tempest of the blue [Arktos & Domino]

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    • tempest of the blue [Arktos & Domino]


      Nach den Ereignissen auf Enies Lobby und der Niederlage gegen die Strohhüte, wurden die ehemaligen Agenten der Cipherpol Nummer 9 für alles verantwortlich gemacht, um letztlich dafür von der Weltregierung gejagt zu werden. Fortan lautete ihr Ziel zu überleben, der Marine zu entkommen und vielleicht doch noch einen Weg finden, wieder zurück zu Cipherpol zu kommen. Waffen ohne Zweck hatten letztlich nun einmal eben keine Daseinsberechtigung. Während ihrer Flucht gelang es ihnen, eine Verschwörung, die Spandine, der ehemalige Oberbefehlshaber der CP9, gegen die Regierung angezettelt hatte, zu vereiteln, sodass Lucci einen Deal mit der Regierung aushandeln konnte und ihnen in Aussicht gestellt wurde, zur Cipherpol zurückkehren zu können. Die einzige Bedingung lautete allerdings, dass sie zuvor ihre Nützlichkeit unter Beweis stellten. Aus diesem Grund wurde Kalifa schließlich zur Marine geschickt, um dort für die nächsten Monate zu dienen.

      "Fear of death is worse than the death itself"
      by Shuichi Akai

      "Lächle. Du kannst sie nicht alle töten."

    • Der Wind fuhr durch Kalifas Haar, während sie an Deck des Schiffs stand und den Blick genauso eisig über die Basis schweifen ließ, auf die sie zufuhren. Die Marinebasis G-2 lag eher am Ende des Paradieses als am Anfang, allerdings zwei Seetage vom Marineford entfernt, sodass man sich nicht allzu sehr ins Gehege kam – und an genau diesem Ort würde sie die nächsten Monate stationiert sein. Erbärmlich sich mir allerlei niederem Gewürm abgeben zu müssen, statt wirklich wichtige Missionen für die Regierung auszuführen, doch es war nicht so als hätte sie großartig eine andere Wahl. Wenn sie zu Cipherpol zurückwollte, dann musste sie da durch – und letztlich würden auch ihre Kollegen etwas ähnliches durchmachen müssen, daher war aufgeben nun wirklich keine Option. Egal was man Lucci auferlegte, er würde es sicherlich meistern, also konnte sie nicht einfach scheitern, wenn sie weiterhin mit ihm arbeiten wollte – und es gab nichts was sie mehr wollte. Also musste sie da durch, selbst wenn das bedeutete, dass sie bei der Marine dienen musste. Wenigstens hatten sie ihr keinen Mannschaftsrang zugeteilt, sondern einen Flagoffiziersrang. Flottillenamiralin war nun kein niedriger Grad und es bewahrte sie davor, sich dauerhaft mit dem ganz niederen Ungeziefer abgeben zu müssen, doch es könnte weitaus besser sein – Kalifa hatte keine Lust auf das ganze Getue von Kameradschaft und Einheit, auf die heroischen Ziele, für die die Marine stand. Das war doch alles Augenwischerei – warum sollte man Zivilisten beschützen und deswegen Verluste in Kauf nehmen? Selbst die Marine war nicht so heilig, wie sie immer tat.
      Regungslos verharrte sie an ihrer Position, während die Soldaten um sie herum das Einlaufen des Schiffes vorbereiteten. Zwar versuchte sie eventuell nicht so ganz im Weg zu stehen, andererseits war es ihr vollkommen egal, wenn diese Trottel um sie herumarbeiten mussten – wenn sie doch nur besser Fähigkeiten besäßen, dann wären sie auch weitaus effizienter, doch letztlich brauchte man eben auch Kanonenfutter. Daher lag Kalifas Augenmerk eher auf der Basis, der sie sich näherten, um sich einen ersten Überblick zu beschaffen. Dankbarerweise hatte sie sich nicht nur einen Plan der Basis ansehen dürfen, Borsalino hatte ihr auch die Akte ihrer neuen Vorgesetzten zu lesen gegeben, sodass sie nicht ohne Informationen aufbrechen musste. Sie schätzte Ravencroft Valeria zumindest als fähiger ein, als es Spandam gewesen war, doch dazu gehörte nun auch nicht sonderlich viel. Genau genommen gehörte dazu gar nichts, denn selbst Hattori war fähiger als der Clown von einem Oberbefehlshaber.
      „Flottillenadmiralin, wir haben bereits mit dem Einlaufen begonnen und werden in Kürze an der Marinebasis G-2 anlegen.“ Ein Soldat kam herbeigeeilt, salutierte und belästigte sie mit diesem Unsinn. Also konnte sie sich den abschätzigen Blick nicht verkneifen, als würde sie eine Kakerlake anschauen und überlegen, ob sie sie zertreten sollte.
      „Das ist nun wirklich nicht zu übersehen.“ Unglaublich. Auf Guanhao hatte man ihr beigebracht, dass Berichte zwar möglichst genau waren, sich allerdings auf die wesentlichsten Fakten zu beschränken hatten – und hier machte man sie auf einen derart offensichtlichen Fakt aufmerksam, den sie selbst erkennen konnte? Hielten die sie für beschränkt? Andererseits konnte sie sich daran erinnern, dass das in etwa ähnlich lief, als sie vor über zehn Jahren unter Borsalino gedient hatte. Wie erbärmlich. „Du kannst wegtreten – und nein, ich brauche euch nicht um den Weg vom Schiff zu finden.“ Womit hatte sie es verdient, sich in Gegenwart solcher Hampelmänner aufhalten zu müssen? Kalifa schnaubte leise, nahm ihr Gepäck und kümmerte sich nicht darum, dass man noch keine Laufplanke vom Schiff heruntergelassen hatte, weil sie einfach auf die Rehling stieg und auf den Pier sprang. Letztlich war das Versorgungschiff nicht besonders hoch, definitiv kein Kriegsschiff und sie hatte schon größere Höhen überwunden, ohne sich zu verletzen – das sollte man von einer Agentin der CP9 auch erwarten. Pluspunkt für den Soldaten, der sich dort unten erwartete war, dass er sie nicht allzu lange anstarrte, als habe sie drei Köpfe, sondern salutierte und stramm stand. Zu mehr Disziplin waren diese Idioten wohl auch nicht fähig.
      „Herzlich willkommen auf der Marinebasis G-2. Vizeadmiralin Valeria erwartet Sie bereits, wenn Sie mir bitte folgen mögen?“ Kalifa wedelte nur mit der Hand, um ihm anzuzeigen, dass er vorgehen sollte. Es bestand keine Notwendigkeit noch mehr Zeit zu verschwenden, trotzdem prägte sie sich bei ihrem Gang durch die Basis alles ein, was von Nutzen sein konnte. Orte, Gesichter, Namen, Beschriftungen der Räume. Sie war darauf trainiert jedes kleinste Detail zu erfassen und sich zu merken, denn man wusste nie, wann sich das mal als nützlich erwies. Wenn sie sich nicht mehr daran erinnert hätte, dass sie den Namen Cutty Fram mal gehört hatte, dann wäre ihnen die Verbindung zwischen Eisberg und Franky in Water Seven vielleicht entgangen. Andererseits hatte sie die Mission ja nicht alleine bestritten und Lucci hatte nun einmal auch ein hervorragendes Gedächtnis. In ihre Beobachtungen versunken, erreichten sie letztlich das Büro ihrer zukünftigen Vorgesetzten. Kalifa richtete sich fast schon automatisch auf, weil sie sicherlich nicht auch nur ansatzweise schwach wirken wollte. Für sie war es weiterhin ungewohnt mit anderen Frauen zu arbeiten, wenn man bedachte, dass sie das einzige Mädchen war, das die Ausbildung auf Guanhao bestanden hatte und sie danach wirklich immer nur mit Männern zusammengearbeitet hatte. Innerlich seufzend klopfte sie an, wartete bis sie hereingebeten wurde und öffnete dann erst die Tür. Der weiße Marinemantel um ihre Schultern fühlte sich fast schon schwer an. Doch es war ihre verdammte Mission, also salutierte sie vorschriftsmäßig, auch wenn sie es unglaublich hasste.
      „Ich bin Flottillenadmiralin Kalifa und melde mich zum Dienst.“

      "Fear of death is worse than the death itself"
      by Shuichi Akai

      "Lächle. Du kannst sie nicht alle töten."

    • Das leise Schließen der Tür schien den Raum mit einer vergangenen Stille zu versiegeln. Weißes Licht fiel durch die hohen Fenster auf die sorgfältig geordneten Aktenstapel, die die Perfektion ihrer Besitzerin widerspiegelten. Die Luft roch nach Papier, Tee und einer Nuance Parfüm, die gefährlich verführerisch und dennoch diszipliniert wirkte. Valeria Ravencroft hob langsam den Blick. Die Flottillenadmiralin hatte sich zum Dienst gemeldet. Doch Valeria reagierte nicht sofort. Sie ließ vielmehr einen Herzschlag vergehen – einen Moment, in dem sich die Atmosphäre schärfte wie die Klinge ihres Dolches. Dann setzte sie sich in Bewegung. Sie trat vom Fenster weg und kam auf Kalifa zu, Schritt für Schritt, als gehörte ihr der Raum, der Flur, die Basis… und jeder Atemzug darin. Ihre roten Haare schimmerten im Licht, elegant, rebellisch und doch perfekt kontrolliert „Willkommen auf G-2, Flottillenadmiralin Kalifa.“ Ihre Stimme war warm wie Samt und kalt wie Glas – eine widersprüchliche Mischung, die nur eine Frau beherrschte, die gelernt hatte, mit ihrer Ausstrahlung zu töten. Sie musterte Kalifa, langsam, gleitend, auf eine Art, die nicht unhöflich war, sondern einschätzend und auch Taktisch. Wie reagierst du? Wohin wich dein Blick? Wo versteckst du deine Schwäche? Ein Hauch ihres Kenbunshoku Haki glitt über Kalifa hinweg wie ein kühler Windstoß. Nicht aggressiv sondern prüfend. Dann blieb Valeria stehen. Nah genug, dass ihre Präsenz wie ein unsichtbares Gewicht spürbar wurde. „Ich habe Ihre Akte studiert.“ Ihre Stimme senkte sich. „Gründlich. Cipherpol bildet keine Amateure aus… und behält noch weniger davon.“ Ihre Hand schlank, behandschuht, mit makelloser Maniküre hob sich leicht, und Valeria strich eine unsichtbare Falte aus Kalifas Mantel, als sei sie in der Position, das tun zu dürfen. Touchy, dominant, aber ohne erzwungenen Druck. Dann zog sie die Hand zurück, als wäre nichts geschehen. „Sie und ich“, fuhr Valeria fort, „teilen mehr Gemeinsamkeiten, als Sie vielleicht glauben möchten.“ Ein Schatten flog über ihre Züge. Vergangenheit, Feuer, Blut. Er war sofort wieder verschwunden. „Wir beide wissen, dass die Weltregierung nicht immer die Wahrheit schützt.“ Ihre Augen wurden schärfer. „Und dass Gerechtigkeit Fingerspitzengefühl braucht.“ Ein Zitat ihres eigenen Leitsatzes, bewusst eingesetzt. Valeria trat um Kalifa herum, langsam, als würde sie deren Körpersprache wie eine Karte lesen. Charmant, Manipulativ, Kontrollierend ohne jedes offene Machtgehabe. „Sie wurden nicht hierhergeschickt, um Berichte zu sortieren. Und ich plane nicht, Sie zu dekorativem Inventar zu machen.“ Ihre Stimme wurde tiefer. „Ich brauche jemanden, der Entscheidungen treffen kann, Unbequeme Entscheidungen. Notfalls tödliche.“ Sie stoppte hinter Kalifas Rücken. „Und ich habe die diskrete Unterstützung der CP9 selten so dringend benötigt wie jetzt.“ Ein leises Rascheln und Valeria beugte sich vor, nur so weit, dass ihre Stimme Kalifas Ohr teilen konnte. „Ich mache Ihnen ein Angebot, Flottillenadmiralin.“ Sie trat wieder ins Sichtfeld. „Dienen Sie mir loyal während Ihrer Zeit auf G-2… und ich sorge dafür, dass Sie schneller zu Cipherpol zurückkehren, als jeder Bürokrat es je schriftlich genehmigen würde.“ Eine Pause. „Im Gegenzug erwarte ich Ihre Professionalität, Ihre Diskretion und Ihr…“ ein kaum merkliches Lächeln, gefährlich und verführerisch „…Urteilsvermögen.“ Valeria ging zu ihrem Schreibtisch, nahm eine versiegelte Mappe und legte sie langsam vor Kalifa ab. „Das hier ist Ihre erste Aufgabe. Vertraulich. Und nur für Ihre Augen bestimmt.“ Sie verschränkte die Arme, mit der mühelosen Dominanz einer Frau, die man besser nicht unterschätzt. „Setzen Sie sich.... Trinken Sie etwas und dann sprechen wir über die Wahrheit, die diese Basis bedroht.“ Ein letzter Blick, welcher schwer zu deuten war, berechnend und doch… neugierig.
    • Kaum, dass sie das Büro ihrer neuen Vorgesetzten betreten hatte, glitt Kalifas Blick durch den Raum, registrierte jedes kleinste Detail und speicherte es ab. Alles davon. Jeder sorgfältig aufgeschichtete Aktenberg, jedes Blatt, das akkurat auf dem anderen lag, jeder Stift, jede Feder, jeder Geruch, den sie erfassen konnte – all das merkte sie sich. Eine Angewohnheit, die sich im Laufe ihres langen Trainings herausgebildet hatte, schließlich wusste man nie, wozu man einmal etwas brachte. Vor allem wenn man bei der CP9 diente, dann waren Informationen Macht und oftmals missionsentscheidend. Außerdem half es ihr natürlich, sich einen ersten Eindruck von ihrer neuen Vorgesetzten zu machen, die erstmal einen theatralisch, spannungsfüllenden Moment vergehen ließ, in dem sie keinerlei Reaktion zeigte. Lachhaft. Jemanden warten zu lassen, wurde schon immer gerne zur Machtdemonstration genutzt und war in etwa so ausgelutscht wie das Klischee vom Mafiaboss mit der Katze auf dem Schoß. Andererseits konnte man kaum bestreiten, dass es durchaus eine psychologische Wirkung auf Menschen hatte, nur eben nicht auf sie.
      „Vielen Dank“, erwiderte Kalifa nüchtern, sie war zu lange im Geschäft um sich auch nur ansatzweise vom Tonfall der Vizeadmiralin beeindrucken zu lassen, der ihr auch nur zeigte, dass diese durchaus in der Lage war, mit ihrem Auftreten und ihrer Körpersprache zu spielen, um die gewünschte Wirkung bei ihrem Gegenüber zu erzielen. Daher zeigte sie auch nicht die kleinste Regung, als ihre neue Vorgesetzte auf sie zukam, vermutlich in dem Versuch körperliche Nähe aufzubauen, um sie zu testen. Oder sie damit auf die Palme zu bringen, dass sie nur von ‚Cipherpol‘ sprach.
      „Mit Verlaub, Vizeadmiralin, das ist nicht ganz korrekt. Die CP9 bildet keine Amateure, sondern fähige Agenten aus, auf die anderen Abteilungen von Cipherpol trifft das allerdings nicht zu.“ Es gab wirklich nur wenige Dinge, mit denen man sie nerven konnte, doch sie mit unfähigen Maden in einen Topf zu werfen, gehörte dazu. Wenn man bedachte, dass sie sich in der nächsten Zeit nur noch in der Gegenwart von unfähigen Maden aufhalten würde, dann könnte das vielleicht etwas nervenzehrend werden. Vielleicht wünschte sie sich dann gewisse andere Missionen wieder zurück, doch ihre Meinung war nicht von Belang und es war die einzige Chance, dass sie jemals wieder würde mit Lucci zusammenarbeiten können, also war Scheitern keine Option, weil er sicherlich alles bestehen würde. Derweil änderte sich nichts an ihrer Haltung, als Ravencroft meinte, sie müsse irgendeine imaginäre Falte aus ihrem Mantel streichen. Aufdringliche Berührungen waren nichts was ihr neu war und sie war schon sehr lange nicht mehr naiv genug, um das nicht auch von Frauen zu erwarten.
      Schweigend nahm sie die Aussage hin, dass sie sich Gemeinsamkeiten teilten. Was für ein Unsinn. Letztlich konnte man sich viel auf Erfahrungen und Erlebnisse einbilden, doch es gab nur wenige Menschen auf dieser Welt, die nachvollziehen konnten, was sie alles durchgemacht hatte. Daher ließ sie sie erst einmal reden. Spandam war auch so ein Schwätzer gewesen, doch aus seinem Mund kam lediglich heiße Luft, ohne irgendwelchen Inhalt. Fragte sich, ob Valeria genauso stümperhaft war oder nicht – nachdem man ihnen nach Spandine Spandam vorgesetzt hatte, erwartete Kalifa schlicht und ergreifend nichts mehr von ihren Vorgesetzten außer die Abwesenheit von Kompetenz. Aber zumindest konnte sie sich einigermaßen verständlich artikulieren, also ließ Kalifa sie einfach reden, während sie versuchte, wie ein Raubtier um sie herumzugehen. An sich ein lächerlicher Versuch, weil das niemand so gut hinbekam wie Lucci, aber er war eben auch ein richtiges Raubtier. Trotzdem wurde dieses Gespräch so langsam richtig interessant. Warum auch immer eine Vizeadmiralin der Marine die Hilfe der CP9 – die wohlbemerkt nicht mehr wirklich existierte – in Anspruch nehmen musste. Andererseits war die Aussicht, sich wirklich nützlich machen zu können, weitaus besser, als auf dieser Marinebasis herumzuschimmeln. Also rührte sie vorerst keinen Muskel, weder in ihrem Gesicht, noch in ihrem restlichen Körper.
      „Jetzt wird es also so langsam interessant.“ Kalifa erlaubte sich ein Lächeln, auch wenn sie so langsam fragte was sie mehr störte – alles an Spandam oder Valerias affektiertes Gehabe, weil man das ganze auch schlicht und ergreifend direkter hätte ausdrücken können. War die Marine nicht auch für präzise, klare Befehle bekannt? Trotzdem trat sie zum Schreibtisch und nahm dort Platz, ehe sie die Akte in die Hand nahm, allerding ohne das Siegl zu öffnen. Stattdessen blickte sie zu ihrer neuen Vorgesetzten und schlug die Beine übereinander.
      „Sie bekommen meine Professionalität, meine Diskretion, mein Urteilvermögen und meine Fähigkeiten als Agentin der CP9. Letztlich bin ich eine Waffe und Sie können mich nach Belieben einsetzen, allerdings werde ich keinerlei Handlungen unterstützen, die in irgendeiner Form Verrat an der Regierung zur Folge haben“, stellte sie resolut klar. Letztlich war Kalifa sich der Tatsache bewusst, dass sie nicht einmal in der Position war, irgendwelche Forderungen zu stellen, allerdings hatte sie keine Lust, dass sie wieder als Verräterin gejagt werden würde, weil ihre Vorgesetzte Scheiße baute. Leider konnte sie Valerias Kompetenz noch nicht ganz einschätzen.
      „Also, worum geht es hierbei?“ Für einen Moment hob sie die Akte – durchaus neugierig, was hier überhaupt abging, dass man ihr eine geheime Mission anvertraute, kaum dass sie zwei Sekunden auf der Basis war.

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      by Shuichi Akai

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    • Valeria lehnte sich in ihrem Stuhl zurück, die Finger ineinander verschränkt und ein leichtes, selbstsicheres Lächeln umspielte ihre Lippen. Ihre Augen blitzten kurz auf, als sie Kalifa musterte, so, als würde sie versuchen, all die Schichten hinter der Maske der CP9-Agentin zu erfassen. Dann erhob sie sich langsam, ging einmal um den Schreibtisch herum und blieb direkt vor Kalifa stehen. „Kalifa…“, begann sie mit ruhiger, kontrollierter Stimme, „ich weiß, dass Sie keine Komplimente brauchen, um motiviert zu sein. Ebenso wenig werde ich versuchen, Sie einzuschüchtern. Ich habe keine Lust auf Spielchen, außer sie lieben es diese zu spielen, Sie sind eine der wenigen, die ich ernsthaft respektiere und das allein schon wegen dem Ruf, den Sie sich in der CP9 erarbeitet haben.“ Sie machte eine kleine Pause, ließ ihren Blick kurz über die Akte gleiten, die Kalifa in Händen hielt und fuhr dann fort „Die Mission, um die es hier geht, ist… delikat. Es geht nicht nur darum, einfache Aufträge auszuführen. Wir sprechen von Operationen, bei denen das Gleichgewicht der Macht auf der Weltlinie der Marine… und darüber hinaus… auf dem Spiel steht.“ Valeria trat einen Schritt näher, die Hände locker an den Seiten und senkte die Stimme. „Ich habe nicht darum gebeten, dass Sie mir folgen, Kalifa. Ich habe darum gebeten, dass Sie mir helfen, weil ich weiß, dass Sie eine der wenigen sind, die die Fähigkeit besitzen, Dinge zu erledigen, die andere schlichtweg scheitern lassen würden. Ich verlange diese Loyalität, Diskretion und Präzision und ich biete Ihnen die Freiheit, innerhalb dieser Parameter selbst zu entscheiden, wie Sie handeln. Sie sind eine Waffe… und ich beabsichtige nicht, Ihre Klingen zu stumpfen.“ Sie ließ die Worte wirken, nickte einmal knapp, fast imperativ und fügte dann hinzu... „Die Akte, die Sie halten, enthält die ersten Informationen. Es ist alles, was Sie jetzt brauchen. Alles Weitere… wird sich ergeben, sobald sie auf der Mission sind. Ich erwarte von Ihnen, dass Sie Ihre Fähigkeiten voll einsetzen. Alles andere ist… optional.“ Valeria lehnte sich zurück, verschränkte wieder die Finger und lächelte nun ruhig, aber kühl. „Nun, Kalifa… sind Sie bereit, Ihre Klinge erneut in die Waagschale zu werfen?“

      Hier einmal der Inhalt:

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      VERTRAULICH – NUR FÜR AUTORISIERTE PERSONEN
      KLASSIFIKATION: ABSOLUT GEHEIM
      Akte Nr.: RV-09/INT-BASIS


      Betreff: Interne Sicherheitsoperation – Aufdeckung von Verrätern innerhalb der Marinebasis
      Zuständige Stelle: Vizeadmiralin Valeria Ravencroft
      Ausführende Einheit: Externe Spezialagentin (Cipher Pol – ehem. CP9)
      Codename der Operation: SILENT CURRENT


      Lagebericht:
      In den letzten Wochen kam es zu mehreren sicherheitsrelevanten Zwischenfällen innerhalb der Marinebasis. Sensible Informationen wurden weitergegeben, Einsatzpläne kompromittiert und logistische Bewegungen vorzeitig bekannt. Interne Untersuchungen durch reguläre Marineeinheiten verliefen ergebnislos oder wurden nachweislich behindert.

      Die Wahrscheinlichkeit interner Kollaboration mit externen Akteuren (Piraten, Unterweltorganisationen, feindliche Fraktionen oder unbekannte Dritte) wird als hoch eingestuft.


      Auftrag:
      Die Agentin hat die Aufgabe, verdeckte Ermittlungen innerhalb der Basis durchzuführen, um:

      Verräter, Informanten oder Saboteure zu identifizieren

      deren Motive, Kontakte und Befehlswege offenzulegen

      Beweise zu sichern, die eine eindeutige Zuordnung ermöglichen


      Der Fokus liegt auf Offizieren, Verwaltungsstellen, Geheimdienstkontakten und sicherheitsrelevanten Positionen.


      Vorgehensweise:

      Absolute Diskretion

      Keine offizielle Autorisierung oder Einbindung regulärer Marineeinheiten

      Eigenständige Wahl der Methoden innerhalb der geltenden Loyalität...

      Berichterstattung ausschließlich an Vizeadmiralin Ravencroft


      Die Agentin ist nicht verpflichtet, Zwischenstände zu melden. Ergebnisse sind erst bei belastbarer Erkenntnis vorzulegen.


      Besondere Hinweise:

      Es ist davon auszugehen, dass mindestens eine Zielperson über Kenntnisse interner Sicherheitsprotokolle verfügt.

      Gegenspionage innerhalb der Basis ist möglich.

      Der Verrat könnte strukturell höher angesiedelt sein als initial angenommen.


      Einschränkungen:

      Keine Handlungen, die als Verrat an der Weltregierung interpretiert werden können

      Keine unnötige Eskalation, sofern sie nicht der Sicherung der Mission dient


      Abschlussvermerk:
      Diese Operation ist von strategischer Bedeutung. Ein Scheitern könnte das Vertrauen in die Integrität der Basis dauerhaft untergraben und schwerwiegende Konsequenzen für die Marine nach sich ziehen.

      Priorität: EXTREM HOCH
      Status: AKTIV