☀ DRAGON AGE - DARK ARISEN ☀ [Sanjadi & Rheira ]

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    • Chronos

      Wahrscheinlich sollte er als Aristokrat deutlich fassungsloser über seine plötzlich Misere sein, aber er war es nicht. Wozu auch? Davon würde er wohl kaum seine Taschen füllen können und wer es jetzt noch nicht bemerkt hatte, würde es spätestens jetzt erkennen. Chronos war ein absoluter Stoiker. Eine Charaktereigenschaft, welche seinen Vater in den Wahnsinn trieb. Aber der Magier wurde schon immer von Pragmatismus getrieben und wahrscheinlich war es auch das was ihm oft genug den Hintern gerettet hatte, den leider war die Gefahrenwahrnehmung des jungen Mannes absolut grottig. Der Schwarzhaarige besaß nicht wirklich eine Mitte, entweder er sah die Welt mit absoluter Gelassenheit eines 100-jährigen Priesters oder er flippte vor Begeisterung aus, weil er ein altes staubiges Buch in einer vor Fallen triefenden Katakombe gefunden hatte. Er konnte über den Weltuntergang sprechen wie manche Leute monoton über das Wetter und im gleichen Atemzug einen ewigen Vortrag über eine seltene Magieformel rezitieren. Wahrscheinlich machte es das auch so schwierig mit ihm auszukommen...
      Dabei war der Magier sensibler als man dachte und wenn er jemanden mochte - was nicht oft vorkam - war er ein echtes Goldstück. So zumindest aus Sicht seiner Schwester. Ob das so stimmte, nun das konnte Chronos nicht bezeugen. Er sah sich aus dieser Perspektive ja schlecht selbst.
      Das der Wächter also seine Schulden mit Zinsen einforderte, ließ den Magier lediglich nicken. Überraschte ihn das? Nicht wirklich. Menschen waren vorhersehbar und genau deshalb zog er die Anwesenheit von Büchern und Tieren vor. Was sein sorgloses Leben anging, nun darüber ließ sich streiten.
      "Sofern man Tevinter als sorglos bezeichnen kann, scheint das im Verhältnis zu eurem Leben sicherlich zu stimmen." Chronos gähnte gelassen und nahm daraufhin die Schlüssel entgegen. "Habt Dank."
      So trennten sich also die Wege der beiden vorübergehend für die Nacht.
      Nun zumindest dachte er das....
      Als Chronos seine Tür aufschloss, weiteten sich seine eisblauen Augen überrascht. Er legte irritiert den Kopf schief, nickte dann aber und schloss die Tür wieder und klopfte dann an der Zimmertür seines unfreiwilligen Partners.
      Es mochte wahrscheinlich äußerst amüsant aussehen, mit welcher Ruhe und Gelassenheit Chronos die Geschichte schilderte, die er gerade 10 Sekunden erlebt hatte, aber ehrlich er war tatsächlich überrascht!
      "In diesem Zimmer vereinigten sich gerade ein Mann mit einem Bauch so groß wie Ferelden und eine Frau, ich glaube es ist eine Frau mit rotem Schnauzbart. Ich bin ehrlich gesagt sehr beeindruckt wie gelenkig die beiden in Anbetracht ihrer Körper sind, aber ich denke ihr solltet für dieses Zimmer euer Geld zurückfordern." Chronos reichte dem Wächter die Schlüssel. "Ich war Zeuge eines historischen Augenblicks von Fereldens Kultur, aber ich möchte das nicht noch einmal erleben." er schritt in das Zimmer des Wächters und blickte sich um. Nun....was sollte er dazu groß sagen?
      Dann hielt er inne und sah zu dem Wächter. "Oh, habt ihr Angst davor mit einer Abscheulichkeit das Zimmer zu teilen? Ich schwöre ich verwandle euch in keine Kröte und ich werde auch keinen Dämonen beschwören und böse Dinge mit euch anstellen."
      Mh, nein höflich war das nicht. Er legte den Kopf leicht schief, wirkte dabei so viel jünger als er eigentlich war und sah zu dem Wächter auf, der doch größer war als er selbst.
      "Darf ich hier bei euch bleiben?"


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    • Nero
      Trotz der unfreundlichen Stimmung im Gasthaus, sowie der unangenehmen Preisverhandlung mit der Herrin des Hauses, hielten die beiden nun endlich Schlüssel zu ihren jeweiligen Zimmern in den Händen.
      Nero sehnte sich nach Ruhe und Erholung und da schien es dem Tevinteraner wohl auch kaum anders zu gehen, weshalb sie auch kein größeres Interesse zu teilen schienen noch länger zusammen Zeit außerhalb ihrer Zimmer miteinander zu verbringen.
      Stattdessen bahnten sie sich ihren Weg zu besagten Zimmernummern, verabschiedeten sich kurz, bevor Nero in sein Zimmer eintrat, die Tür hinter sich wieder schloss und resignierend realisierte, dass bei seinem Eintreten sich definitv in der Ecke irgendetwas bewegt hatte. Na hoffentlich blieb es auch in der Ecke und entschied sich nicht in der Nacht auf Erkundungstour zu gehen... egal was es war...
      Nero war wirklich nicht wild darauf Bekanntschaft mit seinem Mitbewohner zu machen, weshalb der Antivaner auch bewusst sein Gepäck auf dem nächstgelegenen Stuhl ablegte und sich dagegen entschied hier irgendetwas auf dem Boden abzustellen...
      Wahrscheinlich konnte dieses Etwas eh klettern, aber er musste es ihm ja nicht zu einfach machen...
      Schließlich machte sich der Wächter daran seine Rüstung abzulegen.
      Sämtliche Rüstungsteile waren bereits entfernt und er machte sich soeben daran das helle Leinenhemd aufzuknöpfen, da klopfte es auch schon bereits an seiner Tür und der Antivaner hielt ein wenig irritiert inne.
      Er hob fragend eine Augenbraue und überbrückte den kurzen Weg zur Zimmertür um deren Klinke herunterzudrücken, die Tür aufzuschwingen und Chronos vor sich zu erblicken.
      Nero kam nicht einmal dazu eine Frage zu stellen, da schob Chronos sich förmlich an dem Wächter vorbei ins Zimmer, drückte ihn den Zimmerschlüssel in die Hand und schien bereits entschieden sich in diesem Zimmer mit einzuquartieren.
      Nero fehlten ehrlich gesagt ein wenig die Widerworte und während der Tevinteraner weitersprach, sich selbst als Abscheulichkeit bezeichnete und sich wohl erst gegen Ende seines Monologs besann, dass er den anderen wohl erst einmal fragen sollte... seufzte der Antivaner schließlich und verabschiedete sich soeben von dem Gedanken in einem ordentlichen Bett schlafen zu können. Wäre ja auch zu schön gewesen.
      "Ich muss euch vorwarnen... ich scheine bereits einen Mitbewohner zu haben. Wir wären also mindestens zu dritt hier drinnen."
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    • Chronos

      Obwohl Chronos in dieser sehr prägenden Zeit im Zirkel viel zu viel Zeit mit anderen Menschen und vor allem Mitbewohnern erlebt hatte, schien es ihm nach wie vor an Feingefühl zu fehlen. Er war einfach während seiner Erklärung in das Zimmer des anderen marschiert, bis ihm dann endlich selbst auffiel, wie unhöflich das eigentlich war. Man konnte Chronos viel vorwerfen, aber er hatte Anstand und vor allem Erziehung. So wandte er sich nach seinem Bericht über diesen beeindruckenden Moment von Fereldens Kultur an den Wächter und bemerkte erst jetzt, dass dieser seine Rüstung abgelegt hatte. Der Magier wusste nicht warum er sich eingebildet hatte, dass Wächter in Rüstungen schliefen, aber irgendwie war es doch beruhigend festzustellen, dass selbst ein Grauer Wächter wohl zu viel Metall als unbequem erachtete. Der junge Mann aus Antiva hatte einen beeindruckenden Körperbau. Er war nicht so breit gebaut wie es sein Kollege gewesen ist, aber dennoch beeindruckend trainiert. Das musste er wohl auch sein um so schwere Rüstungen durch die Gegend zu schleppen. Dennoch war Nero schlank und sicherlich hatte der Antivaner sehr viele Verehrerinnen unter den weiblichen Wächtern. Chronos hatte Augen im Kopf und konnte sachlich genug feststellen, dass der Dunkelhaarige ein sehr anschaulicher Mann war. Chronos war zwar glücklicherweise nicht so schlaksig wie es die meisten Magier waren, denn tatsächlich stimmte das Klischee, dass die meisten Magier regelrechte Grashalme in Wind waren, aber so trainiert war er bei weitem nicht. Ein Jammer. Er sollte tatsächlich mehr Sport machen. Der Tevinteraner erkundigte sich dann bei Nero, ob er bei ihm bleiben durfte. Begeisterung sah anders aus und das konnte Chronos ihm nun wirklich nicht verübeln. Aber der Wächter gestattete es ihm dennoch, berichtete aber von einem anderen Mitbewohner der hier bereits residierte. Neugierig sah sich der Magier um. "Achso?" interessiert steuerte der Magier eine Ecke mit einem beeindruckend großen Loch in der Wand an. Aus dem Lock lugte eine große Nase, die wackelte. "Jedes Lebewesen auf der Welt hat seine Daseinsberechtigung. Das Wesen war vor uns hier, wir übernachten also in seinem Revier." Chronos kniete sich vor das Loch. "Tut mir Leid, dass wir in euer Revier eingedrungen sind. Können wir für diese Nacht hier bleiben? Danach gehört das Reich selbstverständlich euch. Wir werden keinen Ärger machen." Chronos ernete ein kleinen Quiecken, ein Wackeln mit der Nase und das Wesen zog sich zurück. Der Magier lächelte leicht unter seiner Kapuze und erhob sich. Dann fiel sein Blick zu dem Bett und das Lächeln wechselte zu einem gequälten Anblick. "Kaufen in Ferelden alle beim selben Handwerker ihre Betten? Das Ding sieht aus wie das Bett aus dem Zirkel. Ich glaube mein Rücken ist in diesem Land um einige Jahre gealtert."


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    • Nero
      Die Neuigkeit, dass sie wohl einen weiteren Mitbewohner hatten, schien Chronos weniger zu schockieren und viel mehr Neugierde in ihm zu wecken, wodurch er sich sogleich auf die Suche nach dem kleinen Lebewesen machte und es wohl wenig später in dem Loch in einer der Wände entdeckte.
      In der Zwischenzeit hatte Nero die Zimmertür geschlossen, den Schlüssel von Chronos schlichtweg auf den nächstgelegenen Holztisch abgelegt, bevor er sich weiter daran machte sein Hemd aufzuknöpfen, um sich das Kleidungsstück vom Körper zu streifen, wodurch alles andere als makellose Haut zum Vorschein kam.
      Neros Oberkörper war sowohl von vorne als auch von hinten mit zahlreichen großen und kleinen Narben übersät, welche teilweise bei der Heilung nicht ganz so sauber wieder zusammengewachsen waren. Ihn kümmerte die Ästhetik nicht. In Antiva waren die meisten Krähen von Narben übersäht und man war in der Regel keine erfahrene Krähe, wenn man nicht mindestens ein Dutzend Nahtoderfahrungen vorweisen konnte. Über seine Schulter lugte Nero zu Chronos, welcher sich noch mit dem kleinen Tier zu beschäftigen schien und diesem beteuerte, dass sie es nicht allzu lange stören würden.
      So unauffällig wie möglich musterte der Antivaner die Statur und den Körper des Magiers und ertappte sich sogar bei der gedanklichen Frage ob der Mann mit dem pechschwarzen Haar unter dieser Kleidung abgesehen von den leuchtenden Tattoos eine makellose Haut verbarg... Vielleicht kam es daher, dass die ehemalige Krähe in ihren vergangenen Kreisen eben niemanden kennengelernt hatte, dessen Körper nicht vom Kampf gezeichnet war... aber tatsächlich empfand er es tatsächlich als... schön, wenn jemand kaum Narben hatte.
      Einen Moment zu lange harrte sein Blick auf dem anderen aus, ehe sich der Wächter erneut erinnerte wo sie hier waren und dass er natürlich nun keine Wechselkleidung mehr hatte, weil diese noch immer im Gästezimmer des Zirkels lag... Er würde seine Sachen wahrscheinlich wirklich nie wieder sehen. Bedauerlich.
      "Die Frage kann ich euch nicht beantworten. Seit ich nach Ferelden gekommen bin, hab ich entweder nur unterwegs, meist an Lagerfeuern geschlafen oder auf den Feldbetten im Camp der Grauen Wächter... Ferelden an sich ist mir dabei noch immer weitestgehend fremd... geschweige denn ihre mangelnde Handwerkskunst...", erwiderte der Wächter, während er sich selbst am Waschtisch eine Schüssel mit Wasser füllte und anschließend begann sein eben ausgezogenes Hemd in eben dieser Schüssel zu waschen und zu versuchen, den Dreck, Schweiß und ebenso das Blut von den Kämpfen herauszuwaschen.
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    • Chronos

      Chronos war sich ziemlich sicher mit dem kleinen Wesen Frieden geschlossen zu haben. Es war schließlich tatsächlich das Revier ihres fremden Mitbewohners und weder das von Nero noch von ihm. Der Magier hatte es schon immer gehasst, wenn Menschen sich das Recht herausnahmen alles ihr eigen zu nennen. Kein Wunder das die Elfen so schlecht auf sie zu sprechen waren. Sie hatten dazu mehr als nur einen Grund. In diesem Punkt war Chronos ohnehin ein ziemlich schwarzes Schaf, den er gehörte zu den wenigen Aristokraten, welche Sklaverei verabscheute und die Elfen in Tevinter mehr als seine Gesprächspartner betrachtete. Er liebte es den Geschichten ihrer Kultur zu lauschen, wünschte sich so sehr ihre Wälder zu erkunden und einmal in seinem Leben eine Halla zu sehen! Ob es auch schwarze Hallas gab? Nachdem der Magier sich vom Boden erhoben hatte und sein Leid aufgrund dieses absolut bemitleidenswerten Bettes geäußert hatte, war der Wächter dazu übergegangen sich umzuziehen und zu säubern. Tatsächlich war ein Grauer Wächter sicherlich anderes gewohnt und war froh über ein Bett, ganz gleich wie schäbig es war. Die Nacht auf dem Boden eines Lagerfeuers zu verbringen, ließ den Magier regelrecht erschaudern. Als der Schwarzhaarige sich aber Nero genauer ansah, erzählte dessen Körper genug Geschichten. Er hatte weitaus schlimmeres erlebt als eine Nacht auf dem Waldboden. Sein Körper war gezeichnet von Narben und Wunden, welche sich wie eine Landkarte über seinen Körper erstreckte. Zu jeder dieser Wunde gehörte eine Geschichte und ganz gleich wie grausam diese sein mochten, konnte Chronos nicht anders als diesen Mann vor sich als ´schön´ zu empfinden. Es war nicht diese malerische Schönheit, nicht irgendeine Form der Perfektion. Es war die Schönheit der Verletzlichkeit eines Menschen, der Sterblichkeit und der Bewusstheit jede Minute seines Lebens schätzen zu wissen. Gerne würde er ihn berühren, aber das war absolut unangemessen und schickte sich nun wirklich nicht. Schnell schüttelte Chronos den Kopf. "Ihr habt recht, das war unbedacht von mir. Ich sollte mich glücklich schätzen überhaupt ein Bett zur Verfügung zu haben. Ich bin verwöhnt, seht es mir nach." Chronos beobachtete wie der Wächter versuchte das Blut aus seinem Hemd herauszubekommen und blickte dann selbst an sich hinunter. Zum Glück trug Chronos nur schwarz, aber seine Robe war dreckig und...bei allen Göttern, er roch! Schlagartig wurde ihm bewusst, dass er nicht einmal Kleider zum Wechseln hatte ...
      Wow, er würde die Dunkle Brut und Templer allein mit seinem Geruch in die Flucht schlagen. Das wäre der peinlichste Sieg seines Lebens.
      Seufzend legte Chronos seine Robe ab, verbarg darunter glücklicherweise keinen dieser peinlichen Magierröcke, sondern eine schwarze etwas weitere Hose und Stiefel, darunter ein schwarzes Hemd. Zutiefst deprimiert betrachtete er seinen Mantel. Das war sein Lieblingskleidungsstück, ein einziges Desaster. Er legte dieses auf einen sehr wackelig aussehenden Holzstuhl, der an der Wand lehnte, entledigte sich seines Hemds und wartete darauf, dass Nero ihm die Waschschüssel überließ, sobald dieser fertig war. Im Gegensatz zu Nero erzählte sein Körper eine andere Art der Geschichte. Er war im Gegensatz zu den Magier des Zirkels nicht Weiß wie Tafelkreide, sondern besaß tatsächlich eine gesunde Hautfarbe, was seiner Herkunft zu verdanken war. Die Magier in Ferelden sahen in den Türmen ja nicht einmal das Tageslicht und waren dazu verdammt Kellerkreaturen zu werden. Kein Wunder das sie alle so viel älter aussahen....
      Chronos hatte sich regelrecht wie ein Kind zwischen den Novizen gefühlt, die wahrscheinlich deutlich jünger waren als er, aber wirkten als hätten sie schon ihre besten Tage hinter sich. Wahrscheinlich entsprach das auch der Wahrheit.
      Er besaß keine einzige Narbe auf seinem Körper, keinen Makel. Schlank, seine Muskeln zeichneten sich zart an ihm entlang, aber eine Sache stach heraus. Eine Sache die sein perfektes Bild zerstörte und in den Augen seines Vaters ein Grund war, ihm beinahe jegliches Erbe zu entziehen. Seine beiden Arme waren komplett mit Lyrium-Tätowierungen überzogen. Sie zogen sich in künstlerischen Linien an seinen beiden Armen entlang, bis über die Schultern zu seinen Schulterblättern. Die Muster waren der Verlauf seiner eigenen Adern. Sein Blick wanderte zu seinen schwarzen Stiefeln, was ihn noch schwerer Seufzen ließ. Wahrscheinlich war es besser das einzige was heil geblieben war, vorsichtig abzulegen. So legte er also sämtliche Armbänder, Ringe, Ketten und Ohrringe ab und legte diese auf den wackeligen Nachttisch neben dem Bett.


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    • Nero
      Er wusste nicht, ob er auf den Kommentar, dass Chronos verwöhnt sei, reagieren sollte... schließlich konnte er nicht ausschließen, dass der Tevinteraner das ernst meinte, es konnte aber auch durchaus sein, dass Sarksamus mit in seiner Stimme mitschwang... Nero tat sich manchmal mit Humor und Sarkasmus in anderen Kulturen schwer und wollte ebenso ungern anderen unnötig vor den Kopf stoßen, weshalb er sich entschied nur schweigend zu nicken.
      Nero hatte in der Zwischenzeit sein Hemd nach besten Gewissem ausgewaschen, mehrfach ausgewrungen und hängte es nun zum Trocknen an das Fenster, welches er geöffnet hatte, um das Kleidungsstück möglichst schnell trocknen zu lassen. Anschließend hatte er die Waschschüssel an Chronos weitergegeben, welcher nun ebenfalls sich seines Oberteiles entledigt hatte und der Antivaner natürlich nicht ganz umhin kam den anderen verstohlen zu mustern. Seine Vermutung hatte sich bewahrheitet. Glatte, makellose Haut, welche vermutlich unter einer Berührung sich weich anfühlen würde.
      Normalerweise würde man sagen, dass so die Haut von jemandem aussah, der noch nie in seinem Leben gekämpft oder gearbeitet hatte, doch dem widersprachen sowohl diese leuchtenden Armtattoos, als auch derKampf, den sie beide noch vor wenigen Stunden gegen dunkle Brut ausgefochten hatten.
      Zugegeben hielt ein Magier natürlich seinen Gegner auch stets auf Distanz... doch gar keine Narben am Körper zu tragen, war ein Zeichen dafür, dass er wohl ziemlich erfolgreich darin war den Abstand zu halten und seine Gegner gar nicht erst so nah an sich heranzulassen. Das war in der Regel nun einmal schwerer, als es in der Theorie klang.
      "Diese Tattoos auf euren Armen... sie haben geleuchtet, als ihr Magier gewirkt habt... ist das Lyrium in ihnen?", durchbrach Nero schließlich die Ruhe, während er seine Haare ein wenig zusammenband und anschließend begann mit einem feuchten Tuch seinen Oberkörper zumindest grob zu reinigen. Ein Bad wäre ihm zwar nach diesem Tag deutlich lieber gewesen, aber es war besser als nichts und er würde nicht mehr ganzso sehr nach Blut der dunklen Brut stinken... Es irritierte in der Regel seine Sinne ein wenig, wenn er selbst nach dem Feind stank.
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    • Chronos

      Der Magier wartete geduldig während Nero wohl versuchte irgendwie seine Kleidung halbwegs von all dem Blut und Dreck zu reinigen. Ein sinnloses Unterfangen, aber Chronos bewunderte den Optimismus des Wächters. Würde der Magier seinen Umhang nicht so sehr lieben, spielte er tatsächlich mit dem Gedanken diesen einfach zu verbrennen sobald er an Geld kam um sich andere Kleidung zu besorgen. im Augenblick aber war er arm wie eine Kirchenmaus. Nachdenklich blickte er von den starken Schultern des anderen doch dem Anstand geschuldet zur Decke. Das bereute er regelrecht, denn diese war beinahe so verschmutzt wie ihre Kleidung. Der Magier machte sich tatsächlich langsam Sorgen, ob sie die Nacht in diesem Raum überhaupt überlebten. Nicht die Dunkle Brut würde sie dahin raffen, nein es war die schimmelige Holzdecke dieses Zimmers. Chronos hatte den Blick schnell abgewendet und in der Zwischenzeit war auch sein unfreiwilliger Gefährte fertig - mehr oder weniger jedenfalls und überließ ihm die Waschschüssel. Wenigstens waren hier einige Tücher, die man verwenden konnte und so tat es der Schwarzhaarige dem anderen gleich und versuchte sich halbwegs zu reinigen. Plötzlich sprach ihn aber Nero an, woraufhin er ihn kurz ansah, sich dann aber wieder mit der Reinigung beschäftigte. "Ihr seid sehr aufmerksam. Sie sind tatsächlich aus Lyrium." antwortete er ihm aufrichtig. Ob sich der Wächter für Magie interessierte? In der Regel waren Nicht-Magier entweder abgeschreckt oder fasziniert. Es gab selten etwas dazwischen. Vielleicht hatte Chronos aber mit Nero auch einen neutrales Fabelwesen entdeckt, welches diese Regel sprengte? "Es ist tatsächlich so schmerzhaft wie es klingt.", kam es belustigt von dem Magier, während er das dunkel gewordene Wasser in der Schüssel betrachtete. Das war wirklich ein grausiger Anblick.


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    • Nero
      Also tatsächlich Lyrium... Nero war sich unsicher gewesen, hatte aber durch das blaue Leuchten und die Tatsache, dass sie aufleuchteten, wenn Chronos seine Magier wirkte, darauf getippt und während er vorher nie in Erwägung gezogen hätte, dass es überhaupt möglich war Lyrium in die Haut zu tättowieren... gab es wohl durchaus Mittel und Wege für alles... Und vermutlich war diese Praxis auch alles andere als üblich.
      Chronos hatte den Antivaner nicht nur bestätigt, sondern ebenfalls noch erwähnt, dass es wohl sehr schmerzhaft sei, was eine weitere Frage in Nero weckte, während er nach wie vor nicht ganz sicher war, was er davon halten sollte... wobei es ihm ja durchaus egal sein konnte. Schließlich waren die Tattoos auf dem Magier und nicht auf seiner eigenen Haut... Hatte jemand ihm diese Tattoos aufgezwungen oder hatte er sich freiwillig für sie entschieden?
      "Darf ich fragen... warum?", äußerte Nero schließlich vorsichtig und reinigte die letzten Zentimeter seines Oberkörpers grob, ehe er das Tuch beiseite legte und sich schließlich auf einen freien Hocker niederließ und seine Gliedmaßen leicht massierte um sie von den Strapazen des heutigen Tages etwas erholen zu lassen, spürte aber durchaus ein paar Verspannungen in seinen Schultern, die er womöglich nicht so leicht lösen könnte... schon allein weil Entpsannung mit einem weitestgehend Fremden in einem schäbigen Gasthauszimmer unweit von dunkler Brut alles andere als eine entspannte Situation war...
      Würde er sich in Ostagar wieder entspannen können, wenn er Duncan wiedertraf? Oderdoch erst wenn diese Verderbnis besiegt war und König Cailan mit den Wächtern den Erzdämon zur Strecke gebracht hatte?...
      An letzterem zweifelte Nero tatsächlich noch sehr... Fereldens König war ihm schlichtweg zu optimistisch was den Sieg über die Verderbnis anging und wenngleich dies logischerweise die erste Verderbnis war, die Nero selbst miterlebte... war ihm das ganze bisher zu... einfach vorgekommen. Und womöglich war es das auch, wenn man bedachte, wie die dunkle Brut am heutigen Tage in den Zirkel einmarschiert war ohne dass man genau sagen konnte, woher sie gekommen waren... und Nero hatte sie zu spät gespürt... das war es, was dem Wächter am meisten zusetzte... Warum hatte er nicht eher bewusst gespürt, dass sie näher kamen? Warum hatte er es vorerst auf die tiefen Wege geschoben?
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    • Chronos

      Ob es nun aufgeben oder schlichtweg die Erkenntnis war, dass er einfach nicht mehr sauberer wurde, hatte er das inzwischen unglaublich schmutzige Tuch zur Seite gelegt und sich abgetrocknet. Wenigstens hatte es zu dem Wasser eine Kernseife gegeben. Sie war zwar weder duftend noch ansatzweise wie die Seifen aus seiner Heimat, aber sie erfüllte ihren Zweck und der Magier fühlte sich nicht mehr ganz so sehr wie eine wandelnde dreckige Katastrophe. Vielleicht stank er jetzt mit einem Hauch von....mh...interessiert roch Chronos an dem weißen Stück Seife. Tatsache sie roch einfach nach gar nichts. Aber vielleicht vertrug sich der Schlammgeruch von Ferelden auch einfach nicht mit dem Geruh der blühenden Fauna, wer wusste das schon. Er legte die Seife zur Seite und gähnte leicht, während er zu dem Fenster blickte, welches sicherlich seit seiner Erbauung nicht einmal gereinigt worden war. Chronos hatte eigentlich damit gerechnet, dass sein schweigsamer Partner den Rest des Abends in Ruhe verbringen würde, aber dieser hatte sich als überraschend kommunikativ herausgestellt. Entweder wollte er einfach möglichst viel über eine eventuell potenzielle Gefahr wissen, die der Magier darstellte oder aber es interessierte ihn tatsächlich. Chronos war kein Freund des Smalltalks, allerdings sprach er leidenschaftlich gerne über Magie, weshalb er auch sehr offen und bereitwillig die Fragen des Wächters beantwortete. Warum sollte er Nero auch anlügen? Dazu gab es aus seiner Sicht keinen rationalen Grund. Er sah den Wächter weder als seinen Feind, noch als jemand der ihn zum nächsten Zirkel schlief. Schließlich waren Wächter nichts zwangsläufig auch Templer. Wobei solche gab es darunter sicherlich auch. Der Wächter hatte ihn allerdings aus einem Zirkel herausgeholt. Es bestand also Hoffnung, dass der Magier nicht direkt im nächsten landete. "Es ist kein Geheimnis oder eine dramatische Geschichte, falls ihr euch darum sorgt.", entgegnete Chronos gelassen und blickte zu Nero. "Ich bin von Natur aus sehr neugierig auf jegliche Art der Magie und recht pragmatisch veranlagt. Darum trage ich auch keinen Stab mit mir herum und wirkte meine Magie ausschließlich mit den Händen. Das Erlernen ist zwar schwierig, aber ich hatte keine Lust einen Stab herumzutragen. Ich habe von einer alten Elfenmagie gehört, welche in der Lage ist Lyrium direkt in den Körper zu leiten. Ich bin demnach nicht zwangsweise auf Tränke angewiesen, sondern kann Lyrium direkt anzapfen. Ich bin im großen und ganzen alles was einen Templer weinen und einen Zirkelmagier erschaudern lässt. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich nicht gerade beliebt in diesem Tempel war. " Chronos legte den Kopf leicht schief. Was er Nero aber nicht erzählen würde war, dass er keine Ahnung gehabt hatte, ob diese Lyrium-Geschichte überhaupt funktioniert. Er hatte nur Geschichten von einem Magister gehört, welcher dies einmal tatsächlich angewendet hatte und Chronos hatte geglaubt, beinahe dabei drauf zu gehen. Die Schmerzen waren nicht von dieser Welt gewesen und er hatte bei dem Prozess einen kurzen Moment einen Riss in den Schleier gerissen, nichts was man also zwangsläufig wiederholen sollte. "Nun bin ich an der Reihe.", interessiert sah er nun zu Nero. "Wie kommt es, dass ihr ein Grauer Wächter geworden seid. Tut mir Leid euch das zu sagen, aber ihr wirkt nicht ganz so heroisch wie euer Begleiter, sondern eher wie jemand der sich nicht unbedingt gerne an Regeln hält. Nehmt es als Kompliment, ich halte mich schließlich seid ich Laufen kann an keine Regeln."


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    • Nero
      Es klang tatsächlich unfassbar schmerzhaft sich Lyrium in den Körper injizieren zu lassen und da hatte Nero noch nicht einmal eine Ahnung wie es sich überhaupt für einen Magier anfühlen musste, auf diese Art und Weise stets eine Lyrium Quelle mit sich zu tragen.
      Nero würde es nie nachvollziehen können und das war auch in Ordnung so... Magier schienen außer in Tevinter in nicht wenig Ländern alles andere als einen guten Ruf zu genießen, allem voran in Ferelden nicht. Dementsprechend gab es für sie wahrscheinlich nur zwei optionen:
      sich der Unterdrückung zu unterwerfen oder mit eigenen Mitteln dagegen anzukämpfen... und Chronos hatte sich definitiv für die zweite Option entschieden.
      So wie es im Zirkel schien hatte der Tevinteraner schon mehrere Fluchtversuche hinter sich und wenn man bedachte, dass er nicht unbedingt schwach war, der gesamte Turm diese Fluchtversuche aber kannte und Chronos kurz vor einer Läuterung gestanden hatte, konnte sich Nero kaum ausmalen, wieviele Versuche es in der Vergangenheit gegeben hatte... Er fühlte beinahe mit dem Magier...
      "Es klingt auf jeden Fall sehr experimentell...", äußerte Nero schließlich seine Gedanken bezüglich der Lyriumtättowierung und hegte keinen Zweifel daran, dass diese Praxis nicht wenig Risiken mit sich brachte...
      Nun hatte der Antivaner allerdings aus Neugierde ein Gespräch ins Rollen gebracht und natürlich nutzte Chronos das sogleich um ebenso etwas über den Wächter zu erfahren... was er ihm natürlich nicht verdenken konnte. Es war nur fair auch etwas über sich zu erzählen, wenn Nero kurz zuvor eine Antwort von Chronos über seine Vergangenheit erwartet hatte.
      Der Antivaner lehnte sich also in seinem Stuhl ein wenig mehr zurück und dachte über seine Antwort nach, ehe er sich entschied dem Magier diese auch zu geben.
      "Die Wächter sind bei weitem nicht so heldenhaft und ehrenvoll, wie sie in den Legenden immer dargestellt werden... Ja, wir bekämpfen die dunkle Brut und die Verderbnis... trotzdem haben alle Wächter ihre eigene Vorgeschichte und nicht wenig von uns sind bei den Wächtern, weil es ihre letzte Chance war am Leben zu bleiben.", erklärte Nero in Ahnlehnung an das Konskriptionsrechts, welches schließlich auch zu seiner Rekrutierung geführt hatte. Wäre Duncan damals nicht an diesem Tag erschienen und hätte ihn gerettet... würde er nicht mehr am Leben sein. Und die meisten Wächter die das Beitrittsritual überlebten konnten ähnliche Geschichten erzählen... Wer den Wächtern beitrat, weil er sie aus den Geschichten kannte und dachte, dass sie ehrenvolle, reine Helden waren... wurde entweder innerhalb kürzester Zeit von der Realität überwältigt... oder überlebte das Beitrittsritual gar nicht erst.
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    • Chronos

      Als sie über seine Lyrium-Male auf dem Körper sprachen blickte Chronos an seinen Armen entlang. Ohne Frage war es ziemlich modisch, allerdings hatte er sich während des Prozesses mehr als nur einmal gefragt, ob er zu weit gegangen war. Er erinnerte sich an die grauenhaften Schmerzen. Wie sich das Lyrium in seine Haut gebrannt hatte, wie er geglaubt hatte, jetzt den Punkt erreicht zu haben aufgrund seiner Neugier ins Gras zu beißen. Er hatte es überstanden, aber die Schmerzen hatte er bis heute nicht einen Tag vergessen. Es gab Momente da war seine Haut so empfindlich, dass er sie selbst kaum beim Waschen berühren konnte. Chronos wollte Macht, er wollte dem Wesen der Magie näher kommen, aber leider unterschätzte er die Konsequenzen zu oft. Mangelndes Gefühl von Angst und Furcht war keine heroische Eigenschaft, sondern oft einfach nur Dummheit. Sein rebellisches Verhalten, seine Liebe zu Magie sie war oft sehr leichtsinnig und doch schien es wie ein inneren Drang, eine Sucht. Eine Sucht die er nicht bekämpfen konnte. Vielleicht war er ja doch eine Abscheulichkeit wie er hier in Ferelden bezeichnet wurde? Vielleicht sogar besessen? Aber Macht bedeutete das man Dinge ändern konnte. Dinge in seiner Familie, in seiner Heimat, in dieser Welt. Ohne Macht blieb man schwach.
      Wenn er schwach war, konnte er niemanden beschützen....
      Er musste dringend nach Tevinter zurück. Aber jetzt war er nun einmal hier mit Nero und ganz ehrlich? Er hatte mit seinem Reisegefährten ziemliches Glück. Mit einem Wächter legte sich in der Regel niemand an und ein Wächter würde ihn sicher durch Ferelden bringen können, ohne das ihn der nächste Templer in einen Zirkel schliff. Chronos wusste, dass er problemlos einen Templer töten könnte, aber er war kein Mörder. Er wollte nicht das Monster sein, dass man hier in ihm sah.
      Dieses Jahr im Zirkel war nicht spurlos an ihm vorbei gegangen, ganz im Gegenteil. Ganz gleich wie pragmatisch, gelassen und ruhig der Magier auch wirkte, es waren Dinge geschehen die nicht hätten geschehen sollen.
      Vielleicht wäre ihm vieles erspart geblieben, hätte er sich für eine gewaltsame Flucht entschieden. Chronos wusste, dass er dazu in der Lage war, aber...
      Er atmete tief ein. Nun was geschehen ist, ist geschehen. Chronos war in der Regel weder ein Nostalgiker noch hing er traumatischen Erlebnissen nach. Es half ihm nicht weiter und daher legte er sie in der Regel ad acta. Nun in der Regel.
      Um sich von den Gedanken abzulenken und weil er ehrlich gesagt wirklich neugierig war, stellte Chronos nun seiner Begleitung eine Frage. Nero schien ihm erfreulicherweise antworten zu wollen.
      Interessiert lauschte Chronos den Worten des anderen. Zugegeben hatte Nero eine äußerst angenehme Stimme. Der Magier hatte einmal gehört, dass Antivaner alle geborene Sänger und Romantiker waren. Was wohl einfach an diesem zugegeben sehr attraktiven Akzent lag. "Das ergibt Sinn. Verbrecher und Leute die nichts mehr zu verlieren haben zu rekrutierten ist äußerst schlau. Sie können in der Regel problemlos ihr Leben lassen, weil sie eben nichts zu verlieren haben und solche Leute werden normalerweise nicht vermisst. Es danach zu aussehen zu lassen, dass die Wächter allesamt Helden ohne Fehl und Tadel sind, schmückt das Ganze ziemlich aus. Meinen Respekt, das ist wirklich nicht dumm." Lange sah Chronos den anderen einfach nur an. "Allerdings glaube ich das ihr jemand seid, den man nicht einfach aus der Geschichte tilgen kann. Ihr seid sehr geheimnisvoll verehrter Wächter, das macht euch wahrscheinlich auch so interessant." dann aber streckte der Magier seine Arme in die Luft, dehnte sich ein wenig und gähnte leise. "Aber so spannend ihr auch seid, mir fallen die Augen zu. Hättet ihr etwas gegen Schlaf einzuwenden? Wie versprochen verwandle ich euch in keinen Frosch."


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    • Nero
      Chronos' Blick sprach Bände und Nero konnte sich denken, dass dieser ungewöhnliche Eingriff definitiv seine Spuren hinterlassen hatte und mit Sicherheit auch nicht wenig Risiken barg, die womöglich sich auch bewahrheitet hatten...
      Allerdings würden Fragen in diese Richtung definitiv zu persönlich werden und er glaubte auch nicht, dass der tevinteranische Magier ihm Fragen diesbezüglich genauer beantworten würde.
      Es war erstaunlich genug, wieviel der Mann bereits mit ihm geteilt hatte und wenngleich Nero noch immer nicht ganz sehen konnte, weshalb Duncan den Chronos als potentiellen Anwärter für die Wächter sah... musste der Antivaner durchaus zugeben, dass er ja selbst bei sich nicht verstanden hatte, wiese der ältere graue Wächter ihn ausgewählt hatte.
      Als sie schließlich damals beim Initiationsritus standen und erfuhren, dass die Chance gar nicht mal so gering war, dass sie sterben würden allein nur dabei den... Trunk zu trinken... hätte Nero schwören können, dass er wohl auf diese Art und Weise die Welt verlassen würde. Und plötzlich war er sich nicht mehr sicher gewesen, ob die Guillotine nicht doch die bessere Wahl gewesen wäre.
      Klar... in Antiva hätte man vielleicht ein kleines Spektakel aus seiner Köpfung gemacht, aber zumindest wäre es schnell gegangen... und doch hatte Nero den Initiationsritus mit einem anderen Anwärter zusammen überstanden... nur damit letzterer knapp zwei Wochen später von einem Oger in zwei Teile gerissen werden konnte...
      Mal sehen wie lange er selbst noch überleben würde...
      "Geheimnisvoll, hm?", wiederholte Nero mit einem süffisanten leichten Grinsen um die Lippen, während er den Worten von Chronos lauschte und dieser es beinahe so klingen ließ, als wäre der Antivaner irgendeine mysteriöse Hauptfigur aus einem Roman, wenn es doch von der Realität nicht weiter entfernt sein konnte.
      "Ich denke wir spielen durchaus eine deutlich kleinere Rolle im Schicksal des Weltgeschehens, als dass nicht jeder einzelne von uns leicht aus der Geschichte getilgt werden kann, ohne das wir schnell ersetzt werden können... Die Götter vielleicht... womöglich der Erbauer oder Andraste... aber wir tragen wenig bei um irgendetwas zu ändern.", erwiderte Nero fast schon zynisch, stimmte aber schließlich Chronos zu, dass sie endlich schlafen sollten, weshalb Nero sich wieder von seinem Stuhl erhob und sich eines von zwei Kissen von dem Bett schnappte, auf den Boden warf und sich schließlich auf dem modrigen Holzuntergrund niederließ, mit den Armen hinter seinem Kopf verschränkt, während er an die baufällige Decke starrte.
      "Ihr würdet euch selbst keinen Gefallen tun, wenn ihr mich in egal was verwandelt... schließlich wird es ohne mich deutlich schwieriger durch Ferelden zu reisen."
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    • Chronos

      Chronos gähnte noch einmal herzlich, hoffte dabei inständig das ihm nicht irgendein fereldisches Krabbeltier in den Mund flog und blickte zu ihrem Fenster. Dieses schäbige Zimmer besaß nicht einmal irgendeinen Stofffetzen an den Fenstern, die man Vorhänge hätte schimpfen können. Sie würden wohl mit allem was so vor ihrem Fenster passierte in die Nacht starten. Hoffentlich klebte kein Betrunkener an ihrer Fensterscheibe. Er würde es dem Typen von vorhin durchaus zutrauen, dass dieser nach Rache sinnt und aufs Dach stieg. Allerdings mangelte es ihm sowohl an Intelligenz als auch an Körperkraft. Er würde also direkt in den Tod stürzen, wenn er es denn überhaupt auf das Dach schaffte. Eine Leiche direkt am nächsten Morgen zu erblicken, war dann doch etwas zu sehr Tevinter. Nur mit weniger Blut und Bannkreisen. Ganz gleich wie sehr er seine Heimat vermisste. Er brauchte keine billige Nachmache davon. Nero schien es zu amüsieren, dass ihn Chronos als geheimnisvoll betitelt hatte, woraufhin ihn der Magier fragend ansah. War das so abwegig? Es war ja nicht so als würde ein Wächter mit seinem Tagebuch spazieren laufen und jeden hineinblicken lassen. Bis vor einem Jahr hätte Chronos ja auch niemals geglaubt überhaupt einen Grauen Wächter zu Gesicht zu bekommen und nun hatte er hier sogar einen aus Antiva. Vielleicht war Nero einmal eine Krähe oder einer dieser Handelprinzen? Chronos sah den Schwarzhaarigen daraufhin noch einmal genauer an, aber eine Antwort darauf würde er sicherlich nicht bekommen. Es war schon beachtlich genug, wie viel ihm der andere verraten hatte. Der Magier schien allerdings ein Thema aufgerissen zu haben, auf das sein antivarischer Reisegefährte nicht so erfreut reagiert. "Ich brauche keine Hauptrolle und mir könnte das Weltgeschehen nicht egaler sein. Ich kann nur das verändern was vor meinen Augen passiert und wenn ich das schaffe, habe ich mehr erreicht als irgendein Heiliger es je gepredigt hätte. Dafür braucht man weder den Erbauer, noch Andraste oder den Schwarzen Göttlichen." Chronos war amüsiert. "Werde ich nun wegen Ketzerei verbrannt?" Nun verbrannt oder nicht, sie mussten schlafen. "Ah, ich mag euren Pragmatismus." entgegnete Chronos fast vergnügt auf die Worte des anderen, was seine eventuelle Verwandlung anbelangte, war dann aber doch sichtlich verwirrt als sich der andere auf diesen wirklich widerlichen Boden legte. Er brauchte den Wächter nicht in irgendetwas zu verwandeln, er würde sich dort unten keine Ahnung was einfangen...
      Der Magier stand auf, stellte sich vor den anderen und sah zu ihm hinunter. Dabei fielen ihm einzelne schwarze glänzende Haarsträhnen ins Gesicht.
      "Sagt mir bitte nicht ihr habt Probleme damit euch mit einem Mann ein Bett zu teilen oder habt ihr eine Vorliebe für modrige Fußböden? Falls letzteres der Fall sein sollte, tut euch keinen Zwang an. Allerdings braucht ihr euch nicht sorgen, solltet ihr euch doch das Bett mit mir teilen wollen. Ich wurde im Zirkel so oft angefasst, dass ich mich freue, wenn in der Nacht mal die Hände bleiben wo sie sind. Ihr braucht also keine Angst haben." daraufhin wandte sich der Magier von ihm ab und steuerte das genauso furchtbar aussehende Bett an. Was der Wächter nun tat würde er ihm überlassen. Chronos hatte ihm angeboten nicht auf dem Boden zu schlafen. Würde er es doch tun wollen, dann nur zu. Er würde jedenfalls definitiv auf keinem harten Fußboden nächtigen oder dem Wächter anbieten stattdessen auf dem Boden zu schlafen.


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      Nero
      Ohne Frage hatten sie beide bereits einiges im Leben gesehen, sodass jeder von ihnen seine eigene Sicht auf das ihre Rolle im Schicksal hatte und während Nero sehr zynisch an das Thema ging, schien Chronos zumindest seine eigene recht optimistische Sichtweise zu haben. Vielleicht brauchte man auch manchmal einfach jemanden an seiner Seite um gemeinsam das Schicksal zu verändern... wer wusste das schon?
      "Ketzerei? Nun... wer weiß schon, was für höhere Mächte tatsächlich hinter allem stehen... und ob es überhaupt welche gibt. Ich wüsste also nicht einmal welcher Art der Ketzerei ich euch bezichtigen sollte, ohne selbst bezichtigt zu werden..."
      So oder so hatten sie beide nach solch einem Tag Schlaf mehr als nur nötig und die Tatsache, dass sich alles an diesem Tag so rasant entwickelt hatte und sie noch vor vierundzwanzig Stunden beiden im Zirkel der Magi gewesen waren und weder Kontakt mit dunkler Brut gemacht hatten, noch gegen Templer kämpfen mussten... war in gewisser Weise seltsam und stimmte nachdenklich.
      Wer wusste schon was die folgenden Tage, wenn sie nach Ostagar zurückkehrten, mit sich bringen würden... insbesondere da Nero sicher nicht damit gerechnet hatte nun einen tevinteranischen, recht unberechenbaren Magier als Wegbegleitung zu haben.
      Nero hatte sich nun eines der Kissen des Bettes genommen und auf den Boden gelegt, um sich darauf niederzulassen, erntete dafür aber einen verdutzten Blick des Magiers, welcher sich sogleich darüber auslassen musste, dass Nero sich kein Bett mit dem anderen teilen wollte, woraufhin der Antivaner leicht eine Augenbraue hob und das Bett, sowie seine Begleitung musterte und anschließend den Kopf schüttelte.
      Das Bett war recht schmal und wirkte tatsächlich kaum gemütlicher, als der Boden... zumal Nero grundsätzlich kein Bett teilte... oder besser gesagt, niemanden so nah neben sich schlafen ließ.
      Vielleicht waren es einfach Angewohnheiten aus seiner Zeit als Krähe... oder es war gesunder Menschenverstand nach Jahren des Verrats. Nein, Nero teilte kein Bett... mit niemanden, unabhängig des Geschlechts und der Attraktivität. Doch um bei seiner Antwort nicht ganz so restriktiv zu klingen, entschied sich Nero nur für ein einfaches:
      "Nein danke...", ohne sich weiter erklären oder rechtfertigen zu müssen. Stattdessen schob er den einen Arm unter seinen Kopf als Stütze und den anderen Arm unter das Kopfkissen mit einer kurzen Klinge im direkten Griff.
      "Wir sollten morgen gen Süden zuerst nach Lothering ziehen und uns dort ein wenig umhören und Vorräte aufstocken, bevor es nach Ostagar geht. Das Camp in Ostagar ist nicht gerade... luxuriös..."
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      Chronos

      Chronos zuckte nur mit den Schultern, als sein unfreiwilliger Gefährte das Angebot ablehnte nicht auf dem Boden schlafen zu müssen. Der Magier würde sich nicht beschweren, so hatte er das Bett für sich. Wenn der Wächter eine Vorliebe für schäbige Fußböden hatte, wollte er ihn nicht davon abhalten dort zu nächtigen. Wahrscheinlich war es auch einfach nur gesundes Misstrauen. Jemand wie Chronos der leider Gefahren mit Neugier statt Vorsicht begegnete würde solch eine Denkweise gut tun. Es wäre schon einmal ein Anfang selbst dem Tod nicht vollkommen unbeeindruckt zu begegnen, aber dazu müsste er noch ein wenig an seiner Gefühlswelt arbeiten. Ziemlich selbstsicher hatte der Magier also das Bett angesteuert, blieb davor aber stehen und betrachtete es vollem ungehemmten Unmut. Das hier war eine einzige Katastrophe. Chronos konnte es noch immer nicht fassen, dass man für so eine Bleibe auch noch zahlen musste. Da er aber schlafen musste und ehrlich gesagt nicht gerade jemand war, der heroisch Wache halten würde, legte er sich nun doch auf das Bett. Der Magier war bei weitem nicht schwer, aber das Geräusch welches das Bett von sich gab, ließ ihn glatt wie ein Oger erscheinen. Es folgte ein merkwürdiges Geräusch. Klang nach Holz und ....
      In der Mitte war eine Holzlatte morsch geworden und offenbar hatte es nur noch darauf gewartet ein Opfer zu finden, denn es krachte und Chronos fand sich zwar mit dem Hintern auf der Matratze wieder aber dies auf dem Boden. Der Fußteil war noch oben, ebenso wie der Kopf.
      Mit einem vollkommen unbeeindruckten Gesicht sah er zu dem Wächter. "Bitte sagt darauf einfach nichts."
      Er wusste nicht ob sein Abenteuer Stoff für Geschichten war wenn er zurück in Tevinter war oder ihm einfach eine Lehre sein sollte, sich nie wieder über das langweilige Dasein eines Aristokraten zu beschweren. So gut er konnte versuchte er in dieser Position eine bequeme Stelle zu finden. Irgendetwas piekte ihn in die Seite.
      Bei den Götter....er hasste Ferelden.
      "Oh, ihr wollt mich von all dem Luxus hier in ein muffiges Camp mitnehmen? Ich bin entrüstet. Wie soll ich nur ohne dieses Schloss hier zurecht kommen?" Chronos zog aus der Matratze ein Stück Holz. Ah, das hatte ihn also gepiekt? Zumindest hoffte er das...


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      Nero
      Kaum hatte Chronos versucht sich auf dem schäbig aussehenden Bett niederzulassen, hatte dieses tatsächlich krachend nachgegeben und Nero richtete sich vom Boden ein wenig auf um zu seiner Reisebegleiung hinüber zu schauen, welche förmlich in den Bruchstücken des Möbelstücks versunken war. Noch bevor der Wächter etwas sagen konnte, warnte ihn der Tevinteraner einfach zu schweigen, weshalb der Dunkelhaarige nun nur zusah, wie der Magier versuchte dennoch in diesem Schutthaufen einen gemütliche Position zu finden... plötzlich wirkte der Boden tatsächlich wie die angenehmere Alternative im Vergleich dazu...
      Und umso besser war es, dass sie sich das Bett nicht teilen wollten... das hätte das Möbelstück definitiv noch weniger aushalten können. Aber diese beiden Faktoren würde Nero ihm jetzt mit Sicherheit nicht noch unter die Nase reiben... das war dem Magier vermutlich ebenfalls bewusst.
      Stattdessen begann Chronos sich sarkastisch darüber zu äußern, dass diese Situation ebenfalls weit von Luxus entfernt war und Nero verstand durchaus, dass er vielleicht in Ostagar doch weniger Probleme haben würde...
      "Nun gut, dann macht euch selbst ein Bild von Ostagar... womöglich könnt ihr dennoch einige Parallelen zu eurer Zeit im Zirkel ziehen... Privatsphäre ist dort schließlich auch nicht unbedingt gegeben... aber wenigstens brechen die Betten nicht so schnell zusammen, wie das hier..." Es war tatsächlich fraglich wie genau dieses Gasthaus wirklich überlebte. Die Gastwirte waren unfreundlich und forderten hohe Preise, die Zimmer waren schäbig und entweder man fand bereits inflagranti andere Gäste in seinem Bett vor oder das eigene Bett war gar nicht erst stabil genug, damit überhaupt irgendjemand etwas in diesem Bett erleben konnte.
      Vermutlich würde sogar die dunkle Brut auch einen großen Bogen um dieses Gasthaus machen, einfach weil es selbst ihnen nicht wirklich ein gutes Gefühl gab...
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