Too old for the last journey, so what? [Akuma&Akkubird]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Faye
      Die Türglocke bimmelte kaum hörbar, als Faye den Laden betrat. Ihr erster Gedanke war eindeutig. Wow. Staubfrei. Ihr zweiter ebenso eindeutig. Zu sauber. Ihre Schritte auf dem Teppich waren fast lautlos. Die Luft roch nach Alkohol, getrockneten Kräutern und einem Hauch von... ja, eindeutig zu viel Lavendel. Als hätte jemand versucht, den Geruch echter Arbeit durch Prestigeduft zu ersetzen.
      Sie ließ ihren Blick schweifen. Die Wandregale waren ordentlich sortiert, jedes Fläschchen mit einem kleinen Zettel beschriftet. Auf den ersten Blick sah alles makellos aus. Aber zu makellos, wie eine Ausstellung, kein echter Laden. Irgendwie unheimlich. Schließlich waren die Waren gar nicht sooo schlecht.
      Sie blieb höflich in der Nähe der Tür stehen, solange der Mann beschäftigt war. Dann hob sie ruhig die Stimme.
      "Verzeihung? Ich suche etwas für Konzentration und Regeneration. Am besten kombinierbar mit Heilkräutern."
      Ihre Stimme war hell, aber nicht aufdringlich. Die Art Stimme, die man von einer gelehrten Schülerin erwarten würde. Interessiert, aber nicht respektlos. Mit einem eindeutigen Ziel.
      Als er sich umdrehte, trat sie näher an den Tresen, die Hände locker am Gürtel verschränkt, wo der Kräuterbeutel baumelte. Ihr Blick war neugierig, aber wach. Während er sprach ließ sie ihre Augen wandern. Über die makellos angebrachten Etiketten, über Flaschenböden, über die winzigen Farbschlieren im Glas.
      Faye wusste, worauf sie achten musste. Die Struktur eines Tranks verriet mehr als sein Etikett. Der Dunst, der in der Flasche zurückblieb, die Menge an Bindekristallen am Korken, sogar die Flammenreflexion in der Flüssigkeit selbst. Und wenn er wirklich der Magier war, der Mortimer den verfluchten Stein verkauft hatte... dann gab es eine gute Chance, dass sich in diesem Laden noch mehr Unsauberkeit verbarg. Vielleicht nicht nur in den Flaschen. Sie lächelte sanft.
      "Ich habe ein paar Zutaten dabei, die ich anpassen müsste. Vielleicht können Sie mir sagen, was sich gut ergänzt? Ich bin keine Anfängerin, aber ein bisschen Hilfe kann ja jeder gebrauchen."
      Sie ließ die Worte wie beiläufig fallen, aber nicht zu beiläufig. Gerade spitz genug, dass jemand mit Stolz darauf reagieren müsste.


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    • Mortimer sorgte dafür, dass die Tür des Ladens einen winzigen Spalt geöffnet blieb, damit er alles einigermaßen mithören konnte.

      Der Magier, eitel wie er war, schenkte der Türglocke keine große Beachtung und gab sich dabei schwer beschäftigt. Erst als die Halbelfe die Stimme erhob, drehte sich der Händler langsam um und blickte mit einem müden Blick über den Tresen, hinab auf den grünen Haarschopf, der sich dort nun befand. Mit einem ebenso müden seufzen, entnahm der Magier die gewünschten Substanzen aus seinem Regal und tütete diese in einen Leinenbeutel ein. "3x Konzentration und Regeneration, 3/4 gefüllt mit mehrfach verschließbaren Deckeln..." Zählte er und tippte dabei nachdenklich auf den schweren Eichentisch, als wolle er so den Preis ermitteln.
      Auf die Frage der Halbelfe zischte der Magier geräuschvoll etwas Luft zwischen seinen bleichen Zähnen hindurch. "Du meinst ich soll dir helfen, bevor du meine Meisterwerke versaust?" Konterte der Magier amüsiert. "Die Grundzutat für Regeneration ist Blasenlilie, dazu passt also was, wenn die Grundzutat von Konzentration Akundas Kraut ist?" Fragte er genervt und wedelte dabei ungeduldig mit den Armen, wartete aber keine weitere Antwort ab. "-Ankerkraut, dass mit Alkohol ausgezogen wird und bei Raumtemperatur mit den eben genannten Tränken über eine Nacht um Vakuum stehen gelassen wird. Dann kräftig aufschütteln und die Trübstoffe mit einem Tuch heraus filtern."
      Wie ein Lehrer stand der Magier mit geschwollener Brust hinter seinem Tresen. "Oder du sparst dir die Experimente und kaufst gleich die fertigen Exoten. Die sind allerdings... sicher verwahrt." Schlug er vor und führte demonstrativ eine Handbewegung aus. Dabei schob sich die Wand hinter dem Tresen nach hinten und eröffnete einen weit aus größeren Raum.
      Hier standen Ampullen voller fremdartiger Substanzen. Auch ein vollwertiger Alchemietisch mit Labor befand sich in der Mitte des Raumes. Am Rand waren Regale über Regale, zum Teil mit alten Schriftrollen und zum Teil mit Schubladen, in denen Kräuter und Pulver gesammelt wurde.

      Mortimer verspürte eine gewisse Unruhe und sine Wunden begannen zu pochen, als der Magier seinen Laden erweiterte. Es gab jedoch noch keine Beweise und einfach hinein zu stürmen könnte alles zu Nichte machen.
      Der Magier grinste hämisch, als eine andere Geste die Eingangstür von innen verriegelte.
    • Faye
      Faye lächelte höflich, als der Magier die Zutaten aufzählte, als wäre er der große Meister in einem Puppenstück. Sie trat näher, langsam, den Blick aufmerksam durch den Raum wandernd, während sie ihm scheinbar unbedarft zuhörte.
      "Ankerkraut mit Alkohol, vakuumieren, über Nacht ruhen lassen…" Sie nickte leicht, die Finger an ihrem Kräuterbeutel spielend. "Interessant. Manche Dryaden würden eher Bitterblatt als Blasenlilie nehmen, weißt du?" Ihre Stimme war weich, fast verträumt. Ihre Augen aber blieben wach, als sie sich weiter umsah. "Aber das würde wahrscheinlich nicht mit Kunda-Kraut harmonieren. Die Reaktionen wären zu sprunghaft, zu unruhig."
      Als er die Wand mit großem Tamtam öffnete, trat sie sogar einen kleinen Schritt zurück. Natürlich nicht aus Angst, sondern aus gespieltem Staunen. Sie war schließlich hier um etwas herauszufinden und nicht um den Magier in Stücke zu reißen für das Halbwissen das er verbreitete wie eine fertige Lehre.
      "Oh wow…" hauchte sie, die Hände leicht vor der Brust gefaltet. "Das ist... beeindruckend." die Sammlung selber war gar nicht so schlecht. Auch die Art der Preservation war nicht allzu schlecht. Aber bei vielen Kräutern und Wesen auch nicht optimal. Dann, als sich die Tür mit einem leisen Klack verriegelte, zuckte nur ganz kurz eine Falte über ihre Stirn. Sie riss sich zusammen. Ließ nichts nach außen dringen. Keine Panik, kein Zucken, nur ein leiser Gedanke: Also doch. Sie hob den Blick, sah ihm ruhig in die Augen.
      "Man sagt, wer viel versteckt, hat auch viel zu verlieren." Ihre Stimme war noch immer freundlich, ja, fast bewundernd. "Das hier muss wirklich wertvoll sein. Ich frage mich... was könnte wohl so wertvoll sein, dass man sogar die Eingangstür abschließt, nur um es zu schützen?"
      Sie trat noch einen kleinen Schritt vor, ihr Lächeln sanft, ihre Haltung offen. Doch während sie sprach, ließ sie ihren Blick sacht über die Ränder der nächsten Fläschchen gleiten, fast beiläufig. Als würde sie nicht gerade einen mentalen Katalog erstellen. "Ich bin übrigens ziemlich gut darin, feine Unterschiede zu erkennen." Eine kleine Pause. Dann lächelte sie wieder.
      "Möchten Sie mir erzählen, was hier Ihr Lieblingsstück ist? Ich lerne gerne direkt von den Besten."


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    • NPC Magier

      Der Magier hatte sichtlich Probleme damit, als die Halbelfe seine Braukünste in Frage stellen wollte. Doch anstatt direkt darauf zu antworten, gestikulierten seine Hände eine Art. "Was-auch-immer-Bewegung".
      Die Bewunderung, die die Elfe äußerte, ob echt oder unrecht, ließ hingegen die Brust des hageren Mannes um bestimmt 1/3 über Normalmaß anschwellen. Stolz hatte er sein Können unter Beweis gestellt, doch das Beste fehlte noch.
      Auf die Frage was er denn schützen wolle, wurden seine Schmalen Lippen zu einem hässlichen Grinsen verzogen. "Oh... Ich möchte nur nicht, dass ihr die Flucht ergreift, bevor ihr... mein Lieblingsstück gesehen habt." Antwortete er belustigt. Langsam und selbstbewusst, stolzierte der Magier in die Mitte und entnahm aus der Seite des Labortisches einen langen hölzernen Stab. Mit der Spitze deutet er seelenruhig auf die Halbelfe.
      "Also gut. Wer schickt dich? Ist es dieser Händler?! Hat dieser Verrückte jetzt auch Kinderassassinen?! Ihr habt schon längst alles was ihr wolltet! Und außerdem seit ihr in meinem Bannkreis gefangen! Also redet oder schweigt für immer!" Drohte der Magier obwohl er wusste, dass magische Wesen seinen Bluff durchschauen würden. Es bestand tatsächlich eine Art Bannkreis, doch mehr als Schutz vor ungewolltem eindringen. Ein Rufen und Klopfen an der Eingangstüre störte für einen Moment die Konzentration des Verhöres.

      Mortimer

      Der Veteran zuckte zusammen, als die Tür mit einem leisen Klicken ins Schloss fiel. Testweise versuchte er diese wieder zu öffnen, doch es war nichts zu machen. Wie durch Zauberei ließ sich der Türriegel nicht mehr bewegen. Ein Blick auf die Hausseite bestätigte seine Vermutung. Die Fenster zeigten keine Regung mehr, nur noch eine Art schlechte Abbildung vom inneren den Ladens.
      "So ein sch..." Fluchte der alte Mann und überlegte was nun weiter passieren würde.
      War es schon an der Zeit einzugreifen oder konnte er die Elfe auf sich allein gestellt lassen? Dummerweise hatte er ihr vor wenigen Minuten noch Unterstützung zugesichert, falls etwas passieren sollte. Und dies war definitiv ein Etwas mit Problempotential.
      Häuserkampf gegen einen Magier war nicht gerade das was Mortimer am liebsten tat. Diese Magier hatten meist Fallen, Bannkreise und oft auch irgendwo eine magische Quelle mit der sie ihre eigenen Kräfte um ein Vielfaches verstärken konnten.
      Dies alles berücksichtigen, klopfte der Veteran an die Eingangstüre und rief. "Faye, mein Kind! Hast du die Tränke für deinen alten Herren!? Mein Bein! Trödel nicht so lange!"
    • Faye
      Faye hob langsam beide Hände, die Handflächen offen nach vorn gerichtet. Ihr Blick blieb ruhig, ihr Atem gleichmäßig, obwohl ihr Herz einen winzigen Tick schneller schlug. So schlecht konnte sie doch gar nicht geschauspielert haben oder? Schließlich war ihr Interesse an den Kräutern echt gewesen, genauso wie das Interesse an der Methode der Preservation.
      "Hey, ich bin vielleicht klein, aber garantiert kein Kind." Ihre Stimme war sanft, aber fest. Normalerweise wäre sie mehr empört gewesen, aber hier noch mehr Gas ins Feuer zu schütten war ganz sicher der falsche Weg. "Und schon gar keine Assassine." Sie neigte leicht den Kopf, die Ohren zuckten kaum merklich. Ihr Blick glitt unaufdringlich über den Boden, die Linien des Bannkreises, die feine Schwingung in der Luft. Ein Verteidigungskreis, kein Angriff. Kein Käfig, sondern eine Mauer. Blufft also. Aber das heißt nicht, dass er ungefährlich ist.
      Sie lächelte ein wenig, als von außen das Klopfen kam. Mortimers Stimme hallte dumpf durch die Tür.
      "Haben Sie das gehört?" fragte sie mit einem leisen Schmunzeln. "Sorry.. mein Partner ist ein bisschen ungeduldig. Das Alter, wissen Sie. Er hat vermutlich nicht mehr so viel Zeit." Sie atmete ruhig ein, dann setzte sie, mit leiser Wärme in der Stimme nach. "Ich wollte nur einkaufen, wirklich. Und Sie wollten doch mit mir prahlen, oder? Ich meine... jemand mit so einem Labor will doch zeigen, was er kann. Da muss man doch kein Kind in einen Bannkreis sperren, um anzugeben."
      Ihre Augen blitzten kurz auf. "Oder... gibt es hier vielleicht noch etwas, das ich nicht sehen soll?"


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    • NPC Magier

      Der Magier runzelte genervt die Stirn. "Partner?" Wiederholte er sichtlich gestresst. "Wer hat euch von meinem Lieblingsstück erzählt?" Wollte er wissen. Dass das Mädchen so unbeeindruckt blieb ließ ihn zwar einen Moment daran zweifeln, dass Sie tatsächlich ein Attentat auf ihn geplant hatte, jedoch schien sie auch nicht locker lassen zu wollen. "Ich muss niemandem etwas beweisen. Meine Waren sind die Besten in der ganzen Stadt." antwortete der Zauberer monoton. Es schien als würde ihn die Situation zunehmend unter Druck setzen.
      Er wollte die Elfe los werden, sie aber nicht töten. Aber nun war es auch zu spät um sie einfach aus dem Laden zu werfen. Außerdem war sie nicht alleine. "Ich habe die Seele meine Tochter... mit seiner Hilfe... in diesem Amulett versiegelt..." Beichtete der Magier und tippte auf die Spitze seines Stabs, an dessen Ende tatsächlich ein in Gold gegossenes Juwel befestigt war. "...sie war im Sterben und... es gab keinen Ausweg... Als Gegenleistung habe ich... Ich musste... meine Waren... er hat sie verunreinigt..." Stotterte er, sein Blick verriet, dass diese Last schon eine ganze Weile auf ihm lag. Eine Mischung aus Furcht, Stress und Reue.
      "Bist du jetzt zufrieden? Ich hatte keine Wahl und seit diesem Tag kann ich kein Auge zu machen ohne Angst zu haben, dass er wiederkehrt und mehr Unheil stiften will."

      Mortimer
      Der Veteran konnte noch immer nichts hören, keine Hilferufe, kein Kampf. Er entschloss noch einen Augenblick länger zu warten, ehe er etwas unternehmen musste.
    • Faye
      Faye blinzelte leicht, überrascht von der plötzlichen Beichte. Damit hatte sie nun wirklich nicht gerechnet. Für einen Moment lockerte sich ihre Haltung, und das strenge Spiel in ihren Augen wich einem ruhigen, abwägenden Blick. "...Aha."
      Sie verschränkte kurz die Arme und ließ die Schultern ein kleines Stück sacken. "Weißt du... ich hatte ehrlich gesagt nicht vor, dich so unter Druck zu setzen. Ich wollte eigentlich nur verstehen, ob du hinter der Sache mit meinem Partner steckst." Ihr Blick wanderte kurz zu dem Amulett, dann wieder zu ihm. "Dass deine Waren verunreinigt sind..." Sie seufzte leise. Das machte einiges an Sinn. Der Mann war viel zu erbärmlich um tatsächlich einen eigenen Plan, eine eigene Agenda zu verfolgen. Vielleicht hatte er nicht genug Geld für die Kirche gehabt. Oder hatte generell einfach zu viel im die Ohren. Nicht ihr Problem. Nicht ihr Ding. Sollte er sich doch um seinen Kram kümmern.
      Daher hob sie wieder den Kopf, das Lächeln war jetzt schmal, beinahe nüchtern.
      "Ich brauch nur eins: Den Namen. Von dem, der dir das hier eingebrockt hat." Eine kleine Pause. "Denn… mal ehrlich." Ihre Stimme wurde ein wenig fester. Diesmal sogar etwas spöttisch. "Für Flüche hast du nicht das Zeug." Sie trat einen kleinen Schritt näher, die Hände offen. Sie wollte nicht drohen, aber ihre Antwort würde sie schon bekommen.
      "Gib mir den Namen, und wir sind weg."


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    • NPC Magier

      Für einen Moment sah es so aus, als hätte er es geschafft diese aufdringliche Elfe los zu werden, dies hielt jedoch nur, bis sie einen Namen haben wollte. Die Angst in den Augen des Magiers wurde nur noch größer, als sie auf ihn zu kam. Nicht wegen der Elfe selbst. Es war ihm nur klar, dass der Name eines Unholdes nicht ausgesprochen werden konnte ohne dabei ein schlimmes Übel zu erleiden. "Oh... Ich kenne den Namen nicht. Der dunkle Händler war plötzlich in der Stadt und hat all jene aufgesucht die Probleme hatten, die gelöst werden mussten." Erklärte der Magier nachdenklich. "Und jetzt... geht einfach.. Ich kann kein weiteres Unglück mehr verkraften." Bat er verzweifelt und deutete dabei auf die Türe, welches sich mit einem Klicken entriegelte. Man konnte dem Magier ansehen, dass seine Verfassung zunehmend schlechter wurde. Die sowieso schon helle Haut war mittlerweile bleich wie die einer Leiche. Die Lippen trocken und die Augen in ihre Höhle eingesunken.

      Mortimer

      Als die Türe sich wieder öffnete, spähte der Veteran vorsichtig in die hintere Kammer. Dort standen die Elfe und der Magier. Sie musste den armen Kerl ganz schön in die Mangel genommen haben, denn besonders gut sah er nicht mehr aus. Echt gruselig... schoss es Mortimer durch den Kopf. Langsam, sich gegen den Schmerz im Bein hinweg setzend, kam Mortimer den Beiden entgegen gelaufen. Zur Sicherheit hatte er seinen Stab leicht in den Anschlag bewegt, was bedeutete, dass er das erste Mal vollkommen aufrecht und in voller Größe neben der Grünhaarigen stand. "Scheint ja gut zu laufen." Lobte er die Halbelfe und betrachtete dabei den Magier eindringlich. Es dauerte einen Moment, bis Mortimer die Lage einschätzen konnte. "Er Korrumpiert!" Warnte er Faye. Der Magier sah nun tatsächlich aus wie die Hülle eines Menschen. Von den Augen waren nur noch die Schatten der Höhlen zu erkennen. Dafür funkelte das Juwel an seinem Stab umso mehr, es glühte fast schon.
      "Wir sollten verschwinden bevor..." Der Veteran konnte nicht mehr ausreden, denn eine erdrückende Präsenz erfüllte den Raum. Wie konnte eine solche Präsenz mitten in der Stadt entstehen. Noch nicht einmal in den Dungeons waren die Bestien so bösartig wie dieser Kollege hier.
      Der Magier machte allerdings keine Anstalten sich zu rühren. Sein Stab schwebte vor ihm in der Luft, das Amulett hell leuchtend. Nebenan der fast schon knochig wirkende rest eines menschlichen Körpers. Aus einem unbestimmten Grund schaffte es der Fluch nicht vollständig Besitz von dem Magier zu ergreifen.

      Draußen in der Stadt klangen bereits die Warnglocken von den Mauern. Die ansässigen Magier und Gelehrten mussten die Präsenz ebenfalls vernommen und Alarm geschlagen haben.
      Mortimer schwang seinen Stab so fest er nur konnte und versuchte den Stab des Zauberers aus dem Laden zu katapultieren. Entwaffnet war er vielleicht etwas weniger stark. Dabei hatte der Veteran so viel Schwung aufgenommen, dass er zwar den Stab traf aber auch den knochigen Körper gleich dazu zerlegte. Außerdem schaffte er es nicht auf dem verletzten Bein stehen zu bleiben, weshalb er im hinteren Regal landete. Zum Glück rieselten nur ein paar Kräuter auf ihn hinab.
      Der Magier selbst schien nicht mehr wirklich relevant zu sein. Draußen in der Stadt machte sich hingegen Aufruhr bemerkbar.
    • Faye
      Faye zuckte leicht zurück, als Mortimer hereinstürmte. Er hatte den Stab des Magiers mit einem krachenden Schlag fortgeschleudert und dabei gleich den alten Körper mit zerlegt. Für einen Moment stand sie einfach nur da, sah zu, wie die knochige Gestalt in sich zusammensank. Ach du heilige Gewächsgewinde. Als dann das Juwel am Stab in der Luft schwebte, gleißend hell, pulsierend wie ein Herz zog sich ihre Kehle trocken zusammen.
      Das hier ist kein normaler Fluch. Das ist ein gebundenes Fragment… etwas, das stärker wird, je mehr man es bricht.
      Sie warf einen schnellen Blick zu Mortimer, der zwischen Kräuterresten landete. "Alles okay?!" fragte sie, ohne den Blick ganz vom schwebenden Stab zu nehmen. Das hier war viel schneller im Chaos geendet, als ihr lieb war. Sie die Lippen zusammen und zog scharf Luft ein. Ihre Fingerspitzen zitterten kurz, als sie sich gegen den Drang stemmte, einfach loszurennen. Nein, hier musste sie jetzt einen kühlen Kopf bewahren. Der schlimmste Feind ist Angst. Das hatte ihr ihr Vater eingebläut.
      "Wir müssen raus hier." Ihre Stimme war fest, ruhig, vielleicht fast zu ruhig für die Panik, die sie spürte. "Das hier... das ist kein Bannkreis mehr. Das Ding sucht ein neues Gefäß."
      Sie beugte sich leicht zu Mortimer runter und streckte ihm hastig eine Hand hin, um ihn aufzuziehen. "Wir hauen ab. Die Stadt hat die Glocken schon geläutet, die schicken Magier. Wir müssen hier weg, bevor das Ding was Neues zum Festkrallen findet." Sie schielte kurz zu dem Stab, das Leuchten bohrte sich ihr fast schon in den Kopf.
      "Und keine Sorge, ich hab dir nicht die Kräuter auf den Kopf geworfen." Mit einem schiefen, gehetzten Lächeln zu Mortimer packte sie ihn energisch am Arm. "Los jetzt, alter Mann. Ich will nicht ausprobieren, wie sehr es mich mag, wenn’s merkt, dass ich halb Dryade bin."


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    • Etwas verwirrt, erhob der Alte seinen Blick, als die Halbdryade ihm eine helfende Hand entgegen streckte. "So ein Chaos aber auch..." antwortete er und wischte sich dabei erstmal die ganzen Stängel aus dem Gesicht. Das einig Gute war, dass der Angriff sein Adrenalin so weit gepusht hatte, dass er keinen Schmerz mehr spürte. Dem Vorschlag den sie brachte, die Beine in Hand zu nehmen, hatte Mortimer nichts entgegen zu setzen. Die Magier würden das schon schaffen. Hier und jetzt in dieser Verfassung hatten sie keine Chance. Auch das hatte die Grünhaare exakt richtig erkannt.
      Der alte Abenteurer Griff die Hand der Elfe und schwang sich zurück auf die Beine. "Danke dir." Knurrte er dabei. Nicht dass er vor hatte hier zu sterben, doch es war schon befremdlich von einer Elf-Dryade gerettet zu werden.

      Mit großen Schritten, stapfte Mortimer aus dem Laden heraus, wobei er bestmöglich versuchte sich zwischen der Grünhaarigen und dem Amulett zu positionieren. Zum Glück, was ihnen heute leider noch nicht sehr hold war, konnten die Beiden den Laden ohne größere Probleme verlassen. Draußen auf der Straße standen bereits ein gutes Dutzend Magier um das Gebäude herum und errichteten eine Barriere. Womöglich hatte dies bereits schlimmeres verhindert.
      Der Alte ging einfach weiter, hier konnten sie nichts mehr ausrichten. "Ist bei dir alles in Ordnung?" Vergewisserte er sich ohne stehen zu bleiben. Nach dieser Aktion musste er nun definitiv zum Priester und sich um die Wunde kümmern. Solange das Adrenalin noch frisch war, konnte er den Boost nutzen um schnellst möglich etwas gegen diesen Fluch zu unternehmen. Hoffentlich war dessen Ursprung nicht ganz so übel wie der des Amuletts... Auf noch so eine Aktion hatte der Alte absolut keine Lust. "Also, Plan B?" Fragte er Vorsichtig und schob ihr einen Stängel Grünzeug in die Haare, welcher noch aus dem Labor in seinem Haar hing.
    • Faye
      "Alles in Ordnung?" Faye blinzelte kurz, als wäre sie selbst überrascht, noch heil zu sein. "Ich? Bei mir ist alles in Ordnung. Vielleicht ein bisschen überrascht." Sie schnaubte leise, eher um sich selbst Mut zu machen, und wischte sich schnell eine Strähne aus der Stirn, die sich gelöst hatte.
      Dann spürte sie, wie er ihr einen Stängel Grünzeug ins Haar schob. Ihre grauen Augen weiteten sich einen Moment lang, dann verzog sich ihr Mund zu einem schmalen Grinsen. Das war wohl die beste Idee, so viel Chaos wie hier auf den Straßen war. Sie hatten es versucht, hatten versucht Informationen zu bekommen. Nur hatte es ihnen wenig gebracht bis lang.
      Sie wurde wieder ernster. "Ja, Plan B." Sie atmete einmal tief durch, schob die Schultern zurück und sah ihm fest in die Augen. "Wir gehen zum Priester. Du brauchst das jetzt, und ich will nicht noch mal dabei zusehen, wie dir fast das Bein abfault, nur weil du zu stolz bist, rechtzeitig Hilfe zu holen." Ihr Tonfall war fest, aber herzlich. Sie meinte es ernst. Die Wunde da hatte er viel zu lang vor sich hin festern lassen.
      Sie warf noch einen Blick über die Schulter, wo die Magier bereits schwer beschäftigt waren, das Haus zu sichern. "Die hier kommen klar. Wir können da ja eh wenig helfen." Dann sah sie wieder zu Mortimer, zog ihn sanft, aber bestimmt am Ärmel. "Los, Opa. Bevor du mir hier noch zusammenbrichst. Den Verantwortlichen können wir einen über die Rübe ziehen wenn deine Beine wieder funktionieren."


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    • Der Veteran stutzte nicht schlecht, als die Grünhaarige im plötzlich eine Predigt hielt. Wenn sie bloß wüsste was er schon alles überstanden hatte. Da war so ein kaputtes Bein doch ein Kinderspiel... zumindest wenn da dieser Fluch nicht wäre, der ihm vermutlich gerade alle Lebenskraft aus den Knochen zog. Ihrem festen Blick konnte er nur ein seichtes, unwillkürliches lächeln entgegen bringen. Sie hatte ihn genau durchschaut und es gab nichts was er dagegen sagen konnte.
      "Opa?" Wurde er durch ihre Anspielung aus dem Konzept gerissen, beziehungsweise am Ärmel durch die Straßen. Den ein oder anderen Abenteurer hatten solche Sprüche schon mal ein paar Zähne gekostet. Mortimer bemerkte, dass er weich geworden war.
      "Jawohl..." Gab er klein bei.

      Zusammen gingen die Beiden durch die Nebengassen, da die Hauptstraßen bereits von den Stadtwachen gesperrt wurde. Da sie auf die andere Seite der Stadt mussten, um den Tempel aufzusuchen, bekam man ab einem gewissen Punkt nur noch das entfernte läuten der Glocken mit. Die meisten Menschen waren in die Häuser geflohen, fast alle Türen und Fenster waren geschlossen. Das Ganze fühlte sich etwas gespenstisch an.
      Nach einer Weile erreichten sie das große Tempelgebäude. Am großen goldenen Torbogen standen zwei Wachen mit großen Schilden.
      Mortimer hielt Inne, um wieder zu Atem zu kommen. Seine anfängliche Motivation war auf dem Weg immer weiter gesunken.
      "Wir möchten den Priester aufsuchen." Keuchte Mortimer und hielt den Wachen einen Lederstreifen entgegen, auf dem das Siegel der Krone zu erkenn war. Ohne zu zögern öffnete man dem Alten und der Halbelfe das Tor.
      Kurz darauf erschien eine Frau mit ernstem Blick, die die Beiden in die Arbeitsräume der Tempelanlage brachte. "Hier warten und nichts anfassen." Maulte die Frau, die eigentlich sehr freundlich aussah. Bestimmt hatte sie von dem Vorfall gehört und war schon im Stress die Betten für die Verletzten bereit zu halten.

      In dem Raum sah es aus, als wolle man seinen Reichtum zur Schau stellen. Alles war aus weißem Marmor und Gold.
      Mortimer setzte sich auf eine Bank, die wie alles aus Marmor war und an der Wand stand. Der Raum war nicht groß aber er hatte eine Art Liege und diverse Religiöse und medizinische Hilfsmittel. "Am besten erzählen wir nichts von dem Magier. Nicht dass die mich sonst raus werfen...ich bin alt und vergesslich" flüsterte der Veteran und zwinkerte der Elfe zu.
    • Faye

      "Alt und vergesslich? Eher Alt und gebrechlich." Faye ließ es sich nehmen ihm einen kleinen Seitenhieb zu geben. Ihre Augen jedoch glitzerten etwas schelmisch, als sie sich neben ihm aufstellte und sie auf einen Priester warteten. Gut, sie kannte Mortimer eben noch nicht mal einen Tag. Sie wusste ja nicht, was er alles schon erlebt hat und was er so mit sich hat machen lassen. Da konnte sie eben nur vermuten. Und wenn er hier einen auf vergesslich machen wollte? Dann würde sie eben helfen.
      "Hallo, Pater." Sie gab dem Priester, welcher nach einer viel zu langen Zeit zu ihnen traf, eine respektvolle Begrüßung. "Mein Reisepartner hier hat sich vor einiger Zeit eine Verletzung zugezogen. Trotz meiner Hilfe haben wir es nicht geschafft, die Wunde zu heilen, daher sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es sich um eine Art Fluch halten muss. Können Sie vielleicht schauen?" erklärte sie, kurz aber prägnant. Alles was der heilige Vertreter wissen musste, aber nicht genug um überhaupt Fragen zu erwecken. Das musste doch reichen oder?


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    • Mortimer schluckte die Anspielung der Halbdryade hinunter, da er keinen Streit anzetteln wollte. Sie würde schon noch die Rechnung dafür bekommen. Nach einer gefühlten Ewigkeit trat der Priester auf den Plan. Der Veteran begrüßte ihn mit einem kräftigen Handschlag und hörte dann zu, was die Elfe zu sagen hatte. Der Priester bereitete daraufhin nur kopfschüttelnd einige Dinge vor, zündete die Rauchschalen an und wies Mortimer auf die Liege.
      "Ihr solltet zukünftig euren Stolz beiseite legen und frühzeitig unsere Dienste in Anspruch nehmen. Ihr Bein wäre schon längst wieder in Ordnung." Belehrte der Priester, als er den Verband öffnete und die Wunde mit heiligem Wasser ausspülen begann. Mortimer hatte so etwas ähnliches schon mal gehört. Als er vor Schmerzen den Kopf weg drehte, sah er unfreiwillig in die kühlen Augen der Halbelfe und wusste sogleich woher diese Worte schon mal gekommen waren. Schnell sah er wieder auf sein Bein, welches noch immer vom Priester mit dem Wasser gespült wurde. "Hab noch nie Probleme mit der Regeneration gehabt, euer Hochwürden." Versuchte er sich zu rechtfertigen.
      Der Priester sah die Grünhaarige einen Augenblick an, ehe er, ohne den Blick von ihr zu nehmen, eine Paste in Wunde hinein rieb.
      "Ich verbiete Ihnen zukünftig solchen Unsinn zu betreiben. Als Veteran steht Ihnen die vollumfängliche Pflege in unserem Hause zu. Vielleicht sollten sie darüber nachdenken in den Ruhestand zu gehen." Predigte der Priester, völlig unbeeindruckt vom winden und zappeln des alten Mannes. Mortimer war sich sicher, dass das eine Art Bestrafung sein musste.
      Völlig durch geschwitzt und schwer atmend, sah der Veteran durch Decke hinauf. Die Wandgemälde waren wunderschön. Fruchtige Obstbäume vor einem blauen Himmel mit kleinen Sternen.
      "Nun, kommt der schwierige Teil. Ich bitte um Abstand." Meinte der Priester und zückte sein Zauberbuch. Die Worte die er von sich gab hörten sich an, würde er einfach nur Ferse aus seinem Buch vorlesen. Mortimer spürte aber deutlich, die sein Bein immer heißer wurde und letztendlich so heiß wurde, dass er glaubte bei lebendigem Leib zu verbrennen.
      Sein ganzer Körper fühlte sich plötzlich so an, doch ehe er etwas sagen oder machen konnte, fielen ihm die Augenlider zu. Dem nun entspannten Gesicht entwich ein langes und tiefes seufzen.

      Der Priester schloss sein Buch und begann damit die Wunde mit einem besonderen silbernen Faden aus magischen Pflanzenteilen zu nähen.
      Anschließend wusch er sich die Hände mit gereinigtem Wasser und öffnete alle Fenster, um Luft herein zu lassen.
      "Ihr solltet die nächsten Tage hier verweilen, damit wir das Ganze im Auge behalten können. Ihr dürft ihn auf keinen Fall weiter ziehen lassen ehe diese Wunde nicht zumindest geschlossen ist. Dieser Fluch war nicht einfach zu lösen, es war Glück dass dieser alte Mann wohl nicht das Primärziel gewesen war." Erzählte der Pfarrer, als er sein Werk vollendet hatte.

      Kurz darauf kam die Dame von Tor und schob den Veteranen in eines der Patientenzimmer. Eine einfache Kammer mit Bett, Tisch Fenster.
      Vom Prunk der anderen Räume war nicht viel zu sehne. Lediglich das Bett war für seine Verhältnisse sehr hochwertig, denn es war nicht mit Stroh gefüttert sondern mit Wolle. Die Decke war dick und mit Daunen ausgestopft. Auf dem kleinen Tisch stand ein Krug Wasser und zwei kleinere Becher aus Ton. Die Dame legte noch ein Bündel Heilkräuter und ein Stück Speck daneben. Dann verschwand sie ohne ein Wort zu verlieren. Es war wohl viel los im Tempel.
    • Faye

      Faye hielt, ausnahmsweise, mal ihre kleine grüne Klappe, als der Priester sein Werk vollrichtete. Sie hatte nicht vor, sich in das Werk von Professionellen einzumischen und sie hatte auch nicht vor, hier noch irgendwas vom Pferd zu treten. Als der Priester allerdings Mortimer zurecht wies, musste sie leicht triumphierend schmunzeln. Tja. Hatte sie wohl doch Recht gehabt. Ha!
      Das Ganze ging sogar schneller, als sie gedacht hatte. Sah ziemlich schmerzhaft aus. Vielleicht wäre es aber auch nicht so schmerzhaft gewesen, wenn der Veteran sich früher in die Kirche geschleppt hätte. Aber auch das war nicht ihr Kommentar beizutragen. Stattdessen folgte sie ihrem Reisepartner in das kleine Kämmerchen. Ohne zu zögern schlug sie die Bettdecke zurück, schüttelte das Kissen nochmal auf, sodass sich Mortimer hinlegen konnte. Vielleicht war sie ein bisschen aufsässig geworden, aber das bedeutete nicht, dass sie den Mann nicht respektierte.
      "Möchtest du einen Tee?" fragte sie schließlich. "Ich kann uns was brauen. Und was kochen wenn du Hunger hast." Ihre Augen blieben am Speck hängen. Mit ein bisschen Graupen vom Markt würde sie eine Suppe kochen können, die für den Tag reichte. Und das Kräuterbündel war genug, um mit dem, was sie in ihrer eigenen Tasche hatte, einen schönen Tee zu brühen, der seine Schmerzen ein bisschen lindern würde. Aber sie war jetzt auch nicht so forsch und machte einfach etwas, ohne zumindest nach seiner Meinung zu fragen.


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    • Müde und verwirrt fand sich der Alte in einem Bett wieder. Die Grünhaarige war ebenfalls anwesend. "Plan B." Antwortete Mortimer mit gedämpfter Stimme, aber es klang nicht so locker wie er es sich vorgestellt hatte. "Tee ist gut, mehr brauche ich nicht." Meinte er nach einer kleinen Pause. "Guter Job. Das ging voll nach hinten los und wir sind bei noch da..." Keuchte er nach einer erneuten Pause und kramte eine dicke Goldmünze aus seiner Brusttasche. "Hier. Ich hatte dir für deine Hilfe einen Lohn angeboten, Abenteurerin." Zufrieden grinste der Veteran als er ihr die Münze entgegen streckte.
      Selbst wenn sie nun die Schnauze voll hatte, war ihr Auftrag erledigt und ihr Rang bei der Gilde bestimmt gestiegen. Die chance eine neue Gruppe zu finden wären nun bestimmt besser als vorher.

      Mortimer ärgerte sich etwas, dass er sein Bein nicht gleich hatte untersuchen lassen. Sein magisches Verständnis hatte früher immer ausgereicht. Irgendwas hatte sich in dieser Welt verändert. Langsam trank der alte Mann seinen Tee, ehe er leise seufzte.

      "Wenn wir tatsächlich weiter zusammen reisen, dann werden wir unweigerlich weiterhin mit solchen Dingen konfrontiert. Das ist mein Auftrag. Das Übel dieser Welt zu bekämpfen, damit die Krone und die Bürger sicher sind. Mein letzter Auftrag war nicht besonders erfolgreich. Mein Lehrling wurde durch einen dieser Tränke getötet. Ich konnte nichts dagegen unternehmen. Plötzlich war ich allein in den tiefen Katakomben und wurde mit einem mächtigen Lakaien der Dunkelheit konfrontiert. Vermutlich auch ein Korrumpierter Magier, denn seine Siegel hinderten mich an der Flucht. Kurz vor knapp konnte ich meinem Begleiter einen Stein abnehmen der dich für eine gewisse Gegenleistung garantiert in die Zielstadt bringen wird. Daher habe ich auch nicht direkt an einen Fluch gedacht, als mein Bein zersprungen war."
      Erzählte Mortimer leise und schlürfte immer wieder an seinem Tee. "Jetzt habe ich erkannt, dass es vielleicht keine gute Idee wäre dort ohne einen Plan erneut aufzutauchen... Und wie gefährlich das werden kann muss ich dir jetzt auch nicht mehr erklären. Du hast gesehen was passieren kann. Selbst hier. Da draußen rettet uns niemand..." Wieder nahm er etwas Tee zu sich. "Als unerfahrene Abenteurerin hast du einen guten Job gemacht. Es gehört auch dazu falsche Entscheidungen zu treffen. Niemand weiß vorher was auf einen zukommt. Außer die Seher im Tempel vielleicht, aber selbst das halte ich für fragwürdig." Der alte Mann räusperte sich kurz. Hatte er ernsthaft angefangen zu plappern? So eine Schmach. Er war gespannt ob die Grünhaarige noch immer so viel Lust auf ein Abenteuer mit dem Veteranen hatte. Sie sollte klug genug sein um ihre Chancen hier oder in der Gilde zu kennen.
    • Faye

      Dankbar nahm sie die Münze an und nickte. Hey, ein Auftrag war ein Auftrag. Nur war der Auftrag ja eigentlich noch gar nicht zu Ende oder? Die Grünhaarige hatte, nach seiner Zustimmung einen Mörser aus ihrer Tasche gezogen und machte sich daran ein paar Kräuter zu zerstampfen. Eigentlich war sie auch ziemlich darin vertieft gewesen, bis der alte Herr seine halbe Daseinsberechtigung vor ihr ausbreitete. Faye's Elfenohren zuckten ein wenig, als sie ihm zuhörte. Man, da hatte er aber ein Schicksal gezogen. Nicht nur, dass er vermutlich seit jeher unterwegs war, sondern dass man ihm auch nicht wirklich dafür dankte. Zumindest hatte sie ihn nicht auf dem Schirm gehabt. Und dann noch den Lehrling verlieren?
      "Naja, ich leb dir zumindest nicht wegen einem vergifteten Trank ab." murmelte sie leise, eher zu sich selbst als zu ihm. Sie erkannte ja die meisten, wenn nicht alle Tinkturen, dachte sie sich, als sie ihm weiter zu hörte. Er spielte mit offenen Karten. Das war auch richtig von ihm. Aber während ihres kleinen Exkurses konnte sie sich zumindest schon mal ein bisschen ausrechnen, wie das Ganze werden würde. Ziemlich gefährlich auf jeden Fall.
      "Irgendwie hab ich das Gefühl, dass ich mit dir einiges Erleben werde, bevor ich drauf gehe. Außerdem..." Faye's Lächeln war amüsiert, etwas schelmisch sogar, als sie ihm letztendlich den Tee reichte, den sie mit einem kleinen Hilfszauber aufgebrüht hatte. "Trink das, Opa. Dann lässt der Schmerz nach und du hörst auf, verwirrtes Zeug von dir zu geben."


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    • [Zeitsprung: 30 Tage]

      Der Heilungsprozess verlief ungewöhnlich gut, auch wenn die geplanten 3 Tage Aufenthalt um das 10-Fache überschritten wurde. Mortimer konnte sich nicht mehr daran erinnern, wann er zuletzt so viel "Auszeit" hatte. Die ersten Tage lag er, zwar sehr widerwillig aber gehorsam, in seiner Kammer. Trank viel von Fayes Heiltee und ließ sich auch noch weitere Male vom Abt des Tempels reinigen. Der Fluch selbst war nach ein paar Wiederholungen vollständig aus dem alten Mann gewichen und die Heilungsphase konnte beginnen.

      Nach 14 Tagen konnte Mortimer bereits wieder ohne Stock gehen. Das heilende Wasser und die gute Betreuung waren der reinste Segen.
      Jeden Tag sah man dem Veteranen an, wie seine Kräfte allmählich zurück kehrten.

      In den letzten Beiden Wochen war die Wunde gut abgeheilt, es gab keinen Grund zur Sorge und in den nächsten Wochen würde der Rest abheilen.

      [jetzt]

      Mortimer kam es wie eine Ewigkeit vor, dass er hier in diesem Tempel war. Dank Faye war die Zeit aber wie im Flug vergangen. Ansonsten hätte er sich diese ganzen religiösen Schriften durchlesen müssen.
      Der Tempel hatte zum Glück auch einen großen Innenhof mit Garten, so konnte der Veteran täglich seine Laufübungen machen. Das Bein wäre sonst wohl noch steif geworden. Nun hatte er wohl das Schlimmste überstanden.
      Es war der letzte Tag in diesem Tempel angebrochen und der Alte hatte eben seine letzten Runden im Innenhof gejoggt. Vor zwei Tagen hatte es ihn gepackt, als die Nonne ihn wieder ins Zimmer sperren wollte. Plötzlich rannte er, wie ein kleines Kind, im Hof davon und tat als würde er die hysterischen Rufe der angepissten Nonne nicht hören. Danach hatte man es aufgegeben ihn davon abzuhalten...
      Mortimer fühlte sich richtig gut und vor allen gefiel es ihm endlich wieder schnell von A nach B zu gelangen ohne dabei wie ein alter Mann am Stock zu gehen.

      Gerade hatte er seinen Lauf beendet und wischte sich den Schweiß vom Körper, da hörte er wieder eine Hysterische Stimme, die Nonne: "Das reicht nun aber. Wir sind kein Trainingslager für Barbaren. Hier herrscht Zucht und Ordnung!" Geiferte die alte Nonne den ebenso alten Mann an. Mortimer wickelte daraufhin seinen nassen Oberkörper das Leinentuch, mit dem er zuvor nur ein Gesicht getrocknet hatte. "Vergebt mir euren Blick mit meinem abscheulichen Antlitz belästigt zu haben." Entschuldigte sich Mortimer, wie auch schon die Tage davor. Ohne seinen Seniorenschutz hätte man ihn wohl längst raus geworfen und eingekellert. Zum Glück schob man das Verhalten auf die Einflüsse des Fluches und darauf ruhte sich der Alte ganz offensichtlich aus.
      Wütend schnaubend nahm die Nonne ihren Weg wieder auf. Sie war bestimmt froh diesen Senior nie wieder zu sehen.
    • Faye

      Drei Tage, hatte er gesagt. Drei Tage Auszeit, dann würden sie weitermachen.
      Drei. Tage.
      Faye schmunzelte leise, als sie aus der Ecke des Tempelgartens zusah, wie Mortimer, nur in ein Leinentuch gehüllt, schwitzend seinen Runden lief, während die arme Nonne ihm wutentbrannt hinterherstierte. Barbar hatte sie ihn genannt. Faye konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Immerhin war es besser, als ihn jammernd im Bett liegen zu sehen.
      Die drei Tage waren zu dreißig geworden.
      Dreißig Tage.
      Dreißig Tage, die Faye mit mehr Geduld überstanden hatte, als sie sich selbst zugetraut hätte. Eigentlich war das hier gar nicht so schlimm gewesen. Sie hatte viel Zeit gehabt, den Garten zu studieren, den Kräutervorrat des Tempels durchzugehen, und sogar den einen oder anderen Tipp mit den Priestern auszutauschen. Manche Pflanzen hatten sie nicht einmal gekannt, obwohl sie bestimmt schon Jahrzehnte im Garten wuchsen. Die Priester wiederum waren völlig fasziniert, wenn sie erklärte, wie Dryaden bestimmte Mischungen ansetzten oder wie Elfen jahrhundertealte Heiltraditionen pflegten.
      Aber am meisten hatte sie Mortimer beobachtet. Anfangs war er noch knurrig gewesen, fast wie ein altes Tier, das nicht wusste, was man mit ihm vorhatte. Aber je mehr Tage vergingen, desto mehr war er wieder in Bewegung gekommen. Erst vorsichtig, dann trotzig und jetzt war er kaum noch zu bremsen. Faye hatte heimlich mitgezählt: Er war bei Runde acht.
      Sie zog sich ein paar Blätter vom Minzstrauch und rieb sie zwischen den Fingern, während sie ihm zusah. Die Heilung war beeindruckend. Natürlich, das Priesterwasser hatte gewirkt, aber sie wusste, dass auch ihr kleiner Tee nicht ganz unschuldig war. Er hatte die Schmerzen gemildert, die Nerven beruhigt, die Regeneration gestützt. Sie hatte es nicht gesagt, aber sie war stolz darauf. Ein bisschen zumindest. Ihr kleiner, heimlicher Sieg.
      Als die Nonne schnaubend abdrehte, stand Faye schließlich auf, steckte sich die Minzblätter in den Mund und kaute langsam darauf herum.
      "Du bist vielleicht alt, Mortimer..." sagte sie, als er an ihr vorbeikam "...aber ich glaube, du bist offiziell der anstrengendste Patient, den dieser Tempel je gesehen hat." Sie grinste schief und legte den Kopf leicht zur Seite, das grün-silberne Haar schimmerte im Licht.
      "Bevor du fragst. Ja, ich hab die Kräutervorräte wieder aufgefüllt. Ja, ich hab ein paar Tricks von den Priestern gelernt. Und nein, ich hab mich nicht zu Tode gelangweilt." Ihr Blick wurde weicher. "Also, bist du bald fertig, Opa? Ich glaub, wir haben da draußen noch ein paar Abenteuer auf uns warten.


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    • Der Veteran sah der Nonne gerade noch nach, als er seinen Lauf fort setzte. An einer bestimmten Stelle verlangsamte er seinen Schritt, als Faye seinen Weg kreuzte. Sie hatte sich wirklich gut um ihn gekümmert und das obwohl er weder Geld dafür geboten noch darum geben hatte. Ihr war es wohl ausgesprochen wichtig die Reise mit einem alten Knurrhahn anzutreten. Mortimer antwortete nicht sofort, denn er musste sich das Lachen verkneifen. "Du meinst wohl gut gealtert und wegen meiner Taten berüchtigt." Korrigierte er sie mit einem erhobenen Zeigefinger. "Du warst ja richtig fleißig, dann sollte ich dich nicht länger warten lassen, verschwinden wir hier." Antwortete Mortimer mit einem milden Ausdruck in seinem sonst so ernsten Gesicht. Sie würde sich noch früh genug diesen sorglosen Frieden zurück wünschen.
      In der Kammer hatte er bereits am frühen Morgen alles gepackt. Der Alte musste nur noch ein letztes Mal ausgiebig baden und sich umziehen. Anschließend geleitete man das Mädchen und den Mann mit besten Grüßen zum großen Tor des Tempels. Faye hatte es wohl geschafft einen bleibenden Eindruck im Tempel zu hinterlassen. Viele der jungen Priester kamen extra zu ihr und wünschten ihr eine gute und Sorglose reise. Der Veteran erntete immer wieder entweder Abschiedsgrüße oder angewiderte Blicke. Das Gute am Alter war doch, dass einem die Meinung andere völlig egal sein konnte. Für Faye aber konnten diese Kontakte und ihr Ruf auch in anderen Tempeln mal sehr nützlich werden. "Ein schöner Priesterharem den du da hast." Meinte Mortimer, als sie es endlich aus dem Tor heraus in die Stadt geschafft hatten.

      "Während wir zum Tor gehen, kannst du mir ja mal ganz genau erklären was du diesen Priestern so erzählt hast. Vielleicht versuche ich das nächstes Mal bei den Nonnen..." Scherzte er, als er die Wegbeschreibung des Abtes las. Sein Ziel war das Stadttor und die dort befindlichen Ställe. Als die Richtung gefunden war, begann er mit zügigem Schritt der Straße zum Tor zu folgen.

      Am großen Tor angekommen, steuerte Mortimer die Stallungen an. Das Tor war direkt in die große Stadtmauer eingelassen und direkt davor befanden sie mehrere kleine Ställe, in denen Reisende ihre Pferde abgaben. Die weißen Ziegelsteine der Stadtmauer reflektierten etwas das Sonnenlicht, sodass es trotz des Schattens, den die selbigen warden, indirekt hell war. Der Veteran suchte sich den Stallmeister heraus und tauschte ein paar Worte anschließend wurden sie zu einer Box mit zwei Pferden gebracht. Beide Tiere waren bereits gesattelt und mit Taschen beladen. "Du kannst doch reiten?" Fragte Mortimer die Grünhaarige stolz, als er das Tor der Box öffnete und ihr die prächtigen Tiere präsentierte.