Too old for the last journey, so what? [Akuma&Akkubird]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Faye


      Während die beiden Männer ihrer Bitte nachkamen hatte Faye die Kranken weiter untersucht. Mittels einfacher Diagnosemagie kam sie nicht weiter, doch sie hatte zumindest schon mal die großen Problemherde ausgemacht. Erst war der Magen betroffen. Dann die Lunge. Letztendlich atrophierten die Muskeln und die Menschen konnten sich schlechter bewegen, bis sie irgendwann elendig erstickten. Zwei solcher Fälle hatte sie gerade noch rechtzeitig stabilisieren können, in dem sie die Muskeln massierte und einen einfachen Stärketrank verabreichte. Das würde sie zwar nicht heilen, aber hoffentlich zumindest ein paar Stunden herausholen.
      "Feuerball? Speisekammer? Willst du die letzten Vorräte hochjagen?" Faye war mit den Gedanken noch ganz wo anders als Mortimer sie gefunden hatte und ihr von seinem Plan erzählte um einen sterilen Raum herzustellen. Erst wollte sie ihm schon gegen das gerade verheilte Bein treten, bis sie etwas klarer im Kopf war und seine Idee tatsächlich nochmal durchging. So schlecht war der Ansatz nicht. Nur die Umsetzung.... "Feuermagie ja. Aber lass uns den Raum lieber ausräuchern als ihn in Flammen aufgehen zu lassen. Dafür braucht es keine besondere Magie. Nur genügend Hitze und genügend Zeit. Während du den Raum in eine Räucherkammer verwandelst suche ich nach ein paar Kräutern um die Menschen zu stabilisieren. Danach untersuche ich weiter. Bis lang scheint es aber eine Art Pest zu sein, die über verunreinigtes Wasser oder sowas übertragen wird."


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    • Ein Hauch von Enttäuschung zeichnete sich auf dem Gesicht des alten Mannes ab, als sie ihm solch wilden Pläne unterstellte. "Ich bitte dich? Ich meinte einen winzig kleinen Feuerball." Antwortete er entgeistert und er hätte schwören können eine Mentale Kopfnuss für seinen Plan erhalten zu haben. Zum Glück hatte sie eine passender Lösung für dieses Problem. "Die Pest?" Erkundigte sich der Alte. "Ach je..." Seufzte er nachdenklich. Doch die Reinigung des Raumes war erstmal wichtiger, als seine Vermutung. Für einen Witz über die Gürkchen und das Käserad war die Situation leider etwas zu ernst. "Verstanden. Ich kümmere mich darum." Antwortete der Veteran entschlossen und tat was ihm aufgetragen wurde.

      Er sammelte zwei große Körbe Späne und Sägemehl aus der Schreinerei, nach der er sich zuvor beim Wachmann erkundigt hatte. Ging damit in die Kammer, öffnete den Luftspalt in der Kammer, entzündete die Späne und das Mehl und verschloss die Tür. Um noch mehr Hitze in die kleine Kammer zu bekommen, schaufelte der Abenteurer Kohlen in ein paar leere Pfannen und schob diese auch noch in die Kammer. Der dichte Rauch machte es einem fast unmöglich zu atmen. Zum Glück war das Gasthaus massiv genug gebaut.

      Auf den Feuerstellen kochte mittlerweile das Wasser. Nun musste er nur noch abwarten was die Halbelfe als nächstes vor hatte.
      Ungeduldig trat Mortimer aus der Taverne und sah über den Dorfplatz. Es war leer. Fast schon beängstigend still. Für einen Moment überkam ihn wieder dieses bekannte Gefühl der Hilflosigkeit. Ein Schlächter war eben kein guter Arzt.
      Nach seiner kurzen Pause, kehrte der Veteran wieder zurück an seine Feuerstelle, um einen Teil des Wassers in Krüge zu füllen. Sauberes Trinkwasser war nun für alle wichtig. Den nun leeren Kessel füllte anschließend erneut am Brunnenstein an der Theke auf. Das Wasser roch nicht komisch, es war nicht schmutzig. Niemand würde vermuten, dass hier der Tod lauert.
    • Faye
      Normalerweise hätte sie sich noch ein bisschen über Mortimers glorreiche Idee lustig gemacht. Immerhin war die Vorstellung daran, mit einem Feuerball alle Bakterien und Viren zu versengen gar nicht so unwitzig, doch der Ernst der Lage hielt Faye davon ab. Die junge Frau nickte daher nur und begann weiter die Schwerstkranken zu überzeugen.
      Schnell war allerdings klar, dass sie nicht nur die Menschen wieder aufpäppeln mussten, sondern auch die Ursache bekämpfen sollten. Faye hatte viel über Krankheiten gelesen und gehört. Es lag in der Natur von Dryaden, ihre Geschichten den Pflanzen zu vermachen, welche noch Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte später jene weiter erzählten.
      Es war nicht die gleiche Situation, jedoch schon ähnlich genug, um ihr eine Idee zu geben, womit sie es hier zu tun hatten. Die Bestätigung für ihre Vermutung würde sie vermutlich aber erst bekommen, wenn sie den Verursacher schnappten. Wenn sie diese hatte, könnte sie einen entsprechenden Gegentrank erstellen, vorausgesetzt natürlich, die Kräuter wuchsen in der Nähe.
      Nachdem sie noch einige Heilzauber als Unterstützung gewirkt hatte und selbst ein paar beruhigende Kräuter angezündet hatte um den Menschen ihr Leid zu lindern machte sie sich auf die Suche nach Mortimer.

      Sie traf ihn, als er gerade wieder neues Wasser aufkochte. Das war sehr gut. "Wenn ich richtig liege, haben sich ein paar Monster zu lang ungehindert vermehrt. Diese Art von Pandemie tritt oft dann auf, wenn zu viele Monster Ihresgleichen existieren. Es ist keine einfache Pest, sondern gleicht eher einem Fluch." erklärte sie, sobald sie seine Aufmerksamkeit erhascht hatte. "Sie kannibalisieren untereinander und ihre Leichen sickern in das Land, machen es krank. Wenn wir die Quelle beseitigen und die Menschen stabilisieren sollte sich das Problem langsam aber sicher wieder von alleine regeln. Der Wald und der Boden brauchen einige Zeit, um sich wieder zu erholen aber es muss keine Säuberung oder ähnliches getätigt werden." Schloss sie an und genehmigte sich selbst einen kleinen Becher abgekochtes Wasser. "Das ist zumindest meine Vermutung. Wenn wir große Herde von Monstern sehen dann haben wir die Bestätigung. Das ist allerdings eher dein Part, alter Mann."


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    • Der alte Abenteurer lauschte aufmerksam den Worten der Elfe, als diese zurückgekommen war, um zu berichten. Während sie ihre Beobachtungen schlussfolgerte, brummte Mortimer einige Male nachdenklich, denn auch er versuchte die Hinweise zu einem passenden Ergebnis zusammen zu fassen. "Die Monster wurden vermutlich von etwas angelockt, dass ihnen als Futterquelle diente und nun nicht mehr vorhanden ist...In der Not fressen sie sich selbst. Sie gehen nicht auf die schwachen Bewohner los... Also haben sie schon gelernt, dass Menschen gefährlich sind. Das spricht gegen ein einfaches Nest oder eine schlichte Ansammlung. Sie werden erst weiter ziehen oder angreifen wenn es keinen anderen Ausweg mehr gibt..." Dachte der Alte laut nach. Dann schwieg er für ein paar Minuten.
      Es schien als würde er mit sich selbst einen Konflikt austragen, bis er durch ein räuspern sein Schweigen brach.

      "Wir sollten das größte Lebensmittellager im Dorf untersuchen, vielleicht haben die Monster einen erfahrenen Anführer. Ein Diebestunnel an die Quelle wäre durchaus denkbar." Äußerte der Veteran nun seine Vermutung. "Das Nest wird aus gehungert sein, aber der Anführer nicht. Er wird es sein, der sich von seinen Untertanen ernährt. Ein grausamer Herrscher ohne Skrupel." Schlussfolgerte Mortimer. Dann erinnerte er sich an Fayes Bitte um eine Warnung, wenn es wieder drohte zu eskalieren. "Also, es könnte durchaus gefährlicher werden als geplant." Gestand er der Grünhaarigen.

      Nun trank auch Mortimer etwas Wasser, denn das ganze Reden hatte ihn durstig gemacht. Doch dann kam ihm noch eine weitere Idee.
      "Sie sind hungrig." Murmelte der Alte in seinen Bart und sah dann aufgeregt zu Faye. "Sie werden alles mit in ihren Bau nehmen, was essbar ist. Wir könnten ihnen eine kleine Überraschung vorbereiten." Aus seinem Gesichtsausdruck ließ sich erahnen, dass er damit keinen Rollbraten meinte.
    • Faye
      Faye nickte zu jeder seiner Äußerungen bedächtig. Mortimer hatte ihre eigene Theorie in allen Zügen aufgeschnappt und verstanden. Es war fast schon erstaunlich, wie schnell der Alte ihr geglaubt hatte. Das, gepaart mit seinen Folgerungen vermutlich aus den Erfahrungen seinerseits, rechnete sie ihm hoch an. Zu oft war sie schon abgewiesen worden, nur weil sie noch jung war.
      Unweigerlich erinnerte sich die Halbelfin daran, wie sie als Kind ein paar Menschenkindern hatte helfen wollen. Damals hatte sie noch bei den Dryaden gelebt und hatte daher, durch die Erzählungen der Bäume, mit bekommen, wie eines der Kinder im Wald verloren gegangen war. Es hatte sich ganz böse geschnitten und dann auch noch vergiftet. Faye hatte damals alles getan um das Kind wieder zu dem nahegelegenen Dorf zurück zu bringen und eine entschlackende Salbe auf die Wunden zu schmieren. Der Dank? Die Menschen hatten fast versucht ihr die Haare anzuzünden. Den Elfen konnte man nicht trauen. Hatten sie geschrien und Faye war nie wieder in die Nähe von ihnen gegangen.
      Übel genommen hatte sie es ihnen nicht. Nur traurig hatte sie es gefunden. Denn das Gift hatte, in aller Vermutung, das Kind nach und nach dahin gerafft. Hatte sie deshalb so viel Zeit in den hölzernen Bibliotheken der Dryaden und den Büchern ihres Vater verbracht? Vielleicht. Denn anderen Helfen lag ihr schon immer am Herzen.
      "Du meinst wir stellen ihnen selbst eine Falle", sie streckte ihre steifen Muskeln ein bisschen und sah in den Himmel. "Aller Wahrscheinlichkeit handelt es sich, wie du vermutest, um Monster die in Bauten leben. Sie werden nur in der Nacht herauskommen, was bedeutet, dass wir noch bis Abenddämmerung Zeit haben etwas vorzubereiten. Wir dürfen nur ihre Intelligenz nicht unterschätzen. Wenn sie wittern, dass etwas falsch ist, dann wird es fraglich, ob ihr Überlebensinstinkt ihren Hunger überwältigt oder nicht."


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    • Mortimer brummte zustimmend. Wiedereinmal hatte sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Einfach eine Bombe oder einen Giftköder zu präsentieren würde vielleicht funktionieren, doch könnten die Monster misstrauisch werden und den Köder ablehnen. "Wir sollten herausfinden was genau hier hauptsächlich gelagert wurde. Bekannte Nahrung bedeutet Sicherheit. Der menschliche Geruch daran sollte kein Problem sein, denn der war vorher auch da." Spekulierte er und meinte dann: "Normalerweise arbeite ich nicht auf diese hinterhältige Art, also nicht mehr. Aber es gibt eine Technik, die wir damals häufig verwendet haben um die Monster mit wenig Aufwand zu täuschen und zu vernichten." Er zögerte kurz, denn ohne eine Erklärung würde sie nicht ihre Meinung zu seinem Plan abgeben können. Und seine Einschätzung über die Wirkung einer Sache war das ein oder andere Mal vielleicht etwas fehlerhaft.

      "Also. In der Schlacht an der nördlichen Ebene waren wir über Tage damit beschäftigt Tunnelsysteme zu durchsuchen... Lange Rede kurzer Sinn. Die Mimic, die damals unsere Soldaten getötet haben, nutzten eine Magie um sich als Stein oder anderes Zeug zu tarnen. Dabei war es fast unmöglich ihre Anwesenheit festzustellen, da sie es schaffen ihre Verwandlung bis kurz vor dem eigentlichen Angriff so stabil aufrecht zu erhalten, dass nicht einmal die besten Magier im Stande waren die Schwingungen dieser Monster zu spüren. Wir haben diese Technik analysiert und imitiert und damit Sprengzauber getarnt, die bei Kontakt mit den Monstern eine Explosion ausgelöst haben.
      Theoretisch könnten wir versuchen einen wirksamen Zauber auf die Lebensmittel zu legen, der erst ausgelöst wird, wenn er mit Magensäure in Kontakt kommt. Ich werde das Ganze tarnen, denn der Anführer könnte in der Lage sein einen Zauber zu erkennen. Leider bin ich nicht geübt genug um auch das Aussehen anzupassen. Also müssten wir schon den passenden Köder verzaubern, damit es auch funktionieren kann."

      Dieses Mal erwähnte der Veteran keine Spezielle Art von Zauber, denn er wusste noch nicht so genau wo die Stärken der Halbelfe lagen. Mortimer war sich allerdings sehr sicher, dass ein Zauber der erst im inneren eines Monsters aktiviert wurde nicht unbedingt sehr stark sein musste um dessen Wamst zu zerbersten. Die meisten Monster waren von außen robust, aber im inneren wie Menschen weich und verletzlich. Dafür besaßen einige jedoch Resistenzen gegen zum Beispiel Gift oder Schlafmittel, weshalb er diese auch nicht vorgeschlagen hatte. Um einen Vorkoster zu überlisten, so überlegte der Veteran, sollte auch eine passende zeitliche Verzögerung vorhanden sein, bis der Zauber im Magen ausgelöst werden würde.
    • Faye
      Während sie das Wasser in ihren Händen trank hörte sie Mortimer zu, wie er von seinen alten Plänen erzählte. Es machte Sinn, was er da schon mal getan hatte und was er überlegte. Ein Zauber, der erst bei Magensäurekontakt auslöste...so etwas ließ sich vielleicht mit kleinen Bannzaubern verbinden. Noch während der alte Mann weiter redete, begann sie auf und ab zu laufen, hin und her, von rechts nach links.
      Sie kannte ein paar Inskriptionen, die man nutzen konnte. Aber sie war eigentlich besser im Erkennen von Magie, als dem Nutzen von jener. Doch hatten sie eine andere Wahl? Den Menschen würde es nicht besser gehen, bis sie nicht die Quelle bereinigt hatten und selbst dann würde es noch einige Zeit an Vigilanz benötigen, bis die Gefahr vorüber war.
      "Ich habe ein paar Ideen, aber die sind weder einfach, noch besonders günstig. Ich brauche Magiespeicherndes Pergament," sagte sie schließlich nach einiger Zeit der Überlegung. Das Papier, welches sie gerade erwähnte war zwar nicht selten, wegen seiner aufwändigen Herstellung oft aber teurer, als der normalsterbliche Bürger sich leisten konnte. "Ich würde ein paar Bannzauber hineinschreiben. Eingewickelt in eine Beute würde es erst in Kraft treten, wenn die Beute sich um das Papier auflöst."


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    • Die Blicke des alten Mannes folgten den wilden Schritten der Grünhaarigen. Sie schien da an etwas zu arbeiten, weshalb Mortimer unweigerlich etwas grinsen musste. Selten hatte er Spaß dabei gehabt einen Plan zu schmieden, um einfach etwas zu tun, weil es getan werden musste. Sein Grinsen wich einer nachdenklichen Miene, als sie das Papier erwähnte. "Gut. Ich werde mal sehen was ich machen kann." Antwortete der Abenteurer und packte sein Trinkgefäß zurück auf den Tisch. "Dein Wasser." Meinte er daraufhin und deutete auf den zweiten Kessel, der nun ebenfalls kochte. Und keine Sekunde Später war der alte Mann durch die Große Eingangstür verschwunden.

      Im Dorf war es noch immer totenstill. Nicht einmal der Wachmann war zu sehen. Mortimer sah die leere Straße zu seiner Linken hinunter und auch in die zu seiner Rechten. Unweit der Gaststätte befand sich ja noch dieses kirchenartige Gebäude. Dachte er sich und suchte über den Dächern nach der Spitze des Turmes. In der Nacht hatte er nur dessen Silhouette gesehen. Es dauerte auch nicht lange, da hatte er, nachdem es ein paar Schritte und Kopfverränker gebraucht hatte, die Spitze des Turmes hinter dem Gasthaus entdeckt.
      Überall wo es gelehrte gab, konnte man auch Papier finden. Und wenn nicht, dann vielleicht in einem Laden.

      Seine Beine trugen ihn geschwind durch die Gassen. Der Boden war mit kleinen Steinen gepflastert und die Häuser standen etwas dichter, als an der Hauptstraße. Es mussten ein paar Minuten gewesen sein, in denen der Alte einen Weg durch die Schluchten der kleinen Wohnhäuser gesucht hatte. Nun erblickte er einen begrünten Platz. Das Gras stand hoch und die Beete waren von selbigem befallen. Am Ende der Anlage sah er ein großes Haus aus weißem Stein. An seinem Ende ragte ein großer Turm mit schwarzen Schindeln empor, der über die ganze Siedlung reichte.
      Mit langsamen Schritten ging der alte Abenteurer auf das Große Bogentor zu und versuchte es mit etwas Druck zu öffnen. Es bewegte sich nicht. Keinen Millimeter. Er sah sich um. Kein Riegel, kein Schloss. Nicht einmal eine Öffnung um einen Schlüssel hinein zu stecken. "Na toll." Murmelte er ernüchtert und ging anschließend um das Gebäude herum, um einen Seiteneingang zu finden. Doch dies brachte keinen Erfolg. Die Fenster waren auch zu hoch, als dass er einfach hindurch sehen hätte können.
      Wieder am Bogentor angekommen, versuchte er erneut gegen die schwarzen Balken zudrücken. Dieses Mal mit deutlich mehr Kraft und etwas Schwung. Wieder nichts.
      "...Kann ich helfen?..." Fragte eine kaum hörbare Stimme.
      Mortimer wirbelte erschrocken herum, doch niemand war zu sehen.
      "...hier unten..." Kicherte die Stimme.
      Der alte Mann sah an sich hinunter und erblickte einen ebenso alten Mann. Glatze, hager, keine Beine nur Stummel.
      Wie und wo war er her gekommen?
      "Oh, habt ihr mich erschreckt. Grüße euch." Keuchte Mortimer und sah dabei, dass der kahlköpfige Alte einen Wams aus alten Tagen trug.
      Der Greis begann daraufhin verschmitzt zu grinsen. "Blun. In Ehren." Antwortete er, woraufhin Mortimer den Gruß erwiderte. "Mortimer.In Ehren." Die beiden Alten begannen damit sich ein paar Minuten über Vergangenes und zukünftiges auszutauschen.
      Außerdem erkundigte sich Mortimer danach, weshalb der Alte als einziger nicht krank zu sein schien. Dieser erklärte, dass er im nahegelegenen Wald lebe und nur hier wäre, weil er die Ankunft zweier Helden mitbekommen hatte.
      Auf die Frage wie er denn überhaupt hier her gekommen war, lachte Blun und erklärte, dass er zwar nicht mehr der Jüngste wäre, aber dennoch mit seinen Stummeln gut gehen konnte. Zum Beweis seines Könnens, hatte er sich schließlich auch bis auf wenige Zentimeter an Mortimer heran geschlichen.
      Die Beiden lachten kurz zusammen. Das hatten alle gemeinsam, die noch übrig waren. Sie waren gezeichnet und dennoch voll dabei.

      Nun kam Mortimer zu seinem eigentlichen Vorhaben zurück. Er erklärte, dass er Papier benötigte um Zauber zu speichern. Blun schmatzte nachdenklich mit den Lippen und antwortete, dass es hier durchaus Händler gab die solch wertvollen Papiere zum Verkauf anboten. Und dass sie wahrscheinlich sicher verwahrt in einem der Läden liegen würden. Mortimer brummte ernüchtert, denn er konnte nicht einfach irgendwo einbrechen und etwas stehlen.
      Blun grinste erneut und meinte nur, dass er das Geschäftliche mit den Bewohnen klären würde. Schließlich wisse er wem welcher Laden gehöre und einem Kameraden in Not müsse man helfen. Die Bewohner würden sicher gerne im Tausch gegen ihre Gesundheit auf ein paar Goldmünzen in Papierform verzichten.
      Mortimer stimmte nach kurzer Überlegung zu und vereinbarte ein Treffen auf dem Dorfplatz.
      Die Alten verabschiedeten sich und Mortimer kehrte zielstrebig zur Taverne zurück.

      ..Ein seltsamer Veteran... Dachte er sich noch auf dem Rückweg. Bemerkte aber, dass er selbst auch nicht besser war.
      Wieder zurück, berichtete er sein Erlebnis Faye und unterstützte sie nebenbei bei den Dingen, die sie noch zu erledigen hatte.
    • Faye

      Faye hatte sich unterdessen damit beschäftigt, ein wenig mehr das Wasser zu erforschen und mit den Pflanzen zu kommunizieren. Dafür hatte die Dame sich einen abgelegeneren Ort gesucht, an dem das Grünzeug ungestört wachsen und gedeihen konnte. Denn auch wenn die Dryade geübt in der Kommunikation mit Vegetation war, so war es einfacher sich mit älteren Pflanzen zu unterhalten, als Unkraut oder Sprösslingen.
      Nachdem Mortimer wieder zurück gekommen war und ihr berichtete, dass sich wohl jemand um das magische Pergament kümmern würde, nickte sie andächtig und schickte ihn sogleich wieder los um nach den Vorräten zu sehen. "Wenn ich es schaffe die Menschen hier zu stabilisieren brauchen sie ordentliches Essen. Ein nahrhafter Brei oder Schleim sollten sie Schlucken und Verdauen können." hatte sie erklärt, bevor sie selbst in Richtung Wald gelaufen war um unterstützende Kräuter zu finden. Die Suche war für die geübte Jägerin und Sammlerin keine wirkliche Suche. Die Bäume im Walde halfen ihr, schnell das Ziel zu finden, sodass sie noch bevor die Sonne sich wieder zu senken begann wieder auf dem Dorfplatz einfand. Einen riesigen Beutel an Kräutern auf dem Rücken gebunden und etwas verschwitzt aber unbeschadet. Darauf hatte sie schon geachtet.
      "Ich werde einen Tee brauen. Das Essen kochen wir auch hier draußen." sprach sie, sobald sie Mortimer wieder erblickte. "Das Schlimmere steht uns noch bevor. Es gab ein paar Bewohner deren Fleisch anfing zu faulen. Das sollten wir möglichst schnell wegschneiden, bevor sie daran verenden und womöglich zum Fluch beitragen."


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    • Mortimer war nicht überrascht, dass sie schon einen Plan hatte wie es nun weiter gehen sollte. In seinen Augen schien es so, als hätte sie wirklich alles unter Kontrolle. Die Sicherheit, die sich in ihren Worten widerspiegelte, bestärkte diese Beobachtung zusätzlich. Nun war er an der Reihe andächtig zu nicken und sich dann erneut auf den Weg zu machen. Er hoffte dabei auch darauf seinen Kameraden zu treffen, der ihm noch das Papier vorbei bringen wollte.

      Also zog der Abenteuer los um Mehl für eine Brei zu suchen. Da er eh vor hatte die Vorratskammern zu durchsuchen, bot es sich eigentlich recht gut an. Gerade als er auf dem Dorfplatz stand, kam auch Faye zur Tür heraus und ging zielstrebig in den Wald. Als er sie damals das erste Mal gesehen hatte, hätte er nicht gedacht, dass eine Elfe so viel Aufopferung für ein paar Menschen übrig haben würde.
      So ging der Alte zum Wachmann und erkundigte sich nach den Lagerhallen. Dieses Mal hatte er dadurch den Vorteil auch den passenden Schlüssel dabei zu haben.

      Als er die größte der Lagerhallen öffnete, fand Mortimer erstmal nur gähnende Leere vor. Wie zu erwarten waren die Meisten Vorräte bereits aufgebraucht. Zumindest die, die leicht zu verzehren waren. Denn das Korn lag noch ungemahlen in Säcken und Karren.
      Mortimer wunderte sich nicht, dass die Monster sich nicht daran bedient hatten. Kobolde und Goblins waren nicht dafür bekannt Getreide zu fressen. Brot und Backwaren hingegen schon. Vorsichtig schlich der Veteran um die Kisten und Truhen, spähte durch die Regale und prüfte die Dielen. Doch auf Anhieb schien es ihm nicht, als gäbe es hier einen Tunnel. Vielleicht gab es im anderen Lagerhaus mehr zu sehen? Der Alte schnappte sich einen Karren und füllte diesen mit Säcken voller Getreide, mit welchem er ohne Umwege zurück zur Halbelfe trottete.

      Kaum war er angekommen, war auch Faye mit ihrer Beute zurück. Einen beachtlich großer Sack Kräuter hatte die Halbelfe geschultert. Den Schweißperlen auf ihrem Gesicht konnte er entnehmen, dass sie sich wirklich ins Zeug gelegt hatte. Und das Ergebnis sprach für sich.
      Bevor sie nun auch noch auf die Idee kommen würde die Kessel und das Holz raus zu schleppen, hielt Mortimer bremsend die flache Hand.
      "Gib mir ein paar Minuten. Im Lager gab es noch Kessel und Dreibeine. Holz bringe ich auch mit." Bevor er allerdings seinen Plan umsetzen konnte, wies Faye auf eine nicht so tolle Arbeit hin. Mortimer musste unbewusst etwas schlucken. "...Hm...es gibt wohl keinen andren Weg. Ich sehe nach ob ich ein paar Klingen finde, die ich fein schleifen kann... Ein scharfes Messer spart Zeit und Leid." Antwortete er bedächtig und zog dann ab, um etwas später wieder mit Holz, Kesseln und den Dreibeinen zurück zu kommen, welche er auch aufbaute und die Kessel mit Wasser befüllte.

      Dann ging er in die Taverne und kam mit ein paar Küchenmessern heraus, die er zwischen zwei kleinen Hämmern dängelte, um das Material der Klinge flacher zu machen. Immer wieder erhitzte er dazu die Messer im Feuer. Zwischendurch warf er Korn und Salt ins kochende Wasser, damit dieses langsam zu einem Schleim zerkochen konnte. Als die Klingen schließlich fertig waren, sahen sie nicht mehr aus wie Messer, sondern eher wie kleine Beile, die aber so fein waren, dass die Klinge bei Berührung leicht Wellen schlug. Der Veteran verpasste den Stücken noch den letzten Anschliff und testete die Schärfe dann mit einem seiner Haare und einem leichte Druck gegen die Stirnseite des Werkstückes.
    • Faye

      Die junge Frau hatte sowas noch nicht so oft gemacht. Klar hatte sie schon viele Kräuter gesammelt, allerlei Tee's und Brei's gekocht und auch irgendwelche Tränke und Medizin hergestellt. Richtige Operationen? Das nächste, was daran kam, war die Zeit in der sie mit ihrem Vater wilde Monster erlegt hatte und diese ausgenommen hatte. Damit das Fleisch nicht von den Eingeweiden oder von Galle kontaminiert wurde hatte sie viel über die Körper ihrer Beute gelernt und auch, wie man richtig mit spitzen und scharfen Gegenständen umging.
      Menschen allerdings? Oder zumindest halbwegs menschliche Wesen? An denen hatte sie sicherlich nicht rumgeschnitten. Dryaden waren vom Körper her eher wie Baumgeister. Auch, wenn sie in Theorie einen festen Körper besaßen, so glichen sie doch eher den Geistern und Spirituellen Entitäten der Welt.
      Als Mix-Kind floss also eher elfisches Blut durch ihre Adern als Dryadisches. Gut, dass sie trotzdem in der Theorie wusste, wie man bei solchen Dingen vor ging. Zunächst gab sie einem der Wachen die Anweisung den gekochten Brei und Tee zu den weniger schwer betroffenen Patienten zu bringen. "Langsam. Lieber essen sie mehrmals etwas als alles auf einmal, wenn es ihnen nicht bekommt", erklärte sie mit einem leichten Lächeln, bevor sie sich Mortimer zu wandte, welcher die Zeit damit verbracht hatte ihr ein paar ordentliche Werkzeuge zu drechseln.
      Es war überraschend, wie gut die beiden ein Team bildeten. Während sie das Knowhow mitbrachte, hatte der alte Mann genügend Erfahrung um ihr ordentlich zu helfen. "Ich würde im sterilisierten Raum ein paar beruhigende Kräuter zünden. Dann müssten wir noch unsere Patienten entweder mit einem Trank oder einem Zauber bewusstlos machen...Oder wir schlagen ihnen in den Nacken." ein kleines verschmitztes Lächeln lag auf ihren Lippen, um die düstere Stimmung zumindest etwas zu lockern.
      "Was meinst du? Kannst du mir helfen? Einfach nur dafür sorgen, dass ich da nicht alleine bin während ich anfange sie zu behandeln."
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    • Der alte Mann sah der jungen Frau dabei zu, wie sie die Anweisungen für das Essen gab. Die wenigen Wachen, die mittlerweile wieder einigermaßen das Bett verlassen konnten, zögerten nicht lange und taten wie ihnen gesagt wurde. Mortimer konnte spüren, dass die Männer die Worte der kleinen Elfe ernst nahmen. Ihre Blicke verrieten ihm, dass sie nur durch ihre Taten den Respekt der Wachmänner erlangt hatte. Außerdem sah niemand zum Veteranen hinüber und versuchte über einen Blickkontakt eine Art Bestätigung zu erlangen. Der Fokus lag allein auf den Worten und Weisungen der Grünhaarigen. Leider waren die Umstände eher ungeeignet, um ihr diesen Umstand zu erläutern. Wahrscheinlich hatte sie dies aber auch so schon längst bemerkt.

      Der Alte hatte sich gerade in diesen Gedanken verloren, als Faye das Wort an ihn richtete und Vorschläge bezüglich der Art und Weise einer Betäubung äußerte. "KO Schlagen also?" Fragte der Veteran, ebenfalls etwas grinsend. Darüber musste er sich nochmal Gedanken machen. Ehe er aber eine Antwort geben konnte, fragte die junge Elfe nach seinem Beistand.
      Mortimer versteinerte für einen Moment, denn noch nie hatte ihn irgendjemand gebeten eine Stütze zu sein. Gut, er musste sich eingestehen, dass er die Halbelfe anders behandelte als die sonstigen Begleiter. Sie verhielt sich aber auch anders. "Ja... sicher..." Antwortete Mortimer zögernd, fing sich aber wieder mit einem Räuspern. Er hatte eine Idee, wie er ihr helfen könnte, doch eigentlich war er sich sicher, dass er dafür keine Magie brauchte sondern nur ehrlichen Beistand.
      "Du machst das sehr gut. Also werde ich dich auch weiterhin so gut ich kann unterstützen." Sicherte er ihr zu und begann unwissentlich ein zufriedene Miene anzunehmen.

      Das Problem mit der Betäubung war allerdings immer noch nicht gelöst, weshalb der Alte bald wieder sein "Denkergesicht" aufsetzte.
      "Ich denke die Leute müssen leider auf Holz beißen bis sie von alleine ruhig werden. Das ist nicht nur für die Patienten schwierig. Auch der der behandelt muss den Anblick eines leidenden Menschen ertragen können. Also werde ich jeden einzelnen ko schlage." Erklärte Mortimer, denn er hatte selbst schon auf dem Schlachtfeld Arme und Beine Amputiert, die nur noch an Fetzen hingen. Die Schreie seiner Kameraden hallten auch jetzt noch in seinem Gedächtnis. Und vor allem die Angst in ihren Augen, denn sie wussten, dass es keinen anderen Weg gab.
    • Faye

      Der improvisierte Raum war still. Kein Tempel, keine Klinik. Nur der Vorratsraum, den Mortimer ihr vorbereitet hatte und ein paar glühende Kräuter in einer Tonschale entzündet hatte. Der Rauch war nicht stark, nur sanft beruhigend. Ein Hauch aus Eisenkraut, Schlafmohn und getrockneter Baldrianwurzel. Nichts, das Wunder wirkte, aber vielleicht reichte es für den Übergang.
      Faye kniete neben der ersten Liege, die Mortimer mit der Wache hereingetragen hatte. Die Haut des Mannes war grau verfärbt, unnatürlich gespannt über dem Schienbein, wo sich unter der Oberfläche bereits schwarze Linien zogen. Die Verderbnis hatte ihn gezeichnet wie Wurzelfäule einen Baum. Das Fleisch sah nicht tot aus und doch war es das. Noch war er bei Bewusstsein, atmete flach. Seine Augen suchten sie, voll Angst. Und Hoffnung. Und diesem stillen Wissen, dass sie entscheiden musste, wo Leben aufhörte und Krankheit begann.
      "Es tut mir leid," flüsterte sie leise, aber nicht kleinlaut. Sie wusste was sie tun musste. Auch wenn sie es nicht gerne tat.
      "Aber wenn ich's nicht mache, frisst es dich auf. Bis nichts mehr übrig ist, was wegfaulen kann." Sie legte ihre Hand auf sein Bein, spürte die Hitze unter der Haut, den gestauten Fluss, das Leben, das sich dagegen wehrte, verzehrt zu werden. Dann nickte sie zu Mortimer. Wartete darauf, dass er ihn betäubte.
      Faye atmete einmal tief durch.
      Sie nahm das geschnitzte, frisch geschärfte Werkzeug zur Hand. Die improvisierte Klinge, die er ihr hergestellt hatte, desinfizierte es mit Alkohol und glitt in ihre Aufgabe wie in einen Zustand, der älter war als ihre Jahre. Ihre Hände zitterten nicht. Der Schnitt war ruhig. Präzise. Kein Herumzögern. Kein theatrales Ritual. Nur das Notwendige. Schwarzes Gewebe. Faul zerfallenes Fleisch, das nicht mal mehr blutete als sie die Klinge darin versenkte. Weg damit. Weg mit allem, was nicht sein sollte und sein durfte.
      Sie schnitt tief genug, um das befallene Gewebe zu entfernen, aber flach genug, um nicht mehr zu nehmen als nötig. Jeder Schnitt war ein Abwägen. Kein Krieg. Keine Hast. Nur Rettung von dem was noch da war. Von dem was gerettet werden konnte.
      Sie presste gereinigte Kräuter direkt in die Wunde, versiegelte sie mit dem dick angerührten Brei aus Rinde, Pilzasche und antiseptischem Harz, den sie zuvor angesetzt hatte. Die Mischung brannte vermutlich wie Feuer, würde aber töten, was sich im Fleisch festgesetzt hatte. Und der Rest war Warten. Ein Tuch wischte das Blut weg. Es war schlackig. Braun. Rot. Schwarz. Doch Faye holte ruhig Luft, sah zu Mortimer. Nur ein kurzer Blick. Kein Lächeln und kein Stolz. Einfach nur eine Art Stille, eine Art Ruhe, die wusste dass dies gerade erst der Anfang war.
      Und dann drehte sie sich zum nächsten Patienten.


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    • Mortimer hielt sich an sein Versprechen. Er kümmerte sich darum, dass Faye nicht alleine mit der Herausforderung klar kommen musste, auch wenn das nur bedeutete jeden einzelnen Patienten herein zutragen, zu betäuben und ihn anschließend, zu weiteren Versorgung, wieder hinaus zu tragen.
      Eine wirklich unschöne Arbeit, für alle Beteiligten. Nach dem ersten Patienten, wurde dem Alten Mann klar, dass das nun noch eine Weile so weiter gehen würde. Stunde um Stunde, Patient für Patient, arbeiteten sich die Wachen und die beiden Abenteuer weiter voran.

      Am Ende des Tages ware es endlich geschafft. Die, die noch zu retten ware, wurden von ihrem fauligen Fleisch befreit und mussten nun hoffen. Hoffen auf die körpereigene Heilung und auf was auch immer es zu hoffen galt.
      "Ich brauche eine Pause..." Keuchte der Alte, nachdem auch der letzte Patient seinen Platz in der Versorgung gefunden hatte. Ihm war klar, dass sie am besten noch heute Abend das magische Papier für die Falle vorbereiten mussten, doch Faye erschien ihm auch, als könnte sie eine kleine Pause gut gebrauchen. "Ich denke, du hast das sehr gut hin bekommen. Sonstiges liegt nicht mehr in unserer Macht..." Lobte er ihren Einsatz, den er heute zu genüge mit eigenen Augen beobachten konnte.
      Ihre Präzision und Hingabe, waren erstaunlich kontinuierlich.

      Da nun die dringendsten Themen erledigt waren und der andere alte Mann noch immer nicht aufgetaucht war, beschloss Mortimer Faye etwas Ablenkung zu verschaffen. Wie sehr sie das Ganze hier mitgenommen hatte, konnte er überhaupt nicht einschätzen. "Möchtest du einen kleinen Spaziergang machen? Ich kümmere mich hier um den Rest und bereite etwas warmes Badewasser vor. Wir sollten den Mief nicht mit ins Bett nehmen." Schlug er der Halbelfe vor. Morgen war auch noch ein Tag um die Monster zu beseitigen, falls es heute Nacht nicht funktionieren würde.
    • Faye
      Die Prozedur war so anstrengend, dass Faye bis zum letzten Patienten weder Zeit zum Luftholen noch die Kraft hatte an etwas anderes zu denken. Es war einfach genug, nahezu zu viel. Zu viel Fleisch, das abgetrennt werden musste, zu grausamer Geruch, den sie versuchte auszublenden, zu erbärmlich der Zustand der Meisten vorher und auch nachher. Am schlimmsten waren die Fälle gewesen, bei denen Faye nur noch eine Linderung des Leidens herbeiführen konnte.
      Gerade das kam nun erwartet heftig hoch, wie Galle, wie Gift, als sie endlich aus dem nun stickigem und stinkenden Raum Mortimer nach draußen folgte. Seine lobenden Worte brachten nur wenig Seelenfrieden für die junge Dame. Sie war nicht naiv genug, um zu glauben sie könnte hier jeden retten oder wäre gar an dem ganzen Dilemma schuld, jedoch war es dennoch frustrierend.
      "Wenn wir ein paar Tage früher angekommen wären, dann hätten wir noch ein paar mehr von ihnen retten können." Die Worte purzelten aus ihrem Mund, bevor sie ihn schließen konnte. Vielleicht war hier wieder ihr Plappermaul zu groß gewesen. Vielleicht musste sie es auch einfach loswerden, bevor es sich noch in ihrer Seele fest fraß. "Dummer Gedanke, ich weiß." schob sie direkt hinterher, bevor Mortimer noch auf die Idee kam mit irgendwelchen unbeholfenen Worten alles schlimmer zu machen. Stattdessen streckte sie sich einmal, wobei ihre Muskeln sich wehrten und auch ihre Gelenke protestierend knackten. Die gebückte Haltung den ganzen Tag war durchaus anstrengend gewesen. Dabei hatte Mortimer ihr die Patienten alle einzeln rein- und rausgetragen.
      "Gute Idee. Sicher, dass du nicht auch eine Pause brauchst, alter Tattergreis?" Schon war wieder der Schelm in ihren Augen und ihrer Stimme, wenn auch leicht gedämpft. Der Gedanke dahinter war eindeutig aus Sorge und aus Rücksicht gewesen, aber das würde er wohl auch hinter dem Kommentar sehen.


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    • Der alte Abenteurer Schnaufte etwas, als die Elfe ihre verzögerte Ankunft bedauerte. Es waren Gedanken wie diese, die ihn irgendwann dazu gebracht hatten immer härtere Entscheidungen zu treffen. Die Enttäuschung in den Gesichtern derer zu sehen, deren Angehörige eben nicht gerettet werden konnten und die Vorwürfe, die wohl oder übel auch in diesem Dorf auftreten könnten. "Dummer Gedanke, ganz recht." Stimmte er ihr, mit ernster Mine zu.

      Gerade als er sich sicher war, dass sie sein Angebot einfach annehmen würde, wollte sie ihn ebenfalls zu einer Pause animieren. Der Veteran wischte sich daraufhin den Schweiß von der Stirn und versuchte anschließend etwas milder drein zu blicken. Er war müde, alles schmerzte. Mit Sicherheit wäre es besser eine Pause zu machen, um neue Kräfte zu sammeln.
      "Gut. Dann kann ich die Gelegenheit gleich nutzen und dein loses Mundwerk im Fluss ausspülen. Dann kannst du am eigenen Leib erfahren, wie tatterig ich bin." Stimmte er schließlich dem Vorschlag zu.

      So beschloss der Veteran mit der Halbelfe etwas durch den Wald zu gehen, denn dort lag angeblich die Hütte des anderen alten Mannes. Mortimer war sich recht sicher, dass er dem Alten vertrauen konnte, schließlich waren sie beide Veteranen. Was gäbe es für einen Grund einen Kameraden zu hintergehen? "Setzen wir uns etwas an den Waldrand. Ich muss aus diesem Dorf raus. Zu dem gibt es dort noch einen alten Mann, den ich zu gerne heute noch mit unserem Papier antreffen würde..." Schlug der Veteran vor und wollte fast schon los gehen. "Ich denke Tannenzweige tuns auch, wenn der Fluss nicht so weit kommt." Scherzte er und wollte dabei über die Schulter blicken. Leider war sein Nacken und seine Schultern bereits so verspannt, dass er keine andere Wahl hatte als seinen Oberkörper mit zu drehen, was den Effekt seiner Worte zwar nicht vermindern würde, die Tonlage seiner Stimme hingegen schon.
    • Faye
      Ein leicht schiefes Grinsen schlich sich auf ihre Lippen, als der alte Mann ganz zurecht sie bestätigte. "Dummer Gedanke, ganz recht." Auch, wenn er das mit absolutem Ernst meinte, war die Meinung dahinter nicht minder beruhigend. Immerhin war das ganze Dilemma ein nicht einfaches. Faye konnte ihre späte Ankunft sehr wohl bedauern und trotzdem entscheiden sich keine Vorwürfe zu machen. Das Eine schloss das Andere ja nicht aus, sondern zeigte einfach nur ihre Empathie.
      "Oh, jetzt habe ich aber Angst. Hätte ich dein Bein doch nicht heilen sollen?" Diesmal lachte sie lauter als sie sich auf den Weg zum kleinen Fluss machten. "Ich hab gehört man sollte so oder so schnell sein. Manche Bestien bekämpft man nicht, sondern läuft eher vor denen weg oder?" Plapperte sie schon wieder vor sich hin, hielt jedoch an, als Mortimer ihr von seiner neuesten Idee erzählte.
      "Bist du dir sicher? Nicht, dass du wieder über den Tisch gezogen wirst." Auch wenn ihre Stimme gefährlich spöttisch klang war der besorgte Blick echt. Das letzte Mal war ja nicht so gut gegangen und auch wenn Faye eher zu der naiveren Sorte gehörte hieß das noch lange nicht, dass sie nicht zumindest ein bisschen Misstrauen mitbrachte.
      "Sonst lass uns uns doch einfach wieder im Dorf treffen? Wenn du bis Mitternacht nicht nach Hause gekommen bist dann gehe ich davon aus, dass du über eine Wurzel gestolpert bist und elendig irgendwo in einem Graben liegst. Soll ich in der Nacht noch los oder dich erst am nächten Morgen erlösen?"


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    • Mortimer beäugte die Halbelfe kritisch, als diese seine Drohung nicht ernst nahm und stattdessen auf sein kaputtes Bein anspielte. Irgendwo hatte er es verpasst seine Drohungen auch umzusetzen. "Mein Bein verdanke ich dir vielleicht aber das hindert mich nicht daran dir etwas Anstand beizubringen." Erwiderte er ihren Vergleich und hob drohend die Faust. Seiner Körperhaltung war allerdings klar zu entnehmen, dass er nicht vor hatte sie zu verprügeln. Das Ganze galt eher als eine symbolische Geste und vielleicht etwas als Warnung.

      Auf ihre Frage hingegen, dachte der alte Mann tatsächlich etwas nach. So pauschal konnte er darauf keine Antwort geben, denn viele der Monster, vor denen man lieber weglaufen wollte, hatten sich darauf spezialisiert aktiv zu jagen. Nicht alle.
      "Ich bezweifle, dass du schneller läufst, als ein Schattenwolf. Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen." Antwortete der Veteran geduldig. Kurz darauf spielte die Elfe auf seinen letzten Fehlkauf an.

      Der Veteran schnaubte tief. Er wusste dass es sein Fehler war und der hatte nicht nur sein Bein, sondern vielleicht auch das Leben eines jungen Mannes gekostet. Gerade als er sie zurecht stutzen wollte, erkannte er in ihrem Blick keinen Spott, sondern eher eine Art Sorge?
      "Ich hoffe der Alte taucht morgen auf... Und DU wirst alles prüfen, damit ich mich nicht über den Tisch ziehen lasse..." Antwortete er der Grünhaarigen mit einem Schuldbewussten Unterton. Sie hatte wahrscheinlich eh mehr Ahnung von diesen Dingen, als er.

      Am Fluss angekommen, entledigte sich Mortimer von seinen Stiefeln und hielt die müden Füße ins kalte Wasser. Der Abend war bereits im Anflug, weshalb er nicht vor hatte ewig hier zu bleiben. Auch hatte ihn die Elfe davon abgebracht noch um diese Zeit in den Wald zu laufen und sich weitere Verletzungen oder Fake Produkte zuzulegen. Nachdenklich wieder war, starrte der Alte eine ganze Weile wortlos vor sich hin. Das kalte Wasser an den Füßen war eine ware Wohltat. Auch konnte er so etwas am Ufer sitzen und sich schließlich einen Moment auf den Rücken legen, um diese zu entlasten.
      Er erinnerte sich an seine früheren Reisen. Meist war er alleine, als er nur mit einem Rucksack und seinem Stock unterwegs gewesen war. Und an Abenden wie diesen, nachdem vieles geschafft war, saß er da und beobachtete die Sonne, wie sie langsam hinter dem Horizont verschwand.
    • Faye
      Die junge Dame grinste nur verschmitzt, als der Mann die Faust erhob, selbst als der Rest seines Körpers ganz andere Bände sprach. Es machte zu viel Spaß, den Alten provozieren, obwohl vermutlich keiner der Beiden genau wusste, wo die Grenze genau lag, die keiner überschreiten sollte. "Vielleicht nicht schneller als der Wolf, aber schneller als du." Ob das wohl dem schmalen Grad schon nah kam? Faye glaubte es eher nicht.
      Immerhin hatte Mortimer sie richtig verstanden. Das Mädchen, das plapperte als würde ihre Stimme versiegen, wenn sie aufhörte, wusste eben auch nicht immer, wie man seine Sorgen und Einwände ordentlich verpackte. Es war besser, wenn Diejenige, die die Produkte am Ende auch benutzte, mit bei dem Handel dabei war. Immerhin erwartete sie nicht, dass Mortimer eine gute Fälschung erkannte. Genauso wenig, so hoffte sie, erwartete Mortimer, dass sie einen Schwertkampf oder ähnliches bestand. Jeder hatte seine eigenen Stärken und Schwächen. War es nicht genau das das wichtige? Seine Grenzen zu kennen und sich gegenseitig auszugleichen?
      Jedenfalls nickte sie, diesmal mit einem leicht weicherem Lächeln, bevor sie sich ebenfalls am Fluss niederließ. Auch wenn das Wasser kalt und beißend war, so machte es der jungen Halb-Dryadin wenig aus. Ihr Körper war vielleicht sterblich aufgrund ihrer elfischen Seite, jedoch stand sie nun mal wesentlich näher an den Gewalten der Natur, als ein Mensch oder ein Troll. Das, was einige sicherlich zum Zittern brachte, nährte nur die Manakanäle in ihren Venen und wusch den Schweiß und Dreck von ihrer Haut. Zwischendurch ließ sie ein paar Reinigungszauber über ihre Finger gleiten, in der Hoffnung dem Fluch und der Kontamination darüber entweichen zu können. Schließlich hatte sie zwar so sauber wie möglich gearbeitet, doch auch gesunde Wesen würden über kurz oder lang den Klauen der Verwesung nicht entkommen können.
      Erst als sie sich wieder klar und rein fühlte, wie ein frisch geborener Sprössling, der gerade vom Mutterbaum gezogen wurde, stieg sie aus dem tieferen Teil des Flusses wieder aus. Dass sie dabei nackt war störte sie recht wenig. Mortimer hatte sicherlich schon mehr als genügend weibliche Rundungen zu Gesicht bekommen und Dryaden bekleideten sich bekanntlich sowieso nicht. Trotzdem beeilte sie sich die ausgewaschenen Kleidungsstücke mit Magie zu trocknen und sich selbst wieder zu bedecken.
      "Willst du noch ein bisschen bleiben oder sollen wir zusammen zurück?" fragte sie nach der Weile der Stille fast ein wenig zu leise, wie als wollte sie seinen Gedankenfluss nicht unnötig unterbrechen. Für sie sah er nämlich so aus, als wäre er gar nicht mehr hier am Ufer, sondern irgendwo, wo sie noch nie gewesen war.


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