Too old for the last journey, so what? [Akuma&Akkubird]

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    • Faye

      "Harem? Was bringt mir das wenn die Zölibat sind?" Faye schoss gleich zurück, grinste ein wenig schelmisch, während sie neben Mortimer her lief. "Ich hab ihnen nur gesagt, dass Magie, Pflanzen und die heiligen Schriften gar nicht so weit auseinander liegen. Erst dachten sie, ich wolle ihnen Heidenmagie beibringen oder so. Dabei hab ich nur den Pflanzen zugehört, damit sie die richtige Pflege bekommen."
      Sie erinnerte sich unweigerlich zurück an die durchaus...interessanten Gespräche, die sie so hatte mitbekommen.
      "Wusstest du, dass einer der Priester wohl immer im Garten eine von den Weinflaschen trinkt, und wenn er erwischt wird, dann schüttet er den Rest in die Pflanzen um so zu tun, als würde er die Flasche nur entsorgen?" flüsterte sie fast schon verschwörerisch.
      "Natürlich mögen Kräuter keinen Wein, also hab ich versucht ihm das weiß zu machen, ohne dass der Rest der Bruderschaft noch spitze Ohren bekommt."

      "Whoah, wo hast du die denn her gezaubert?" Faye starrte in die dunkel-braunen Augen des ebenso braunen Pferdes. Einen kurzen Moment schienen sie ohne Worte zu kommunizieren, bevor sie sich wieder dem älteren Herrn zu wandte. "Ja klar kann ich reiten. Ich frage mich nur, wie du die hier organisiert hast während du vorher nicht mal gerade laufen konntest." In der Zeit, die Faye und er miteinander verbracht hatte, hatte die junge Dame wohl einiges an Selbstvertrauen dazu gewonnen. Zumindest Mortimer gegenüber.


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    • Der Atem des alten Mannes stockte kurz, als die Grünhaarige meinte ein Harem aus Priestern würde ihr nichts bringen. Damit hatte sie ihn tatsächlich kalt erwischt. Zum Glück wechselte sie gleich das Thema und offenbarte ihr Geheimnis. Interessiert lauschte der Alte ihrer Erzählung und brummte immer wieder zustimmend. "Ja... mhm... immer diese Spitzohren..."
      Die Zeit Verging wirklich schnell oder aber sie waren nun einfach viel schneller unterwegs als die Tage zuvor.

      Der Veteran beobachtete gespannt, wie die Halbelfe sofort eine Verbindung zu dem Tier zu haben schien. Klar, dachte er sich. Elfen und Dryaden waren beide sehr naturverbunden. Eigentlich hätte er sich das auch denken können. Und wieder schob sie ihm einen Spruch rüber, mit dem er überhaupt nicht gerechnet hatte. Nachdenklich zuckte er mit seinen Achseln. "Also schreibt ihr Elfen eure Briefe mit den Füßen?" Fragte er gespielt unwissend und führte seinen schwarzen Hengst schon mal aus der Box. Vorräte mussten sie auch noch besorgen. Wasser, Trockenfleisch, Hülsenfrüchte, Gewürze... Mortimer versank kurz in Gedanke, bis seine Einkaufsliste beendet war. Den ersten Tagesritt würden sie auch so überstehen. Mit ungewöhnlich viel Feingefühl, strich der Veteran über die Mähne des schwarzen Tieres und schwang sich dann in den Sattel. "Hätte eher gedacht, dass du wissen willst wohin wir reiten, jetzt musst du eben selbst drauf kommen." Spottete der Alte und trieb seinen Hengst aus der Stallung.

      Mit langsamen Trab, so dass das Mädchen auch noch folgen konnte. Wippte der Veteran, vom vor und zurück des Pferdes, über die Köpfe der Menschen hinweg. Es kam ihm wie eine Ewigkeit vor, als er das letzte Mal im Sattel saß. Draußen vor den Toren der Stadt, orientierte sich Mortimer kurz und folgte dann einem befestigten Weg.
      "Einen Tagesritt von hier sollte eine Siedlung sein, zum einen soll dort dieser Händler des öfteren vorbei kommen und zum Anderen gibt es Berichte dass dort dunkle Mächte die Gesundheit der Bewohner beeinflussen. Es würde mich nicht wundern wenn das miteinander zu tun hätte." Berichtete der Alte, wieder etwas strenger, konnte seinen Kurs aber nicht beibehalten. "Und bevor du fragst: Das hat mir kein Fußbrief mitgeteilt, sonder der Abt des Tempels." Scherzte er.
    • Faye

      Faye ritt dicht neben Mortimer her, das braune Pferd unter ihr schnaubte leise, während es gemächlich trabte. Die Grünhaarige hatte sich erstaunlich schnell wieder in den Sattel eingefunden, auch wenn sie die ersten Minuten noch mit der Zügelführung gehadert hatte. Meist ritt sie andere Tiere als Pferde. Elche zum Beispiel. Jetzt saß sie entspannt, das Gewicht leicht nach vorne verlagert, die Beine sicher am Pferdeleib.
      "Du bist ja richtig poetisch heute" schmunzelte sie mit einem kleinen Grinsen. "Fußbriefe, dunkle Mächte, Händler, die durch die Nacht huschen..." Sie zog den Kopf ein wenig ein, als der Wind ihr ein paar Grashalme ins Gesicht peitschte. "Fast schon romantisch, wenn man vergisst, dass du vermutlich jeden Tag damit rechnest, in einem Graben zu landen. Oder vermutlich lang keine Frau mehr angefasst hast."
      Sie spähte zu ihm hinüber, ihre grünen Augen blitzten kurz schelmisch, als hätte sie ihn nicht gerade ziemlich beleidigt. "Aber mal im Ernst, Mortimer. Du machst dir wirklich Sorgen um diese Siedlung, oder? Ich mein, du hörst ja sonst nicht einfach auf Tempelgeschichten, oder?" Einen Moment schwieg sie, drehte ein wenig das Gesicht in den Wind. Sie roch den nahenden Geruch von Feldern und Grasland. "Dunkle Mächte... Das klingt für mich nach was, das man nicht einfach mit ein bisschen Weihrauch und einem Kräuteraufguss vertreibt."
      Sie zog die Schultern leicht hoch und ließ sich einen Moment von der Bewegung des Pferdes tragen. "Naja, egal. Jetzt hab ich mich schon entschieden und jetzt bin ich wohl oder übel dabei." Sie grinste wieder, diesmal mit einem Anflug von Eigensinn. "Wenn du also planst, dich mit irgendwas Düstermagischem anzulegen, dann sag mir bitte vorher Bescheid, damit ich weiß, ob ich meinen besten Tee aufbrühen oder lieber schon mal einen Schutztalisman schnitzen soll."
      Dann beugte sie sich leicht vor, strich dem Pferd sacht über den Hals und sah wieder zu Mortimer. "Also, was denkst du? Wie groß ist die Chance, dass wir da drüben einen einfachen Händler ausfindig machen und wie groß ist die Chance, dass wir in den nächsten Schlamassel stolpern? Vielleicht wieder einer der korrumpiert?"


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    • Gemächlich trieb Mortimer sein Tier weiter von der Stadt weg, bis sie allmählich in Richtung der ersten Felder und Höfe kamen, die rings herum um die Stadt verteilt lagen. Ihr Anspielung belächelte er erstmal nur und antwortete dann gefasst: "Ein Abenteuer ist nur so gut wie seine Geschichte. Die richtigen Worte können manchmal wahre Wunder bewirken. Früher haben die Menschen gerne die Geschichten aus alten Tagen gehört... heute interessiert sich kaum noch Jemand für den Befreiungskrieg." Den letzten Teil ihrer Anspielung wollte er erst außen vor lassen, da sie allerdings Spaß daran zu haben schien einen alten Mann zum Narren zu halten, wollte er ihr dieses Glück nicht nehmen. "In meinem Alter lässt man lieber die Finger von Frauen die angefasst werden wollen. Meistens ist das ziemlich kostspielig oder einfach nur ungesund." Erwiderte er und wich dabei ihrem Blick nicht aus. Es war nun mal die ungeschönte Wahrheit, dass alte Männer nur noch bei Dirnen oder Betrügerinnen landeten. Über eine ernsthafte Beziehung hatte Mortimer noch nicht viele Gedanken verloren. Sein Beruf ließ dies einfach nicht zu.
      Auf dem Weg kreuzten immer wieder ein paar Bauern die zwei Reisenden, die nun zwischen zwei hoch gewachsenen Feldern ritten.
      Mortimer war es nicht gewohnt, dass man ihm so viele Detailfragen stellte. Seine bisherigen Begleiter waren meist stur seinen Befehlen gefolgt und hatten nicht mehr hinterfragt als nötig. Manchmal war es ein Wunder, dass sie eigenständig geatmet hatten.

      Also antwortete er auf die Frage, bezüglich der Sorge um die Siedlung: "Die Siedlung interessiert mich nicht. Meine Aufgabe ist es das zu vernichten was uns damals unsere Familien, Freunde und Liebsten genommen hat." Als sie die dunklen Mächte ansprach, erinnerte sich Mortimer daran, dass die Grünhaarige noch keine richtige Kampferfahrung hatte. "Falls dein Weihrauch ihnen die Luft nimmt und dein Tee ihre Haut verbrennt, könnte das durchaus effektiv sein." Spekulierte der Veteran, auch wenn das nicht direkt die Antwort auf ihre Frage war.
      Weshalb Mortimer gleich dazu über ging seine Abschätzung abzugeben. "keine Sorge. Nur dieser ominöse Händler könnte ein Problem sein. Die Siedlung wird höchstwahrscheinlich opfer eines Monsternestes sein. Die Futterkammern in den Höhlen beinhalten verrottende Leichenteile die wiederum das Wasser in den Brunnen vergiften, wenn der Regen sie durchspült." Er erklärte das, als wäre es das Normalste auf der Welt. Wie ein Problem, dass man mit etwas Spucke und Klebeband wieder reparieren konnte. "Wir beschaffen uns etwas Gunst bei den Bewohnern und horchen sie zu diesem Händler aus. Wenn er tatsächlich ein Magier ist, der die Macht besitzt andere Magier zu korrumpieren, dann könnte das ein richtig übles Problem werden. Aber unser korrumpierter Magier ist einfach vertrocknet. Demnach ist seine Technik noch fehlerhaft. Er macht Versuche und lernt. Und wir sollten das untersuchen und ihn zur Strecke bringen, bevor er herausgefunden hat, wie man eine Armee aus willenlosen Marionetten züchtet."
      Mortimer grüßte ein Paar Bauern, die gerade ihren Ochsen über das Feld pflügen ließen. Dann sah er zurück zu Faye. "Du hast doch keine Angst vor ein paar kleinen Goblins, Kobolden oder Riesenratten? Das wäre ein gutes Training für uns, damit wir herausfinden können wie wir am besten zusammen arbeiten."
    • Faye

      "Also das war jetzt fast schon philosophisch." Faye schmunzelte, während sie neben ihm ritt, die Zügel locker in der Hand. "Ein Abenteuer ist nur so gut wie seine Geschichte, ja? Klingt, als würdest du irgendwann deine Memoiren schreiben wollen. 'Der alte Mortimer – Fluchbezwinger, Nonnen-Schreck, Rattenvernichter.'"
      Sie grinste, ließ aber nach seinen ernsteren Worten über die verlorenen Familien kurz den Blick sinken. Kein Scherz diesmal. Sie sagte nichts dazu. Manche Wunden sollte man nicht mit Worten berühren. Faye war vielleicht jung und ein bisschen aufmüpfig, aber weder dumm noch unanständig. Das, was damals passiert sein musste, hatte sehr viele in Aufruhr versetzt. Doch sie war zu jung um sich daran zu erinnern und die Elfen und Dryaden hielten sich allgemein aus solchen Sachen eher raus. Stattdessen ließ sie also einen Moment verstreichen, lauschte dem Geräusch der Pferdehufe auf dem Weg, und dem entfernten Wind, der durch die Felder fuhr.
      Erst als er die Sache mit dem vergifteten Wasser und den Kadavern erklärte - so nüchtern, als würde er ein Rezept herunterbeten – verzog sie leicht das Gesicht. Ewh.
      "Also gut. Kein Weihrauch. Und mein Tee kommt offenbar nur in Phase zwei zum Einsatz. Also nach der Goblinverseuchung und vor der Marionettenapokalypse."
      Faye richtete sich etwas auf, sah zu ihm hinüber, ihre silbernen Augen wach, ihr Ton jedoch ruhig.
      "Ich hab keine Angst vor kleinen Biestern, Mortimer. Ich hab nur Respekt vor dem, was sich aus ihnen machen lässt, wenn jemand sie für seine Zwecke nutzt. Ein Biest ist nur solang wild, wie man es nicht zähmt oder unterwirft." Dann grinste sie wieder. Diese Ernsthaftigkeit stand ihr nicht.
      "Aber keine Sorge. Ich lass dich schon nicht von einer Riesenratte auffressen. Nicht bevor ich herausgefunden hab, ob du wirklich deine Briefe mit den Füßen schreibst." Sie zwinkerte, warf sich dann ein wenig in den Sattel zurück und schob sich ein bisschen höher.
      "Training klingt gut. Zeig mir einfach rechtzeitig, wenn’s ernst wird. Und wenn du wieder in ein Regal fliegst, versuch wenigstens nicht, den halben Kräutervorrat mitzunehmen."


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    • Mortimer zuckte nur mit den Schultern, als sie ihn nach seinen Memoiren fragte. Sie konnte nicht wissen, dass er mit seinem gesammelten Werk einen großen Teil zum Trainingsleitfaden an den Ritterakademien hatte. Er und seine Kameraden hatten alle Informationen, die sie im Kampf sammelten konnten, an die zuständigen Gelehrten der Krone gesendet. Damals mit gezähmten Raubvögeln, später mit Raben und nun schien es niemanden mehr zu interessieren.

      Sie verließen nun die erschlossenen Gebiete und gelangten in die erste umliegende Ebene. Am Horizont konnte man einen kleinen Wald erkenn, dahinter befand sich ihr Ziel. Zustimmend brummte der alte Veteran, als sie ihre Sicht zu den Monstern äußerte. Im Grunde hatte die Halbelfe das Problem auf den Punkt gebracht. Mortimer überlegte ob sie schon soweit war die Hintergründe der Konflikte zwischen einfachen Kreaturen und Menschen zu deuten.

      Die tröstenden Worte der Grünhaarigen ließen den Alten jedoch aus seinen Gedanken erwachen. Unweigerlich musste Mortimer laut lachen. Das Echo seiner Stimme hallte weit über die Ebene hinweg. So weit, dass das Echo den alten ebenfalls auszulachen schien.
      Plötzlich hielt der alte Mann inne und verbarg dabei erschrocken den Mund. In den letzten Jahren gab es nicht viele Momente, in denen er seine harte Schale ablegen durfte. Vielleicht wurde er nun tatsächlich senil und verlor den Bezug zu Realität. Die Realität war hart. Sein Job war hart. Und nun saß er da und lachte über sein eigenes Versagen?

      Die Ebene war recht karg, es gab ein paar Felsen, etwas dürres Gras. Hier und da ein Baum. Alles in allem konnte man bis zum Waldesrand alles gut überblicken. Weit und breit war kein Monster oder Tier zu sehen. Hinter ihnen wurden die letzten Felder immer kleiner. Die Spitzen der Türme, die die Stadt beschützten, waren bereits hinter dem Horizont verschwunden. Man konnte die Einsamkeit hier förmlich spüren. Mortimer hatte sich mittlerweile von seinem Anfall erholt, als er sein Pferd grazil um eine Senke herum führte. Die Sonne stand mittlerweile etwas Tiefer, was es etwas erschwerte den Wald im Blick zu behalten. Am Himmel zog ein Schwarm Vögel vorbei, der sich wohl zur Abendruhe in den Wald zurück ziehen wollte.

      "Du bist hoffentlich nicht nur mitgekommen, weil du dich über mich lustig machen möchtest?" Begann er sein Schweigen zu brechen und grinste breit. "Ich bin hier weil ich hier sein muss, aber wie ist es mit dir? Du bist hier, obwohl du sowohl als Elfe, als auch als Dryade einfach dein eigenes Ding machen könntest? Das kann ich mir nicht so richtig erklären..." Fragte er Faye, so als würde ihn das schon eine ganze Weile beschäftigen.
    • Faye

      "Also bitte..." Faye schüttelte gespielt entrüstet den Kopf. "Ich hab dich nicht ausgelacht. Nur ein bisschen... ausgeliehen für spätere Geschichten." Sie grinste schief, wieder nahezu schelmisch. Jung. Verspielt. Nicht Aufmüpfig oder Respektlos, nur neckisch, weil sie wusste, dass sie es bei ihm konnte. "Du weißt schon. Die alte Legende vom runzeligen Recken, der sich heldenhaft ins Kräuterregal stürzt, während hinter ihm ein Bannkreis explodiert." Das würde sie ihm so schnell nicht vergessen. Außer es bot sich eine besser Story zum drauf rum reiten.
      Als er dann ernsthafter wurde und ihr die Frage stellte, warum sie überhaupt hier war, wurde ihr Grinsen stiller, aber nicht ganz verschwunden. Statt einer direkten Antwort sah sie sich um und ließ den Blick über die weite Ebene schweifen. Das matte Gold der untergehenden Sonne auf dem trockenen Gras, das sanfte Rauschen des Windes, das sich mit dem Flug der Vögel vermischte. Die Luft war klarer hier draußen. Ruhiger. Und obwohl kein Baum in der Nähe stand, hob sie eine Hand, ließ die Fingerspitzen durch den Wind gleiten, als würde sie doch etwas spüren, das nur sie wahrnahm.
      "Ich mag Städte nicht besonders," sagte sie schließlich leise, aber nicht traurig. "Zu laut. Zu eng. Alles wächst nur in Form und Nutzen. Aber hier..." Sie legte ihre Hand an den Hals des Pferdes, das mit weichen Schritten durch das Gras trottete. "Hier atmet alles anders. Freier."
      Sie neigte den Kopf zur Seite, die Ohren leicht zuckend. "Und nein, ich bin nicht nur mitgekommen, um dich zu ärgern." Ein kurzer Seitenblick. "Auch wenn das ein schöner Bonus ist."
      Dann sah sie wieder voraus, ihr Blick auf den fernen Wald gerichtet. "Ich bin mitgekommen, weil ich wissen will, ob ich’s kann. Ob ich was tun kann. Weißt du, Dryaden wachsen in ihren Wäldern auf. Elfen wachsen über Generationen in die Gesellschaft hinein. Ich bin irgendwo dazwischen. Ich habe kein Dorf, keinen Stamm, keine Wurzel, die mich hält. Also geh ich dahin, wo ich gebraucht werde. Oder wo jemand dumm genug ist, mir zu sagen, dass ich zu jung bin." Faye lachte wieder, diesmal nicht so verbittert wie sonst, wenn sie darüber sprach, dass jemand sie wieder unterschätzt hatte.
      "Und wenn du jemals wissen willst, was sich im Wald verbirgt, dann frag. Ich kann leider noch nicht direkt mit den Bäumen sprechen, aber sie flüstern manchmal." Ihre Stimme wurde sanfter, beinahe ein Hauch. "Wenn ein Ast anders steht. Wenn der Wind anders zieht. Wenn der Boden anders atmet. Ich spüre das. Nicht wie ein Mensch. Nicht wie ein Tier. Wie… na ja." Sie lachte leise. "Wie jemand, der ein bisschen zu viel Zeit mit Wurzeln verbracht hat. Außerdem freuen sich die Bäume und Pflanzen wenn man ihnen mal zuhört."


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    • Mortimer lehnte sich etwas gemütlicher in den Sattel, auch wenn er so sein Pferd nicht mehr perfekt führen konnte. Dafür war es nun aber angenehmer den Worten der kleinen Elfe zu lauschen. Nachdenklich rieb der Alte seinen Kinn, als sie ihn im übertragenen Sinne als runzelig bezeichnete. Er war nicht direkt gekränkt, denn sein Aussehen war längst Geschichte, doch etwas Wehmut lag dennoch in seinen Gesichtszügen. "Ein guter Ansatz." Lobte er die Grünhaarige und beobachtete dabei den Rand des Waldes, der sich langsam aber sicher nährte.

      Ihre Erklärung brachte den Veteranen ebenfalls etwas ins Grübeln. Den Teil mit den Städten konnte er sehr gut nachvollziehen. Seit einigen Jahren erging es ihm sehr ähnlich. Die Wildnis war mittlerweile weniger beängstigend als die Menschen in den Städten. Als sie ihren Bonus ansprach, entging ihm ihr kurzer Blick nicht. Erwartete sie nun eine Reaktion darauf? "Solange du bei der Sache bleibst..." Antwortete er, als hätte er sich mit seinem Schicksal längst abgefunden. Wäre sie ein Page zur damaligen Zeit gewesen, hätte sie für ihren Spott wahrscheinlich mehr als nur ein paar Zähne verloren. Zum Glück hatten sich die Zeiten geändert und die alten Traditionen waren nicht mehr bindend.
      Der Alte folgte wieder aufmerksam ihren Worten, denn sein Wissen über Elfen und Dryaden war nur sehr begrenzt. Es gab auch nicht all zu viele vertrauenswürdige Schriften, da besagte Völker meist in ihrem eigenen Kreis verkehrten. Er nickte verständnisvoll. "Da haben wir sogar etwas gemeinsam." Und damit meinte er die mangelnde Zugehörigkeit. Als ausrangierter Ritter war Mortimer auch nur noch halbherzig geduldet und lebte zwischen Krone, Gilde und einer Gesellschaft, die ihn kaum war nahm.

      Das Angebot mit dem Wald nahm er wiederum dankend an. Es wäre sicherlich hilfreich und vor allem interessant ein paar neue Blickwinkel zu erleben. "Ich habe schon gehört, dass Dryaden sehr mit der Natur verbunden sind, aber dass sie auch gleichzeitig so feinfühlig sein können, das erstaunt mich." Gestand er, als würde in seinem Kopf bereits eine Vorstellung dieser Handlung laufen.

      "Dann wirst du uns durch den Wald bringen. Ich habe keine Lust unnötige Kämpfe zu führen. Die Wesen die im Wald hausen gehen den Menschen lieber aus dem Weg, aber auf den Pferden werden uns die dummen Goblins für etwas essbares halten und angreifen. So sparen wir uns den Umweg um den Wald herum." Schlug er vor. Außerdem schmerzte sein Gesäß vom langen Ritt und je schneller sie in der Siedlung waren, desto besser. Dieses Mal warf er ihr einen kurzen Seitenblick zu, um zu sehen wie sie darauf reagierte.
      Nicht weil er an ihr zweifelte, sondern weil er gespannt darauf war ob das so auch funktionieren würde.

      Die Sonne war inzwischen kurz davor unter zu gehen, als sie den Rand des Waldes erreichten. Die großen Bäume standen nicht besonders dicht, doch das Laub der Äste sorgte für tief schwarzen Schatten. Auch die Vögel hatten ihren Gesang etwas gedämpft, als wollten sie die Ruhe der Nacht einleiten. Mortimer ärgerte sich etwas, denn er hatte den Ritt vielleicht ein paar Stunden zu kurz eingeschätzt. Bis sie auf der anderen Seite sein würden, sollte es schon Nacht sein. Hoffentlich hatte das Gasthaus lange genug offen.
    • Faye

      Als sie die ersten Wurzeln unter den Hufen spürte, veränderte sich etwas in Faye. Nicht sichtbar. Nicht laut. Aber es war da, wie ein Schleier, der sich über ihre Schultern legte und sie in etwas anderes verwandelte. Oder vielleicht nicht richtig verwandelte. Eher ihrer Natur folgte. Ihre Stimme verstummte, ihr sonst so verspielter Blick wurde ruhig und aufmerksam. Sie hielt das Pferd sanft an, ließ die Finger über den Zügel gleiten, dann sah sie über die Schulter zurück zu Mortimer. Keine Worte. Nur ein kurzer, wissender Blick. Es war einfacher der Natur zu lauschen, wenn sie nicht redete,
      Dann lenkte sie ihr Pferd in Bewegung wie ein Schatten zwischen den Stämmen. Ihre Haltung im Sattel war jetzt anders. Wacher. Ihre Ohren zuckten kaum merklich in verschiedene Richtungen, als würden sie etwas hören, das niemand sonst wahrnahm. Ein Rascheln in einem Ast, der nicht vom Wind bewegt wurde. Das plötzliche Verstummen eines Vogels. Der dumpfe Druck im Boden, wo irgendwo ein schwerer Körper in der Nähe lag. Nicht bedrohlich, aber wachsam. Ein Tier auf der Lauer, das den Geruch fremder Reiter nicht mochte.
      Faye sprach nicht. Sie musste nicht und wollte es nicht. Die Bäume flüsterten ihr genug zu.
      Hier war ein alter Wildwechsel. Zu frisch. Gerade eben huschte etwas vorbei. Keine Menschen. Krallen. Frische Spuren im weichen Lehm. Weiter rechts zeigte sich ein trockener Pfad, fast überwachsen, aber nicht vergessen. Der Boden hier war fest, war besser als der matschige Hauptweg für die Hufe ihrer Pferde.
      Sie lenkte Mortimer wortlos in eine andere Richtung als der Pfad vermuten ließ. Nicht weil sie zweifelte, sondern weil sie wusste. Der Wald sprach nicht in Sätzen, sondern in Spuren, im Echo, im Rauschen der Blätter, das mal weicher wurde, mal starrer. So wie jetzt. Eine plötzliche Spannung in den Zweigen über ihnen. Ein leiser Ruck. Der Klang eines Astes, der unter zu viel Gewicht nachgab.
      Faye hob eine Hand, langsam. Nicht panisch, eher klar. Halt.
      Ein paar Sekunden vergingen. Ein Rascheln. Dann entfernte sich etwas. Kein Angriff. Nur ein neugieriges Wesen, das ihren Geruch als fremd, aber nicht feindlich erkannt hatte. Faye wartete noch einen Moment, dann schüttelte sie leicht den Kopf. "Nur ein Schattenwolf," murmelte sie leise. "Allein. Nicht hungrig. Wollen wir weiter?"


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    • Mortimer folgte der jungen Halbelfe mit etwas Abstand ins Dunkel des Waldes. Von hinten konnte er sie sehr genau beobachten. Zumindest soweit das was er in stark gedämpften Restlicht des Tages noch erkennen konnte. Sie schien sehr aufmerksam und gleichzeitig aber auch leichtfüßig mit ihrem Pferd durch den Wald zu schreiten.
      Und auch wenn sie nicht miteinander sprachen, kam es dem Veteranen so vor, als würde dennoch ein Austausch zwischen ihnen stattfinden. Sie gab den Weg vor und wie von selbst folgte Mortimers Pferd mit sicherem Schritt, als würde es genau wissen, dass ihm keine Gefahr droht solange die Halbelfe das Kommando hatte. Unweigerlich begann auch Mortimer damit in die vermeintliche Stille des Waldes zu horchen. Doch er konnte weder Bäume noch den Wind irgendetwas flüstern hören. Nur die leisen Schritte der Hufe, die zwischen den Wurzeln aufkamen. Sie erreichten einen etwas festeren Weg. Das spürte Mortimer, da die Schritte seines treuen Reittieres merklich sicherer wurden.
      Plötzlich hielt Faye die Hand, Mortimer stoppte. Was war los? Wachsam sah er sich um, als es unweit der beiden Reiter raschelte.
      Es folgte gegen alle Erwartungen kein Angriff, sondern nur ein leises Murmeln seitens der Halbelfe. Mortimer wartete noch einen Moment, doch es schien ebenso plötzlich wieder still geworden zu sein. Daher hob er zustimmend die Hand und trieb sein Pferd an weiter zu gehen.

      Mittlerweile hatten seine Augen sich an die Dunkelheit des Waldes gewöhnt aber dennoch hatte er das Gefühl immer weniger zu erkennen. Es war ein Wunder, dass das Pferd überhaupt noch einen Huf vor den anderen setzte. Ob das auch an Faye lag?
      Der Weg wurde allmählich etwas Breiter. Vermutlich ein Schlepppfad der Holzfäller. Vermutlich gab es schon Anzeichen von gezogenen Stämmen oder Karren. Leider waren die Augen des Veteranen nicht mehr gut genug um es zu erkennen.
      Er glaubte aber den Geruch von Rauch wahrnehmen zu können. Der Wind stand nicht gerade günstig, aber der Waldschneise nach zu urteilen waren die Beiden auf direktem Wege zur Siedlung.
      Einige Minuten Vergingen noch, ehe man im Dunkel einen schwachen Lichtschein erkennen konnte. Die Siedlung musste den Waldrand wohl aus Angst vor wilden Tieren ausgeleuchtet haben. Mortimer gab seinem Pferd einen Ruck, sodass es ungefähr auf gleicher Höhe zu Fayes Pferd kam. Noch völlig berührt von ihrer Art diesen Wald zu durchqueren, flüsterte er: "Ich hätte eine Fackel mitnehmen sollen. Hoffen wir, dass sie keine Bogenschützen oder Magier haben, die uns für Marodeure halten." Der Gedanke daran wieder einen Pfeil aus der Schulter zu schneiden zu müssen, brachte den Alten etwas ins Schaudern. Doch nun gab es keine andere Möglichkeit mehr, als darauf zu vertrauen, dass ein alter Mann und ein vermeintliches Kind auch als solche erkannt werden würden.

      Je weiter die Beiden dem Waldrand kamen, desto mehr kleine Lichte schimmerten zwischen den Stämmen und Büschen hindurch. Schließlich lichtete sich das Meer aus Bäumen und sie hatten den Wald verlassen. Vor ihnen lag die kleine Siedlung mit ihren kleinen Häusern. Das Zentrum bildete ein etwas größeres Haus und eine Art Kirche, zumindest hatte das Gebäude einen Turm. Gegen die Dunkelheit hatten die Bewohner in ihren Häusern Lichter brennen. Mortimer wunderte sich, dass die ganze Siedlung wohl noch wach zu sein schien, denn in fast jedem Haus war mindesten ein Fenster hell erleuchtet. Einige hatten die Fensterläden geschlossen, doch das seichte Licht drang noch immer hinaus ins Dunkel.

      Zum Glück flogen auch keine Pfeile oder Zauber. Es schien generell keine Wachen zu geben. Mortimer hatte ein ungutes Gefühl in der Magengrube. Es gab durchaus Monster die Fallen stellen konnten, wie etwas der Mimic, doch ein ganze Siedlung war unwahrscheinlich. Viel eher war wohl die Seuche das Problem.
      Mit langsamen Schritten trabte der Veteran auf die Lichter der Häuser zu und versuchte zu erkennen ob in den Fenstern jemand zu sehen war. Erst als sie im Zentrum angekommen waren, durchbrach eine Stimme die Stille. "Halt! Wer da?!" Rief Mann mit Lederrüstung und Eisenhelm und zündete eine große Öllampe an. Im Licht erkannte man seine Gesichtszüge, einen kleinen schwarzen Schnauzer und tiefe Augenringe. "Grüße euch. Wir kommen aus der Stadt und suchen eine Bleibe für die Nacht." Antwortete Mortimer, blieb aber noch im Sattel, die Zügel leicht angespannt. Der Wachmann hob prüfend seine Laterne zwischen Faye und Mortimer hin und her, als würde er versuchen zu verstehen was er sah. "Ihr könnt hier nicht bleiben. Wir haben kranke, verschwindet lieber, solange ihr noch könnt." Warnte der Wachmann, woraufhin Mortimer aus dem Sattel und "Keine Sorge, das wissen wir bereits." antwortete.
      Aus seiner Manteltasche zog der Veteran eine der dicken Münzen, die er auch Faye gegeben hatte. Der Wachmann beäugte das gute Stück erst kritisch, begann dann aber etwas zu strahlen. "Wir brauchen dringen Hilfe. Ihr müsst uns helfen." Flehte der Mann und die Verzweiflung in seiner Stimme war der Feindseligkeit vom Anfang gewichen. "Kommt. Hier in die Taverne." Der Mann winkte Mortimer und Faye zur Großen Tür des ebenso großen Gasthauses. Früher mussten hier große Feste veranstaltet worden sein.

      Der Veteran folgte dem Wachmann in an die Taverne und übergab ihm die Zügel. "Kein Wasser und kein Futter für die Tiere. Wir kümmern uns später selbst." Wies Mortimer mit strenger Stimme an und wartete darauf, dass auch Faye ihr Pferd in die Obhut des Wachmannes gab.
      Anschließend öffnete er die Tür der Taverne und fand einen großen aber Menschenleeren Raum auf.
      Am Tresen war ebenfalls niemand. Nicht einmal das Feuer im Kamin brannte.
      "Sind wohl alle krank im Bett..." Schlussfolgerte Mortimer und war einen prüfenden Blick auf die Bierfässer, die hinter der Theke an der Wand hingen. Es war jedenfalls sauber, keine Anzeichen eines Kampfes. Der Veteran nahm sich eine Laterne vom Halter, der neben der Tür an der Wand angebracht war und leuchtete etwas näher auf den Boden. "Glück gehabt." seufzte er und schob mit seinem Stiefel ein paar Brocken alte Erde zur Seite, die unter seinen Sohlen zu Staub zerfielen. Die Laterne hängte er wieder sachte an den eisernen Haken.

      Fast zeitgleich betrat auch der Wachmann die Stube. "Die Seuche... Ihr müsst uns helfen..." Flehte der Mann erneut und nun gab es genug Licht, sodass man seine blasse Haut und die blauen Ringe unter seinen Augen gut erkennen konnte. "Habt ihr ein Zimmer? Wir sind sehr lange gereist. Morgen früh können wir sicher etwas für euch tun." Beschwichtigte Mortimer den Mann, der sichtlich enttäuscht war. Doch der Veteran ließ sich davon nicht beirren. Viele nannten ihn deswegen manchmal herzlos oder unsensibel, doch er hatte einfach schon zu viel Elend gesehen, als dass ihn das noch wirklich berühren würde. Längs wäre er an Kummer gestorben, wenn er jedes Menschenleben betrauern würde. "Also?" Hakte er in einem deutlich strengeren Ton nach. Der Wachmann nickte noch etwas mehr enttäuscht und wies auf die Treppe. "Sind alle leer. Und keiner da der bedient." Murmelte der Wachmann mit gesenktem Haupt.
      Mortimer zog ein paar Silbermünzen aus seiner Tasche und drückte sie dem Wachmann in die Hand. "Die Pferde sind hinten im Stall?" Erkundigte sich der Alte und deutete auf eine Tür, die an der Gegenüberliegenden Wand des langen Raumes lag. Sie mussten den Tieren den Rest Wasser aus Ihren Flaschen geben und das Trockenfleisch aus den Taschen holen. In den Fässern war hoffentlich noch Bier, denn was Wasser wollte er hier nicht trinken. "Danke für die Unterkunft." Sagte Mortimer emotionslos und wartete, bis der Wachmann die Tür hinter sich geschlossen hatte.

      Müde seufzte der Veteran und sah Faye dann einen Moment an, als wäre sie plötzlich neben ihm aufgetaucht. Er hatte völlig vergessen, dass sie auch noch da war. "...Irgendwann sehen alle enttäuschten Gesichter gleich aus..." Murmelte der Alte und ging ohne nochmal zurück zu blicken zu den Tieren, um ihnen Wasser zu geben und sie für ihre Arbeit zu loben. Anschließend packte er das Essen zusammen, zögerte aber noch zurück in den Gastraum zu gehen.
    • Faye


      Faye hatte das Pferd schweigend dem Wachmann übergeben. Sie hatte nichts gesagt, als Mortimer zuerst das Gasthaus betreten hatte. Auch jetzt blieb sie still, ihre Schritte kaum hörbar auf dem hölzernen Boden, als sie in die Taverne trat. Die Luft roch nach altem Rauch, feuchtem Holz, und einer seltsamen Schwere, die nicht vom Wetter kam. Alt. Etwas modrig. Es war die Art von Stille, in der ein Raum noch Geschichten erzählte, obwohl niemand mehr sprach.
      Sie sah sich um. Keine Spuren von Blut. Keine zerschlagenen Tische. Nur Leere. Und Müdigkeit. Die Art, die sich in die Wände frisst, wenn Menschen zu lange hoffen und niemand kommt.
      Faye stellte ihren Beutel auf einen der Tische, strich sich das grün-silberne Haar aus dem Gesicht und sah zu Mortimer, als er wieder hereinkam. Dass er sie fast vergessen hatte, störte sie nicht. Sie war es gewohnt, übersehen zu werden, wenn Dinge wichtig wurden. Sie war klein. Leise. Nicht der Held, nicht die Klinge. Aber sie war da. Hier hatte sie kein Problem auf ihn zu warten.
      "Du siehst aus, als würdest du dir die Schuld für jedes Gesicht aufladen, das dich zu lange anschaut," sagte sie schließlich leise, aber nicht vorwurfsvoll. Eher eine Beobachtung, nicht ein Urteil. "Ich mach das auch manchmal. Ist dumm, ich weiß. Bringt niemandem was. Aber man denkt, wenn man’s lang genug spürt, macht es den anderen weniger weh."
      "Ich werde morgen sehen, was ich tun kann." fügte sie dann hinzu, den Kräuterbeutel schwingend. "Ich bin vielleicht keine Heilerin, aber gut darin Probleme mit Tränken zu lösen, solang das möglich ist."


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    • Mortimer packte das Trockenfleisch neben den Beutel der Halbelfe und lächelte müde, anscheinend war sein Poker face auch nicht mehr das was es mal war. Es war ihm nicht unangenehm, dass sie die Situation so offen ansprach, denn es lag etwas Trost in ihren Worten.
      "Ich weiß nicht was ich spüre." Antwortete er leise und wollte sich schon umdrehen, als sie noch etwas Hinzufügte. Ihre Zuversicht war wie Balsam für die Seele. "Du könntest eine Heldin für dieses Dorf werden." Antwortete er, doch schwang etwas warnendes in seiner Stimme mit.
      Nun wollte der Veteran aber wissen, ob die Fässer wirklich gefüllt waren. Mit leerem Magen und trockener Kehle konnte man keinen Krieg gewinnen. Und schlafen schon zweimal nicht. Außerdem war der Vorwand gut, um nochmal etwas Zeit zu haben über ihre Worte nachzudenken. Der Alte ging hinüber an die Fässer und versuchte einen der großen Krüge zu befüllen. Entgegen aller Zweifel, strömte das Bier in einem Breiten Strahl aus dem Fass und so waren schnell zwei mächtige Krüge befüllt, mit denen er zurück an Tisch kam. "Bitte schön." Mit diesen Worten ließ er den Krug, dessen Schaumkrone durch den Aufprall auf die Tischplatte nun überlief, zu ihr hinüber rutschen. Genüsslich nahm Mortimer ein paar große Schlücke und biss in eine der harten Fleischstücke. Dann erst nahm er Platz. Das Leben als Abenteurer hatte ihn die eine oder andere Förmlichkeit über Bord werfen lassen.
      "Um ehrlich zu sein hätte ich mich nur um die eine Hälfte des Problems kümmern können. Mein Wissen über Heilkunde ist so einem Ausmaß bei weitem nicht gewachsen." Gestand er der Grünhaarigen und nahm anschließend noch ein paar Tiefe Schlücke, um das trockene Fleisch aus dem Hals zu spülen. "Hätte nicht gedacht, dass es so übel um die Menschen steht. Nur das Nest zu zerstören würde das Sterben in dieser Siedlung nicht mehr aufhalten. Mit dir haben sie wenigstens noch eine Chance."
      Der alte Mann trank und aß weiter, bis sein Krug leer war, ehe er noch eine Runde nach schenkte. Das Bier war nicht besonders stark, doch stark genug um die Krankheit im Wasser abzutöten. "Hast du ein Problem damit, wenn wir uns in einem Zimmer verbarrikadieren?" Fragte er, etwas zögernd. "Ich schlafe an der Tür, es ist nur so, dass ich draußen auf dem Flur nicht schlafen kann. Schlechte Erfahrung mit einem Messer." Erklärte er und deutete auf eine breite Narbe an seiner linken Halsseite.
    • Faye

      "Also ich hatte jetzt nicht gehofft irgendeine Heldin zu werden," schoss Faye direkt zurück, auch wenn sie Mortimer ein halb schiefes Lächeln gab. Sie fühlte sich nicht dazu verpflichtet, ganz im Gegenteil. "Ich bin da wo ich hin will und wenn jemand meine Hilfe braucht versuche ich zu helfen. So wie bei dir auch." Ihre Augen blitzten wieder schelmisch, als sie sich an den Tag erinnerte, wie Mortimer und sie sich kennen gelernt hatten. Das ganze war nun mehr als einen Monat her und irgendwie hatte sich die Halbelfin sehr an den Tattergreis gewöhnt.
      Die Stille, die sie eben im Wald noch wie einen zweiten Mantel getragen hatte, war wie weggeblasen, als Mortimer ihr den Bierkrug in die Hand drückte. "Du bist der Beste," bedankte sie sich aufrichtig. Bier war immer gut und hier verweigerte ihr niemand den guten Trunk. Anders als so viele zu vor hatte er sie nie unterschätzt und ihre Verbindung im Wald auch nicht hinterfragt. Das machte sie glücklicher, als sie selbst vermutet hätte. Selbst, wenn die Atmosphäre mehr gedrückt war als alles andere. So allein in einer Gastschänke zu sein, die normalerweise für viele Reisende ausgelegt war, war irgendwie etwas unheimlich.
      "Da haben wir doch eine gute Aufgabenteilung. Du machst das Grobe und ich kümmere mich um die Feinheiten. Oder sowas in der Art." Faye aß ebenfalls etwas von den Rationen und nickte dem alten Mann noch einmal zu, als dieser ihr das zweite Bier vor die Nase setzte. "Kein Problem. Man weiß ja nie." Ihre Augen folgten seiner Hand und landeten schließlich auf der breiten Narbe. Sowas hatte sie zwar selber noch nicht erlebt, aber sie musste nicht nachfragen, was passiert war.
      Leider waren solche Überfälle häufig und gerade jemand wie Mortimer hatte sicherlich mehr Feinde als Freunde. "Mach das, womit du dich am wohlsten fühlst. Ich kann überall schlafen." bestätigte sie nochmal, erpicht darauf, ihn nicht zu sehr in Schutz zu nehmen und gleichzeitig ihre Unterstützung auszudrücken. "Ab morgen wird's anstrengend, da ist jede ruhige Minute eine gute Minute."


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    • Der Alte lächelte unwillkürlich, als sie ihm die Aufgabenteilung erklärte. Bisher hatte er ihr nur bewiesen, wie gut er Schränke voller Kräuter zerlegen konnte. "Das hört sich gar nicht so schlecht an." Bestätigte er ihren Vorschlag. Zwar traute er ihr zu mit einem Kurzschwert oder Bogen zu kämpfen, doch an der Front war es nun mal wichtig einstecken und richtig austeilen zu können. "Wenn ich noch so einen Tee bekomme, dann kannst du auch einfach nur zusehen." Scherzte der Veteran, ehe er nochmal seinen Krug hob.

      Es erleichterte Mortimer auch, dass sie keine Skrupel davor hatte sich ein Zimmer zu teilen. Das machte es einiges leichter. "Das ist praktisch." Antwortete er und besah sich daraufhin die trostlose Leere in der Halle. Nur weil er Kampferprobt war hieß das nicht, dass er schlafen konnte, wenn sein Leben potentiell in Gefahr war. So abgebrüht musste man erstmal sein.
      "Hast du im Wald irgendwas seltsames wahrgenommen? Ich hatte den Eindruck, dass es sehr ruhig war. Für gewöhnlich sind die Nester eher in Wäldern. Dieses Mal hatte ich aber den Eindruck, dass die Monster den Wald meiden. Oder sind wir einfach keinen Begegnet?" Erkundigte er sich nachdenklich durch den Bart kraulend. Ein Wald der von Monstern gemieden wurde hatte unnötigerweise die Angewohnheit noch stärkere Monster zu beherbergen. Ein großes Rudel Schattenwölfe zum Beispiel. Doch solange diese von den Menschen fern blieben gab es keinen Grund sie zu jagen. Der Veteran betrachtete einen Moment Fayes Gesicht, ihre Augen und schließlich die grünen Haare. Man sah ihr an, dass sie aus den Naturvölkern abstammte. Vermutlich hatte sie ebenfalls kein Interesse daran die Bewohner des Waldes abzuschlachten. "Es geht nur darum den Suchradius einzugrenzen. Hab keine Lust im Wald in ein Rudel Wölfe zu geraten... schlechte Erfahrung..." Grinste er und präsentierte stolz zwei weitere Narben, in Form einer alten ausgerissenen Bisswunde, am linken Arm.
      "Es hat eine Weile gedauert bis ich verstanden habe wie man manche Dinge angehen muss. Und die meisten Lehrstunden hatte ich in meiner Jugend... Und dann als mein Bein zerfetzt wurde..." Mortimer trank sein Bier aus und lehnte sich anschließend gähnend in den Stuhl zurück.
    • Faye

      "Irgendwer muss dich ja bei guter Gesundheit halten. Sonst steh ich wieder irgendwo verloren und werd für ein Kind gehalten." schoss die Grünhaarige zurück, als er den Tee erwähnte. Sie hatte sich damals in der Kirche wirklich Mühe gegeben, ihm etwas zu servieren, was nicht so bitter schmeckte und seinen Körper fortwährend unterstützte. Muskelaufbau und -relaxant, sowie Immununterstützung und abends etwas Beruhigung für einen besseren Schlaf. Dabei war sie nicht selten auf den Markt gegangen und hatte die richtigen Kräuter besorgt.

      "Du hast auch mehr schlechte, als gute Erfahrungen gesammelt." Faye verdrehte die Augen, als er ihr noch mehr Narben zeigte. Irgendwie überraschte sie das gar nicht mehr. "Aber Erfahrungen sind Erfahrungen. Wenn du mir davon erzählst kann ich was draus lernen ohne...die Wunden." Sie sah kurz an die hölzerne Decke, bevor sie einen kräftigen Schluck nahm.
      "Nichts allzu außergewöhnliches. Wir haben ja extra einen stilleren Pfad genommen, der uns vom Wald vorgeschlagen wurde. Wenn etwas ganz böses oder gefährliches gelauert hätte, dann hätten mir die Bäume das erzählt", erklärte sie, den Blick immer noch nach oben gerichtet, während sie überlegte. "Aber es kann gut sein, dass die Kommunikation zwischen den Pflanzen gestört ist. Das passiert oft, wenn zu viele Monster unterwegs sind und damit die Umgebung korrumpieren. Ich werde morgen aufpassen und gut zuhören sobald mich was neues erreicht."
      Damit trank sie den letzten Schluck aus. "Also Väterchen, ab ins Bett. Oder auf den Boden, was auch immer du willst."


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    • Mortimer nickte zustimmen. "So machen wir das." Bestätigte er ihren Vorschlag und packte alles zusammen. Gemütlich stapfte er daraufhin die hölzerne Treppe hinauf und betrachte oben den langen dunklen Gang. Rechts und links waren ein paar Türen. Die zweite von links schien ihm ganz passend zu sein. Als er diese öffnete, lag ein recht geräumiges Zimmer vor ihm.
      Im Dunkel war es schwer zu sehen, doch hatte er wohl tatsächlich ein Doppelzimmer erwischt. "Hm. was für ein Zufall." Kommentierte er seine Entdeckung, ehe er den Raum betrat und eine kleine Öllampe entzündete, die zwischen den Betten auf einem Tisch mit zwei Stühlen stand. Das wenige Licht flutete, mit anschwellen der Flamme, den Raum.

      Als Faye eingetreten war, schloss der Alte die Tür und verriegelte sie mit dem dafür vorgesehenen Riegel. "Erstaunlich." Murmelte er, denn in den seltensten Fällen hatten Gasthäuser richtige Türen und kräftige Riegel. Hier wurde nicht gespart. Woher die Bewohner wohl ihren Reichtum hatten? Nach der Begutachtung, verkeilte er trotzdem noch die beiden Stühle in der Tür, ehe sein Ziel eines der beiden Betten war. "Ich glaube wenn da einer durch kommt, dann nicht ohne das halbe Dorf zu wecken." Die Worte klangen eher wie eine Ausrede, als eine Tatsache.
      Die Betten waren ebenfalls sehr hochwertig. Eine Unterlage aus einer Stoffbahn die so breit war wie eine ganze Hand. Die Decke ausgestopft mit Daunen und das Kissen gefüllt mit einer Art Baumwolle. Begeistert ließ sich Mortimer nieder und platzierte seinen Stab griffbereit. Nur für alle Fälle.
      Wenigstens ein paar Stunden. Animierte er sich selbst etwas runter zu fahren. Der leichte Alkohol des Bieres half ihm dabei etwas zu entspannen.


      Ein Knarren riss Mortimer plötzlich aus dem Schlaf. Es war bereits hell. Die Morgensonne hatte die Balken den Hauses erwärmt, sodass diese sich nun knarrend ausdehnten. Trotzdem lauschte der Alte sicherheitshalber an der Tür, den treuen Stab in der Hand. Keine Schritte, die Stühle waren auch noch da. Hatte er die ganze Nacht geschlafen?
      Noch etwas schlaftrunken, reckte er seine Glieder und begann schon mal damit die Stühle wieder an ihren Platz zu stellen.
      Es war ein harter Tag zu erwarten. "Mädchen. Bist du wach?" Fragte er, denn einfach anfassen und aus dem Bett werfen konnte er sie nicht.
    • Faye

      Faye hatte sich schnell zurecht gefunden. Der Raum war besser ausgestattet als erwartet, immerhin gab es zwei getrennte Betten und sogar eine Art Matratze. Es hätte sie auch nicht sonderlich gestört irgendwo im Wald zu schlafen, aber das blieb ihnen ja gottseidank verwehrt. Zwar beobachtete sie noch, wie Mortimer den Raum verriegelte, doch sie hielt sich mit Kommentaren zurück.
      Stattdessen legte sie sich ebenfalls einfach nieder und verschwand im Lande der Träume. Die, wohlgemerkt, sehr konfus waren. Eine Vorahnung? Eine Art Eingebung vielleicht? Faye erinnerte sich nicht mehr an die genauen Worte und Bilder, doch sie hatte ein sehr ungutes Gefühl, als sie letztendlich aufwachte.
      "Mädchen. Bist du wach?", riss Mortimer's Stimme sie aus ihrem Schönheitsschlaf. "Ja.." grummelte sie, leise und verschlafen. Die Helligkeit des Morgenlichts war etwas irritierend, aber nicht lähmend, weshalb sie, schneller als ihr lieb war, die Ohren spitzte und sich selber aus ihren Laken schälte. "Guten Morgen, Väterchen. Scheint als hättest du ebenfalls besser geschlafen, als du dir gestern Abend ausgemalt hast." schoss sie sofort wieder los, während sie sich streckte und etwas schüttelte um zumindest die grünen Haare etwas zu lockern.
      "Ich mach mich eben fertig und dann können wir mal gucken, was uns heute so alles erwartet", ließ sie ihn wissen und verschwand sogleich im angrenzenden Badezimmer. Sie ließ sich etwas Zeit um ihre langen Haare zu bändigen und sich ordentlich zu waschen, doch als sie endlich heraus trat war sie alles andere als verschlafen. Fast schon ein bisschen zu motiviert.
      "Was ist der Plan? Ich würde vorschlagen wir gucken uns erst mal die Kranken an. Vielleicht kann ich dir auch mehr Informationen geben, womit wir es überhaupt zu tun haben, wenn ich weiß, woran sie überhaupt leiden. Danach können wir unser weiteres Vorgehen nochmal besprechen?"


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    • Langsam aber sicher erhob sich Faye aus ihrem Laken. Erst dachte Mortimer sie würde gar nicht in die Gänge kommen, doch da hatte er sich kräftig geschnitten. Das Mädchen stieg, wenn auch mit Verzögerung, direkt auf seine Anspielung ein. "Ja. Bin frisch und munter." Antwortete der Alte gelassen. Als sie meinte sich frisch machen zu müssen, seufzte Mortimer nur lautlos. Es hatte eben Vor und Nachteile mit einer Frau zu reisen. Er hatte doch gestern erst gebadet und spätestens in ein paar Stunden würde er vermutlich voller Blut und Schmutz sein. Darum beschränkte sich die Morgentoilette für Senioren heute auf einen beherzten Wisch durchs Gesicht.

      Als sie fertig war, unterbreitete sie dem Veteranen sogleich ihre Pläne. "Ich kann dir jetzt schon sagen, dass wir wahrscheinlich gar nicht drum herum kommen. Daher machen wir es so." Meinte Mortimer nachdenklich den Bart zurecht rückend. "Also gut." Stimmte er entschlossen zu und stieg die Treppe vom Vorabend hinunter. Der Gastraum war nun spärlich vom Licht der Sonne erhellt, sodass der Alte keine Probleme hatte die große Tür zum Dorf zu finden. Als er diese langsam öffnete, konnte er zwar im ersten Moment nichts erkennen, da das Licht genau in seine Augen fiel, doch hörte er direkt ein wirres Durcheinander an Stimmen. Ernüchtert seufzend, schob Mortimer die Tür komplett auf und trat halb blind die Stufen hinunter.
      Nun hatten sich seine Augen wieder etwas mehr an die Helligkeit gewöhnt und er konnte sehen, dass bestimmt zwanzig Menschen auf dem kleinen Platz versammelt waren. Darunter auch der bleiche Wachmann vom Vorabend. Niemand sagte etwas. Ein kleines Mädchen klammerte sich ängstlich an den Rock ihrer Mutter. Ein junger Mann, ebenso bleich wie mager, hob bittend die Hände.
      Mortimer beäugte die Menschen einen nach dem Anderen. Wie eine bekannte Seuche sah ihm das nicht aus. Keine Pocken, keine offenen Wunden. Doch es war nicht sein Fachgebiet Krankheiten zu identifizieren und Diagnosen zu stellen. Sein Urteil beruhte auf dem was er bereits gesehen und gehört hatte.

      Nun trat der Wachmann vor und ergriff das Wort: "Jeder der noch genug Kraft hatte um zu gehen ist hier. Viele sind schon zu schwach, viele sind bereits... verstorben." Berichtete er und deutete auf die hilflos drein schauenden Frauen, Männer und Kinder. Alle bleich und abgemagert. "Hört zu! Ich bin kein Heiler und auch kein Priester. Aber ich werde versuchen die Ursache eurer Krankheit zu finden und zu beseitigen." Verkündete der Veteran mit harter Stimme und wartete einen Augenblick ab, um das enttäuschte Stöhnen der Bewohner an sich vorbei ziehen zu lassen. "Faye, meine Begleiterin, ist euch bei euren anderen Problemen eine bessere Hilfe als ich. Darum möchte ich euch dazu anhalten ihren Anweisungen Folge zu leisten." Setzte er seine Ankündigung fort und trat zur Seite, um dann mit dem Wachmann ein paar Schritte Abstand zu nehmen.

      Die Menschen schienen nun eher verwirrt. Einige blickten Faye etwas ungläubig an. Andere traten näher und begannen ohne zu zögern ihre Symptome und die ihrer Angehörigen zu beten, als wäre Faye eine Gottheit. Mortimer hatte sichtlich Mitleid. Sowohl mit den Menschen, als auch mit der Grünhaarigen.
      Mortimer nutzte die Zeit um mit dem Wachmann über mögliche Monsteransammlungen oder ungewöhnliche Vorkommnisse zu tuscheln. Doch hatte er stets einen Wachsamen Blick auf die Halbelfe. Die Menschen blieben anfangs noch recht ruhig, doch als die die noch gezögert hatten ebenfalls hinzu kamen, schien die Traube aus Menschen die junge Elfe förmlich zu verschlingen.
      Der Veteran unterbrach sein Gespräch mit der Wache und trat an Fayes Seite. "Du kommst klar?" Fragte er ruhig. Die Menschentraube redete weiterhin wild durcheinander. So kraftlos sie auch waren. Menschen in Not konnten auch sehr schnell ungemütlich und beängstigend werden. Jedenfalls ließ sich niemand davon beeindrucken, dass nun ein alter Mann da stand und ernst drein blickte.
    • Faye
      Sie war Mortimer zu den Kranken gefolgt. Eigentlich war sie mit recht guter Laune aufgewacht, doch sobald sie die kränklichen Menschen erblickte wurde sie ernst. Ohne zu zögern zog sie ein dunkles Tuch vor die Nase und band es sich hinter ihrem Kopf zusammen. Erst dann reichte sie Mortimer ebenfalls eines.
      "Wir haben nichts davon, wenn wir uns auch anstecken." erklärte sie und wandte sich wieder den Menschen zu. Ihre Augen waren darauf trainiert Krankheiten und deren Ursache zu erkennen, aber auch das dauerte je nach Krankheit eben eine ganze Weile. Wenn die Pandemie sich über die Luft übertrug war es besser sich so früh wie möglich gegen die Pathogene zu schützen. Daher hob sie kurz die Hand an ihr Tuch und sprach einen schnellen Zauber, der die Luft durch das Tuch nochmal filterte und tat dasselbe bei Mortimer.
      Erst dann ließ sie sich von dem Schwall der Menge mittreiben um sich ein klareres Bild zu machen. Es war offensichtlich, dass das Problem schon länger ignoriert wurde und dann immer weiter seine Bahnen gezogen hatte.
      "Triage." deutete sie zu Mortimer und der Wache. "Die Schwächsten alle in einen Raum. Um die kümmere ich mich als erstes. Wenn ich sie stabilisiert habe überlegen wir, wo die Ursache herkommt. Bis lang sieht es aus wie eine Krankheit aus den Städten, die nicht richtig gesäubert wurden. Ich brauche abgekochtes Wasser und einen sterilen Raum für meine Kräuter."


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    • Wortlos tat der Veteran was ihm gesagt wurde, das Tuch auf und den Mund und fest hinter dem Kopf verschnürt. Eine weitere Anweisung ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten. Die Wache brauchte einen Moment, um die Wünsche der Grünhaarigen zu sortieren. Ging dann aber sogleich los um zwei der anliegenden Häuser zu räumen. Mortimer besorgte sich einen Kohlefettstift, mit dem die Landwirte ihre Tiere markierten und übergab diesen dem Wachmann. Er kannte seine Leute und würde schon die richtig schwachen raus filtern können.

      Mortimer verschwand daraufhin in der Taverne und kümmerte sich in der Zeit, in der die Kranken und noch kränkeren getrennt wurden, um das heiße Wasser. Bis das Wasser wiederum soweit war, räumte der alte Mann die Speisekammer in der Vorraum. Es war nicht mehr viel darin zu finden, außer zwei Fässern mit sauren Gurken und einem Rad Käse.
      Die Kleine Kammer war nur unweit von der Theke und ebenso nach zu den Feuerstellen, auf dem die großen Kessel mit dem Wasser langsam zu köcheln begannen.
      Es gab nur noch ein Problem: Wie sollte er nun auf die Schnelle einen ganzen Raum steril bekommen? Für gewöhnlich nutzten die Priester Räucherwerk oder starken Alkohol. Der Alte grübelte einen Moment und versuchte irgendwas aus seinen Erinnerungen heraus zu kitzeln. Feuer! In den Bergdörfern des Ostens reinigten die Schamanen die Luft mit Feuerzauber. Die Ernüchterung trat jedoch ein, als Mortimer überlegte wie er nun einen Schamanenzauber wirken sollte?
      Zuerst einmal richtete er noch einen Tisch und ein paar große Kerzen in die kleine Kammer. Ein großes Messer und eine Kelle. Es war eben das was an der Theke und dem Gastraum so zu finden war.

      Schließlich kehrte der Veteran zurück auf den Dorfplatz. Die Menschen waren wie vom Erdboden verschwunden. Vermutlich hatten sie sich auf die beiden Häuser aufgeteilt. Der Wachmann schien ganz schön aus der Puste zu sein. Ein echtes Wunder, dass der Kerl überhaupt noch stehen konnte. "Ihr solltet euch besser ausruhen." Riet Mortimer und versuchte dann Faye ausfindig zu machen.
      "Du bist doch Magie kundig?" Begann er seine Frage an die Grünhaarige zu stellen. "So ein Feuerball würde jetzt gut dabei helfen die Speisekammer zu desinfizieren." Vielleicht klang das im ersten Moment verrückt, doch wenn sie nicht zufällig die passenden Kräuter oder ein paar dutzend Liter hochprozentigen in der Tasche hatte, dann war das wohl die einfachste Lösung. In den Augen das alten Abenteurers funkelte die Vorfreude auf ein großes Spektakel.