Are you my love? (yuyuumyn & Kiba)

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    • Leise spielte das Radio im Hintergrund, während meine Hände sicher das Lenkrad umfassten und die Sonne langsam am Horizont unterging.
      Aus dem Augenwinkel blickte ich zu Henry, der auf dem Beifahrersitz saß. Das Licht der untergehenden Abendsonne tanzte über sein Gesicht, und ich konnte deutlich spüren, wie meine Wangen erröteten.
      Wir waren bereits seit über zwei Jahren zusammen, aber dennoch… fühlte es sich noch immer wie am ersten Tag an. Das starke Herzklopfen und die vielen Schmetterlinge im Bauch… Worte können gar nicht beschreiben, wie sehr ich Henry liebe.

      Es dauerte nicht mehr lange, bis ich mit dem Auto in die Einfahrt von Henrys Elternhaus fuhr und den Motor ausschaltete.
      „Wir sind da.“, sagte ich und warf ihm ein sanftes Lächeln zu.
      Zwar würden wir uns morgen in der Schule bereits Wiedersehen...aber dennoch mochte ich es nie, mich von ihm zu verabschieden. Ich mochte es nicht von ihm getrennt zu sein...mein Herz gehörte einfach zu ihm.
      "Du kommst morgen doch sicher zu meinem Basektball-Spiel, oder?", fragte ich mit einem weiteren Lächeln.
      Natürlich würde er kommen und mich anfeuern – dessen war ich mir sicher. Doch so konnte ich unseren unausweichlichen Abschied einfach noch ein wenig hinauszögern...
    • Elijah und ich kamen gerade von der Schule, der Middleton-Highschool, und ich hatte den Luxus, heute vom Auto nach Hause gefahren zu werden. Elijah hatte seinen Führerschein noch nicht sehr lang, war aber trotzdem ein sehr verantwortungsvoller und ruhiger Fahrer. Ich sah lächelnd aus dem Fenster und beobachtete die Häuser, die an uns vorbei zogen, während sie von der untergehenden Sonne in ein goldenes Licht eingehaucht wurden. Leise aber passende Musik lief im Hintergrund, was mich ziemlich entspannen ließ. Ich liebte Elijah wirklich sehr und war sehr stolz darauf, ihn meinen Freund nennen zu dürfen.
      Gerade bog er in die Einfahrt zum Haus, in dem ich wohnte und stellte den Motor ab. Traurig lächelnd sah ich ihn an.
      "Natürlich komm ich. Das weiß du doch. Ich werde dich am meisten und lautesten anfeuern und alle anderen übertönen, so dass du nur gewinnen kannst.", antwortete ich und strich über seine Wange. Wir waren zwar schon zwei Jahre zusammen, trotzdem hatte ich jedes Mal Herzklopfen, wenn es darum ging, uns näher zu kommen. Ich gab ihm schnell einen schüchternen Kuss, ehe ich die Tür öffnete.
      "Fahr bitte vorsichtig. Und schreib mir, wenn du Zuhause angekommen bist.", sagte ich noch und sah ihn an. Er hatte zum Glück keinen weiten Weg bis nach Hause. Aber irgendwie hatte ich grad ein komisches Gefühl im Bauch. Vielleicht war es nur, weil er das Auto noch nicht soo lange hatte. Er wird schon heil ankommen.
    • Mein Lächeln wurde noch breiter, als Henry mir versprach zu meinem Basketball-Spiel zu kommen und mich am lautesten von allen Zuschauern anzufeuern.
      Eine der schönsten Eigenschaften von Henry war, dass ich mich immer auf ihn verlassen konnte. Er war einfach da – egal was war. Manchmal frage ich mich, womit ich so einen besonderen Menschen an meiner Seite überhaupt verdient hatte.
      Alle Körbe, die ich morgen werfen werde, werde ich ihm widmen. Ihm ganz allein.

      Die Art, wie er mit seiner warmen Hand sanft über meine Wange strich... sein schüchterner Kuss... Wie gerne hätte ich die Zeit angehalten, nur um ein bisschen länger in diesem Moment zu verweilen. Doch das war leider nicht möglich – ich hatte weder Superkräfte noch Magie. So etwas gab es leider nur in Filmen und Serien.

      Mein Lächeln wurde ein wenig schwächer, als Henry dann schließlich die Autotür öffnete.
      "Mach dir keine Sorgen, ich fahre immer vorsichtig, das weißt du doch. Und natürlich werde ich dir sofort schreiben, wenn ich sicher zu Hause angekommen bin.", antwortete ich ihm und griff nochmal nach seiner Hand, bevor er aussteigen konnte.
      "Ich...ich liebe dich, Henry...ich hole dich morgen wieder mit dem Auto ab, damit wir zusammen zur Schule fahren können, ja?"
      Ich führte seine Hand zu meinen Mund und drückte meine Lippen zum Abschied nochmal sanft auf seine Knöchel.
      Morgen würden wir uns bereits Wiedersehen...das war kein Abschied für immer...
    • Ich lächelte ihn an, als er meine Hand zurück zog und seine Lippen aufdrückte.
      "Ich liebe dich mehr, Elijah.", kicherte ich und drückte nochmal seine Hand, ehe ich aufstand.
      "Bis morgen.", verabschiedete ich mich nun endgültig mit einem Lächeln und schloss die Autotür.
      Ich ging ins Haus und begrüßte meine Eltern, ehe ich nach oben ging und mich aufs Bett warf. Ich sah das Foto an, welches auf meinen Nachtschrank stand. Es zeigte Elijah und mich. Während ich in die Kamera grinste, hatte mir Elijah einen Kuss auf die Wange gedrückt. Ich liebte das Foto wirklich sehr und ich hoffte, dass die Liebe zwischen uns niemals enden würde. Ich lächelte, ehe meine Mutter mich zum Abendessen rief.
      "Ich komme schon!"
    • Ich blickte Henry noch für einen kurzen Moment hinterher, nachdem er die Autotür hinter sich geschlossen hatte und in seinem Elternhaus verschwunden war. Mit einem leisen Seufzen startete ich wieder den Motor meines Wagens und fuhr rückwärts aus der Einfahrt, um nun auch selbst nach Hause zu fahren.
      Kurz darauf bog ich auf die Landstraße ab – die altbekannte Abkürzung, um schneller nach Hause zu kommen, statt den längeren Weg durch unsere Kleinstadt zu nehmen. Genau die selbe Strecke bin ich - bevor ich den Führerschein hatte - so oft mit dem Fahrrad entlang gefahren, um zu Henry zu kommen.

      Noch immer spielte das Radio im Hintergrund, welches ich nun aber ein wenig lauter drehte. Mit den Fingerspitzen trommelte ich im Takt des Liedes auf das Lenkrad und summte leise den Text mit.
      "Take my hand, we'll make it, I swear... Oh-oh, livin' on a prayer...", murmelte ich und hatte meine Aufmerksamkeit dabei weiterhin auf die Landstraße vor mir gerichtet.

      Und dann passierte es...plötzlich, wie aus dem Nichts, sprang ein Hirsch auf die Landstraße – direkt vor mein Auto. In Panik riss ich das Lenkrad herum, um dem Tier noch rechtzeitig auszuweichen. Ehe ich begriff, was geschah, landete mein Wagen im Graben, überschlug sich mehrfach – und dann... wurde alles um mich herum schwarz...
    • Nach dem Essen bei schöner Runde mit meinen Eltern ging ich in mein Zimmer und schmiss mich bäuchlings aufs Bett. Ich wollte kontrollieren, ob Elijah sich inzwischen gemeldet hatte. Doch noch immer war nichts eingegangen. Skeptisch und stirnrunzelnd sah ich zur Uhr. Er hätte schon längst zuhause sein müssen. Wieso hab ich noch nichts bekommen? Er schrieb mir sonst immer. Er hatte es nie vergessen. Nervös tippte ich seine Nummer ins Handy und hielt mir das Gerät ans Ohr. Es tutete. Aber nichts passierte. Wieso ging er denn nicht ran? Nun setzte ich mich doch auf. Ein Schauer lief über meinen Rücken. Ob mein Bauchgefühl nun doch gestimmt hatte? Wieder nahm ich mein Handy zur Hand und tippte erneut eine Nummer ein. Elijahs Eltern. Mein Herz pochte. Ich hoffte einfach nur, dass es irgend eine andere Erklärung dafür gab. Es musste einfach. Aufgeregt kaute ich an meinen Fingernägeln rum, während es am anderen Ende klingelte.
    • Es tutete...und tutete...und erst nach einer gefühlten Ewigkeit nahm Elijah's Tante den Anruf entgegen. Ihre Stimme zitterte beim Sprechen und sie wirkte deutlich aufgebracht. Im Hintergrund waren laute Stimmen und die Sirenen eines Krankenwagens zu hören.
      "H-henry, bist du das? Oh, gott sei Dank rufst du an! Eli...er-...er-...", schluchzte sie bitterlich und schaffte es einfach nicht den Satz zu Ende zu bringen.
      In dem Moment wurde ihr das Handy von Elijah's Onkel sanft aus der Hand genommen, welcher sich das das Handy nun selbst an das Ohr hielt. Auch seine Nerven waren am Ende, doch er versuchte zum Wohl seiner Frau und Henry die Fassung zu bewahren.
      "Henry?...Elijah...er ist auf der Fahrt nach Hause von der Landstraße abgekommen. Wir wissen noch nicht genau wie es passiert ist, aber er wird gerade von den Rettungskräften versorgt und anschließend ins Krankenhaus gebracht...sein Zustand ist...kritisch.", sagte er langsam und man hörte deutlich den Schmerz in seiner Stimme.
      "Helene wird direkt mit dem Krankenwagen mitfahren. Wenn du mit ins Krankenhaus möchtest, werde ich dich direkt mit meinem Auto von zu Hause abholen. Du fährst mit jetzt nicht alleine.", sprach er und die Sorge, die sich Elijah's Onkel nun auch um Henry's mentalen Zustand machte, war kaum zu überhören.
    • Als Elijahs Tante ans Telefon ging, weitete ich die Augen und alles in mir zog sich zusammen. Auch sein Onkel, der kurze Zeit später das Gespräch übernahm, weil seine Frau nicht sprechen konnte, machte die Situation nicht besser. Tränen sammelten sich in meinen Augen und ich wusste kurz nicht, was ich sagen sollte. Mein Kopf war leer und meine Angst um meinen Freund breitete sich umso mehr in meinem Körper aus.
      "Ich....äh....ja....bitte.", mein Gesicht war blass und mir war ein klein wenig übel. Trotzdem wollte ich nur noch zu Elijah. Am liebsten würde ich ihn an mich drücken und ihm all den Schmerz nehmen. Ich hatte das Gefühl, dass alles meine Schuld war. Das ich ihn hätte aufhalten sollen. Ich hätte.... Ich fühlte mich grad so hilflos. Ich kann gar nichts tun, als nun zu warten, wann sein Onkel kommt und mich abholt.
      "Bitte. Ich will zu ihm.", meine Stimme war nur noch ein Hauchen. Aber zu mehr war ich grad nicht fähig.
    • Ein tiefes Seufzen entwich Elijah's Onkel. Sein Blick blieb an dem Krankenwagen hängen, der mit heulender Sirene und Blaulicht davonfuhr – mit seiner Frau und seinem schwer verletzten Neffen auf dem Weg ins Krankenhaus.
      "Henry...ich weiß, wie schwer es gerade für dich sein muss...aber bitte versuch ruhig zu bleiben. Es wird alles gut, hörst du?", fragte er, doch ein leichtes Zittern in seiner Stimme verriet, das er sich selbst große Sorgen, wenn nicht sogar Vorwürfe machte.
      Immerhin ist er derjenige gewesen, der Elijah das Auto direkt zur bestandenen Prüfung gekauft hatte.
      "Henry, ich fahre jetzt los...ich bin gleich da, in Ordnung?", sagte er noch, bevor er das Telefonat beendete.

      Ungefähr 15 Minuten später hielt das Auto von Elijah's Onkel, William, vor Henry's Elternhaus. Er war blass, doch seine Körpersprache verriet seine wahren Emotionen nicht.
      Er blieb vor der Haustür stehen und kloptfte drei Mal gegen das Holz der Tür. Immer wieder blickte er auf sein Handy und hoffte auf eine positive Nachricht von seiner Frau Helene.
    • Ich konnte es immer noch nicht glauben. Was war nur passiert? Wird es Elijah wirklich wieder gut gehen? Was, wenn nicht?
      Mein Körper war immer noch total geschockt und ich konnte mich nicht regen. Nur langsam regte ich mich und ging zur Haustür. Ich erklärte meinen Eltern, dass Elijah einen Unfall hatte und ich mit seinem Onkel ins Krankenhaus fahren würde. Auch sie waren sehr besorgt. Aber ich wollte auch nicht, dass sie noch mitkamen. Ich versicherte ihnen, dass da Leute waren, die auf mich aufpassen würden.
      Ich ging nach draußen und dort wartete auch schon das Auto von Elijahs Onkel, in welchem ich einstieg.
      "Danke, dass Sie mich abholen, Mister Rivers.", sagte ich leise. Ich sah aus dem Fenster und ich spüre wie mein Körper nach und nach zusammen sackte. Tränen machten sich sichtbar und rinnten unaufhaltsam über mein Gesicht. Meine Sicht verschwamm und mein Herz zog sich zu einem Knoten, der nicht mehr aufzugehen schien. Ich hatte Angst. Angst, ihn zu sehen und Angst, ihn nie wieder zu sehen.
      "Haben... Sie schon etwas über Elijah gehört?", hauchte ich leise, immer noch aus dem Fenster starrend. Ich konnte einfach nicht hinsehen.
    • Die Fahrt zum Krankenhaus fühlte sich wie eine halbe Ewigkeit an. Jede einzelne rote Ampel wie etliche Stunden. Wie als würde sich das Schicksal einen Spaß aus dem Leid von Henry und William erlauben.
      William hatte das Lenkrad fest umklammert. Sein Blick war eisern auf die Straße vor ihnen gerichtet.
      Erst nach einen Moment schüttelte er langsam seinen Kopf. "Nein, Helene hat sich noch nicht bei mir gemeldet...aber ich gehe davon aus, dass...die Ärzte sich bereits um Elijah kümmern..."
      Aus dem Augenwinkel blickte er für den Bruchteil eines Moments auf Henry, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder auf die Straße richtete.
      "Es wird alles gut werden Henry...wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren."

      Kurz darauf erreichten sie endlich das Krankenhaus. William war der erste der aus dem Wagen stieg. Er ging zur Beifahrertür, öffnete diese für Henry und ging dann bereits mit diesem direkt zur Anmeldung der Notaufnahme.
      "Guten Abend. Mein Name ist William Rivers. Ich bin der Vormund von meinem Neffen. Elijah Rivers."
      Die ältere Dame blickte von ihren Papieren auf und musterte erst William und dann Henry mit einem mitleidigen Blick. "Ah, Mr. Rivers...Ihre Frau wartet bereits im Wartezimmer...die Ärzte...", sie zögerte, blickte kurz auf Henry und dann wieder auf William.
      "Sie kümmern sich gerade Ihren Neffen...bitte warten Sie bei Ihrer Frau im Wartezimmer."
      William biss vor Anspannung die Zähne zusammen, aber trotz seiner Unruhe und Sorge für seinen Enkel, zwang er sich, vor allem, weil Henry dabei war, ruhig zu bleiben.
      "Vielen Dank.", sagte er und deutete Henry dann mit einem Nicken an, ihm zum Wartezimmer zu folgen, wo bereits Helene auf sie beide wartete.
    • Mister Rivers antwortete zwar hoffnungsvoll, aber in der Stimme konnte ich heraushören, dass er es nicht war. Na klar, man wusste nie, was auf einen zu kam. Und ich hoffte ja ebenfalls, dass alles gut werden würde. Aber da meldete sich mein Bauchgefühl wieder. Und ich hätte vorhin schon darauf hören sollen. Diesmal wollte ich zuhören, also machte ich mir nicht zu viel Hoffnung. Trotzdem tat es weh....
      Im Krankenhaus angekommen, wurden wir erstmal ins Wartezimmer verwiesen. Zittrig und leise ging ich hinter dem großen Mann hinterher, ehe wir seine Frau erreichten. Völlig aufgelöst stand sie auf und umarmte ihren Mann. Danach war ich dran. Ich wurde immer herzlich in dieser Familie begrüßt und sie behandelten mich schon fast wie ihren Sohn. Deswegen war es völlig normal, dass sie auch mich umarmte.
      "Henry, Liebes. Die Ärzte sind mit Elijah immer noch da drin. Wir können nur hoffen, dass alles wieder gut wird. Bis jetzt hab ich noch nichts weiter gehört. Wir müssen also noch warten.", sagte sie und auch ihre Stimme war sehr abgehakt.
      "Hallo Misses Rivers. Vielen Dank, dass ich hier sein darf. Es.... Es tut mir so leid. Ich hätte ihn aufhalten sollen. Hätte ich ihn doch bloß bei mir behalten. Er hat doch morgen noch ein Spiel. Ich wollte ihm zusehen und ihn anfeuern, ich....", ich unterbrach mich selbst. Ich konnte nicht mehr. Am liebsten möchte ich die Zeit zurück drehen....
    • William lauschte Henrys herzzerreißenden Worten, und es brach ihm nur noch mehr das Herz. Er legte seine große Hand auf Henrys Schulter und drückte sie sanft, um ihm ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln.
      „Nein, Henry.“, sagte er ruhig, aber bestimmt. „Elijahs Unfall ist nicht deine Schuld, hörst du? Bitte red dir das auf keinen Fall ein. Du kannst nichts dafür.“, fuhr er fort, warf einen besorgten Blick zu seiner Frau, bevor er wieder zu Henry sah.
      „Es wird alles gut werden. Du weißt, wie stur Elijah sein kann. Bald werden wir ihn gemeinsam bei einem anderen Basketballspiel anfeuern können. Das verspreche ich dir.“
      Die Zeit verging. Jede einzelne Minute fühlte sich wie viele, viele Stunden an. Und dann … kam einer der Ärzte ins Wartezimmer. William blickte auf. Für einen Moment glitzerte Hoffnung in seinen Augen. Doch als er den ersten Blick des Arztes sah, erlosch sie sofort.
      „Doktor, was ist mit meinem Neffen? Was ist mit Elij—“, doch bevor William seinen Satz zu Ende bringen konnte, fiel ihm der Arzt bereits ins Wort.
      „Er lebt.“, stellte er klar.
      William atmete erleichtert auf, doch als der ernste Blick des Arztes nicht verschwand, drehte sich ihm der Magen um.
      „Ist er wach? Können wir zu ihm?“, drängte er nun. Seine Stimme wurde unwillkürlich lauter und fordernder.
      Der Arzt seufzte und sah zwischen den Anwesenden umher. Sein Blick verweilte einen Moment auf Henry, bevor er wieder zu William und Helene wanderte.
      „Mr. und Mrs. Rivers… Ihr Neffe hatte Glück, sehr viel Glück. Wir konnten sein Leben retten, aber…“, er hielt inne. Doch er wusste, dass er nicht darum herumkam, die Familie seines Patienten über die aktuelle Lage zu informieren.
      „Ihr Neffe lebt, doch er liegt im Koma. Wir können noch nicht abschätzen, wann er wieder aufwacht. Es könnte Tage, aber auch Monate dauern.“
      William riss entsetzt die Augen auf und ballte seine Hände zu Fäusten.
      „Im Koma? Mein Eli? Nein… nein, nein, nein. Das kann nicht sein. Sie müssen sich irren. Mein Neffe ist ein starker Junge!“, protestierte er. In den Augen des sonst so großen und starken Mannes lag pure Verzweiflung.
      Der Arzt seufzte erneut. Er wusste, dass es nur einen Weg gab, der Familie die bittere Realität bewusst zu machen.
      „Bitte folgen Sie mir… aber bitte halten Sie Ihre Stimmen gesenkt.“, sagte er mit einer sanfteren, aber ernsten Stimme.
      Er führte die Familie ins Krankenzimmer, und das Bild, das sich ihnen bot, war… grausam.

      Das Krankenzimmer war still. Nur das monotone Piepen der Maschinen und das leise Rauschen eines Beatmungsgeräts durchbrachen die bedrückende Stille. Der Geruch von Desinfektionsmittel lag in der Luft.
      Elijah lag reglos in dem viel zu großen Krankenhausbett. Sein Gesicht war bleich, fast durchsichtig und wurde von mehreren Schläuchen und Pflastern durchzogen. Ein Verband zog sich quer über seine Stirn, unter seinem rechten Auge zeichnete sich ein dunkler Bluterguss ab. Seine Lippen waren blass und seine Augen lagen geschlossen unter schweren Lidern – als würde er einfach nur tief schlafen.
      Seine Brust hob und senkte sich im Takt der Maschine, die ihm beim Atmen half. Jeder Atemzug wirkte wie ein kleiner Kampf, der nicht von ihm, sondern für ihn geführt wurde.
      William trat langsam näher, seine Schritte schwer wie Blei.
      „Mein Junge…“, flüsterte er kaum hörbar, seine Stimme zitterte.
    • Nach einiger Zeit, was sich für mich wie eine Ewigkeit anfühlte, kam nun endlich der Arzt aus der Tür und verkündete, dass Elijah zwar lebte, doch ins Koma gefallen war. Einerseits war ich überglücklich, dass er den Unfall überlebt hatte. Aber andererseits machte mir das Koma auch große Angst. Völlig überwältigt von den Gefühlen liefen mir nochmals Tränen über mein Gesicht, doch ich musste versuchen, stark zu bleiben. Für Eli. Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und biss mir auf die Lippe, ehe ich allen leise folgte. Wir gingen durch die Gänge, ehe wir auf der Intensivstation ankamen und dort in eines der Räume gingen. Dort lag er. An Schläuchen angeschlossen, die ihm dabei halfen, am Leben zu bleiben. Unweigerlich kamen mir Bilder vor die Augen, wie wir zusammen Zeit vebrachten und lachten. Unser erster Kuss und mein erstes Spiel, in welchem ich ihm zusah. Ob das nun alles Erinnerungen blieben? Ich schüttelte kurz den Kopf. Nein. Er lebt und daran sollte ich festhalten. Ich ging langsam auf ihn zu und hielt seine Hand. Sie war kalt. Ich atmete einmal tief durch, ehe ich seine Hand nochmal streichelte und sie dann unter die Decke legte.
      Meine Ohren vernahmen Williams Stimme und ich sah traurig nach unten. Es war grauenvoll.... Elijah, der sonst so lebhafte junge Mann, lag einfach nur da und schlief.
      "Bitte wach bald wieder auf Eli. Wir vermissen dich, hörst du?", flüsterte ich und konnte letztenendes wirklich einfach nur hoffen, dass er schnellstmöglich wieder aufwachte.

      Die Zeit verging und mein Freund lag immernoch im Koma und rührte sich nicht. Es war sehr schwierig, doch ich hatte noch immer die Hoffnung, dass er mich irgendwann wieder anlächeln würde. Es musste einfach.
      Jeden Tag kam ich ins Krankenhaus und besuchte ihn. Ich sorgte dafür, dass er gewaschen war, frische Kleidung hatte und las ihm was vor oder erzählte ihm was. Ich hatte mich ein bisschen erkundigt und gelesen, dass Komapatienten sowas mitbekommen und schneller genesen. Eigentlich vebrachte ich fast meine komplette Zeit hier bei ihm. Ja sogar meine Hausaufgaben machte ich hier bei ihm.
      Gerade saß ich an seinem Bett und erzählte ihm etwas, während ich meinen Kopf an seine Hand bettete und zu ihm hochsah.
      "Weißt du Eli, deine Tante hatte letztens einen Kuchen gebacken. Sie wollte mich aus dem Krankenhaus locken, damit ich mich auch mal ausruhen konnte. Dabei geht es mir wirklich gut. Ich bin... vielleicht nur ein bisschen müde.", sagte ich und gähnte. Dabei konnte ich doch einfach hier die Augen zu machen. Nur ganz kurz.
    • Dunkelheit. Stille. Etwas zog mich nach oben – als würde ich aus tiefem Wasser auftauchen. Geräusche drangen an mich heran, dumpf, wie durch dickes Glas. Und dann war da…eine Stimme.
      Mein Kopf fühlte sich an, als hätte jemand ihn in Watte gepackt. Jeder Gedanke war zäh, als müsste ich mich durch dichten Nebel kämpfen. Ich versuchte, meine Augen zu öffnen und wurde sofort von grellem, viel zu hellem Licht geblendet.

      ...wo bin ich?

      Meine Gedanken wirbelten durcheinander. Alles fühlte sich fremd an. Mein Körper lag schwer auf einem weichen Bett. Und dann spürte ich ihn…einen Schlauch in meiner Nase? Aber warum?
      Es dauerte, bis ich begriff, wo ich war. Ein Krankenhaus. Ganz sicher. Doch…wie bin ich hierher gekommen? Was ist nur passiert?
      Das monotone Piepen eines Monitors beschleunigte sich, während mein Herz immer schneller schlug. Ich wollte mich aufrichten, irgendetwas tun – aber mein Körper gehorchte mir nicht. Noch nicht. Und dann…fiel mein Blick auf den jungen Mann, der an meinem Bett saß. Er sah aus, als wäre er in meinem Alter. Sein Kopf ruhte an meiner Hand und seine Augen waren geschlossen.

      …wer ist das?

      Ich wollte etwas sagen, doch statt Worten kam nur ein schwaches Keuchen über meine Lippen. Mein Mund fühlte sich trocken an – als hätte ich tagelang nichts getrunken, als wäre ich durch eine Wüste gegangen. Doch all das trat in den Hintergrund, während mein Blick weiter auf seinem sanften Gesicht ruhte. Mit Mühe hob ich die Fingerspitzen und berührte ganz vorsichtig seine Wange. Ist er eingeschlafen? Was machte er nur an meinem Bett? Und noch viel wichtiger: woher kannte er mich?
    • Ich war tatsächlich eingeschlafen, ohne etwas zu merken, und wurde durch eine Berührung an meiner Wange wach. Es war nur eine ganz leichte zarte oder eher schwache Berührung, trotzdem konnte ich sie ganz deutlich spüren. Ich kniff kurz die Augen zusammen und nuschelte leise etwas in meinen nicht vorhandenen Bart, ehe ich die Augen langsam flatternd öffnete. Ich brauchte einen Moment bis ich scharf sehen konnte, konnte aber dann erkennen, dass Eli seine Augen offen hatte. Sofort war die Müdigkeit wie weg geblasen und ich richtete mich glücklich wieder auf.
      "Elijah! Du bist wach. Oh mein Gott, ich glaubs nicht. Ich hatte mir solche Sorgen um dich gemacht.", rief ich total happy, da merkte ich auch schon, dass ich viel zu laut war. Aber konnte man es mir verübeln? Immerhin war mein Elijah wieder aus dem Koma wach geworden. Entschuldigend zog ich die Schulter zu den Ohren und hielt mir den Mund zu.
      "Entschuldige. Ich war etwas laut. Aber ich freue mich einfach so sehr, dass es dir wieder gut geht. Wie fühlst du dich?", fragte ich ihn nun mit leiserer Stimme und hielt seine Hand. Er sah schaurig aus. Völlig fertig. Aber war ja auch klar. Immerhin hatte er mehrere Wochen hier nur im Bett gelegen, während er den Kampf ums Überleben führte.
    • Elijahs Berührung zeigte Wirkung. Der andere murmelte leise etwas, dann öffnete er langsam die Augen und begrüßte ihn schließlich mit einem überglücklich Lächeln.
      Elijahs Augen weiteten sich, ein wenig erschrocken von der plötzlichen Lautstärke und zugleich berührt von der warmen, fürsorglichen Art des fremden jungen Mannes. Sein Kopf dröhnte, seine Gedanken wirbelten noch immer wie ein wilder Tornado durcheinander. Doch allmählich spürte er, dass er wieder sprechen konnte – auch wenn noch etwas schwerfällig und unter leichter Anstrengung.

      Sein Blick wanderte zurück zu ihren Händen. Zu der Art, wie der andere seine festhielt – so zärtlich, so selbstverständlich. Als wäre es das normalste auf dieser Welt.
      Etwas in seiner Brust zog sich zusammen, während seine Augen langsam wieder zu seinem Gesicht wanderten. Er war überfordert und wusste zuerst nicht, was er sagen sollte. Er verstand immer noch nicht, was passiert ist, aber langsam dämmerte ihm, dass er geschlafen haben musste. Und das nicht nur für ein paar wenige Stunden...
      Ihre Blicke trafen sich und Elijah sah ihm in die Augen. Die Augen des anderen waren so schön, dass sich Elijah in ihnen verlieren hätte können. Und dennoch waren sie ihm so unerklärlich fremd...

      „Es…tut mir leid.“, begann er schließlich mit leiser, heiserer Stimme. „…aber...wer bist du?“
    • Als die Worte aus seinem Mund hörte, hörte ich ein Zebrechen in meinem Ohr. Völlig erstarrt sah ich ihn an und musste erstmal verarbeiten, was er da gerade gesagt hatte. Meine Freude war wie gepustet und ich war mir auch nicht mehr sicher, was ich fühlen sollte.
      "Du.... weißt nicht wer ich bin?", fragte ich leise und alles zog sich in mir zusammen. Er kannte mich also nicht? Keine Erinnerungen mehr an unsere Zeit. Ertappt ließ ich seine Hand los und sah nervös nach unten, während ich mir auf dir Lippe biss. Er wollte sicherlich die Hand eines Fremden nicht halten.
      "Ich...heiße Henry. Wir sind befreundet. Kennst du... deinen Namen? Weißt du noch, wie du heißt?", fragte ich, irgendwie in der Hoffnung, dass er seine Amnesie nur kurzzeitig hatte. Wenn es denn Amnesie war. Ich wusste nicht genau, warum ich ihn angelogen hatte. Vielleicht weil ich ihn nicht verschrecken wollte. Immerhin musste ich erstmal herraus finden, was er alles noch wusste. Dann fiel mir etwas ein und ich holte mein Handy aus der Hosentasche. Darauf suchte ich ein Bild von seiner Familie, beziehungsweise seinem Onkel und seiner Tante. Vielleicht erkannte er sie auch nicht wieder.
      "Hier guck mal. Weißt du, wer das ist?", fragte ich leise. Ich versuchte nicht allzusehr zu zeigen, wie sehr es mich getroffen hatte, dass er nicht wusste, wer ich war. Ich musste ehrlich zugeben, ich hab mit vielem, aber nicht damit gerechnet.
    • Ich beobachtete seine Reaktion. Er wirkte verletzt – fast schon aufgebracht. Doch ich konnte mir seine heftigen Reaktionen einfach nicht erklären.Mein Blick wanderte zu meiner Hand, die er eben noch gehalten hatte. Jetzt lag sie allein auf der Decke. Leer. Dann sah ich wieder in seine Augen.
      „Henry.“, wiederholte ich langsam seinen Namen – in der stillen Hoffnung, er würde mir doch irgendwie bekannt vorkommen. Aber nichts. Kein Bild. Kein Gefühl. Rein gar nichts. Wenn wir befreundet waren… gingen wir dann auf dieselbe High School? Und warum hatte er meine Hand gehalten? So etwas tun normale Freunde doch nicht. Oder?

      „Bist du auch im Basketballteam?“, fragte ich schließlich. Meine Stimme war schon ein wenig kräftiger als zuvor, aber noch immer vorsichtig. Ich versuchte, mich in meinem Krankenbett etwas aufzusetzen, um Henry besser sehen zu können. Doch mein Körper widersetzte sich – zwang mich, noch eine Weile liegen zu bleiben.
      Als ich seine nächste Frage hörte, runzelte ich verwirrt die Stirn. „Ich heiße Elijah.“, sagte ich langsam – und beobachtete, wie er sein Handy hervorholte.
      Kurz darauf hielt er mir ein Bild von meinen Onkel William und meiner Tante Helene unter die Nase. Ich erkannte sie sofort.
      „Warum…“, murmelte ich und sah von dem Display in Henrys Augen. „…warum hast du ein Bild von meinem Onkel und meiner Tante auf deinem Handy?“
      Mein Blick wanderte langsam durch das Krankenzimmer, bevor er wieder zu Henry zurückfand. „Und… kannst du mir sagen, wie ich überhaupt hierhergekommen bin? Was passiert ist? Hab ich mir beim Basketball den Kopf angehauen oder so?“