Ketten der Tradition (Stardust & Shio)

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    • Ketten der Tradition (Stardust & Shio)

      Viola

      Der Morgen begann im Grunde sehr ruhig. Es kam nicht allzu oft vor, dass beide meiner Eltern morgens zuhause waren. Ich duschte zunächst und machte mich fertig. Meist dauerte dies eine Weile, weshalb frühes Aufstehen schnell zur Routine geworden war. Anschließend gesellte ich mich zu meinen Eltern an den Küchentisch. “Guten Morgen.” Ich nahm mir einen Kaffee und setzte mich. Während ich zu essen begann, kamen einige relativ belanglose Themen auf. Ich stand auf und räumte mein Geschirr weg. “Viola denk an das Essen im Restaurant heute Abend. Und bitte zieh dir etwas angemessenes an. Antonio soll schließlich einen guten Eindruck von seiner Verlobten bekommen.” Ich nickte knapp. “Ja Padre ich habe mir es eingetragen und mein Kleid liegt bereits bereit. Ich werde pünktlich sein. Bis später ich muss zur Uni.” Mit meinem Auto, einem Mini Cooper S in Violett ging es los. Es war damals eine ziemliche Erleichterung gewesen, dass mein Vater zugestimmt hatte, dass ich den Führerschein machen und selbst ein Auto aussuchen konnte. Zur Schulzeit hatten Camilla und ich einen Chauffeur. Während es ihr gefallen hatte, war es mir selbst unangenehm gewesen. Der restliche Morgen in der Universität und auch die Vorlesung nach dem Mittagessen vergingen schnell.

      Ich sah auf die Uhr und erkannte, dass es erst 14:13 Uhr war. Somit verblieben noch ein paar Stunden, ehe es zum Essen gehen würde. Zunächst führte mein Weg in eine Buchhandlung. Ich kaufte mir einen Liebesroman. Ein wenig ironisch war es schon, dass ich Gefallen an Büchern hatte, welche von Dingen handelten, die ich selbst nie kennengelernt hatte. Aber sicher würde es irgendwann noch den Tag geben, wo ich es kennenlernen würde. Schließlich hatte meine Mutter auch gelernt, meinen Vater zu lieben. Doch konnte man Liebe wirklich lernen? Es klang erzwungen. Mit dieser Frage im Kopf betrat ich ein Café. Es hatte ein schönes Ambiente. Ich ging zu der Theke und bestellte bei einer junge Frau einen Latte Macchiato. Es war aufmerksam, dass am Tisch serviert wurde. Ich fand einen Tisch am Fenster. Als ich dort saß, wanderte mein Blick zu der Glasscheibe. Ein Ausblick auf einen Platz mit einem kunstvollen Brunnen. Meine Gedanken begannen sich in der Szenerie zu verlieren.





      Camilla

      Das Dröhnen meines Weckers, riss mich mal wieder aus meinem wohlverdienten Schlaf. Mit einer geübten Bewegung fanden meine Finger zielgenau die Taste, welche endlich für Ruhe sorgte. Doch auch wenn weiterschlafen verlockend klang, war es inakzeptabel. Es musste effizient sein. Als ich meinen morgendlichen Kaffee zu mir nahm, lief ich die Nachrichten auf dem Fernseher laufen und las Mails auf meinem Tablet. Ein eigenes Haus war eine gute Investition. Somit hatte ich Ruhe vor Viola. Natürlich war meine Schwester Familie, jedoch konnte ich die Bevorzugung nicht hinnehmen. Eine Markierung in meinem Kalender aber musste mir den Tag verderben. Für diesen Abend war das Essen für die offizielle Übereinkunft für die Ehe zwischen Antonio und Viola. Mit der Faust schlug ich auf den Tisch. Ich sollte die Frau sein, die Antonio heiratet und nicht meine Schwester. In mir brannte der Wunsch, es zu verhindern. Doch lies mein Vater sich nicht abbringen. Er hielt sich an der verdammten Tradition fest, dass die Ältere zuerst verheiratet werden sollte. Einen Lichtblick aber gab es. Ich würde ebenfalls bei dem Essen dabei sein, wie auch unsere Eltern. Ein Lächeln kam auf mein Gesicht. Bis zur Hochzeit hatte ich noch Zeit, Antonio davon zu überzeugen, dass ich die richtige für ihn war. Nachdem ich fertig war, fuhr ich in meine Firma. Es gab einige Dinge die meiner Aufmerksamkeit bedurften. In meinem Büro begann ich mich einigen Dingen zu widmen.
      Love is something entirely without any logic but an important part of human nature. The wish that the one you care for is happy. Something someone willingly take sacrifices for to ensure it even if it results in their own pain.
    • Romeo

      Die Sonne kitzelte meine Nasenspitze und ich blinzelte ein paar Mal auf, als mir bewusst wurde das es schon relativ spät war. "Mist ich muss los!" Ich sprang aus meinem Bett, ging ins Badezimmer und machte mich fix fertig für die Arbeit. Mein Chef legte großen Wert auf Pünktlichkeit und ich hatte noch eine gute halbe Stunde Zeit ehe ich im Café sein musste. Denn die Lieferung kam heute Morgen.
      Ich eilte nach unten und gab Mamma einen Kuss auf die Wange. "Guten Morgen." "Guten Morgen Romeo wieso so eilig?" "Ich bin spät dran." Ich schnappte mir einen Kaffee und ein paar Gebäckstücke und trank und aß während ich mir meine Schuhe anzog.
      Lachend stand Mamma im Türrahmen. "Soll ich dich lieber wieder jeden Tag wecken, das du pünktlich da bist?" "Nein, alles gut ich wollte heute morgen nur die Ruhe etwas länger genießen." Schnell drückte ich ihr noch einen Kuss auf die Wange und ging nach draußen und schwang mich auf mein Fahrrad. Da unser Haus etwas abseits von der Innenstadt lag, musste ich doller in die Pedalen treten.
      Ich fuhr durch die engen Gassen von Rom und ich war gleichzeitig mit dem Transporter am Café angekommen.
      Mit einen Nicken begrüßte ich den Lieferanten und öffnete ihm die Tür. Der leckere Duft von Kaffee lag in der Luft. Unsere Aushilfe war ebenfalls schon da und bereitete das Gebäck vor und lies die Kaffeemaschinen auf Hochtouren laufen. Ich nahm die Bestellungen sorgsam entgegen und verstaute sie im Lager. Das Café wo ich arbeite war nicht sehr groß, doch es bot eine kleine Außenterrasse und ein gemütliches Ambiente. Hier konnte man sich wohlfühlen.

      Nachdem der Tag relativ stressig anfing, so ebbte er in der Mittagszeit wieder etwas ab. Nachmittags war der Betrieb stellenweise wieder mehr und wir hatten alle Hand zu tun. Ich verteilte nach und nach alle Bestellungen an den Tischen. "Hier kam noch ein Latte Macchiato rein. Der ist für die junge Frau dort am Fenster." "Ich kümmere mich darum." Das sie kein Gebäck dazu bestellt hatte war ungewöhnlich. Doch ich dachte mir das ich ihr vielleicht eine Freude mit unseren leckeren Keksen machen würde. Ich schnappte mir also noch einen kleinen Teller und legte ein Paar von ihnen drauf und stellte sie mit auf das Tablett. Ich lief an den einzelnen Tischen vorbei und servierte der Frau die Bestellung. "Hier ihr Latte Macchiato und passend dazu ein paar Kekse auf Haus. Kein Kaffee schmeckt ohne das passende Gebäckstück." Ich lächelte der Dame zu und hoffte das ich mit dieser Aktion nicht völlig daneben lag. Nicht das sie gar keine Kekse mochte oder auf Diät war. Verlegen strich ich mir durch die Haare.



      Antonio

      Während andere schon lange auf den Beinen waren, genoss ich die Ruhe vor dem Sturm. Ich wusste das heute wieder eine Menge Arbeit vor mir lag und ich sah die Zeit wieder davonschwinden.
      James klopfte an meine Tür und trat mir einem vollen Tablett mit allen möglichen Leckereien hinein in mein Schlafzimmer. "Stellen sie es hier ab." Er tat was ihm gesagt wurde und wandte den Blick wieder zu mir. "Ihre Madre und ihr Padre warten im Büro auf sie." Ich nickte. "Sagen sie ihnen das ich noch in Ruhe frühstücken möchte und mich dann dazu geselle." James nickt und lies mich wieder alleine.
      Ich fing also in Ruhe an zu frühstücken und machte mich dann fertig für den Tag. In meinem maßgeschneiderten Anzug ging ich durch die Villa bis zum Büro meiner Eltern. Sie waren schon mitten in der Arbeit als ich den Raum betrat. "Ciao Antonio, da bist du ja endlich." Der neue Mann meiner Madre war zwar nicht so wie mein leiblicher Padre, doch er war genau so klug und ein wahrer Geschäftsmann. Ich gab meiner Madre einen Kuss auf die Wange und klopfte Giovanni auf die Schulter. "Wie ich sehe seit ihr schon fleißig." "Während du ausgeschlafen hast, waren wir schon so frei und haben ein paar Veranstaltungen herausgesucht und dich auf die Gästeliste gesetzt. Und denkst du heute Abend daran das wir ein Dinner mit der Moretti Familie haben? James hat deinen Anzug schon aus der Wäscherei geholt." "Ja das habe ich selbstverständlich nicht vergessen Madre." Sie nickte mir zu und ich machte mich ebenfalls an die Arbeit.
    • Viola

      Es hatte etwas friedliches aus dem Fenster zu sehen und in Gedanken zu versinken. Immer noch schwirrte in meinem Kopf die Frage, ob Liebe wirklich durch eine erzwungene oder arrangierte Beziehung entstehen konnte. Meine Eltern schienen glücklich zu sein, aber letztendlich war es dann doch für beide entschieden worden, dass sie ihr Leben gemeinsam verbringen würden. Nun schien mich das gleiche Schicksal zu erwarten. Natürlich schien es vollkommen außer Frage zu stehen, dass ich meiner Pflicht nachkommen würde. Es war schließlich Tradition und alle erwarteten dies von mir. Dennoch lies mich der Gedanke nicht los, ob meine Zukunft mich jemals Liebe in der Form erfahren lies, wie sie in den Romanen beschrieben wurde, die ich so sehr mochte. Wenn zwei Menschen sich bedingungslos liebten. Die Bedürfnisse des anderen erfüllen zu wollen, einfach um ihm eine Freude zu machen.
      Der Klang einer freundlichen Stimme riss mich aus meinen Gedanken. Mit einem sanften Lächeln sah ich in die Richtung des Mannes. “Vielen Dank, das ist sehr aufmerksam von Ihnen. Ehrlich gesagt habe ich nur selten Gebäck zu Kaffee.” Mein Blick fiel auf den Schaum, welchen eine hübsche Figur aus Kakaopulver zierte. Sicher war es eine Geste, die der Barista für sämtliche Kunden machte und dennoch schmeichelte es mir. “Ich fand es immer beeindruckend, dass manche Menschen solche Kunstwerke mit so wenig erschaffen können.” Ich nahm mir einen der Kekse und biss hinein. Ein Geschmack, der mich kurzweilig wieder gedanklich aus der Realität nahm. Erst nachdem der Bissen nach einer gefühlten Ewigkeit heruntergeschluckt war, lächelte ich verträumt. “Die Kekse sind fabelhaft.” Es war ein Zufall gewesen, dass ich in dieses Café gekommen war. Doch stand fest, dass ich wieder kommen würde. “Gibt es jeden Tag diese Kekse oder wechselt die Auswahl?” Ich nahm einen Schluck meines Kaffee's wobei meine Aufmerksamkeit bei dem Mann vor mir lag.



      Camilla

      Im Büro herrschte bereits Disziplin. Grundsätzlich waren meine Angestellten sorgfältig ausgewählt. Sicherlich hatte es dabei auch mal das ein oder andere schwarze Schaf gegeben. Doch dann gab es für diese eine klare Wahl. Entweder sie verbesserten ihre Leistungen und zeigten Engagement oder sie konnten gehen. Vielleicht empfanden manche dies als hart, aber letztendlich ging es ums Geschäft. Ich war ihr Boss und keine Freundin. Gleichermaßen aber bekam Engagement von mir Anerkennung. Ein Geben und Nehmen, wobei der Stand in dem Fall irrelevant war. Meine Angestellten waren in der Regel aus der Mittelschicht und manche auch aus der Unterschicht. Doch sie hatten sich bewiesen und damit ebenso meinen Respekt erarbeitet. Meine Assistentin leitete ein Telefonat an mich weiter. “Buongiorno Signore Russo. Ich gehe davon aus, dass sie wegen meiner letzten Mail anrufen.” “Buongiorno Signora Moretti. Das ist korrekt. Ich würde gerne die Details mit ihnen persönlich besprechen. Vielleicht bei einem Essen, um die Zusammenarbeit zu zelebrieren." “Das klingt nach einer sehr guten Idee. Wie wäre es kommenden Freitag gegen 18 Uhr?” “Das passt mir gut. Dann sehe ich sie dort. Arrivederci.” “Arrivederci Signore Russo.” Beim Auflegen kam ein Lächeln auf meine Lippen. Die Zusammenarbeit war praktisch so gut wie in der Tasche. Zufrieden lehnte ich mich zurück. Wäre doch nur das ganze familiäre so positiv wie die Arbeit.
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    • Romeo

      Ich beobachte die Dame vor mir wie sie die Verzierung des Milchschaumes bewunderte. "Nun ich finde das rundet das Getränk ab und optisch sieht es schöner aus, als wenn wir es ohne Verzierung servieren." Meine jahrelange Erfahrung hat mir beigebracht, das auch wenn es sich hier nur um Kaffee handelt, so sollte er trotzdem ansehnlich aussehen und nicht so wie man ihn zu Hause trinkt. "Wir lassen uns gerne immer wieder ein paar neue Sachen einfallen um unsere Kunden zu überraschen."
      Ich sah zu wie sie die Kekse aß, als würde ihr Leben davon anhängen. ich habe noch nie jemanden gesehen der Kekse so langsam aß. Vielleicht scheinen sie ihr nicht zu schmecken. Doch zu meiner Überraschung war sie erfreut darüber.
      "Ähm es gibt immer eine andere Auswahl. Ab und zu haben wir auch Kuchen hier." Ich sah sie nervös an. "Mittwochs, Freitag und Sonntag gibt es hier immer welchen, aber man muss schnell sein, sonst ist er vergriffen." Ich zwinkerte ihr zu. Sie sah zwar nicht so aus als würde sie wegen Kuchen in mein bescheidenes Café kommen, doch irgendwie hoffte ich es. "Romeo?" Mein Blick ging von der Dame weg und sah zu meiner Aushilfe. "Ja bin sofort da." Ich blickte nochmal zu der Dame. "Nun lassen sie sich ihren Latte Macchiato schmecken."
      Eilig ging ich zurück hinter den Tresen. "Tut mir leid, aber diese Dame hatte ein paar Fragen." Meine Aushilfe zuckte mit den Schultern und übergab mir die ganzen Bestellungen. Ich machte mich rasch ans Werk, das keiner lange auf seine Bestellung warten musste. Es war schweißtreibend, aber ich liebte diesen Job. Ich habe stets ein Lächeln auf den Lippen.


      Antonio

      Die Arbeit vereinnahmte mich ganz schön und ich versuchte unsere Firma so gut es geht weiter zu führen. Mein Padre wäre sehr stolz auf mich, aber manchmal wünschte ich mir er wäre noch hier und wir würden zusammen diese Firma leiten.
      Meine Madre und Giovanni kümmern sich nur um Social Media und um meinen Terminplaner. Alles andere regelte ich. Es war kräftezerrend, doch ich freute mich auf den heutigen Abend. Gutes Essen und guter Wein. Das lies ich mir nicht zweimal entgehen.
      Doch nun lagen weitere Stunden Arbeit vor mir. James war so lieb und brachte uns immer wieder Getränke und kleine Snacks.
      Dankbar nickte ich ihm zu.
      Nach einiger Zeit sahs ich alleine im Büro und ging noch ein paar Sachen durch, ehe mich James daran erinnerte das ich mich so langsam fertig machen sollte. Ich vergaß wirklich die Zeit. Also ging ich in mein Zimmer und machte mich fertig für den Abend. Madre bestand darauf das ich einen guten Eindruck hinterlassen soll, also rasierte ich mich und trug mein teures Parfum auf. Meine Haare gelte ich nach hinten.
      Der Anzug lag schon bereit und ich schlüpfte hinein. Es war in Anzug von Prada. Ich liebte diesen Stoff. Er war dunkel blau und hatte eine passende Krawatte. Ich knöpfte die Manschettenknöpfe zu und zog mir feine Lackschuhe an. Meine Uhr durfte ebenfalls nicht fehlen und ich schnappte mir noch mein Portemonnaie und mein Handy. Ich ging nach unten und wartete darauf das Madre und Giovanni zu mir aufschlossen.
    • Viola

      Der Barista hatte eine schöne Meinung zu der Kunst auf dem Milchschaum. “Da haben sie Recht. Aber es ist sicher deutlich schwerer, so etwas zu zaubern, als es auf den ersten Blick wirken mag.” Die Aussicht, dass es hier von Zeit zu Zeit neues geben würde, bestärkte den Wunsch, erneut herzukommen. Natürlich auch bedingt durch Neugier. Gedanklich machte ich mir eine Notiz mit den Wochentagen. Ich lächelte, als mir der hübsche Mann zuzwinkerte. Er hatte wirklich schöne Augen. “Danke für den Hinweis. Dann sollte ich nächstes Mal wohl früher herkommen. Wenn der Kuchen so gut wie die Kekse sind, sollte ich das nicht verpassen.” Als sich der Barista zum Gehen wandte, sah ich weiter zu ihm. “Vielen Dank.” Ich trank in Ruhe von dem Kaffee. Mein Blick wanderte immer wieder zu Romeo. Ich konnte es nicht benennen, doch irgendetwas würde wie magnetisch. Nach einer halben Stunde schließlich hatte ich fast alle Kekse gegessen, wobei ich einen mit einer Serviette umwickelt in meine Handtasche legte. Das Geschirr stellte ich auf den Tresen ehe ich das Café verlies.

      Zuhause angekommen, verblieb noch genug Zeit. Daher nutzte ich diese und genoss ein heißes Bad. Ich musste mich so oder so fertig machen und wenn die Wahl blieb, so würde ich der Badewanne stets den Vorzug vor der Dusche geben. Nach einem ausgiebigen Selfcare-Programm begann ich schließlich, meine Haare zu machen und Make Up aufzutragen. Nur dezent, da ich viel nicht mochte es damit zu übertreiben. Mit einem eleganten Abendkleid, sowie passenden Accessoires, Handtasche und Schuhen begab ich mich zum Auto. Zu meinem Bedauern bestand mein Vater darauf mit seinem Auto inklusive Chauffeur zu fahren. “Du siehst bezaubernd aus Viola. Ich bin sicher Antonio wird es gefallen.” “Danke Madre.” Mein Blick wanderte zum Fenster. Die Fahrt selbst dauerte 30 Minuten, bis das Auto vor dem Eingang des Paradiso del Gusto hielt. Ein Luxusrestaurant. Ein Kellner führte uns zum Tisch und wir nahmen Platz.



      Camilla

      Mit einem Lächeln nahm ich einen Schluck Wein. Ein guter Jahrgang, aber definitiv angemessen in Anbetracht der Tatsache, dass ein Geschäftsabschluss bereits feststand. Es war ein weiterer großer Fortschritt. Ich gönnte mir noch ein paar Minuten, um den Triumph auszukosten. Im Anschluss ging es an weitere Arbeiten und Prüfungen der letzten Aufstellungen.

      Eine Erinnerung unterbrach schließlich meinen Arbeitsfluss. Das Essen stand an, aber hatte Priorität vor Dingen, welche ich auch nächsten Tag problemlos erledigen konnte. Zuhause schließlich ging es unter die Dusche. Viel Zeit war nicht, aber mein Aussehen musste perfekt sein. Hinter meiner Schwester zurückzubleiben stand außer Frage. Es war ein Kampf, wenn auch dies nur mir bewusst war. Ein teures Designerkleid und eine Handtasche von Versace und High Heels von Prada. Ein Outfit das praktisch vor Luxus schrie. Menschen die sagten, dass der Preis unbedeutend war, hatten einfach noch niemals etwas aus dieser Klasse getragen. Es schmiegte sich an wie eine zweite Haut. Ich fuhr selbst mit meinem Wagen zum Restaurant. Einer der Angestellten führte mich zum Tisch, an welchem bereits meine Familie saß. “Buonasera Madre, Padre, Sorella.” Ich setzte mich bereits neben meinen Padre als die Begrüßung erwidert wurde. Aber ich musste zugeben, dass Viola für ihre Verhältnisse durchaus zurechtgemacht war. Warum sie sich oft mit weniger zufrieden gab würde mir wohl immer ein Rätsel bleiben.
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    • Romeo

      Ich bemerkte erst relativ spät das die Dame von vorhin nicht mehr an dem Platz sahs. Jetzt sahs dort ein älterer Herr und las seine Zeitung. ´Schade, so dachte ich. Doch vielleicht kommt sie ja bald wieder. Ich erfüllte meine Aufgaben weiterhin und als der letzte Gast das Café verließ, schloss ich die Tür zu und räumte noch auf. Ich wischte die Tische ab und stellte die Stühle hoch um den Boden sauber zu machen. Meine Aushilfe war in der Küche und wusch das Geschirr und sortierte es ein. "Ich gehe jetzt." "Dann wünsche ich dir noch einen schönen Abend." "Danke dir auch bis morgen." Sie ging durch den Hintereingang und als die Tür ins Schloss fiel machte ich mir Musik an. Denn mit Musik konnte ich einfach schneller sauber machen. Wie von selbst flog der Besen über den Boden und auch der Wischmobb war nur so über den Boden geglitten. Nachdem alles perfekt aussah, schaltete ich die Musik wieder aus, schnappte meine Sachen und sperrte die Tür zu. Ich schnappte mir mein Fahrrad und fuhr los. Auf dem Weg nach Hause kaufte ich noch ein paar Sachen ein die mir Mamma noch geschickte hatte. Mit der Papiertüte im Korb vom Fahrrad fuhr ich nach Hause. Es war langsam dunkel geworden und die Gassen erstrahlten in einem schönen Glanz.
      Zu Hause angekommen stellte ich den Einkauf auf die Kommode im Flur und zog meine Schuhe aus. "Da ist er ja!" Freudig kam ein kleiner Lockenkopf auf mich zu gerannt und schloss seine Arme um meine Beine. Ich tätschelte seinen Kopf. "Dir auf einen schönen guten Abend Vito." "Komm mit Mamma hat lecker Essen gekocht." Ich lies mich von dem kleinen Mann in die Küche führen und drückte Mamma einen Kuss auf die Wange. "Wie war dein Tag?" "Anstrengend aber schön. Mhhmm das riecht köstlich." Sie lächelte mich an. "Sofia und Alice sind noch mit Freunden aus." Sofort sprangen bei mir die Alarmglocken an. "Keine Sorge ich haben ihnen gesagt sie sollen um 22 Uhr wieder zu Hause sein." Ich nickte. Ich machte mir sehr große Sorgen um sie, denn ich Italien gibt es genug Mafia und ich wollte nicht das sie in die falschen Hände geraden. "Jetzt setzt euch, das Essen ist gleich fertig." "Ich geh noch kurz unter die Dusche."
      Gesagt getan und dann setzte ich mich frisch geduscht und frisch gekleidet an den Esstisch.


      Antonio

      Nachdem die beiden die Treppe runter kamen zogen sich bei meiner Madre die Mundwinkel nach oben. "Du siehst fabelhaft aus. Das wird deiner Zukünftigen sicher gefallen." Ich nickte ihr zu. "Ihr seht ebenfalls nicht schlecht aus." Meine Madre trug ein elegantes silberglitzerndes Kleid, ihre Haare waren hochgesteckt. Giovanni trug einen dunkelblauen Anzug. "Los vergeuden wir keine Zeit, wir müssen noch ein paar Minuten fahren." James öffnete uns die Limousine und wir stiegen ein. "Bitte zum Paradiso del Gusto, Henry." "Sehr wohl Miss." Die Fahrt über unterhielten wir uns über belanglose Dinge und dann waren wir angekommen. Ich half Madre aus dem Auto und Giovanni lies sie dann bei sich einhaken. Das Restaurant ist mit das teuerste hier in ganz Italien und ein klein wenig war ich nervös. "Immer entspannt bleiben Antonio. Du wirst sehen die Familie ist passend für uns." Ich nickte Madre zu und folgte ihnen hinein.
      Überall waren Kronleuchter an der Decke und es funkelte an jeder Ecke. "Hier entlang." Der Kellner brachte uns in eine separate Ecke des Restaurants, welches nur für exklusive Gäste war. "Buonasera famiglia Moretti." Meine Madre lächelte über beide Ohren und küsste allen zur Begrüßung auf die Wangen. Giovanni tat es ihr gleich. Dem Padre der Familie reichte er die Hand. "Das ist Antonio." Ich zupfte meine Anzugsjacke noch zurecht und setzte auch ein Lächeln auf. "Buonasera zusammen." Ich begrüßte ebenfalls die Familie und mein Blick blieb an den beiden jüngeren Frauen hängen. Beiden drückte ich einen Handkuss auf die Hand.
    • Viola

      Das Restaurant entsprach dem, was für meine Familie üblich war. Luxus, der klar zeigt, dass die Moretti’s wohlhabend waren. Es war keineswegs etwas neues, denn etwas gewöhnlicheres war für sie unter ihrer Würde. Ein Denken, für das mir stets das Bewusstsein gefehlt hatte. Seit der Zeit an der Universität, war es mir vergönnt gewesen, auch Zeit mit Menschen aus anderen Gesellschaftsschichten zu verbringen. Es hatte klar gezeigt das Stand und Geld nicht aussagend darüber ware, ob eine Person von Wert war oder nicht. Es war leider nicht so selten, dass Menschen aus der gehobenen Schicht eine solche Ansicht hatten. Diese teilte ich zwar niie, doch bis zum Beginn meines Studiums hatte ich meine Zeit hauptsächlich Zeit unter Menschen der Oberschicht verbracht. “Viola bitte versuche während des Essens aufmerksam zu bleiben.Ich weiß das du dich manchmal sehr in deinen Gedanken verlierst, aber es ist wichtig, dass Antonio einen guten Eindruck von dir bekommt. Es ist nichts falsch daran, das du öfter mal verträumt bist, doch könnte es für Menschen die dich nicht kennen unhöflich wirken.” Ein Lächeln kam auf meine Lippen. “Ja Madre iich werde mich bemühen soweit ich es kann. Natürlich möchte ich, dass alles gut läuft.” Madre nickte zufrieden. Es gab ein paar Minuten der Ruhe in welchen meine Gedanken zurück an die Begegnung im Café wanderten. Dieser Mann welcher von seinem Kollegen mit Romeo gerufen wurde. Es war nur ein kurzes Gespräch gewesen, doch hatte es sich sehr in meine Erinnerung eingeprägt. Das freundliche Lächeln des Mannes und auch seine Augen. Eine vertraute Stimme holte mich zurück in die Realität. “Buonasera Camilla.” Meine Schwester war wie immer. Ausgezeichnet, gekleidet und mit einer perfekten Haltung. Es gab etwas Smalltalk, dem ich nicht wirklich folgte. Dann aber war der Zeitpunkt gekommen. Die Familie De Luka war eingetroffen. Begrüßungen wurden ausgetauscht. Antonio war zugegebenermaßen ein sehr gutaussehender Mann. Es war offensichtlich, warum meine Eltern ihn als gute Partie sahen. Mein Make Up verbarg glücklicherweise die leichte aufkommende Röte, welche entstand, als er mir einen Handkuss gab. Ich lächelte “Sehr erfreut.” Wirklich mehr Worte bekam ich kaum heraus. Eine Geste wie diese war etwas Neues für mich und innerlich hoffte ich nur mich nicht blamiert zu haben. Nachdem ich wieder saß, wanderte mein Blick zu Antonio mit gegenüber. “Nun es freut mich sehr dich kennen zu lernen. Natürlich habe ich bereits ein paar Dinge über dich gehört aber wenn es in Ordnung ist, würde ich gerne ein wenig mehr erfahren, was du für ein Mensch bist. Sofern es für dich ok ist hier darüber zu reden.”



      Camilla

      Padre hatte wie üblich einen herausragenden Geschmack. Dieses Restaurant war eines der besten.Angemessen für Menschen wie uns. Während der Wartezeit sprach ich mit meinen Eltern noch über die neusten Dinge. Wie sich das Geschäft entwickelte,und politische Geschehnisse. Meine Schwester schien unterdessen wieder einmal in einer ihrer Traumwelten gedanklich zu hängen. Wie jemand so verträumt sein konnte, war mir ein einziges Rätsel, doch war sie schon immer so gewesen. Daher war es bei weitem nicht überraschend. Das positivere Ereignis aber war Antonios Ankunft. Dort trat der Mann ein. Attraktiv, erfolgreich und aus einer angesehenen Familie. Rundum das perfekte Paket eines Mannes und doch sollte es Viola sein, die seine Frau werden soll. Warum war es nicht für alle vollkommen offensichtlich, dass ich die Einzige war, welche zu ihm passte. Es hätte es so viel leichter gemacht. Nun galt es, das Herz des Mannes für mich zu erobern, wobei ich diskret vorgehen musste. Meine Eltern hätten mir es nicht verziehen wenn ich meiner Schwester das ganze versauen würde. Wenn aber Antonio selbst mich wählen würde oder Viola es selbst in den Sand setzen würde, so blieb eine Chance. Wie die perfekte Tochter wäre ich selbstverständlich sofort bereit, ihren Platz zum Wohl der Familie einzunehmen. Ein Lächeln erfüllte mein Gesicht. “Ein wahrer Gentleman. Doch ich muss gestehen, die Freude ist ganz meinerseits." Ich setzte mich und verblieb zunächst ruhig. Doch warf ich von Zeit zu Zeit einen Blick zum Verlobten meiner Schwester. Ein Blick welcher nichts direkt aussagte und dennoch so wirkte als stecke mehr dahinter. Natürlich achtete ich darauf, dass weder seine noch meine Eltern etwas davon mitberkamen.
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    • Romeo

      Mamma kochte wirklich wunderbar und man spürte wie viel Liebe sie in ihre Gerichte hinein steckte. Vito zog eine lange Spaghetti von seinem Löffel und die Tomatensoße hatte schon sein übriges getan. Er hatte einen Tomatenbart. "Hier wisch dir mal bitte über den Mund." Ich reichte ihm seine Serviette und der Kleine wischte sich den Mund damit ab. "Ich liebe Spaghetti Bolognese." Ich tätschelte ihm über seinen Kopf. Vito war zwar der jüngste Spross der Familie, doch er war fleißig und wollte immer gerne mit anpacken, so gut es eben ging.
      "Möchtest du noch Wein Mamma?" "Gerne." Ich ging an den Kühlschrank und holte eine Flasche Rotwein heraus und schenkte ihr und mir ein." "Ich auch bitte!!" Vito hüpfte unruhig auf seinem Stuhl hin und her. "Natürlich." Ich stellte die Flasche auf dem Tisch ab und holte für Vito Traubensaft aus dem Schrank. "Bitte sehr der Herr." Ich goss ihm die dunkelrote Flüssigkeit in seinen Becher und er trank den ersten Schluck auf ex weg. "Sehr lecker. Ich möchte bitte noch einmal." Ich lächelte ihm zu und goss ihm noch ein Glas ein.
      Mamma lachte ebenfalls und wir tranken anschließend auch von unserem Wein. "Wie steht es ums Geschäft? Hast du deinen Capo gefragt ob du den Laden übernehmen kannst?" Ich verschluckte mich beinahe an meinem Wein. Ich schüttelte mit den Kopf. "Nein ich hatte heute sehr viel Stress und er war auch nur kurz im Café." Sie legte eine Hand auf meine. "Romeo du weißt das du das Potenzial dafür hast und kennst dieses Café in und auswendig. Und dein Capo wird auch nicht mehr so ewig das Café führen können." "Ich weiß. Doch wir wissen nicht was die Zukunft bringt Mamma." Ihr Lächeln verschwand. "Tut mir leid. Ich wollte dich nicht traurig machen. Nur man weiß nie ob das Schicksal nicht doch etwas anderes für einen bereit hielt." Sie nickte. "Ja du hast Recht, aber wir brauchen das Geld." "Das weiß ich und ich werde dafür auch weiterhin hart arbeiten." Ich küsste sie auf die Wange und stand von meinem Platz auf. "So Vito du hilfst mir jetzt beim abräumen und abspülen und Mamma setzt sich jetzt schön auf ihren Sessel und trinkt in Ruhe ihr Glas Wein leer." ich zwinkerte ihr zu und Vito sprang sofort auf und räumte den Tisch ab und schaffte alles in die Küche. Während wir uns um den Abwasch kümmerten, dachte ich wieder an meinen Traum. Ein eigenes Café zu führen.


      Antonio

      "Die Freude ist ganz meinerseits." Ich setzte mein schönstes Lächeln auf und ich spürte wie nervös es meine zukünftige Verlobte machte. Auch ihre Schwester schien der Handkuss nicht kalt zu lassen und zufrieden setzte ich mich ihnen Gegenüber. Meine Madré und Giovanni setzten sich ebenfalls auf die Plätze und ein Kellner kam sogleich und füllte unsere Gläser mit Wasser und dem besten und teuersten Wein den es gab. "Grazie", sprach ich zum Kellner, der nur lächelte. Als mich Viola ansprach blickte ich sie an. "Ist das so? Ich hoffe du hast nur Gutes von mir gehört." Ein Schmunzeln konnte ich mir nicht verkneifen. "Selbstverständlich darfst du das gerne in Erfahrung bringen. Doch zuerst sollten wir anstoßen." Ich erhob mich von meinem Stuhl und nahm das Weinglas in die Hand. Doch meine Madré kam mir zuvor. "Auf eine strahlende Zukunft und auf die Verlobten." Wir erhoben alles das Glas und tranken ein Schluck daraus. Der Kellner brachte uns allen die Karte und wir bestellten das Essen. Nach und nach wurde es serviert und die Küche lies keine Wünsche offen.
      Nach der Vorspeise ging mein Blick zu Viola. "Also wenn du etwas über mich wissen möchtest, was du noch nicht weißt dann darfst du mich das ruhig fragen." Meine Aufmerksamkeit richtete ich zwar nur auf sie. Doch mir entging nicht das ihre Schwester mir ebenfalls ein paar Blicke zuwarf.
    • Viola

      Zu meiner Erleichterung, schien meine knappe Reaktion nicht negativ aufgefallen zu sein. Im Inneren aber versuchte ich dennoch, mich selbst ruhig zu halten. Meine Eltern hatten die Erwartung, dass sich ihre Töchter in wichtigen Situationen von ihrer besten Seite zeigten und nicht taten, was uns oder die Familie in ein schlechtes Licht rücken könnte. Aber dieser Umstand galt bereits seit Beginn. Die Gläser wurden mit Wein gefüllt und ehrlich gesagt wollte ich vermutlich nicht einmal wissen, wie teuer die Flasche des edlen Tropfens gewesen sein mochte. “Ja natürlich war es rein positives. Doch letztlich bringen auch solche Dinge mehr Fragen mit sich und die Person selbst umgibt ein Mysterium.” Bevor aber weiteres gesagt wurde, gab Antonios Madré einen Trinkspruch. Die Gläser wurden erhoben und ein Schluck der Flüssigkeit floss meine Kehle hinab. Ein Hauch Wärme durchfuhr mich. Ich hatte nie sonderlich gut Alkohol vertragen. Die Reaktion meines Körper war somit das erste Warnzeichen langsam zu machen, denn betrunken zu sein war das Letzte, das ich bei einem solchen Essen wollte.
      Die Karte des Restaurants war wie zu erwarten voller edler Speisen. Die Vermutung lag sehr nah, dass es wohl niemanden gab, der gar nichts Passendes darauf finden würde. Nach einigen Überlegungen fiel meine Wahl schließlich auf die Zander.
      Mit einem weiteren Schluck Wein, dann richtete ich meinen Blick auf Antonio. Ein seltsames Gefühl, jemanden erst kennenzulernen, aber in dem Wissen, dass man vermutlich den Rest des Lebens mit diesem verbringen würde. “Es gibt einige Dinge, die mich interessieren würden. Doch zunächst fände ich es interessant zu wissen, für welche Dinge du dich neben deinem Job interessierst.” Dann lächelte ich etwas verlegen. “Und wenn es in Ordnung ist wie es kommt, dass du bis jetzt keine Frau gefunden hast. Entschuldige bitte, wenn es etwas indiskret ist, aber es liegt sicher nicht an deinem Aussehen. Daher die Neugier ob es einen bestimmten Grund hatte.” Auf meinem Augenwinkel konnte ich bereits die Empörung in der Haltung meiner Mutter feststellen. Ein Glück, dass sie vor den Leuten nicht näher darauf eingegangen war. Mit Sicherheit aber würde es dazu später noch einige Worte ihrerseits geben.



      Camilla

      Ein zufriedenes Lächeln überkam meine Lippen, als der Duft des exquisiten Weins in meine Nase drang. Ein wundervolles Aroma. Die Sorte war mir selbst sehr vertraut, weil ich ihn selbst gerne mal zu mir nahm. Doch eine Frage brachte es auf. Würde meine Schwester vorsichtig sein. Etwas in mir hoffte, dass sie unvorsichtig war. Es würde alles nur so viel leichter machen. Aber letztlich war sie nicht dumm. Auf den Trinkspruch hob ich selbstverständlich mein Glas, doch zu mir selbst schwor ich innerlich. “Nicht wenn ich es verhindern kann.” Ich nahm einen großzügigen Schluck. So vorzüglich wie eh und je. Ein angemessenes Getränk.
      Die Vorspeise galt es zu genießen. Was Viola zunächst fragte, war durchaus vorteilhaft. EIn tieferer Einblick in die Interessen von Antonio wären von Vorteil in meinem Unterfangen. Die darauffolgende Frage aber war vollkommen unangebracht. Es kostete durchaus Mühe, ein Grinsen zu unterdrücken in dem Wissen, wie peinlich diese Situation unseren Eltern wohl sein musste. Natürlich blieb noch die Reaktion ihres Verlobten abzuwarten, doch konnte es sich zu einem Vorteil entwickeln. Wenn meine Schwester nur so weitermachen würde, musste ich ihr am Ende vielleicht sogar danken.
      Love is something entirely without any logic but an important part of human nature. The wish that the one you care for is happy. Something someone willingly take sacrifices for to ensure it even if it results in their own pain.
    • Romeo

      Das Geschirr war schnell sauber und Vito war mir eine sehr große Hilfe. Ich brachte den Kleinen anschließend noch ins Bett und las ihn seine Lieblingsgeschichte vor.
      Ich wartete bis er eingeschlafen war und ging dann aus dem Kinderzimmer nach unten. "Romeo komm her." Ich setzte mich zu Mamma und trank von meinem Glas. "Wann möchtest du mir denn Mal jemanden vorstellen? Du weißt ich werde nicht jünger und ich wäre gerne bereit irgendwann kleine Enkel um mich herum zu haben." Ich verschluckte mich beinahe an meinem Glas Wein. "Mamma.. bisher habe ich meine Julia noch nicht gefunden." Sie machte ein ernstes Gesicht. "Nein das war nur Spaß.. Ich möchte nicht das es so endet wie bei den beiden. Um ehrlich zu sein ist mir die Liebe immer noch nicht über den Weg gelaufen. Und ich weiß auch nicht ob das jemals passieren wird.."
      "Lass den Kopf nicht hängen. Irgendwann kommt sie und ich weiß das du sie über alles lieben wirst."
      "Danke Mamma. Ich werde nach oben gehen und noch ein wenig Lesen. Buona notte."
      Ich verschwand nach oben in mein Schlafzimmer und legte mich auf das Bett und schnappte mir mein Buch vom Nachttisch. Die große Liebe finden.. Für immer?.. Das klang zwar schön, doch wer wollte schon so einen Tagräumer wie mich freiwillig haben? Ich war doch nur durchschnittlich und hatte nicht so viel Geld. In der heutigen Zeit war Geld doch wichtiger wie der Charakter.. Der Charakter hat meiner Meinung nach mehr Wert, als jegliches Vermögen. Ich dachte nicht weiter darüber nach, denn für mich stand eines fest. Familie war das Wichtigste überhaupt und um die sollte ich mich eher kümmern und auch um meine eigenen Träume und Wünsche. Jetzt verzweifelt eine Frau zu suchen war alles andere als passend. Ich widmete mich wieder meinem Buch und tauchte in eine andere Welt ein.


      Antonio

      Die Vorspeise wurde serviert und wie die meisten entschied auch ich mich für den Zander als Hauptgang. Ich fing an die Vorspeise zu essen und richtete meine Aufmerksamkeit wieder auf Viola.
      Sie schien großes Interesse an meiner Person zu haben, doch die zweite Frage die sie mir stelle war alles andere als angemessen. Ich schluckte, überspielte es aber mit einem charmanten Lächeln. Ich nahm noch einen Schluck von meinem Wein. "Nun da gibt es nicht all zu viel, ich versuche den Ausgleich neben der Arbeit durch Sport zu kompensieren. Ich reise sehr gerne, aber das ist auch meinem Job geschuldet. Ich lebe viel mehr für die Arbeit und allem was dazu gehört. Daher wünsche ich mir eine Partnerin an meiner Seite die voll dahinter steht. Zu Mal ich viel in der Öffentlichkeit stehe. Das beantwortet wohl auch deine zweite Frage. Es gibt nicht viele Frauen die stets und ständig in der Öffentlichkeit stehen möchten und sich immer präsent zeigen. Das Business ist nichts für schwache Nerven." Ich trank wieder einen Schluck aus dem Glas und beendete meine Vorspeise. "Nun möchte ich gerne wissen was du so in deiner Freizeit machst?"
    • Viola

      Die Tatsache, dass Antonio lächelte, brachte zumindest ein wenig Hoffnung auf, dass die Frage vielleicht nicht allzu schlimm war. Meine Eltern hingegen waren definitiv alles andere als erfreut. Allein schon die Haltung meiner Mutter sprach Bände darüber, wie peinlich es ihr wohl sein musste. Der Fluch, in einer wohlhabenden Familie aufzuwachsen. Stets auf das eigene Benehmen achten zu müssen, war ermüdend. “Ich kann es mir gut vorstellen, dass deine Arbeit viel Zeit in Anspruch nimmt. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich nicht genau weiß was der Job alles beinhaltet. Ich kenne zwar ein wenig durch das, was ich von Camilla mitbekommen habe, aber das war vermutlich bestenfalls oberflächlich und sicher auch nicht alle Facetten dessen, was damit einhergeht.” Ich versuchte ein wenig Nervosität herunterzuspielen. Die Tatsache unter Umständen durch eine Frage einen schlechten Eindruck gemacht zu haben, verursachte innerlich Stress. “Entschuldige bitte, falls dich die Frage in Verlegenheit gebracht haben sollte. Ich habe durch mein Studium viel Kontakt zu Menschen, die insgesamt etwas direkter sind und ein wenig gewöhnt man sich daran. Aber vielen Dank für deine ehrliche Antwort. Dass die Öffentlichkeit auf viele Menschen abschreckend wirken kann, verstehe ich durchaus. Es ist ein Druck, dem sicher nicht alle gewachsen sind. Es würde mir vermutlich nicht anders gehen, wenn ich nicht damit aufgewachsen wäre.” Verständlicherweise folgte auch eine Frage seinerseits. Unbewusst strich ich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. “Einerseits lerne ich für mein Studium im Bereich Literatur. Wobei die Wahl darauf auch durch meine Interessen gefallen ist. Ich lese gerne Bücher und bringe einige meiner Gedanken in Kurzgeschichten zu einer Form. Darüber hinaus sehe ich mir gerne Orte an, wo ich mich aufhalte. Sehenswürdigkeiten oder aber auch die Innenstädte selbst. Was mir auch gefällt, ist anderen zu helfen, einfach weil es mir ein gutes Gefühl gibt. Halt bei einfachen Dingen zum Teil.” Das der letzte Punkt meiner Mutter ebenfalls missfallen würde, war mir bewusst. Doch zu wissen, wie Antonio darüber dachte, war etwas, das mir wichtig war. Eine Kellnerin begann, das Geschirr der Vorspeisen abräumen und dann die Hauptspeisen zu bringen.



      Camilla

      Es war recht amüsant zu wissen, wie unsere Eltern innerlich kochen mussten. Viola hätte es auch besser wissen sollen, als eine solche Frage zu stellen. Es entging mir nicht, dass Antonio schluckte. Es war offensichtlich, dass die Frage nicht sonderlich angenehm war, aber wer könnte dies auch verübeln. Innerlich amüsiert nahm ich mir mein Weinglas und genoss einen Schluck. Bisher wirkte es so, dass ich nicht mal etwas unternehmen musste, damit das Unheil seinen Lauf nahm. Die Dinge, welche seinerseits genannt wurden, waren allesamt Interessen, welche mit meinen harmonierten. “Ich wusste es, er ist perfekt.” Eine gedankliche Feststellung. Aufmerksam hörte ich dem Gespräch weiter zu und aß die Vorspeise. Ein Gedanke wie sich meine Schwester wohl in der Öffentlichkeit anstellen könnte, spielte sich in meinem Kopf ab. Der Anflug eines Lächelns umspielte meine Lippen.
      Love is something entirely without any logic but an important part of human nature. The wish that the one you care for is happy. Something someone willingly take sacrifices for to ensure it even if it results in their own pain.