Winds of Fractured Fate [StardustArktos]

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      Aranea

      Der Morgen über Vorthan war grau und klar zugleich. Hohe Türme aus Stein und Metall ragten in den Himmel, von schwebenden Brücken durchzogen und leise summenden Energieleitungen. Über allem lag das stetige Dröhnen der Aegis-Antriebe, ein Klang, den man hier entweder liebte oder fürchtete. Aranea, von den meisten nur Nea genannt, stand allein in einer der äußeren Hangars der Eliteakademie. Der Boden unter ihren Stiefeln war kalt, die Luft vibrierte. Vor ihr ragte die Aegis-Armor Valkyra auf wie ein schlafender Riese. Dunkle Metallplatten überlappten sich präzise, durchzogen von kupferfarbenen Linien und schmalen, rot schimmernden Adern. In den Gelenken glühten die Windkristalle schwach, als würden sie von alleine atmen. Valkyra war kein gewöhnliches Modell. Sie war ein Experiment. Und Nea war die einzige, die sie bisher wirklich kontrollieren konnte. Nea legte die Hand gegen die kalte Panzerung. „Guten Morgen“, murmelte sie leise. Ihr silberweißes Haar war zu einem festen Zopf gebunden, einige Strähnen hatten sich gelöst. Ihre smaragdgrünen Augen wanderten prüfend über jede Naht und Verbindung. Sie übersah nichts, Zu oft hatte ein kleiner Fehler große Folgen gehabt. Unwillkürlich wanderte ihr Blick zu den feinen Narben an ihrer Schulter. Erinnerungen flackerten auf, Metall, das sich verkeilte, Alarmsignale, Schmerz. Sie verdrängte es und atmete tief durch. Pflicht zuerst! Nea war eine Aegis-Ritterin der Eliteklasse. Dafür war sie ausgebildet worden. Dafür hatte sie Jahre an der Akademie verbracht, hatte gelernt zu kämpfen, zu analysieren, zu fliegen, zu überleben. Sie glaubte an Schutz auch an Ordnung und an die Idee, dass Stärke dazu da war, Schwächere zu bewahren. Doch in letzter Zeit hatte sich etwas verändert. Während Techniker in sicherer Entfernung arbeiteten, überprüfte Nea selbst die letzten Systeme. Sie vertraute niemandem mehr blind, nicht, seit sie begann, an Vorthans Zielen zu zweifeln. Offiziell ging es um Verteidigung. Um Stabilität, Doch zu viele Einsätze hatten anders ausgesehen. Zu viele Städte in Trümmern.Zu viele notwendige Opfer... Ein leises Signal erklang. Valkyra war einsatzbereit. Nea schloss kurz die Augen. Für einen Moment ließ sie die Welt draußen verschwimmen. Sie spürte dieses vertraute Ziehen in ihrem Inneren und ein leises Vibrieren, wie ein Vorbeben. Ihre Vorahnung meldete sich. Keine konkrete Gefahr, nur ein Gefühl. Etwas kommt, dachte sie. Sie öffnete die Augen wieder und stieg in die Aegis-Armor. Die Systeme schlossen sich um sie, reagierten auf ihre Bewegungen, auf ihren Atem, auf ihren Willen. Die Welt wurde nun zu Anzeigen, Daten, Windströmungen und doch fühlte es sich natürlicher an als alles andere „Pilotensynchronisation stabil“, meldete eine Stimme. Nea richtete Valkyra auf. Die Sturmkanonen blieben deaktiviert, die Aegis-Klinge ruhte in Schwertform, zumindest noch „Startfreigabe erteilt“, sagte sie ruhig. Mit einem kräftigen Luftstoß erhob sich Valkyra vom Boden. Wind wirbelte durch den Hangar, lose Gegenstände klirrten. Nea steuerte die Armor mühelos und präzise, als wären sie eins. Hoch über Vorthan hielt sie kurz inne. Von hier oben wirkte die Welt klein. Beherrschbar und doch wusste Nea es besser. Sie war stark, Intelligent. Ausgebildet, Aber sie war nicht allmächtig und genau davor hatte sie Angst. Dass sie trotz all ihrer Kraft eines Tages zusehen müsste, wie alles zerbricht, unfähig, es aufzuhalten. Nea ballte die Hände in den Steuergriffen. „Nicht heute“, sagte sie leise. Valkyra beschleunigte und verschwand zwischen den Wolken, während irgendwo tief in ihr Zweifel und Entschlossenheit miteinander rangen...

      Doch dann...einige Stunden später..wurde der Himmel über Vorthan unruhig... Was als routinemäßiger Trainingsflug begonnen hatte, verwandelte sich innerhalb weniger Sekunden. Die Anzeigen in Valkyras Cockpit flackerten kurz, dann schrillte ein Warnsignal auf. „Energieabfall in den Windkristall-Gelenken“, meldete das System. Nea runzelte die Stirn. „Was? Das ist unmöglich, die Wartung war sauber.“ Noch bevor sie reagieren konnte, riss eine heftige Böe die Aegis-Armor zur Seite. Valkyra geriet ins Trudeln. Die Welt drehte sich, Wolken und Himmel verschwammen. Nea biss die Zähne zusammen.
      „Stabilisatoren! Jetzt!“Keine Antwort.... Ein harter Schlag fuhr durch den Panzer. Schmerz explodierte in ihrer Schulter, als die Synchronisation kurz aussetzte. Bilder flackerten in ihrem Kopf Sekundenbruchteile der Zukunft, unkontrolliert. Ihre Vorahnung überlud sich.... Zu viel… zu schnell… „Verdammt…“ presste sie hervor.Dann sah sie sie.. Schwarze Silhouetten brachen aus den Wolken, Aegis-Einheiten. Keine Notfallmarkierungen, keine Standardformation. Ihre Signaturen waren gedämpft, absichtlich verschleiert. „Unidentifizierte Einheiten im Luftraum“, meldete das System nun verspätet. Neas Herz schlug schneller. „Das sind… unsere“, flüsterte sie ungläubig. Ein Energieschuss streifte Valkyras Seite. Metall kreischte laut, rote Adern glühten hell auf. Nea riss Valkyra herum, aktivierte die Notdüsen und entging knapp dem nächsten Angriff. „Warum greift ihr mich an?!“ rief sie in den offenen Kanal. Doch sie bekam keine Antwort... Stattdessen öffneten zwei Einheiten gleichzeitig das Feuer. Sturmgeschosse schnitten durch die Luft, zerrissen Wolken und Wind. Nea aktivierte die Nebelschilde, ein schimmernder Schleier legte sich um Valkyra, absorbierte die magische Energie, flackerte aber gefährlich. „Ihr zwingt mich dazu…“, murmelte sie. Die Aegis-Klinge formte sich in Halberdenform, das Energiefeld summte tief. Nea stürzte sich in den Nahkampf, nutzte den Wind, drehte sich, schlug präzise zu. Eine gegnerische Einheit wurde getroffen, trudelte brennend davon. Doch dann veränderte sich der Himmel erneut. Ein tiefes Grollen hallte durch die Wolken. Aus einer dunklen Wolkenfront brachen Monster hervor, eine fliegende Kreaturen aus verdichtetem Schatten und Magie, mit Klauen aus Kristall und leuchtenden Mäulern. Sie waren keine natürlichen Wesen. Sie waren beschworen....oder freigesetzt. Neas Augen weiteten sich. „Was habt ihr getan…?“ Die Monster griffen wahllos an, egal ob Soldaten, Valkyra, alles. Ein chaotisches Schlachtfeld entstand hoch über der Welt. Blitze zuckten, Wind riss auseinander, Feuer explodierte. Nea spürte, wie ihre Vorahnung erneut ansprang. Zu stark.... Schmerz durchzog ihren Kopf. Sekunden verloren ihre Reihenfolge. Sie sah Angriffe, die noch nicht geschehen waren und andere, die schon vorbei waren. „Nicht jetzt…“ keuchte sie. Ein Monster rammte Valkyra frontal. Der Aufprall schleuderte sie nach unten. Alarmsignale überschlugen sich. Die Steuerung reagierte verzögert, dann gar nicht mehr.Die Welt kippte in einem einzigen Moment. Himmel wurde Erde. Nea schrie auf, als Valkyra unkontrolliert in die Tiefe stürzte, verfolgt von Feuer, Metall und brüllenden Kreaturen. Unter ihr öffnete sich ein zerklüftetes Land aus Felsen und Wald. Mit letzter Kraft aktivierte sie die Notverankerung.„Valkyra—Notfalllandung!“ Ein gleißender Blitz aus Wind und Energie. Valkyra schlug hart auf, riss Bäume mit sich, schabte über Felsen, bis sie schließlich zum Stillstand kam. Rauch stieg auf und Metall knisterte. Im Inneren saß Nea reglos, der Atem flach. Blut rann ihr an der Schläfe entlang. Ihre Gedanken waren zerfetzt, ihre Vorahnung verstummt. Langsam öffnete sie die Augen. Draußen hörte sie Schritte?

      @Stardust_Rose