Embrace The Chaos (yuyuumyn & yeet)

    • Oliver war beschäftigt damit, eine gemütliche Position auf seinem Schreibtischstuhl zu finden und scrollte dann ein bisschen auf dem Desktop herum. Er schaute wieder auf sein Handy, als Archies Nachricht ankam. Mit einem Blick auf die Uhrzeit zog er die Augenbrauen zusammen. Das war jetzt wirklich nicht nötig. Manchmal war Archie ein bisschen aufdringlich. Aber er meinte es ja gut. Deshalb antwortete er: Ok, wenn du drauf bestehst.

      Während er wartete, stöberte er in den Schubladen seines Schreibtischs, suchte etwas, kramte herum. Ein weiterer Blick auf die Uhr. Archie schien ja bereits auf dem Weg zu sein, also würde es nicht lange dauern, bis er ankommen würde. Wäre es in Ordnung, ihn danach direkt wieder weg zu schicken? Oliver hatte diesen Abend wenig Lust auf Besuch. Nach einer Weile realisierte er, dass er seine Switch suchte, die im Wohnzimmer angeschlossen war und migrierte wieder nach nebenan. Schaltete aber erstmal den Computer und alles andere aus.
      Das Handy legte er neben sich auf die Couch, falls Archie nochmal schreiben würde. Ein Game auszusuchen war schwierig, während er wartete, aber er versuchte geduldig zu sein. Irgendwann war er auf der Suche nach einem kleinen Snack in der Küche, als ihm die Uhrzeit wieder in den Kopf kam. Kam Archie noch irgendwas dazwischen oder warum dauerte das so lange? Aber er hatte sich auch nicht nochmal gemeldet. …Und es war ja auch nicht so, als wäre der in den Nachrichten genannte Wald hier so nah, dass es für ihn eine tatsächliche Bedrohung darstellen würde. Richtig? Mit einem Eis am Stiel ließ sich Oliver zurück auf die Couch fallen und schrieb dann Archie: Also, wenn dir noch was dazwischen gekommen ist, ist nicht schlimm. Und einen Emoji dazu. Dann startete Oliver endlich ein Game und spielte in die Nacht hinein.

      push peace and keep it in motion
    • Die Zeit verging, doch von Archie kam an dem Abend kein weiteres Lebenszeichen... und schon bald ging die Sonne auf. Die Vögel begannen, den Morgen mit einem fröhlichen Lied anzukündigen, und das Café Sonnenkrume? Blieb zur großen Überraschung der treuen Stammgäste einfach geschlossen.

      Während draußen langsam Leben in die Straßen zurückkehrte, lag Archie zusammengerollt auf dem kalten Badezimmerboden.
      Sein Atem ging flach und unregelmäßig. Das Fieber brannte unter seiner Haut wie glühende Kohlen, und die Bisswunde an seiner Schulter pochte bei jedem Herzschlag heftiger.

      Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnete er langsam seine Augen. Für einen Moment wusste er nicht mehr, wie er überhaupt nach Hause gekommen war.
      Er versuchte, sich aufzurichten, doch als sich erneut ein heißer Schmerz durch seinen Körper zog, sackte er wieder auf den Boden zurück.
      Die Erinnerungen an das, was gestern passiert war, verschwammen vor seinen Augen. Alles war viel zu schnell gegangen — plötzlich war er in eine Gasse gezogen worden... diese riesigen Augen... und dann der Schmerz.

      Er schloss erneut die Augen und versuchte, seine Fassung wiederzuerlangen. Er musste aufstehen und die Bisswunde reinigen, bevor sie noch schlimmer werden würde.

      Er würde niemals jemandem davon erzählen ... nicht einmal Oliver.
    • Nachdem Archie dafür sorgte, dass Oliver gestern zu einer gottlos frühen Uhrzeit aufstehen musste, schlief er an diesem Tag wirklich sehr lange. So wie es eigentlich immer war, schellte auch heute kein Wecker. Und als Oliver endlich die Äuglein öffnete begrüßten ihn ein paar Sonnenstrahlen, die durch die rosafarbene Fensterdekoration für eine ganz zauberhafte Atmosphäre sorgte. Langsam stand er auf, machte sich fertig, zog sich an, checkte kurz seine To-Do Liste und um 11 Uhr machte er sich auf den Weg ein Frühstück zu besorgen. An so einem frischen Frühlingsmorgen (oder vormittag) hatte Oliver richtig gute Laune.

      „Was soll das denn..." Murmelte Oliver, als er wenige Meter vom Café Sonnenkrume entfernt war. Tür zu und Lichter aus. Was war bitte mit Archie los.

      Mit einem leichten Augenrollen lief er am Café vorbei und besorgte sich seinen Kaffee und Gebäck einfach woanders. Aber Archie blieb ihm in Gedanken. Deshalb schrieb er ihm: Schon frech, dass du mir gestern nicht mal abgesagt hast und dann werde ich am Morgen genötigt woanders zu Frühstücken. Ist alles ok bei dir?

      Oliver zündete sich eine Zigarette an bevor er sich wieder auf den Weg nachhause machte. Erst überlegte er, sich in das andere Café zu setzen und dort zu frühstücken, aber irgendwie fühlte es sich nicht richtig an. Und ein weiteres mal an dem geschlossenen Café Sonnenkrume vorbei zu gehen war auch irgendwie komisch. Irgendwas stimmte nicht und Oliver wollte einfach schnell wieder nachhause.

      push peace and keep it in motion
    • Neu

      Gerade als Archie wieder drohte, das Bewusstsein zu verlieren, vibrierte sein Handy auf den Fliesen neben ihm. Seine Augen öffneten sich, und mit einem zittrigen Finger tippte er auf das Display, um einen Blick auf die Nachrichtenvorschau zu werfen. Eine Nachricht von Oliver.
      Archie blinzelte. Dann blinzelte er noch einmal, bis sich sein Blick endlich auf den Text fokussierte.

      „Schon frech, dass du mir gestern nicht mal abgesagt hast. Und dann werde ich heute Morgen auch noch genötigt, woanders zu frühstücken. Ist alles okay bei dir?“

      Für einen langen Moment starrte der Rotschopf einfach nur auf das Display. Seine Gedanken waren noch immer durcheinander, aber wenn Oliver bereits wach war... wie lange lag er dann schon hier?

      Ein weiteres Mal versuchte er sich mit zusammengebissenen Zähnen aufzurichten und sich mit seinem Rücken gegen die kühle Badewanne zu lehnen.
      "Verdammt, reiß dich zusammen!", dachte er und nahm dann sein Handy in die Hand, um den Chat mit seinem besten Freund zu öffnen.
      Für einen kurzen Moment überlegte er, ob er Oliver nicht doch von dem Vorfall erzählen sollte.
      Doch diesen Einfall verwarf er ganz schnell mit einem leichten Kopfschütteln wieder. Aber was sollte er sonst tun? Ihn anlügen? Er hasste es das zu tun... aber ihm blieb wohl oder übel wohl keine andere Wahl.

      "Guten Morgen Oli, tut mir leid das gestern nichts mehr von mir kam.", begann er zu tippen und hielt dann kurz inne, um zu überlegen, wie er das nun erklären konnte. Er wollte...nein, der durfte sich nichts anmerken lassen.
      Noch immer pochte sein Kopf und seine Schulter loderte wie Feuer. Er brauchte dringend irgendwas gegen die Schmerzen, doch hatte nichts mehr da.

      "Ich habe Fieber. Hast du zufällig Zeit, mir später was von der Apotheke vorbeizubringen? Etwas für Fieber und Schmerztabletten. Natürlich nur, wenn es dir nichts ausmacht. Ich backe dir dann später als Dankeschön deinen Lieblingskuchen ganz allein für dich :)"