A journey to Marlboro Country [Taithleach x Shio]

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      Julien

      Ein ungutes Gefühl machte sich jetzt doch in mir breit, als wir den Stallungen immer näher kamen. War es wirklich klug die Nacht hier zu verbringen? Ich weiß das wir großen Ärger bekommen werden, wenn man bemerkt das wir nicht in unseren Hütten waren. Doch auf der anderen Seite, was soll schon passieren? Wir verbringen hier schließlich viel Zeit und da darf man sich doch auch einmal so etwas erlauben. Wir begehen ja nicht gleich ein Verbrechen, wenn wir im Heu schlafen. Solange wir uns noch auf dem Grundstück befanden ist alles gut. Hoffte ich..
      Meine Hände wanderten wieder in meine Hosentaschen zurück. Mein Blick wanderte kurz wieder zu Leó und ich musste leicht über seine Aussage schmunzeln. "Vielleicht hast du ja Recht. Ich wollte dir jedenfalls nicht mit meiner Antwort vorhin Angst einjagen. Nur..." Ich verharrte kurz und sah in den Sternenhimmel. "Man weiß nicht was die Nacht noch alles für uns bereit hält." Ohne ihn noch einmal anzusehen, lief ich weiter. Die Wahrheitsfrage traf mich unerwartet und ich musste augenblicklich schwer schlucken. Das kam unerwartet und die Frage fühlte sich bedeutend schlimmer an, als die Pflichtaufgabe.
      Warum musste ich auch unbedingt darauf bestehen, das er mir diese auch noch verrät? Vielleicht weil ich einfach zu neugierig darauf war?
      Doch nun fühlte ich mich verunsichert, denn ich wusste nicht genau was ich darauf antworten sollte, ohne das es falsch klang.
      Wir kamen an den Stallungen an und ich blieb ein wenig hinter Leó zum Stehen. Mein Blick war starr auf den staubigen Boden vor mir gerichtet. "Die Wahrheitsfrage hat mich wirklich überrascht." Ich zog mit meinem Fuß kleine Kreise auf den Boden.
      "Aber ich werde sie dir beantworten. Schließlich wollte ich es so." Ich richtete mich wieder auf und sah auf ihn. Er stand mit dem Rücken zu mir, was mir gerade um ehrlich zu sein lieber war, als wenn er mich angesehen hätte. "Die Tatsache, das manche Begegnungen harmlos anfangen und plötzlich intensiver werden. Dass manche Menschen etwas in einen auslösen. das man eigentlich vermeiden wollte, weil man gut darin ist es zu verstecken. Und vielleicht auch der Punkt, das ich gewisse Gefühle lieber erst einmal überdenke , statt sie einfach zu zulassen.. Den meine größte Angst ist es verletzt zu werden." Jetzt war es raus. Zu mindestens ein Teil davon. Was er daraus macht oder was er darüber denkt, das wird sich zeigen, aber mein Herz fühlte sich jetzt in dem Moment nicht mehr ganz so schwer an.

      Meine Füße setzten sich in Bewegung und ich ging zu dem Haupttor, der Stallungen. Es war verschlossen. Doch nicht unweit von dem Tor war ein Fenster, was offen war. Vermutlich ging es dort unter das Dach. "Hey Leó hilf mir mal." Ich winkte ihn zu mir rüber. "Machen wir eine Räuberleiter. Ich zieh dich dann hoch, wenn ich dort oben bin."
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      Léo

      Mir war klar, das Julien in der ganzen Zeit, in welcher er mir meine Frage beantwortete, nicht sehen konnte, was ich dachte oder fühlte da ich mit dem Rücken zu ihm stand ohne mich auch nur einmal umzudrehen. Er stammelte einige Sätze, die anfangs etwas konfus auf mich wirkten, schnell begriff ich aber die Meinung dahinter und bließ kaum hörbar Luft aus meinen Lungen. "Hmm...", murmelte ich. Das war alles, was ich dazu sagen wollte. Dieses Thema war auch für mich ein heikler, unangenehmer Gesprächsstoff und ich wollte lieber nicht zu viel darüber nachdenken.

      Ich beobachtete Julien aus leicht zusammengekniffenen Augen wie er erst zum Haupttor der Stallungen ging und dann ein Fenster entdeckte, das offen stand. Als er erneut meinen Namen ausprach huschte ein Gefühl von Nervosität durch mich hindurch - ich mochte es, wenn er mich mit meinem Namen ansprach. Da ich selber es oft vermied Menschen mit ihrem Namen anzureden - ich empfand es als zu intim - fühlt es sich ungewohnt persönlich an, wenn mein Klassenkamerad mich so direkt ansprach.
      Mit schnellen Schritten lief ich zu ihm hinüber, zögerte jedoch bevor ich mich daran machte, ihm eine Räuberleiter anzubieten doch schlussendlich duckte ich mich leicht, damit er seinen Fuß leichter in meine zusammengefalteten Hände setzen konnte. Leicht spöttisch gab ich ihm einen Seitenblick. "Wehe du bist mit deinen Schuhen in Hundescheiße getreten..... Dann willst du meine nächste Pflicht lieber nicht herausfinden."
      Als Julien meine Räuberleiter benutzt um sich auf die Höhe des Fensters zu ziehen staunte ich, wie geschmeidig dies bei ihm aussah - da kam der Sportler in ihm zur Geltung.

      Nun war also ich an der Reihe. Befangen blickte ich zu den Händen, die Julien nach mir ausstreckte, um mich raufzuziehen. Da gab es nur zwei Probleme, schoss es mir in den Kopf.
      'Ich bin nicht sportlich... So scharf, mich zu blamieren, bin ich dann doch nicht', fing mein Gedankenkarusell an und setzt sich noch weiter fort indem ich innerlich Scheu empfand, Julien erneut zu berühren. 'Und dann noch an seinen Händen....'
      Nun stand ich also einfach nur da und blickte Julien stoisch an, ohne auch nur einen Muskel zu rühren. "Ne.... Das kann ich nicht...."
      They're all around me, circling like vultures.
      They wanna break me and wash away my colors.
      I cannot stop this, sickness taking over.
      It takes control and drags me into nowhere.
      I need your help, I can't fight this forever.
      I know you're watching, I can feel you out there.


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      Julien

      Er brauchte nichts dazu zu sagen und um ehrlich zu sein war ich auch froh darüber. Es war mir nachhinein doch ein wenig unangenehm darüber zu reden.. Aber ich konnte es nun nicht mehr rückgängig machen.
      Ich konnte sein Zögern in seinem Blick sehen, als er zu mir kam. Ihm schien meine Nähe doch mehr auszumachen, als er zugab. Trotzdem war ich dankbar, das er sich doch dazu entschloss mir hoch zu helfen. Bei seiner nächsten Aussage musste ich breit grinsen. "Keine Angst. Du wirst dir die Hände schon nicht wegen mir schmutzig machen. Und außerdem bin ich dann an der Reihe dir die nächste Wahrheit- oder Pflichtaufgabe zu stellen, vergiss das nicht." Mein Fuß stellte ich in seine Hände und als er mich nach oben drückte, zog ich mich galant an dem Fenstersims nach oben. Für mich war das eine leichte Aufgabe, denn der regelmäßige Sport den ich betrieb, machte viel aus.
      Ich schlüpfte durch das offene Fenster und sah mich um. Hier oben lagerte also das ganze Heu und Stroh für die Tiere. Eine kleine Holzleiter führte nach unten zu den Stallungen. Ich warf einen Blick aus dem Fenster und legte mich anschließend auf den Boden, hielt mich an der Seite fest und streckte meine Hand nach ihm aus. Er zögerte, wieder und ich sah ihn fragend an. Hatte er Angst das ich ihn fallen ließ oder steckte da etwas anderes dahinter? "Komm schon ich lasse dich nicht los, versprochen." Eine andere Möglichkeit sah ich nicht, die Holzleiter war festgeschraubt und die Türen waren alle mit einem Schloss versehen. "Vertrau mir einfach. Sonst muss ich es mir hier oben alleine gemütlich machen." Schließlich sprach er davon das wir heute Nacht beide hier übernachten, auch wenn es für mich vollkommen in Ordnung wäre es auch alleine durchzuziehen. Ich wollte ihn zu nichts drängen, denn ich kannte das Gefühl gut, wenn man in die Enge getrieben wird..
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      Léo

      Nun stand ich hier, die Arme unsicher vor meinem Brustkorb verschränkt und blickte zu dem blondhaarigem Jungen nach oben. War dies einfach nur mein Kopf, der sich Horrorszenarien ausmalte oder war es tatsächlich mehr als das? - War es ein Bauchgefühl oder eine schlechte Vorahnung?
      Unruhig blickte ich mich um, um sicherzugehen das tatsächlich niemand in der Nähe war - was schwachsinnig war, denn sonst hätten wir die Person längst bemerkt - und schaute dann erneut unschlüssig in Juliens Gesicht, dann auf seine Hand. Langsam ging ich in seine Richtung. Meine Stimme klang angespannt, als ich sagte: "Ist das nicht komisch? Also... Eh..." Mein Mund war heute wohl öfters schneller als mein Kopf und so druckste ich etwas herum, während ich gleichzeitig zögernd meinen Arm streckte und Juliens Hand zu fasste. Mir fiel fast sofort auf, wie fest er meine Hand umschloss - oder zumindest fühlte es sich so an. "Das ist echt komisch, ich.... Hm. Egal. Wehe du lachst, wir können nicht alle Sportler sein.." Juliens Hand in meiner zu spüren tat sein übriges und ich fühlte mich aufgrund von Stress innerlich um 30 Jahre gealtert. Auch mein Griff wurde fester, kurz bevor alles recht schnell ging: Julien zog, ich half mit und bekam das Fenstersims mit meiner freien Hand zu fassen. Während ich mich mit Juliens Hilfe weiter hochzog fühlte ich mich wie ein Sack Kartoffeln - elegant ging anders.

      Schlussendlich hatte ich es überlebt. Nun stand ich mit hochrotem Kopf im Schummerlicht auf dem Dachboden der Scheune und mied jeglichen Blickkontakt mit Julien. Die Spannung war mit Händen greifbar und selbst Julien sagte erstmal nichts. Da ich ihn nicht ansah, wusste ich nicht, ob er die Spannung bemerkt hatte oder gerade zu abgelenkt war. Ich für meinen Teil blickte mich in unserem Nachtlager um und musste gestehen, das es - im Vergleich zur abkühlenden Nachtluft - hier drin tatsächlich recht behaglich und warm zu sein schien. Es gab Unmengen an Heu und Stroh hier drin. Langsam lief ich nach Hinten, wo es immer dunkler wurde, da jenes Fenster das einzige zu sein schien. Kein Wunder, das es offen stand, dachte ich währenddessen - dieser Heustaub, oder wie auch immer man es nannte - reizte meine Nase und ich musste niesen.

      Ich war mittlerweile weit vom Fenster entfernt, relativ mittig, als ich einen großen Haufen voll von losem Heu fand, in welchen ich mich - ohne Vorwarnung - hineinfallen ließ. Feine Strohhalme hafteten sich an meine Kleidung und Haare und nun wandte ich zum ersten Mal meinen Blick zu Julien, sagte jedoch nichts.
      They're all around me, circling like vultures.
      They wanna break me and wash away my colors.
      I cannot stop this, sickness taking over.
      It takes control and drags me into nowhere.
      I need your help, I can't fight this forever.
      I know you're watching, I can feel you out there.