Adopted by a witch [yuyuumyn&Royal]

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Mit einem Lächeln auf den Lippen nickte Xyla, zufrieden, dass ihre Suppe wohl doch Anklang fand, wieso sonst sollten die beiden Jungs sie essen? Taten sagten immerhin mehr als tausend Worte.
      Also griff sie mit einer Schattenhand nach der Schüssel und füllte sie mit einer weiteren Portion Suppe, ohne von ihrem Stuhl aufzustehen.
      "Wie viel will der denn noch essen...", grummelte Anarxia, der Sora einfach nur los werden wollte.
      "Wieso erzählst du uns nicht ein bisschen über dich, Sora? Wie ist deine Familie so? Wo bist du aufgewachsen? Gibt es etwas neues da draußen?", erkundigte sich Xyla letztendlich, interessiert an der Welt dort draußen, auch wenn sie sich schon lange von ihr abgekapselt hat.
      "Verwickel ihn jetzt nicht auch noch in ein Gespräch! Er ist ein ungebetener Gast, schon vergessen?", rollte der Mantel dieses Mal mit allen Augen.
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Soras wischte sich gerade mit seinem Ärmel über den Mund und wollte einen weiteren großen Schluck von der Suppe nehmen, als ihn die Frage der Hexe inne hielten ließ.
      Doch bevor er ihre Fragen beantwortete, warf er dem Mantel wieder einen bösen Blick zu. "Klappe, du bist doch nur neidisch, weil du keinen Mund zum Essen hast!", schnaubte er, hob sein Kinn an und blickte wieder zu der Hexe.
      Diesmal antwortete er nicht sofort, doch man konnte an seinem Gesichtsausdruck deutlich sehen, wie sich die Rädchen in seinem kleinen Kopf drehten.
      "Ich komme aus der Flüsterlichtung. Da ist meine Familie zu Hause.", sagte er und nickte einmal, als wollte er sich selbst bestätigen. "Zu viele Regeln und Vorschriften. Und noch mehr Geschwister!"

      Ryuki hatte währenddessen seinen Löffel wieder zur Seite gelegt. "Aus der Flüsterlichtung.", wiederholte er langsam. Er konnte sich schwach daran erinnern, dass sein Großvater von diesem Ort erzählt hatte... und das dort ein mächtiger Fuchswesen-Clan lebte, von dem man besser Abstand hielt. Das es sich um diesen Clan um... Assassinen handelte.
      "...wenn ich gewollt hätte, wärst du längst tot." - die Aussage und die Tatsache, dass er den Jungen solange nicht bemerkt hatte, ergab nun um einiges mehr Sinn.
    • "... neidisch?", schnaubte der Mantel genervt, "So oft wie ich das Wort eklig bei Xylas Essen höre, bin ich froh, keinen zu haben.", blickten alle seine Augen genervt zur Seite.
      "... oh? Die Flüsterlichtung? Das habe ich schon lange nicht mehr gehört.", gab die Hexe nachdenklich von sich. Vor einigen Jahrhunderten hatte sie von einem Königreich gehört, dessen Königsfamilie bis zum letzten ausgerottet wurde. Selbst die kleinste Zweigfamilie und uneheliche Kinder wurden nicht verschont. Und man munkelte die Flüsterlichtung sei schuld.
      "Und was für Regeln und Vorschriften habt ihr dort?", erkundigte sie sich neugierig.
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • "Wenn du keinen Mund hast, dann solltest du vielleicht auch lernen den Mal zu halten, du blödes Stück Stoff!", konterte Sora sofort mit seiner üblichen großen Klappe zurück, bevor er wieder zu Xyla blickte.
      Er blinzelte überrascht, als sie meinte, dass sie den Namen schon lange nicht mehr gehört hatte. "Du kennst mein zu Hause?", fragte er und stand schon halb auf seinem Stuhl. Wie als ob er so schneller eine Antwort auf seine Frage bekommen würde.

      Bei der Frage der Hexe allerdings verzog er leicht sein Gesicht. "Zu viele! Nicht mit Fremden reden. Nicht laut sein. Immer auf den Ältesten hören. Nie den Clan verraten. Immer die Wahrheit sagen, wenn der Clanälteste fragt. Nie Spuren hinterlassen. Immer lächeln. Immer höflich sein. Nicht weinen. Nicht jammern. Nicht... ach, einfach ständig nicht irgendwas!“

      Er holte einmal tief Luft, ehe er fortfuhr: "Immer hieß es: „Sora, lauf nicht weg. Sora, red nicht mit Fremden. Sora, spiel nicht mit Menschen. Sora, hör auf zu klettern. Sora, hör auf Fragen zu stellen. Sora, halt den Mund. Sora, sei leise..." das hat nur genervt!“

      Ryuki der währenddessen die ganze Zeit schweigend zugehört hatte, konnte nicht anders, als nun auch endlich eine Frage zu stellen.
      "Wie viele Geschwister hast du denn?", wollte er neugierig wissen.
      Sora wandte nun ihm seine Blick zu ihm. Diesmal hielt er keine Finger hoch. Wahrscheinlich, weil er selbst nicht wusste, wie viele er hätte hochhalten müssen. „Ich hab sechs Brüder und sechs Schwestern. Ich bin der Jüngste. Ich bin Nummer Vierzehn."
      "Dreizehn."
      "Hää?"
    • "Was stimmt mit dem Balg nicht?! Hat ihm denn niemand beigebracht, dass man Respekt vor magischen Dingen haben sollte?! Pass lieber auf, bevor ich dich verfluche, Bursche!", flatterte die Ärmel des Mantels ominös.
      "Nun, ich habe schon mal davon gehört.", gab Xyla einfach mit einem Lächeln zurück, den Kopf auf die Hand gestützt während sie den Aufzählungen des Jungen lauschte.
      "Oh nein. Das ist nun wirklich schrecklich. Wer hat sich all diese Regeln nur ausgedacht?", seufzte die Hexe und schüttelte dabei den Kopf, verstehend wieso Sora abgehauen war. Auch ihr war ihre Freiheit zu tun und zu lassen was sie wollte wichtig, wieso sonst hatte sie wohl einen ganzen Wald zu ihrem persönlichen Territorium gemacht? Keine weltliche Macht konnte hier einfach herein spazieren und ohne ihre Erlaubnis irgendwelche Regeln aufstellen. Selbst übernatürliche Mächten mussten sich in Acht nehmen. Oder kamen gar nicht erst rein.
      "... oh. Das sind aber viele. Habt ihr alle die gleichen Eltern?", hob Xyla verwundert eine Augenbraue. Wie alt wurden Fuchswesen nochmal?
      "Nun... es wird sicher nicht leicht einen Ort ohne Regeln zu finden... vielleicht hab ich da aber was...", murmelte Xyla vor sich hin und erhob sich von ihrem Stuhl. Sie verschwand für einige Zeit in ihrem Zimmer, jenes das niemand außer ihr betreten durfte, und kam dann mit einer kleinen Rolle Papier zurück.
      "Du musst nur deinen Wunsch auf dieses Stück Papier schreiben und es dir um den kleinen Finger wickeln. Dann wird es dich dorthin führen, wo sich dieser Wunsch erfüllen kann... nur...", hielt sie nachdenklich die Hand unters Kinn, "... gibt es hier leider nicht umsonst. Hast du etwas das wertvoll genug wäre um es dagegen zu tauschen? Natürlich nur, wenn du das Papier haben willst."
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Mal wieder blickte Sora die Hexe an, als hätte sie gerade eine äußerst merkwürdige Frage gestellt.
      „Ja, natürlich haben wir alle dieselben Eltern!“, bestätigte er und nickte. Warum sollten sie auch nicht dieselben Eltern haben?
      Mit den Augen folgte er ihr, als sie in einem der Zimmer verschwand. Er wollte bereits aufstehen und ihr folgen, doch da legte sich Ryukis Hand sanft um seinen Arm und hielt ihn mit einem leichten Kopfschütteln zurück.
      „Wir dürfen da nicht rein.“, erklärte er, konnte sich jedoch nicht davon abhalten, selbst einen kurzen Blick in Richtung des Zimmers zu werfen.
      Sora sah verwirrt zwischen der Tür und Ryuki hin und her. „Hä? Warum nicht?“
      Ryuki öffnete den Mund, um zu antworten, doch ehrlich gesagt wusste er es selbst nicht genau.
      „Ich weiß es nicht...“, gestand er schließlich. „Aber wenn Xyla nicht möchte, dass jemand außer ihr den Raum betritt, dann wird sie mit Sicherheit einen guten Grund dafür haben.“

      Sora starrte ihn einen Moment lang an. Doch anstatt zu protestieren, wie er es sonst vermutlich getan hätte, ließ er sich wieder auf seinem Platz nieder und aß schweigend seine Suppe weiter.
      Gerade als er den letzten Schluck geschlürft und den letzten Bissen Brot gegessen hatte, kehrte Xyla zurück.
      Neugierig betrachtete Sora die Papierrolle und legte den Kopf schief.
      „Dorthin führen, wo sich dieser Wunsch erfüllen kann...?“, wiederholte er langsam. Dann runzelte er die Stirn, als die Hexe erklärte, dass sie diese nicht umsonst verschenkte und dafür eine Gegenleistung verlangte.
      Nachdenklich schwieg er. Dann kam ihm eine Idee.

      Langsam zog er die elegant verzierte Haarnadel aus seinem Haar und hielt sie einen Moment lang in der Hand. Sie stammte aus seinem Clan. Jedes Familienmitglied besaß eine. Sie war nicht nur Schmuck, sondern zugleich auch eine Waffe.
      Konnte er sie wirklich einfach weggeben ...?

      Ein Moment verstrich. Dann noch einer. Schließlich streckte Sora der Hexe die Haarnadel entgegen.
    • Xyla nahm die Haarnadel entgegen und hob sie in die Luft, um sie im Licht der Sonnenstrahlen besser betrachten zu können. Scharfe, tödliche Kanten und verziert mit wertvollen Steinen, die sicherlich ihren Wert hatten. Dann lächelte sie und nahm die Haarnadel wieder herunter.
      "Dann haben wir wohl einen Deal.", lächelte sie und schob Sora die kleine Papierrolle entgegen.
      "Brauchst du etwas zum schreiben?"
      "Kann das Balg überhaupt schreiben?", kommentierte der Mantel und rollte mit dem Auge.
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Sora zog die Papierrolle dichter an sich heran und warf einen kurzen genervten Blick auf Anarxia, der mit seinem Kommentar genau ins schwarze getroffen hatte.
      Der Fuchsjunge konnte nämlich wirklich gar nicht schreiben... oder zumindest nicht wirklich gut. Seinem Namen bekam er meistens richtig hin. Auch wenn er manchmal versehentlich das "S" falsch herum schrieb.

      Auch Ryuki schien dies sofort zu bemerken und konnte nicht anders als leicht zu schmunzeln. Der Junge war anders... vielleicht auch ein wenig anstrengend und etwas nervig, aber dennoch brachte er einen gewissen Charm und Leichtigkeit mit sich.
      "Darf ich ihm beim Schreiben helfen, Xyla?", fragte er und erhob sich bereits von seinem Platz um eine Feder und Tinte zu holen.
    • "Nun...", legte Xyla nachdenklich die Hand an die Wange, "... Du kannst es ihm vor schreiben, aber auf die Rolle muss der Junge die Worte schon selber schreiben. Nicht, dass die Rolle am Ende noch dir diesen Wunsch erfüllt."
      Fügte die Hexe mit einem belustigten Lächeln hinzu, wohin die Rolle Ryuki wohl geführt hätte?
      Damit verstaute sie die Haarnadel in Anarxia und bat ihm ihr etwas zum schreiben zu geben und der Mantel spuckte ein Stück Pergament aus, das wer weiß schon wie lange schon in dem Mantel gesteckt haben musste und legte es vor die beiden Jungs.
      Bei dem Anblick wie Ryuki Sora dabei half seinen Wunsch in geschriebenen Worten zu äußern, wurde ihr ganz warm ums Herz. Wie schade, dass Ryuki kaum Gelegenheit bekam mit anderen Kindern zu interagieren. Vielleicht hätte sie Sora doch länger hier behalten sollen?
      "Denk gar nicht erst dran.", raunte ihr der Mantel entgegen. An Ryuki hatte er sich gewöhnen können, er war ein guter Junge... aber dieser Sora? Der war doch einfach nur frech. Und obwohl er nur ein magischer Mantel war erwartete er es respektiert zu werden.
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Als Ryuki mit einer Feder und einem Tintenfass zum Esstisch zurückkehrte, lag bereits ein Pergament bereit, das er benutzen konnte, um Soras Wunsch für ihn aufzuschreiben.
      Einen Moment lang konnte er nicht anders, als darüber nachzudenken, was er sich wohl von der Rolle gewünscht hätte. Er war glücklich bei Xyla und Anarxia. Doch seinen tiefsten Herzenswunsch? Den würde ihm wohl niemand erfüllen können...

      Er zog das Pergament zu sich heran und tauchte die Spitze der Feder in das Tintenfass, bevor er wieder zu Sora aufsah.
      „Also... was wünschst du dir?“
      „Keine Vorschriften und keine Regeln!“, antwortete Sora sofort, fast schon etwas ungeduldig.
      Ryuki – geduldig wie immer – nickte langsam. „Das ist recht vage formuliert, Sora.“, sagte er und erinnerte sich an Soras vorherige Worte. „Wie wäre es damit: Ich wünsche mir, einen Ort zu finden, an dem ich glücklich werde und so sein darf, wie ich bin.

      Sora überlegte einen Moment, bevor er eifrig nickte: „Ja! Los, schreib das auf! Schreib das auf!“
      Ryuki seufzte und schüttelte amüsiert den Kopf, bevor er den Wunsch in ordentlicher Handschrift auf das Pergament schrieb. Als er fertig war, schob er es zu Sora hinüber. „Jetzt musst du ihn abschreiben.“

      Sora – vielleicht ein kleines bisschen übermotiviert – nickte eifrig, schnappte sich die Feder und tauchte sie mehrmals in das Tintenfass.
      Das Abschreiben dauerte... lange. Immer wieder zog er die Augenbrauen zusammen und streckte vor lauter Konzentration zwischendurch die Zunge heraus. Nach einer gefühlten Ewigkeit war er endlich fertig.
      Im Gegensatz zu Ryukis ordentlicher Handschrift war Soras... nun ja, gerade so leserlich.

      Er legte die Feder zur Seite und hielt Xyla anschließend sowohl die Rolle als auch seinen kleinen Finger mit einem erwartungsvollen Blick entgegen.
    • Es dauerte einen Moment, bis Xyla verstand was der Junge von ihr wollte, ehe sie mit einem amüsierten Lächeln die Rolle entgegen nahm und das von ihm beschriebene Stück um Sora's Finger wickelte. Er hatte für diesen einen Wunsch schon viel von dem Papier verbraucht, aber es war noch genug für einen kleineren Wunsch übrig, wenn man klein und eng schrieb.
      Das Papier zuckte kurz, die verknoteten Enden bewegten sich wie die Flügel eines Schmetterlings... nur um sich im nächsten Moment aufzulösen.
      "... oh.", starrte Xyla den nun wieder leeren kleinen Finger an. War etwas schief gelaufen? Oder etwa...
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Sora blinzelte.
      Ryuki blinzelte.

      Und langsam... ganz langsam, blickte Sora mit einen verdatterten Blick zurück auf Xyla. "Hast du mich verarscht?"
      Ryuki verschluckte sich bei dieser Aussage beinahe an seinem eigenen Speichel. "Sora! So reden wir nicht mit Xyla!"
      "Aber es hat nicht funktioniert!", protestierte der Kitsune, aber plötzlich... war von oben ein lautes poltern zu hören.
      Sowohl Ryuki, als auch Sora zuckten zusammen und verstummten daraufhin sofort, wobei sich Sora augenblicklich näher an Xyla schob.
      "I-ist-... ist da oben etwa ein Monster?", fragte er, woraufhin es wieder laut polterte. "IEK!"

      Ryukis Augen weiteten sich plötzlich. Das war kein Poltern... und schon gar kein Monster. Es hörte sich vielmehr so an, als würde im Obergeschoss der Hütte gerade ein neues Zimmer entstehen. Genauso wie damals bei ihm.
    • Xyla dagegen lachte einfach nur. Wie ehrlich der Junge das von sich gab... und wie verdattert er sie anblickte. Da konnte man doch nur Lachen!
      "Ich fürchte es hat funktioniert. Nur nicht so, wie wir alle gedacht hätte.", lächelte sie verschwörerisch und legte Sora die Hand auf die Schulter, um ihn Richtung Treppe zu schieben.
      "Wieso schauen wir uns dieses Monster nicht mal an? Traust du dich?", zwinkerte sie ihm zu.
      "Das kann doch wohl nicht-!", konnte der Mantel es nicht glauben. Dieses verdammte, veräterische Haus!
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Sora blickte Xyla einfach nur verwirrt an - wieder einmal wurde deutlich, dass er nicht die hellste Kerze zu sein schien... oder manchmal einfach etwas langsam im Kopf war.
      Als sie ihn bereits in die Richtung der Treppen schob und fragte, ob er sich traute, sich das Monster anzuschauen, weitete er seine Augen.
      "WA-, nach dem Monster schauen?!", fragte er, doch das zugefügte "Traust du dich?", schien sofort wieder einen Schalter in seinen Kopf umzulegen.
      "N-natürlich traue ich mich! Ich bin doch kein Baby mehr! Ich habe vor Nichts und Niemanden Angst!", stellte er sofort - wenn auch ein wenig kleinlauter - klar.
      Am Fuß der Treppen zögerte erneut, und sah zu ihr auf. "Aber-... aber du kommst doch mit, oder?", fragte er fast schon hoffnungsvoll und hielt ihr seine Hand entgegen.
    • "Natürlich komme ich mit. Wir wollen doch nicht, dass dir was passiert.", lächelte Xyla und nahm die Hand des Jungen in ihre. Wer hätte erwartet, dass ausgerechnet eines ihrer magischen Objekte sie dazu bringen würde ein weiteres Kind aufzunehmen? Vorausgesetzt Sora würde bleiben wollen. Am Ende war es immernocj seine Entscheidung.
      "Möchtest du es auch sehen?", erkundigte sie sich bei Ryuki, von dem sie sich sicher war, dass er bereits wusste was im oberen Stockwerk auf sie warten würde. Ein neues Zimmer. Wahrscheinlich eines ohne Regeln und Vorschriften.
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Ryuki - der die ganze Situation einfach ruhig beobachtet hatte - blickte auf, als er von Xyla angesprochen wurde und nickte mit einem sachten Lächeln. "Ja, Xyla.", antwortete er und stand von seinem Stuhl auf.
      Auch er hatte nicht damit gerechnet, dass sich dieser ganze Tag in so eine Richtung entwickeln würde... aber wenn er sich Sora so anschaute? Freute er sich irgendwie bereits darüber, jetzt vielleicht sowas wie einen kleinen Bruder zu haben...

      Gemeinsam gingen sie die Treppen nach oben. Währenddessen sich Sora einfach nur verwirrt umsah, entdeckte Ryuki bereits die neue Tür, die sich direkt neben die seiner befand.
      Er sah zu Xyla auf. Vielleicht sollte sie ihm lieber erklären, was es mit der Tür auf sich hatte.
    • Xyla bemerkte Ryukis Blick und seufzte nur. Musste sie es wirklich mit Worten erklären? Nun gut.
      "Du siehst... die Rolle hat dir deinen Wunsch erfüllt. Wie es aussieht bist du genau da, wo du sein sollst...", führt sie ihn direkt vor die neue Tür.
      "Dieses Zimmer? War vor wenigen Minuten noch nicht da. Es existiert nur wegen dir. Was auch immer sich hinter dieser Tür befindet... könnte deine Welt ohne Regeln und Vorschriften sein. Wo du sein darfst wer du bist.", ermutigte sie ihn dazu die Tür zu öffnen.
      "Es ist dein Monster. Das Poltern.", fügte sie belustigt hinzu.
      "Bitte lass es nicht wieder eine Taschendimension sein...", murmelte Anarxia zu sich selbst.
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Erst als Xyla begann, Sora wirklich zu erklären, was hier gerade vor sich ging, schien er es langsam zu begreifen.
      Mit jedem einzelnen Wort, das Xyla sprach, wurden die Augen des Fuchses ein kleines Stück größer, bis sein Blick schließlich auf der Tür ruhte.
      „Dann... ist das meine Tür? Ganz allein meine? Und ich muss sie mit niemandem teilen?“, fragte er mit leiser, hoffnungsvoller Stimme.
      Für einen Augenblick sah er zu Ryuki hinüber und suchte bei ihm dieselbe Bestätigung, die er zuvor bereits von ihm erhalten hatte.
      Ryuki erwiderte seinen Blick mit einem leichten Lächeln und nickte. Dann deutete er auf die Tür direkt neben Soras.
      „Das ist meine. Sie ist gleich neben deiner. Wir wären sozusagen... Zimmernachbarn.“

      Sora ließ die Worte einen Moment auf sich wirken. Die Vorstellung hier in diesem Haus zu bleiben... bei der Hexe, bei dem anderen Jungen... ja, sogar bei diesem blöden Mantel... gefiel ihm immer und immer mehr. Mit einem tiefen Atemzug griff er schließlich an den Knauf, öffnete die Tür und blickte vorsichtig hinein.

      Warme Holzwände zogen sich durch den gesamten Raum und unter dem Fenster spannte sich eine große Hängematte, die mit weichen Kissen und flauschigen Decken gefüllt war. Daneben stand ein niedriges Bett mit einem Baldachin aus hellem Stoff, der es beinahe wie eine kleine Höhle wirken ließ.
      Überall lagen Kissen verteilt. In einer Ecke stand eine große Truhe, daneben stapelten sich Bücher, Holzfiguren, Murmeln, ein Kreisel und andere Spielsachen, mit denen offensichtlich schon lange niemand mehr gespielt hatte.
      Auf einem Regal saßen die unterschiedlichsten Stofftiere. Ein kleiner Fuchs. Ein Wolf. Ein Bär. Ein Drache. Ein Hase. Sogar eine Eule blickte ihm mit ihren großen Knopfaugen entgegen.
      Unter dem Fenster befand sich außerdem eine kleine Bank mit weichen Sitzkissen. Daneben standen mehrere Gläser, gefüllt mit Trockenfrüchten, Nüssen, Keksen und anderen kleinen Naschereien.

      Sora trat langsam über die Türschwelle. Er ging an all den Dingen vorbei, als könnte er kaum glauben, dass sie wirklich da waren.
      Vorsichtig hob er den kleinen Fuchs aus dem Regal und drückte das Stofftier leicht zusammen.
      "Der-...der ist weich.", murmelte er und sein Blick wanderte zur Hängematte.
      Langsam ging er auf sie zu und drückte mit beiden Händen gegen den Stoff, woraufhin sie leicht hin und her schaukelte. Einen Moment später sprang er kurzerhand auf die Hängematte und verschwand mit einem überraschten Quietschen zwischen den weichen Decken und Kissen.

      Auch Ryuki trat nun langsam in das Zimmer und schaute sich überrascht um. Das Zimmer von Sora war komplett anders, als sein eigenes und doch... passte es sehr zu Sora.
      Während Sora immer weiter in den Kissen und Decken versank, blickte Ryuki wieder zu Xyla."Ich glaube es gefällt ihm."
    • Xyla ermutigte Sora mit einem Nicken die Tür zu öffnen, es war seine, seine ganz eigene, von Magie und Wundern erschaffen, auch wenn sich Xyla noch nicht ganz sicher war, wie das Wunschpapier, das ihn eigentlich nur an den Ort seines Wunsches führen sollte, eine solche Wirkung hatte. Ob einfach noch genug Magie von dem Trank, den sie bei Ryukis Ankunft verschüttet hatte, im Haus gewesen war? Womöglich hatten die beiden Zauber aufeinander reagiert? Ein wahrlich interessanter Gedanke, dem Xyla sicherlich nochmal nachgehen würde, aber zuerst hieß es eine andere Neugierde zu befriedigen: was verbarg sich wohl hinter der Tür?
      Auch die Hexe blieb hinter der Türschwelle, während Sora sein neues, eigenes Zimmer erkunden durfte. Zu Anarxias Glück war es keine Taschendimension. Es war eindeutig das Zimmer eines Kindes. Eines gewöhnlichen Kindes. Faszinierend, denn Xyla hätte erwartet wenigstens eine Waffe irgendwo zu erblicken, doch es war nur Spielzeug, zahlreiche Kissen und Decken zu sehen. Sora musste Kissen und Decken lieben.
      Interessiert trat sie ein und griff nach einem der Bücher, interessiert, welche Geschichten ihre Magie zu Tage gebracht hatte. Wie es schien Abenteuergeschichten.
      "... mh? Ja... ja, es scheint ihm sehr zu gefallen.", schloss sie das Buch wieder und legte es zu den anderen.
      "Nun denn... darf ich das als Zustimmung ansehen, dass du bleiben möchtest, Füchschen?"
      01001000 01100101 01110010 01100101 00100000 01110100 01101111 00100000 01100100 01100101 01110011 01110100 01110010 01101111 01111001 00100000 01110100 01101000 01100101 00100000 01110111 01101111 01110010 01101100 01100100
    • Sora hatte sich tief in den Decken und Kissen vergraben. Nur sein flauschiger Fuchsschwanz hing entspannt über den Rand der Hängematte.
      Doch als er hörte, wie Xyla ihn erneut „Füchschen“ nannte, stellte sich sein Fell ein wenig auf. Dennoch protestierte er nicht gegen den Spitznamen. Eher im Gegenteil.
      Fast schon verlegen lugte er mit dem Kopf zwischen den Decken und Kissen hervor. Seine Wangen waren leicht gerötet, während sein Blick erneut durch das Zimmer wanderte – über sein Zimmer.
      So etwas hatte er noch nie gehabt. Ein eigenes Zimmer. Dinge, die nur ihm allein gehörten. Geschweige denn Spielsachen.

      Seine Augen fanden schließlich wieder die der Hexe, und er nickte. Diesmal beinahe ein wenig schüchtern. Untypisch für den sonst so großmäuligen Fuchsjungen.

      Ryuki lächelte nur. Er hätte nicht damit gerechnet, dass er nicht das einzige Kind im Haushalt der Hexe bleiben würde. Doch ganz ehrlich? Er freute sich darüber. Nicht nur für sich. Sondern auch für Sora, der – genau wie er damals – ein neues Zuhause gebraucht hatte.
      Die blauen Augen des jungen Drachen wanderten schließlich zu Anarxia, und ein schelmisches Grinsen huschte über seine Lippen.
      „Halt lieber mehr als ein Auge offen, Anarxia... nicht, dass er noch versucht, dich zu fressen.“