Between hope and despair [Shio & Maskenraich]

    • Between hope and despair [Shio & Maskenraich]

      Between hope and despair



      Slice of Life, Drama, Romance, Love, Enemies to Lovers, Forced Proximity

      Du kannst nicht atmen weil du unter dem ständigen Druck deiner Familie stehst.
      Dein ganzes Leben ist durchgeplant und ein Fehltritt wird dir nicht verziehen, sondern bestraft.
      Aus der Rolle zu fallen steht dir nicht zu. Du gibst immer das perfekte Kind ab. Innerlich schreist und zerbrichst du.
      Du bist neidisch auf andere Menschen, die ein freies Leben führen. Du übst deine Wut und deinen Hass auf sie aus , auch wenn sie nichts dafür können.
      Du willst nicht mehr dieses Leben führen, hast aber keine Möglichkeit diesen Wahnsinn zu entkommen.


      Genau so erging es X- Aufgewachsen in einer wohlhabenden Familie, die eine gewissen strenge an den Tag legt. X muss ständig dieser Musterschüler sein, darf keinen Fehler machen und stets seine Maske tragen.
      Y ist das komplette Gegenteil zu X, aufgewachsen in einem gut behüteten Umfeld, er hat eine gute Erziehung mit viel Liebe genossen. Er steht nicht ständig unter dem Druck wie X, dennoch verachtetet er solche Menschen die zeigen welchen Status sie haben.
      Die beiden feindeten sich so oft es geht an. Wortgefechte und eine hohe Spannung herrschte zwischen den beiden.
      Eines Tages jedoch mussten die beiden wohl oder übel viel Zeit miteinander verbringen.
      Sie lernten sich besser kennen und es entstanden intensive Emotionen und die Feindseligkeit wandelte sich in Leidenschaft um.
      Doch zwischen all den Gefühlen stand die Familie von X, die auf biegen und brechen dieses zarte Band zwischen den beiden zerstören wollte.
      Zwischen Hoffnung und Verzweiflung stellt sich nur die eine Frage, waren beide stark genug um sich gemeinsam gegen X Familie zu stellen?



      Ethan Leclerc = @Maskenraich
      Luca Moreau = @Shio

      [Vorstellung]
    • Ich kann nicht atmen.
      Nicht wirklich.
      Es fühlt sich an, als würde mir jemand ständig die Luft abschnüren, unsichtbare Hände, perfekt manikürt, geschniegelt wie alles in meinem Leben. Meine Zukunft ist ein Terminkalender, der längst geschrieben wurde bevor ich überhaupt wusste, wer ich bin. Studium. Kontakte. Heirat. Ruf. Jeder Schritt geplant. Jeder Fehltritt ... bestraft.

      Ich bin Ethan.
      Ein Sohn.
      Der Erbe.
      Das Vorzeigeprojekt.
      Und ich hasse es.

      Ich weiß genau, wie ich zu Lächeln habe. Wie ich zu sprechen habe. Wie ich zu sitzen habe. Meine Schultern gerade, mein Blick kühl, mein Auftreten makellos. Keine Schwäche zeigen. Keine Emotion, die nicht kontrolliert ist. Zu Hause zählt kein ''Tut mir leid'', nur ''Wie konntest du es wagen?''

      Fehler sind keine Lektionen.
      Fehler sind Makel.
      Und Makel werden ausgemerzt.

      Und da ist Luca.
      Er ist alles, was ich nicht sein darf. Locker. Direkt. Unbeeindruckt von Status oder Namen. Er sieht mich nicht als ''Ethan Leclerc''. Er sieht nur mich, und genau das macht mich wahnsinnig. Seine Blicke herausfordernd, seine Worte scharf. Wir geraten ständig aneinander. Sticheleien. Wortgefechte. Dieses Knistern zwischen uns ist wie ein offenes Feuer, gefährlich und unmöglich zu ignorieren.
      Ich sollte ihn hassen. Vielleicht tue ich das auch. Aber wenn er mich ansieht, fühlt es sich das erste Mal nicht an, als würde ich ersticken.
      Es begann mit erzwungener Nähe. Gespräche, die länger dauerten als sie sollten. Diskussionen, die irgendwann leiser wurden. Und plötzlich war da etwas anderes zwischen uns. Etwas intensives. Unkontrolliertes.

      Etwas, das meine Familie zerstören würde, wenn sie es erfährt.
      Sie dulden keine Abweichung vom Plan. Keine Schwäche. Keine ... falsche Bindung. Und Luca passt in kein einziges Feld ihrer perfekt konstruierten Zukunft.
      Ich weiß, was sie tun würden.
      Ich weiß, wozu sie fähig sind.
      Und trotzdem, wenn er in meiner Nähe ist, vergesse ich für einen Moment, wer ich sein soll.

      Vielleicht bin ich feige.
      Vielleicht bin ich zu egoistisch,
      Aber zum ersten Mal in meinem Leben will ich nicht perfekt sein.
      Ich will frei sein.

      Die Frage ist nur:
      Bin ich stark genug, mich gegen meine eigene Familie zu stellen?
      Oder werde ich am Ende wieder das tun, was ich am besten kann - funktionieren?
    • Luca

      Dieses Leben welches ich lebe möchte ich für nichts auf der Welt eintauschen. Ich liebe diese Freiheit, die ich genießen kann und ich bin froh das ich in so einer Familie aufgewachsen bin, mit Eltern die mich lieben und unterstützen. Die mir Fehler verzeihen und mich wertschätzen. Ebenso bin ich dankbar für meine große Schwester, die immer an meiner Seite ist und auch für meine Freunde, die mich seit der Grundschule begleiten. Ich liebe es meinen Traum, ein großer Fußballspieler zu werden, hinterher zu jagen, auch wen es nicht immer leicht ist. Ich liebe diese spontanen Treffen mit meinen Freunden, das Freitagabendritual im Diner und noch so vieles mehr. Diese Unbeschwertheit die ich fühle, kann mir keiner weg nehmen.

      Dennoch gibt es diese eine Sache die mein Leben komplett auf den Kopf stellen kann. Nein es ist keine Sache es ist Ethan. Ethan Leclerc.
      Er verkörpert alles, wofür seine Familie steht. Ein perfektes Abbild.
      Und alles in mir sträubt sich, wenn ich nur daran denke wie er so "perfekt" sein kann. Wie er nicht einmal richtig seine Emotionen zeigen kann. Er sieht aus wie eine Marionette, die von den Fäden seiner Eltern gezogen wird. Man sieht ihn einfach an aus welchem Hause er kommt und das macht mich wütend. Dieser Kerl bringt mich einfach zur Weißglut. Stets und ständig geraden wir aneinander und werfen uns Worte an den Kopf. Und manchmal.. Ja nur manchmal bereue ich sie. Denn eigentlich kann er nichts dafür. Er wurde in diese Familie hineingeboren, in dieses Gefängnis der Familie Leclerc. Und normalerweise sollte er mir leid tun.. Doch das durfte ich nicht denken. Er ist alt genug um selbst zu entscheiden was ihm im Leben wichtig ist.
      Aber irgendetwas in mir sagt mir das ich ihn retten muss.. Dass er mehr ist als er vorzugeben scheint, das ich diese verborgenen Gefühle erforschen sollte.
      Doch ich wusste wenn ich das tat, so würde ich mit dem Feuer spielen und mich verbrennen. Konnte ich das meinem Herzen zumuten?
      Ich weiß es nicht. Mir blieb nichts anderes übrig um es herauszufinden. Auch dieses Gefühl was ich seit einiger Zeit habe, wenn wir uns sehen. Ein Blick von ihm reicht und ich spüre ein ziehen in meiner Brust.
      Sollte ich mich darauf einlassen? Oder wäre es klug sich die ganze Sache aus dem Kopf zu schlagen?
    • Manchmal hasse ich ihn.
      Luca.

      Nicht, weil er etwas getan hat.
      Sondern weil er alles ist, was ich nicht sein darf. Frei. Unbeschwert. Laut. Lebendig.

      Ich sehe ihn lachen, sehe ihn seine Freunde um sich haben, sehe, wie er seinen Träumen nachjagt… und ich will schreien.
      Warum kann er einfach atmen, während ich hier ersticke? Warum kann er Fehler machen und geliebt werden, während jede meiner Bewegungen beobachtet, bewertet, korrigiert wird?

      Und doch… jedes Mal, wenn er mich ansieht, passiert etwas in mir, das ich nicht einordnen kann.
      Es ist nicht Wut. Es ist nicht Hass.
      Es ist… Aufmerksamkeit. Aufmerksamer als ich mir selbst erlauben würde.

      Ich will ihn auf Abstand halten.
      Ich muss ihn auf Abstand halten.

      Denn wenn ich zulasse, dass Luca mich wirklich sieht, dann sehe ich mich selbst.
      Und das… das wäre gefährlich.

      Gefährlich und verboten.

      Und trotzdem… kann ich ihn nicht ignorieren.
      Nicht wirklich.

      Denn egal, wie sehr ich mich sträube, egal wie sehr ich mich anstrenge,
      sein Blick findet mich immer wieder.
      Und tief in mir weiß ich, dass ich mich irgendwann entscheiden muss: kämpfen oder fallen lassen.

      Langsam reicht es nicht mehr, nur über ihn nachzudenken.
      Jeder Gedanke, jede Regung, jedes zufällige Treffen zieht mich tiefer hinein.

      Irgendwann muss ich handeln – herausfinden, wer er wirklich ist, was er wirklich fühlt… und vielleicht, nur vielleicht, kann ich dann verstehen, was all das in mir auslöst.

      ~ Monolog Ende ~

      Ich wache auf, noch bevor die Sonne das Zimmer füllt. Alles ist still, bis auf das Ticken der Uhr. Ich ziehe mich an, perfekt wie immer, die Krawatte sitzt, die Schuhe glänzen. Routine. Kontrolle. Alles, was von mir erwartet wird.
      Und doch, kaum verlasse ich das Haus, sehe ich ihn. Er steht am Straßenrand, den Ball unter dem Arm, lacht mit seinen Freunden. So selbstverständlich, so… frei.
      Ich könnte vorbeigehen, einfach weiterlaufen. Aber ich bleibe stehen.
      Sein Blick trifft mich, diese Mischung aus Trotz und Neugier – und ich spüre, wie mein Herz schneller schlägt. Ich merke, dass ich aufpassen muss, nicht die Kontrolle zu verlieren. Später, auf dem Weg zum Training, muss ich immer wieder an ihn denken. Seine Bewegungen, sein Lachen… und ich weiß, ich kann mich nicht länger nur in Gedanken verlieren.
      Ich plane, ihn anzusprechen, ihn herauszufordern, vielleicht sogar zu provozieren – nur um zu sehen, ob da mehr ist als das, was er zeigt.
      Am Abend, wenn alle längst schlafen, liegt mein Ball vor mir auf dem Boden. Ich dribble ihn allein in meinem Zimmer. Konzentration. Technik. Kontrolle. Doch immer wieder taucht sein Gesicht vor mir auf, und ich erkenne, dass ich heute nicht nur für mich trainiere.
      Ich trainiere auch, um ihm etwas zu beweisen – vielleicht ihm, vielleicht mir selbst. Heute ist der Tag, an dem ich nicht mehr nur nachdenke. Heute ist der Tag, an dem ich handle.
    • Luca

      Natürlich wusste ich was vernünftig wäre. Abstand zu halten. Ihm aus dem Weg gehen. Die ganze Sache zu ignorieren, bis das Ziehen irgendwann von alleine verschwindet. Doch jedes Mal wenn ich es mir vornehme, taucht sein Gesicht vor meinen Augen auf. Dieser kontrollierte Ausdruck, diese aufrechte Haltung, diese ruhige fast unnahbare Stimme. Als hätte man ihm beigebracht jegliche Regung und Schwäche zu verstecken. Dennoch gab es diese Momente.. In dem die Fassade Risse bekam und niemand außer mir nahm diese war.
      Sein Kiefer beginnt immer zu zucken, wenn jemand etwas über seine Familie sagte. Dann hat er diesen Schatten in seinem Blick, den nie jemand sieht. Und nicht zu vergessen wie er mich immer ansieht, wenn wir wieder unsere Streitereien beendet haben, als würde er all das Gesagte gar nicht so meinen. Das war der Ethan den niemand sah und dieser ließ mich nicht los.
      Ich lehnte mich gegen die Tischkante von meinem Schreibtisch und seufzte leise. Vielleicht mache ich mir auch nur etwas vor. Vielleicht gibt es nichts hinter dieser glatt polierten Oberfläche. Vielleicht war er wirklich genau das was alle in ihm sahen. Ein makelloses Abbild seiner Familie. Eine Marionette..
      Aber mein inneres Gefühl sagt etwas anderes und es hat mich bisher noch nie enttäuscht. Das Problem ist nur wenn ich recht mit meinem Gefühl habe.. dann würde es das alles nur noch komplizierter machen.. Gefährlicher.. Ich wusste nicht wie viel Macht diese Familie besahs, aber sie finden es sicherlich nicht so toll wenn man sich in ihre Angelegenheiten einmischt.
      Und sie wären nicht erfreut darüber mich zu sehen. Trotzdem hatte ich dieses leise Kribbeln in meinem Bauch, als hätte ich mich schon entschieden. Ich schloss kurz die Augen und schüttelte den Kopf. "Ich bin wirklich dumm", sprach ich zu mir.
      Denn egal wie sehr ich versuche mir Vernunft einzureden.. Wenn Ethan Leclerc morgen wieder vor mir steht und mich mit diesem kühlen Blick und dieser unerträglichen ruhigen Art ansieht.. würde ich ihm wieder direkt in die Augen sehen und wahrscheinlich erneuert mit dem Feuer spielen. "Ich sollte aufhören an ihn zu denken..", flüsterte ich vor mich hin. Doch ich wusste das ich das nicht konnte. Es war bereits zu spät. Wenn ich ehrlich zu mir war wollte ich herausfinden ob mein Gefühl stimmte. Ob Ethan wirklich nur der perfekte Sohn der Familie war oder nicht.. Ich biss mir auf die Unterlippe. Das würde bedeuten das ich mehr Zeit mit ihm verbringen musste.. Irgendwie. Doch wie soll ich das anstellen? Mein Herz schlug bei dem Gedanken wieder schneller. Ich legte meine Hand auf die Brust. Schon alleine der Gedanke daran in näher zu sein als so schon, brachte mein Herz aus dem Takt. Ich lachte auf. Ich muss verrückt geworden sein. Warum fühle ich so wenn ich nur an ihn denke?
      Ich fasse allen Mut zusammen. Morgen ist der Tag.. Morgen wird sich alles verändern.
    • Ich stand bereits auf dem Platz, lange bevor die anderen eintrafen. Der Ball lag ruhig vor meinen Füßen, als würde er darauf warten, dass ich ihm endlich einen klaren Befehl gebe. Doch meine Gedanken waren alles andere als klar. Zu viel von dir. Ich stoße den Ball leicht an, lasse ihn ein paar Mal aufspringen, fange ihn wieder ab. Kontrolle. Immer Kontrolle. Das war es, worauf ich mich verlassen konnte. Worauf ich mich verlassen musste. Die kühle Morgenluft schneidet leicht in meine Lungen, zwingt mich, mich auf etwas Reales zu konzentrieren. Auf meinen Atem. Auf die gleichmäßigen Bewegungen. Auf alles, was berechenbar ist. Nicht auf dich. Dann höre ich Schritte. Leicht. Zögernd. Und doch entschlossen. Ich muss nicht hinsehen, um zu wissen, wer es ist. ''Du bist spät.''

      Meine Stimme ist ruhig, fast gleichgültig, während ich den Ball mit der Schuhspitze stoppe und ihn schließlich aufhebe. Erst dann hebe ich den Blick – direkt in deine Augen. Dieser Moment. Zu lang. Zu intensiv. Zu ehrlich.
      Ein kaum merkliches Zucken geht durch meinen Kiefer, bevor ich mich wieder fange. Niemand würde es bemerken. Niemand… außer dir.
      Mein Blick gleitet kurz über dein Gesicht, als würde ich nach etwas suchen, das ich nicht benennen kann. Oder nicht benennen will.
      ''Oder hast du dir nur Zeit gelassen?''

      Ein Hauch von Provokation liegt in meinen Worten, genau dosiert. Sicher platziert. Wie ein Zug in einem Spiel, dessen Ausgang ich eigentlich schon kennen sollte. Und trotzdem fühlt es sich anders an. Gefährlicher.
      Ich trete einen Schritt näher, gerade genug, um die Distanz spürbar zu machen – und gleichzeitig zu brechen. Mein Blick bleibt fest auf deinem, prüfend, suchend… fast schon fordernd. Für einen kurzen Moment schweige ich. Nicht, weil mir nichts einfällt – sondern weil zu viel da ist.
      Zu viel, das nicht nach außen dringen darf. ''Du wolltest doch etwas, oder?''
      Ein leises, kaum sichtbares Lächeln zieht für den Bruchteil einer Sekunde über meine Lippen. Kein echtes. Mehr eine Andeutung. Ein Test.
      ''Oder habe ich dich falsch eingeschätzt?'' Der Ball in meiner Hand drückt sich leicht gegen meine Finger, während mein Herz einen Schlag zu schnell geht – etwas, das ich mir nicht leisten kann. Und doch gehe ich keinen Schritt zurück. Stattdessen werfe ich dir den Ball zu – gezielt, präzise, gerade so fest, dass du reagieren musst. ''Zeig’s mir.'' Meine Stimme ist nun tiefer, fester. Fordernder.
      Ich verschränke die Arme vor der Brust, beobachte jede deiner Bewegungen, jede kleinste Regung. So wie immer. Und doch ist es nicht wie immer.

      Mein Blick bleibt einen Moment zu lange an dir hängen, folgt nicht nur dem Spiel, sondern dir. Deinen Bewegungen. Deiner Reaktion auf mich. Auf uns. Ein leiser Atemzug entweicht mir, kaum hörbar, als würde ich mich selbst wieder in die richtige Form zwingen.
      ''Du starrst mich schon wieder so an.''
      Die Worte kommen ruhiger, fast beiläufig – und doch liegt etwas darunter. Etwas Ungesagtes, das ich nicht greifen lasse.
      Ich neige den Kopf minimal, mustere dich erneut. Diesmal langsamer. Offener, als ich es sollte.

      ''Wenn du etwas sagen willst… dann sag es.'' Ein kurzer Moment vergeht. Dann, leiser. ''Oder brauchst du immer erst einen Grund, um dich zu trauen?'' Meine Finger zucken leicht, als hätte ich den Impuls, näher zu kommen – wirklich näher. Doch ich halte mich zurück. Natürlich tue ich das. Stattdessen trete ich einen halben Schritt zur Seite, als würde ich dir Raum geben. Oder mir selbst.
      ''Komm schon.'' murmele ich schließlich, kaum mehr als ein Atemzug zwischen uns. ''Ich habe nicht ewig Zeit.'' Eine Lüge.

      Und wir beide wissen es.
    • Luca

      Wie gewohnt wollte ich zum Fußballtraining, doch irgendwas war anders. Als ich auf das Spielfeld lief, sah ich ihn schon von Weitem. Ethan.. Ich hob fragend eine Augenbraue nach oben, war mich nicht sicher warum er gerade hier auftauchte. Mein Blick traf deinen mit einer anderen Intensität als sonst.
      "Wofür bin ich zu spät" Ich musterte dich skeptisch. Einen kleinen Schritt ging ich ebenfalls nach vorne, direkt auf dich zu. Absichtlich natürlich um dich zu testen. "Es wundert mich nur dich so früh hier zusehen. Ich dachte du hättest andere Verpflichtungen." Ein Hauch von etwas spielt in meiner Stimme mit, das ich nicht ganz verstecke. Vielleicht auch gar nicht verstecken will.
      Ich fange den Ball reflexartig und ließ ihn zwischen meinen Fingern tanzen, während mein Blick wieder zu dir findet. Dieses Mal direkter, nach Antworten suchend. "Du bist hier derjenige der die Fragen stellt, oder irre ich mich da etwa." Ein schiefes Grinsen huschte über mein Gesicht. Ich komme noch einen Schritt näher. Nun ist noch wenig Raum zwischen uns. Wir können den Atem des jeweils anderen deutlich spüren. Mein Blick wandert kurz über dein Gesicht, bleibt an deinen Augen hängen. Da ist dieses Zucken wieder. Ich sehe es. Natürlich sehe ich es. Er konnte es nicht vor mir verstecken, wie seine Maske Risse bekommt.
      "Und wenn schon. Ich starre dich eben gerne an."
Meine Stimme wird leiser und rauer.
"Du machst es mir nicht gerade leicht wegzusehen."
      Der Ball rutscht aus meiner Hand, fällt unbeachtet auf den Boden zwischen unsere Füße. Ich lasse ihn liegen. Mein Blick wurde weicher, fast so als würde ich tief in dein Inneres schauen. Dieses Ziehen im Inneren war wieder da und mein Herzschlag wurde schneller.
      Ich wollte dich berühren um zu sehen wie du reagierst, doch ich zögerte. Ich wusste nicht ob das der richtige Ort oder Zeitpunkt dafür war. Doch was passiert wenn ich es nicht tue. Ich schluckte kurz, hielt deinen Blick noch immer stand. "Du willst das ich was sage? Dann hör auf so zu tun, als würdest du nicht das Selbe wollen wie ich." Du wichst mir aus, indem du einen Schritt zur Seite gehst. Zu feige um der Realität ins Auge zu blicken. Ich biss mir auf die Unterlippe und ließ den Blick einen Moment auf den Raum zwischen uns verharren.
      "Echt jetzt? So einfach machst du es dir?" Meine Stimme war ein ticken schärfer geworden. Ich fuhr mir mit meiner Hand durch die Haare und ein Lachen drang aus meiner Kehle. Das hier war alles andere als geplant, doch es war unvermeidbar. Entweder jetzt oder gar nicht. Langsam gehe ich einen Schritt auf dich zu um die Distanz die du geschaffen hast wieder zu verkleinern. ich wollte sehen ob du den Abstand wieder vergrößerst oder ob du stehen bleibst. Meine Augen lassen dich nicht los. "Du kannst mir nicht erzählen das ich mir das alles hier einbilde." Meine Stimme war wieder etwas ruhiger geworden. Doch mein Herz schlug verräterisch schneller. "Dieses.." Ich zeigte mit den Finger zwischen uns hin und her. "Was auch immer es ist." Zögerlich hob ich eine Hand und ließ sie jetzt doch über deinen Arm streichen. Meine Augen suchte deine. Ich wollte wissen was in dir vorgeht. Was der echte Ethan vor der Außenwelt versteckte.
      "Sag mir das ich falsch liege Ethan..." Ich atmete spürbar aus. "Oder hast du Angst das ich Recht haben könnte?"
    • Ich halte deinem Blick stand, auch wenn es mich mehr Kraft kostet, als ich zugeben würde. Für einen Moment sage ich nichts. Dein Finger auf meinem Arm brennt fast durch den Stoff, als hätte er genau den Punkt getroffen, den ich die ganze Zeit versuche zu ignorieren.
      Ein leises, trockenes Lachen entweicht mir, aber ohne echte Belustigung.
      ''Du denkst echt, du hast alles durchschaut, hm?''
      Ich neige den Kopf leicht, meine Augen bleiben an deinen hängen, suchen… oder vielleicht verraten sie schon zu viel.
      ''Vielleicht bildest du dir nicht alles ein'' murmele ich schließlich, leiser jetzt, ehrlicher als geplant. ''Vielleicht ist da wirklich… irgendwas.''
      Ich trete einen halben Schritt näher, diesmal ohne Ausweichbewegung, ohne Spiel. Nur ein Hauch Abstand bleibt zwischen uns.
      ''Aber weißt du, was der Unterschied zwischen uns ist?'' Meine Stimme wird fester, auch wenn mein Herz dagegen arbeitet. ''Du rennst drauf zu, als gäbe es nichts zu verlieren.''
      Ein kurzer Blick wandert zu deinen Lippen, dann sofort wieder zurück in deine Augen.
      ''Und ich…'' Ich schlucke, spüre dieses Ziehen, das ich so gut kenne. ''Ich weiß genau, was passiert, wenn ich das zulasse.''
      Meine Hand hebt sich, zögert kurz in der Luft, bevor ich sie doch an deinen Unterarm lege – diesmal bewusst. Meine Finger verharren dort einen Moment zu lange, als würden sie prüfen, ob du wirklich da bist… oder ob ich mir auch das nur einbilde.
      ''Also nein'' sage ich leise, kaum mehr als ein Atemzug zwischen uns. ''Ich habe keine Angst, dass du Recht hast.''
      Eine kleine Pause.
      ''Ich habe Angst, dass ich dich nicht mehr loslassen will, wenn du es bist.''
      Meine Augen flackern kurz, als hätte ich selbst nicht erwartet, das laut auszusprechen. Für einen Moment wird alles still um uns herum – kein Training, kein Ball, nichts zählt gerade.
      Dann ziehe ich meine Hand langsam zurück… aber nicht ganz. Meine Finger streifen noch einmal deinen Arm, als könnten sie sich nicht entscheiden.
      ''Du machst es dir einfach'' füge ich leiser hinzu, aber ohne Schärfe diesmal. ''Du sagst einfach, was du willst. Was du fühlst.''
      Ich atme tief ein, fahre mir mit einer Hand durchs Haar, während ich kurz zur Seite sehe – als müsste ich mich sammeln, bevor ich dich wieder ansehe.
      ''Ich kann das nicht so wie du.'' Ein schwaches, schiefes Lächeln. ''Oder vielleicht will ich es nicht können.''
      Mein Blick wird wieder ernst, intensiver.
      ''Weil sobald ich es ausspreche… wird es real. Und dann gibt’s kein Zurück mehr.''
      Ich gehe noch einen kleinen Schritt näher, bis unsere Schultern sich fast berühren. Diesmal weiche ich nicht aus. Diesmal bleibe ich.
      ''Und du hast keine Ahnung, was du da gerade von mir verlangst, Luca'' murmele ich, dein Name liegt schwer auf meiner Zunge.
      Meine Stimme wird leiser, rauer.
      ''Du willst Ehrlichkeit?'' Ein kurzer Atemzug. ''Dann hör auf, so zu tun, als würdest du nicht genau wissen, was du mit mir machst.''
      Meine Hand hebt sich wieder, diesmal ohne Zögern, und bleibt an deiner Seite liegen. Kein Zurückziehen mehr.
      ''Seit wann schaust du mich so an?'' frage ich leise. ''Seit wann reicht es dir nicht mehr, dass wir einfach… das hier sind?''
      Ich neige mich ein kleines Stück näher, unsere Stirnen fast auf einer Linie, mein Blick fällt kurz wieder auf deine Lippen – diesmal halte ich ihn dort einen Herzschlag zu lange.
      ''Wenn ich jetzt einen Schritt weitergehe…'' meine Stimme wird kaum hörbar. ''Sagst du dann immer noch, ich bilde mir das alles nur ein?''
    • Luca

      Du wusstest nicht wie lange ich dich schon durchschaut hatte. Wie die Maske die du trugst immer mehr zu Fall kam. Und jetzt standen wir hier, wenige Zentimeter von einander entfernt. "Dann steh endlich dazu und hör auf dich zu verstecken. Du denkst wirklich ich habe Angst vor den Konsequenzen? Mir ist es egal was andere darüber denken. Denn du..." Ich zögerte für einen kleinen Moment und sah auf deine Lippen. Deine Finger ruhten immer noch auf meiner Seite und ich konnte die Wärme deutlich spüren. Ich biss mir auf die Unterlippe. "Dir ist klar das das alles verändern wird? Das wir dann nicht einfach nur noch Luca und Ethan sind?" Ich legte nun auch meine Hand auf deine Seite und zog dich wesentlich näher an mich heran, sodass unsere Gesichter nur noch wenige Millimeter von einander entfernt waren. Ich konnte dein teures Parfum riechen. "Du spielst immer diesen perfekten Typen. Bist du es nicht langsam leid wie eine Marionette behandelt zu werden? Das Leben bietet so vieles mehr. Du musst nur die Augen aufmachen und es sehen." Mir war klar das du es nicht sehen kannst. Wie schön das Leben ohne Zwang und Kontrolle sein kann. Ich ließ meine Stirn gegen deine fallen. "Ich hasse dich Ethan.. Ich hasse diesen Menschen zu dem du erzogen worden bist.. Ich weiß das tief in dir drinnen jemand anderes steckt.. Nur musst du ihn frei lassen und ich kann dir dabei helfen.. wenn du mich nur lässt." Ich schloss meine Augen und atmete deinen Duft ein. Mein Herzschlag wurde deutlich schneller. "Dann geh einen Schritt weiter Ethan.. ich werde keinen Rückzieher machen." Meine Stimme war nur noch wie ein kleiner leiser Hauch. Ich öffnete meine Augen wieder und löste mich von deiner Stirn. "Bitte sei endlich einmal ehrlich zu dir selbst.."
    • Du verlangst Ehrlichkeit, als wäre sie etwas, das man einfach abstreifen kann wie eine zweite Haut. Ein leises, fast bitteres Lächeln huschte über meine Lippen, während mein Blick in deinem hängen blieb. ''Du hast keine Ahnung, wozu du mich da drängst, Luca…'' Meine Stimme war ruhig, aber darunter lag etwas Unruhiges, kaum Greifbares.
      Deine Nähe machte es nicht leichter. Im Gegenteil. Deine Worte hallten nach, viel zu laut für das, was zwischen uns unausgesprochen stand. Meine Finger zuckten leicht an deiner Seite, als wollten sie sich lösen – doch sie taten es nicht.
      ''Du glaubst, ich verstecke mich, weil ich Angst habe?'' Ein leises, fast heiseres Lachen entkam mir. ''Vielleicht hast du recht… aber nicht vor den anderen.'' Mein Blick senkte sich kurz auf deine Lippen, bevor ich ihn wieder hob. ''Vor dem, was passiert, wenn ich dir recht gebe.''
      Für einen Moment war da nur Stille zwischen uns, dicht und geladen. Dann atmete ich langsam aus, meine Stirn wieder gegen deine sinkend, als würde ich dort Halt suchen – oder ihn verlieren.
      ''Du redest davon, dass alles sich verändert…'' murmelte ich leise. ''Aber vielleicht hat es das längst.''
      Meine Hand glitt ein Stück höher, nicht mehr zögernd, sondern entschlossener. ''Und was, wenn ich diesen Schritt gehe?'' Meine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, direkt an deinen Lippen. ''Was, wenn ich genau das tue, wovor ich mich all die Zeit gedrückt habe…''
      Ein kurzer Moment – dann schloss ich die letzte Distanz zwischen uns, hielt jedoch inne, nur einen Atemzug entfernt.
      ''Dann gibt es kein Zurück mehr, Luca.''
    • Luca

      Was passiert hier gerade? Ich war nicht fähig mich überhaupt zu bewegen. Ich fühlte mich vollkommen von dir gefangen und verlor mich immer weiter in deinen Augen. "Ich dränge dich zu nichts. Du kannst jeder Zeit wieder gehen und dann vergessen wir das Ganze hier." Mein Herz machte einen Satz und ich fixierte deinen Blick weiterhin. Deine Worte hallten in meinen Ohren und waren die Bestätigung dafür, das du etwas tief in deinen Inneren vor allen versteckst. Doch nicht vor mir. In meiner Nähe bist du anders. Ich weiß ganz genau das sich unsere beiden Leben vollkommen verändern werden, wenn wir nur diesen einen Schritt weitergehen. Ich habe keine Angst davor, denn ich weiß das mich mein Umfeld nicht dafür verachten oder hassen würde, aber bei dir? Bei dir war ich mir da unsicher. Deine Familie wird es sicher nicht gut heißen, wenn sie wüssten das du aus der Reihe tanzt. Mein Blick versank in deinen. "Bist du dir wirklich sicher das du diesen Schritt gehen möchtest? Bei dir steht mehr auf dem Spiel, als bei mir." Ich konnte deinen Atem deutlich auf meinen Lippen spüren. Nur ein kurzer Augenblick und es gab kein Zurück mehr. Ich schluckte und schloss meine Augen. Doch was wenn du nur mit mir spielst? Mich in eine Falle gelockt hast, so wie du es schon immer getan hast? Mir mein kleines Herz herausreißt und es auf den Boden wirfst.. Es war ein Risiko, das war mir bewusst. Doch ich konnte meine Gefühle nicht mehr verbergen, trotz den Konsequenzen die folgen werden. Deine Nähe ließ mich alles um uns herum vergessen. "Was tust du nur mit mir?" Meine Stimme war nur ein leiser Hauch auf deinen Lippen. Doch ein kleiner wohliger Schauer durchdrang meinen Körper. Jetzt oder nie.
      Meine Lippen legte ich sanft und ohne Druck auf deine, ich zog deinen Körper noch ein wenig näher an mich heran. Der Kuss schmeckte bittersüßlich. Um uns herum schien die Zeit plötzlich still zu stehen.