Missed Shots, Second Chances (Kiba & Arktos)

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    • Missed Shots, Second Chances (Kiba & Arktos)

      Missed Shots, Second Chances

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      Vorstellung
      Daiki: @Kiba
      Ryouta: @Arktos

      Gelangweilt saß ich auf meinem Stuhl in der Klasse und sah aus dem Fenster. Mein Kopf lag in meiner Handfläche, die vom Ellenbogen auf den Tisch gestützt war. Der Sommer fing bald an und es war jetzt schon ziemlich warm draußen. Man hörte die anderen in der Klasse schwatzen. Alle warteten auf den Lehrer. Normalerweise war ich immer der Letzte, der den Raum vor dem Lehrer betrat, doch diesmal schien eine von denen verschlafen zu haben, denn eine kleine Schülerin mit einem kurzen schwarzen Bob, keine Ahnung, wie sie heißt, interessierte mich auch nicht, hetzte aufgeregt in den Klassenraum und rannte sofort zu ihren Freundinnen rüber.
      "Leute, Leute! Habt ihr schon gehört? Wir bekommen einen neuen Mitschüler. Ich hab ihn gesehen. Er sieht unheimlich gut aus. Blond, groß und total sportlich. Ich glaube, er kommt zu uns in die Klasse.", rief sie aufgeregt, doch ich verdrehte die Augen. Doch nicht verschlafen. War nur am Spionieren. Hm, vielleicht war der Neue ein Ausländer oder so. Die sind ja eh immer heiß begehrt. Oberfläche Gören. Ich gähnte herzhaft und legte meinen Kopf auf den Tisch und schloss die Augen. Meine Arme lagen bequem mit auf dem Tisch und umrundeten meinen Kopf. Bis Mister Tanaka auftauchte, konnte ich auch ruhig noch ein Schläfchen machen. Das würde eh noch dauern, wenn er den Neuen mit abschleppen und solange die alle Quatschten, war er ja auch noch nicht da.

      Ich musste tatsächlich eingeschlafen sein, denn als ich die Augen öffnete, stand Mister Tanaka neben mir, sprach mich an und wippte mit dem Fuß.
      "Guten Morgen Mister Aomine. Schön, Sie auch mal anwesend zu sehen.", sagte er streng und ich konnte die Warnung, nicht wieder einzuschlafen, nur zu gut raushören.
      "Meine lieben Schüler. Wir ihr vielleicht schon mitbekommen habt, bekommen wir ab heute einen neuen Schüler. Seid freundlich zu ihm und heißt ihn herzlich Willkommen.", kündigte er an und schließlich ging die Tür auf. Eigentlich interessierten mich neue Mitschüler herzlich wenig, doch nach der Beschreibung sah ich nun doch neugierig zur Tür.
    • Die Tür glitt auf und genau in dem Moment blieb der ganze Klassenraum für zwei Sekunden einfach stehen. Ein großer Junge mit hellblonden Haaren, sonnenwarmem Hautton und strahlenden, goldbraunen Augen betrat den Raum. Seine Uniform saß perfekt, selbst seine Haltung wirkte wie aus einem Magazin ausgeschnitten. Er trug seine Tasche locker über eine Schulter, als hätte er das schon tausendmal vor Kameras gemacht und dann lächelte er, breit, offen, blendend. „Ähm… ohayō gozaimasu! Ich bin Ryouta Kise. Freut mich, mit euch zusammen in einer Klasse zu sein!“ Er verbeugte sich höflich, gleichzeitig charmant, und sofort hörte man im Hintergrund ein paar leise aufgeregte Quietscher der Mädchen. Kise richtete sich auf, strich sich eine Strähne aus der Stirn und ließ den Blick neugierig durch den Raum wandern. Dann blieben seine Augen ausgerechnet an ihm hängen....sein Ex, Daiki Aomine... Nur für einen Moment. Ein winziges, kaum merkliches Zögern, als hätte er etwas Interessantes entdeckt, das sich von all den glotzenden Gesichtern unterschied und dennoch leicht angespannt. Er schenkte dir ein kleines, beinahe neugieriges Lächeln. Mister Tanaka räusperte sich. „Kise-kun, du darfst dir einen freien Platz suchen. Wenn du Fragen hast einfach melden.“ Kise nickte energisch. „Hai!“ Er ging los, die meisten Plätze waren schon besetzt. Einige Mädchen rutschten auffällig zur Seite, um ihm einen Platz neben sich anzubieten. Kise lächelte freundlich zurück und setzte sich auf einen der nun freien Plätze. Das er ausgerechnet mit seinem ehemaligen Ex Partner hier in einer Klasse saß, das war wohl Karma? Wer wusste das schon? Es würde jedenfalls ziemlich interessant werden. Es störte ihn...nicht, oder? Ein wenig angespannt war Ryouta schon, doch ob sich beide überhaupt was zu sagen hatten, war mal dahin gestellt. Immerhin hatte er früher Schluss gemacht, was aber auch seine Gründe gehabt hatte. Aomine war einfach ein schwieriger Charakter und ließ sich zu oft provozieren und brachte sich in Schwierigkeiten.
    • Ryouta?! Im Ernst jetzt? Das Schicksal schien mich zu hassen. Mein Gesicht musste aussehen, als hätte ich nen Geist gesehen. Grummelnd sah ich wieder aus dem Fenster. Er war wirklich der letzte, den ich sehen wollte. Was zum Teufel tat er hier? Doch das Schlimme an der ganzen Sache war: Ich hatte gedacht, ich war über ihn hinweg gekommen. Doch da habe ich wohl falsch gedacht. Ich war noch nicht drüber hinweg. Unwillkürlich kam mir die Situation wieder vor Augen, als wir beide zusammen im Café saßen und seine vollen, wunderschönen Lippen die Worte formten: "Ich will Schluss machen." Ich wusste nicht, warum. Ich hatte vorgehabt, ihn zu fragen, doch da stand er auf und ging. Ab da hatte ich ihn nie wieder gesehen. Und nun tauchte er hier auf und ich sollte damit klar kommen? Was war das hier bitte für ne Show? Versteckte Kamera? Ich konnte es einfach nicht fassen.
      Zum Glück setzte er sich nicht neben mich, sondern einer der Gören, die ihn anhimmelten. Sollte er doch. Wir waren eh Geschichte.
      Den Rest des Unterrichts konnte ich mich nicht mehr konzentrieren und als es zur Pause klingelte, stand ich rasch auf und verschwand aus dem Klassenraum. Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen. Oben auf dem Dach angekommen legte ich mich in meine Ecke und sah aufatmend nach oben. Weiße, flauschige Wolken zogen sanft am Himmel ihre Runden. Der Wind wehte durch mein kurzes Haar und zerzauste es noch mehr als es eh schon war. Ich streckte meine Arme nach oben, so dass sie als Kopfkissen dienten und ich schloss meine Augen. Manchmal wünschte ich, ich könnte einer dieser Wolken sein, die einfach nur vorbei zogen. Sie konnten Blitze schießen, wenn sie wütend waren oder es regnen lassen, wenn sie Rache an jemanden nehmen wollen. Derjenige würde plischnass nach Hause kommen, sich die nassen Sachen entledigen und mit seinem prachtvollen, wunderschönem Körper unter die Dusche stellen. Ich knurrte laut, als ich merkte, dass ich schon wieder an Ihn dachte. Ich könnte kotzen. Ich bleib einfach besser hier oben bis der Unterricht vorbei ist.

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    • Er spürte den Blick nur für einen winzigen Moment auf seiner Haut, dunkel, vertraut, unverkennbar. Selbst nach all der Zeit konnte Ryouta den Ausdruck in Daikis Augen lesen, ohne auch nur ein einziges Wort zu hören. Ein kurzes Zusammenziehen der Brauen, ein ungesagtes Tch, ein Hauch von Überraschung und… irgendwas, das er nicht einordnen wollte. Nicht jetzt. Nicht vor der ganzen Klasse.

      Ryouta wandte den Blick rasch ab, zog seine Tasche enger an sich und lächelte die Mädchen neben ihm übertrieben freundlich an, damit niemand merkte, wie sein Herz kurz ins Stolpern geraten war. Ernsthaft? Warum schlägt mein Herz überhaupt noch so? Das ist doch ewig her… oder? Er wollte sich einreden, dass es ihm egal war. Dass Daiki Aomine nichts weiter als ein Kapitel war, das er sauber abgeschlossen hatte.

      Aber als er sich setzte und die Stimme des Lehrers im Hintergrund anfing zu rauschen, merkte Ryouta, wie seine Finger das Material seiner Schuluniform fester packten, als eigentlich nötig. Er tat natürlich alles, um das nicht nach außen dringen zu lassen, Ryouta Kise war gut darin, Gefühle hinter einem perfekten Lächeln zu verstecken.

      Nur ein Jahrgang. Nur ein Klassenraum. Kein Weltuntergang.

      Er atmete leise aus und versuchte, seine Gedanken zu ordnen.

      Okay. Aomine ist hier. Wow. Überraschung. Aber ich bin nicht hier, um mich über die Vergangenheit zu definieren. Ich bin Kise Ryouta. Ich komme klar.

      Er setzte sich gerade hin, wechselte den Stift in die Hand und zwang sich, dem Unterricht wenigstens oberflächlich zuzuhören. Doch sein Kopf spielte nicht mit.

      Er spürte Aomine irgendwo schräg hinter sich sitzen. Diese Präsenz… groß, warm, unruhig. Sie war ihm nie egal gewesen, egal wie oft er sich eingeredet hatte, dass er darüber hinweg wäre. Die Erinnerungen kamen zurück wie Wellen.. Streit, Lachen, dumme Sprüche, Küsse, Hitze, kalte Wände, verletzte Worte. All das, was er dachte, längst verarbeitet zu haben.

      Ryouta biss sich kurz auf die Unterlippe. Er wollte nicht schwach wirken. Nicht vor ihm.

      Und doch… in einer kurzen Sekunde wanderte sein Blick wieder nach hinten. Nur ganz kurz. Gerade lang genug, um festzustellen, dass Aomine ebenfalls zu ihm herübersah. Nicht herausfordernd. Nicht kalt. Eher… fragend? Vielleicht sogar irritiert?

      Ryouta zuckte leicht zusammen und wandte seinen Blick sofort wieder ab, ehe sich ihre Augen länger als nötig trafen....

      Verdammt. Warum fühlt sich das an, als würde ich wieder in einen Strudel gezogen?

      Als es klingelte, legte Ryouta schnell seine Sachen zusammen. Er wollte eigentlich am liebsten Aomine hinterher gehen, doch das wäre vermutlich keine gute Idee. Weshalb er Schluss gemacht hatte, könnte er Daiki den Grund überhaupt richtig erklären?

      Er wusste es nicht und verließ die Klasse, umzingelt von den Mädchen welche ihn keineswegs interessieren und Daiki war bereits verschwunden....

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    • Der Wind wehte durch mein Haar und ich sah in Gedanken versunken in den Himmel. Die Wolken zogen an mir vorbei und manchmal wünschte ich, ich könnte das auch. Warum war Ryouta zurück gekommen? Und wieso zum Teufel störte es mich so sehr? Ich wollte ihn nicht sehen. Ich wollte, dass er wieder verschwand. Doch was konnte ich schon ausrichten, wenn er sich hier wieder einnistete?

      Die Zeit verflog und die Schulklingel läutete. Ich hatte keine Lust, wieder runter zugehen. Doch ich wollte auch nicht wie ein Feigling abhauen. Ich seufzte also laut und richtete mich dann wieder auf, ehe ich gemächlich wieder zurück in den Klassenraum ging.
      Mister Tanaka war schon anwesend, als ich zur Tür eintrat und natürlich war er ärgerlich, dass ich zu spät war.
      "Mister Aomine. Wenn ich doch bitten dürfte, pünktlich in meinem Unterricht zu erscheinen. Das war schon das 3. Mal in diesem Monat.", schimpfte er, doch ich pfeif drauf. Na und?
      "Mir doch egal.", brummte ich daher und setzte mich wieder auf meinen Platz. Die anderen Schüler sahen mich verstohlen an. Niemand traute sich, mich wirklich anzusehen. Könnte daran liegen, dass ich dafür gesorgt habe, dass gerade die Mädchen mich in Ruhe lassen sollten. Anfangs kamen sie alle noch angedackelt. Aber nachdem ich immer öfter mit Schrammen, blauen Flecken oder aufgeplatzten Lippen in die Schule kam, fingen alle an, Abstand zu halten. Nur manche Typen hatten es wohl immer noch nicht kapiert. Sie versuchten trotzdem immer wieder ihr Glück. Und scheiterten.
      Und vorallem einer konnte liebend gerne einen ganz großen Abstand von mir halten.
    • Der Klang der erneuten Pausenglocke schnitt durch die Luft und die Schüler strömten langsam zurück in den Klassenraum. Gemurmel, Rascheln, Stühlerücken. Eine ganz normale Stimmung. Außer für die zwei, die sich am allerwenigsten in diesem Raum gemeinsam ertragen konnten. Ryouta kannte Daiki zu gut. Diese starre Haltung… dieses konzentrierte Wegsehen… Das war nicht Gleichgültigkeit. Das war Abwehr. Ryouta betrat den Raum und spürte die Blicke wie Nadelstiche im Rücken. Ein paar tuschelten. Andere schwiegen.... Er setzte sich auf seinen Platz und atmete aus. Mister Tanaka klatschte in die Hände und begann mit dem Unterricht, aber keiner hörte wirklich zu. Die Worte rauschten wie Wind an ihnen vorbei. „Tu nicht so, als würdest du mich ignorieren, wenn du in Wahrheit auf jedes meiner verdammten Geräusche achtest.“ Es herrschte eine Stille zwischen ihnen, die schwerer wog als jede Schimpftirade. Doch Ryoutas Gedanken kreisten unaufhaltsam um Daiki. Er hatte das alles nie gewollt, Schluss zu machen und selbst wenn er es ihm erklären wollte, Daiki würde niemals wieder ein Wort mit ihm wechseln oder?
      Wie sollte er überhaupt in Kontakt mit ihm treten? Das überforderte ihn immer mehr und Mister Tanaka erklärte etwas über einige neue Projekte welche bearbeitet werden sollten. Zu zweit, Partnerarbeit und er selbst würde die Paarkonstellationen auswählen....
    • Der Unterricht lief. Doch mein Kopf war woanders. Eher schmiedete ich einen Plan, wie ich am besten durch das Schuljahr kam. Ich musste einen Weg finden, wie ich ihn loswerden konnte. Nur ein Jahr. Vielleicht wechselten wir dann die Klasse und dann war ich ihn zumindest im Unterricht los. Alles andere war dann nur noch ein Kinderspiel. Ja. In den Pausen aufs Dach. Er bei seinen Groupies. Das klang doch perfekt. Zum Glück saß er nicht neben mir. Das war schonmal ein Pluspunkt. Dann war da noch der Unterricht. Aus drn Augenwinkeln konnte ich ihn leider immer wieder sehen. Mit dem Block vor dem Gesicht sah ich einfach nur lächerlich aus. Was also dann? Da musste ich wohl länger überlegen, um eine Lösung zu finden. Vielleicht fiel mir später eine ein.
      Da ich im Unterricht nicht mehr zuhörte, bemerkte ich gar nicht, wie Tanaka erklärte, dass wir Partnerarbeit machen sollten. Mir war es auch echt egal, mit wem ich das machte. Es würde eh nicht laufen.
      "Aomine und Kise. Sie bearbeiten das Thema, was Frauen und Mädchen im Mittelalter für Aufgaben hatten und wie sich das aufgelöst hat.", teilte Tanaka die Aufgaben ein. Ich hörte nur meinem Namen und sah auf. Ich sollte was? Okay, mir war es wohl doch nicht so egal, mit wem ich arbeitete. Hasste mich das Schicksal so sehr? Wollte es mich eigentlich verarschen? Ich sah mich im Klassenraum um und sah eine Menge Mädchen, die mich finster ansahen. Jede von ihnen würde liebendgern mit mir tauschen. Ich verdrehte die Augen. So toll ist es jetzt auch nicht.
      "Begebt euch bitte in eure Gruppen und fangt an. Ich will nächste Woche die ersten Ergebnisse sehen. Den Rest macht ihr dann bei euch Zuhause.", sagte er an und ich seufzte. Ich hatte keine Lust. Konnte ich nicht wirklich mit einem der Mädchen tauschen? Ich könnte kotzen.
      Unmotiviert nahm ich Stift und Block und setzte mich also neben meinen Partner. Auch ich sah finster drein.
      "Lass uns das hinter uns bringen. Gib mir einen Teil der Aufgaben, ich mache sie Zuhause fertig. So gehen wir uns nicht auf die Nerven und du bist mich los.", brummte ich. Ich glaube so war es am einfachsten. Ich glaubte nämlich nicht, dass er wollte, dass er zu mir kam oder ich in sein Reich eindrang. Es war besser, wenn zwei Exfreunde nicht auf engem Raum waren.

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    • Kise sah Aomine kurz an, die Stirn leicht gerunzelt, dann nickte er langsam. „…Okay, klingt fair. Wir machen es so, wie du vorgeschlagen hast“, sagte er ruhig. Er wirkte überraschend gelassen, aber man merkte, dass er genau überlegte, wie er das Ganze handhaben wollte. „Ich geb dir meinen Teil der Aufgaben, du machst den Rest. So nerven wir uns nicht gegenseitig. Deal.“ Er griff nach seinem Block und sortierte seine Unterlagen ordentlich auf dem Tisch. „Aber…“, fuhr er nach einem Moment fort, „wir müssen uns trotzdem an den Plan halten. Ich meine, wir beide wollen ja nicht, dass der Lehrer denkt, wir hätten das einfach nur schnell hingeschmiert.“ Sein Tonfall war freundlich, fast schon sanft, aber fest. Keine Diskussion. „Also mach deine Sachen, ich mach meine. Aber wenn wir was abgeben müssen, will ich, dass es sauber ist. Verstanden?“ Kise lehnte sich leicht zurück, die Hände verschränkt, und sah Aomine direkt an. Sein Blick war warm, aber bestimmt. „Ich will mich nicht streiten, und ich will dich auch nicht bevormunden. Aber wir haben Regeln. Wir machen das hier richtig. Punkt.“ Es war ein überraschend erwachsener Moment von ihm. Er war normalerweise locker, ein bisschen zu charmant, aber jetzt wirkte er wie jemand, der Verantwortung übernahm ohne dass er aufdringlich wurde. „Dann lass uns das hinter uns bringen. Wir schaffen das schon und wir bleiben auf unserer Seite des Tisches, aber wir können das auch bei mir Daheim machen einen Teil, was sagst du dazu?" Eine eher vorsichtige Frage welche er an Aomine stellte und auch mit Bedacht. Er wollte nur das das Kriegsbeil begraben wurde, aber das war schwierig. Daheim und beim gemeinsam Partnerprojekt konnte Kise Aomine alles besser erzählen, als hier im Klassenzimmer und allgemein in der Schule wo jeder seine Ohren überall hatte.

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    • Ich hatte ein triumphierendes Gefühl, was meine Ego ein wenig wachsen ließ, wenn es denn noch wachsen konnte. Ja, ich wusste, dass ich manchmal angsteinflößend war, alle eher Abstand von mir hielten, worüber ich ganz glücklich war und auch dass mich niemand im Basketball besiegen konnte. Auch wenn das schon langweilig war. Es gab einfach niemanden, der es mit mir aufnehmen konnte.
      Jedoch gab Ryouta dann Widerworte und mein Gesichtsausdruck, sowie der Rest meines Da-Seins verwandelte sich in ein Gernervtes. Meine Schultern fielen runter und meine Augen rollten. Ich rutschte mit meinen Hintern nach vorne, macht mich ein wenig lang und verschränkte die Arme. Ich kannte ihn gut genug um zu wissen, dass er keine Widerrede zuließ. Wenn der von etwas überzeugt war, setzte er das auch durch. Unglaublich nervig.
      "Du mit deinen lächerlichen Regeln.", antwortete ich. Jetzt musste ich mich auch noch anstrengen. Was ist das überhaupt für ein dämliches Thema? Was interessierte mich die Aufgaben von Frauen? War es nicht immer noch so? Hm.... Andererseits.... ich bin schwul. Einer muss ja dann die Aufgaben machen, wenn man zusammen lebt. Wollte ich sowas? Argh, diese verflixte Aufgabe. Sie brachte mich dazu, über etwas nachzudenken, worüber ich noch gar nicht nachdenken wollte. Und dieser Blödmann hatte mich auch noch voll im Griff.
      "Also gut. Ich komm zu dir. Obwohl ich finde, dass wir das auch jeweils allein geschafft hätten.", murmelte ich, öffnete meinen Block und begann die Überschrift hinzuschreiben.
    • Ryouta beobachtete jede der Bewegungen genau. Das Augenrollen, das genervte Zusammensacken seiner Schultern, das demonstrative Verschränken der Arme, er kannte das alles. Und genau deshalb musste er sich ein Grinsen verkneifen. „Heeey, reg dich doch nicht so auf“, sagte er locker und beugte sich ein Stück zu ihm rüber. „Regeln sind wichtig. Vor allem bei Gruppenarbeiten.“ Seine Stimme klang leicht, fast verspielt, aber in seinen Augen lag Entschlossenheit, die klar machte, dass er nicht nachgeben würde. Als Aomine schließlich zustimmte, hellte sich Ryoutas Gesicht sofort auf. „Siehst du? War doch gar nicht so schwer“, meinte er zufrieden. „Und klar hätten wir’s alleine geschafft.“ Er zwinkerte ihm zu. „Aber zusammen sind wir halt besser.“ Er schob seinen Stuhl näher an Aomine, sodass ihre Schultern sich beinahe berührten und beugte sich über dessen Block, um die Überschrift zu lesen. „Okay, also… Aufgabenverteilung“, murmelte er nachdenklich. „Eigentlich doch total veraltet, oder? Ich mein, wer sagt denn, dass das irgendwas mit Geschlecht zu tun haben muss?“ Ryouta griff nach seinem Stift und begann, neben Aomines Notizen zu schreiben. „Haushalt, Arbeit, Verantwortung, das sollte doch einfach fair aufgeteilt werden.“ Er sah ihn von der Seite an, ein leichtes, neugieriges Lächeln auf den Lippen. „Oder was meinst du, Mr. Unbesiegbar?“ fragte er schließlich und lächelte weiterhin. "Also wann kommst du mit zu mir?"
    • "Natürlich, Mama.", antwortete ich sarkastisch, als er meinte, dass es ja gar nicht so schwer war. Ich lehnte mich nach hinten in den Stuhl und sah ihn skeptisch an. Mir gefiel nicht, in welche Richtung das Ganze hier lief. Die Zeit miteinander fühlte sich vertraut an. Doch ich war mir eigentlich sicher, über ihn hinweg zu sein. Doch Gefühl, was gerade in mir brodelte, war alles andere als Gleichgültigkeit. Es sollte mir egal sein. Es sollte mich gar nicht interessieren. Und doch sitzen wir hier nebeneinander, als wäre alles in Ordnung. Als wäre nie etwas zwischen uns gewesen. Nur Schulfreunde. Doch es war ja nicht so. Es war etwas zwischen uns. Und er hat es beendet. Wieso also verhielt er sich jetzt so?
      "Als ob das völlig veraltet wär. Männer sollen doch immer noch Arbeiten gehen, um für die Familie Geld zu verdienen. Mütter werden angerufen, wenn was mit den Kindern ist. Und Kochen tun sie meistens auch. Ich kann es jedenfalls nicht. Und hör auf mich so zu nennen. Du weißt nicht, wie beschissen es ist, wenn du keinen hast, mit dem du dich messen kannst. Sie sind alle zu schwach. Niemand kommt an mich ran.", erklärte ich meine Sichtweise und lehnte mich wieder nach vorne. Unsere Schultern berührten sich und es fing an zu kribbeln. Ich wusste nicht, ob es gut war oder nicht. Jedoch war auch sofort alles vergessen, als er fragte, wann wir uns treffen.
      "Wie jetzt? Ich soll zu dir?", ich seufzte leise, "Na schön. Basketballtraining macht eh keinen Sinn. Bringen wir es hinter uns."