Into the Dungeon! [RoyalMilkTea vs Akuma]

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    • Into the Dungeon! [RoyalMilkTea vs Akuma]

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      Myra & Kyrion

      „Komm schoooon! Mach schneller, sieh doch, da sind schon die Stadttore! Wir sind fast da!“, hob der großgewachsene Beastman – zumindest behauptet er immer einer zu sein, auch wenn die ein oder andere Eigenschaft nicht ganz zu diesem Volk passen wollten. Eine Mutation, sagten manche. Eine Eigenart, andere – nur eine Augenbraue, während eine einen halben Kopf kleinere Elfe ihre Arme fest um den seinen geschlungen hatte und sich offenbar fest vorgenommen hatte ihn dazu zu bringen schneller zu laufen, indem sie ihn mitzog. Als wären die Beiden immer noch Kinder und Myra konnte einfach seine Hand nehmen und ihn über Felder und Wald ziehen, um eines dieser Abenteuer zu erleben, die die Elfe nie los lassen wollte.
      Kyrion konnte nur seufzen, doch obwohl es ihm nicht anzusehen war, war er mindestens genauso aufgeregt – was an einem seinem etwas schneller wedelnden Schweif auch deutlich zu erkennen war. Und er war dankbar, dass Myra es dieses Mal nicht erwähnte.
      „Die Stadt läuft uns schon nicht weg, Myra. Wenn du außer Puste in die Gilde stürmst, verscheuchst du nur alle... oder kriegst kein Wort mehr zu Stande.“, würde er eher auf zweiteres tippen und mal ehrlich, wie peinlich wäre das denn? Man würde die Elfe sogleich als Verrückte abstempeln und so hatte sich Kyrion den Beginn ihres Abenteurer Daseins sicherlich nicht vorgestellt.
      „Komm schon, wir müssen ja nicht gleich rennen! Nur ein bisschen schneller... ja?“, richteten sich ihre jungen Elfenohren nach unten und sie setzte ihren besten Hundeblick ein, der drohte Kyrions sonst so festgefrorenes Herz zu erwärmen.
      Okay, ein solcher Eisklotz war er eigentlich nicht, was diesen Angriff nur noch effektiver war und obwohl er sich fest vorgenommen hatte nicht zu rennen – und Myra es ihm eigentlich versprochen hatte – sah er sich letztendlich doch in den letzten Metern eine Wettrennen mit der Elfe liefern.
      Ein Wettrennen, dass er nur verloren hatte, weil Myra einen unfairen Vorsprung hatte, jawohl!
      „Hah... hah... du... du kannst doch nicht einfach... vor rennen...“, brachte er nach Luft schnappend, die Hände gegen die Knie stützend, von sich.
      „Hehe... in der Liebe... und im Krieg... ist alles erlaubt...“, gab Myra mit einem breiten Grinsen in der selben Position und ebenfalls nach Luft schnappend von sich.
      „Das hier ist weder das eine, noch das andere!“, regte sich der Blauhaarige mit einem Knurren auf und erschreckte dabei womöglich eine der beiden Stadtwachen, die sich bei dem komischen Verhalten der beiden Jungspunde bereits wundernden.
      Oder vielleicht auch nicht, immerhin war das hier Rotron, die Stadt der Abenteurer und welcher Abenteurer war nicht ein wenig eigenartig? Außergewöhnlich, würde manch einer es netter ausdrücken.
      Aber vielleicht musste man auch etwas eigenartig sein, um sein Leben so aufs Spiel zu setzten und einen so gefährlichen Ort zu betreten wie einen Dungeon. Und das auch noch freiwillig!
      Jedenfalls räusperte sich die Stadtwache – jener der sich vor Kyrion erschreckt hatte, da war sich der Beastman sicher – und erkundigte sich bei den Beiden nach dem Grund ihrer Reise.
      „Wir wollen Abenteurer werden!“, verkündete die Elfe mit funkelnden Augen und der ältere Mann mit dem Schnauzer machte ein Gesicht, als würde er sich denken, dass er es sich eigentlich hatte denken können.
      Letztendlich bekamen die beiden ohne Probleme Eintritt und eine Weg Beschreibung zur nächsten Abenteurergilde, der Größten im ganzen Land, und Kyrion konnte Myra gerade noch so davon abhalten nicht auch hier durch die Straßen zu düsen wie von einer Tarantel gestochen.
      Dabei konnte er selber kaum erwarten, vor Aufregung lag ein breites Lächeln auf seinem Gesicht und sein Schweif wollte gar nicht mehr aufhören sich zu bewegen, was Myra ein heimliches Lächeln auf die Züge zauberte.
      Hätte Kyrion es bemerkt, wäre es ihm sicherlich peinlich.

      „... euch ist bewusst, dass die Gilde nicht für euer Leben verantwortlich ist, auch wenn wir uns natürlich bemühen werden euch so lange wie nur möglich am Leben zu halten? Eine Entschädigung nach dem Tot steht euch nur nach einem bestimmten Rang zu...“, hielt Myra sich an ihrem Stab fest und musste ein breites Gähnen zurück halten, während der Gildenangestellte den beiden eine Reihe an Warnhinweisen, Bedingungen und Regeln herunter ratterte. Mit erhobenem Zeigefinger wirkte der junge Mann, als würde er diese Rede mehrmals am Tag halten.
      Was er wahrscheinlich auch tat.
      „... habt ihr verstanden? Möchtet ihr, dass ich es wiederhole?“
      „Nein!“, platzte die Elfe hervor, bevor der Angestellte tatsächlich noch auf die Idee kommen könnte die ellenlangen Erklärungen ein weiteres Mal runter zu rattern und obwohl dieser sie verdutzt anstarrte – während Kyrion sein Gesicht abwandte und hinter vorgehaltener Hand ein Lachen zu verbergen versuchte – holte der Braunhaarige letztendlich zwei Pergament Papiere vor und legte sie den Beiden vor.
      „Dann hier unterschreiben bitte. Gerne könnt ihr den Vertrag auch in Ruhe lesen....“, gingen seine Worte der Elfe von einem Ohr ins Andere und ließ ihn gar nicht erst ausreden, bevor sie ihren Namen auch schon mit einem breiten Lächeln und wiedergewonnener Motivation – diese ganze Geschwafel konnte wirklich ein Mood Killer sein – auf die zugewiesene Linie setzte.
      Was Kyrion nur dazu brachte ein tiefes Seufzen von sich zu lassen und mit der Hand gegen die Stirn den Kopf zu schütteln.
      „... keine Sorge. Das Pergament stellt nur sicher, dass ihr oder eure Angehörigen die Gilde nicht belangen können, sollte es zu einem Unfall kommen. Ihr verkauft hier nicht eure Seele.“, gab der Angestellte mit einem ausdruckslosen Gesicht von sich, als hätte er diese Anschuldigung schon einmal über sich ergehen lassen müssen.
      Kyrion nickte ihm zu, nahm sich aber dennoch im Gegensatz zur Elfe die Zeit seinen Blick einmal über das Dokument schweifen zu lassen, ehe auch er seinen Namen darauf setzte.
      Und damit... waren die beiden offiziell Abenteurer!
      Natürlich war damit gerade einmal der erste Schritt getan, denn bevor sie sich wirklich Abenteurer nennen könnten...
      „... mhm. Eine Gruppe wartet bereits, möchtet ihr euch gleich anschließen?“, prüfte auch der Angestellte noch einmal die Unterschriften, bevor er aufsah.
      „... eine Gruppe?“, erkundigte sich Kyrion fragend, mit vor der Brust verschränkten Armen.
      „... ja? Hab ich das nicht erwähnt? Anfänger dürfen nur zu mindestens viert einen Dungeon betreten. Wir empfehlen natürlich immer in einer großen Gruppe einen so gefährlichen Ort zu betreten... aber manchmal geht es nicht anders, nicht wahr?“, gab der Braunhaarige von sich, als ob Kyrion wüsste wovon er da redete und das tat er tatsächlich nicht.
      Wahrscheinlich hatte dieser Kerl... Brandon? Ja, auf seinem Namensschild stand Brandon, dies irgendwo erwähnt, aber er hatte so viel geredet, dass sich Kyrion da nicht mehr so sicher war.
      Seine Eltern hatten ihnen immer von ihren Abenteuern berichtet, aber soweit er wusste, waren die beiden immer nur zu zweit gewesen...
      „Natürlich! Können wir sofort aufbrechen? In einen Dungeon?“, machte sich Myra dagegen überhaupt gar keine Sorgen und mit dem Stab fest in der Hand wirkte sie, als würde sie jeden Moment aufgeregt zu hüpfen beginnen.. Viel fehlte jedenfalls nicht.
      „Myra... könnten wir diese... anderen vielleicht erstmal treffen?“, war der Beastman dagegen nicht gerade begeistert davon mit irgendwelchen fremden einen Dungeon zu betreten.
      Er hatte schon Geschichten von Gaunern gehört, die schwache Abenteurer in einen Dungeon lockten, nur um diese dort zu erpressen und um ihr Hab und Gut zu bringen. Wieder spürte Kyrion ein Knurren in seinem Hals... hielt es dieses Mal jedoch zurück.
      „Natürlich.“, nickte Brandon und wies sogleich auf einen der vielen Tische im Hauptraum, wo zwei Gestalten bereits in aller Ruhe zu warten schienen.
      Einer davon... musste ein Riese sein, wie Kyrion feststellen musste.
      „Ein gewaltiger Koloss, nicht wahr? Ich bin mir sicher aus ihm kann noch etwas werden.“, meldete sich der Gildenangestellte mit einem stolzen Lächeln, als er den Blick des Beastman auf dem Riesen ruhen sah und Kyrion hob fragend eine Augenbraue. Waren die beiden etwa Freunde oder so? Woher hätte er wissen können, dass Brandon den Riesen selber gescoutet hat und sich dadurch einen Bonus versprach?
      Ohne eine Antwort zu bekommen wandte er seinen Blick wieder zu dem Tisch.... und bei der weiteren Gestalt weiteten sich seine Augen umso überraschter.
      „Was... ist das?“, konnte er sich überhaupt nicht zusammen reimen, welcher Rasse die Frau angehörte. Neben dem Riesen wirkte sie dabei fast schon wie ein Kind.
      „... mhm? Oh, noch nie einen Menschen gesehen? Seltene Wesen, wirklich, ich habe auch noch nie zuvor einen gesehen... und schwer einzuschätzen sind auch noch. Naja. Wieso geht ihr nicht erstmal rüber? Meldet euch einfach, wenn ihr losgehen wollt.“, zuckte Brandon mit den Schultern, verstaute ordentlich die unterschriebenen Pergamente und wandte sich bereits den nächsten Personen in der Schlange zu.
      Da erst merkte Kyrion, dass jemand neben ihm fehlte... „Ah!“, bemerkte er auch schon, dass Myra bereits zu den Beiden rüber gegangen war, während er sich noch analysiert hatte.
      „Hey hey! Ich bin Myra, freut ihr euch auch schon so sehr auf euren ersten Dungeon?“, übersprang die Elfe die Begrüßung mit einem breiten Grinsen und Kyrion konnte nur die Hand gegen das Gesicht schlagen und sich hinter seine Schwester stellen, während er die beiden nicht aus den Augen ließ. Eine eigenartige Bewegung oder ein komisches Wort... und er wäre raus. Myra dagegen? Würde die Beiden am liebsten sofort in den Dungeon zerren.
      Was unheimlicher Klang, als es gemeint war.
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      @Akuma
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    • Torik & Selena

      "...und dann meinte der Typ einfach " 'Du bist groß. Wir brauchen wen Großen.' Stell dir das mal vor!"
      Torik lachte leise in sich hinein, ein tiefes, warmes Grollen, das die Holzbank unter ihm leicht vibrieren ließ. Seine riesigen Hände lagen verschränkt vor ihm auf dem Tisch, die Finger grob, die Nägel ein bisschen abgenutzt, aber gepflegt. Neben ihm lag sein Schild, an den Rand gelehnt, als hätte er es versehentlich mitgebracht wie ein Kind seinen Teddybären. Eigentlich war er nur in die Stadt gekommen, weil er frisches Mehl für Brot und ein paar neue Holzschnitzmesser kaufen wollte. Und dann war er plötzlich hier gelandet – in der größten Abenteurergilde des Landes.
      Wie genau das passiert war, wusste er selbst nicht so recht. Erst hatte man ihn gebeten, kurz beim Tragen zu helfen, dann war er "nur mal kurz mit reingekommen", und irgendwie hatte man ihn ein Formular unterschreiben lassen. "Du bist doch genau der Typ, den wir brauchen!" hatte der Mann, Brandon, gesagt. "So ein Koloss wie du schreckt Monster ab!"
      Torik hatte ja nicht gewusst, dass man dabei unterschreibt, sich freiwillig als wandelnde Wand in einen Dungeon zu begeben. Aber jetzt war er da. Und eigentlich...
      Direkt neben ihm oder besser gesagt auf einem Hocker, den sie sich selbst mitgebracht hatte, weil die Bänke hier "zu grobschlächtig" waren, saß Selene Irmgardt.
      Die Halbvampirin hatte den Riesen erst vor einer Stunde kennen gelernt, doch sie hatten sich schnell erzählt, wie sie eigentlich hier aufgetaucht waren. Seine Story war allerdings um einiges bizarrer. "Scheint als wärest du zu nett für die Welt. Oder für Brandon da." sie deutete auf den Rezeptionist mit einem leichten Grinsen auf den Lippen. Torik seufzte nur, nickte und setzte sich neben sie. Dass er sie dabei immer noch um 3 Köpfe überragte war schon fast aberwitzig. "Das stimmt. Wurde mir immer schon eingebläut."
      "Naja, immerhin haben sie dich haben wollen. Weißt du wie lang ich betteln musste, dass ich aufgenommen werde?" Selene schmiss aufgebracht die Hände in die Luft. "Ein Mensch ist zu schwach. Wir wissen doch gar nichts über euch. Wir wollen dafür keine Verantwortung übernehmen bla bla bla. Dabei hab ich doch eh unterschrieben, dass die Gilde da nicht für mich aufkommen muss." Sie redete sich nahezu in Rage.
      "Außerdem bin ich Halb-Vampir. Weißt du. Blutsaugen und so. Ich bin schneller und stärker als der normale Mensch. Ich schaff das schon." Torik hingegen schmunzelte bei ihrem Ausraster und gab ihr, mehr unterbewusst, einen kurzen Pat auf den Kopf. "Wir wurden einfach profiliert, Kleine. Nur halt nicht so gut."
      Selene murrte leise, stimmte dann aber mit einem Nicken zu. Da hatte er Recht. Ihre Beine baumelten leicht, ihr Zopf war locker über die Schulter geworfen, und während sie auf einem Block herumkritzelte, murmelte sie halblaut vor sich hin.
      "Schleimbeeren… Kandiswurzel… Dämonenpilze… hmm, ob man das karamellisieren kann? Oder vielleicht einlegen. Ohhh... oder beides?"
      In ihrer anderen Hand hielt sie plötzlich ein kleines, blitzblank poliertes Messer, mit dem sie ein Stück Obst schälte. Viel zu schnell, viel zu präzise, mit dieser Art von Bewegung, die deutlich machte, dass hier eine Meisterin am Werk war.
      Für Außenstehende sah es aus, als säße neben dem riesigen Torik einfach ein quirliges, hübsches Mädchen mit einem leicht zu großen Messer in der Hand. Aber Torik wusste es besser. Er hatte es förmlich riechen können, sobald sie sich neben ihn gesetzt hatte. Selene war ein Strudel aus süßen Gerüchen, scharfen Kanten und sarkastischen Kommentaren. Vielleicht hatte er sie deswegen direkt ins Herz geschlossen und machte ihre Stimmungsschwankungen mit, ohne mit einer Wimper zu zucken.
      "Aber stell dir mal vor, Torik, wenn wir einen Schleim fangen! Ich könnte Schleim-Gelatine draus machen! Vielleicht sogar mit einem Dämonengewürz-Sirup! Ich wollte schon immer mal wissen, wie das schmeckt." Sie funkelte ihn mit diesen weinroten Augen an, die nur ganz leicht leuchteten, wenn sie aufgeregt war. Torik grinste und schüttelte sanft den Kopf. "Wenn du mich in einen Pudding verwandelst, bin ich raus, Selene."
      "Ach, keine Sorge, Großer. Du bist viel zu zäh." Sie grinste schelmisch und warf ihm einen Keks zu, den sie irgendwo, irgendwo, hervorgezaubert hatte.
      Gerade wollte Torik wieder etwas sagen, als plötzlich Bewegung aus dem Augenwinkel seine Aufmerksamkeit erregte. Eine kleine Elfe mit funkelnden Augen war direkt auf sie zugesteuert, noch bevor jemand sie hätte aufhalten können.
      "Hey hey! Ich bin Myra, freut ihr euch auch schon so sehr auf euren ersten Dungeon?"
      Torik blinzelte überrascht. Selene legte mit einem Oh, das wird lustig in den Augen den Kopf leicht schräg.
      Und schon stand hinter Myra ein großer, dunkelblauer Beastman mit verschränkten Armen und skeptischem Blick, der eindeutig nichts von der Idee hielt, sich einfach so zusammenzuschließen. Torik beugte sich leicht nach vorne, wobei sein riesiges Gewicht den Tisch knarzen ließ, als er breit grinste. "Na, dann lernen wir uns wohl besser kennen, bevor wir zusammen in die Dunkelheit stapfen, oder?"
      Selene wackelte mit den Beinen, klopfte auf den Hocker neben sich und strahlte. "Setzt euch! Ich hab Kekse."


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    • Myra & Kyrion

      Sobald der Riese sich nach vorne beugte, verengten sich die Augen des Beastman alles andere als erfreut und er packte seine Schwester kurzerhand am Kragen, um sich ein Stückchen zurück zu ziehen, als würde er erwarten, dass der Riese sonst ein Stück von ihr abbiss. Oder sie zu sich zog. Was auch immer, Kyrion wusste genauso wenig über Riesen, wie er über Menschen wusste. Von Riesen hörte man wenigstens mehr, wie groß und stark diese waren und so weiter und sofort, bla bla bla. Kyrion hätte lieber über die Schwächen dieser Wesen Bescheid gewusst, nur für den Fall der Fälle natürlich, aber so blieb ihm nichts anderes übrig als einfach wachsam zu bleiben.
      Myra dagegen war zunächst überrascht, als sie spürte wie man sie einen Schritt zurück zog, bevor sie ihrem Bruder einen genervten Blick zuwarf und seine Hand einfach weg schlug, während dieser seinen Blick abwandte, als wäre er vollkommen unschuldig und hätte nichts getan, bevor Myra sich wieder mit einem Lächeln zu den anderen beiden wandte.
      Und auch wenn der Beastman den beiden keine Sekunde lang über den Weg traute, so war er wenigstens dankbar dafür, dass sie nicht ganz so übereilt waren wie seine Elfen Schwester.
      Alleine hätte er die Drei wohl kaum aufhalten können, wenn sie sich auf Myras Worte eingelassen und sofort in den Dungeon gestürmt wären.
      „Mph... also von mir aus könnten wir auch jetzt schon los...“, wirkte die Elfe ein wenig enttäuscht, spürte jedoch sogleich den stechenden Blick ihres Begleiters, was ihr ein Seufzen entlockte, „... ja gut, dann reden wir halt erstmal noch... hey, komm schon, ist doch nur ein Stuhl!“, beschwerte sich Myra sogleich wieder mit einem Schnauben, als sie wieder das bekannte ziehen an ihrem Kragen spürte, als das Angebot annehmen und sich auf den Hocker neben der Fremden setzen wollte.
      „Du kennst sie nicht. Ich kenne sie nicht. Keinen Grund sich gleich neben sie zu setzen.“, erwiderte Kyrion dagegen und setzte sich auf die Bank in einem passenden Abstand zu den anderen Beiden und bedeutete der Elfe mit seinem Schweif sich neben sich zu setzen.
      Myra verdrehte die Augen, tat ihm jedoch den Gefallen.
      „Entschuldigt meinen kleinen Bruder, er ist ein wenig... misstrauisch.“, entschuldigte sie sich sogleich und erntete damit ein Schnauben von diesem.
      „Okay, also, nochmal: ich bin Myra.“, stellte sie sich noch einmal vor und zeigte dabei auf sich, „Wie man offensichtlich sieht bin ich eine Elfe und beherrsche Magie.“, hob sie ihren Stab der offensichtlich zum wirken von Zaubersprüchen gedacht war, auch wenn er etwas altmodisch und ungewöhnlich stämmig im Gegensatz zu modernen Stäben wirkte.
      Aber Myra mochte es so, immerhin konnte man jemandem damit noch eine anständige Gehirnerschütterung verpassen, sollte die Magie mal nicht funktionieren.
      „Und das ist mein kleiner Bruder Kyrion. Er ist ein Miesepeter, aber eigentlich ganz in Ordnung.“, stellte sie sogleich auch den Beastman mit einem Grinsen vor und zeigte mit dem Daumen auf diesen, während Kyrion die anderen Beiden keine Sekunde lang aus den Augen ließ.
      Und obwohl er das tat, merkte er erst viel zu spät, dass die Menschenfrau plötzlich kein Messer mehr in der Hand hatte sondern... wo um alles in der Welt kamen diese Kekse her?
      „Und ihr seid?“, erinnerte sich die Elfe an ihre guten Manieren und erkundigte sich nun endlich nach den Namen der anderen Beiden.
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    • Torik & Selene

      Torik lachte tief, als er das ungleiche Duo dabei beobachtete. Es war nahezu göttlich, wie der junge Wolfs-Mann seine Elfenbegleiterin davon abhalten wollte, sich gleich mit allem und jedem anzufreunden. Dabei waren die beiden fast genauso ungleich wie er und Selene. Nur schienen sie sich wesentlich länger zu kennen. Selene warf ihm einen nicht weniger amüsierten Blick zu.
      "Sag mal, werden wir auch so, wenn wir ein wenig länger zusammen reisen?" grinste die junge Dame, zeigte dabei kleine scharfe Vampirbeisserchen. Dabei hatte Selene ihm schon längst einen Keks in die Hand gedrückt. Nur sah das krümelige runde Gebäck mehr wie ein Kinderkeks oder ein kleiner Vogelsnack aus. Der Vergleich zwischen seiner Halbriesen-Hand und dem Keks war durchaus Comedy-würdig. Doch Torik war niemand, der eine nette Geste auslachen würde. Stattdessen warf er sich den Keks ein wie eine Medizintablette, kaute bedächtig darauf herum, bevor er der Vampirin begeistert zwei Daumen ausstreckte.
      "Verdammt, Selene, die sind ja mal super lecker. Und schmecken frisch gebacken! Wo hast du die denn jetzt hergezaubert?"
      Selene grinste nur schelmisch, ebenfalls das Geschwisterpaar beobachtend. "Betriebsgeheimnis." Antwortete sie nüchtern, hielt aber den beiden sofort noch einen Keks hin, als sie sich endlich, wenn auch mit Abstand, zu ihnen setzten.
      "Also keine Sorge, wir kennen uns auch erst seit...", Selene und Torik sahen sich einander an, lachten zur gleichen Zeit auf, als kannten sie sich schon wesentlich länger, "ungefähr 2 Stunden." beendete der blonde Riese ihren Satz und hielt die Hand hin um den beiden eine ordentliche Begrüßung zu geben.
      "Ich bin Torik. Halbriese und euer Mann wenn ihr was geschleppt haben müsst. Meist kämpfe ich mit bloßen Händen oder mit meinem Schild. Aber ich bin besser darin zu beschützen, als andere zu töten. Mag das nicht so gern, wisst ihr? Auf jeden Fall bin ich nur durch Zufall hier, aber ich freu mich zu sehen, wie es weiter geht." verlegen kratzte er sich hinter dem Kopf und gab ein viel zu schüchternes Lächeln ab, was so gar nicht zu seiner stattlichen Größe passte.
      "Ich bin Selene!" quetschte sich die Vampirin quasi dazwischen. "Messer sind mein Gebiet. Ich bin nicht so stark aber flink und gut im Schattenlaufen. Aber mein große Leidenschaft ist das Kochen und Backen. Vielleicht finden wir ja neue Zutaten! Ich hab gehört, dass Schleim-Körper voller Gelatine sind." Sie grinste die beiden immer noch an, bevor sie ebenfalls die Hand ausstreckte. "Auf gute Zusammenarbeit!"


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    • Myra & Kyrion

      Die Reaktionen der beiden Geschwister könnte nicht verschiedener sein, als Myra nicht nur den Handschlag des Riesen erwiderte – während Kyrion ihn nur weiterhin mit diesem misstrauischen Blick anstarrte, stur die Arme vor der Brust verschränkt – sondern auch den Keks annahm und ohne einen weiteren Gedanken daran zu verschwenden hinein biss und ihre leuchtenden Augen machten auch ohne ein weiteres Wort deutlich, wie gut ihr dieser Keks gefiel.
      Natürlich hatte Kyrion versucht ihr diesen wieder weg zu nehmen, sie daran zu hindern ihn überhaupt anzunehmen, doch kaum hatte er sich ein Stück nach vorne gebeugt, ließ ihn der Blick seiner Schwester erstarren, welcher deutlich machte, dass sie seine Einmischung langsam satt hatte.
      Kyrion meinte es zwar nur gut und obwohl er sich immer noch davor fürchtete, dass diese Kekse nicht ganz geheuer waren, wusste auch er, wann er nicht zu weit gehen sollte.
      Er mochte es nicht besonders, wenn Myra wütend auf ihn war.
      Also lehnte er sich schweren Herzens zurück und musste auch noch mitansehen, wie Myra den Keks, der für ihn gedacht war, entgegen nahm und in einem Bissen verschlang.
      „Die sind echt gut! Und mach dir nichts draus, Sele, Kyrion fässt nie etwas an, was er nicht vorher ordentlich beschnuppert hat.“, verpasste die Elfe ihr sogleich einen Spitznamen und zeigte dabei mit dem Daumen wieder auf ihren Bruder.
      Dabei übertrieb sie nicht einmal. Neue Gerichte mussten erst mal ein paar Mal serviert werden, bevor Kyrion auch nur probierte.
      „Schleimkörper... Gelatine...?“, murmelte Kyrion sogleich angewidert vor sich her, als würde er schon ahnen, was die Vampirin mit diesen Zutaten vor hätte. Alchemie dürfte es wohl nicht sein.
      „Auf gute Zusammenarbeit!“, grinste Myra dagegen und nahm ihren Handschlag entgegen.
      „Können wir dann in den Dungeon gehen?“, schien die Elfe keine weitere Minute verschwenden zu wollen, was Kyrion ein Seufzen entlockte, bevor er sich an die beiden wandte.
      „... Halbriese...? Was ist die andere Hälfte?“, erkundigte er sich bei Torik sofort, bevor er seinen misstrauischen Blick auf Selene wandte. Irgendwie hatte er bei ihr ein besonders schlechtes Gefühl. Ob das wohl daran lag, dass sie ein Mensch war?
      „... was wollt ihr überhaupt in den Dungeons?“, machten die Beiden auf ihn nicht gerade den Eindruck von typischen Abenteurern. Moment, hatte der Halbriese ernsthaft gesagt, dass er nur durch Zufall hier war? Das konnte ja heiter werden...
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    • Torik & Selene
      Torik war ehrlich gesagt ein bisschen verblüfft, wie schnell das hier gerade ernst wurde. Gerade noch hatte er gemütlich einen Keks gegessen. Ja okay, na gut, einen halben Keks verschluckt, weil er so winzig war, und jetzt wurde schon gefragt, was genau denn eigentlich in seinen Adern floss. Erneut legte sich ein leicht verlegenes Grinsen auf sein Gesicht, und mit der freien Hand kratzte er sich am Hinterkopf.
      "Äh… ja. Also… mein Vater ist ein Riese, das sieht man wohl." Er schmunzelte und warf einen kurzen Blick auf seine Arme, dann auf seine riesigen Beine, die unter dem Tisch hervorragten wie zwei wohlgeformte Baumstämme.
      "Und meine Mutter… war eine Oni." Er sagte das ohne große Geste, eher so, als hätte er gerade zugegeben, dass er heimlich Rosinen in Brötchen mochte. "Nicht der blutrünstige Typ Oni, keine Sorge. Eher die stillere Sorte. Aber… ich hab von ihr ein paar Sachen geerbt. Unter anderem auch das hier." Er hob zwei Finger, fuhr sich damit langsam über die Stirn. Für einen Moment blitzten zwei tiefschwarze Hörner über seinem Haaransatz auf. Sie wurden von leicht violettem Licht umspielt, ehe sie wieder verschwanden.
      "Ich verberge sie meistens. Gibt Leute, die da nervös werden. Und ehrlich gesagt, ich will ungern erklären, dass ich niemandem das Herz rausreißen will, nur weil meine Mama das vielleicht mal getan hat." Ein kurzes Schulterzucken folgte. Nicht abwehrend, eher bedauernd.
      "Aber ja. Ich bin Halbriese, Halb-Oni. Die Kombi macht mich halt groß, stark und ein bisschen schwer in Türrahmen." Während er das sagte, hatte Selene sich schon längst erhoben und die Hände energisch in die Hüften gestemmt. Dabei stakste sie auf den Guildenrezeptionisten zu, fixiert wie ein Ziel im Kampf.
      "Entschuldigung! Hallo! Ja, wir sind jetzt vollständig. Wo sollen wir hin? Gibt’s eine Karte? Eine Beschreibung? Oder ist das so ein Überraschungs-Dungeon?" Brandon, der sich eigentlich gerade einem anderen Neuling zugewandt hatte, drehte sich mit leicht gestresstem Gesichtsausdruck zu ihr um. "Oh. Äh, ja. Gruppe 7, richtig? Dungeon-Einstieg ist draußen im Hinterhof. Wird derzeit von einem Runenfeld verschlossen gehalten, aber euer Einsatzleiter wird euch dort abholen. Sagt einfach Bescheid, wenn ihr bereit seid. Die anderen Gruppen sind alle schon los."
      "Perfekt!", strahlte Selene und drehte sich auf dem Absatz zurück zu den anderen.
      "Ihr habt’s gehört! Hinterhof, Runenfeld, gefährlich und spannend. Ich würd' sagen, das klingt nach einer hervorragenden Gelegenheit für… Schleim-Gelatine." Sie zwinkerte Myra zu, bevor sie sich neben Torik aufstützte, als könnte sie den Riesen damit zum Aufstehen motivieren.
      "Na los, Großer. Nur weil du Hörner versteckst, heißt das nicht, dass du dich auch vorm Dungeon drücken darfst." Torik stöhnte dramatisch auf, ließ aber ein warmes Lachen folgen und erhob sich dann in einer Bewegung, die den Tisch einmal kurz knarzen ließ.
      "Bin ja schon unterwegs… aber wehe, ich muss schleimige Kekse essen."


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    • Myra & Kyrion

      „Ein Riese... und eine Oni?!“, was war das denn für eine abgefahrene Kombination?! Und vor allem... nein, er wollte auf gar keinen Fall darüber nachdenken, wie das überhaupt funktionieren sollte. Offensichtlich hatte es das ja, sonst würde dieser Halbriese mit seinen Hörnern nun nicht vor ihm stehen und die Hörner hatte er ja gesehen. Kein Wunder, dass er nicht einfach nur nach Riese roch. Blut konnte er jedoch auch nicht an ihm riechen, also musste er wohl darauf vertrauen, dass Torik wirklich niemanden das Herz raus reißen würde... naja, er würde es versuchen.

      „Yay! Dungeon, Dungeon, Dungeon!“, wiederholte die Elfe immer wieder wie ein kleines Kind, dass sich auf ein Eis freute und genau so wirkte sie auch, nur dass das Eis keine Süßspeise, sondern ein überaus gefährlicher, wenn nicht sogar tödlicher, Dungeon war.
      Okay, es war ein Anfängerdungeon, eine Art Prüfung um genau zu sein, als würde dieser wahrscheinlich nicht besonders gefährlich sein und es würde genug Schutzmechanismen geben. Dennoch. Ein Dungeon war ein Dungeon, also nahm sich Kyrion fest vor keine Sekunde lang die Konzentration zu verlieren.
      „Ugh... ich glaube ich bin froh, diese Kekse nicht angefasst zu haben.“, kommentierte der Blauhaarige die Worte des Riesen mit einem angeekelten Gesichtsausdruck, bevor er den anderen nach draußen in den Hinterhof folgte.
      Tatsächlich wartete bereits jemand vor dem Runenfeld auf die kleine Gruppe, ein älterer Mann mit Rabenflügeln auf dem Rücken, musste also ein Geflügelter sein.
      „Ah... ihr müsst die letzte Gruppe für heute sein. Nur keine falsche Scheu, kommt herein.“, winkte der ältere Mann die Gruppe durch das Feld und ein großer Baum mit einem leuchtenden Loch in der Mitte erschien. Eine Treppe führten hinein, groß genug, dass jeweils eine Person - und hoffentlich auch ein halber Riese – nacheinander hinunter steigen konnten. Offensichtlich war das kein normaler Baum, sondern der Eingang in einen Dungeon.
      „Lass mal sehen... passt auf dass ihr nicht sterbt... das ist zwar ein Anfänger Dungeon, aber passt trotzdem gut auf euch auf... Teamwork ist Key... mhm... mhm.... ich glaube, damit hätte ich das wichtigste gesagt.“, las der Geflügelte unzeremoniell ein paar Dinge von einer Schriftrolle ab.
      „Ahja! Mein Name ist übrigens Gabe. 'Tschuldige, aber im Alter vergisst man so ein paar Sachen. Jedenfalls, die Aufgabe ist einfach: in der untersten Ebene des Dungeons hat die Gilde ein paar Schätze versteckt. Ihr müsst es bis nach unten schaffen und etwas mit nehmen, egal was, eine Kleinigkeit reicht vollkommen und dann habt ihr die Prüfung bestanden und könnt euch ab heute offiziell Abenteurer nennen. Der Dungeon hat nur drei Ebenen und sollte nicht zu gefährlich werden. Sollte trotzdem etwas passieren...“, kramte Gabe etwas aus seiner Tasche und schritt nach vorne, um jedem von ihnen eine geschnitzte Pfeife zu überreichen, „... einfach hier rein blasen und ihr werden sofort wieder hierher teleportiert. Damit hättet ihr die Prüfung zwar nicht bestanden, aber vergisst nicht: euer Leben ist wichtiger. Und die Prüfung kann jeden Monat neu abgelegt werden, das Leben kommt nicht mehr zurück.“, lachte er aus voller Brust und während Myra immer wieder nickte und vor Vorfreude kaum stehen konnte, wirkte Kyrion wie jemand, der kurz davor war in einen Krieg zu ziehen.
      „Noch Fragen?“
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