Rote, glitzernde Augen starrten Luna erbarmungslos nieder, welche mit den Unterarmen auf einen Tisch vorgelehnt stand. Stur erwiderte sie den Blick ihrer Krähe, bis sie schließlich seufzend den Kopf auf ihre Arme sinken ließ. "Nagut, du hast gewonnen", nuschelte sie mürrisch. Sie drehte den Kopf zur Seite und sah aus dem Fenster, durch welches das silbrige Licht des Vollmonds schien. Langsam rappelte sie sich auf und stützte nur noch die Handflächen auf die hölzerne Tischplatte. "Vielleicht besser so, nicht noch einen Vollmond abzuwarten", entgegnete sie der Krähe, die triumphierend vor ihr auf und ab lief, "dann muss ich mir nicht noch ein Zirkeltreffen antun, wo mich alle so blöd anschauen." Sie atmete tief ein und ließ einen lauten Seufzer entweichen, bevor sie sich komplett vom Tisch abstieß.
Nachdenklich sah sie sich in ihrem chaotischen Wohnzimmer um. Zwischen Kleidung und Kristallen, Büchern und getrockneten Kräutern versteckt, lag auf dem grauen Sofa ein spezielles, in Leder gebundendes Buch, das Luna suchte. Sobald sie es mit ihrem Blick fixiert hatte, zog sie es aus dem Chaos hervor, legte die staubigen Seiten auf dem Tisch ab und schlug die mit einem Lesezeichen markierte Stelle auf. Castor, die Krähe gegen die Luna den Starrwettbewerb verloren hatte, platzierte sich neben sie um mit in das vergilbte Papier zu schauen. "Für sowas wäre ein Keller oder so nützlich, aber wird schon gehen", sprach die Silberhaarige mit einem Schulterzucken und suchte verschiedene Kerzen zusammen. "Erstmal musst du die Formel hinbekommen", krächzte Castor weniger nützlich der Hexe zu und sah belustigt mit an, wie sie versuchte in ihrem Wirrwarr an Sachen, die richtigen für diesen Zauber zu finden. "Ich impovisier ein bisschen, wie gesagt, das wird schon", entgegnete Luna mit einem Augenrollen und legte ein halbes Dutzend Kerzen auf dem Tisch ab, "du kannst dich ja statt zu meckern nützlich machen." Mit einem vielsagenden Blick platzierte sie schwarze Kerzen um das Buch herum und zündete ein Streichholz an, welches sie Castor hinhielt. Widerwillig half die Krähe aus indem sie das Streichholz zwischen den Schnabel nahm und die einzelnen Kerzen anzündete. Da der Raum nun von den kleinen Flammen und zusätzlich dem hellen Mondlicht von draußen erhellt wurde, schaltete Luna das Zimmerlicht aus.
Jetzt wurde es tatsächlich ernst. Schon länger hatte sie diese Idee, einen Dämon beschwören zu wollen. Erst vor kurzem hatte sie aber dieses Buch auf dem Tisch gefunden, was angeblich alte und längst vergessene Dämonen, mitsamt deren Beschwörungsformel beinhielt. Natürlich hatte sie ausgerechnet die Seite interessiert in der handschriftlich hinzugefügt wurde, dass man einen Bann lösen muss, um das dazugehörige Wesen in die eigene Welt zu holen. Vielleicht war es auch besser so, denn die Hälfte der Beschwörung konnte sie nicht verstehen und die andere Hälfte war so ausgebleicht, das man sie sowieso nicht lesen konnte - lediglich einen Namen für den Dämon konnte sie ausmachen. Wieder mit den Handflächen auf der Tischplatte stand sie angelehnt über dem Buch und dachte laut nach: "Dann zeichnen wir trotzdem einen Beschwörungskreis oder? Weil ist ja immer noch eine Beschwörung.." Kurz haderte sie, doch dann holte sie ihre letzten Zutaten für den Zauber. Eine Schüssel mit Asche, einen Ritualdolch und sich selbst. Da dies eine Beschwörung eines Dämons war, brauchte es auch ihr Blut dafür, schließlich sollten seine Kräfte und Fähigkeit an sie gebunden sein. Luna wusste, dass der Preis noch deutlich höher war, als nur ihr eigenes Blut, aber darum würde sie sich Sorgen machen, wenn es soweit war.
Sie atmete tief aus, nahm den Dolch in ihre eine Hand und schnitt sich damit in die Handfläche der anderen. Sofort zuckte sie fluchend zusammen, konzentrierte sich aber darauf ihre blutende Hand über der Schale zu behalten. "Fuck, tut das weh", zischte sie mit schmerzverzogenem Gesicht, "stell dir vor das funktioniert gleich einfach nicht." Amüsiert krächzte Castor und sah zu, wie die Hexe sich quälend versuchte ein paar weitere Tropfen Blut aus ihrer Hand zu quetschen. Dann war es aber anscheinend genug, denn sie nahm die Schale mit ihrer unverwundeten Hand auf und setzte sich auf den Boden. Mit einem Finger mischte sie die Asche und ihr eigenes Blut zu einem klebrigen Brei, den sie schließlich nutzte um einen Beschwörungskreis auf die Holzbretter ihres Wohnzimmerbodens zu malen. Teils aus dem Buch kopiert, an anderen Stellen von ihr improvisiert, wenn die Zeichen auf den alten Seiten nicht mehr zu erkennen waren.
Luna stellte die Schale auf die Seite und betrachtete den fertigen Beschwörungskreis vor sich, dann blickte sie suchend nach Zustimmung zu Castor. Dieser nickte ihr aufmunternd zu. Sie richtete sich auf, um möglichst gerade auf ihren Knien zu sitzen, und drückte ihre unverletzte Hand auf die offene Wunde, damit sie aufhören würde zu bluten. Ein letztes Mal atmete sie tief ein und aus. Dann begann sie unheilsvoll zu sprechen:
Ehe sie das letzte Wort gesprochen hatte, erloschen plötzlich all die Kerzen auf dem Tisch. Nur noch das Licht des Vollmondes erleuchtete den Raum und zeichnete den Umriss eines großgewachsenen Mannes vor ihr. Lunas hellblaue Augen wanderten geweitet vor Schreck langsam und unsicher vom Boden hinauf über seine Beine, hoch zu seinem Oberkörper und schließlich zu seinem Gesicht. Ganz in Schwarz und Dunkelheit gehüllt stand er vor ihr. Hatte sie alles richtig gemacht? Hatte es tatsächlich funktioniert? Sie konnte kaum etwas von ihm ausmachen, lediglich rote Augen, die ihr entgegen blickten.
Nachdenklich sah sie sich in ihrem chaotischen Wohnzimmer um. Zwischen Kleidung und Kristallen, Büchern und getrockneten Kräutern versteckt, lag auf dem grauen Sofa ein spezielles, in Leder gebundendes Buch, das Luna suchte. Sobald sie es mit ihrem Blick fixiert hatte, zog sie es aus dem Chaos hervor, legte die staubigen Seiten auf dem Tisch ab und schlug die mit einem Lesezeichen markierte Stelle auf. Castor, die Krähe gegen die Luna den Starrwettbewerb verloren hatte, platzierte sich neben sie um mit in das vergilbte Papier zu schauen. "Für sowas wäre ein Keller oder so nützlich, aber wird schon gehen", sprach die Silberhaarige mit einem Schulterzucken und suchte verschiedene Kerzen zusammen. "Erstmal musst du die Formel hinbekommen", krächzte Castor weniger nützlich der Hexe zu und sah belustigt mit an, wie sie versuchte in ihrem Wirrwarr an Sachen, die richtigen für diesen Zauber zu finden. "Ich impovisier ein bisschen, wie gesagt, das wird schon", entgegnete Luna mit einem Augenrollen und legte ein halbes Dutzend Kerzen auf dem Tisch ab, "du kannst dich ja statt zu meckern nützlich machen." Mit einem vielsagenden Blick platzierte sie schwarze Kerzen um das Buch herum und zündete ein Streichholz an, welches sie Castor hinhielt. Widerwillig half die Krähe aus indem sie das Streichholz zwischen den Schnabel nahm und die einzelnen Kerzen anzündete. Da der Raum nun von den kleinen Flammen und zusätzlich dem hellen Mondlicht von draußen erhellt wurde, schaltete Luna das Zimmerlicht aus.
Jetzt wurde es tatsächlich ernst. Schon länger hatte sie diese Idee, einen Dämon beschwören zu wollen. Erst vor kurzem hatte sie aber dieses Buch auf dem Tisch gefunden, was angeblich alte und längst vergessene Dämonen, mitsamt deren Beschwörungsformel beinhielt. Natürlich hatte sie ausgerechnet die Seite interessiert in der handschriftlich hinzugefügt wurde, dass man einen Bann lösen muss, um das dazugehörige Wesen in die eigene Welt zu holen. Vielleicht war es auch besser so, denn die Hälfte der Beschwörung konnte sie nicht verstehen und die andere Hälfte war so ausgebleicht, das man sie sowieso nicht lesen konnte - lediglich einen Namen für den Dämon konnte sie ausmachen. Wieder mit den Handflächen auf der Tischplatte stand sie angelehnt über dem Buch und dachte laut nach: "Dann zeichnen wir trotzdem einen Beschwörungskreis oder? Weil ist ja immer noch eine Beschwörung.." Kurz haderte sie, doch dann holte sie ihre letzten Zutaten für den Zauber. Eine Schüssel mit Asche, einen Ritualdolch und sich selbst. Da dies eine Beschwörung eines Dämons war, brauchte es auch ihr Blut dafür, schließlich sollten seine Kräfte und Fähigkeit an sie gebunden sein. Luna wusste, dass der Preis noch deutlich höher war, als nur ihr eigenes Blut, aber darum würde sie sich Sorgen machen, wenn es soweit war.
Sie atmete tief aus, nahm den Dolch in ihre eine Hand und schnitt sich damit in die Handfläche der anderen. Sofort zuckte sie fluchend zusammen, konzentrierte sich aber darauf ihre blutende Hand über der Schale zu behalten. "Fuck, tut das weh", zischte sie mit schmerzverzogenem Gesicht, "stell dir vor das funktioniert gleich einfach nicht." Amüsiert krächzte Castor und sah zu, wie die Hexe sich quälend versuchte ein paar weitere Tropfen Blut aus ihrer Hand zu quetschen. Dann war es aber anscheinend genug, denn sie nahm die Schale mit ihrer unverwundeten Hand auf und setzte sich auf den Boden. Mit einem Finger mischte sie die Asche und ihr eigenes Blut zu einem klebrigen Brei, den sie schließlich nutzte um einen Beschwörungskreis auf die Holzbretter ihres Wohnzimmerbodens zu malen. Teils aus dem Buch kopiert, an anderen Stellen von ihr improvisiert, wenn die Zeichen auf den alten Seiten nicht mehr zu erkennen waren.
Luna stellte die Schale auf die Seite und betrachtete den fertigen Beschwörungskreis vor sich, dann blickte sie suchend nach Zustimmung zu Castor. Dieser nickte ihr aufmunternd zu. Sie richtete sich auf, um möglichst gerade auf ihren Knien zu sitzen, und drückte ihre unverletzte Hand auf die offene Wunde, damit sie aufhören würde zu bluten. Ein letztes Mal atmete sie tief ein und aus. Dann begann sie unheilsvoll zu sprechen:
"Darraghûn, höre mich,
nicht mit Bitten, sondern mit Blut.
Ich breche das Schweigen, das einst dich band.
Sanguis meus, mein Blut sei Preis,
für Freiheit und den teuflischen Kreis.
Was gebannt war, soll sich erheben,
was verbrogen war, sei offenbart.
Ich rufe dich bei all deinen Namen,
den gesprochenen, geflüsterten, verfluchten.
Und bei jenen, die nur das Dunkel noch kennt,
verloren in Asche, verschluckt vom Schweigen der Zeit.
Darraghûn, komm frei,
Pakt besiegelt, mein Blut ist dein,
was ich suche, wird nun sein."
nicht mit Bitten, sondern mit Blut.
Ich breche das Schweigen, das einst dich band.
Sanguis meus, mein Blut sei Preis,
für Freiheit und den teuflischen Kreis.
Was gebannt war, soll sich erheben,
was verbrogen war, sei offenbart.
Ich rufe dich bei all deinen Namen,
den gesprochenen, geflüsterten, verfluchten.
Und bei jenen, die nur das Dunkel noch kennt,
verloren in Asche, verschluckt vom Schweigen der Zeit.
Darraghûn, komm frei,
Pakt besiegelt, mein Blut ist dein,
was ich suche, wird nun sein."
Ehe sie das letzte Wort gesprochen hatte, erloschen plötzlich all die Kerzen auf dem Tisch. Nur noch das Licht des Vollmondes erleuchtete den Raum und zeichnete den Umriss eines großgewachsenen Mannes vor ihr. Lunas hellblaue Augen wanderten geweitet vor Schreck langsam und unsicher vom Boden hinauf über seine Beine, hoch zu seinem Oberkörper und schließlich zu seinem Gesicht. Ganz in Schwarz und Dunkelheit gehüllt stand er vor ihr. Hatte sie alles richtig gemacht? Hatte es tatsächlich funktioniert? Sie konnte kaum etwas von ihm ausmachen, lediglich rote Augen, die ihr entgegen blickten.
☀︎ Live by the sun
Love by the moon ☽︎

