✧ Vorstellung ✧
@yuyuumyn
Orin
@yuyuumyn
Orin
„Elf, zwölf, dreizehn…“ Der junge Mann über dessen Lippen diese Worte rollten, hob seine Hutkrempe sanft aus seinen Augen und blickte etwas irritiert über die dämmrig beleuchtete Wiese, bis seine Miene sich wieder lockerte und er ein beruhigtes „vierzehn, fünfzehn“ murmelte. Kurz vor einem Verkauf ließ Orin sich immer ein wenig schneller aus der Ruhe bringen, obwohl er damit rechnen musste, dass die Rinder sich auf der Wiese mal ein wenig weiter verliefen. In ein paar Tagen würde er, wie seinem Händler versprochen, einen Teil der Herde in die Stadt treiben. Er wartete nur mehr darauf, dass seine neue Aushilfe in Rivers Bend ankam und das Risiko verminderte, dass Orin bei der Reise ein paar Tiere verlor. Es war wirklich längst Zeit geworden, dass er seinen Geiz und sein Misstrauen beiseite schob und sich um einen neuen Arbeiter bemühte. Selbst, wenn er dafür ein wenig von seinem Einkommen loswurde, hätte er zumindest mal wieder ein paar ruhige Stunden Schlaf. Hoffentlich. Es war ein paar Jahre her, seit sein letzter Helfer sich verabschiedet hatte, weil er mit seiner Verlobten ein eigenes Haus gesucht hat. Wahrscheinlich schlug Orin die Stille hier langsam sowieso auf den Verstand. Wenn man Tagein, Tagaus nur Insekten und Hühner hörte, fing man eben früher oder später auch an mit seinem Hund zu reden.
Der Farmer zog eine kleine Taschenuhr aus seiner Weste, warf einen schnellen Blick darauf und sprang vom Holzzaun wieder herunter. Es wurde langsam heller, also war es an der Zeit, sich um die Felder zu kümmern. Er war nicht ganz bei der Sache. Seit Tagen überlegte er, welchen Teil seiner Arbeit er überhaupt komfortabel an einen Fremden abgeben konnte. Er würde ihn einlernen müssen, nicht? Orin hatte keine Ahnung, wer der Kerl war, der bei ihm einziehen würde, und es würde bestimmt eine Weile dauern, bis er ihm wichtige Arbeit anvertrauen konnte, selbst, wenn das der ganze Sinn der Sache war. Aber er hing an seiner Farm. Es war nie leicht, ein Risiko einzugehen, und neue Leute bedeuteten immer Risiken.
Orin war jetzt schon damit beschäftigt, zwischen den Feldern her zu hetzen, um sicherzugehen, dass er die Farm für einige Tage sich selbst überlassen konnte. Die Option, den Fremden alleine als Aufsicht hier zu lassen, war nicht der Rede wert. Nein, er würde natürlich mitkommen. Es war immer besser, eine mehrtägige Reise durch die Wüste nicht alleine vorzunehmen, und Orin freute sich ehrlicherweise schon darauf, bei einem seiner Viehtriebe nicht drei Nächte lang Wache zu halten. Der Neue kam mit, keine Frage. Und wenn sie zurück waren… dann sollten sie die Obstbäume in Angriff nehmen und das Scheunendach reparieren. Genau.
Orin war so in Gedanken, so aufgewühlt, was diese baldige ungewohnte Situation anging, dass er seine Arbeit in einer vollkommenen Abwesenheit verrichtete, und gegen Nachmittag garnicht mehr genau wusste, was er schon alles erledigt hatte. Seit Tagen war er in dem Zustand. Das würde sich hoffentlich legen, bevor er anfing, Sachen doppelt und dreifach zu machen. Außerdem kümmerte er sich vielleicht nicht wirklich darum, welchen Eindruck er bei anderen hinterließ, aber ein wenig Kompetenz wäre von Vorteil, wenn er wollte, dass die Zusammenarbeit demnächst gut verlief. Vielleicht war er nervös, weil er sich Sorgen machte, dass der Fremde seine Farm abfackeln würde, aber vielleicht verspürte er auch eine Art dezenter Vorfreude auf etwas Gesellschaft. Nicht, dass er das zugeben würde. Er hatte hier alles voll und ganz im Griff und wollte sich nicht beschweren. Das Alleinsein war gut für die Zielstrebigkeit. Er hatte nur die Farm im Blick. Dass er sich ab und an Mal nach einem Drink mit jemandem sehnte, war etwas, dem er nicht viel Beachtung schenkte. Aber offensichtlich war das Bedürfnis trotzdem noch da, egal wie gut Orin es ignorierte, egal wie sehr es von anderen Sorgen überschattet wurde. Mit einer Herde Kühe hatte man halt auch nur begrenzt Spaß. Er würde sich trotzdem nicht zu sehr darauf einlassen, bevor er noch enttäuscht wurde.
Und damit widmete er sich wieder der Kontrolle des Sattelzeugs. Dass seine neue Aushilfe ihn auf Deltas Rücken in die Stadt begleiten würde, war für Orin selbstverständlich.
Der Farmer zog eine kleine Taschenuhr aus seiner Weste, warf einen schnellen Blick darauf und sprang vom Holzzaun wieder herunter. Es wurde langsam heller, also war es an der Zeit, sich um die Felder zu kümmern. Er war nicht ganz bei der Sache. Seit Tagen überlegte er, welchen Teil seiner Arbeit er überhaupt komfortabel an einen Fremden abgeben konnte. Er würde ihn einlernen müssen, nicht? Orin hatte keine Ahnung, wer der Kerl war, der bei ihm einziehen würde, und es würde bestimmt eine Weile dauern, bis er ihm wichtige Arbeit anvertrauen konnte, selbst, wenn das der ganze Sinn der Sache war. Aber er hing an seiner Farm. Es war nie leicht, ein Risiko einzugehen, und neue Leute bedeuteten immer Risiken.
Orin war jetzt schon damit beschäftigt, zwischen den Feldern her zu hetzen, um sicherzugehen, dass er die Farm für einige Tage sich selbst überlassen konnte. Die Option, den Fremden alleine als Aufsicht hier zu lassen, war nicht der Rede wert. Nein, er würde natürlich mitkommen. Es war immer besser, eine mehrtägige Reise durch die Wüste nicht alleine vorzunehmen, und Orin freute sich ehrlicherweise schon darauf, bei einem seiner Viehtriebe nicht drei Nächte lang Wache zu halten. Der Neue kam mit, keine Frage. Und wenn sie zurück waren… dann sollten sie die Obstbäume in Angriff nehmen und das Scheunendach reparieren. Genau.
Orin war so in Gedanken, so aufgewühlt, was diese baldige ungewohnte Situation anging, dass er seine Arbeit in einer vollkommenen Abwesenheit verrichtete, und gegen Nachmittag garnicht mehr genau wusste, was er schon alles erledigt hatte. Seit Tagen war er in dem Zustand. Das würde sich hoffentlich legen, bevor er anfing, Sachen doppelt und dreifach zu machen. Außerdem kümmerte er sich vielleicht nicht wirklich darum, welchen Eindruck er bei anderen hinterließ, aber ein wenig Kompetenz wäre von Vorteil, wenn er wollte, dass die Zusammenarbeit demnächst gut verlief. Vielleicht war er nervös, weil er sich Sorgen machte, dass der Fremde seine Farm abfackeln würde, aber vielleicht verspürte er auch eine Art dezenter Vorfreude auf etwas Gesellschaft. Nicht, dass er das zugeben würde. Er hatte hier alles voll und ganz im Griff und wollte sich nicht beschweren. Das Alleinsein war gut für die Zielstrebigkeit. Er hatte nur die Farm im Blick. Dass er sich ab und an Mal nach einem Drink mit jemandem sehnte, war etwas, dem er nicht viel Beachtung schenkte. Aber offensichtlich war das Bedürfnis trotzdem noch da, egal wie gut Orin es ignorierte, egal wie sehr es von anderen Sorgen überschattet wurde. Mit einer Herde Kühe hatte man halt auch nur begrenzt Spaß. Er würde sich trotzdem nicht zu sehr darauf einlassen, bevor er noch enttäuscht wurde.
Und damit widmete er sich wieder der Kontrolle des Sattelzeugs. Dass seine neue Aushilfe ihn auf Deltas Rücken in die Stadt begleiten würde, war für Orin selbstverständlich.
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