Mystery Protectors ( Taru & Arktos )

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    • Mystery Protectors ( Taru & Arktos )

      Mystery Protectors


      17.08.2022 - Japan Präfektur Toyama
      Stadt Toyama


      Die Welt des Unerklärlichen.
      Übernatürliche und mysteriöse Dinge, die im Alltag fast gar nicht auffallen würden, denn sie sind bereits ein Teil von diesem. Eine edle Porzelantasse, die sich von selber mit Tee füllt, wenn man sie ausgetrunken hat, eine handelsübliche gestreifte Kravatte, die jeden erdrosselt, der sie anlegt, ein viktorianischer Sessel, der jeden der darin Platz nimmt, in wenigen Momenten altern und versterben lässt, ... ja genau, all jene seltsamen Dinge, die Niemand zu erklären vermag. Genau um diese Dinge muss sich jemand kümmern, der die Menschen davor bewahrt, mit diesen in Kontakt zu treten.
      Eine Organisation, die mysteriöse Agenten - die Mystery Protectors ( kurz: MP`s bzw. Protectoren) - ausbildet und unterhält, ist weltweit vertreten, um nach diesen Dingen zu suchen, diese zu sichern oder notfalls auch unschädlich zu machen, indem sie zerstört werden.
      So auch in Japan.
      In der Präfektur Toyama in der gleichnamigen Stadt Toyama, gibt es einen Standort der MP Organisation. Verwaltet wird der Standort in der Regel nur durch einen erfahrenen MP. In Toyama ist die Protectorin Isa Nakada zuständig, welche seit etwa vier Jahren in der Organisation tätig ist. Ihre Aufgabe ist simpel. Auf passende Anfragen, oder bei Selbstentdeckungen, wird sie tätig. Sie sucht den Ort des Geschehens auf, und versucht das Problem zu lösen, in dem sie das besagte Objekt sicher stellt, dessen Funktion einstellt und ggf. sofern nötig dieses zerstört. Zu Forschungszwecken sollte die letzte Wahl der Zerstörung nach Möglichkeit vermieden werden.
      Das Honorar ist groß, sofern es sich um einen Auftrag handelt. 25 Prozent behält der MP, der Rest geht an die Organisation, um diese zu finanzieren. Sichergestellte Objekte werden in der Regel Vorort aufbewahrt, oder ggf. sofern nötig abgeholt und an einen für dessen Sicherungsverwahrung geeigneten Ort gebracht.
      Doch der heutige Tag brachte eine Überraschung für die Protectorin mit, denn ihr wurde eine Assistentin zugeteilt, die nicht nur Erfahrung sammeln soll, sondern auch wegen einer ungewöhnlich hohe MO Aktivität erforderlich wäre.



      Isa Nakada

      Ihr Morgen begann wie jeder Morgen. Mürrisch. Alleine schon, weil der Weg ins Badezimmer keine gute Laune versprech, denn sie hatte für die Dusche kein warmes Wasser. Sie durfte immer kalt duch. IMMER! Und sie hatte schon dreimal Arbeiter von den Waaserwerken hier, und Klempner, um das Problem zu lösen. Es sei alles Inordnung. Es kommt bloß kein warmes Wasser aus der Brause. Isa fürchtete, das der Grund dieses alte Haus sei. Aber ausgenommen von Dusche und Bad, gab es warmes Wasser. Und so begann ihre morgentliche Kaltwasserdusche mit einem Aufschrei, und endete dann frisch angezogen in der Küche, wo ihr zweites Problem lauerte. Der Teeschrank.
      Seufzend stand sie vor ihm und öffnete die Tür. Erneut fand sie eine Box vor, die vom Teeschrank erstellt wurde, und eine geheimnisvolle Teemischung enthielt, auf die Isa sich schon freuen durfte. Natürlich hatte sie auch selbst gekauftes im Schrank. Es gab aber eben diese eine kleine Angelegenheit, die man täglich bei Anwesendheit auch nutzen sollte, um daraus keine Katastrophe werden zu lassen.
      Der Wasserkocher blubberte und stellte sich ab, und Isa nahm ihre Tasse, füllte das mysteriöse Teepulver ein und goss auf. Sie schnupperte. "Hmmm, riecht nicht übel. Könnte heute sogar schmecken."
      Während der Tee kurz zog und sein Aroma im Wasser verteilte, war auch schon ihr Toast fertig - halb verbrannt. Eines mit Butter, das andere mit Marmelade bestrichen, knabberte sie beide weg, und stöberte in einer Zeitung. Nichts auffälliges.
      Dann griff sie beiläufig zur Teetasse und nahm einen Schluck. Sie verzog das Gesicht. "Wüüühhrr..., was zum Geier ist denn DAS?", nörgelte sie und ging zurück zum Schrank. Inzwischen dürfte er die Box beschriftet haben.
      "Fenchel -Karibische Mango - Ziegenkäse. ZIEGENKÄSE? Haaaahhhh... was Besseres ist dir heute wohl nicht eingefallen, was? Blöder Schrank."
      Sie knallte die Tür zu und trank die tägliche Pflichttasse auf, würgte und kippte ein Glass Mineralwasser nach. Immerhin hatte sie dann diesel Teil des Tages erledigt, und könnte zu ihren üblichen Aufgaben übergehen.

      Nach dem Frühstück ging sie erstmal in den PC Raum. Sie schaltet die alte Kiste ein. Der hatte sogar noch einen dicken Monitor. Er scharrte und knatterte, piepte und surrte, und irgendwann tauchte dann der Desktop auf. Sie prüfte zunächst ihre Mailbox. Es gab eine Nachricht von der MPO, welche Isa sofort öffnete.

      Guten Tag, Frau Nakada
      Wir möchten ihnen heute mitteilen, das die Untersuchungen der letzten Auftragslage, eine erhöhre MO Aktivität festgestellt hat. Daher sehen wir uns gezwungen, dieser Bedrohung mit härteren Maßnahmen entgegenzuwirken. Sie erhalten in Kürze Besuch von einer Protectorin namens Ria Hoshi. Sie wurde vor kurzem ausgebildet und hat ihr Studium abgeschlossen als anerkannte Protectorin. Sie ist noch unerfahren im Außeneinsatz. Wir hoffen das sie ihr einiges beibringen und sie unterstützen können. Mit anderen Worten: Sie wird ihnen assistieren. Das ist eine Anodrnung der folge zu leisten ist! Dise Anordnung gilt temporär erstmal für ein Jahr. Wir gehen davon aus, keine Probleme zu erwarten.
      Die MPO


      "WAS? Eine Assistentin? Heute? Was soll denn der Scheiss? Und wieso ich? Damit hab ich ja überhaupt nicht gerechnet. Wieso bekomme ich so ne unerfahrene Plage an den Hals gebunden? Das darf ja wohl nicht wahr sein!", keifte Isa los, sprang wütend auf, stieß sich dabei das Knie am PC Tisch, hielt sich das Bein an den Bauch gepresst, während sie auf dem anderen Bein vor Schmerz im Kreis hüpfte und fluchend jammerte.
      Mürrisch murmelnd marschierte sie durch das Haus und fluchte. Das brachte ihre ganze Tagesplanung durcheinander. Und es gab nicht mal Zeit für eine Vorbereitung. Wann die wohl eintreffen würde?
      "Hmmpf, ich werde mich beschweren. Ich werde mehr Geld verlangen müssen. Ich bin doch keine Aufpasserin für Frischlinge. Jedenfalls nicht ohne Gegenwert."
      Hoffentlich kommt die nicht zu früh. Isa wollte wenigstens noch ein wenig Vorbereitungszeit haben. Und Flyer musste sie auch noch drucken.
      Sie fegte die Hütte einmal grob durch. Zumindestens die Flure und die Küche. Das hatte schon ein Wollmäuse Nest ausgehoben. Das müsste erstmal reichen.
      Isa rechnete nur mit einem Arbeitsbesuch, nicht, das die hier noch einziehen würde. Und so wartete sie, und druckte erstmal 50 Flyer aus, um sie später in der Stadt zu verteilen.
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    • Ria hatte gehofft, ihr erster offizieller Einsatz als Protectorin würde etwas… glamouröser beginnen. Etwas mit Hochglanzfluren, automatischen Türen, vielleicht einem freundlichen Empfangskomitee. Stattdessen begann er mit einer E-Mail um 5:43 Uhr morgens, einem müden Blick in den Spiegel und dem leisen Zischen ihrer Kaffeemaschine.

      „Betreff: Zuweisung neuer Einsatzort, Toyama Präfektur.
      Partnerin und Führung: Protectorin Isa Nakada.
      Dauer: vorläufig 1 Jahr.
      Status: sofortiger Einsatz.“

      Sie starrte auf den Bildschirm, während sich ihr Kaffee in der Tasse mit Milch verfärbte. Toyama...Nicht Tokio....Nicht Osaka, sondern Toyama. Sie seufzte leise. Ihre Mutter hatte noch am Vorabend gesagt: "Mach uns stolz, Ria und iss was Richtiges zum Frühstück.“ Ihre Antwort darauf war ein Toast mit Honig und eine Thermotasche voller noch warmer Vanille-Milch-Kekse „Feldrationen“, wie sie es nannte. Sie zog ihre MPO-Uniform an, makellos gebügelt, akkurat wie im Handbuch, band ihr Haar zu einem ordentlichen Zopf und überprüfte ihre Ausrüstung: Seraph-9, sauber geölt. Psi-Sensor, voll geladen. Datenbrille, synchronisiert. Thermotasche, doppelt gesichert. Perfekt. Ordnung war für Ria kein Zwang, sondern eine Art Zauberformel gegen Chaos und gegen Nervosität. Draußen glitzerte die Stadt Taito im Morgengrauen. Die Straßen waren noch still, nur vereinzelt surrten Lieferdrohnen über die Dächer. Ria schwang sich auf ihre Astra-Veil, die wie immer leicht vibrierte, sobald sie ihre Hände auf den Griff legte. Das Motorrad reagierte auf ihren Puls und heute war der eindeutig schneller als sonst. „Guten Morgen, Astra. Zielort: Toyama City.“ Das Motorrad antwortete mit einem dumpfen, melodischen Brummen, fast wie eine Zustimmung, Dann hob es ab. Die Luft über den japanischen Alpen war klar, der Himmel stahlblau. Unter ihr zogen Wälder, Flüsse und kleine Städte vorbei, während das Display ihrer Brille leuchtete: Reisezeit: 2 Stunden 14 Minuten.
      Psi-Stabilität: 94 %.Synchronisationswert... optimal. Ria lehnte sich leicht zurück. Der Fahrtwind strich über ihr Gesicht, kühl und angenehm. Sie mochte diesen Moment zwischen zwei Orten, zwischen den Erwartungen der anderen und der eigenen Unsicherheit. Seit ihrem Abschluss an der MPO-Akademie war alles so schnell gegangen. Die Prüfungen, der Eid, die Überreichung des Abzeichens. Und jetzt... Ein Jahr in der Provinz, unter der Aufsicht einer Frau, deren Akte mit den Worten begann... „Eigenwillig, unkonventionell, aber äußerst effektiv.“ Sie hatte den Bericht dreimal gelesen und immer wieder denselben Satz gedacht.... „Das klingt nach jemandem, der keine Assistentin haben will.“ Trotzdem spürte sie ein leichtes Kribbeln der Vorfreude. Sie hatte sich dafür entschieden, Protectorin zu werden, weil sie die Welt der Unerklärlichen verstehen wollte. Weil sie Antworten suchte auf all die Dinge, die sich jeder Logik entzogen.



      Zwei Stunden später senkte sich die Astra-Veil über den Rand der Stadt Toyama. Die Straßen waren schmal, gesäumt von niedrigen Holzhäusern und alten Bäumen. Es war ruhig hier, zu ruhig, verglichen mit Tokio. Die Koordinaten führten sie in eine kleine Seitenstraße. Am Ende derselben stand ein Haus, ja fast schon einer Villa gleichermaßen mit viktorianischen Flair und auf dessen Briefkasten in krakeliger Schrift stand: „Isa Nakada – MPO Protectorin... Ria hielt an, stieg ab und betrachtete das Gebäude. Es sah… freundlich und interessant aus. Etwas altmodisch, ja, aber warm. Aus dem Schornstein stieg Rauch auf und aus einem der Fenster hörte man undeutliches Poltern und eine Stimme, die sehr deutlich „ZIEGENKÄSE?!“ rief. Ria blinzelte irritiert. Das konnte nur sie sein. Sie überprüfte noch einmal ihre Tasche, zupfte den Kragen zurecht, atmete tief durch und klopfte an die Tür und stand dort mit einer Tasche in der Hand.

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    • Isa

      Irgendein Geräusch ertönte im Gebäude. Isa horchte auf, wartete einen Moment, schüttelte den Kopf und murmelte etwas. Sie hatte sich wohl geirrt. Vermutlich lag es am Stress heute Morgen. Diese Idioten von der MPO. Glauben alles mit ihren Untergebenenmachen zu können, um dafür noch Beifall zu ernten. Kanonenfutter, das waren die Protectoren. Wird nen Hund von seinem Napf gefressen, darf ein Protector sich mit dem Napf rumärgern. Nach Möglichkeit bitte zwecks Untersuchung eindämmen und abholfertig verpacken. Aber gerne doch. Hat auch nur ein Fuß gekostet. Aber keine Sorge, sie bekommen jetzt eine Assistentin. Null Felderfahrung inklusive. Taadaaa!
      Wieder ein Geräusch. Verdammt, es klopfte. "Ahhhrr, ich könnte ausrasten. Wer klopft denn hier um diese Zeit? Ein Kunde....?"
      Wieso klingelt der eigentlich nicht? Dieses Haus war doch voll modern ausgestattet. Bestimmt nen alter Opa oder sowas.
      Isa huschte die Treppe hinunter und stiefelte zur Tür. Sie atmete kurz durch ... freundlichkeit ist für Kunden irgendwie auch wichtig.
      Sie öffnete die Tür zur Hälfte und erblickte eine Frau in Uniform. Von wegen Opa. Das war ne Oma, die zu viel göttliches Ambrosia bekommen hatte, und ihr zweites Leben einforderte. Trotz güldenem Haar aber offenbar immer noch stocksteif. Sicher eine Kundin, die mit irgendeinem MO oder sowas zu tun hat. Oder, das war doch nicht etwa ...?
      Isa räusperte sich. "G...guten Morgen. Wie kann ich ihnen helfen?", fragte sie ind blickte etwas skeptisch, fragend.
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    • Ria lächelte, oder zumindest war das wohl ihre Version davon. Ihre Mundwinkel hoben sich exakt um zwei Millimeter, fast schon technisch präzise, aber freundlich. "Guten Morgen, Protector Isa Nakada“, begann sie mit einer höflichen, überraschend weichen Stimme. "Bitte entschuldigen Sie die frühe Störung. Ich bin Ria Hoshi, frisch aus der MPO-Akademie entlassen und noch Anfängerin, was aber nichts heißen soll. Es ist mir eine große Freude, ab heute Ihre Assistentin zu sein.“ Ria fuhr fort, immer noch mit diesem sanften aber präzisen Lächeln. "Mir wurde zugeteilt, Sie ein Jahr lang in allen operativen und administrativen Aufgaben zu unterstützen. Außerdem soll ich während dieser Zeit hier wohnen, um jederzeit einsatzbereit zu sein.“ Sie neigte höflich den Kopf. "Ich hoffe, dass wir gut zusammenarbeiten können. Ich freue mich sehr darauf, von Ihrer Felderfahrung zu lernen.“ Ria hielt dabei ihren kleinen, sorgfältig gepackten Koffer an die Seite, als würde sie zur Übernachtung bei einer Tante erscheinen, nur eben sehr korrekt. „Falls es Ihnen recht ist,“ fügte sie sanft hinzu, "würde ich gerne eintreten, und… vielleicht später meine Unterkunft beziehen. Ich verspreche, mich so leise wie möglich einzuleben.“ Ria lächelte noch immer, freundlich, höflich, und völlig ahnungslos. "Vielen Dank, dass Sie mir diese Chance geben“, sagte Ria aufrichtig. "Ich möchte mich nützlich machen.“ Das meinte sie ernst und vor allem ehrlich, egal wie seltsam Miss Nakada auch sein mochte und ihre Skepsis kaum verbergen konnte. "Es muss alles etwas wie eine Art...Überall wirken und dafür entschuldige ich mich aufrichtig bei ihnen, ich hoffe das wir gut miteinander auskommen werden, ich habe vieles über sie gelesen und gehört - sie sind schon sowas wie eine Legende" lächelte sie kurz und verneigte sich höflich.
    • Isa

      Also doch. Es war die angekündigte Assistentin. Und steif wie ein Stock. Höflich immerhin. Man merkt, das sie wohl einen besonderen Ausbilder hatte, oder an einer besonderen Akademie war, wo man wohl so sprach. Isa war nie so förmlich gewesen.
      "Ähhh....ja, das hatte man mir bereits mitgeteilt. Diese verdammten ...", knurrte sie hinterher und ballte eine Faust, faste sich dann aber wieder, räusperte sich. Ria fuhr fort und bat um Einlass. "Natürlich, Haus Nakada stets zu Diensten. Tritt ein."
      Isa spähte kurz forschend draußen umher, knallte dann die Tür zu und begab sich zu Ria, die sich schon im Eingangsbereich umsah.
      "Chance? Ich hatte ja eh keine Wahl. Das war wieder eine Kurzschlussentscheidung der MPO! Außerdem sollen wohl höhere MO Aktivitäten daran Schuld sein. Ich hatte zugegeben in letzter Zeit auch etwas mehr Arbeit als gewöhnlich.", erklärte Isa.
      Sie führte Ria erstmal zur Mitte, wo ein Sofa stand, und bot ihr an, Platz zu nehmen. Man sah Türen die wohl zum Hinterhof führten. Ein Kamin, in dem Feuer brannte, und etwas Wärme spendete, und gemütliche Atmosphäre. Wobei es im August in Toyama ohnehin heiß und schwül war. Auch heute hatte der Wetterbericht wieder um die 30 Grad vorhergesagt. Noch war es nur warm. Doch bis zum Mittag, wenn die Sonne am höchsten stand, dürfte es nur im Schatten angenehm sein.
      Isa sah zu ihrem Koffer. "Hmm, ist das dein ganzes Gepäck? Dann hast du vermutlich im Wohnheim der Akademie gelebt. Da braucht man ja nichts. Du kannst den Koffer erstmal hier abstellen, und später bringe ich dich zum Gästezimmer. Das wird dann erstmal deine Unterkunft. Aber ich muss dich warnen. Der Raum steht schon ne Weile leer. Du wirst ihn wohl erst putzen müssen."
      Selbstverständlich würde Ria den Raum reinigen. Als wenn Isa das machen würde, oder Lust dazu hätte. Innerlich grinste sie schelmisch.
      Ria sprach nochmal den kurzfristigen Befehl der MPO an, aber Isa winkte ab. Von denen kommt eh nur Mist. Oder die verlangen Unmögliches. Hauptsache sie verdient hier noch genug, um das Haus zu finanzieren, und den ganzen anderen Kram. Die MPO gibt auch nicht alles umsonst her. Gut nur, das Isa selbst ein Labor hatte, um Kosten zu sparen.
      Dann sprach Ria noch etwas über Isa selbst an. Diese hob eine Augenbraue. "Über mich gehört und gelesen? HAHAHA, das klingt komisch. Was gäbe es wohl über mich schon zu berichten? Ich sitze seit zwei Jahren in diesem Haus und erfülle nur meine Pflichten als Protectorin. Es könnten höchstens meine Erfolge sein, die löblich ausgesprochen wurden, hihihi. Oder vielleicht noch dinge aus der Akademiezeit."
      Sie war oft genug beim Direktor der Akademie gewesen, um sich einen Tadel abzuholen. Regeln waren manchmal etwas missverständlich. Immerhin hatte sie die Übungen gemeistert und die Studiumsarbeiten, um zu erfahren, was es mit der MPO auf sich hatte. Damals war sie zuerst geschockt gewesen, aber auch neugierig und begeistert. Sie durfte sogar mal ein echtes MO studieren. Das brach dann aus und verursachte ein riesewn Chaos und vier Schwerverletzte und ein abgebranntes Gebäude, weil Isa es abfackeln wollte, und alles traf, was kein MO gewesen war. Irgendwie hatte sie es dann terminiert, obwohl es zurück in die Eindämmung zu Forschungszwecken gebracht werden sollte. Die Erklärung, warum es dazu kam, konnte Isa nicht geben. Außer das sie wohl einen Fehler eingestehen musste. Aber das wird Ria sicher nicht erfahren haben. Nur die Glanzvollen Dinge. Hoffte sie.
      "Jedenfalls meinten die, ich wäre für diesen Standort bestens geeignet."
      Die Uhr am Kamin machte ein Ding Geräusch und Isa spähte zu ihr. "9 Uhr. Hm, ich habe noch Arbeit vor mir. Du kannst mir helfen. Wir werden Flyer verteilen. Das wird uns etwa bis Mittag beschäftigen. Danach zeige ich dir das Haus und dein Zimmer. Warte kurz, ich hole die Flyer."
      Isa huschte nach oben und holte einen Stapel frisch gedruckte Spezialflyer, auf dem Kontaktdaten zu ihr standen, sowohl eine Telefonnummer als auch die Adresse vom Haus.
      Wenn jemand also ein seltsames Problem hatte, konnte er den Flyer erkennen und lesen. Sofern einer in der Nähe war. Sie waren immer etwas auffällig im Blick. Wer keine Probleme mit MOs usw. hatte, der sah diese Flyer nicht. Daher konnte Isa auch wild in der Gegend die Teile an die Wand kleben. Nur die Natur regelte, wie lange sie hielten. Daher ging sie regelmäßig neue aufhängen.
      Fünf Minuten später verließen sie das Haus, und marschierten die Straße entlang. Isa hatte Ria auch eine Tasche gegeben. Gerecht aufgeteilt. Isa 20 und Ria 30 Stück. Isa trug immerhin noch die Verantwortung. Außerdem brauchte Ria ja Erfahrung.
      "Toyama ist gar nicht so übel. Hier am Rande in der Wohngegend wird es etwas stiller. Aber ansonsten ist Toyama eine handelsübliche Stadt voller Leute und Verkehr. Einige Läden, die ich aufsuche, befinden sich in der Nähe. Manches benötige ich aber auch aus der Innenstand. Du kannst dich auch jederzeit selbst umsehen."
      Nach einem kurzen Moment blieb Isa stehen. "Dieses Motorrad da, ist das etwas deins? Es sieht verdächtig aus ...", meinte sie, und begutachtete das Gefährt. Verdächtig normal mit verdächtigen abnormalitäten. "Ist das etwa ein MO?"
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    • Ria setzte ihren Koffer leise ab, als Isa ihr den Eintritt gewährt hatte. Ihr Blick wanderte durch den Eingangsbereich des Hauses, und ein kaum merkliches, aber ehrliches Lächeln erschien auf ihren Lippen. "Danke Protectorin Nakada“, sagte sie höflich und mit dieser charakteristischen, ruhigen Stimme, die bei manchen wie Steifheit wirkte aber bei ihr jedoch schlicht angeborene Disziplin war. Sie folgte Isa zum Sofa und setzte sich gerade darauf ab, die Hände gefaltet auf dem Schoss. Dass Isa die Tür so energisch zugeschlagen hatte, nahm sie mit einem unauffälligen Blinzeln zur Kenntnis. Als Isa über die MPO schimpfte und ihren Faustballer kurz kontrollieren musste, neigte Ria leicht den Kopf. "Ich hatte verstanden, dass die MPO momentan unter enormem Druck steht“, antwortete sie. "Die steigende Aktivität höherer Manifestationsobjekte führt zu impulsiven Entscheidungen…" Sie sah sich um – Kamin, Sommerhitze, ein Raum, der trotz allem gemütlich wirkte und wirkte für einen Moment menschlicher, weniger akademisch. "Es ist… ein schönes Haus“, bemerkte sie vorsichtig. "Lebendig. Ich glaube, ich werde mich gut einleben.“ Beim Thema Koffer nickte sie. "Ja, ich lebte im Wohnheim. Persönliche Gegenstände waren… nicht ratsam. Die Standardausrüstung war ausreichend.“ Dass sie das Gästezimmer selbst putzen sollte, ließ sie nicht einmal blinzeln. "Selbstverständlich. Die Pflege des eigenen Raums lehrt Verantwortung, das wird kein Problem sein, wirklich.“ In Wahrheit löste es ein kleines, verborgenes Seufzen in ihr aus – aber sichtbar war es nicht. Als Isa über ihre Akte scherzte, hob Ria den Kopf etwas an, eine Mischung aus Respekt und Diplomatie. "Man hat mir von Ihren Einsätzen berichtet“, erklärte sie offen. "Vor allem von Ihrer Effektivität und Ihrer Bereitschaft, auch unter schwierigen Bedingungen einzugreifen. Ihre Abschlussprüfungen waren… außergewöhnlich.“ Sie sprach nicht aus, was sie noch gelesen hatte – den Vorfall mit dem ausgebrochenen MO, die Brandkatastrophe, vier Verletzte. Ria hielt das absichtlich zurück. Das gehörte zur Vergangenheit, und sie wollte Isa nicht provozieren. "Dass man Sie für diesen Standort ausgewählt hat, galt in der Akademie als nachvollziehbar. Man erwähnte Ihren pragmatischen Ansatz.“ Ihre Stimme klang nicht ironisch. Eher bewundernd und still und kontrolliert. Als die Uhr schlug und Isa Flyer verteilen wollte, erhob sich Ria ohne zu zögern. "Natürlich. Ich begleite Sie.“ Sie nahm die Tasche mit den dreißig Flyern anstandslos. "Eine sinnvolle Aufgabe. Die Sichtbarkeit unserer Präsenz ist wirklich wichtig.“ Draußen lief sie neben Isa her, aufmerksam und ruhig, während sie jede Bewegung, jede Beobachtung der Umgebung registrierte. "Die Stadt wirkt freundlich“, kommentierte sie. "Wenig hektisch als gedacht. Es ist angenehm.“ Doch dann blieb Isa abrupt beim Motorrad stehen. Ria hielt inne. Langsam wandten sich ihre Augen dem Fahrzeug zu und ein winziger, fast unsichtbarer Funken von Unsicherheit flackerte in ihrem Blick. Sie öffnete den Mund, schloss ihn wieder, fasste sich dann und antwortete. …Ja. Es gehört mir.“ Kurz folgte eine kleine Pause. "Und ja. Es ist ein MO.“ Ria trat einen halben Schritt näher an das Gefährt, eine Maschine, die auf den ersten Blick ganz normal wirkte, aber bei genauerem Hinsehen leichte, kaum erklärbare Asymmetrien zeigte, als würde das Material selbst atmen, wenn man zu lange hinsah. "MO-343-A. Astra Veil, Klassifiziert als Vermittlungsobjekt, harmlose Kategorie aber voller Power. Keine eigene Aggressionsmotivation.“ Ihre Stimme bekam diesen Tonfall eines Akademieberichts. "Ich wurde damit ausgebildet, als ich es mal bei einem Einsatz gefunden habe. Es ist… an mich gebunden. Ohne meinen direkten Befehl ist es passiv.“ Dann sah sie Isa direkt an – zum ersten Mal mit einer Spur echter Emotion. "Ich dachte, es wäre sinnvoll, es mitzubringen. Für den Standort. Und für Ihre Arbeit.“ Ein Hauch von Sorge schlich sich in ihre Stirnfalten. "Ich kann es selbstverständlich auch… in die MPO-Lagerstelle transferieren lassen, falls Sie die Präsenz eines MO an Ihrem Haus nicht wünschen?" erfragte sie sich und blickte Isa in die hübschen Augen. Eine zierliche Statur, ansehnlich in Rias Augen, aber sie selbst würde niemals auch nur Ansatzweise daran denken ihre neuen Vorgesetzte das direkt ins Gesicht zu sagen - auch wenn dieser das sicherlich gefallen würde. Somit machte sie sich an ihre erste Aufgabe um die Flyer in der Stadt sauber und ordentlich aufzuhängen.
    • Isa

      Isa seufzte. Ria kommt direkt von der Akademie, bekam ein MO zur Verwendung anvertraut, und nutzte es ohne weitere Gedanken daran zu verschwenden, als wäre es ein gewöhnliches Gerät.
      "Das ist nicht gerade vorsichtig. Ich meine, ich besitze auch ein MO, einen alten Wagen. Aber der ist unauffällig, und kann theoretisch von jedem einfach bedient werden. Dein Astra hier ist ein Blickfang."
      Sie umrundete das Gefährt und überlegte. "Gut, wir stecken es später in die Garage wenn wir zurück kommen. Da fällt es nicht so auf. Du wirst mich über das Gerät aber noch aufklären. Und wenn nötig, werden wir es verwenden. Ansonsten doch bitte mehr Diskretion an den Tag legen."
      Sagt die Richtige.
      Das Thema wurde erstmal beiseite geschoben. Die Flyer lagen im Fokus. Diese mussten in dem Stadtgebiet weitläufig verteilt werden. Normalerweise lernte man das ja schon im Studium, das es besonderes Papier für Spezial-Flyer gab, die niemandem auffielen, außer man wäre eingeweiht oder hatte irgendwie Kontakt zu MOs oder Phänomenen und deren Energien. Dann konnte man diese erkennen, und sich direkt an die entsprechende Standortverwaltung, in dem Fall Isa Nakada, wenden, oder die MPO kontaktieren über eine angegebene Nummer.
      Die zweite Variante ist über die eingeweihnte Polizeibehörde. Meldet dort jemand etwas seltsames, so wird sich die Polizei das ansehen, und ggf. einen Protector bestellen und darüber informieren.
      Isa fragte Ria auch, ob sie schon mal mit einer Psi-Energieladung Patrone auf eine Zielperson geschossen hat? Wenn jetzt nämlich ein Kunde käme, ist es in großer Wahrscheinlichkeit nötig, diesem nach erfolgreicher Arbeit das Gedächnis etwas umzubauen. Vorallem bei Zeugen, die keiner braucht. Das bedeutet: Waffe ziehen - auf den Kopf zielen - abdrücken. Und dann noch eine Suggestion ausführen. Das Geld für den Einsatz hätte man gespendet, man spreche nicht über das Geschehene, oder vergisst es alsbald.
      Isa würde das eh bei Ria testen müssen, ob sie dazu in der Lage wäre. Der nächste Kunde wird ihrer sein. Zumindestens wenns um den Abschluss des Auftrages ging.
      Nachdem sie ein paar Stunden durch diesen Teil Toyamas liefen, und überall, an auffälligen, aber auch unauffälligen Stellen, Flyer angeklebt hatten, knurrte Isas Magen eine Arbeitspause ein. Da die Tragetaschen nun leer waren, konnten sie auf dem Rückweg noch ein paar Besorgungen machen. Isa selbst war nicht sonderlich begabt im Kochen, und nutzte gern Fertigprodukte, oder etwas, was einfach umzusetzen war. Sie würden die Tage noch einen größeren Markt anlaufen. Bis dahin konnte auch Ria noch ne Liste fertigen, für Dinge, die sie benötigte.
      Wieder zuhause meinte Isa, das sie erstmal was essen, dann das Motorrad verstauen und nen Rundgang machen.
      Als sie in der Küche waren, und Isa den Teeschrank betrachtete, kam ihr eine Idee. Sie grinste breit.
      "Dieses Haus hier ist ein wenig seltsam. Es ist ja auch ein Standort der MPO, aber darauf kommt es ja eh nicht an. Aber, hier gibt es schon ein paar seltsame Dinge. Ich werde einen Tee kochen."
      Sie öffnete den Teeschrank, und fand erneut eine Box vor. Einmal pro Stunde wechselte die Mischung. Aber nur einmal täglich war es nötig, davon zu kosten, um es nicht schlimmer werden zu lassen. Da Isa auch andere normale Sorten darin aufbewahrte, verzichtete sie auf den Teeschranktee und machte für sich einen Kirschtee. Für Ria hingegen gab es eine mysteriöse Mischung zum verkosten.
      Schon der Tee selber roch seltsam. Sie zuckte mit den Schultern und gab einen Löffel voll in das heiße Wasser, und stellte die beiden Tassen auf den Tisch.
      Zucker und Honig gab es auch.
      Nach ein paar Minuten nippte Isa zufrieden an ihrem süßen Kirschtee und beäugte neugierig Ria, die an ihrem Tee roch. Isa hatte inzwischen die Box geprüft. Aufschrift: Grüner Tee - Sanddorn - Leberwurst.
      Mit Letzterem konnte Isa nicht viel anfangen, aber es schien diesen seltsamen Duft zu verursachen.
      Während Ria schnupperte und einen ersten Schluck probierte, fing Isa an zu erklären, das der Teeschrank ein MO wäre. Und leider musste man täglich Tee aus einer darin auftauchenden Box verwenden. Der Inhalt wird erst später beschrieben, wenn man diesen fertig aufgebrüht hätte. Trinkzwang inklusive. Sonst würde es nur schlimmer werden.
      Isa wollte dann aber noch wissen, wo Ria genau her kam, und wie sie zur MPO kam.
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    • Ria stellte ihre Tasse vorsichtig ab. Der erste Schluck war… nun ja. Eigenartig war eine höfliche Beschreibung. Der Tee hatte eine Mischung aus grasiger Frische, säuerlicher Sanddornnote – und dann kam ein merkwürdig würziger, fast fleischiger Unterton, der ihr den Magen fast umdrehen ließ. „Ich… komme aus Taito, Meine Eltern haben dort ein Gasthaus betrieben, nichts Großes, aber jede Woche kamen Leute aus der Umgebung vorbei. Ich war schon immer die Jüngste, die jeder losgeschickt hat, zum Beispiel Besorgungen, Botengänge, sowas. Und irgendwann…“ Sie machte eine vorsichtige Geste mit der Tasse, als müsste sie den Satz mit beiden Händen stabilisieren. „…habe ich angefangen, Dinge zu sehen, die keiner sehen sollte.“ Ria nahm noch einen kleinen Schluck, verzieh das Gesicht kaum merklich und fuhr fort. „Erst dachte ich, ich wäre krank. Oder verrückt. Bei uns redet man nicht gerne über Phänomene, und die Polizei hätte mich ausgelacht und ich war mit 14 live bei einem MO Ausbruch dabei, aber dann eines Tages unter den Gästen war irgendwann jemand, der… anders reagiert hat. Ich konnte nicht sagen warum, aber er wusste sofort, was ich meinte. Er war ein Protector. Nur auf Durchreise.“ Sie lächelte bei der Erinnerung, ein kleines, leises Lächeln. „Er hat mit meinen Eltern gesprochen. Hat ihnen erklärt, dass ich nicht gefährlich bin, nur sensibel für Psi-Energie. Und dass ich… geeignet wäre. Vielleicht sogar wertvoll. Wenige Wochen später stand ein Kontaktzettel auf meinem Kopfkissen. MPO-Einweisungstermin. Ich glaube, meine Eltern wollten mich schützen, aber sie wussten auch, dass sie mir damit ein Leben in Angst ersparen würden und ich landete später in der Akademie der MO und trat meine Schule und Ausbildung an.“ Ria zog die Schultern leicht hoch, unsicher, wie viel sie erzählen sollte. „In der Akademie war es zuerst schwer. Alle anderen schienen schon zu wissen, was sie taten. Ich hatte nur… Instinkt. Aber ich habe mich reingehängt. Und ich wollte helfen. Das war immer mein Ziel. Menschen schützen, bevor sie überhaupt wissen müssen, dass Gefahr da ist.“ Sie deutete mit der Tasse auf Isa. „Das MO, das ich gefunden und dann bekommen habe… ich glaube, die Ausbilder haben mir vertraut. Vielleicht zu sehr, wenn ich dir zuhöre.“ Ein schuldbewusstes Schmunzeln. „Ich werde vorsichtiger sein. Wirklich.“ Dann verschloss sie kurz den Blick, fast so, als müsse sie etwas eingestehen, das ihr schwerfiel. „Und… was das mit den Psi-Patronen angeht… Nein. Ich habe es noch nie in echt gemacht. Nur Übungsszenarien. Und da ist es schon schwer, jemanden ins Gesicht zu zielen, auch wenn es nur eine Attrappe ist. Aber…“ Sie sah Isa fest an. „…ich will lernen, was nötig ist. Wenn ich jemanden schützen kann, wenn ich dafür sorge, dass ein Zeuge nicht leidet oder dass ein Auftrag sauber abgeschlossen wird, dann mache ich es. Ich will keine Last für dich sein.“ Ria nahm einen größeren Schluck Tee und verzog diesmal ganz minimal das Gesicht, bevor sie tapfer nickte. „…Ich werde mich daran gewöhnen. Hoffentlich und ich bin wirklich gespannt den Wagen mal zu sehen Miss Nakada"
    • Isa hörte aufmerksam zu und freute sich über ihren wohlschmeckenden Tee, während sie innerlich lachte, wenn Ria den speziellen Tee genießen durfte. Und es wäre sicher hilfreich, Ria in Form von Übungszwecken täglich dieser Folter auszusetzen. Dann würde sie sicher bald von alleine verschwinden, und sie hätte wieder ihre gemütliche Ruhe hier im Haus. Es frustete sie immer noch, das die MPO hier einfach so ohne große Vorankündigungszeit jemanden im Haus einquartierte. Leider kam auch eine Unterbringung in einer andere Mietwohnung nicht wirklich in Frage. Zu gefährlich. Sollte Ria da was geplant haben, müsste Isa ihr das ausreden. So ein Dreck.
      Isa seufzte. "Ja, die MPO ist nicht zu unterschätzen. Sie macht keinen Halt bei möglichem neuen potenziellem Personal. Meine Perspektive als Waise war leider auch nicht hoch. Beitrit für Unterstützung. So bekam ich diese Bude hier und die Ausbildung. Viel mehr gibts über micht auch nicht zu erzählen. Kurz und knapp."
      Sie stand auf und räumte die Tassen in die Spüle. Abwasch konnte warten. Dann wabdte sie sich wieder Ria zu. "So, zeit dir kurz das Haus zu zeigen. Du kannst dich später auch noch in Ruhe umsehen. Wenn wir nach oben gehen, nimm deine Sachen mit."
      Die lagen ja immer noch im Empfangsbereich. Ein gemütliches Wohnzimmer, wo man direkt mit Kunden über ihre Anliegen sprechen konnte.
      Zunächst zeigte Isa Ria den Zugang zu einem kleinen Weinkellerabteil. Dieser war nur von der Küche aus erreichbar. Tatsächlich lagen ein paar Alte Fässer im Keller, und eine handvoll verstaubte Flaschen im Regal.
      "Da ist nicht viel drin. Bis auf ein Fass sind alle leer. Was die Flaschen betrifft, keine Ahnung, Hab davon noch nicht gekostet. Ist auch schon ein paar Monate her, seit ich hier unten war.", meinte sie, und zog den Finger über den Tisch. Staub. Hier wäre wohl mal wieder putzen angesagt. Das würde sie Ria aufdrücken. Auch das Zerlegen der Fässer. Das Holz könnte man im Kamin verbrennen. Das Metall zum Schrotthändler.
      Sie gingen zurück in die Küche. Das Esszimmer war gegenüber auf der anderen Seite des Hauses. Bevor sie nach oben gingen, ging es erstmal in den Keller.
      Neben Waschkellerbereich hatte Isa hier ihre Labore, zwecks Munitionsherstellung und Untersuchung von MOs. Schlicht aber funktionell. Es lagerte auch alles Mögliche hier. Verschiedene Kartons mit irgendwelchen Mineralien und kleinen Glasflaschen usw., mit ebenso buntem Inhalt. Was auch immer das alles war.
      Isa meinte, das Rai das noch früh genug erfahren würde.
      Über einen geheimen Durchgang in der Außenwand zur linken Hausseite versteckte sich ein Schießstand. Dieser lag unter einem Teil des Gartens.
      "Hier stört es niemanden, wenn du deine Schussfähigkeiten aufbessern willst. Die Munition stelle ich selbst her. Ich zeig dir wie das geht. Dann kannst du frei nach Lust und Laune üben. Fülle aber die verbrauchten Patronen regelmäßig wieder auf."
      Dann zeigte sie noch, wie man die Zielscheiben bewegte. Es gab mehrere Schussreihen, wie man es aus Filmen kannte. Und an Seilen wurden die Ziele vor und zurückgeholt. Über Klemmen konnte man sie austauschen. Seitlich lagen ein paar Kartons mit Zielen. Und Müll. Kaputte Zielscheiben.
      "Ähehehe, vielleicht müsste ich mal wieder aufräumen." Sie würde es Ria aufdrücken.
      Zurück durch den Keller gingen sie zur anderen Seite. Dort war ebenfalls eine Geheimtür. Dahinter fanden sie eine Garage. Aber sie war leer. "Enigma steht draußen. Hast ihn vermutlich eh übersehen, hehe. Enigma ist der Name meines Wagens. Und hier hinter der Garage ist das Lager für die MOs. Zur Zeit liegen da nur ein paar Sachen. Und die Zellen sind auch leer."
      Ja, manche Dinge sperrte man lieber sicher weg.
      Dann ging es endlich nach oben. Ein gemütliches Hauptwohnzimmer erwartete beide. Hier würden sie sich wohl auch häufig aufhalten.
      "Mein Zimmer ist dort. Dann gibt es hier noch einen Computerraum, wo ich auch Flyer drucke, und den Kontakt zu den Idioten pflege."
      Damit war die MPO gemeint. Ein paar gemütliche Ecken gab es hier dann auch noch mit Blick nach draußen. Außer Bücher lesen oder mal dem Regen zu lauschen hatte Isa hier noch nicht viel gemacht. Spiele spielen im Alleingang machen auch kaum Sinn. Tatsächlich lagen aber ein paar Kartons in einem Regal. Verstaubt bis zur unkenntlichkeit. "Hier ... müsste ich auch mal wieder putzen." Wofür hat man Ria? SIE wird es tun!
      Auf in den zweiten Stock.
      "Hier sind Haupt und Nebenbaezimmer. Nutze bitte die Tioletten im Nebenbad. Das ist gesünder. Hatte ich das schon erwähnt? Zum Duschen und Baden gibt es nur kaltes Wasser. Niemand weiß warum. Es ist zum kotzen. Schrei also nicht so laut! Oder wasche dich am Waschbecken. Da gibts warmes Wasser. WARUM ... AUCH ... IMMER!", knurrte sie zum Schluss und ballte die Fäuste.
      Es gab eine weitere Ecke ... voller Kartons und Müll. Zerknülltes Papier, Verpackungen, irgendwas und Dreck gemischt mit Staub.
      "Ähm, das kann ich erklären. Aber ich erspare es mir. Wir räumen später auf." Ria kann das Zeug rausschleppen. Als Übung .... selbstverständlich.
      "Ich habe hier noch ein drittes Zimmer. Es ist etwas kleiner. Entscheide selbst, wo du einziehen willst. Dein Zimmer ist im zweiten Stock, wie meines. Wir gehen zum Schluss hin. Hier gehts noch zum Dachboden. Dort gibts auch ne kleine Aussichtspallform an einer Seite. Da geh ich aber selten hin. Ich glaub, seit dem Einzug war ich nicht mehr da oben. Hmmmm.... müsste das Zeug mal prüfen." Später.
      Zurück im ersten Stock erreichten sie Rias Zimmer. Außer sie wollte weiter oben residieren.
      Isa öffnete die Tür. Es war duster, da alle Vorhänge zu waren. Spinnenweben, Staub und Wollmäuse belebten das Zimmer. Ansonsten war es möbilisiert. Und es gab einen Kamin. Ein große Bett und einen großen Spiegel.
      Das Licht ging mit einem Flackern an. Isa betrat den Raum und Ria folgte. "Gut, das Licht geht. Wie gesagt, du wirst hier sauber machen müssen. Der Raum war ungenutzt. Isa klatschte mit der Hand auf die Bettdecke und eine Staubwolke hüllte beide ein. Husten und Geröchel zwangen Isa dazu, einen Vorhang zu öffnen - eine weitere Wolke kam dazu - und mit letzten Sauerstoffreserven öffnete sie ein Fenster, um die Lungen wieder durch zu pusten.
      "Öhööö Öhöö.... viel Erfolgt damit ... öhööö..."
      Endlich legte sich der Staub größtenteils. Die Luft glitzerte im Schnein der Sonne mit unzähligen Staubfussel, als Isa wieder das Licht ausschaltete. Die Sonne erhellte den Raum genug.
      "Hast du noch irgendwelche Fragen?"
      Das Innere des Hauses war durch. Später könnte sich Ria auch noch im Garten umschauen.
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    • Ria hatte den Rundgang schweigend, aber keineswegs teilnahmslos verfolgt. Jede Tür, jeder Geruch, jede Staubschicht hatte etwas über Isa verraten, über ihren Lebensstil, ihre Prioritäten, ihren chaotischen Pragmatismus. Je länger sie durch dieses Haus geführt wurde, desto deutlicher wurde ihr: Isa mochte zwar unorganisiert wirken, aber alles hier hatte einen Zweck. Einen Hintergrund. Eine Geschichte. Und vermutlich auch eine Menge unausgesprochener Regeln.

      Als Isa endlich stopfte, hustete und ihr augenscheinlich den halben Inhalt des Zimmers in die Lunge gejagt hatte, blieb Ria kurz im Türrahmen stehen. Die Staubwolke hing noch in der Luft. Es kribbelte im Hals. Doch sie behielt ihre Fassung.

      Sie trat ein, zog die Tasche ein Stück höher auf die Schulter und ließ ihren Blick durch den Raum schweifen.

      „Fragen?“ wiederholte sie leise, und ihre Stimme klang dabei nüchtern, beinahe sachlich. „Ein paar. Vielleicht.“

      Sie ging ein paar Schritte durchs Zimmer, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, und musterte den Kamin, den Spiegel, das Bett, den Boden. Nochmal Staub. Viel Staub.

      „Erstens“, begann sie und schob mit der Fußspitze eine Wollmaus zur Seite, „gibt es hier irgendwo einen funktionierenden Staubsauger? Oder soll ich mich komplett auf Besen, Lappen und meinen guten Willen verlassen? Letzterer ist begrenzt.“

      Ein feiner Hauch von Ironie lag in der Stimme, kaum wahrnehmbar, aber vorhanden.

      „Zweitens…“ Ria blieb vor dem Fenster stehen und zog den Vorhang ganz auf. Licht flutete den Raum noch stärker, und wieder schwebte eine neue Staubwolke auf. Ria verzog minimal das Gesicht, räusperte sich elegant, im Vergleich zu Isas röchelndem Überlebenskampf. „…wie viel von diesem ‚Aufräumen‘ ist eigentlich ernst gemeint? Ich frage nur, weil du jedes Mal so ein vielsagendes Lächeln aufsetzt, wenn das Thema fällt.“

      Die Frage war neutral formuliert, aber ihre Augen verrieten, dass sie Isa genau beobachtete. Dass sie durchaus verstanden hatte, wie gern Isa ungeliebte Aufgaben delegierte.

      „Drittens… das mit dem kalten Wasser.“ Sie wandte sich Isa wieder zu. „Ich hoffe, das ist kein Test. Oder ein Ritual. Oder ein seltsamer ‚Willkommen bei der MPO‘-Moment. Wenn ich mir hier nicht täglich die Seele aus dem Leib schreien soll, würde ich gern wissen, ob man den Warmwasserfehler irgendwann beheben kann. Oder ob das Haus schon seit Jahrzehnten darauf besteht, uns zu bestrafen.“

      Ein Luftholen und dann ein kurzer Blick in den Spiegel, der am Rand blind geworden war. Ria strich sich ein paar Staubpartikel von der Schulter.

      „Und viertens…“ Sie nahm wieder einen Schritt Abstand und stellte die Tasche ab. „Ich nehme das Zimmer. Auch wenn es aussieht, als wären hier erst gestern die Vorbesitzer gestorben. Aber es ist groß, hat ein Fenster, ein Bett und… einen Kamin. Er könnte nützlich werden.“

      Sie blickte Isa an. Ein sachlicher Ausdruck, doch nicht feindselig.

      „Ich räume auf. Keine Sorge.“ Dann folgte ein minimaler, trockener Nachsatz. „Wahrscheinlich überlebe ich es.“

      Sie legte die Hände in die Hüften und holte einmal tief Luft, diesmal ohne Husterei.

      „Also… gibt es sonst noch etwas, das ich wissen sollte, bevor ich mein neues Leben zwischen Munitionslabor, Geheimtüren und Kaltwasserfolter antrete?“

      Unten klingelte es bereits an der Tür ...
    • Isa verfolgte Rias Bewegungen durch das Zimmer. Es war ja auch alles neu für sie. Sie stellte dann die erste Frage. Für Isa klang es fast so, als würde Ria vermuten, sie lebte hinterm Wald. Aber das stimmte so nicht ganz. Es war einer in der Nähe. Bewaldetes bergiges Gebiet. Immernin waren sie südlich in der Stadt am Rande. "Tzz, natürlich gibt es hier einen Staubsauger. Und er funktioniert auch noch. Auch wenn die Saugkraft stark nachgelassen hat ( Beutelstaubsauger - nie gewechselt und entleert .... ). Dieses moderne Zeug ist wohl auch nicht mehr das Wahre. Alles weitere obliegt dir selbst, was dir lieber ist."
      Der Raum erhellte sich weiter, da Ria einen weiteren Vorhang beiseite schob. Dann auch noch eine vorwurfsvolle Frage. Als wenn sie hier nicht aufräumen würde.
      "Natürlich ist das ernst gemeint. Sonst würde sich der Unrat doich längst bis unter die Decke stapeln. Ich wohne schon eine Weile hier. Aber, ich gebe zu, in letzter Zeit gab es andere Prioritäten. Und zu Zweit sollte das schnell erledigt sein.", grinste Isa.
      Dann kam auch schon das Thema Dusche. Isa ließ die Arme nach vorn sinken und seufzte. "Wenn ich es nur selber wüsste, was da los ist, gäbe es das Problem ja nicht. Zum Baden gehe ich immer ins Badehaus, drei Straßen weiter. Es gab bereits Versuche, das Problem zu beheben. Es ist alles Inordnung. Nur das kein warmes Wasser aus der Dursche kommt. Überall sonst schon. Dieses Haus ist bestimmt schuld. Die Handwerker haben sogar schon die Rohre ausgetauscht. Die alten waren eh ganz verkalkt gewesen. Das Wasser sprudelt nur so aus der Brause. Aber es bleibt verdammtnochmal kalt!"
      Isa stampfte mit einem Fuß auf den Boden, was etwas Staub aufwirbelte und sie niesen ließ.
      Ria entschied sich dann aber, das Zimmer zu nehmen. Und es auf Vordermann zu bringen. Zumindestens hier müsste Isa keine Hand anlegen. Aber ganz zufrieden war Isa auch nicht. Ria hörte negative Dinge zum Haus, sah den Unrat und die Staubwüste. Aber das bewegte sie nicht dazu, aufzugeben. Also würde sie wohl tatsächlich mindestens ein Jahr hier bleiben. Außer zwischendurch würde ihr der Kragen platzen. Noch ist ja nicht aller Tage Abend.
      Isa überlegte kurz, auf die letzte Frage. "Hmmmmmm...., ich denke erstmal nicht. Teeschrank, Dusche, dein Motorrad in die Garage, ... ich denke erstmal gibt es keine weiteren wichtigen Dinge. Außer jemand kommt, und klingelt. Dann ist es entweder der Postbote, oder ein Kunde.", sagte Isa lächelnd und hob dabei den Finger.
      Es klingelte an der Tür.
      "Wenn man vom Teufel spricht. Ich erwarte keine Post. Du?"
      Ria auch nicht. Daher blieb nur die zweite Option. Allgemein bekam Isa keinen Besuch. Selten, das sich mal ein Nachbar her wagte.
      Sie gingen runter.
      "Begib dich zum Empfang. Warte dort.", meinte Isa. Damit war das Wohnzimmer hier im Erdgeschoss gemeint. Isa selbst begab sich zur Tür und öffnete diese.
      "Guten Tag, was kann ich für sie tun?", grüßte sie möglichst neutral. Man konnte ja nie wissen.
      Vor ihr stand ein bärtiger Herr mittleren Alters, der kurz seinen Schnauzer hin und her bewegte, und etwas gestresst wirkte.
      "G-guten Tag, äh, Frau Nakada, richtig? Ich ähh... ich komme wegen dem hier. Das ist doch die Adresse?"
      Er hielt einen abgerissenen Flyer in der Hand und zeigte ihn Isa.
      "Selbstverständlich. Kommen Sie doch rein, und erklären sie mir bitte unverzüglich ihr Anliegen."
      Isa führte ihn zur Lobby und stellte kurz Ria als ihre Assistentin vor, bot dem Mann dann einen Platz an. Ria sollte das erstmal still verfolgen.
      Der Mann erklärte kurz, das er sowas noch nie gesehen hätte. Etwas seltsames, etwas schreckliches. Er sprach von einer Vase, die er vor einigen Wochen geerbt hatte. Er fand sie im Haus seiner Eltern, als es geräumt wurde, für den Verkauf, da er es selbst nicht haben wollte. Diese Vase lag verpackt in einer mit Ketten umschlossenden Holzkiste. Da es keinen Schlüssel gab, grach er diese auf, und fand die Vase. Allerdings war diese verschlossen. Und der Deckel saß fest. Ein paar Tage stand sie auf einer Komode, aber eigentlich wollte er sie lieber verkaufen. Da sie gut gesichert war, vermutete er einen hohen Wert, und wollte die Vase nochmals auf Schäden prüfen. Der Deckel aber saß bombenfest. Daher nahm er sie mit in den Keller und versuchte den Deckel mit Werkzeug zu lösen. Mit etwas Geduld schaffte er es dann und schraubte diesen ab. Er war mit irgendwas verklebt worden. Doch als er den Deckel abgenommen hatte, gescha etwas abnormales. Rauch stieg auf. Und es hörte nicht auf. Und dann plötzlich Feuer. Es gab ein Rumpeln. Und heiße Flüssigkeit spritzte hervor. Er holte Wasser und kippte es hinein, aber es verdampfte sofort und dann wurde er mit glühender Asche bombardiert. Und mit Stichflammen. Jetzt fürchtete er, das ihm sein Haus abbrennen würde.
      Ihm war der Flyer aufgefallen, der vorn an einer Laterne hing. Isa meinte, dass das daran lag, weil er mit einem MO in Kontakt kam, und daher diese Flyer erkennen konnte. Und sie lobte ihn, sich direkt an sie gewendet zu haben. Sie würde sich um das Problem kümmern. Allerdings wäre das nicht ganz billig. Je nach Aufwand beginnt das Honorar bei 100.000 Yen. Außerdem müsste sie noch die Lohntabelle anpassen, da unter momentanen Umständen zwei Protectoren an den Aufträgen beteiligt sind. Also müsste er 200.000 Yen ( etwa 1100 Euro ) minimal zahlen, um das Problem zu lösen. Und es gäbe sonst niemanden, der es könnte.
      Der Mann kam ins schwitzen, aber er sagte zu. Auch wenn es noch teurer werden würde, war es besser, als wenn ihm dir Hütte abbrennt.
      "Sie können uns folgen. Halten sie aber Abstand. Ria? Wir haben Arbeit vor uns. Wir nehmen den Wagen. Eindämmungsmaterial ist im Kofferraum. Hast du deine Waffe und genug Munition dabei?"
      Sieließ Ria den Mann vor die Tür bringen, stürmte nach oben in ihr Zimmer und zog schnell ihre Dienstuniform an, und schnallte sich den Waffengurt um.
      Kurz darauf rannten sie zur Straße, wo Enigma stand.
      Der schicke, schwarze Oldi gehörte also Isa. Und er war ein MO. Gerade groß genug, das vier Leute bequem Platz fanden. ( wäre die Rückbank nicht auch etwas zugemüllt mit irgendwelchen Sachen )
      Ria starrte das natürlich auffällig an, und Isa bemerkte es. "Ähh.... das wollte ich später entsorgen. Ich sagte doch, ich räume auf!"
      Beide saßen jetzt im Wagen, und Isa drehte den Schlüssel um.
      Enigma schüttelte sich kurz und brummte dann auf. Der Motor klang alt, aber es fühlte sich kraftvoll an. Hinten verteilte sich bereits eine finstere Rußwolke aus dem Auspuff, die sich langsam emporsteigend verflüchtigte. Es roch nach Abgasen und verbranntem Öl.
      "Bist du bereit? Dann los! Njeheee..."
      Gang eingelegt - Fuß durchgedrückt aufs Gaspedal. Die Reifen quietschten, der Motor heulte auf, und beide wurden mit Kraft in die Sitze gepresst, als Enigma beschleunigte. Isa fuhr so ruppig, das man keine Schlaglochpiste benötigte. In wenigen Momenten war sie schon über die innere Ortsgeschwindigkeit hinaus und bretterte mit quietschenden Reifen um die Kurve. Dann geradeaus auf die Kreuzung zu. Keine Anstallten zu halten - einfach durch. Wie durch ein Wunder schafften es alle noch rechtzeitig auszuweichen, und auch Isa gab eine kurze Lenkung, um einem Laster auszuweichen. "WEG DA! ICH MUSS DURCH!", brüllte sie und hupte. Hinter ihr auch gehupe, Flüche und Fäuste, die aus Fenstern wedelten.
      "Wir brauchen etwas 10 Minuten bis zum Ziel. In der Gegend war ich schon.", erklärte Isa, während sie die nächste Kreuzung passierten.
      Das Dröhnen des Motors, als wäre die Drehzahl zu hoch, oder der Auspuff kaputt, begleitete das gelegentliche Poltern und Knallen, was widerum Rußwolken hinterließ. Und Jedesmal gab es einen kurzen Beschleunigungsruck, als würde der Wagen versuchen, seine Zylinder zu sortieren und den Motor beisammenzuhalten. Das Tacho zeigte stolze 85 km/h an. Und dann kamen weitere Fahrzeuge. Jetzt musste Isa sogar auch mal überholen und die Leute wegdrängeln.
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    • Ria sah Isa hinterherstürmen und blieb mit dem Mann im Eingangsbereich zurück. Sie wartete, bis Isa außer Hörweite war, bevor sie sich leicht zu dem Besucher neigte, höflich, aber mit der charakteristischen, kühlen Wachsamkeit, die sie selten ablegte. Dann richtete sie sich wieder auf, straffte instinktiv die Schultern und folgte Isa mit den Augen, als diese die Treppe hinauf verschwand. Kurz darauf drehte sie sich in Richtung der Haustür, deutete dem Mann mit einer Handbewegung, dass er vorgehen konnte. Ria trat zur Seite, damit der Mann hinausgehen konnte, und während sie die Tür hinter ihm zuzog, sprach sie mit ruhiger, aber deutlicher Stimme: „Bleiben Sie dicht bei uns, aber halten Sie genug Abstand zu Isa und mir. Wenn es wirklich ein offenes Manifestationsobjekt ist, kann jede unbedachte Bewegung die Lage verschlimmern.“ Sie musterte ihn, ohne ihn einzuschüchtern, prüfend, wie jemand, der abschätzt, ob er gleich in Panik verfällt. „Sie haben richtig gehandelt, dass Sie uns gerufen haben.“ Ihr Ton wurde ein wenig weicher, wenn auch knapp. „Wenn sich bereits Rauch, Hitze und spontane Entzündungen zeigen, ist der Gegenstand instabil." Sie ging um ihn herum, öffnete den Weg zum Wagen und warf einen Blick zu Isa, die gerade mit energischen Schritten im Türrahmen auftauchte: Uniform, Waffengurt, allem Drum und Dran. Ria nickte knapp, als Zeichen, dass draußen alles unter Kontrolle war. Als Isa schließlich an ihr vorbeikam, legte Ria eine Hand an den eigenen Gürtel, prüfte kurz die Position des Holsters und antwortete auf Isa’ Frage. „Ja. Waffe ist geladen, zwei Ersatzmagazine am Gürtel, und das Standardset im Koffer.“ Ein kurzer Blick zu Isa. „Wenn das Ding Druck aufbaut oder weiter Feuer speit, nehme ich keine Risiken. Ich bin bereit.“ Dann wandte sie sich wieder an den Mann und führte ihn ein paar Schritte vom Haus weg, damit Isa die Tür abschließen konnte. Währenddessen sprach sie weiter... „Wenn Sie etwas besitzen, das gefährlich wirken könnte – sagen Sie es uns, bevor wir reingehen. Es kann relevant werden.“ Der Mann schüttelte, sichtlich nervös, den Kopf und murmelte etwas von „nur Werkzeuge und Kartons“. Ria nickte. Sie trat an den Wagen, öffnete den Beifahrersitz und setzte sich hinein, legte die Hände geordnet auf die Oberschenkel, als Isa Minuten später mit selbstsicherem Schritt wieder einstieg. Enigma knurrte tief, als würde er sich auf den bevorstehenden Einsatz freuen. Ria drehte leicht den Kopf zu Isa und sagte, mit einem leisen, fast unmerklichen Funken Vorfreude in der Stimme „Sag mir einfach, wann ich eingreifen soll.“ Ria klammerte sich an den Griff über der Tür, kaum dass Enigma losgeschossen war und versuchte nicht zum dritten Mal innerhalb von fünf Sekunden laut zu fluchen. Ihre Haare wehten ihr wie eine aufgebrachte Fahne ins Gesicht, und während Isa mit unverhohlener Begeisterung durch die Straßen pflügte, presste Ria die Lippen zusammen. Dann kam ihre Antwort, halb geschrien, halb genervt, halb beeindruckt. „Ähh… ja, klar! Später entsorgen! Isa, dein Wagen sieht hinten aus, als hätte er einen ganzen Wertstoffhof verschluckt und nicht verdaut! Willst du das irgendwann mal wirklich machen, oder ist das so ein… ‚Ich räume irgendwann auf‘-Mantra, das du immer sagst, während alles hinter dir in Flammen aufgeht?“ Enigma heulte auf, schoss über die Kreuzung, und Ria wurde in den Sitz gedrückt, als hätte Isa vor, die Erdrotation persönlich herauszufordern. „ISA! Das war rot! ROT! Ich hab’s gesehen! Ich bin farbtüchtig!“ Isa hupte, brüllte, schob ein Auto rücksichtslos zur Seite und Ria starrte sie einen Moment lang nur an, als hätte die Frau endgültig jedes Konzept von Straßenverkehrsetikette verloren. „WIR BRAUCHEN KEINE ZEHN MINUTEN, WENN DU SO WEITERFÄHRST! WIR BRAUCHEN FÜNF! VIELLEICHT ZWEI! DANN FLIEGEN WIR NÄMLICH!“ Ein weiterer Rußstoß. Ein metallisches Knallen aus dem Motorraum. Ein kurzer, panischer Ruck, der Ria gegen den Sitz zurückwarf. „Oh perfekt! Perfekt! Das Auto klingt, als würde es entweder gleich explodieren oder ein Gebet sprechen!“ Sie warf einen Blick auf das Tacho. 85 km/h. Innerorts. Überholen, drängeln, hupen, Isa war im Jagdmodus. „Wenn du das noch ein einziges Mal machst, Isa, EIN EINZIGES MAL — dann fahre ich zurück! Und dann fahre ich FÜNFZIG! AUF DER AUTOBAHN! ICH SCHWÖRE ES DIR!“ Ria atmete scharf ein, als ein Minivan knapp auswich. Dann, mit einem resignierten Seufzen, das irgendwo zwischen Akzeptanz und Wahnsinn lag. „…Sag mir einfach Bescheid, wenn wir angekommen sind. Falls ich bis dahin nicht bewusstlos bin.“ Sie drückte sich tiefer in den Sitz, hielt den Griff fest...

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    • Die Fahrt startete rasant, und Ria schien nicht nur vollkommen überrascht worden, sondern auch wütend, oder etwas in Panik geraten zu sein. Sie fluchte und meckerte, und erwähnte hier und da eine Verkehrsregel. Isa machte ein "Tzzz...", bog scharf ab, überholte und hatte dann ein Stück weit leere Straße vor sich, bzw. die Möglichkeit auf einer zweiten Spur zu fahren.
      "Verdammte Frischlinge von der Akademie.", begann sie selber zu nörgeln. Sie wusste es ja zum Teil selbst, als sie damals noch dort studiert hatte. Manche Informationen zu ihrer Arbeit gab es erst während der Arbeit.
      "Hör zu, Ria. Dein Protector Ausweis ist auch ein Sonderausweis. Es spielt keine Rolle ob Rot ist, oder irgendeine Geschwindigkeitsvorgabe. Als Protector dürfen wir im falle eines Falls alle Gesetze übertreten, ohne strafrechtlich belangt zu werden. Und ich bin mir ziemlich sicher, das du davon nichts auf der Akademie gelernt hast. Nur wie man stockstreif Anordnungen befolgt und MOs eindämmt, richtig?" Sie blickte kurz zu Ria mit leicht grimmiger Mine: "VERGISS DEN SCHEISS! Du bist jetzt Protectorin im Dienst. Und im Dienst läuft eh nichts nach Plan."
      Das Die Organisation natürlich den Gesetzgeber schmierte, damit der Ausweis bei Polizei und sonstigen Behörden akzeptiert wurde, erwähnte Isa noch nicht.
      Aber hier ging es ja auch um mehr, als nur ein möglicher Unfall während einer dringenden Einsatzfahrt und damit verbundenen Unannehmlichkeiten bis zum Friedhof. MOs könnten viel gefährlicher sein, und standen an erster Stelle. Gefahrenminimierung.
      Isa starrte in den Rückspiegel. Natürlich war vom Kunden nichts zu sehen. Er würde normal hinterher fahren und ein paar Minuten später bei seinem Haus ankommen. Bis dahin hatten sie und Ria das Problem vermutlich schon gelöst.
      Enigma rumpelte erneut, ein weiterer Knall und eine Rußwolke verteilte sich kurz hintrer dem Wagen, und schaffte nicht nur vom Knall neugierige Blicke von Passanten. Isa ignorierte das. Normalerweise war Enigma auch etwas sanfter. Aber heute schüttelte er sich besonders häufig. Vielleicht sollte sie doch mal wieder unter die Haube schauen.
      Dann endlich bog Isa in eine Seitenstraße ab, wich gerade noch so nem Opa aus, dem sie fast die Gehhilfe weggesemmelt hätte, und fing sich einen wütenden Fluch ein, und eine Beschwerde von Ria. "Jajaa...., den ist doch noch ganz geblieben.", konterte sie trocken.
      Dann erreichten sie das Ziel. Isa hielt vor dem Haus an. Es gab ein wenig Grundstück drum herum. Ein kleiner Transporter, eine Auffahrt, eine Scheune oder sowas und das Haus. Und aus dem Kellerfenster rauchte es etwas. Nicht zu sehr, da sonst sicher schon jemand die Feuerwehr angerufen hätte.
      "Da muss der Keller sein.", meinte Isa. Sie stiegen aus.
      "Hol die Kiste aus dem Kofferraum. Das ist eine Sicherheitsbox, in der wir die Vase verpacken werden."
      Eine typische MO-Eindämmungseinheit, häufig auch MO-Box genannt. Ausreichend für die meisten MOs, da sie häufig von der Größe passten. Für MO die nicht selbst verpackt werden konnten, würde man dann ein entsaprechendes Eindämmungsteam anfordern, nach dem man es stillgelegt hatte. Die Vase würde Isa selber sichern, und erstmal verwahren.
      Bei der Kellertür angekommen, öffnete Isa diese vorsichtig und beide betraten den Raum.
      "Mach jetzt bloß nichts falsch. Wir nähern uns dem Objekt und beobachten kurz seine Reaktion.", meinte Isa, hatte bereits ihre Waffe gezogen und suchte den Kellerbereich ab. Die Vase fanden sie im Nebenraum. Dort stand sie auf einer Arbeitsplatte. Der Deckel lag daneben, daneben wiederum Werkzeug. Auf dem Boden erkaltetes Material. Das musste das Zeug gewesen sein, wovon der Mann gesprochen hatte. Zudem lag hier Asche. Die Decke vom Keller war ebenfalls schwarz, und es roch nach Feuer und Rauch. Die Vase blubberte ein wenig. Hier und da eine Flamme, und mal ein Glutfunken, während eine dünne Rauchsäule das Gefäß verließ und zum Fenster, das geöffnet war, entwich.
      Die Vase selber sah nicht sonderlich spektakulär aus. Sie wirkte eher schlicht. Aschegrau und verziert. Wobei die Verzierungen optisch den Eindruck erweckten, es handelte sich um Vulkane. Berge mit feurigen Spitzen.
      "Ha, das Ding haben wir schnell erledigt. Wir müssen vermutlich nur den Deckel drauf tun. Das ..... ist deine Aufgabe. Ich werde dem Ding ne APP ( Anti-Psi-Patrone )verpassen. Damit dürften wir die Vase abschwächen."
      Danach bräuchten sie das Teil nur noch einpacken. Leicht verdientes Geld. Auch wenn Ria nicht begeistert war, warum ausgerechnet sie den Deckel draufschrauben sollte, aber Isa meinte nur, das sie ihr in der Angelegenheit vertrauen könnte. Sie weiß was sie tut.
      Vorallem weiß Isa, sich besser fern zu halten. Am Ende verbrennt sie sich noch. Und wenn es Ria zu gefährlich wird, wird sie sicher um eine Versetzung bitte, hihihihiiii. Innerlich kicherte Isa. Dann hätte sie wieder ihre Ruhe.
      "Bereit? Dann los!"
      Isa schoss einmal auf die Vase, und die Kugel traf. Nicht wie eine gewöhnliche Kugel. Es wurde kein Loch in die Vase geschossen, sondern es gab ein paar blaue und violette Blitze, die die Vase umhällten, um sie unschädlich zu machen, während Ria bereits nach dem Schuss losstürmen wollte, um schnell den Deckel draufzuschrauben. Aber die Vase hatte andere Pläne. Sie war nicht mit dem Vorgehen der Protectoren einverstanden.
      Von wegen abgeschwächt oder Handlungsunfähig. Es rumpelte plötzlich und eine finstere Rauchwolke schoss empor, als wäre gerade ein Vulkan ausgebrochen. Es folgte eine Flamme, die bis an die Decke ging, und an einen Schweißbrenner erinnerte. So auch das zischende Geräusch von Gas, das in Flammen stand. Dann wurde Ria mit Glutspritzern und einer saftigen Wolke aus Asche bombardiert, die zudem den ganzen Kellerraum vollqualmpte. Ein weiterer Glutklumpel feuerte auf Isa zu, die schnell zur Seite sprang und fluchte.
      "Verdammt .... *husthust* die ist hartnäckig. HAU ENDLICH DEN DECKEL DRAUF!", knirschte sie, und sah sich um, schnappte sich einen Deckel von einem Mülleimer, den sie als Schild nutze. Gut, dass das ne Blechtonne war. Das würde schon den ein oder anderen Treffer abhalten. Ob Ria schon den Deckel .... nein, wohl eher nicht. Es brodelte und man sah die Glut durch den Rauch, der Isa bereits in den Augen brannte. Aber Ria war auch noch da. Der Schusswinkel war frei. Gut, also schoss Isa noch zweimal vorsorglich nach. Eine höhere Dosis bewirkte oft Wunder.
      Dann brach der Vulkan erstrecht zornig aus. Und er erkannte Ria als Gefahr!
      Ein Wunder ist geschehen.
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    • Ria presste die Lippen aufeinander und sah stur nach vorn auf die Straße, die viel zu schnell unter ihnen vorbeizog. Ihr Magen fühlte sich an, als wäre er eine Stufe tiefer gerutscht. „Das mag ja alles sein“, sagte sie schließlich, bemüht, ihre Stimme unter Kontrolle zu halten, „aber wenn wir unterwegs jemanden umfahren, hilft uns der Ausweis auch nicht dabei, damit zu leben.“ Sie atmete einmal tief durch, ließ den Blick kurz über die Armaturen wandern, dann zurück nach draußen. Häuser, Kreuzungen, Menschen, alles potenzielle Risiken. „Auf der Akademie ging es nicht nur ums Befolgen von Anordnungen“, fuhr sie leiser fort. „Uns wurde beigebracht, warum Regeln existieren. Weil Unbeteiligte keine Kollateralschäden sein sollen.“ Sie schwieg einen Moment, dann fügte sie hinzu, fast widerwillig und ehrlich... „Ich versuche nur sicherzugehen, dass wir heil ankommen. Alle.“ Dann als sie ankamen und rasch in den Keller liefen begann der Spaß.....nicht. Asche, Hitze und viel Lärm. Für einen endlosen Augenblick war Rias Welt nichts weiter als das, ein graues, brennendes Nichts, das ihr die Luft aus den Lungen riss. Sie hörte das Zischen noch, dieses widerwärtige, lebendige Fauchen, als würde etwas im Keller atmen, tief und hasserfüllt. Instinktiv riss sie den Arm vor das Gesicht, blinzelte panisch, spürte, wie feiner Staub sich auf Haut und Kleidung legte und sofort zu brennen begann.
      Rückzug. Der Gedanke schoss ihr durch den Kopf wie einstudiert. Abstand herstellen, Neu bewerten. Einsatz abbrechen, wenn.... „HAU ENDLICH DEN DECKEL DRAUF!“ Isas Stimme schnitt durch den Rauch wie ein Peitschenhieb. Ria sog hustend Luft ein, obwohl sie wusste, dass sie sich damit nur mehr Asche in die Lunge zog. Ihre Augen tränten so stark, dass die Vase vor ihr nur noch ein flackernder, verzerrter Umriss war. Aber sie war da. Sie wusste, wo sie stand. Sie wusste, was sie tun musste. Du bist im Dienst. Sie zwang die Beine nach vorn. Ein Schritt, dann noch einer. Die Hitze wurde sofort stärker, drückte ihr gegen Brust und Gesicht, als würde sie gegen einen offenen Ofen laufen. Warnlichter blinkten in ihrer Ausrüstung, schrill und vor allem nervig, aber sie hatten gerade keine Priorität. Der Deckel lag da. Direkt neben der Vase.Ria beugte sich vor, griff zu und im selben Moment explodierte die Vase förmlich vor ihr. Eine Stichflamme schoss heraus, so nah, dass sie die Hitze auf den Wangen spürte. Sie schrie auf, stolperte einen halben Schritt zurück, fing sich gerade noch. Etwas Heißes traf ihren Ärmel. Schmerz zuckte durch ihren Arm, grell und klar. Tränen liefen ihr übers Gesicht. Vor Schmerz, or Rauch und vor Angst. Nicht zurück. Jetzt nicht. Sie knirschte die Zähne zusammen, riss den Deckel hoch und stürzte sich nach vorn. Der metallische Rand war heiß, viel heißer, als er hätte sein dürfen. Die Handschuhe dämpften es nur teilweise. Es roch nach verbranntem Material und nach Feuer, nach etwas Falschem. Mit einem dumpfen Schlag presste sie den Deckel auf die Öffnung der Vase. Sofort wehrte sich das Ding. Es vibrierte unter ihren Händen, ruckelte, als würde etwas von innen dagegen hämmern. Glühende Funken spritzten seitlich heraus, trafen den Boden, zischten und starben. Der Deckel hob sich wieder ein Stück, gerade genug, dass eine Welle aus Hitze ihr ins Gesicht schlug „Scheiße…!“ Sie stemmte sich dagegen, legte ihr ganzes Gewicht hinein, die Knie gegen die Arbeitsplatte gepresst, den Oberkörper nach vorn. Ihre Arme zitterten. Die Vase fühlte sich lebendig an, widerspenstig und richtig wütend. Jede Faser in ihr schrie, loszulassen, Abstand zu nehmen und zu überleben. Wenn du loslässt, explodiert das Ding. Ein weiterer Schuss. Blau-violettes Licht flackerte durch den Rauch. Die Vase jaulte förmlich auf, zumindest fühlte es sich für Ria so an. Der Widerstand unter ihren Händen ließ für einen Sekundenbruchteil nach. „Jetzt!“, dachte sie, ohne es laut zu sagen. Mit einem heiseren Schrei drehte sie den Deckel, suchte blind nach der Verriegelung. Ihre Finger rutschten, brannten, fanden Halt. Ein Ruck. Klick. Das Geräusch war klein. Lächerlich klein für all das Chaos. Die Vase bäumte sich ein letztes Mal auf. Ria spürte es durch den Deckel hindurch, dieses dumpfe, tiefe Grollen, als würde etwas im Inneren zusammenfallen, in sich selbst versinken. Dann ließ der Druck nach. Die Hitze ebbte ab. Die Vibrationen starben.Stille folgte. Ria blieb reglos sitzen, die Hände immer noch fest auf dem Deckel, als könnte das Ding jeden Moment wieder ausbrechen. Ihr Herz hämmerte so laut, dass sie dachte, man müsse es hören. Ihre Lungen brannten, jeder Atemzug schmerzte. Langsam, sehr langsam, nahm sie die Hände weg. Die Vase stand still. Kein Rauch mehr, keine Flammen, nur ein dünner, harmloser Faden, der träge zum Kellerfenster zog. Ihre Knie gaben nach. Sie rutschte von der Arbeitsplatte, lehnte sich schwer gegen die Wand und ließ den Kopf kurz dagegen sinken. Erst jetzt merkte sie, wie sehr ihre Hände zitterten. Wie nass ihr Gesicht war, Schweiß, Tränen, vielleicht auch beides. Sie lachte leise, ein kurzes, ungläubiges Geräusch, das sofort in Husten überging. Ich lebe noch. Sie öffnete die Augen wieder und sah zur Vase. Ruhig. Eingedämmt. Einsatz abgeschlossen. irgendwo tief in ihr, zwischen ihrer Erschöpfung und pochendem Schmerz, setzte sich eine neue, unbequeme Erkenntnis fest... Das hier war kein Ausrutscher. Kein Ausnahmefall. Das war der Job.
    • Ria kam zur Ruhe, und lehnte sitzen an einer Wand, und dachte wohl gerade darüber nacht, das sie da irgendwie lebending wieder rausgekommen war. Es zischte plötzlich erneut. Aber es war nicht die Vase, es war Isa, die noch einen draufsetzte, um Rias Lungen und ihr Gemüt aufs Äußerstes zu reizen. Mit einem Feuerlöscher schaffte sie kurzfristig nochmal eine kühlende Nebelwand, und dieselte damit den Kellerbereich ein, der an einigen Stellen doch schon die ersten Flämmchen tanzen lassen wollte.
      Dann stellte Isa den leeren Löscher mit einem dupmfen Poltern ab, wischte sich mit einem Arm über die Stirn und schnaufte. "Puuhhh, das war ganz schön warm dahinten. Und der Rauch kratzte auch etwas im Hals.", grinste sie, als hätte sie mitten im Fegefeuer gestanden, und den Hauptteil der Arbeit verrichtet.
      Sie sah kurz zu Ria. "Oh, du lebst noch? Dann hat die Ausbildung ihr Ziel nicht gänzlich verfehlt. Den ersten Auftrag hast du ganz gut gemeistert. Auch wenn du etwas lediert ausschaust, hihi.", kicherte Isa. Neben Asche war Ria jetzt auch noch von Pulverresten des Feuerlöschers gesegnet, deren Mischung jetzt an einigen Stellen eine art graue Paste wurde, auch dank Rias Schweiß.
      "Ha! Damit wäre der Auftrag wie schon erwähnt schnell erledigt. Das MO wurde eingedämmt. Jetzt müssen wir es nur noch abtransportieren und einlagern. Bring du die Vase bitte in der MO-Box zum Wagen, ja? Ich kümmer mich um den Auftraggeber."
      Für Isa war das ein ganz normales Geschäft gewesen. Und offenbar war sie noch im Allein-Modus. Wo war bitte die Nachfrage, ob es Ria denn gut ginge? So eine Frechheit. Und dann hatte sie sich noch beschwert, das es dahinten ... DA-HINTEN! ... etwas zu warm gewesen sein. So in 4 Metern Abstand, oder vielleicht noch mehr.
      Aber bevor Ria sich beschweren konnte, war Isa schon auf dem Weg nach draußen, wo inzwischen auch der Hausbesitzer eingetroffen war. Er stand vor seinem Wagen und hatte einen besorgten Blick im Gesicht. Aber Isa kam mit einem Lächeln zu ihm.
      "Alles Inordnung, Mister. Wir haben diese feurige Vase sichergestellt. Mögliche Glutnester habe ich bereits gelöscht. Aufräumen müssen sie aber selber. Löblich, das sie einen Feuerlöscher besaßen."
      Der Man nickte erleichtert. "Ja, ich habe entsprechendes Arbeitsmaterial im Keller, das unter Umständen ein Feuer entfachen könnte. Aber, sagen sie mal, was ist das überhaupt für eine Vase? Wieso kommt da Feuer raus?"
      Isa kicherte und rieb sich den Kopf. "Ähehehe, wissen sie ... das brauchen sie nicht näher erläutert zu bekommen. Das würden sie wohl eh nicht verstehen."
      Inzwischen tauchte auch Ria wieder auf. Nörgelte sie etwa? Sie sah etwas genervt aus. Aber sie trug die Box. Also war die Vase bereits verstaut. Isa wandte sich wieder an den Hausherren.
      "Gut, da das nun geklärt wurde, möchte ich sie bitten, die Einzugsermächtigung für das Honorar zu unterschreiben." Isa holte ein Dokument aus dem Handschuhfach des Wagens und trug ein paar Angaben ein. "Ich nannte ihnen bereits den Mindespreis für diese Arbeit. Es kommt noch eine kleine Gefahrenzulage dazu. Wie sie sehen, ist meine Hilfskraft ein wenig angekokelt. Immerhin mussten wir den Deckel wieder draufschrauben. Außerdem kommt dazu dann noch eine Entsorgungs und Einlagerungspauschale. Dann kommen wir auf einen Betrag von 260.000 Yen."
      Sie legte das Dokument auf die Motorhaube und reichte dem Mann dann den Stift.
      "Sie können es gern lesen. Es sind alle genannten Posten erläutert. Sie bestätigen nur den Auftrag, den erfolgreichen Abschluss und das sie mit der Zahlung einverstanden sind, und einen Einzug genehmigen."
      Der Mann runzelte kurz die Stirn, unterschrieb dann aber nickend. "Hauptsache das ganze ist erledigt. Aber, was ist mit Schadensersatz für die Vase? Es ist ein Erbstück, und sicher was wert?"
      War ja klar, das der Typ nicht aufgab. Aber er hatte recht. Isa lächelte. "Kein Problem. Einen kurzen Moment bitte, ja?"
      Sie prüfte schnell die Unterschrift und verstaute das Dokument im Fach. Dann kam sie zurück zum Hausherren und stellte sich vor ihn.
      "Wenn ich kurz um ihre Aufmerksamkeit bitten dürfte?"
      Der Mann starrte Isa fragend an, dann zog sie ihre Waffe, zielte auf seine Stirn und drückte ab.
      Erneut ein dumpfer *BÄÄM* und bläuliche Blitze umzuckten kurz den Schädel des Mannes, der beim Treffer seinen Kopf etwas in den Nacken fallen ließ, und ein Schritt zurück taumelte. Isa begann mit der Suggestion.
      "Nun, Mister. Nur, weil bei ihrer Unachtsamkeit mit ihren im Keller vorhandenen Geräten einkaufen fuhren, und ein Feuer im Keller ausgebrochen war, mussten sie ja nicht so schnell zurück fahren, und dabei einen Unfall verursachen. So ein alter Wagen hat Wert. Reparaturen sind teuer. Sie haben mir eine dicke Delle in den Kotflügel gebracht, weil ich ihnen ausweichen musste. Ich danke ihnen, das sie ohne weiteres zugestimmt haben, den Schaden zu ersetzen, und von der Versicherung abbuchen zu lassen. Die Vase ist ihnen leider beim Brand kaputt gegangen, da sie nur aus Plastik war. Eine äußerst simple Fälschung. Das Feuer konnten sie problemlos löschen. Alle anfallenden Angelegenheiten sind damit erledigt. Vergessen sie alles, was seit der Öffnung der Vase vorgefallen war, und erinnern sie sich nur an das soeben gesagte von mir. Aber kümmern sie sich nicht weiter darum. Die Sache ist für sie erledigt."
      Isa steckte die Pistole weg. Sie hatte ihm eine PEP verpasst. ( Psi Energieladung Patrone ), und sein Gedächnis umgebaut, damit er sich nicht an die Dinge, die vorgefallen waren, erinnerte. Eine reine Sicherheitsmaßnahme.
      Der Mann stöhnte auf, rieb sich den Kopf, an dem ein roter Punkt prangerte, als hätte man ihn dort mit einem Gummigeschoss getroffen.
      "Auuu.... oh, ich muss mir wohl den Kopf gestoßen haben. Nun, ähm, vielen Dank, das sie mir das nicht zu übel nehmen, mit ihrem Wagen. Und vorallen ohne Polizei. Sonst hätte ich sicher meinen Führerschein abgeben müssen. Ich werde in Zukunft sorgsamer sein. Ich wünsche noch einen schönen Tag.
      Isa nickte. "Ebenso. Ria? Wir fahren."
      Sie stiegen ins Auto ein, und Isa startete den Wagen. Erneut eine Rauchwolke und ein paar seltsame Motorengeräusche. Diesesmal allerdings fuhr Isa ruhiger, und hielt sich an die Verkehrsregeln. Trotzdem war es sicher alles andere als Regelkonform, mit einem Wagen unterwegs zu sein, der offensichtlich nen Motorschaden hatte, und nachfolgenden Verkehr regelmäßig mit einer Rauchwolke beglückte, der ein Knall zufor kam.
      Isa aber schien ganz entspannt zu sein. Heute hatte sie wieder gutes Geld verdient. Isas und Rias persönlicher Verdienst Anteil entsprach etwa 65000 Yen ( grob 350 Euro also 175 Euro pro Person bei 25 Prozent vom Honorar).
      Erst jetzt schien Isa sich wieder mehr für Ria zu interessieren.
      "Also, das war heute dein erster Auftrag. Und mein erster Auftrag im Team. Sicher äußerst interessant für dich, oder? Man lernt zwar einiges bei der Ausbildung im Studium, aber Felderfahrung kann man damit nicht ersetzen. Nur vorbereiten, was einen erwarten könnte. Und mal ehrlich, das war doch heute wirklich ein Kinderspiel. Wir haben keine fünf Minuten gebraucht, da war das MO im Sack. Natürlich dank meiner guten Führung.", lobte sie sich zum Schluss.
      Ria war ganz schön schmutzig. Sie wird wohl duschen wollen. Hatte sie ihr schon gesagt, das die Dusche nur kaltes Wasser brachte? Ja, das hatte sie schon bei der kurzen Hausbesichtigung. Naja, so kam man von Heiß eben auf Kalt.
      Nach etwa 20 Minuten Rückfahrt erreichten sie dann wieder Haus Nakada.
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    • Ria hatte während der Fahrt größtenteils aus dem Fenster geschaut, versuchte die Mischung aus Benzingeruch, Rauch und gelegentlichen Fehlzündungen zu ignorieren. Ihr Herz schlug immer noch etwas schneller als normal. Nicht vor Angst, eher wegen der Aufregung. Der erste Auftrag… und er war tatsächlich gut gelaufen. Vielleicht zu gut? Ein Teil von ihr fragte sich, ob es immer so einfach sein würde, ein anderer Teil wusste, dass das naiv wäre. Als Isa schließlich das Wort an sie richtete, löste sich Ria aus ihren Gedanken und sah zu ihr. Ein schwaches, etwas erschöpftes Lächeln legte sich auf ihre Lippen. „Ehrlich gesagt… war es anders, als ich es mir vorgestellt habe“, begann sie ruhig. „Im Studium reden sie immer davon, wie wichtig Taktik, Vorbereitung und Analyse sind. Und ja, das stimmt bestimmt auch… aber draußen fühlt sich alles schneller an. Plötzlich ist da kein Lehrbuch, kein Dozent, nur Entscheidungen, die man treffen muss, bevor man sie richtig durchdenken kann.“ Ihre Finger spielten gedankenverloren mit dem Sicherheitsgurt. „Aber… du hast Recht.“ Sie nickte langsam. „Es war ein Kinderspiel. Zumindest im Vergleich zu dem, wofür wir eigentlich ausgebildet wurden. Du hast die Situation gut geführt, das stimmt schon.“ Sie sprach es nicht ironisch aus, eher nüchtern, sachlich und Anerkennend. Auch wenn Isa sich offensichtlich selbst gern lobte, konnte Ria ihr das in diesem Fall nicht absprechen. Dann sah sie an sich herunter, verzog leicht das Gesicht. Dreck, Staub, Schmierstellen… sie fühlte sich klebrig und unwohl. „Ich glaube… mein erstes Fazit ist... Feldarbeit ist definitiv schmutziger, als die Theorie vermuten lässt.“ Ein kleiner schwacher Scherz aber ihre Art. Als das Auto schließlich vor Haus Nakada zum Stehen kam, atmete sie hörbar auf. Allein der Gedanke, den letzten Teil der Strecke nicht mehr mitfahren zu müssen, beruhigte sie fast so sehr wie die Vorstellung einer Dusche. Auch… wenn sie das wusste, dass die nur kalt war. Ein leises Seufzen entwich ihr, doch sie richtete sich auf, öffnete die Tür und stieg aus. „Danke für heute“, sagte sie noch, etwas leiser, aber ehrlich. „Ich habe viel gelernt… und ich denke, das war nur der Anfang.“ Dann strich sie sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht, musterte noch einmal den rauchenden Wagen und beschloss innerlich, dass sie hoffentlich nie selbst fahren musste. „Ich geh mich erstmal… wieder wie ein Mensch fühlen.“ Damit machte sie sich auf den Weg ins Haus, erschöpft, aber auch zufrieden und… ein ganz kleines bisschen stolz. Ria betrat das Badezimmer, erleichtert über die Aussicht auf eine Dusche nach diesem chaotischen Tag. Sie stellte das Wasser an und erschrak sofort, als ihr ein eiskalter Wasserstrahl entgegenprasselte. „W–was zum…?!“ Ria sog scharf die Luft ein und wich instinktiv zurück, bevor sie verwirrt wieder auf den Hahn blickte. „Ist… das ernsthaft nur kalt?“ Sie schüttelte leicht fassungslos den Kopf, seufzte dann aber resigniert. „Na gut… besser als weiter nach Motoröl zu riechen.“ Meinte sie kurz und begann dann eine hübsche und durchaus schöne Melodie zu Summen...

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    • Isa lachte kurz, als Ria einen kleinen Schwerz zum Thema Feldarbeit machte. Es war schon mal gut, das Ria sich nicht beschwerte. Nein, momrentmal, das war schlecht. Das war verdammt schlecht! Dabei hatte sie Ria extra die Drecksarbeit erledigen lassen. Verdammt, die ist härter im Nehmen als gedacht. Dabei wollte Isa den Störenfried loswerden, und nicht auch noch aufbauen und ermutigen, hierzubleiben.
      Sie seufzte. Vielleicht gab es alsbald andere Möglichkeiten.
      Und dann wollte Ria sich frisch machen. Hehe, wunderbar. Mit der kalten Schrottdusche dürfte das ihre Laune in den Keller befördern. Wer will schon da wohnen, wo es keine heiße Dusche gibt? Isa natürlich. *husthust*
      "Ja, das solltest du tun. Du bist ganz voller Ruß und Schmierkram. Ich hoffe du hast Enigma nicht besudelt. Ich bringe erstmal das MO ins Lager, und werde einen Bericht verfassen. Mach du dich erstmal sauber.", grinste Isa und schnappte sich das Paket.

      Ria selbst hatte es kurz darauf mit der eingenwilligen Dusche zu tun, die bisher für Isa nur eine Kaltwasserschulter zeigte. Und tatzächlich gab es auch bei Ria die kalte Schulter. Erst halb verbrannt, dann eiskalt geducht. Was für ein Tag. Aber es war ja immerhin Sommer, wo eine kalte Dusche durchaus mal angenehm sein könnte. Im Winter wäre das sicher was anderes gewesen.
      Und so begann ihre Dusche.

      Isa war inzwischen wieder im Haus und stiefelte zu ihrem Computerraum, wo sie den Rechner einschaltete. Da er in der Regel eh auf Abruf stand, brauchte sie eigentlich nur eine beliebige Taste drücken. Nur nachts schaltete sie ihn in der Regel ganz aus.
      Sie hörte das Wasserrauschen aus dem oberen Stockwerk, und grinste bereis breit. Dann vernahm sie leises Summen. On Ria gern kalt duschte? Hoffentlich nicht.
      Natürlich bekam Ria plötzlich warmes Wasser, und schien für einen Moment sicher die Dusche auch zu genießen. Isa hörte, wie das Summen kurz verstummte, dann ein kleiner Aufschrei, ein kurzes Fluchen folgte, dann wieder ein Summen. Und einen kurzen Moment später wieder irgendein Gemecker, und ein kleiner Aufschrei.
      Isa saß am Computer und tippte bereits ihre Nachricht an die MPO

      Standort Nakada
      Bericht von Isa Nakada.


      An die MPO


      Die Assistentin ist eingetrroffen, und ich habe ihr bereitsa ihren vorläufigen Standort erklärt. Bisher läuft alles zufriedenstellend.
      Zivielist kam mit einem MO ist Kontakt, und suchte heute Standort Nakada auf.
      Erster Einsatz zu Zweit. MO erfolgreich sichergestellt bis zur Abholung.


      Art des MO: Eine Vase die Feuer und Asche spuckt. Die Gefahrenstufe kann ich noch nicht sicher einstufen. Scheint resistenzen gegenüber APP Munition zu haben. Da sie ähnlich wie ein Vulkan funktioniert, würde ich sagen, erhöhte Gefahr. Objekt im Lager gesichert. Keine weiteren ...
      "Was treibt die da oben im Bad eigentlich? Tzzz.." .... Schäden am Haus des Zivilisten.
      Zivilist mit einer PEP erfolgreich behandelt.

      Assistentin hat erfolgreich ihren ersten Einsatz abgeschlossen. Zu meinem Bedauern muss ich sie loben. "Jetzt quietscht die schon wieder...hmmpf. Was ist denn da oben los?", knurrte Isa. Nichtmal in Ruhe tippen konnte man mehr.

      Bericht Ende


      Isa stand mürrisch auf und seufzte. Wie ruhig das vorher war. Jetzt hörte man Ria überall. Nervig
      Sie ging runter in die Küche und setzte erstmal Tee auf. Natürlich nicht jenen aus dem Schrank. Das war für heute zum Glück durch. Normalen, Menschenfreundlichen Tee hatten sie ja auch noch. Zwei Tassen machte sie fertig, bevor Ria sich noch beschweren würde. Dann wartete sie, bis Ria fertig war, und sich frisch angezogen hatte. Ersatzuniformen hatte sie sicher dabei. Aber jetzt trug sie Zivil. Isa würde sich später umziehen.
      Ria kam auch in die Küche.
      "Da bist du ja endlich. Hab mal Tee aufgesetzt.", meinte sie trocken, musterte Ria dann einen Moment.
      "Hattest du eine angenehme Dusche? Zu überhören warst du jedenfalls nicht. Ich kann dir leider nur eine kalte Dusche anbieten. Aber daran gewöhnst du dich noch. Ich steh es ja auch durch, irgendwie, hehehe."

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    • Die Dusche war trotz der Kälte, dennoch eine Wohltat und als sie wieder frisch geduscht unten an kam, nahm Ria die Tasse Tee mit beiden Händen entgegen, als wäre sie ein kleiner Schatz, und wärmte sich erst einmal daran, bevor sie einen vorsichtigen Schluck nahm. Dann sah sie zu Isa auf, das Haar noch leicht feucht, ein paar Strähnen widerspenstig im Gesicht, die Zivilkleidung eindeutig improvisiert, aber sauber. Ein schiefes Grinsen huschte über ihre Lippen.„Angenehm?“ wiederholte sie und zog eine Augenbraue hoch. „Nun ja… sagen wir, sie war lehrreich.“ Sie pustete über den Tee, nahm noch einen Schluck und verzog leicht das Gesicht, nicht wegen des Tees, eher wegen der Erinnerung. „Erst eiskalt wie ein Bergbach, dann plötzlich warm genug, dass ich dachte, ich hätte irgendwas kaputtgemacht. Kaum entspannst du dich, wird’s wieder arktisch.“ Sie schüttelte den Kopf und lachte leise. „Komisch, dass Duschen hier einen eigenen Willen haben.“ Kurz sah sie Isa prüfend an, dann schmunzelte sie breiter.„Aber hey, es ist Sommer Und ich lebe noch.“Ein kleines Schulterzucken. „Nach Ruß, Feuer und Asche vorhin war selbst das… sagen wir.... erfrischend.“ Sie nahm noch einen Schluck Tee, diesmal mit sichtlicher Zufriedenheit. „Und keine Sorge“, fügte sie trocken hinzu, „Enigma ist sauber geblieben. Ich habe ihn behandelt wie ein rohes Ei.“ Ein kurzer Moment Stille, dann, mit einem kaum merklichen Unterton von Trotz „Wenn das hier eine Art Aufnahmeritual war, kalte Dusche inklusive, dann sag Bescheid. Ich gewöhn mich schneller dran, als du vielleicht hoffst aber gleich sollten wir mal anfangen den Saustall sauber zu machen...“ Sie lächelte leicht provokant aber eher mehr entschlossen.
    • Isa hörteRia zu, trank ebenfalls Tee. Was labert die da eigentlich? Lehrreich? Hatte sie zum erstenmal geducht, oder was soll das jetzt? Es war doch nur eine Dusche. Jedenfalls eine, die kaltes Wasser bot. NUR kaltes Wasser.
      Isa nickte, als Ria von der Kälte sprach. Dann aber klingelte da etwas in ihren Ohren, wobei sie sich wohl verhört haben musste.
      "Hä? Warm? Kaputt gemacht? SAGTEST du WARM?" Tzz, du musst dich irren. Das Teil liefert dir höchstens deinen Bergbach. Wobei das im Sommer durchaus angenehm sein kann.
      Isa trank weiter ihren Tee. Wenn Ria hier was kaputt macht, zieht sie es ihr vom gehalt ab. Nur für den Fall, das Rias Aussage mit dachte, sie hätte was zerstört, mal in die Tat umgesetzt wird.
      Kurz darauf sprach Ria dann kurz Enigma an. Immerhin war sie ja recht schmutzig gewesen. Aber das hatte Isa eh nicht interessiert. Konnte man den Wagen noch verunstalten? Auch im Wagen lag irgendwas rum. Vermutlich Müll. Und die Karre selber war auch nicht die sauberte. Wenn man vom Motor und dessen Ausdünstungen aus ging. Von Außen sah er optisch schon einladent aus.
      "Das will ich auch meinen. Wenn du Enigma verbeulst, oder was kaputt machst, kannst du Staub und Spinnen in deinem Geldbeutel züchten."
      Das Gespräch war recht einseitig. Kaltes Wasser, Staub und Dreck. Ria meinte, das Isa ihr hier möglicherweise was dar bot. Aber Isa winkte ab. Es gab kein Ritual für Untermieter. Und Isa hatte auch nicht vor, ne Party zu schmeißen. Mit zwei Personen sicher auch nicht umsetzbar und etwas eintönig. Alleine dafür zu dekorieren. Es bleibt hier besser alles wie es ist. Dachte Isa zumindestens. Ria hatte andere Vorstellungen von ihrer neuen Unterkunft, und kam wohl auf die Hausbesichtigung zurück.
      "Ich hab mich wohl verhört? Saustall? Vielleicht dein Zimmer. Zugegeben.", meckerte Isa. Sie hustete kurz und fügte noch an. "Zugegeben, hier und da ist es eventuell auch etwas staubig. Oder es liegt irgendwas rum, was ich ganz sicher bald weggeräumt hätte. Du bist zum falschen Zeitpunkt hier."
      Es war verdreckt. Isa gab es innerlich zu, blieb nach Außen hart. Sie war zu faul. Außerdem reichte es für sie so aus. Der Empfang war sauber genug, um Kunden keine Fragen stellen zu lassen.
      Isa seufzte. "Haaahhh, nach schön. Räumen wir auf. Ansonsten muss ich mir das die nächsten Tag vermutlich immer wieder anhören. Der Putzschrank ist im 2. Stock beim zweiten Badezimmer. Ich werd erstmal paar Müllsäcke aus dem Keller holen und dann anfangen, hier unten abzustauben. Du kannst erstmal mit deinem Zimmer anfangen. Bist du damit einverstanden?"
      Natürlich war Ria einverstanden. Sie tranken den Tee aus und machten sich dann ans Werk.

      Isa war im Keller verschwunden und murmelte vor sich hin. Sie wüjhlt in ein paar Kartons rum, wo sie irgendwelche Utensilien lagerte, fand irgendwann eine Rolle mit Müllsäcken.
      "Nicht zu glauben. Das sind noch die Alten vom letzten Jahr. Ich sehs am Preisschild. Die liegen wohl schon länger hier."
      Und ihr Krempel im 2. Stock auch. Vermutlich sollten die Säcke mal dafür gekauft worden sein. Sonst hatte sie ihren Müll immer in der Küche in den Eimer geworfen, oder das kaputte Papier usw. im Computerraum, und gelegentlich mal diese entleert. Oder in die Ecken gekippt. Oder in diesen Krempelhaufen? Sie wusste es nicht mehr. Waren ja keine Lebensmittel, die schimmeln würde. Das brachte sie immer raus.
      War sie mit Ria eigentlich schon im Garten gewesen? Nö. Da hatte sie nen Komposthaufen neben dem Wintergarten. ( einfach nur der Unrat und Abfall aus der Küche, der seit 2 Jshten wuchs und frei im Garten lag und Ungezifer einlud. Es summt und Brummt ... ).
      "Hmmmmmm...?!", grübelte Isa. Keine üble Idee. Sie könnte Ria den Berg entsorgen lassen. Die wird sich sicher eh beschweren. Und dann wird sie bestimmt freiwillig nen Abgang machen. "Hiiihiiihiii", kicherte sie, grinste frech und rieb sich die Hände.
      Dann stand sie auf, blieb mit dem Fuß hängen und krachte auf den Bauch. "...PUUUHHHFFF..."
      Die Götter straften sie für ihre Pläne. Sie justete kurz, rappelte sich wieder auf, und stiefelte meckernd wieder nach oben.
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    • Ria nahm die leere Tasse vom Tisch und stellte sie ordentlich ab. Ihr Blick glitt durch den Raum, über Staub, über liegengebliebenen Kram, über das Chaos, das hier offenbar „normal“ war. Na klar. Falscher Zeitpunkt. Der falsche Zeitpunkt dauerte hier vermutlich Jahre. Sie atmete langsam aus, griff sich einen der Müllsäcke und schüttelte den Kopf. „Saustall? Mag sein. Aber dann räum ich meinen Teil wenigstens so auf, dass ich mich nicht jedes Mal ekle, wenn ich die Tür öffne.“ Als das Poltern aus dem Keller kam, verzog sie kurz den Mundwinkel. „Keller scheint ja genauso gut drauf zu sein wie der Rest des Hauses.“ Sie nahm den Sack fester in die Hand, richtete sich auf und sagte ruhig, aber bestimmt „Ich fang in meinem Zimmer an. Aber nur damit das klar ist: Ich zieh hier ein, nicht in eine Müllhalde. Ich werd mir meinen Platz hier so herrichten, dass ich atmen kann, ob dir das passt oder nicht.“ Sie fragte sich wirklich was Isa gegen sie hatte aber höchstwahrscheinlich lag das einfach daran das Isa allgemein nicht gut mit Leuten länger zusammen sein könnte oder diese um sich rum zu haben. Sie brachte dann die Säcke nach draußen und ging dann zum 2. Stock ins Badezimmer um einige Utensilien zu holen, und um dann direkt zu ihrem Zimmer zurück zu gehen, um sauber zu machen.