Are you my love? (yuyuumyn & Kiba)

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Ratlos sah ich ihn an. Er konnte alles soweit beantworten. Er wusste, wer er selbst war, er wusste, wer seine Familie war und er wusste sogar, dass er Basketball spielte. Aber er wusste nicht, wer ich bin.... Es war ein beklemmendes Gefühl, dass er mich offenbar nicht kannte. Warum war es nur bei mir so? Es machte mich traurig, weil es eben mein Eli war, aber ich hatte irgendwie immer noch die Hoffnung, dass er sich wieder erinnern konnte. Ich sollte den Arzt gleich noch Bescheid sagen.
      "Nein, ich bin nicht in deinem Team. Ich hab dich immer nur von außen angefeuert. Ich..... wie soll ich sagen..... bin einfach nur ein sehr guter Freund von dir. Wir haben uns in der Schule kennengelernt. Vielleicht kannst du dich ja später irgendwann wieder erinnern. Du..... hast mich vor ein paar Wochen nach Hause gefahren. Von der Schule. Und auf den Weg zu dir, nachdem du mich abgesetzt hast, hattest du einen schweren Unfall. Du bist von der Straße ab gekommen und hast dich mehrmals überschlagen. Ich bin wirklich froh, dass du noch am Leben bist. Ich.... ich sollte mal den Arzt holen. Ich bin gleich wieder da.", sagte ich, während meine Stimme immer zittriger wurde. Mir kam der Tag wieder vor Augen, wo alles passiert war und wie schön es mit uns zusammen war. Ich spürte, wie mein Herz sich zusammen zog und so ging ich zügig aus dem Krankenzimmer und schloss hinter mir die Tür. Ich habs da drin einfach nicht mehr ausgehalten. Tränen liefen mir übers Gesicht und meine Beine wurden Wackelpudding. Ich setzte mich vor die Tür und schluchzte leise. Ich wollte nicht, dass es jemand hörte. Schon gar nicht Elijah.
    • Ich hörte Henry aufmerksam zu, als er mir schließlich erzählte, was überhaupt passiert war. Warum genau ich im Krankenhaus lag.
      Mit jedem einzelnen Wort, das seine Lippen verließ, weiteten sich meine Augen ein Stück mehr.
      Ich brauchte einen Moment, um das alles zu verarbeiten. Doch bevor ich noch etwas Fragen konnte, war Henry bereits aus dem Zimmer verschwunden, um einen Arzt zu holen. Ich blieb allein zurück.

      Geschockt ließ ich mich tiefer ins Krankenhauskissen sinken und starrte an die Decke. Ein Autounfall. Ich hatte wirklich einen Autounfall gehabt. Und ich war dem Tod nur knapp entkommen.
      Ich konnte es kaum fassen – nicht nur das mit dem Unfall. Sondern überhaupt, dass ich einen Führerschein hatte. Und ein Auto.
      Wobei… das Auto war jetzt vermutlich Schrott. Nicht, dass ich in nächster Zeit vorhätte, mich wieder ans Steuer zu setzen.
      Je mehr ich darüber nachdachte, desto blasser fühlte ich mich.
      Ich war wochenlang weg gewesen… im Koma. Und das alles, weil ich einen Freund nach der Schule nach Hause gefahren hatte. Wie bin ich überhaupt von der Straße abgekommen? Mein Blick wanderte zur Tür, durch die Henry eben noch verschwunden war.
      Warum konnte ich mich nicht an ihn erinnern, wenn wir doch so gute Freunde waren? Warum hatte er meine Hand so liebevoll gehalten?
      Warum hatte er so traurig reagiert?


      Meine Gedanken wirbelten durcheinander, so sehr, dass mir schon schwindlig wurde.
      Mein Blick fiel auf den kleinen Beistelltisch neben meinem Bett – auf die vielen Gute-Besserung-Karten von Menschen, deren Namen ich alle - im Gegensatz wie bei Henry - zuordnen konnte.
      Wieder spürte ich, wie trocken mein Mund war. Langsam, mit zittriger Hand, griff ich nach der Wasserflasche, die ebenfalls auf dem Tisch stand. Doch kaum hatte ich sie in der Hand, rutschte sie mir wieder aus den Fingern.
      Mit einem lauten Knall schlug die Flasche auf dem Boden auf. Sie zersprang – und das Wasser breitete sich in einer unaufhaltsamen Welle über den kalten Boden aus.

      Verdammt nochmal...
    • Es dauerte eine kurze Zeit, ehe ich mich langsam beruhigt hatte und schniefend meine Tränen aus dem Gesicht wischte. Ich verstand einfach nicht, warum er alle anderen wieder erkannte, nur mich nicht. Hatte es damit zu tun gehabt, dass ich derjenige war, den er vor seinem Unfall gesehen hatte? Oder hatte er irgendein Problem gehabt, was ich nicht gemerkt habe? Ich wollte es so gerne verstehen. Vielleicht bestand ja noch die Hoffnung, dass er sich wieder erinnerte. Ich beschloss, erstmal nicht weiter drüber nachzudenken und das zu tun, was ich ihm gesagt hatte. Immerhin hatte er gerade erfahren, was passiert war und und nun ließ ich ihn damit allein. Ich ging kurz ins Bad, um mein Gesicht mit kaltem Wasser zu waschen und meine Spuren von Tränen zu verwischen, um dann jemanden zu suchen, der mir helfen konnte.

      Es dauerte auch nicht lang, ehe ich eine Schwester fand, die mir jemanden schickte, der Eli auf jedenfall untersuchen sollte. Währenddessen ging ich wieder zu ihm ins Zimmer zurück, als ich drinnen etwas poltern hörte. Erschrocken und mit weit geöffneten Augen sprintete ich ins Zimmer.
      "Elijah alles in Ordnung? Ich hab es poltern hören, hast du dich verletzt?", fragte ich hastig und untersuchte seine Hände, wobei ich keine Verletzungen feststellen konnte. Dann sah ich das Dilemma auf der Erde und mir fiel ein Stein vom Herzen.
      "Zum Glück ist dir nichts passiert. Warte, ich wisch es auf.", ich hockte mich vor die Scherben um sie aufzusammeln, schnitt mich aber selbst an einer. Leise zischte ich, versteckte die Wunde aber schnell. Ich wollte ihm nicht noch ein schlechtes Gewissen bereiten. Besser war es wohl.
      "Ich hole Tücher. Du hattest Durst, hm? Dann hol ich dir besser auch was Neues zu trinken."
    • Mit gerunzelter Stirn betrachtete ich die zerbrochenen Scherben auf dem kalten Boden meines Krankenzimmers. Natürlich musste das passieren. Wie sollte es auch anders sein?
      Doch bevor ich einen weiteren Gedanken fassen konnte, öffnete sich bereits wieder die Tür meines Zimmers und Henry stürmte aufgeregt herein. Überrascht weitete ich die Augen über sein plötzliches Erscheinen. Ich verstand den Ausdruck in seinem Gesicht nicht sofort.
      Was ist denn plötzlich los? Warum ist er so aufgeregt?
      Erst als er meine Hände in die seinen nahm und nach Schnittwunden untersuchte, wurde es mir klar. Er...machte sich Sorgen um mich...
      „Nein, nichts passiert. Es geht mir gut. Keine Sorge.“, murmelte ich leise.
      Durch seine Sorge errötete ich unwillkürlich und mein Herz begann schneller in meiner Brust zu schlagen. Wo kam dieses plötzliche Gefühl her? Es fühlte sich irgendwie so...vertraut an – auch wenn ich mich einfach nicht an ihn erinnern konnte.

      Als er dann aber plötzlich leise zischte und versuchte, seine Hand vor mir zu verstecken, weitete ich erneut die Augen. „H-hey, ist alles gut? Was machst du denn da?“, fragte ich, umgriff sanft, aber bestimmt sein Handgelenk und zog es zu mir. "Lass mich mal sehen.", murmelte ich und nun war ich es, der seine Hand untersuchte. Er hatte eine Schnittwunde in der Handfläche, die leicht blutete.

      „Du hast dich geschnitten...“, sagte ich dann schließlich und blickte ihm wieder in die Augen. „Du musst vorsichtiger sein ... Lass uns erst mal deine Hand versorgen, bevor wir mir etwas zu trinken besorgen, okay?“
    • Ich wollte meine Hand noch wegziehen, doch hatte sie Elijah schon fest in seiner gehalten. Ganz ruhig Henry. Er durfte nicht merken, dass ich Gefühle für ihn habe. Ich wollte nicht, dass er mich weg stieß, wenn er sich gar nicht an mich erinnern konnte.... Ich wusste nicht, wieso ich so handelte. Aber irgendwie stieg in mir die Angst, dass er mich ekelerregend finden könnte. Dann würde ich ihn gar nicht mehr sehen..... das würde mein Herz zerreißen. Trotzdem schien er immernoch die liebevolle Seite an sich zu haben. Das beruhigte mich ein wenig.
      Langsam ließ meine Anspannung ab und ich ließ meine Hand locker. Ich beobachtete Elijah dabei, wie er sich den Schnitt genauer ansah und schluckte kurz. Ich konnte es noch nie wirklich zulassen, dass man sich um mich kümmerte. Da ich früh mit meiner Schwester allein Zuhause war und mich für sie verantwortlich fühlte, war ich immer derjenige, der sich um die anderen sorgte. Mir fiel das alles also gerade sehr schwer.

      "Ich... ich kann mir ein Pflaster holen und dann ist wieder alles in Ordnung. Du hast lange nichts mehr getrunken, dein Hals muss trocken sein. Bitte lass mich dir was zu trinken holen. Währenddessen hat sicherlich jemand vom Personal ein Pflaster da.

      "Ich bin schon groß, ich kann das schon.", sagte ich aufmunternd und lächelte als Zeichen, dass es mir gut ging. Auch wenn es ein kleinweniv brannte. Aber das würde ich schon aushalten.
    • Ich zögerte. Und obwohl er mir versicherte, dass es ihm gut ging, hielt mich irgendetwas – tief in mir – davon ab, sein Handgelenk einfach loszulassen. Sorge...? Oder war es etwas Tieferes – etwas, das ich nicht benennen konnte?
      Meine Augen glitten kurz zurück zu seiner verletzten Handfläche, bevor sie wieder den Blick des anderen jungen Mannes suchten.
      „Na schön...“, murmelte ich schließlich leise und ließ sein Handgelenk langsam los, wobei meine Fingerspitzen ganz unabsichtlich über seinen Handrücken strichen.

      Ich lehnte mich wieder etwas tiefer in die Kissen zurück, blickte zur Decke und fuhr mir mit der Hand über den Hals.
      „Ja... trocken wie eine Wüste. Ich hätte nicht gedacht, dass sich das so unangenehm anfühlen kann...“, sagte ich und verzog leicht das Gesicht bei dem Gedanken an den trockenen Geschmack in meinem Mund.

      „Sag mal... wie haben wir uns eigentlich kennengelernt? Ich meine nicht nur so nebenbei in der Schule, sondern richtig. Weißt du, was ich meine? Wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass wir Freunde geworden sind? Hab ich dich zuerst angesprochen? Oder warst du es? Oder vielleicht sind wir einfach durch gemeinsame Freunde irgendwie in denselben Kreis gerutscht...?“
      Ich sah ihn wieder an, meine Stimme etwas leiser und rau von dem trockenen Hals. „Du musst ein ziemlich guter Freund sein, wenn du jetzt hier bist... danke dafür...“
    • Er zögerte. Wieso ließ er nicht einfach los? Ich wusste ja, dass er bei mir immer ein wenig anders drauf war als bei anderen. Aber.... er wusste doch nicht, wer ich wirklich war. Und ich wollte es ihm erstmal auch nicht sagen.... Zu groß war die Angst, dass er mich doch von sich stoßen könnte. Ich musste meine Gefühle besser in den Griff bekommen. Sonst könnte es Probleme geben.
      Nachdem Elijah nun doch losgelassen hatte, lächelte ich und sah zu meiner Handfläche.

      "Ich geh schnell ein Flaster holen. Und dein Wasser. Ich bin gleich wieder da.", sagte ich schnell und ging aus dem Zimmer. Nachdem ich die Tür hinter mir schloss, atmete ich kurz durch und ging dann los um die Sachen zu holen, weshalb ich rausgegangen war.
      Es dauerte auch nicht lange, da war meine Hand wieder in Ordnung und mit einem Wasserkrug in den Händen kam ich wieder ins Zimmer rein.

      "Hier ist dein Wasser. Der Arzt wird auch gleich kommen und dich untersuchen. Vielleicht kannst du schon bald nach Hause. Und.... deine Tante und dein Onkel sollten wir vielleicht auch Bescheid sagen.", sagte ich und schenkte ihm etwas ins Glas ein. Dann jedoch kam er mit einer Frage, mit der ich nicht gerechnet hatte. Wie soll ich ihm-? Ich schluckte. Dann setzte ich mich aufs Bett zu seinen Füßen und sah ihn an.

      "Also ähm.... Wir haben uns ja über die Uni kennengelernt. Wir haben immer zusammen gelernt, du hast mir die Aufgaben erklärt, wenn ich sie nicht verstanden habe.", fing ich an zu erzählen. Denn da fing es an, dass ich mich in ihn verliebt habe. Aber so wie er klang, wollte er was detaillierteres. Aber wie erklärte ich ihm das am besten, ohne zu sagen, dass mein Kommilitone mich zu ihm geschubst hat, damit ich ihn endlich frage. Das wusste er nicht mal vor dem Unfall.

      "Wir waren zur gleichen Zeit in der Bibliothek. Ich.... war mit einem Kommilitonen da und du auch mit deinen. Aber... wir äh wussten nicht weiter und da.... haben wir euch gefragt. Erst warst du irritiert, aber dann hast du es mir doch erklärt und irgendwann sind wir haben wir uns dann öfter zum Lernen getroffen.", erzählte ich und hoffte einfach nur, dass er das so hinnahm. Das war mir mehr als unangenehm.
    • Wieder blickte ich Henry nach, als er das Krankenzimmer verließ. Wieder herrschte Stille im Raum. Und wieder gewannen meine Gedanken die Oberhand.
      Ich kann es immer noch nicht richtig fassen… ein Autounfall? Und das scheinbar so kurz, nachdem ich den Führerschein bestanden hatte?
      Meine Gedanken wanderten wieder zu Henry. Wie konnte es nur sein, dass ich mich an meine Familie und an meine Freunde erinnern konnte – aber nicht an ihn? Warum war das so?

      Ein Seufzen schlich sich über meine Lippen, und ich schluckte trocken. Meine Kehle fühlte sich an, als würde sie gleich zu Staub zerfallen – fast so wie ein Vampir im Sonnenlicht.
      Vielleicht konnte ich mich nicht an ihn erinnern, weil er die letzte Person gewesen ist, die ich vor dem Unfall gesehen haben soll?
      Ich seufzte erneut. Es war wohl sinnlos, über verschiedene Theorien zu philosophieren. Ich war kein Arzt und würde womöglich sowieso nicht auf die richtige Antwort kommen.

      Als Henry zurück ins Krankenzimmer kehrte, blickte ich auf und ließ meine Augen zu seiner verarzteten Hand wandern, bevor ich ihm – diesmal viel vorsichtiger – das Wasserglas aus der Hand nahm.
      „Danke, Henry.“, sagte ich, führte das Glas zu meinen Lippen und trank vielleicht ein bisschen zu hastig.
      Das Glas war schnell geleert, und dennoch behielt ich es vorsichtshalber noch in meinen Händen.

      Als er meinen Onkel und meine Tante ansprach, lächelte ich leicht und nickte. „Danke… ich möchte mir gar nicht erst ausmalen, wie sehr sich die beiden um mich gesorgt haben.“, sagte ich und hörte ihm dann zu, wie er mir unser Kennenlernen erklärte.
      „In der Bibliothek… das klingt fast wie der Anfang eines kitschigen Liebesfilms.“, sagte ich scherzhaft, als sich in dem Moment wieder die Tür öffnete und der Chefarzt des Krankenhauses eintrat.

      „Ah, Mr. Rivers. Da sind Sie ja wieder.“, sprach er mit einem charmanten Lächeln, ohne dabei seine Professionalität zu verlieren.
      „Da haben Sie uns aber allen einen ordentlichen Schrecken bereitet.“, sagte er und trat näher ans Bett heran, bevor sein Blick kurz zu Henry wanderte.
      „Ah, Mr. Valentine. Da sind Sie ja auch wieder.“, sagte er freundlich und erinnerte sich an die vielen Male, als er den jungen Mann am Bett von Elijah gesehen hatte.
    • Seine Reaktion auf meine Geschichte ließ mich stutzen. An einen kitschigen Liebesfilm? War es so schlimm? Männer standen nicht auf so einen Kitsch und Elijah schon gar nicht. Was, wenn er mich plötzlich eklig fand und er mich weg stieß? Wenn er sich nicht mehr erinnern konnte, waren vielleicht auch seine Gefühle komplett weg. Und würden nicht mehr wieder kommen. Ich hatte Angst. Doch ich durfte sie nicht zeigen, weil er sonst Verdacht schöpfen könnte.
      Zu einer Reaktion meinerseits kam ich aber gar nicht, da der Arzt nun herein kam, der Elijah auch operiert hatte. Wir haben uns öfter gesehen, als er nach dem Rechten geschaut hat und ich dabei war, Elijahs Körper zu pflegen. Und all dem anderen Dingen, die ich hier gemacht habe. Meine Eltern fanden das nicht sehr gut, aber sie waren eh kaum Zuhause. Und meine Schwester Chelsea kam ja auch nicht zu kurz. Es war eine sehr anstrengende Zeit, aber es hatte sich gelohnt. Denn Elijah ging es gut.

      "Guten Tag, Doktor. Ja ich kann doch nicht einfach Zuhause bleiben. Sie kennen mich ja.", lachte ich verlegen und kratzte mich am Kopf. Ähm.... ich....geh dann mal besser in den Flur und warte da. Sie wollen Eli sicher untersuchen.", sagte ich noch und nach einem kurzen Blick zu meinem hoffentlich bald wieder Freund, verließ ich erneut das Krankenzimmer.

      "So, dann wollen wir mal. Wie geht es Ihnen, Mister Rivers? Haben Sie Schmerzen? Ich würde Sie tatsächlich gerne untersuchen. Dabei muss ich Ihnen einige Frage stellen. Wissen Sie noch, was passiert ist? Können Sie sich an den Unfall erinnern?", begann der Arzt seine Untersuchung.
    • Elijah
      Ich blickte Henry hinterher, als er das Krankenzimmer verließ, und blinzelte leicht verwirrt. Warum war er denn nicht einfach geblieben?
      Bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, ergriff der Chefarzt schon wieder das Wort.
      Ich nickte langsam, als er erklärte, mich gerne untersuchen zu wollen, und versuchte dann, mich auf die mir gestellte Frage zu konzentrieren.
      „Nein… ich bin mir nicht sicher. Henry hat mir erzählt, dass ich ihn nach Hause gefahren habe… aber, nein…“, sagte ich langsam und tastete mit den Fingern vorsichtig an den Verband an meinem Kopf.
      „Ich… ich kann mich daran erinnern, dass ich im Basketballteam meiner Highschool bin… an meinen Onkel und meine Tante… an meine Freunde…“, zählte ich langsam auf, geriet dann aber ins Stocken.

      „… aber nicht an Henry…“, sprach ich leise, fast demütig, wenn ich an den Gesichtsausdruck des anderen dachte.


      Lysander
      Mal wieder entschied ich mich dazu, meinen besten Freund im Krankenhaus zu besuchen. Ich kann immer noch nicht ganz realisieren, dass er nun schon seit einigen Wochen hier liegt… und es ist alles allein seine Schuld. Wenn er diesen verdammten Kerl an jenem Tag nicht nach Hause gefahren hätte, wäre das alles nicht passiert.

      Langsam schritt ich durch den Krankenhausflur, als ich unmittelbar vor dem Krankenzimmer Henry entdeckte.
      „Natürlich. Wenn man vom Teufel spricht.“, dachte ich missbilligend, setzte aber ein charmantes Lächeln auf.
      „Henry!“, sagte ich und ging auf ihn zu.
      „Wie schön, dich auch mal wieder zu sehen. Eli kann wirklich froh sein, so einen tollen Freund wie dich zu haben.“, sagte ich und legte meine Hand auf die Schulter des anderen. "Wie geht es ihm heute? Irgendeine Besserung?"

      Mein freundliches Lächeln? Alles nur ein einziges, großes Schauspiel. Alles nur für Elijah.
      Zu diesem Zeitpunkt konnte ich natürlich noch nicht wissen, dass er wieder aufgewacht war – und Henry vergessen hatte.
    • "Sie können sich also nicht daran erinnern, was während des Unfalls passiert ist. Mir ist zu Ohren gekommen, dass sie Mister Valentine nach Hause begleitet haben. Es könnte also sein, dass sie sich aus diesem Grund nicht an ihn erinnern können. Aber er muss jemand sehr Wichtiges in ihrem Leben gewesen sein, denn er blieb am Tag ihres Unfalls noch sehr lange hier im Krankenhaus, obwohl er am nächsten zur Schule musste. Er ist wirklich ein guter Junge und hat Sie hier jeden Tag sehr gut gepflegt, Mister Rivers. Er war uns eine große Hilfe. Ihre Amnesie könnte also von nicht allzulanger Dauer sein. Sobald Sie wieder fit sind, sollten Sie zusammen mit ihm an Orte gehen, an denen Sie zusammen waren. Oder sich Fotos ansehen. Das könnte helfen, Ihre Erinnerungen wieder zu erlangen.", beantwortete der Arzt Elijahs Sorge und untersuchte dabei die Wunden, behandelte sie und sah sich auch den Rest des Körpers an.

      Währenddessen war ich gerade aus dem Raum gegangen, um Elis Privatsphäre zu wahren, als mir ein allzu bekanntes Gesicht entgegen kam. Lysander. Ich lächelte nicht. Denn ich wusste, dass er mich nicht leiden konnte. Ich akzeptierte ihn, weil er Elis Freund war, aber mehr auch nicht. Er war um einiges Größer als ich und kam immer mit einem strahlenden Lächeln zu uns. Einem falschen Lächeln. Ich schlug seine Hand von meiner Schulter und sah ihn nicht gerade begeistert an.

      "Eli kann dich nicht hören, also brauchst du nicht so freundlich zu mir zu sein. Ich weiß, dass du mich nicht leiden kannst. Elijah ist wach, aber da kann im Moment keiner rein. Er wird untersucht und da wir keine Angehörigen sind, haben wir da auch nichts zu suchen. Vielleicht hast du Glück und der Arzt ist gleich fertig."
    • Elijah
      "Jemand sehr wichtiges in meinem Leben...", wiederholte ich leise die Worte des Arztes. Meine Stimme war nur ein nachdenkliches Murmeln. Kaum mehr als ein Flüstern.
      Henry hatte mir bereits gesagt, dass wir Freunde sind... aber das er am Tag meines Unfalls noch sehr lange hier im Krankenhaus geblieben ist, obwohl er am nächsten Tag wieder zur Schule musste, bestätigte mir erneut, was für ein guter Freund er sein musste.
      "Ich verstehe...", sagte ich dann etwas lauter, sodass auch der Arzt mich wieder verstehen konnte.

      Ich nickte, als er sagte, dass ich mit ihm zusammen gemeinsame Orte besuchen und Fotos anschauen sollte. Das klang fast wie etwas, dass sie in irgendwelchen Hollywood-Filmen taten... aber solange es half, meine Erinnerung zurück zu gewinnen, sollte es mir Recht sein.
      "Ja, Doktor.", antworte ich, als mir dann eine andere - eher unwichtige - Frage durch den Kopf schoss.
      "Wann darf ich wieder nach Hause? Oder wieder in die Schule? - darf ich bald schon wieder zum Basketball-Training? Ich habe meine Mannschaft schon viel zu lange im Stich gelassen."


      Lysander
      In dem Moment, als Henry meine Hand von seiner Schulter schlug, veränderte sich mein Gesichtsausdruck schlagartig. Mein eben noch perfekt aufgesetztes Lächeln verschwand und das Leuchten in meinen Augen verfinsterte sich zu einem gefährlich Glitzern.
      „Ach … ist das so, ja?“, fragte ich, als er zu Henry sagte, er wisse, dass ich ihn nicht leiden könne.
      "Vielleicht bist du doch nicht ganz so verblödet wie du aussiehst.", fügte ich hinzu und ließ meine Augen missbilligend über Henrys gesamte Gestalt wandern.

      Als ich dann aber hörte, dass Elijah aus dem Koma erwacht ist, weitete ich leicht meine Augen. Doch gegenüber des anderen, zeigte ich keine weitere Reaktion.
      Ich konnte es kaum glauben, dass mein bester Freund endlich wieder erwacht ist. Aber dann fiel mir wieder ein, wie es überhaupt alles zu dieser Situation gekommen ist und meine Augen verengten sich.
      Ich trat einen Schritt näher an Henry heran, beugte mich etwas zu ihm herunter und senkte meine Stimme zu einem gefährlichen Flüstern.
      "Weißt du wessen Schuld es gewesen wäre, wenn Eli diesen Unfall nicht überlebt hätte?", fragte ich, aber wartete gar nicht erst auf eine Antwort.
      "Genau - es wäre deine Schuld gewesen. Wenn du nicht gewesen wärst, wäre das alles niemals passiert.", flüsterte ich und auf meine Lippen zog sich langsam ein gehässiges Grinsen. "Verrat mir, mein lieber Henry... wie fühlt es sich an, fast seinen eigenen Freund umgebracht zu haben?"
    • Der Arzt lachte bei den vielen Fragen seines Patienten und winkte sachte mit den Händen.
      "Immer langsam mit den jungen Pferden. Ich würde Sie gerne noch ein paar Tage zur Beobachtung hier behalten. Sie hatten einen schweren Unfall. Ihre Wunden sind noch nicht ganz verheilt. Aber ich denke, zu Anfang nächster Woche dürfen Sie das Krankenhaus verlassen und wieder ihren gewohnten Alltag bestreiten. WENN Sie mir versprechen, es langsam angehen zu lassen.", bestätigte er und stand dann auf.
      "Wir wären erstmal fertig. Erholen Sie sich noch gut."

      Währenddessen stand ich mit Lysander immernoch vor der Tür und am liebsten wäre es mir, er wäre einfach wieder gegangen.
      Er lehnte sich zu mir runter, ja ich war nicht sehr groß, dafür dieser Lulatsch umso mehr, und flüsterte mir leise etwas zu. Ich weitete kurz die Augen, sah ihn nach einer Sekunde wieder mit festem Blick an. Ich wusste nie, warum er was gegen mich hatte. Aber von Anfang an war er feindseelig mir gegenüber und ich hatte nicht vor, ihm die Genugtuung zu geben und einzuknicken. Jedenfalls nicht vor ihm.
      "Falls du es noch nicht mitbekommen hast, er hat mich nicht das erste Mal nach Hause gebracht und was auch immer passiert ist, hätte auch woanders passieren können. Ich habe ihn also nicht fast umgebracht.", konterte ich und biss die Zähne zusammen. Stand halten, Henry, Stand halten.
      In dem Moment kam dann auch der Arzt wieder aus Elis Zimmer und nickte uns zu. Sicherlich wollte er nun auch darein. Aber ich wollte nicht im selben Raum sein wie er.
      "Nun geh schon. Keine Sorge, ich komme nicht mit.", sagte ich scharf und sah ihn von unten heraus an.
    • Elijah
      Ein schwaches Seufzen entwich meinen Lippen, als ich realisierte, dass ich wohl doch noch nicht so schnell aus dem Krankenhaus kommen würde, wie ich es selbst gerne gehabt hätte. Und erst recht nicht wieder direkt mit dem Basketballtraining weitermachen konnte. So würden wir die Season bestimmt verlieren!... und das auch noch im Abschlussjahr... wirklich großartig.
      „Versprochen... danke, Doktor.“, gab ich dann schließlich mit einem resignierten Seufzen nach und ließ mich wieder bequem in die Kissen sinken, während ich den Arzt dabei beobachtete, wie er das Krankenzimmer wieder verließ.


      Lysander
      „Red dir das ruhig ein.“, zischte ich leise und funkelte Henry nun ziemlich gereizt an. „Aber wenn Elijah an dem Tag sein Leben verloren hätte... dann wäre das auf dein Konto gegangen.“
      Mit den Worten richtete ich mich wieder auf und blickte abermals missbilligend auf den anderen herab. Dann schüttelte ich den Kopf, wand mich langsam ab und ging mit einem wieder perfekt aufgesetzten Lächeln in das Krankenzimmer meines besten Freundes. „Elijah! Da bist du ja endlich wieder.“, sagte ich und setzte mich sogleich an sein Bett. „Was machst du denn für Sachen?“

      Auf Elijahs Lippen bildete sich ein Lächeln, als er mich sah. Natürlich – immerhin kannten wir uns auch schon seit dem Kindergarten. Doch mein Lächeln verschwand sogleich wieder, als er versuchte, über meine Schulter in den Krankenflur zu schauen und fragte: „Wo ist denn Henry?“
    • Leise atmete ich aus und schloss die Augen. Ich musste darauf achten, dass ich ihn nicht zu sehr an mich ranließ. Ich hatte eh schon ein schlechtes Gewissen, dass ich eventuell wirklich daran Schuld sein könnte, dass Eli was zugestoßen ist. Aber ich versuchte mich an den Gedanken festzuhalten, dass der Unfall auch an einer anderen Stelle hätte passieren können. Elijah war ein guter Fahrer. Immer vorsichtig und stets darauf bedacht, richtig zu fahren. Außerdem war der Blödmann, der sich seinen besten Freund nannte, nicht für ihn da, als er ihn gebraucht hatte. Ich hab Eli gepflegt. Nicht er.
      Ich biss mir auf die Lippe und sah zur Seite. Ich hatte Angst. Angst, Elijah zu verlieren. Meine Hand wanderte zu meinem Herzen. Es zog sich zusammen und brannte.
      Jedoch sah ich überrascht auf, als ich hörte, wie Eli nach mir fragte. Ich sah in Richtung des Zimmer und lächelte. Pah! Das hast du nun davon, langbeiniger Lulatsch.
      Vorsichtig lugte ich ins das Zimmer. Lysander sah nicht gerade happy aus.
      "Ich dachte, du willst mit deinem Freund erstmal allein sein, weil ihr euch doch so lange nicht gesehen habt. Dann könnt ihr euch ausquatschen. Ich kann so lange warten. Das ist kein Problem für mich. Oder ich gehe nach Hause, wenn du das möchtest, Eli."
    • Elijah
      Ich hatte nicht bemerkt, dass Lysanders Lächeln einfror, nachdem ich nach Henry gefragt hatte. Denn bereits einen Moment später, blickte eben dieser in das Zimmer.
      Unweigerlich begann ich zu Lächeln und richtete mich wieder ein wenig mehr in meinen Krankenbett auf. "Nein, nein, ist schon in Ordnung. Komm nur herein.", sagte ich und schenkte ihm jenes warmes Lächeln, dass ich so oft auf meinen Lippen trug.

      Einen Moment blickte ich nun schweigend zwischen Henry und Lysander umher, bevor ich komplett unüberlegt sagte: "Ich kann es kaum glauben, dass ich mich nicht an dich erinnern kann, Henry."


      Lysander
      Ich hielt inne, als ich Elijahs Worte hörte. Hatte ich mich gerade verhört? Hatte er gerade gesagt.. das er sich nicht an Henry erinnern kann?
      Meine Augen huschten zu Elijah und studierten ihn aufmerksam. Kein Zweifel - ich hatte mich nicht verhört. Elijah konnte sich wirklich nicht mehr an Henry erinnern. Und wenn er sich nicht an Henry erinnern kann... dann kann er sich auch nicht an die Beziehung erinnern.

      Ganz langsam breitete sich ein heimtückisches Lächeln auf meinen Lippen aus, als sich bereits ein Plan in meinen Kopf formte, bevor ich aber einen besorgten Gesichtsausdruck aufsetzte. "Elijah...", fragte ich erschrocken und legte meine Hand auf dessen Schulter. "Du...kannst dich wirklich nicht an Henry erinnern?", fragte ich mit gespielter Sorge und blickte aus dem Augenwinkel zu Henry, um seine Reaktion zu beobachten. Vielleicht hatte dieser Unfall ja doch etwas Gutes...
    • Vorsichtig kam ich nun doch rein, genau wissend, dass Lysander mich nicht hier haben wollte. Und wie ich erkannte, konnte man es ihm auch genau ansehen. Doch wenn Eli mich da haben wollte, tat ich ihm auch den Gefallen. Auch wenn ich selbst auch nicht wirklich glücklich damit war. Schließlich wollte ich Lysander ebenfalls aus dem Weg gehen, wie er mich.
      Es wurde kurz still zwischen uns, denn ich konnte nicht wirklich ein Gesprächsthema finden, was auch in der Gegenwart von Elis bestem Freund okay war. Ich würde liebend gern viele Themen ansprechen, aber das wurde mir dann zu privat.... also ließ ich das auch besser sein. Irgendwann gab es wieder eine Zeit, in der ich mit meinem eigentlichen Partner allein war.

      Dann allerdings sagte dieser etwas, was mich zusammen zucken ließ. Damit konnte Lysander mir doch noch mehr Salz in die Wunde streuen. Ich biss mir auf die Lippe. Ich durfte jetzt nicht klein beigeben. Ich musste stark bleiben.
      "Naja... ich kann mir vorstellen, dass du dich wieder mehr an mich erinnern kannst, wenn wir ein paar Orte besuchen, die uns miteinander verbinden. Wenn wir das machen, was wir immer zusammen gemacht haben.", sagte ich schnell und lächelte
      Sorry Liebling. Aber ich kann diesen Typen einfach nicht gewinnen lassen.
      "Aber erstmal musst du wieder gesund werden. Ich kann dir auch weiterhin helfen. Schließlich kenne ich mich hier ja schon ein bisschen aus."
    • Ich bekam von der Spannung zwischen Henry und Lysander nichts mit, sondern begann nur zufrieden zu Lächeln, als Henry davon sprach mit mir ein paar Orte zu besuchen, die uns miteinander verbanden.
      Ich nickte und streckte mich einmal genüsslich. Vielleicht etwas zu genüsslich dafür, dass ich noch bis eben in einen wochenlangen Koma gelegen hatte.
      "Das klingt doch nach einem Plan!", verkündete ich so positiv wie eh und je. "Ich kann es kaum erwarten endlich aus diesem Bett zu kommen. Und oh! Endlich mal wieder etwas richtiges zu essen. Ich hab Lust auf Cheeseburger. Dazu natürlich große Pommes und einen Schokomilchshake.", sagte ich und allein bei dem Gedanken lief mir das Wasser im Mund zusammen.
      Mein Grinsen wurde ein wenig breiter, als meine Augen wieder auf die von Henry trafen. "Ach komm! Ich bin doch schon so gut wie gesund, wenn ich wieder so von Essen sprechen kann. Ich möchte nicht wissen, was das Krankenhaus wohl für Kost servieren wird. Eine Scheibe Käse? Marmelade? Wenn es hoch kommt vielleicht. Das ist doch für einen hohlen Zahn.", quatsche ich Henry weiter voll und bemerkte nicht, wie Lysander die komplette Situation mit einem verfinsterten Blick beobachtete.