The Art of Failing at Murder [Dark & Nao]

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    • Alin

      Oh… Oh Gott. Und jetzt? Alin sah Dorian entsetzt bei seinem Nervenzusammenbruch zu, unsicher, ob er ihm helfen sollte, oder nicht. Immerhin hatte er gerade erst ein kleines Tier ermordet und Alin konnte das Rauschen seines eigenen Blutes in seinen Ohren gerade nicht überhören. Sein Herz pochte und er fühlte sich seltsam der Gefahr ausgesetzt. Dabei sah Dorian höchstens wegen des Blutes, das an ihm klebte, gefährlich aus. Die lockere Kleidung und seine kauernde Haltung dagegen, der schockierte Gesichtsausdruck, alles weckte ein Mitleid in Alin, das er vermutlich nicht haben sollte. Aber gerade sah Dorian aus, als wäre er auch einfach nur ein Mensch, der verwirrt und verloren war.
      Alin riss sich aus seiner Starre und machte ein paar staksige Schritte auf den Vampir zu, bis er bei ihm angekommen war und sich neben ihn auf den Boden sinken ließ. Er wusste nicht, was er sagen sollte, also legte er umständlich seine Arme um ihn. Die Katze, die leblos vor ihnen lag, ließ eine beinahe überwältigende Übelkeit in Alin aufsteigen. "Schon okay", murmelte er heiser während er den Blick von dem Tier losriss. Dann strich er Dorian eine Weile nur über den Arm, unterdrückte seinen Ekel über das Blut, das sich an seiner Händen festsetzte, und wartete, bis der Vampir sich beruhigte.
      Es war eine eigenartige Situation. Hatte Dorian ein Blutrausch überkommen, und er hatte deshalb die Katze getötet? Wieso nicht Alin, der im Nebenraum geschlafen hatte? Und… passierte so etwas öfter? Weil er allgemein zu wenig Blut zu sich nahm? Dann musste Alin seinen Aufenthalt… vielleicht nochmal überdenken. Er wollte dem Vampir gerne vertrauen, aber sein eigenes Leben würde er dabei nicht aufs Spiel setzen, wenn Dorian sich nicht unter Kontrolle hatte.
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    • Dorian

      Seine Sicht verschwamm langsam, als ob man seinen Kopf unter Wasser gedrückt hätte. Obwohl ihm nicht kalt war, zitterte er am ganzen Köper. Er hatte schreckliche Schuldgefühle. Bis dato hatte er nicht mal einem Insekt absichtlich etwas zur leide getan und nun hatte er eine Katze getötet…
      Dorian wurde erst aus seinem kleinen Tunnel gezogen, als er Alins Hand auf seinem Arm spürte und seine aufmunternden Worte hörte. Etwas zögerlich drehte er seinen Kopf zu dem Menschen, versuchte die Tränen, welche sich von seinen Wimpern lösten weg zu blinzeln, was jedoch nicht sonderlich gut funktionierte und starrte Alin schon fast ein wenig verwirrt an. ER sah aus, als ob man metaphorischen einen Eimer Wasser über ihn ausgekippt hatte.
      Hatte er keine Angst vor ihm? Im Grunde hatte er gerade ein Lebewesen umgebracht. Dorian hätte definitiv Angst vor sich selbst gehabt, wenn er Alin gewesen wäre, wenn er ehrlich war, hatte er auch ohne Alin zu sein Angst vor sich selbst. Zu was war er noch im Stande, wenn er skrupellos eine kleine, wehrlose Katze tötete? Er wollte das gar nicht so genau wissen...

      „Es tut mir leid.“ murmelte er ein weiteres mal. Vielleicht hatte er die Hoffnung, dass Alin ihm verzieh, wenn er sich nur oft genug entschuldigt, genug Reue zeigte damit man ihm vergeben konnte. Er wollte nicht sterben und er wollte Alin vor allem keinen Grund geben ihm am Ende doch noch umzubringen und damit gegen seine eigene Moral zu verstoßen. Im Grunde hatte er die Katze nur umgebracht damit er nicht auf den Vampirjäger selbst los ging. Dorian war sich zwar nicht ganz sicher ob es dazu gekommen wäre, aber eigentlich dachte er auch immer, dass er niemals irgendein Wesen umbringen würde, was ganz offensichtlich falsch war, der Beweis lag schließlich nur wenige Meter vor ihnen. „Verzeihst du mir?“ fragte er leise, den Blick leicht gesenkt, als ob er Angst vor der Antwort hätte.
    • Alin

      Dorian wirkte etwas überrascht über Alins Versuch, ihn zu beruhigen, was… auch nicht weiter verwunderlich war. Alin war selbst überrascht. Es kostete einiges an Überwindung, die Katze vor ihnen ausreichend auszublenden, damit er sich nicht übergab. Für Dorians Frage war er nur alles andere als bereit gewesen.
      "Oh… ähm…", begann er leise. Ihm verzeihen? Technisch gesehen hatte Dorian ihm nichts getan und wenn schon, müsste ihm wohl das arme Tier verzeihen, aber das konnte es nicht mehr. Er wollte sich wohl einfach ein wenig von der Schuld befreien, wobei ihm wohl nur Alin gerade helfen konnte. Nur brachte er das nicht über sich, egal wie offensichtlich es war, dass Dorian es bereute. Das war an sich irgendwie bewundernswert, weil er nunmal ein Vampir war, für den Töten keine Besonderheit darstellte, aber trotzdem lag es nicht an Alin, ihm irgendetwas zu verzeihen.
      "W-weißt du, eigentlich ist es normal, was du getan hast", sagte er also. "Klar gibt es… bessere Möglichkeiten und Töten ist auch nicht notwendig, aber du müsstest dich deshalb auch nicht schlecht fühlen. Immerhin sind alle Vampire so" Es war vermutlich kein tröstenden Argument. Dorian wollte vielleicht nicht mit seiner Spezies in dem Kontext gleichgesetzt werden, wenn er gerade so aufgelöst war. Aber es war die Wahrheit. Zumindest für Alin. Das Dilemma hatte für ihn schon immer bestanden: War es für ihn als Vampirjäger gerechtfertigt, jemanden zu töten, der andere tötete? Für seine Eltern war die Antwort darauf klar. Er selbst wusste noch immer nicht, ob er einfach nur ein Angsthase war, oder eine starke Moral hatte. Jetzt gerade dachte er jedoch keine Sekunde daran, Dorian für sein Behalten mit Gewalt zu bestrafen. Er wäre kein Stück besser, dann wären sie eben beide Mörder.
      "Wieso hast du das gemacht?", murmelte er. Vielleicht brauchte Alin nun einen Grund, um sein schlechtes Gewissen zu bereinigen. Hätte er Dorian getötet, könnte er niemanden mehr verletzen. Wenn es aber nur ein Unfall war…
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    • Dorian

      Ja, vermutlich waren alle Vampire so, aber war er auch so? War er schon immer so gewesen? Die Antwort war einfach: nein. Er hatte bis dato kein Wesen getötet. In den letzte, fast dreihundert Jahren hatte er nicht ein Lebewesen umgebracht und jetzt hatte er ohne irgendwelche Skrupel eine kleine, wehrlose Katze ausgesaugt. Er hatte das Gefühl, sein Magen würde sich umdrehen. Er hörte sein Blut in seinen Ohren rauschen, oder war das Alins Blut?
      Vermutlich hatte Alin tatsächlich recht. Er war ein Vampir und Vampire töten, so einfach war das. Nur weil er sich seit Jahrhunderten dagegen wehrte, hieß das nicht, dass das gegen seine Natur war. Aber hieß nicht, das er Mitleid mit der Katze hatte, das er tatsächlich anders war? Immerhin würde ein Vampir, welcher zum töten geboren wurde, niemals Mitleid mit seinen Opfern empfinden, oder etwa doch? Seine Familie hatte jedenfalls nie Reue gezeigt, egal wen sie getötet und gefoltert hatten.

      So langsam beruhigt sich Dorian wieder. Seine Schulgefühle wurden nicht besser, aber Alins Anwesenheit gab ihm Komfort und das schien, jedenfalls für den Moment, genau das zu sein, was er gerade brauchte. Auch wenn der Vampirjäger genau so aufgekratzt wirke wie Dorian selbst, gab er dem Älteren ein Gefühl von Entspannung. Ein Gefühl nicht alleine zu sein. Ein Gefühl von Sicherheit.
      Das fühlte sich gut an, angenehm, als ob da seit langem mal wieder eine Person war die sich um ihn kümmerte, auch wenn das wohl nach Dorians kleinem ‚Ausrutscher‘ nicht mehr lange so sein würde.

      „…ich…ich weiß es nicht…“ murmelte er leise auf Alins Frage. Eigentlich wusste er ziemlich genau was am Abend passiert war, er konnte seine Gedanken und körperlichen Reaktionen jedenfalls in einen Zusammenhang bringen.
      Da war dieses Verlangen nach Fleisch, nach Blut. Alins Herzschlag den er durch die dicken Wände hören konnte, der metallische Geruch, der ihm das Wasser im Mund zusammen laufen ließ, der Gedanke seine Zähne in etwas lebendigen zu versenken…das Gefühl von Panik und Angst er könnte dem Jüngeren weh tun. Er hatte Hals über Kopf das Anwesen verlassen um dieses Verlangen nicht an Alin auszulassen und hatte sich das nächst beste Opfer genommen, was er finden konnte. Die Reaktion, vermutlich ausgelöst durch Alins Blut und seiner langen Abstinenz. Frisches Blut hatte nun mal eine andere Wirkung auf den Körper von Vampiren, das wusste er, was er jedoch nicht wusste, war das sich diese Wirkung so zeigen würde…
    • Alin

      Er wusste es nicht… es war also ein körperliche Reaktion, die er nicht kontrollieren hatte können. Alin seufzte leicht, weil er nicht sicher war, ob das nun besser war, als ein absichtlicher Mord. Wenn Dorian keine Kontrolle mehr über sich hatte, konnte Alin auf keinen Fall hier bleiben. Er müsste sich eingestehen, bei seiner Missiom versagt zu haben, und gleichzeitig ao schnell wie möglich einen neuen Wohnort finden.
      Aber… etwas ließ ihn nicht ganz los.
      „Du hättest garnicht so weit laufen… oder fliegen müssen. Ich war genau im Nebenzimmer“, murmelte Alin. Er ließ Dorian los und lehnte sich neben ihm an die Wand. Der Vampir schien seinen Schock auch langsam zu überwinden. Alin wollte ehrlich mit ihm sein. „Ich will nicht hierbleiben, wenn du mir nicht versprechen kannst, nichts zu tun. Ich will nicht sterben“, murmelte Alin etwas geistesabwesend. „Es war ein praktisches Übereinkommen, dass ich hier eine Weile wohne, aber wenn du keine Kontrolle über dich selbst hast, kann ich dir nicht glauben, dass du mich nicht auch plötzlich im Schlaf ermordest“ Alin seufzte erneut, etwas lauter, und stützte sich auf, um Dorian eindringlich anzusehen.
      „Also, hast du nicht irgendeine bessere Antwort?“, fragte er. Er wusste selbst nicht, warum er so versessen darauf war, einen Grund zu haben, um hierzubleiben. Vielleicht mochte er den Vampir irgendwie. Sie waren sich erschreckend ähnlich und Alin hatte noch nie jemanden getroffen, der annähernd in derselben Situation war wie er.
      „Wieso hast du dir eine Katze geholt und hast nicht mich getötet? Ich meine, wahrscheinlich bin ich an dem Ganzen teilschuld, weil ich dir mein Blut aufgedrängt hab. Ist es nicht irgendwie logisch, dass du dann mich töten willst? Wenn mein Blut der Auslöser war?“ Er runzelte die Stirn, dann schlang er frustriert die Arme um seine Knie und blieb stumm sitzen. Er wusste nicht, was er hören wollte. Die Villa wirkte gerade noch größer, als sonst, und Alin fühlte sich, als wären Dorian und er winzig klein, völlig hilflos in diesem Haus gefangen und es war nur eine Frage der Zeit, bis einer von ihnen als erstes starb.
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    • Dorian

      „Ich…ich wollte dich aber nicht verletzten…ich wollte eigentlich…überhaupt niemanden verletzten…aber am aller wenigsten dich, weißt du? Ich…“ Dorian zögerte kurz. „…ich konnte dein Blut durch die Wand riechen, hören wie es durch jede Arterie und Vene deines Körpers rauscht…das hat mich fast verrückt gemacht.“ erklärte er viel zu nüchtern, dafür, dass er eben noch fast beim sprechen gezittert hatte. „Ich kann immer noch hören wie dein Herz schlägt, wie es dein Blut durch deinen Körper pumpt und das so entsetzlich laut, dass es mir fast Schmerzen bereitet.“ Dorian konnte hören wie schnell Alins Herz schlug, wie viel Angst er wohl gerade vor ihm haben musste. Genau so wie die kleine Katze gestern. Wie viel Panik sie wohl gehabt hatte, als sie verstand, dass sie an diesem Abend wohl starbt.
      „Ich hab noch nie ein Lebewesen umgebracht weißt du? Ich hasse es. Ich hasse den Geruch von Schmerz und Panik…“ er kannte diesen Geruch gut genug. Obwohl er schon seit Jahren nicht mehr bei seinen Eltern wohnte, hatte sich dieser Geruch in seinen Verstand gebrannt und löste jedes mal eine Art Flashback ins einem Kopf aus.

      Beim Sprechen hatte er angefangen das getrocknete Blut von seinen Fingern zu kratze. Unter der Schicht aus roter Farbe kam seine helle, bleiche Haut wieder ein wenig zum Vorscheinen. „Ich verspreche dir, dass ich dir niemals weh tun würde.“ meinte er leise, schaute das erste Mal an diesem Morgen Alin wieder richtig an. „Ehe ich dir weh tue, würde ich lieber mir selbst wehtun…“ Dorian meinte seine Worte ernst. Obwohl er gestern in seinem Rausch gefangen war, hatte er noch genug Kontrolle über sich selbst gehabt, dass er dem Verlangen Alin zu verletzten nicht nachgegangen war. Er hatte genug Kontrolle über seinen Körper gehabt, das Anwesen verlassen zu können, so viel Abstand zwischen sie beide zu bringen wie nur möglich um keine Gefahr für den Menschen zu sein. Es war für ihn immer noch nicht akzeptabel, dass er dem kleinen Kätzchen einen wohl schmerzhaften Tod bereitet hatte, aber immerhin hatte er Alin nicht verletzt. Immerhin hatte er die erste Person, welche nett zu ihm gewesen war, nicht getötet. Das hätte er wohl nie mit seinem Gewissen vereinbaren können.

      „Ich kann verstehen, dass du hier nicht mehr wohnen möchtest.“ meinte der Vampir leise. „Aber ich werde dir versprechen, nie wieder ein Lebewesen umzubringen. Es nie wieder so weit kommen zu lassen, selbst wenn ich dafür nie wieder Blut trinken müsste.“ Nicht dass er das sowieso unfassbar ungern tat. Nur würde er wohl komplett auf den Konsum von Blut nicht verzichten können. Die regelmäßigen Transfusionen würde er wohl weiterhin brauchen, um nicht an Blutarmut zu sterben oder bei jeder, nur ansatzweisen körperlichen Arbeit zusammen zu klappen wie ein kaputter Stuhl.
    • Alin

      Alins Kopf hob sich langsam wieder von seinen Knien, als er Dorian ansah, während dieser wieder zu sprechen begann. Alin begann zu starren. Sein Herz klopfte wie wild. Was… redete er da…? Er hörte, wie Alins Herz schlug? Konnte sein Blut durch die Wand riechen? Doch, ja, Vampire hatten… übernatürliche Sinne, aber… bisher hatte Alin das Angst eingejagt. Wenn es Dorian so sagte, klang es nur irgendwie…
      „D-d-das ist gut“, stammelte er und wich Dorians Blick kurz aus, als er versprach, ihn niemals zu verletzen. Sein Herz schlug so stark, dass es nicht nur Dorian, sondern die ganze Welt hören musste. Und Angst hatte er gerade… wirklich nicht. Sein Blick schoss erst wieder hoch, als Dorian etwas sagte, das ihn schockierte.
      „Tu das nicht“, sagte er, bittend. „Ich sagte doch, es ist… es ist normal, also… lieber wäre es mir, du hältst hier für den Notfall ein paar Kühe, als dass du dich selbst verletzt“ Auch wenn Alin vermutlich bei jeder toten Kuh weinen würde. Er wollte nur nicht, dass Dorian sich so sehr quälte, wenn er gegen seine Natur ging. Es musste doch irgendeine harmlose Lösung für das alles geben… „Ich… ich geb dir auch freiwillig mein Blut, wenn es dir nicht gut geht“, murmelte er. Hatte er das durchdacht? Nein. Es war ihm einfach so rausgerutscht. „N-nur wenn du mich nicht… tötest und… es dringend brauchst, natürlich, und solange ich noch hier bin“, korrigierte er sich schnell. Warum war er jetzt so nervös? Er brachte kaum einen geraden Satz heraus.
      Er stand schnell auf, wobei ihm kurz etwas schwarz vor Augen wurde, und er wackelig stehen bleiben musste. „Ich- ich glaube, ich bleibe weiter hier, ich- ähm… ich glaube dir, aber… k-können wir bitte die Katze begraben?“, fragte er und sah das arme Tier an, das immernoch völlig zerstört vor ihnen im Flur lag. Der Anblick war grausam. Zumindest mussten sie dem Tier einen schönen Abschied geben. Oder, was… davon… übrig war. Vermutlich war es besser, die Besitzer würden nie erfahren, was passiert war. Und Dorian würde doch nicht ohnmächtig werden, nach all dem, oder?
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    • Dorian

      Dorian nickte leicht, ehe er den Kopf dann doch schüttelte. „…vielleicht könnte man hier einfach ein paar Reserven aufbewahren…ich meine, du…wir wollten doch sowieso eine Kühlmöglichkeit anschaffen…also nur wenn das in Ordnung für dich ist. Für den Notfall versteht sich…wenn es gar nicht mehr geht.“ machte er leise seinen Vorschlag. Er konnte sich vorstellen, das Gedanke, das neben Alins Essen gegebenenfalls Plastikbeutel mit Blut aufbewahrt wurden, seltsam, schon fast abartig war, aber es war immer noch besser als lebendige Tiere irgendwo halten zu müssen, welche er dann umbringen musste. Irgendwann musste er die junge Hexe zwar für ihre Arbeit eine Gegenleistung geben, aber da sie sich bis jetzt noch nicht diesbezüglich gemeldet hatte, ließ er das Thema erst einmal ruhen. Alles war besser als wehrlose Lebewesen zu töten.

      Erst als er Alins lauten Herzschlag hörte sickerte die Information in seinen Verstand, dass derJüngere ihn nicht verlassen wollte, dass er weiter bei ihm leben wollte, weiter mit ihm leben wollte. Die Realisation kam so plötzlich, dass er den jungen Mann kurz, etwas verwirrt anschaute. Er traute sich jedoch nicht, nochmal nachzufragen, zu groß war die Angst, dass er es sich danach doch nochmal anders überlegen würde, dann schoss ihm jedoch was anderes in den Kopf. Warum schlug sein Herz so laut? Er konnte beinah schon fühlen, wie das Organ aufgeregt Blut durch den Körper des anderen pumpte. Wie es eilig die lebenserhaltende Flüssigkeit mit Sauerstoff anreicherte nur damit es alle andere Organe damit versorgen konnte. Hatte Alin doch Angst vor ihm? Wahrscheinlich, immerhin hieß es nicht, nur weil er weiterhin bei ihm leben wollte, dass er nicht trotzdem Panik hatte zu sterben, aber warum roch er sie dann nicht, warum strömte Alins Körper nicht dieses ekelhaft süßlichen Geruch nach Angst aus…?

      Als der Vampirjäger aufstand, nickte er leicht. Den Gedanken hatte er auch schon gehabt, zwar nur ganz kurz, aber eine kleine Beerdigung für das arme Tier wäre schön. Es würde seine Schuldgefühle nicht bessern, aber immerhin hätte die Katze dann wenigstens ihre Ruhe. Vorsichtig stand er auf. Seine Gelenke knacksten auf, als er sich streckte. Also ob sie von dem ganzen Sitzen ganz steif geworden wären. Es lag wohl jetzt an ihm das tote Tier aufzuheben. Nicht dass er, das gerne tun würde, alleine bei dem Anblick wurde ihm komisch. Sein Magen rebellierte ein wenig, aber es hielt sich in Grenzen, war bei weitem nicht so schlimm wie sonst, auch wenn angenehm was anderes wäre. Kurz schaute er zu Alin, dann zurück zu der Katze. „Wollen wie sie in einen Karton legen?“ er fand eine Mülltüte - von denen sie zwar nun genug hatten - zu morbide um darin ein Lebewesen zu transportieren und zu begraben, aber…hatten sie Kartons? „Oder…ich weiß nicht…einfach so nehmen…“ fragte er etwas unschlüssig.

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