Catfish-Syndrom [by marquis & yuyuumyn]

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    • Nick liebte es, die Dummen zu schikanieren und sich selbst besser dastehen zu lassen, als er das eigentlich war - wenn er sich nun einmal ehrlich war, dann war er derjenige, der diesen ganzen Ruhm und Reichtum verdiente, und Leute wie Jamie? Die konnte er mitziehen, denen konnte er vermutlich mehr als nur eine Nacht auf diesem Campus oder irgendwo anders auf dieser verruchten Welt spendieren und sich dann darüber lustig machen, dass sie ihm alle aus der Hand fraßen als wäre er nicht mehr als irgendein Typ im Zoo, der gerade einen Bund Bananen unerlaubter Weise ins Affengehege hielt. "Ach was, das glaube ich erst, wenn ich's sehe. Aber wenn ich du wäre, dann würde ich mir nicht auf's Maul hauen.", Nick grinste schelmisch, angetan von dem Gedanken, Jamie auch nur ein klein wenig zu foltern, ihn dazu zu bringen, sich ihm zu erbarmen und hinter die schräge Fassade blicken zu lassen. Wenn es Erpressung war, auf die er zurückgreifen musste, dann machte er das natürlich liebend gerne. "Du willst dein Studium doch beenden, oder? Geld regiert die Welt, und wenn mein Dad davon hört, wie du dich mir gegenüber verhältst, dann hast du vermutlich relativ schlechte Karten." Seine Mimik verwandelte sich in ein groteskes Schauspiel der Selbstgefälligkeit, bevor ihm die Kinnlade offen stehenblieb, als hätte er das Verdeck irgendeines dummen Bentley Continental Cabrio's mal wieder eingeklemmt. Scheißteil. "Drogen!? Du spinnst doch! Ich meine Alkohol, du Dorftrottel!" Genug Vodka, um eine Fahne zu haben, die der Freiheitsstatue auf die Pelle rückte. "Meine Eltern wissen alllllllessss, keine Sorge, du Petze.", keifte er zurück, nur um Jamie dann in die Schulter zu kneifen. "Das Geld krieg' ich weil's mir an Aufmerksamkeit mangelt, duh." Gelogen war das auch noch. "Ich mein, sicher, irgendwann baller' ich schon 'ne Line, aber doch nicht unter der Woche oder auf diesem Kack Campus, du bist so'n Idiot."

      Jetzt stand das Teil auch noch hier, in seinem Zimmer, und starrte ihn an als ob er derjenige wäre, der sich gerade Zugang zu seinem heißgeliebtem Eigenheim verschafft hatte. Flint juckte es in den wunden Fingern, unter den Handschuhen die er jetzt wohl auch nicht mehr in seinen eigenen vier Wänden ausziehen konnte; sein schroffer Blick lag auf dem Idioten, der Dinge erklärte, die ihn gar nicht interessierten. "Und? Hast du sie nicht einmal danach gefragt wer in diesem Zimmer ist? Du willst doch sonst auch immer alles wissen.", grummelte Flint, der sich durch Owens Bemerkung nicht sonderlich gestört fühlte - es war die Tatsache, dass er einfach das Fenster aufriss, als gehöre es ihm, die ihn schließlich so wirklich störte. "Und du riechst auch nicht gerade nach Rosen, sondern eher so, als ob mir wer vor die Tür gekotzt hat." Freunde würden sie nicht werden, das hatte er schon von Anbeginn an gewusst, aber das hier? Es ähnelte einem natürlichen Disaster unbestimmbaren Ausmaßes, das er zwar deuten wollte, aber nicht so recht einordnen konnte. Flint seufzte, tief und angewidert und auffällig, bevor er sich die Misere auf dem sonst freien Bett ansah und entschied sich dazu, dass das hier nicht funktionieren würde. "Am besten du gehst morgen zur Verwaltung und sagst ihnen, dass du dich aus meinem Zimmer verpissen sollst." Notfalls könnte er zwar ausweichen, aber Flint hatte keinen Bock auf die Scheiße, ehrlich gesagt hatte er nicht mal Lust, hier zu sein - er griff nach seinem Kissen, seiner Decke, seiner Jacke und dann dem Schlüssel auf dem Haken. "Ich penn' sicher nicht hier, so lange du hier bist. Wenn wir uns morgen sehen, dann hoffentlich nicht hier, capiché?" Die Tür flog hinter ihm mit deftiger Wucht zurück ins Schloss - er würde wohl doch bei Mateo campen.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Jamies Augen weiteten sich für einen Moment, als er Nicks – nicht einmal versteckte – Drohung hörte. Das konnte doch nicht sein Ernst sein... er würde ihn doch nicht ernsthaft durch seinen Vater von der Universität werfen lassen?!
      Er biss die Zähne zusammen und sein gesamter Kiefer begann vor unterdrückter Wut zu arbeiten. Deutlichstes Zeichen dieser Wut: Jamies Gesicht, das langsam aber sicher jeder Tomate Konkurrenz machte. Seine Hände ballten sich zu Fäusten – so fest, dass die Knöchel bereits weiß hervortraten und zitterten.
      „So einer bist du also…“, zischte er leise. Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Ein Hauch im Wind. „Du würdest wirklich dafür sorgen, dass ich von der Uni fliege, nur weil ich nicht nach deiner Pfeife tanze… du bist noch armseliger, als ich dachte.“

      Was ihn nur noch mehr reizte, war die Tatsache, dass er nicht einmal die Sache mit Nicks Konsum gegen ihn verwenden konnte, wenn dessen Eltern angeblich alles wussten. Dieser Typ war einfach… lost. Komplett.
      Aber Jamie konnte es sich nicht erlauben, von der Uni zu fliegen. Er hatte sich schließlich sogar extra einen neuen Babysitterjob gesucht um die Uni-Gebühren zu bezahlen und sich vielleicht noch etwas Taschengeld dazu zu verdienen – morgen früh, an einem verdammten Samstag, war sein erster Tag.
      In einer schnellen Bewegung schlug er Nicks Hand von sich. „Fass mich nicht an.“, grummelte er, den Kopf schüttelnd. „Ich will mit dir nichts zu tun haben. Geh doch zu deinen sogenannten Freunden und lass mich in Ruhe.“

      Er drehte sich um und setzte seinen Weg Richtung Bibliothek fort. Er konnte einfach nicht begreifen, warum dieser Typ ihn in letzter Zeit nicht in Ruhe lassen wollte?!


      Owen blieb allein zurück. Allein auf seinem neuen Bett. Sein Blick haftete noch für einen Moment auf der nun geschlossenen Tür, und ein schwaches Seufzen entwich seinen Lippen.
      Er würde morgen früh ganz sicher nicht zur Campus-Verwaltung gehen, nur um zu beantragen, aus seinem lang ersehnten Zimmer auszuziehen. Ganz sicher nicht. Und schon gar nicht nur wegen Flint.

      Noch immer konnte er nicht verstehen, was Flint eigentlich gegen ihn hatte. Er konnte sich beim besten Willen nicht erinnern, ihm jemals etwas angetan zu haben. Warum also hasste er ihn so sehr? Und das nicht erst seit Kurzem – sondern seit... seit immer.
      Und so sehr, dass es ihn anekelte, mit Owen im selben Zimmer zu schlafen? Warum?

      Mit einem erneuten Seufzen stand Owen schließlich auf, ging zur Tür und schloss sie ab, den Schlüssel jedoch stecken lassend. Wenn Flint heute eh nicht mehr zurückkam, konnte er die Tür wenigstens so absperren, dass niemand anderes hineinspazierte.
      Zurück auf seinem Bett griff Owen nach seinem Handy und öffnete Wispr.
      Er scrollte durch die unzähligen Nachrichten, die er – als Amber – mit Flint geschrieben hatte. Wieder fiel ihm auf, wie anders Flint dort war. Ein völlig anderer Mensch. Wenn der nur wüsste… wenn Flint nur ahnen würde, dass es in Wahrheit Owen war, mit dem er so viele gemeinsame Interessen teilte. Das es Owen war, der ihm diese kleinen Aufmerksamkeiten schenkte. Die Worte. Die Nähe.
      Und trotzdem…wenn er sich wirklich an Flint rächen wollte, musste er das Spiel weiterspielen. Noch ein Stück. Er wollte ihn verletzen. So verletzen, wie Flint ihn verletzt hatte.

      Nachdem Owen sich bequemere Klamotten angezogen und sein Bett frisch bezogen hatte, ließ er sich bäuchlings auf die Matratze fallen.
      Wieder scrollte er durch den Chat von Flint und Amber, las alte Nachrichten, ließ die Worte in sich nachhallen, bevor er schließlich begann zu tippen:

      „Hey <3 Wie geht’s dir heute? Ich hab an dich gedacht...“