The Art of Failing at Murder [Dark & Nao]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Alin

      Alin sah von seinem Bildschirm auf und warf dem Vampir einen skeptischen Blick zu. Wollte er ihn verarschen? Warum sah er bei dem Wort Staubsauger so verwirrt aus? "Eh... Nein, danke. Ich fahre heute in die Stadt runter und kaufe ein paar Sachen ein", beschloss er. Ja, er konnte dort unten bestimmt auch tanken, und da der Regen gestern aufgehört hatte, war der Waldweg vielleicht auch nicht mehr so schrecklich matschig. Eins war jedenfalls sicher, er würde sich den Weg nicht jeden Tag antun, also würde er sein Auto heute einfach mit allem vollladen, das hineinpasste. Wäre irgendwie nett, wenn ihm jemand helfen würde.
      Alin musterte Dorian und an seinem Gesicht ließ sich ablesen, was er von dessen Aufzug hielt. Hatte er seit hundert Jahren das Haus nicht verlassen, außer um seine Blutkonserven zu holen? Naja, da es in jeder Spezies verschiedenste Individuen gab, machte es wohl Sinn, dass auch Hikikomori-Vampire existierten.
      Nach einem kleinen Blick aus dem Fenster wandte er sich Dorian wieder zu: "Wie sieht's mit Sonnencreme aus? Im Herbst ist die Sonne nicht so stark, also wenn du dir nen Hut oder so aufsetzt, vielleicht noch einen Sonnenschirm, und etwas Sonnencreme, dann kannst du doch mitkommen und mir wenigstens tragen helfen, ja?" Immerhin hätte der Vampir auch etwas davon, wenn Alin sein Haus putzte, da konnte er zumindest bei den Besorgungen helfen. Leider war es genau heute sonnig, dabei hatte dieses Städtchen eine so düstere Atmosphäre, dass Alin schon damit gerechnet hatte, nie wieder einen Sonnenstrahl durch die Wolken abzubekommen.
      "Aber vorher schau ich mich nochmal im Keller um, wegen dem Warmwasser. Hast du eigentlich… Geld?" War das eine blöde Frage? Wahrscheinlich. Aber Alin wollte sich garnicht ausmalen, wieviel es im Winter kosten würde, dieses Anwesen warmzuhalten.
      Moment… Winter? Das war nicht sein Problem. Bis dahin war er weg.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • Dorian

      Der Vampir nickte verstehend. Wahrscheinlich war es auch einfacher Ordnung zu schaffen, wenn man nicht alles mit einem Lappen und Seife sauber machen müsste, auch wenn er sich nicht ganz sicher war, was das Gerät, welches Alin erwähnt hatte, für einen nutzen hatte, Alin wüsste achter sicher was er tat. Ein Gefühl von Unsicherheit durchfraß ihn, als der Vampirjäger ihn plötzlich mit einem undefinierten Blick musterte. Eine Flut von Gedanken durchströmte ihn. Hatte er was falsch gemacht? Warum schaute Alin ihn so seltsam an? Plötzlich wirkte er noch unsicherer als eh schon. Er verkroch sich noch ein wenig mehr in seine Ecke, auch wenn das wohl kaum mehr möglich war.

      „Sonnencreme?“ der Plötzliche Themenwechsel besänftigte ein wenig seine Gedankenflut. Dorians Blick wandte sich zum Fenster. „Ehm…wenn die Sonne nicht so stark scheinen würde, wäre das sicher eine Möglichkeit. Kurz vor der Dämmerung würde das sicher funktionieren, aber schon die kleinste Berührung mit Sonne schmerzt…Ich könnte dir nach Sonnenuntergang helfen wenn das in Ordnung wäre.“ schlug er direkt als Gegenangebot vor. „Wäre es vielleicht in Ordnung wenn du die Vorhänge schließt um das Fenster zu verdunkeln?“ fragte er etwas leiser.

      „Geld? Ehm…“ Dorian war sich gar nicht wirklich sicher wie momentan die aktuelle Währung aussah. Das Anwesen war schon seit Jahrtausenden im Besitz seiner Familie, er hatte noch nie was dafür zahlen müsste und auch sein Arrangement mit der jungen Hexe lief ganz ohne Geld ab, also nein, er hatte kein Geld.
    • Alin

      Irgendwie... war der Vampir Alin mit jeder verstreichenden Sekunde ein größeres Rätsel. Er wusste doch so gut wie alles über diese Wesen, das es zu wissen gab, und trotzdem…
      "Hey, ein Deal ist ein Deal, ich tue dir nichts" Er hatte das Verlangen gehabt, es zu wiederholen. Dorian sah ihn an, als würde er jede Sekunde damit rechnen müssen, angegriffen zu werden, dabei war das doch eigentlich Alins Aufgabe. Wer von ihnen beiden war hier wohl in der gefährlicheren Situation? Wenn Alin ein Vampirjäger wie sein Vater wäre, würde Dorians Ausdruck deutlich mehr Sinn machen. Vielleicht hatte er ihm zu viel gedroht, aber er musste sich schließlich auch irgendwie absichern, dass der Vampir nichts versuchen würde. Trotzdem hatte er jetzt Mitleid mit ihm.
      "Na schön… dann haben wir aber nicht viel Zeit, bevor die Geschäfte schießen, also müssen wir uns beeilen. Hoffentlich kannst du anpacken", murmelte er. Dorian sah ein wenig dürr aus und… zerbrechlich, was bei dem Nahrungsmangel wohl verständlich war. Trotzdem wäre es vielleicht gut für ihn, eine Alternative zu finden, damit er nicht komplett von den Knochen fiel. Nicht, dass es Alin etwas anging…
      ""Ich deute das mal als Nein", meinte er dann frustriert, als Dorian antwortete. Kein Geld also… Das machte die Jobsuche noch dringender. Und es hieß, dass Alin alles, das er kaufen würde, später wieder mitnehmen würde, weil dieser Vampir nicht grade so wirkte, als würde er ihm zurückzahlen. Aber das war nicht so schlimm, schließlich würde er in einer eigenen Wohnung ohnehin alles erstmal neu kaufen müssen. Er konnte das ja schon mal als… Vorarbeit betrachten.
      "Okay, gehen wir in den Keller. Ich guck mir an, was da unten installiert wurde und mit welcher Firma du einen Vertrag machen solltest für warmes Wasser. Du solltest dich aber um Geld kümmern, wenn du das warme Wasser auch behalten bist, nachdem ich weg bin. Was bald sein wird. Also such dir ein Einkommen, vielleicht kannst du für deine Hexenfreundin ja irgendwelche Erledigungen machen", erklärte er, warf sich den Rucksack über die Schulter und ließ Dorian den Vortritt.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • Dorian

      Alin kam ihm von Minute zu Minute seltsamer vor. Nicht weil der Vampirjäger ihm an sich suspekt war, sondern eher, weil dieser immer noch keine Anstalten machte ihm was zu tun…okay mittlerweile sollte selbst Dorian verstanden haben, dass sie beide in einer sehr misslichen Lage waren und außerdem hatte Alin ihm schon mehrfach versichert, dass er ihm nichts tun würde und trotzdem ging dem Vampir, das Bild des großen, bösen Vampirjägers á la van Helsing nicht aus dem Kopf. Es war noch gar nicht so lange her, da hatte er sich tatsächlich an den Dracula-Roman getraut und auch wenn er sich mit dem Antagonist - welcher ebenfalls ein Vampir war - kein Stück identifizieren konnte, hatte sich das Bild des Vampirjägers Abraham van Helsing in seinen Verstand gebrannt. Alin wirkte so viel anders als die Buchfigur und auch als alle Erzählungen seiner Familie. Vielleicht hatte Dorian echt eine Art Glücksgriff mit dem jungen Mann ihm gegenüber gemacht.

      Dorian nickte leicht, als Alin ankündigte nun in den Keller zu wollen. Etwas umständlich kam er immer noch mit genügend Sicherheitsabstand aus seiner Ecke raus und führte den Menschen dann in seinen Keller. Im Keller selbst schien alles nur noch mehr in Spinnenweben unterzugehen. Ein Zeichen wie lange wohl keiner mehr hier unten gewesen war. „Es…ist ein wenig unordentlich…“ murmelte er leise. ‚Ein wenig‘ traf es bedeutend schlecht, es gab zwar nicht viele Sachen, die irgendwie Unordnung machen könnten, aber dafür sah der Keller selbst aus als wäre er das letzte mal vor zwei Jahrhunderten inspiziert worden. Ein altes Kinderbett stand in einer Ecke, welches wohl aus dem Jahr kam, in welchem das Anwesen erbaut wurde, es war schon fast ein Wunder, dass das Holz nicht in sich zusammen fiel. Dorin zog es eiskalt den Rücken runter. Er war nicht gerne hier unten, ein Grund warum er nie hier war, immerhin hatte er ein gemütliches Lesezimmer und mehr brauchte er auch eigentlich nicht. Er zuckte merklich zusammen als das morsche Holz leise quietschte und sich das Kinderbett sanft hin und her bewegte. Wahrscheinlich wurde es nur vor einen der Ratten berührt, welche sich in dem Keller befanden und trotzdem reichte das schon aus um Dorian in Panik zu versetzten, er war wirklich eine Schande für seine Spezies…
    • Alin

      Wie es aussah, blieb Alin nichts anderes übrig, als später alle Vorhänge zuzuziehen, da Dorian sich so umständlich aus seiner Ecke quälen musste. Irgendwie war es ja sein Haus, also konnte Alin auch nicht alles tun, was er wollte. Er hatte Manieren, auch Vampiren gegenüber, wie es schien. Dennoch ekelten die mottenzerfressenen Fetzen, die man kaum als Vorhang betiteln konnte, wirklich an. Vielleicht ließ sich da noch eine Alternative finden, die nicht zu viel kostete.
      Alin folgte dem Vampir in den Keller und musste sich zusammenreißen, beim erneuten Anblick der Spinnweben und Tierchen nicht gleich wieder umzudrehen. Das war genau der Grund, weshalb er sich vorhin nicht allzu gründlich umgesehen hatte. Außerdem schienen die Viecher hier alles tun zu wollen, um sie glauben zu lassen, dass es hier spukte. Als Alin Dorian zusammenzucken sah, folgte er dessen Blick zum schaukelnden Kinderbett. Gruselig. Was war das hier, ein Horrorfilm? Er runzelte die Stirn, räusperte sich und arbeitete sich langsam vor zu dem Teil, wegen dem er hier war. An der hinteren Wand, beinahe mitten im Raum, stand ein gigantischer, silberner Durchlauferhitzer mit etlichen Leitungen, die in den Wänden verschwanden. Alin vermutete, dass hier mal eine Renovierung begonnen wurde, um die Villa zu verkaufen, was… vermutlich wegen Dorian nicht zuende geführt worden war. Menschen bekamen schnell Angst vor unnatürlichen Dingen.
      Das Problem hier war nun, dass Alin sich mit solchen Dingen wirklich nicht auskannte. Zuhause hatte das alles sowieso sein Vater geregelt und er hatte sich nie sonderlich dafür interessiert, woher sein Warmwasser kam. Den Durchlauferhitzer erkannte er, weil im Wohnhaus seiner Großeltern so einer im Keller gestanden hatte, aber was er damit jetzt anfangen sollte?
      Er wollte ungern an irgendeinem dieser Hebel drehen oder einen Knopf drücken und sich in die Luft jagen. Egal wie unwahrscheinlich das vielleicht war, Alin war nicht besonders risikobereit.
      „Eh… Ich rufe einfach… mal einen Installateur an“, murmelte er und gab bereits auf, bevor er irgendetwas versucht hatte. Ein paar Tage kaltes Wasser… damit kam er schon klar. Und später würde er einfach eine kleine elektrische Heizung kaufen und sie an seinem kleinen Generator anschließen. Das würde… nicht viel bringen, aber es war besser, als nichts. Mittlerweile war es draußen schon deutlich zu kalt, um überhaupt nicht zu heizen, aber das bekam ein Vampir vermutlich kaum mit.
      Alin drehte sich um, um mit Dorian wieder den Keller zu verlassen, da verfiel er in eine Schockstarre. Hinter dem Vampir, geradewegs aus der Kellertüre heraus, hatte er etwas schweben sehen. Etwas… durchsichtiges, weißliches, aber doch sehr menschlicher Gestalt. Drehte er jetzt vollkommen durch?
      „Ah…. Äh….“, stotterte er, noch völlig zerstreut von dem, was er eben gesehen hatte. „G-gehen wir wieder rauf“, schlug er vor, in der Hoffnung dass Dorian vorgehen würde, weil Alin gerne Abstand zu seiner Illusion halten würde.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • Dorian

      Dorian nickte energisch als Alin meinte, dass sie wieder hochgehen würden. Er wollte so wenig Zeit wie möglich hier unten verbringen. „Gute Idee.“ murmelte er leise und war schon im Inbegriff die Treppe hoch zu gehen als ihm ein kalter Schauer berührte. Er zuckte abermals zusammen. War das einfach nur die Kälte? Bis eben war es hier doch noch nicht so kalt gewesen. Gott, er hasste diesen Keller wirklich wie die Pest. Ehe Alin es sich doch nochmal überlegen konnte hatte Dorian schnell die morsche Treppe erklommen, hielt dem Vampirjäger am Kellereingang die Tür auf und ließ diese dann laut ins Schloss fallen. Der Knall hallte im Flur laut nach. Dorian hatte das Gefühl, sein Herz pochte schnell und hart gegen seine Brust. Er war wirklich ein kleiner Angsthase, aber was sollte er denn machen? Er war einfach nur wirklich schreckhaft und wenn ihm plötzlich kalte Schauer über den Rücken liefen, kurz nachdem sich ein altes Kinderbett quietschend hin und her bewegt hatte bekam er einfach ein wenig Panik. Vor allem, hatte sich das Geräusch kurz nachdem er die Tür in Schloss fallen gelassen hatte, wie ein Lachen angehört? Das war kaum möglich, sie waren alleine in dem Anwesen und selbst wenn nicht, spätestens als sie im Keller waren, hätten sie doch bemerkten müssen, dass sie nicht alleine waren. Immerhin war Dorian immer noch ein Vampir - wenn auch ein verhältnismäßig schlechter - aber er konnte andere Lebewesen spüren…da war keiner in dem Keller außer die kleinen Tierchen die dort lebten.

      „Ich…wollen wir in einen Raum in dem es keine gruseligen Kinderbetten gibt?“ fragte er leise. Er wollte so schnell wie möglich in einen Raum in welchem er sich wohl fühlte. Ohne gruselige Geräusche, Ratten, Spinnen und vor allem ohne kalte Luftzüge und Geräusche die wie ein Lachen klangen.
    • Alin

      „Yup“, antwortete Alin blitzschnell, nachdem er Dorian eilig aus dem Keller gefolgt war. Er wusste nicht, was er eben gesehen hatte, er wollte es auch garnicht so genau hinterfragen, aber er war sich sicher, dass er etwas zu essen und zu trinken brauchte und vielleicht etwas Schlaf und Ruhe für sein Gehirn, damit er nicht weiter halluzinierte. Selbst wenn er sich recht sicher war, dass er sich die geisterhafte Erscheinung eben eingebildet hatte, weil er schrecklich unter Stress stand, bekam er es mit der Angst zu tun. Auf mehreren Ebenen. Vielleicht wurde er jetzt ja einfach verrückt.
      Er folgte Dorian durch das Haus, sah sich erneut ein wenig um und lotste den Vampir dann in die Küche. Es mangelte deutlich an Gerätschaften, die man benutzen konnte. Die Stromleitungen wurden bei den Renovierungen offensichtlich gelegt, aber zu einer sinnvollen Kücheneinrichtung war es nicht mehr gekommen. Kästen, Regale und eine Art… alter Pizzaofen waren vorhanden, aber weder Kühlschrank noch wenigstens eine Mikrowelle. Alin würde offiziell verhungern. Dass es Dorian nicht störte, was in der Küche los war, war ja klar.
      „Okay… das ist ein Problem“, erklärte er kurzerhand. Er musste wohl eine Kühltruhe oder so etwas für den Übergang kaufen. Alin drehte sich zu Dorian herum und hatte einen grübelnden Ausdruck im Gesicht. „Und das Blut? Wird das nicht gekühlt?“, fragte er. Vielleicht war das egal, wenn Dorian nie genug davon bekam, um es für mehrere Tage haltbar machen zu müssen. Trotzdem hätte er etwas von einem Kühlschrank, oder nicht?
      „Schonmal an einen Kühlschrank gedacht? Ich sag‘s dir, Strom ist das erste, was du hier brauchst. Kümmer dich um einen Job!“ Alin fühlte sich, wie Eltern fauler Kinder sich normalerweise wohl fühlten. Nur, dass Dorian ein Vampir war. Aber es gab Jobs für Vampire, wo sie kaum auffielen. Normalerweise versteckten sie sich sogar sehr gut und gliederten sich hervorragend in die Gesellschaft ein, sodass die Morde kaum auffielen. Zumindest wurden sie selten verdächtig, wenn nicht gerade von Vampirjägern, deren Augen auf solche Dinge trainiert waren.
      Alin hatte heute jedenfalls viel zu viel zu tun. Vielleicht wäre es doch einfacher gewesen, Dorian schnell zu töten.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • Dorian

      „Ich bekomm das Blut immer gekühlt und dann verwerten wir das sofort…Du scheinst schon…“ versuchte Dorian mehr oder weniger sinnig zu erklären warum er keinen Kühlschrank besaß…oder generell irgendwelche Küchengeräte. Außerdem war er nicht sonderlich begabt was kochen anging, oder den Haushalt oder generell irgendwas was auch nur ansatzweise mit einem Handwerk zu tun hatte. Er hatte sicher irgendein Talent, dieses müsste er nur noch selbst herausfinden und bis dahin würde er einfach seine Bücher weiter lesen.

      „Wenn du sagst ich brauche sowas, dann vertrau ich dir da.“ gab Dorian leise zurück und zuckte bei dem plötzlichen lauten Ton ein wenig zusammen. „Gibt es denn einen Job den man als Vampir machen könnte? Ich kenne mich da echt nicht aus…am besten irgendwas ohne Blut …und vielleicht auch ohne Menschen…Menschen machen mich ein wenig nervös..“ ganz o. Dorian war kein sonderlich umgänglicher Vampir. Er wurde viel zu schnell nervös bei anderen Personen und wollte sich am liebsten sofort in irgendeiner Ecke verkriechen.
    • Alin

      Alin stoppte in seinen Gedankengängen und sah Dorian auf einmal mit fragenden Augen an. „Verwerten… ja… Wie eigentlich?“ Wenn der Vampir jedesmal in Ohmacht fiel, sobald er Blut sah, konnte dieses ‚Verwertungsverfahren‘ nicht so einfach sein. Bekam er es eingeflößt, durch einen Zugang? Oder trank er einen Schluck, wann immer er aufwachte, und fiel dann erneut um? Alin schmunzelte, auch wenn es für Dorian sicher nicht sehr lustig war. Aber die Vorstellung von dem ganzen Szenario konnte er einfach nicht mit ernster Miene ertragen.
      Dennoch biss er sich leicht auf die Zunge und unterdrückte es, über seine eigenen unausgesprochenen Gedanken zu lachen, weil das erfahrungsgemäß nie gut ankam. Eigentlich war seine Gesamtsituation ja gerade auch alles andere als witzig.
      „Sorry, ihr werdet schon irgendeinen… sinnvollen Weg gefunden haben“, sagte er und wandte sich wieder der Küche zu. Auch wenn er mit der Hexe, die Dorian sein Blut verschaffte, gern ein Wort reden würde. Sicherlich fand sie das Ganze auch interessant. Und Hexen waren zwar oft sehr selbstsüchtige Wesen, die sich ihr Leben mit ihren Zaubern einfach formten wie sie es haben wollten, aber intelligent waren sie meistens auch und es gab immer viel über Hexenkunst zu lernen. Über Vampire… war Alin sich sicher gewesen, schon alles gewusst zu haben.
      „Also, ein Kühlschrank soll trotzdem nicht schaden, wir lassen einen liefern“, stellte er schließlich fest. „Und eine Mikrowelle“ Und… beim Rest sollte er sich wohl zurückhalten, bis er wusste, was in seiner zukünftigen Wohnung schon alles vorhanden war, bevor er Dinge doppelt kaufte. Aber vielleicht war er einfach etwas zu optimistisch.
      Alin ging langsam in die Küche hinein, aufmerksam nach Spinnennetzen Ausschau haltend, und inspizierte die Laden und Türen und der wenigen Holzschränke. Interessant. Es gab Geschirr, das sicher seit hundert Jahren nicht benutzt worden war, aber gedanklich notierte Alin sich einfach schonmal Geschirrspülmittel, Schwämme, Bürsten und alles, was man sonst noch brauchen könnte, um keinen Ekelanfall zu bekommen, wenn man das erste Mal von einem der Teller essen wollte. Desinfektionsmittel stand auch ganz oben auf der Liste, für… einfach alles.
      „Wenn wir erst Abends losfahren, musst du mir nicht hinterher laufen, ich mach schon nichts kaputt“, sagte Alin und drehte sich zu dem Vampir herum. „Ich lasse auch das Zeug an den Fenstern hängen, das mal Vorhänge waren“ Er lächelte etwas. Den restlichen Tag würde er sich einfach mal ums Staubwischen kümmern, ohne dem konnte er sowieso nichts tiefenreinigen. Die Erscheinung im Keller hatte er so gut wie vergessen und wenn er sich genügend ablenkte, würde es sein, als wäre nie etwas passiert.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • Dorian

      „Wir machen das über Bluttransfusion…das ist immer noch nicht optimal, aber immerhin besser als wenn ich das Zeug trinken müsste…“ gab er leise zu. Vor allem die Art wie er über Blut sprach, war wohl so weit weg von allem was andere Vampire taten, für ihn war es kein Genuss das Zeug trinken zu müssen und wenn er es nicht müsste, würde er es wohl auch nicht tun. „Machmal macht sie mir auch Smoothies oder andere Getränke bei denen man das Blut nicht sieht, das geht auch noch relativ gut.“ Dorian hatte manchmal ein kleines Oversharing-Problem, vor allem wenn er so lange nicht mehr mit anderen geredet hatte. Im Grunde war die junge Hexe die alle paar Wochen mal zu ihm kam, seine einzige Interaktion, jedenfalls bevor Alin wortwörtlich bei ihm eingebrochen war. Irgendwie freute er sich ein wenig auf das Zusammenleben mit ihm, es wurde sicher etwas kompliziert werden, immerhin war er ein Vampirjäger und Dorian selbst ein Vampir, aber bis jetzt schienen sie sich doch ganz gut zu verstehen.

      Als der junge Mann Dinge aufzählte die sie in der Küche optimieren müssten nickte er brav. Er würde dem Menschen da freie Hand lassen, immerhin hatte er nicht sonderlich viel Ahnung von all diesen Dingen. Als Alin jedoch meinte, dass Dorian ihm nicht folgen müsste hielt er kurz inne. „Ich…okay..“ meinte er etwas leiser. Er war dem Menschen im Grunde gar nicht gefolgt, weil er Angst hatte dass dieser etwas in seinem Haus kaputt machen könnte, immerhin gab es kaum was, was er kaputt machen könnte, eher war er neugierig was sich noch so alles hinter der Persönlichkeit versteckte und vielleicht genoss er es sogar ein wenig gerade nicht alleine zu sein.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dark.wing ()

    • Alin

      Dorian stand immernoch vor ihm, am Eingang der Küche. Er hatte Alin gehört, oder?
      „Du… hast du nichts… zu tun, oder so? Ich bin plötzlich reingeplatzt, du hast sicher irgendwas gemacht vorher, nicht?“, fragte er zögerlich. Alin war sich unsicher, was Dorians leises ‚Okay‘ ihm eben sagen wollte. Er konnte unmöglich freiwillig länger bei Alin bleiben, wenn er die ganze Zeit schon beinahe am Zittern war vor Angst. Dachte er, Alin würde sich an ihn heranschleichen, wenn er unaufmerksam war? Das würde sein Vater wohl so erledigen, also war die Angst nicht unberechtigt.
      Er ging um die Art Kücheninsel voller Kästen herum, auf dessen Staubschicht er eben unabsichtlich seine Hand gelegt hatte. Die wischte er sich leicht panisch an seiner Hose ab, sobald er den Dreck bemerkte, versuchte seine Komposition aber zurückzuerlangen bis er vor Dorian stand. Er zögerte. Aber manchmal musste man Risiken eingehen.
      „Ich hab dich vorhin angelogen“, sagte er. Okay, eigentlich war er nur nicht ganz ehrlich gewesen, gelogen hatte er nicht. „Ich hab noch nie einen Vampir getötet“, erklärte er leise. „Ich bin… wirklich viel zu feige um mich überhaupt zu verteidigen“ Jetzt wurde er deutlich zu ehrlich. Es war nicht gerade angenehm, das zuzugeben, aber er sollte wohl daran gewöhnt sein, dass sein Umfeld kein schmeichelhaftes Bild von ihm hatte.
      „Ich… ich könnte dir wahrscheinlich nicht mal was tun, wegen der… mentalen Blockade. Ist ja fast wie bei dir“ Alin lachte nervös. „Ich werde nicht ohnmächtig aber dafür regelmäßig ins Krankenhaus eingeliefert und… ich wär dir echt dankbar, wenn du bei deinen Blutkonserven bleibst, bis ich eine Wohnung gefunden habe, weil meine Eltern mich definitiv nicht zurück nachhause lassen, wenn ich dich nicht umbringe, aber… wie gesagt: Keine Wahl“ Wieder ein verzweifeltes Kichern, dann trat er einen Schritt zurück und sah kurz auf den Boden um seine eigene Situation erneut stückweise zu verarbeiten.
      „Also… sei unbesorgt, ich kann nichtmal… Fleisch essen ohne loszuheulen und du tust mir schon lebendig leid genug, also geh ruhig und… mach was auch immer. Tu so als wär ich nicht da“, erklärte er mit einem Kloß im Hals. Urgh. Wenn man jahrelang mit dem Wissen lebte, eine Enttäuschung zu sein, konnte man meinen, man gewöhnte sich irgendwann daran, aber es wurde nie leichter, offen zu seinen Schwachstellen zu stehen. Es interessierte Alin zwar kaum, was dieser Vampir von ihm hielt, doch sich selbst an seine eigene Unfähigkeit zu erinnern, war hart. Manchmal erwischte er sich dabei zu denken, ob es nicht viel leichter wäre, sich von einem Vampir umbringen zu lassen und so der Pflicht zu entgehen, der er ganz offensichtlich nicht nachkommen konnte. Aber das hätte er vor Jahren tun müssen, bevor seinen Eltern bewusst geworden war, dass es keine Hoffnung für ihn gab.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nao.nline ()

    • „Ich esse auch kein Fleisch.“ das war Dorians leise Antwort auf Alins Ausschweifung, welche zugegebenermaßen doch ein wenig traurig klang. Der Vampir sah sich gerade viel zu sehr selbst in Alin wieder. Seine Eltern hielt ihn auch für eine klägliche Enttäuschung, vor allem wenn man sich den Rest seiner Familie anschaute. Größen neben denen Dracula schon fast wie eine Witzfigur aussah, er wollte sich gar nicht vorstellen, was sein Vater mit ihm anstellen würde, wenn er erfahren würde, dass er gerade mit einem Menschen und dazu noch mit einem Vampirjäger redete als würden sie bei Tee und Keksen zu Tisch gehen. Laut ihm hätte sich Dorian am besten direkt auf ihn stürzten, ihm das Blut aus jeder Faser seines Körpers saugen und ihn dann leblos liegen lassen müssen, hatte er jedoch nicht. Er stand hier, in seiner abgewälzten, halb auseinander fallenden Küche und hörte dem Jüngeren zu, wie er Pläne für ein gemeinsames zusammen leben schmiegte - jedenfalls solange bis Alin eine eigene Wohnung fand.

      „…Ich halte dich übrigens nicht für feige…Also ich meine…eigentlich hätte ich dich auch töten müssen weißt du? Wenn meine Eltern müssten, dass ich einen Vampirjäger in mein Haus gelassen hätte, würden sich mich wahrscheinlich aus ersten aussaugen, bevor sie sich über dich hermachen würden…wir teilen also irgendwie das gleiche Schicksal…“ meinte er mit einem leichten Schmunzeln.
      Er tippelte schon fast ein wenig nervös von einem Fuß auf dem anderen, während er nicht so recht wusste was er mit seinen Fingern anstellen sollte. „…du kannst gerne so lange hierbleiben wie du möchtest…also wenn du möchtest…die Hafenstadt ist teuer und Platz ist hier genug…“ In Wahrheit hatte Dorian die letzten Minuten mit Alin mehr genossen als all die Jahre zusammen mit seiner Familie. Sowas sollte er nicht denken, tat er jedoch trotzdem. Alin war nett, fast schon sympathisch und außerdem genoss Dorian es endlich mal nicht alleine sein zu müssen. Einsamkeit war ein Albtraum aus dem er dachte, dass er nie wieder erwachen würde.
    • Alin

      "Ah", machte Alin zaghaft und spürte, wie sich eine Gänsehaut über seinen Rücken ausbreitete. "D-danke", fügte er hinzu. Eben hatte er noch gedacht, dass es ihn nicht interessierte, was dieser Vampir über ihn dachte. Und doch war es irgendwie ungewohnt, mal keine negative Reaktion auf dieses Outing zu bekommen. Genau genommen sprach er das alles auch selten an, da genügend Menschen nichts mit Übernatürlichem am Hut hatten, aber er war auch ohne die 'nutzloser Vampirjäger'-Nummer ein absoluter Loser, insofern bekam er selten die Sympathie anderer zu spüren. Und er hatte Freunde. Die hatte er wirklich, aber er hatte sich ihnen nie ganz öffnen können, eben wegen dieser Vampirjäger Angelegenheit, denn dann hätten auch die ihn wahrscheinlich für verrückt gehalten. Tatsache war, dass er aus einer Großstadt kam, in dem man sich nicht viel mit Mythen beschäftigte und Übernatürliches sofort irgendwie logisch erklärt werden musste. In ländlichen Gegenden würde man ihm die Geschichte sicher eher abkaufen.
      "Ja, irgendwie hab ich schon vermutet, dass du nicht zu den Beliebtesten deiner Art gehörst", murmelte Alin etwas kalt, auch wenn es nicht beleidigend gemeint war. Nur war es schmerzlich offensichtlich, wenn man sich Dorian, seine Angewohnheiten und sogar sein Haus mal kurz ansah. "Aber, deine Familie hätte ja auch aus Vegetariern bestehen können, wer weiß das schon. Danke für die Ehrlichkeit", hing er schnell an. Dennoch kam Dorian ihm etwas zu glücklich über ihr gemeinsames Versagen vor. Wenn Alin das wahrscheinliche Alter des Vampirs beachtete, machte es aber wohl Sinn, dass er sein Schicksal bereits irgendwie akzeptiert hatte. Alin leugnete seine Realität gerne, so weit es ging. Wenn man ihn nicht gerade auf Jagd zwang und er halb ermordet wurde, funktionierte das auch ganz gut. Seine Mutter war sogar ganz nett, manchmal.
      "Die Wohnungen in der Hafenstadt haben aber wahrscheinlich einen Herd und warmes Wasser, also… sobald du den Kram hier hast, wird es nicht mehr gratis sein. Such dir nen Job" Das sagte er jetzt wohl zum dritten Mal. Gleichsam sollte er sich selbst allerdings wohl mal bei ein paar Geschäften oder Restaurants in der Stadt vorstellen. Einen Lebenslauf konnte er ja nicht ausdrucken und viel würde da auch nicht drauf stehen, also musste er wohl seinen… kaum vorhandenen Charme spielen lassen. Schade, dass er keine heiße Frau war, dann würde es vielleicht nicht so viel ausmachen, wenn er sich unbeholfen ausdrückte. Zu seiner Verteidigung wäre das aber auch sein erstes Bewerbungsgespräch. Und wie es aussah, würde ihm auch dieser Vampir nicht weiterhelfen können. Alter hieß nicht immer gleich Weisheit, was?
      Alin seufzte. "Okay, Planänderung. Wenn du nichts zu tun hast, könntest du mir beim Staubwischen helfen. Wir müssen später sowieso alles nochmal mit Putzmittel wiederholen und ehrlich gesagt seh ich hier dringenden Renovierungsbedarf, aber zu zweit sind wir bei allem schneller. Ich hab was zu tun, fühl mich weniger angeekelt und dein Haus ist auf Dauer verschönert. Was sagst du?"
      Alin krempelte sich die Ärmel seines Pullovers hoch, denn auch wenn es arschkalt hier drin war, kam die Hitze mit der Bewegung in Sekundenschnelle zurück.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • Dorian

      Dorians Lächeln verrutschte leicht als Alin zum dritten - oder war es vielleicht sogar schon das vierte Mal? - erwähnte, dass er sich dringend einen Jobs suchen müsste. Er wusste zwar immer noch nicht was für Jobs für einen Vampire in Frage kämen, vor allem da er meisten schlief wenn andere zur Arbeit gingen, aber darüber könnte er mit dem Vampierjäger vielleicht später nochmal reden. Er wusste, dass es eine Bibliothek in dem Hafenstadt gab, vielleicht könnte er dort ein wenig arbeiten, immerhin kannte er sich mit Büchern aus und während er dort war, könnte er vielleicht ein wenig lesen, dann brauchte er sich die Bücher nicht mehr unbemerkt ausleihen - obwohl klauen wohl besser passen würde. Oder er fragte die junge Hexe, vielleicht konnte sie ihm ja etwas vermitteln, was zu seinem Lebensstil passte, auch wenn sie das wahrscheinlich nicht ohne eine Rückzahlung machen würde, immerhin tat sie die ganze Blut-Sache auch nicht umsonst, auch wenn sie bis dato noch nichts als Gegenleistung eingefordert hatte.

      Bei Alins Vorschlag ein wenig aufzuräumen nickte er leicht. Immerhin war das hier sein Haus, da sollte er seinem ‚Besuch‘ nicht alles alleine machen lassen, schließlich war er mit zwischenmenschlichen Etiketten vertraut und obwohl er nicht sonderlich oft Besuch bekam, wusste Dorian - jedenfalls zum teil - was sich schickte und was nicht.


      Sein Outfit war wohl das ungeeignetste was er für einen Wohnungsputz hätte tragen können. Die Rüschen seiner Ärmel rutschten ihm immer wieder zurück bis zu seinen Handgelenken, sogen sich schon fast mit der Flüssigkeit voll, mit welcher er gerade den Staub versuchte abzuwischen und im allgemeinen stellte er sich recht unbeholfen an, so wie wohl bei allem was er tat. Trotz seines Alters wirkte er bei einigen Handgriffen wie ein kleines Kind, welches sich nicht ganz sicher war, was es gerade eigentlich tat. Sein Blick huschte immer wieder zu Alin, als ob er sicher stellen wollte, dass das was er gerade tat auch richtig war. Wenn man es nicht schon vorher gemerkt hatte, merkte man spätestens jetzt wie unsicher Dorian eigentlich war in allem was er tat, immerhin hatte man ihm im Grunde sein ganzes Leben lang gesagt, dass egal was er tat, er es falsch machen würde, genau dieses Denken spiegelte sich nun in seinen Taten wieder. Alin würde früher oder später sicher genau so von ihm Denken, so wie es alle anderen ebenfalls taten.

      Er schob ein weiteres mal seine Ärmel nach oben, entblöße die bleiche Haut seiner Unterarme und nahm sich vor, sich noch mehr Mühe beim putzen zu gebe. Egal wie lange Alin schlussendlich bei ihm wohnen würde, er nahm sich vor, dem Vampierjäger keine all zu große Bürde zu sein. Der Jüngere schein nett zu sein und immerhin hatten sie schon mindesten seine Gemeinsame Verbindung, das reichte zwar nicht für eine Freundschaft, aber vielleicht für ein entspanntes und friedliches Miteinander. Dorian genoss es nach all dieser langen Zeit mal nicht alleine sein zu müssen.
    • Alin

      Er hatte recht gehabt, sie kamen deutlich schneller voran, alleine weil Alin nun etwas motivierter war, weil er Hilfe hatte. Unfähige Hilfe, der er ständig verstörte Seitenblicke zuwarf, weil Dorian in seinem Leben wohl noch nie einen Finger gerührt hatte. Seine Kleidung hatte auch irgendetwas adeliges an sich, vielleicht deshalb. Vielleicht war er es von seiner Familie gewohnt, Bedienstete zu haben, oder so. So sah es jedenfalls aus. Alin wollte nur nicht daran denken, wer er in diesem Szenario war.
      Visuell schien sich an der Küche und den Badezimmer, die sie sich vornahmen, nicht viel zu ändern, außer dass die Spinnweben, der Staub und der Dreck am Boden endlich Geschichte waren. Die größte Herausforderung war es, die toten Käfer zu entfernen, aber nur nach einer Tiefenreinigung konnte Alin guten Gewissens hier bleiben. Wenn sie das Ganze nochmal mit Putzmitteln wiederholten und sich dann noch ein bisschen ans Renovieren machten — zumindest was sie selbst schaffen konnten, wie Wändestreichen oder neue Möbel kaufen — dann war das hier ein ordentliches Zuhause. Fast schade, dass Alin nicht allzu lange etwas davon haben würde, aber er freute sich auch irgendwie auf seine erste eigene Wohnung. Zumindest wenn er ignorierte, dass er dann völlig alleine war und nie wieder mit seiner Familie sprechen konnte.
      „Sag mal, hast du nichts anderes anzuziehen?“, fragte Alin letztlich, als er sich nicht mehr zurückhalten konnte. Er saß gerade in der gereinigten Badewanne und wischte die Fliesen sauber, als er über die Schulter zu Dorian sah. „Ich seh im Augenwinkel den Kampf mit deinen Ärmeln und es macht mich langsam wahnsinnig, wenn ich ehrlich bin“, murmelte er und zeigte auf Dorians mittelalterliches Hemd, oder was das war. „T-shirts oder so? Sonst leihe ich dir was, aber dann musst du das später selbst waschen“
      Selbst saß er längst mit einem kurzärmeligen Shirt da und hatte sich ein Stirnband über den Kopf gezogen, um die Haare aus seinen Augen zu halten. Es sah bescheuert aus, aber Putzen nahm er eben todernst.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • Dorian

      Langsam stachen zwischen den verschmierten Fließen die eigentlich Farbe hervor. Die Farbe die der Untergrund mal gehabt hatte, über die Jahre - oder Jahrzehnte - jedoch fast gänzlich unter dem Dreck verloren gegangen war. Die Küche hatte Dorian selbst kaum benutzt, warum auch? Er konnte nicht kochen und im allgemein saß er recht selten. Er brauchte zwar gelegentlich Nahrung, aber dabei beschränkte er sich meistens auf Gemüse und Obst, welches er in den meisten fällen aus den Gärten der anderen Bewohner der Hafenstadt klaute, denn zu seinem Bedauern hatte er es trotz der ganzen Mühe immer noch nicht geschafft selbst irgendwas essbares anzubauen. Mittlerweile war er der Meinung, dass Untote möglicherweise auch nur untotes erschaffen konnten, das war jedenfalls leichter einzureden als sich einzugestehen, nicht mal so was simples wie gärtnern auf die Reihe zu bekommen.

      Wie ein nasser Pudel schaute Dorian etwas Schuldbetroffen an sich runter. Die weißen Rüschenärmel waren schon lange nicht mehr reinweiß, das etwas längere Gewand, was er darüber trug hatte sich an einigen Stellen mit Wasser vollgesaugt und hing nun noch schwerer an ihm runter als eh schon. Der allgemeine Anblick des Vampire war wohl noch trauriger, als er ohne die verschmutzen Klamotten schon war. „Ehm…nein…“ nuschelte er leise. Seine Arme hingen an ihm runter die bei einer Stoffpuppe die man längst in einer Ecke vergessen hatte, der Lappen in seiner Hand tropfte auf die Badezimmerfliesen unter ihm, die rötlichen Pupillen verfolgten jeden von Alins Bewegungen so aufmerksam als würde der junge Mann Dorians gesamte Aufmerksamkeit einnehmen - was er wohl auch tat. „Stimmt irgendwas mit meinen Gewändern nicht?“ Seine Stimme war kaum mehr als ein schüchternes flüstern. Vielleicht sollte er sich so langsam mal ein wenig zusammenreißen. Wenn seine Eltern ihn gerade sehen würden…naja so viel würde sich wohl nicht ändern, sie hielten im generellen ja eh schon nicht so viel von ihm.
      „Wäre es denn okay wenn du mir was leihst? Deine Gewänder sehen…dienlicher aus.“ vielleicht wäre ‚praktikabel‘, das richtigere Wort gewesen.
    • Alin

      Alin verzog das Gesicht, als er sich den von Dreckwasser triefenden Vampir ansah, wobei sein Ausdruck ja eigentlich fast lustig war. Nur konnte Alin weder über, noch mit Dorian lachen, weil er zu abgelenkt von seinem Ekel war. "Sieht unpraktisch aus", antwortete Alin auf die Frage. "Der ganze… Rüschenkram. Und ist dir nicht heiß, oder so?" Nein, warte, er war ein Vampir. Ihm war wohl kaum heiß. Alin stand auf und hörte seine Knie knacken, als er sie durchstreckte. "Vergiss die Frage", sagte er. Und dann fiel sein Ausdruck zusammen wie ein Kartenhaus. Hatte er gerade 'dienlich' gesagt? Dienlich?!
      Okay, vielleicht hatte Alin sich zu sehr in den Adelskram reingesteigert, vor allem weil er immernoch alleine die ganze Arbeit zu leisten schien. Es war zwar seine Idee gewesen, aber dennoch… "Wen nennst du hier dienlich?", fragte er genervt. Streng genommen hatte Dorian seine Kleidung dienlich genannt, aber auch das klang beleidigend. Nur weil er sich der klobigen, dicken Lederausrüstung entledigt hatte? Wäre eine Ritterrüstung vielleicht passender? Oder auch so ein lächerlicher Kartoffelsack aus Stoffschichten und Rüschen?
      Alin seufzte und stieg mit einem großen Schritt aus der Badewanne, wobei er fast das Gleichgewicht verlor. Er schmiss sein Stirnband auf den Boden und winkte Dorian hinter sich her. "Komm, wir kleiden dich jetzt auch schön dienlich ein", sagte er. Wurde auch Zeit, dass sie auf einem Level waren. Und dann würde Alin sich absichtlich mehr Zeit lassen, bis Dorian lernte, wie man putzte.
      Gegenüber, in seinem selbsternannt eigenen Zimmer, öffnete er den kleinen Koffer, den er aus dem Auto bis hier hoch geschleppt hatte. Da würde noch mehr kommen, vor allem bevor sie losfuhren, damit mehr Platz im Auto war, aber die Treppen hier machten Alin schon nach einmal rauf und runtergehen völlig fertig.
      Er zog, weil er über das Wort dienlich nicht hinwegkam, ein bedrucktes rotes Spiderman T-Shirt aus dem Koffer, das er sonst eher nachts tragen würde, und eine graue Jogginghose. Beides hielt er Dorian mit ernstem Blick hin. "Hier. Und dann häng dich bisschen rein"
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Nao.nline ()

    • Dorian

      „Hat dich das entrüstet? Ich wollte dich nicht verärgern.“ gestand er leise. „Ich bitte um Verzeihung.“ brav folgte Dorian dem Jüngeren in eins der Zimmer. Er hatte kein Problem damit, dass Alin sich bereits eins ausgesucht hatte, es gab schließlich mehr als genug Schlafzimmer in dem Anwesen. „Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass deine Kleidung wohl deutlich pragmatischer für solche arbeiten sind als die meinen, ich hab damit keine Erfahrung, weißt du.“ Dorian konnte einem schon fast leid tun. Dass er mit Sauberkeit keine sonderlich große Erfahrung hatte, sah man definitiv gut an dem Haus, bis auf die Hauseigene Bibliothek und sein eigens Schlafzimmer sah das Anwesen aus als würde es gerade zu in Chaos untergehen.

      In den neuen Klamotten sah er noch seltsamer als aus ohne hin schon. Das Shirt saß unförmig und locker an ihm runter, die Hose musste er mit Hilfe der Kordel fest zuschnüren damit sie ihm nicht von der Hüfte rutschte und allein über der Spiderman-Aufdruck konnte man nicht anders als leise zu kichern. Es sah wohl im allgemeinen nicht schlimmer aus als in seiner Rüschen-Tracht, aber besser definitiv auch nicht und trotzdem waren die Klamotten erschreckend bequem. Dorian wurde die Jahrzehnte die er bei seiner Familie gewohnt hatte in Klamotten gezwängt, so das er sich irgendwann dran gewöhnt hatte. Als er dann alleine in das Anwesen zog war er einfach bei dem Stil geblieben, schließlich war er nicht oft raus gegangen und hatte mitbekommen wie sich die Welt außerhalb seines Hauses verändert hatte, er behielt seine Kleidung, weil er der Meinung war, das würde man so tragen würde, dass er damit mindestens einem Jahrhundert (wenn nicht sogar noch länger) hinter der Zeit lag, verstand er nicht oder es interessierte ihn einfach nicht.

      Zurück im Badezimmer schien er immer noch genau so überfordert mit seiner Tätigkeit zu sein wie davor, daran änderten neuen Klamotten leider auch nicht sonderlich viel. Er gab sich Mühe Alin eine vernünftige Hilfe zu sein, aber spätestens als aus einer kleinen Ecke eine - zugegebenermaßen relativ große (aber nicht überdimensionale Große) - Spinne krabbelte zuckte er erschrocken zurück, stieß dabei den Eimer mit Wasser um und flutete nicht nur metaphorisch gesehen die Badezimmerfließen. Er schaute Alin mit einem entschuldigenden Blick an, bevor seine Augen zu dem umgekippten Eimer und dann zu der Spinne glitten, welche ihn wohl mindesten genau so ängstlich begutachtete wie er sie. Das alles glich einem einzigem Trauerspiel.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Dark.wing ()

    • Alin

      Keine Erfahrung? Mit Arbeit wohl, wer hätte das gedacht. Alin schüttelte den Kopf. Dass er Dorian weiterhin völlig missverstand, kam ihm nicht in den Sinn. Er war zu eingefahren auf die Adel-versus-Diener Vorstellung. Jedoch… brachte ihn Dorians Anblick ein bisschen aus seiner beleidigten Stimmung heraus.
      "Sag mal… du bist doch… gleich groß wie ich", sagte er. Er schätzte nur, aber er war sich ziemlich sicher. Außerdem hatte Dorian auf ihn gewirkt, als hätten sie etwa dieselbe Statur. "Wieviele Schichten hast du vorher getragen, dass… Wieso passen dir meine Klamotten nicht?" Alin konnte es nicht wirklich fassen. Er war selbst nicht klein, wiegte dafür aber ziemlich weg. Er hatte nie einen sonderlich großen Appetit gehabt, noch hatte er absichtlich Sport gemacht, wenn er nicht musste. Ganz zur Enttäuschung seines Vaters bestand er immer zum größten Teil aus Knochen, bis er durch das ganze… Weglaufen und Wehren doch noch etwas an Muskeln gewonnen hatte, jedoch kaum an Breite. Der Unterschied war aber wohl, dass er nicht nur einmal im Monat aß, wie Dorian.
      "Verdammt, hast du schonmal Konfrontationstherapie probiert?", fragte er. Er konnte nicht ganz verstecken, dass er schockiert war. Er machte sich irgendwie Sorgen um ihn. Um einen Vampir. Es war völlig irre. Aber der Arme war ausgehungert, weil er ohnmächtig wurde, bevor er etwas essen konnte! Wie grauenvoll musste das denn sein? Und Hunger bekam er sicher trotzdem, oder nicht? Jetzt fühlte sich Alin etwas schlecht, dass er ihn zur Arbeit überredet hatte. Er musste kaum Kraft und Energie dazu haben.

      Alin versuchte, sein schlechtes Gewissen herunterzuschlucken. Genau genommen ging ihn das alles nichts an. Tatsache war, er wollte sich hier nicht alleine abschuften. Dorian wusste schon, was er tat, schließlich hatte er einige Jahre mehr als Alin auf dem Buckel. Er hatte gerade vor, sich zu Dorian ans Waschbecken zu gesellen und ihm vorzumachen, wie man schrubbte – denn auch mit Wasser bekam man einziges an Dreck weg – als dieser plötzlich wegzuckte und Alin einen Herzinfarkt verpasste, als der Eimer mit schmutzigem Wasser umfiel und seine Socken tränkte. Sein Herz raste und seine Atmung kam nicht mehr hinterher. Was war denn jetzt los? Er sah erschrocken zu Dorian, dann folgte er dessen Blick und machte ebenfalls einen großen Schritt rückwärts. Das half mit dem Herzklopfen jetzt auch nicht.
      "Bist du Spinnen hier nicht gewöhnt?!", fragte er und sah sich nach irgendetwas um, mit dem er das Vieh fangen könnte. Nichts. Der Eimer war zu groß, ein anderes Gefäß hatte er nicht und zerquetschen wollte er sie auch nicht, das konnte er nicht, egal wie sehr er sich ekelte.
      Eine Gänsehaut breitete sich über seinen Körper aus als er den acht Beinen zusah, wie sie den kugeligen Spinnenkörper langsam voran trugen. Schnell jetzt, sonst war sie weg. Musste er hier alles selbst machen?
      Alin stahl sich, etwas übertrieben vorsichtig, mit großem Abstand an der Spinne vorbei, lief in sein Zimmer gegenüber und kam mit einem Plastikbecher und einem Stück Papier aus seinem Notizblock zurück. Er machte eine Reihe an angeekelten Geräuschen, während er die Spinne fing, dann wies er Dorian hektisch an: "Fenster, Fenster. Aufmachen" Er sah den Vampir an. Dann klickte etwas in seinem Gehirn. "Oh", machte er. Dann nahm er die Spinne mit ins andere Zimmer, stellte sie wieder ab, öffnete das Fenster, warf sie raus und kam zurück. Er rieb sich über die Arme um die Gänsehaut loszuwerden.
      "Fressen Fledermäuse keine Spinnen oder so", murmelte er.
      ✦ . ⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦⁺   . ✦ .  ⁺   . ✦
    • Dorian

      „Naja…so ein paar.“ wenn Alin ihn nicht so verständnislos anschauten würde, wäre er wohl fast auf die Idee gekommen die verschiedene Stoffschichten aufzuzählen, aber er riss sich zusammen. Etwas unbeholfen strich er sich über den Arm und so stand er da, in fremden Klamotten in einem Zimmer welches er so selten betrat, dass es ihm schon fast fremd war.
      In seinen eigenen Klamotten fiel seine Statur kaum auf. Die Rüschen und langen Gewänder verbargen seine schmächtige Gestalt, auch wenn man diese allein an seinen Händen fast erkennen konnte. Dünn, war wenn man ehrlich war, eigentlich gar kein Ausdruck mehr. Er wirkte abgemagert, es war kein Wunder, dass er die Tage in seinem Lieblingssessel verbrachte und las, wenn man sich ihn mal anschaute. Er wusste nicht, wann er das letzte mal so lange auf den Beinen war, aber er wusste, warum er das im allgemeinen nicht tat. Alleine die vorherige Fledermaus-Verwandlung hatte ihn zu schaffen gemacht, von der spontanen Ohnmacht ganz zu schweigen und außerdem war seine letzte Transfusion schon mehr als fünf Wochen her…
      „Konfrontationstherapie? Naja du hast doch mitbekommen was passiert wenn ich alleine schon Blut rieche…“ gestand er leise. Alleine bei dem Gedanken wurde ihm schlecht. Es war nicht so, dass seine Familie es nicht versucht hatte ihn daran zu gewöhnen - hatte sie - aber ohne Erfolg. Mit jedem Versuch wurde es eigentlich nur noch schlimmer. Zu recht fragten sich die anderen Vampire wie er so lange überleben konnte und das fragte er sich selbst manchmal auch.


      „Normalerweise sind sie nicht so nah.“ kam es ängstlich von Dorian, den Blick immer noch starr auf das achtbeinige Wesen gerichtet. Er bewegte sich nicht, stand einfach nur so da. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man sogar denken, dass er gerade die Luft anhielt. Er hasste Insekten. Erst als Alin die Spinne, etwas sehr umständlich, ‚entsorgt‘ hatte, ließ er die angehaltene Luft aus seiner Lunge. Immerhin hatten sie eine weitere Gemeinsamkeit gefunden.
      „Keine Ahnung was Fledermäuse fressen…ich esse keine Insekten…“ so langsam löste er sich aus seiner starre, schaute Alin dankbar an, bevor sein Blick auf dessen nasse Socken fiel und dann auf das Eimer-Chaos welcher er angerichtet hatte. „Ouh…tut mir leid…“