Celestial Exile [Dark.wing & Concorde]

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    • Neugierig musterte Cassian die Platte seines Gegenübers ehe das erst Lachs-Nigiri in seinen Mund wanderte. Er überlegte laut, ehe er Raven ansah. "Bist du denn Vegetarier?", fragte er nach, da in seiner Aufzählung kein Fisch oder Fleisch vorkam. Zufrieden aß der Halbgott dabei sein Sushi und schnurrte leise. Er hatte wirklich Hunger, riss sich aber dennoch zusammen, um nicht einen katastrophalen Eindruck bei dem Schwarzhaarigen zu hinterlassen. Er grübelte nochmal über das eben Gesagte nach und dachte sich immer mehr, dass seine Begegnung mit dem Physik-Studenten kein Zufall war. Es musste wohl Schicksal gewesen sein, denn seine Anziehung zu alten Gebäuden passte zu dem, was er ausstrahlte und was auch Cassian in seiner Umgebung spürte. Eine gewaltige Prise Magie lag auf dem Menschen und umgab ihn irgendwie, was ihn viel interessanter als die sonstigen Menschen machte und dennoch Cassian warnte. Solche Spuren der Magie lagen sonst nur auf Relikten oder verzauberten Gegenständen. Raven wurde von Stunde zu Stunde spannender.

      Nachdem sich die beiden Platten der beiden jungen Männer etwa zeitgleich geleert hatten, obwohl Cassian gut das Dreifache von Ravens Platte hatte, lehnte sich der Halbgott zufrieden zurück und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Sein Blick glitt durch den Raum und das ältere Päärchen von vorhin war mittlerweile abgehauen, sodass es langsam sehr leer im Lokal wurde. Und doch spürte Cassian es nun wieder kribbeln. Diese Magie an diesem Ort. Sie ließ ihm keine Ruhe. Er musste es wissen. Also lehnte er sich vor und entschuldigte sich bei Raven. "Ich such mal eben die Toiletten auf. Bin gleich zurück." Mit diesen Worten verabschiedete er sich und ging den Gang zu den Toiletten hinunter. Hier war er ungesehen und er hörte nur dumpf von oben Geräusche aus der Küche.

      Der Halbgott konzentrierte sich auf das Zittern in der Luft und die magische Schwingung, die im Raum wirkte. Er machte zwei Handgriffe in die Luft und öffnete die Schwingung vor seinen Augen. Es waren helle Fäden aus Weiß und Blau, die durch den Raum zogen wie überdimensionierte Fangarme einer Qualle. Sie glänzten wild umher und verloren immer wieder einen Teil ihrer Maße wie ein klebriger Brei, der sich im Nu auflöste und an anderer Stelle wieder zusammensetzte. "Wusste ich es doch!", sagte Cassian mehr zu sich und bewegte die Hand weiter. Die unkontrollierte Bewegung erstarrte langsam, mit einem erneuten Griff, fügte sie sich eng zusammen und setzte sich dann zu einer Art Rune, einem Symbol, das hellblau in der Luft vor ihm leuchtete zusammen. "Eine Blume?", murmelte Cassian vor sich her und versuchte das göttliche Bild zu entziffern. Er drehte seine Hand leicht und das Symbol veränderte sich etwas.

      Das Knarzen der Treppe hinter ihm und ein Geräusch rißen ihm aus der Untersuchung. Das Symbol zerplatzte und die freien Schlingen der Magie verschwanden wieder im Raum. Er drehte sich und erspähte Raven, der noch immer auf den Platz vor ihm starrte, an dem bis gerade die Rune geleuchtet hatte. "Alles in Ordnung?", fragte der Halbgott besorgt.
    • Raven nickte nachdem er sich ein Stück Sushi in den Mund gesteckt hatte. „Und das obwohl ich in einem Dorf aufgewachsen bin.“ lachte er mit leerem Mund. „Aber meinte Mutter hat damals eigentlich auch nie Fleisch zubereitete…wahrscheinlich liegt das daran.“ und primär lag es einfach an der Tatsache, dass Raven erstens: Tiere sehr liebte und zweitens: auf dem Dorf die meisten Tiere auf den weitläufigen Weiden gesehen, teilweise sogar gestreichelt hatte und er es sich schon im jungen Kindheitsalter nicht vorstellen könnte jemals ein Tier zu essen, welches noch vor wenigen Stunden vor ihm stand.

      Er hätte wirklich wieder deutlich früher hier her kommen sollen, das Essen war mal wieder fantastisch, so als ob sich die beiden jungen Männer jedes Mal versuchten selbst zu übertreffen. Raven war seit seinem ersten Besuch hier ein großer Fan von der selbstgemachte Erdnusssauce. Er hatte Akio sogar mal nach dem Rezept gefragt, aber diese hatte ihn nur geheimnisvoll angegrinste und mit den Schultern gezuckt, was bei ihm so viel hieß wie ‚da musst du wohl selbst herausfinden, was da drin ist‘. Er hatte sogar mal versucht die Sauce nach zu machen, sein Versuch war jedoch nur halb so gut geworden, seit dem nahm er sich regelmäßig was von ihr mit.

      Der jungen Mann vor ihm wurde für Raven von Sekunde zu Sekunde interessanter. Allein, dass er seine Portion - die locker das dreifache an Volumen hatte als seine eigenen - in der selben Zeit gegessen hatte ließ ihn nicht schlecht staunen. Dabei hatte Raven selbst nicht gerade wenig bestellt und vor allem der ganze Reis ließ einen sehr schnell satt werden. „Mhm? Klar mach das. Die ist hier links und dann die Treppe runter, zweite Tür rechte Seite.“ gab er eine schnelle Wegbeschreibung auch wenn das durch die Ausschilderung wohl kaum nötig gewesen wäre.

      Während Cassian auf der Toilette war trank er den letzten Schluck seines Tees aus, bis plötzlich ein komisches Gefühl seine Wirbelsäule hochkletterte. Er kannte das Gefühl, er hatte es in den letzten Monaten immer mal wieder gespürt. Wie eine Art Gänsehaut die so plötzlich kam und ging das es fast schon unheimlich war. Es waren immer andere Ort. Einmal hatte er das Gefühl besonders stark gehabt, vor einer alten Ruine die er besucht hatte um ein paar Fotos zu machen, aber im Grunde dachte er sich nichts dabei. Der schnelle Schauer ging meistens wieder genau so schnell wie er gekommen war. Nur jetzt, in diesem Moment nicht. Er blieb, wurde intensiver, so stark dass Raven sich fast schon ein wenig paranoid umschaute. Da war nicht nur diese seltsame Gänsehaut, er hatte das Gefühl in dem Laden sei noch etwas anderes. Etwas was ihn beobachtete, nichts spezifisches, nichts bösartiges aber es beobachtete ihn und zog ihn dorthin wo Cassian vor wenigen Minuten hin verschwunden war.

      Er wollte dem Halbgott nicht folgen, wie sollte er das erklären? ‚Ich hatte da so ein komisches Gefühl?‘ der andere würde ihn für komplett bescheuert halten und trotzdem ging Raven die Treppe runter. Das alte Holz knarzte leise unter seinen Schuhen und dann sah er etwas, was ihm wohl kein Mensch glauben würde. Da waren helle Fäden aus weiß und blau, die sich in der Luft zu etwas formten was wage an eine Blume erinnerten. Raven blieb in der Bewegung stehen. Das Symbol kannte er! Er hatte vor wenigen Tagen davon geträumt…wenn er ehrlich zu sich war hatte er schon häufiger davon geträumt…okay waren das wirklich träume gewesen? Diese seltsamen Fragmente die immer mal wieder vor seinem inneren Auge aufgetauchten, wenn er zur später Stunde noch wach war, gebeugt vor seinen Büchern? Er hatte es immer als seltsames Hirngespinst abgestempelt, die Bücher dann zugeklappt und war ins Bett gegangen. Aber hier waren keine Bücher über die er halb gebeugt so lange las, das die Worte in einem seltsamen Brei miteinander verschmolzen und schon fast altertümlich aussehende Runen bildeten. Sie waren hier in einem kleinen Restaurant, sie waren hier in SEINEM Restaurant…

      Cassian musste Ravens - zugegebenermaßen sehr - verwirrten Blick gesehen haben. Er hatte die Worte nicht verstanden, zu sehr wurde er von den seltsamsten Fragmenten, die langsam in sich zusammen fielen und sich schlussendlich auflösten, eingenommen. „Wie bitte?“ fraget er perplex. „was…was war das?“
    • Cassian stockte. Er war sich immer noch nicht sicher, was Raven gesehen hatte und doch ließ seine Reaktion darauf deuten, dass es nicht um ihn ging der wild in der Luft umher wedelte, sondern um das Zeichen, das die Schwingungen für einen Moment freigesetzt hatten. Er schaute über seine Schulter als wolle er sich versichern, dass die Rune wirklich weg war. Und ja da war nichts mehr. Wo er gerade noch ein Zeichen in der Luft hatte entstehen lassen, war nun nur noch der dunkle Flur Richtung Toiletten. Er drehte sich wieder zu Raven und runzelte die Stirn. "Das ist schwierig zu erklären, aber du hast es auch gesehen?" Den geweiteten, bernsteinfarbenen Augen seines Gegenübers entnahm er dies als Ja und nickte stumm. "Nun das ist eine ... ehm ... wie nennt ihr das. Manifestation von magischer Resonanz. Eine Art magische Erinnerung an eine alte Zeit.", erklärte der Halbgott und kratzte sich am Kopf. "Die gibt es an manchen Stellen in der Stadt und hier", er sah nochmals über seine Schulter, "hier sind die Schwingungen relativ stark, sodass man sie mit etwas Übung kanalisieren kann." Etwas Übung bedeutete im Sprech der Götter einige hundert Jahre. Doch Götter kannten in diesem Sinne das Konzept Zeit nicht. Da sie unsterblich waren, waren Zeit kein Problem für sie. Cassian spürte nun wie Raven langsam seinen Blick vom Flur löste und ihn anstarrte.

      Der Halbgott runzelte die Stirn. "Ich tue dir nichts und wenn hätte ich es schon längst getan", beruhigte er den Gegenüber, der jetzt vielleicht auf komische Gedanken kommen könnte und Cassian für einen Sonderling halten könnte. Er biss sich auf die Lippe und sah verlegen zum Boden, ehe er wieder in die neugierigen Augen des Schwarzhaarigen sah. "Wieso bist du überhaupt hier? Du hast die Rune gesehen, das sollte eigentlich für euch, Menschen, nicht möglich sein. Sie sind unsichtbar und die Magie für eure Art nicht spürbar. Sie ist uralt und gab es lange vor euch", grübelte Cassian vor sich her. Die letzten magischen Fäden sammelten sich um seine Finger. Er sah hinunter und spürte, wie die Magie nach ihm zehrte. Seine Präsenz hatte die Magie geweckt und auf ihn aufmerksam gemacht. Nun suchte sie nach einem, der sie bändigte oder den sie bändigen konnte. Er seufzte leise und war verärgert, das er das Ritual nicht zu Ende bringen konnte. Gleichzeitig fand er es spannend und fragwürdig zugleich, warum Raven diese Magie sehen konnte. Sollte er ihn vielleicht verzaubern, damit er das Geschehen vergaß?
    • „Du bist doch verrückt.“ stieß er aus. Das war alles nicht wahr. Cassian hatte wahrscheinlich irgendwelche Drogen intus…Aber er hatte dieses…etwas ja auch gesehen. Vielleicht hatte der junge Mann vor ihm, ihm etwas in den Kaffee getan, ja genau das musste es sein! Er war nicht verrückt, er war nur unter Drogen gesetzt worden…was im Grunde nicht besser war als verrückt zu sein, aber immer hin gab es eine - mehr oder weniger - sinnvolle Erklärung dafür. Wie erklärte er sich jedoch, dass er dieses Ding schon mal in seinen Träumen gesehen hatte? Purer Zufall? - Das musste es sein. Träumten nicht viele Menschen immer mal wieder komische Dinge und hatten dann ein Déjà-Vu-Gefühl? Wahrscheinlich war es nur sowas. Irgendein komischer Schnipsel irgendeines seltsamen Traumes…und trotzdem kam ihm das alles hier so furchtbar bekannt und real vor.

      Mit langsamen Schritten ging er rückwärts nach hinten als Cassian weiter redete. Er tat ihm also nichts? Außer ihm irgendwas in den Kaffee kippen und dafür zu sorgen das Raven irgendwelche komischen Halluzinationen hatte? Das war in den Augen des Schwarzhaarigen nicht nichts und dann fing er auch noch an von Magie zu erzählen. Ähnliche Gespräche hatte er mit seiner Mutter schon mal gehabt - als er noch an den ganzen Quatsch geglaubt hatte - aber Cassian war nicht seine Mutter, seine Mutter war eine ältere Dame die in einem kleinen Dorf am Waldrand wohnte und komische Dinge erzähle…

      Euch Menschen…das klang seltsam, als ob Cassian ihm gerade weiß machen wollte, dass er kein Mensch sein, was völliger Quatsch sein müsste, warum sollte er kein Mensch sein? Die ganze Situation wurde von Sekunde zu Sekunde suspekter und er wollte dringend auf dieser Situation raus.
    • Cassian spürte den aufkeimenden Zweifel in Raven. Dieser schien ihm nicht zu glauben, hielt das Ganze für ein Hirngespinst oder ähnliches. "Das habe ich befürchtet", schüttelte der Halbgott den Kopf. "Natürlich klingt das alles verrückt", begann er einen neuen Versuch, den Menschen zumindest zu beruhigen, damit er nicht schreiend aus dem Laden rann und er vielleicht doch die Sympathie dieses eigenartigen und dennoch interessanten Menschen erringen konnte. "Ich kann - und ja das klingt jetzt völlig absurd - Magie spüren. Diese Stadt ist von uralter Magie durchzogen und an Orten, wie diesen sammelt sie sich besonders. Menschen spüren diese Magie eigentlich nicht und sehen sie auch nicht, aber da du auch die Rune in Form einer Blume gesehen hast, musst du eine Verbindung zu dieser Magie haben." Cassian blickte über seine Schulter, wo bis vor kurzem noch die Rune in der Luft schwebte, jetzt jedoch nichts mehr war. "Und magiesensitive Wesen wie ich spüren diese Orte. Uns zieht es hierher. Du scheinst ebenfalls ein Gefühl für diese alte Magie zu haben, sonst würdest du sie nicht sehen und dich erst Recht nicht so heimisch hier fühlen. Dieses Gefühl von dem du mir erzählt hast, es hängt nicht nur mit dem Laden und den Leuten zusammen, sondern der Magie hier. Bereits als ich dich traf spürte ich, dass deine Aura anders ist als die der restlichen Menschen im Park." Cassian schluckte und ließ einen Moment vergehen.

      "Und ich denke, du könntest mir helfen, etwas Schlimmes abzuwenden. Diese Magie hier ist womöglich eine Gefahr und ich suche schon seit längerem nach Erklärungen. Wenn du für sie ebenfalls sensitiv bist, könnten wir uns helfen, ehe ..." In diesem Moment spürte Cassian eine magisches Zittern. Es war wie ein schwaches Erdbeben, das in Form sanfter Schwingungen an den Beinen hinauf glitt und er sah zu Raven, der es scheinbar auch spürte, da er sich auf einmal verkrampfte. "Blieb ruhig. Atme einfach ein und aus. Es passiert nichts.", beruhigte Cassian den Menschen und versuchte auszumachen, was das Zittern erzeugte. Und dann sah er es. Die blauen Magiefäden sammelten sich in einer dunklen Ecke des Flurs und schienen dort in den Boden zu dringen. "Nicht jetzt", fluchte der Halbgott, ehe sich aus dem Boden ein dunkles Loch auftat und ein Wesen dem Loch empor stieg. Es war klein und noch in dunkel gekleidet, zog jedoch mehr und mehr Magie aus dem Raum an sich, ehe es sich manifestierte. Raven wurde Zeuge der Geburt eines dunklen Wesens, was für Cassian leider schon Alltag in der Stadt war. Mit einem Mal erkannte man das Wesen. Es war ein kleiner, gedrungener humanoider Körper, maximal einen halben Meter groß mit langen Fingern und Zehen und auf dem Kopf des Körpers war eine alte Gaslaterne. Cassian seufzte genervt. "So etwas meine ich", raunte er und sah wie das Wesen die beiden ansah. Es kicherte bedrohlich und schien aufgeregt hin und her zu springen. Cassian streckte die Hand aus und schloss für einen Moment die Augen. Ein Käfig aus hellem Licht kesselte das Wesen ein. "Dich wollen wir gar nicht erst auf die Menschen loslassen, Irrlicht." Cassian spürte wie Raven die Anspannung verließ und er ungläubig das Wesen im Käfig ansah.
    • „Verrückt?! das klingt völlig geisteskrank!“ meinte er etwas lauter werdend, bevor der Schwarzhaarige einmal tief durchatmete um nicht gleich die Aufmerksamkeit aller Gäste samt Personal auf sich zu lenken. Eigentlich würde er Cassian kein Wort glauben, aber er hatte dieses…Etwas auch gesehen, er hatte es auch gespürt und das konnte er sich nicht schön reden. Da war etwas gewesen, und dieses Etwas hatte ihm - auch wenn ihm der Gedanke ein wenig Angst machte - keine Panik bereitet. Es war ein angenehmes Gefühl dieses Ding in seiner Gegenwart zu spüren. Es hatte sich wie dieser Ort angefühlt nur tausendmal stärker.

      „Ich…ich bin einfach nur ein ganz normaler Typ…das Essen ist hier einfach gut.“ versuchte er seine Verbindung zu dem Restaurant zu rechtfertigen, aber sie wussten mittlerweile beide, dass Raven definitiv kein ‚ganz normaler Typ‘ war und der Grund warum er sich so wohl in dem Laden fühlte nicht - nur - war, weil das Essen hier so gut war. Er hatte eine Verbindung zu diesem Ort die weit aus stärker war als das.

      Raven hatte sich gerade einigermaßen dran gewöhnt was hier passiert war, da passierte auch schon das nächste. Er verkrampfte sich ein wenig als er eine Art Zittern spürte und beobachtete kurz daraufhin erst Cassian und dann wie ein…komisch aussehendes Etwas plötzlich auftauchte. Raven war absolut verwirrt. Am liebsten würde er umdrehen und auf der Stelle das weite suchen, Cassian am liebsten nie wieder sehen und sich nie wieder mit diesem Magiezeug beschäftigen.
    • Cassian runzelte die Stirn. "Du solltest dich mit dem Gedanken abfinden, dass du scheinbar ein nicht so normaler Typ bist." Der Halbgott zeigte auf das Wesen im Lichtkäfig. "Doch das könnte mir helfen. Die Magie an diesen Orten kann solche ..." Er blickte nochmals auf den Käfig "Geschöpfe hervorbringen. Manche sind friedfertig und andere bösartig. Sie könnten zur Gefahr werden. Ich habe selbst einige von diesen Wesen verbannt." Die letzten Worte murmelte Cassian, da es sich selbst für seine Verhältnisse dämlich anhörte. Er war jetzt so eine Art Geisterjäger oder sowas, musste sich sein Gegenüber denken. Aber immerhin hatte er dieses Wesen als beweis dar und spürte, dass Raven es auch sah. "Dies ist ein Irrlicht, Raven", erklärte er nach einem Räuspern und sah in den Käfig. "Die sind eher ungefährlich. Dennoch könnten sie für Menschen zur Gefahr werden. Sie locken Menschen gerne in Gefahr oder den Tod." Der Halbgott kratzte sich verlegen am Kopf, da er nicht wusste, wie er Raven schonend dieses ganze neue Welt erklären sollte.

      "Ich kann dir alles in Ruhe erzählen. Doch nicht hier, wo uns jemand hören kann und wir die Magie weiter aufwühlen." Der Braunhaarige sah zum Käfig hinunter und breitete seine Hand aus. Das Licht, das den Käfig bildete wurde heller und heller. Es war so grell, dass Raven instinktiv seine Augen zusammenkniff. Cassian starrte stur in den Käfig, ehe ein kleiner Schrei aus dem Irrlicht folgte und es vom hellen Licht aufgelöst wurde. Es wurde wieder dunkel im Keller des Restaurants und die beiden Männer schauten sich wieder an. Es sah nun so aus wie vor wenigen Minuten oder an sonst jedem Tag hier. Der Halbgott sah sich kurz um, ehe er drei Schritte auf Raven zuging. Er musterte den Menschen. "Irgendetwas an dir ... beeinflusst diese Magie", nuschelte er und sah sich nochmals im Raum um. Er war sich nicht sicher, was es war, doch Ravens Präsenz schien damit zusammenzuhängen. "Du könntest mir helfen", erklärte Cassian und sah Raven in die Augen. Er spürte noch immer die Anspannung seines Gegenübers und war sich nicht sicher, ob er den Menschen wirklich überzeugen konnte. Doch er war sich nun sicher weswegen die beiden zueinander gefunden hatten. Es hatte etwas mit der uralten Magie zu tun. Sie hatten beide einen Kanal dazu und konnten sie spüren. Er hatte bereits gehört, dass viele tausend Jahre früher die Menschen ebenfalls eine Verbindung zur Magie hatten, doch sie war mit der Verbannung einiger Götter aus dem Pantheon weitestgehend verschwunden. Und dennoch schien es letzte Ahnen mit einer solchen Verbindung zur Magie zu geben. Menschen wie Raven. Cassian war sich selbst unschlüssig, was das zu bedeuten hatte.

      Wenn es mehr Menschen wie Raven gab und sie ihre Kraft kannten ... konnten sie dann die Magie beeinflussen? Erklärt das, wieso immer mehr komische Wesen hier auftreten? Cassian beschlich ein ungutes Gefühl, das er schon länger hatte. Die Menschen waren immer neugierig und strebten nach Wissen, doch manches Wissen war nicht vorgesehen entdeckt zu werden oder war einfach zu mächtig, um es Menschen zu überlassen. Dunkle Erinnerungen an seine Vorhersagung kamen in seinen Kopf.
    • „Was bist du? Irgendeine Art übernatürlicher Ghostbusters-Abklatsch?“ Seine Stimme klang höhnischer als er sie klingen lassen wollte. Er seufzte leise. „ich sollte weniger Koffein zu mir nehmen…oder da war irgendwas in diesem Tee drin…oder…ich brauch frische Luft.“ Das war das letzt etwas von ihm kam, als er ohne ein weiteres Wort den Keller und daraufhin das Restaurant verließ. Draußen empfing ihn die kühle Nachtluft, so als hätte sie auf Raven gewartet. Es war still vor dem kleinen Laden. Kaum eine Menschenseele war zu sehen, nur auf der anderen Straßenseite lief ein junger Mann entlang. Sein Gang war seltsam schwummrig, als hätte er getrunken, in der Hand hielt er eine Zigarette wie eine kostbare Dekoration die er kaum rauchte. Raven ging ohne auf vorbeifahrende Autos zu achten über die Straße, hielt ihn auf und fragte nach einer Kippe. Eigentlich rauchte er nicht - nicht mehr - aber nach so einer Begegnung brauchte er etwas zum runterkommen.

      Er stand immer noch auf der anderen Straßenseite als der Mann an ihm vorbei torkelte. Raven hatte seine letzte Zigarette bekommen, das war dem Betrunkenen aber wohl kaum aufgefallen und auch stand er noch dort als Cassian aus dem Restaurant kam. Eingehüllt in der Dunkelheit schien man Raven auf den ersten Blick kaum zu sehen, vielleicht war das auch besser so. Vielleicht wollte er sich auch gar nicht bemerkbar machen. Vielleicht war der gesamte Kontakt zu Cassian ein einzig großer Fehler gewesen und er sollte diesen Kontakt so schnell wie möglich beenden und trotzdem hatte dieser Mann etwas seltsam anziehendes auf Raven, was er sich selbst nicht so ganz erklären konnte.
    • Cassian trat hinaus in die Nacht, die Tür des kleinen Restaurants fiel mit einem leisen Klirren ins Schloss. Für einen Moment blieb er stehen, ließ den Blick über die leere Straße gleiten, als müsste er sich erst an die plötzliche Kühle gewöhnen. Der Rest der Welt schien unberührt, so normal und unscheinbar wie zuvor – und doch fühlte sich alles verändert an. Sein Blick fiel sofort auf Raven. Er stand im Schatten, nur schemenhaft erkennbar, eine Zigarette zwischen den Fingern, die Glut wie ein kleines, trotziges Feuer in der Dunkelheit. Cassian wusste, dass Raven ihn bemerkt hatte, auch wenn dieser sich Mühe gab, das Gegenteil vorzutäuschen. „Ich nehme an, das ist deine Art, damit klarzukommen?“, fragte Cassian leise, die Stimme nicht anklagend, eher sachlich. Er ging langsam ein Stück näher, seine Schritte kaum hörbar auf dem Asphalt. „Leugnen, weglaufen, hoffen, dass es sich von selbst erledigt?“ Ein schiefes Lächeln huschte über sein Gesicht, das aber nicht bis zu den Augen reichte. Cassian blieb stehen, einen Schritt entfernt, so dass Raven seinen Raum behielt. Er konnte die Spannung spüren, dieses Zögern zwischen Flucht und… Neugier. Es lag wie ein feiner Riss in der Luft zwischen ihnen. „Ich bin kein Ghostbuster, Raven.“ Ein leises Lachen, fast bitter, entwich ihm. „Ich bin auch kein Held, der durchs Land zieht und alles repariert, was kaputt ist. Aber was du da unten gesehen hast – das war echt. Und es wird nicht verschwinden, nur weil du dich abwendest.“

      Er hob den Blick, ließ ihn kurz über die Häuserfassaden und die stillen Fenster schweifen, als könne sich dort jede Sekunde wieder etwas manifestieren. Dann fixierte er Raven erneut. „Du hast es gespürt. So wie ich. Sonst hättest du es nicht gesehen. Die meisten Menschen laufen an solchen Dingen vorbei, blind. Aber du nicht.“ Seine Stimme wurde nun ernster, fast weich. „Ob du willst oder nicht – das bedeutet, dass du eine Verbindung zu dieser Magie hast. Und das wiederum bedeutet…“ Er hielt kurz inne, als wollte er das Gewicht seiner Worte selbst abwägen. „…dass du Teil von all dem bist. Schon längst.“ Cassian trat noch einen halben Schritt näher, sein Blick war fest, aber nicht aufdringlich. „Ich weiß, dass du Zweifel hast. Dass du denkst, es sei ein Fehler, überhaupt mit mir zu reden. Aber wenn ich recht habe – und das habe ich – dann wirst du früher oder später wieder damit konfrontiert. Mit diesen Wesen. Mit dieser Macht. Die Frage ist nur, ob du dann alleine dastehst oder nicht.“

      Er ließ die Worte in der Stille hängen, das entfernte Summen einer Straßenlaterne war das Einzige, was sie begleitete. Schließlich fuhr Cassian ruhiger fort: „Ich kann dir helfen, das zu verstehen. Oder du tust so, als sei nichts geschehen – und riskierst, dass du irgendwann mitten in der Dunkelheit stehst, ohne eine Ahnung, wie du überlebst.“
      Seine Lippen verzogen sich zu einem schmalen, fast schelmischen Lächeln. „Aber hey – vielleicht ist ja ‚Ghostbusters‘ gar nicht so falsch. Nur dass du diesmal der bist, der entscheiden muss, ob er die Tür zu dieser Welt aufstößt… oder sie für immer verschließt.“
      Langsam verschränkte Cassian die Arme, als wolle er zeigen, dass die Entscheidung nun allein bei Raven lag. Doch in seinen Augen lag ein Funkeln, das deutlich machte: er würde nicht einfach aufgeben. Raven war mehr als nur ein zufälliger Fremder. Und Cassian wusste, dass das Schicksal selten so beiläufig spielte.