahe mein Herz. Ich schluckte schwer und mein schlechtes Gewissen meldete sich zu Wort. "Du hast Recht.. Ich hab die ganze Zeit nur an mich gedacht und nie gefragt wie es ihm damit geht.. Ich war einfach egoistisch.." Das er sich dann an sie gewendet hat war mehr als verständlich. Sie war im Krankenhaus für ihn da und hörte im aufmerksam zu. Und Tom konnte bis zu dem Zeitpunkt mit niemanden über all das reden. Ich stieß mich von der Theke ab und nahm mir ein Wasser aus dem Kühlschrank. Meine Kehle fühlte sich gerade wie ausgetrocknet an. Ich drehte den Verschluss auf und trank einen Schluck davon. "Vielleicht sollte ich damit anfangen mich auch ihm mehr zu öffnen und nicht alles mit mir ausmachen. Und ich sollte mit Tom öfters reden.. Egal über was. Ich will nicht das er denkt das es mir egal ist wie es ihm geht. Ich liebe ihn schließlich und er ist meine einzige Familie.." Beim letzten Wort hielt ich inne, stellte die Wasserflasche auf die Theke. Sofort schossen mir die Bilder vom Autounfall in den Kopf. Wie ich einfach nur den Schrei von meiner Mutter hörte und dann plötzlich alles schwarz um mich herum war. Für einen kleinen Augenblick war ich wieder in der Vergangenheit.. doch ich spürte den Blick von Grace auf mir. Ich sah zu ihr auf, schluckte kurz und wandte mich von ihr weg und versuchte die aufkommenden Tränen zu verdrängen. "Ich.. tut mir leid.."
    • Grace

      Das leise Klappern der Wasserflasche auf dem harten Marmor wirkte wie ein Echo seiner inneren Erschütterung. Als Kyles Stimme bei dem Wort 'Familie' brach, spürte ich einen Stich in meiner eigenen Brust, der so heftig war, dass ich unwillkürlich die Luft anhielt. Er hatte... wirklich keine Ahnung. Aber hier ging es jetzt nicht um mich! Ich beobachtete, wie er den Blick abwandte, wie seine Schultern unter der unsichtbaren Last der Vergangenheit beinah zusammenbrachen. Dass dieser Mann, der für die ganze Welt der unnahbare, wilde Rockstar war, hier in der Küche vor mir stand und mit den Tränen kämpfte, rührte mich tiefer als jedes Wort, das er heute Abend gesagt hatte. Es berührte mich sogar mehr als der bittersüße Kuss im Büro. Denn einen Kuss konnte man verschenken, aber diese nackte, schmerzhafte Ehrlichkeit? Die gab man nur jemandem, bei dem man sich absolut sicher fühlte. Ich machte leise ein paar Schritte auf ihn zu. Ich drängte mich nicht auf, sondern legte ihm nur ganz sanft eine Hand auf den Rücken, zwischen die Schulterblätter, um ihm zu zeigen, dass er nicht alleine war aber sanft genug dass er jeder Zeit Abstand gewinnen konnte. "Schon gut. Du musst dich für gar nichts entschuldigen", sagte ich mit einer Stimme, die so weich war wie Seide. Ich ließ meine Hand kurz dort ruhen, spürte die Wärme seines Körpers durch den Stoff, bevor ich ein wenig spielerischen Charme einfließen ließ, um den Druck von seinen Schultern zu nehmen. "Ich habe mich mit Tom heute Vormittag nämlich auf ein sehr faires Abkommen geeinigt: Ich sehe großzügig über eure plötzlichen Gefühlsregungen hinweg, wenn ihr beide im Gegenzug meinen kleinen... nun ja, nennen wir es 'Gefühlsausbruch' am Frühstückstisch vergesst." Ich umrundete ihn langsam, bis ich wieder in seinem Sichtfeld stand, und sah zu ihm auf. Mein Blick war voller Mitgefühl, aber ohne Mitleid... denn Mitleid war das Letzte, was ein Kämpfer wie er gebrauchen konnte. "Es ist nicht egoistisch, Kyle. Es ist menschlich. Manchmal ist man so damit beschäftigt, nicht zu ertrinken, dass man gar nicht merkt, dass die Person neben einem denselben Kampf führt. Aber das Schöne ist doch: Ihr habt jetzt angefangen, miteinander zu reden. Und du hast jemanden, der dir hilft, die Wellen zu reiten." Ich strich ihm ganz leicht über den Unterarm, eine winzige Geste der Verbundenheit. "Dass du dir diese Vorwürfe machst, zeigt doch nur, wie viel er dir bedeutet. Und glaub mir, Tom weiß das." Ich hatte Tom vorhin gestanden, dass Kyle der Mensch war, der mein Herz auf eine Weise berührt hat, wie es bisher niemandem gelungen ist.. wenn ich ihn jetzt so betrachtete wurde mir erschreckend bewusst wie ehrlich ich mit dieser Aussage zu ihm und mir selbst gewesen war. "Don't push the river, it flow by itself, you know?"
    • Kyle

      Tief saß dieser Schmerz in meinen Herzen, wenn ich an das Wort Familie denke. Der Verlust meiner Eltern rückte jetzt wieder in den Vordergrund. Ich wollte es nicht. Ich wollte mich nicht so emotional vor ihr zeigen. Weil es mir immer noch schwer fällt all meine Emotionen zuzulassen. Ihre warme Hand an meinem Rücken, ließ mich zusammen zucken. Es war eine Geste, die mir so viel bedeutet. Sie war nicht aufdringlich, sie war genau richtig und gab mir den nötigen Halt um nicht komplett in Tränen auszubrechen. Doch die Gedanken an den Unfall kreisten immer weiter in meinem Kopf herum. Wie oft hab ich darüber nachgedacht wie es ist, wenn sie noch am Leben wären? Wie es sich anfüllen würde, wenn sie mich dort oben auf der Bühne stehen sehen, wenn sie mich bei jedem Gig besuchten und mich am Ende in ihre Arme schließen? Leider war das alles nur Wunschdenken, die Realität sah anders aus. Es gab nur noch Tom und mich. Ein leichtes Seufzen drang aus meinen Mund und ich wischte mir die aufkommenden Tränen mit meinem Handrücken weg, bevor Grace wieder neben mir stand. "Kann sein das es stimmt. Ich werde mir für die Zukunft mehr Mühe geben. Versprochen."
      Doch das Wort Gefühlsausbruch ließ mich aufhorchen und ich sah sie besorgt an. Sofort stellte ich meine eigenen Probleme in den Hintergrund, denn mir war es wichtig das es ihr gut geht und sie nicht leiden muss. "Was ist heute Morgen passiert? Anscheinend hab ich etwas nicht mitbekommen.." Ich ohrfeigte mich innerlich dafür das ich so unaufmerksam ihr gegenüber war. Sie hat anscheinend ihre eigene Last die sie mit sich herum trägt und ich habe es nicht bemerkt. Mein Blick suchte ihren und mit meiner einen freien Hand strich sanft über ihre Wange, eine Geste um ihr ebenfalls zu zeigen das ich für sie da bin. "Bitte, erzähl mir davon." Ich konnte es nicht ertragen wenn es ihr nicht gut geht. Das einzige was ich mir für sie wünsche ist, das sie glücklich ist und ich werde alles dafür tun. Auch wenn das bedeutet das ich meine eigenen Bedürfnisse nach hinten stellen muss, aber das wäre egal. Sie war jetzt wichtiger als alles andere auf der Welt.
    • Grace

      Ich spürte den besorgten Blick seiner grau-blauen Augen, die mich jetzt fast schon forschend musterten. Die Sanftheit, mit der er über meine Wange strich, verursachte ein vertrautes Kribbeln doch sein plötzlicher Ernst, dieser fast schon ritterliche Beschützerinstinkt, ließ mich innerlich schmunzeln. "Du musst gar nichts." Ich trat einen halben Schritt zurück, gerade so weit, dass ich mich wieder gegen die Theke lehnen konnte, ohne den Kontakt zu ihm ganz zu verlieren. Schließlich seufzte ich tief. Ja, ich konnte das Gefühl der Brüder plötzlich seine Eltern... seine Wurzeln zu verlieren nur all zu gut nachfühlen aber ... immerhin hatte ich noch liebende Eltern auch wenn sie nicht mit mir blutsverwandt waren. Da brauchte er seinen Schmerz ganz sicher nicht für meine Luxusprobleme hinten anstellen. "Schon gut, wirklich." Es fühlte sich unter der Betrachtung seiner Trauer beinah lächerlich an, jetzt über meine eigenen Schatten zu sprechen.
      "Schon... schon gut, wirklich." Ich sah ihn fest an und versuchte, die Ernsthaftigkeit aus der Situation zu nehmen. "Du weißt es doch eigentlich schon. Wir haben auf der Dachterrasse bereits darüber gesprochen. Marthas Fragen haben mich heute Morgen einfach aus dem Kalten heraus erwischt. Das ist alles." Ich schüttelte sanft den Kopf, um das Thema endgültig beiseitezuschieben, und schenkte ihm ein schiefes Lächeln. Es ging nicht darum, dass ich ihm nicht vertraute... ganz im Gegenteil, aber in diesem Moment gab es Wichtigeres als meine melancholischen Gedanken an eine Herkunft, die ich nie gekannt hatte. "Anstatt mich jetzt zu analysieren, Panorama-Prinz, solltest du lieber auf dein Essen im Ofen statt auf mich achten", sagte ich und deutete mit dem Kinn in Richtung Herd. "Ich habe nämlich nicht vor, den Abend mit einer verkohlten Pfanne und einem hungrigen Rockstar zu beenden. Das würde mein Image als perfekt organisierte ARM dann doch endgültig ruinieren." Ich machte eine kurze Pause und suchte in seinen Zügen die Antwort, ob er sich noch immer mehr um mich als sich selbst sorgte. "Außerdem wäre es schön, heute Nacht mal wieder ein paar Stunden schlafen zu können." Wenn ich mir also jetzt noch Gedanken über meine leiblichen Eltern machte, war daran nicht zu denken. "Der Tag war schon aufwühlend genug, findest du nicht?"
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