And they were roommates [yuyuumyn & dark.wing]

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    • „Er arbeitet dran.“ meinte Gabriel und ließ damit die Frage mehr oder weniger unbeantwortete. ‚er arbeitet dran‘ könnte im Grunde alles heißen, aber es hieß wohl sehr wahrscheinlich in erster Linie ‚ja‘.

      „Kartons. Dann haben wir keine Arbeit.“ zusätzlicher Arbeit aus dem Weg zu gehen war immer vom Vorteil, vor allem wenn man am Ende das Geschirr von sechs Leuten Spülen müsste.

      Gabe war Milo wieder in das Wohnzimmer gefolgt. Sein Blick fiel mit hochgezogener Augenbraue auf Rey und Archie. So war Rey einfach. Er hatte das unstillbare Bedürfnis jedem Menschen in seinem Umfeld zu helfen. Einen Helferkomplex den wohl weder Apollo noch B.J richtig nachvollziehen konnte. Jede Verletzte Person löste in den schwarzhaarigen das Bedürfnis aus zu helfen, vielleicht weil er in seiner Vergangenheit den Menschen die er geliebt hatte nicht genug helfen konnte, sehr wahrscheinlich aber weil er zu viel Menschen verloren hatte die er in seinem Kopf eigentlich hätte retten müssen.

      „Pizza ist da!“ Gabe hielt aussagekräftig die Kartons hoch um das Gekuschel zwischen Rey und Archie zu unterbrechen.

      „Nicht dafür. Ist doch selbstverständlich.“ flüsterte Rey sanft zurück bevor er sich nun - auf Grund hin Gabes Unterbrechung - von dem jüngeren löste. Die beiden jungen Männer tauschten vielsagenden Blicke aus. Gabriel und Rey schienen nur auf Grund von blicken mit einander ganze Gespräche führen zu können die kein anderer verstand.

      Apollo hatte sich ein wenig zurück gezogen, kühlte seine Faust immer noch und setzte sich erst wieder etwas näher zu den anderen als Gabe die Pizzen auf den Wohnzimmertisch stellte.
    • Milo trat an das kleine Sofa heran und reichte Archie dann seinen so entgegengefiebert Lavacake, sowie einen kleinen Holzlöffel, welcher gleich dazu geliefert wurde.
      "Hier, verbrenn dir jetzt aber nicht noch zusätzlich die Zunge.", sagte er und musterte seinen besten Freund noch einen Moment besorgt, bevor er die Getränke ebenfalls auf den kleinen Wohnzimmertisch abstellte. Glücklicherweise schien seine Nase nicht gebrochen zu sein...dennoch konnte er immer noch nicht nachvollziehen, warum der Blonde so schnell die Fassung verloren hat...

      Sein Blick wanderte nun kurz zwischen Gabriel und Rey hin und her, welche eine stumme Unterhaltung nur mit ihren Blicken zu führen schienen. Er zog kurz beide Augenbrauen hoch und fragte sich, über was sie sich gerade wohl unterhielten, ehe er sich dann aber wieder abwandte und sich mit seinem Pizzakartons wieder auf seinen Sitzsack setzte.

      Sein Blick wanderte unweigerlich wieder zu Gabe. "Du hast was von Training gesagt, Gabriel? Was trainiert ihr?", fragte er um die Stille zu unterbrechen. Immerhin war Gabe jetzt sein Mitbewohner und sie sollten gut miteinander auskommen.

      Archie brauchte einen kurzen Moment, um seine Fassung wieder zu erlangen, nachdem Rey sich wieder von ihm gelöst hatte. Erst Milos Stimme riss ihn aus seinen Gedanken und er blickte zurück zu seinem besten Freund. "Hm? Oh...ja, danke Mi.", antwortete er, nahm den Lavacake entgegen lehnte sich etwas zurück.


      Er blickte noch einmal zu Rey, begann dann aber als erstes seinen Lavacake zu essen, bevor er sich seiner Pizza zuwenden würde. Als er Milo's Frage hörte, blickte er auch zu Gabe, weil ihm die Antwort auch interessierte.
    • „Wir boxen in einer kleinen Bude hier in der Nähe.“ meinte er abschweifend. Die ‚Kleine Bude‘ befand sich zwar in einer alten umgebauten Lagerhalle war aber alles andere als klein. Sie war top ausgerüstet mit einem etwas höhergelegenen Ring in dem regelmäßig ‚Freundschaftskämpfe‘ ausgetragen wurden. Neben Boxsäcken beherbergte die Halle auch einen eingebauten Kraftsportbereich mit verschiedensten Gewichten und dem ein oder anderen Gerät, welche zwar für ein neumodernes Gym deutlich zu alt aussahen aber immer noch in einem Top Zustand waren. Und eigentlich boxten sie nicht nur sondern machten wenn man es genau nahm Kickboxen beziehungsweise eine Mischung aus Kickboxen und MMA, was sich jedoch größtenteils auf Gabe beschränkte.

      Neben den regelmäßigen Trainingseinheiten meldete sich die kleine Gruppe auch recht häufig zu Amateurwettkämpfen an. Normalerweise verbrachte Gabe sich teilweise mehr Zeit in der Prügelbude als zuhause, wenn er nicht gerade Abgabetermine in der Uni hatte, das lag aber auch größtenteils an der Tatsache dass er einen eigenen Schlüssel für die Halle hatte und diese aus diesem Grund jederzeit benutzten konnte.

      Nachdem es sich Gabriel wieder bequem gemacht hatte nahm er seinen Pizzakarton auf den Schoß. Was bei seiner Pizza auffiel war, das kein bisschen Käse auf dieser drauf war. „Der Laden bei dir macht die besser Rey.“ schmatzte Apollo mit halb leerem Mund und nahm schon das nächste Stück in die Hand obwohl er das aktuelle noch gar nicht aufgegessen hatte. Der Blonde schien wohl mit dem kommen der Pizza seine Stimme mehr oder wieder zurück gefunden zu haben. „Janosh macht seine Pizzen ja auch immer frisch, das hier ist nicht zu vergleichen.“ erklärte der angesprochene in ruhiger Stimme und nahm sich ein Stück aus dem Pizzakarton. „Die von Janosh ist definitiv besser.“ stimmte Gabriel zu und fischte ein runtergefallenes Stück Maiskorn aus seinem Karton.
    • Milo blinzelte nun ein wenig, aber so wie die vier Freunde körperlich aufgebaut waren...war es nun doch eigentlich doch keine große Überraschung, dass sie so eine Sportart betrieben.
      Er selbst konnte sich daran erinnern, wie seine Eltern ihn in seiner Grundschulzeit dazu drängen wollten, in einem Verein Judo zu betreiben. Doch nachdem er sich direkt bei seiner ersten Fallübung die Schulter ausgekugelt hatte, hatte sein Vater ihm noch am selben Tag gleich wieder abgemeldet. Was vermutlich auch besser so gewesen ist.

      Dafür hatte er aber, ohne das seine Eltern es wussten, seine Leidenschaft im Eiskunstlauf entdeckt. Auch hier war es besser so, dass seine Eltern das nicht wussten. Wenn sein Vater rausfindet, dass er einen so "unmännlichen" Sport betreibt...dann friert die Hölle zu...

      Während sich Gabriel und der Blonde über die Qualität der Pizza unterhielten, wanderte sein eigener Blick wieder zu seinem besten Freund, welcher immer noch mit seinem Lavacake beschäftigt war. Wenn man das Wort "unsportlich" googeln würde, dann müsste wohl auch ein Bild von Archie erscheinen.

      "Boxen? Wie lange macht ihr das schon?", fragte Archie überrascht und noch mit halb-vollen Mund, ehe er runter schluckte und dann nach seinem Schoko-Milchshake griff. "Mi macht Eisku-", als er in dem Moment aber sah, wie Milo nur leicht seinen Kopf schüttelte, brach Archie seinen Satz wieder ab. "Ach...nicht so wichtig.", sagte er dann nur und trank schweigend etwas von seinem Milchshakes.
    • „Offiziell oder zählst auch ‚jedem Typen der einem blöd kommt eine reinhaue‘? Wenn ja, dann macht Gabe das schon viel zu lange.“ lachte Apollo auf und bekam prompt einen Blick von Gabriel zugeworfen der, wenn Blicke töten könnten, den Blonden gerade in zwei geteilt hätte. „Ich mache seit ungefähr sechzehn Jahren Kampfsport…vielleicht mittlerweile auch schon ein wenig länger. Könnten auch schon achtzehn Jahre sein, keine Ahnung. Ich hab früh angefangen.“ winkte Gabe ab. Aber im Grunde hatte Apollo nicht unrecht, er hatte sich in jungen Jahren schon angefangen zu prügeln, meistens gegen Typen nicht nicht nur älter sondern auch größer waren als er, in der Zeit hatte er sich eine gute Basis aufbauen können. Seine kleine Körpergröße half ihm dabei schnell und wendig zu bleiben und seine Statur hatte damals schon seine Gegner im ungewissen gelassen was er mit Kraft und gut angewendeter Technik alles anrichten konnte. Während seiner Schulzeit hatte er fast schon einen Stammplatz beim Direktor und saß Minimum alle zwei Woche in dessen Büro.

      „Apollo hat anfangen da war er so um die vierzehn.“ Erzähle Gabe zischen zwei Bissen seiner Pizza weiter. „Rey du bist doch zu uns gestoßen kurz nachdem Lu…“ Apollo wurde mit einem Ausdruck an tödlicher Mordlust aus dunklen Augen harsch unterbrochen. Da hatte der Blonde wohl zu viel erzählen wollen. Rey wand seinen Blick schnell wieder von dem Blonden ab und schloss beim durchatmen kurz die Augen. „Ich hab vor zehn Jahren angefangen.“ Beendete er Apollos ausführen und knapp. In den sonst so ausdruckslosen Augen lag ein Schleier von tiefer Traurigkeit und vielleicht sogar ein Funken Selbsthass, der jedoch sofort verschwand als Gabe ihm sanft die Hand auf die Schulter legte. „B.J ist noch nicht so lange dabei, aber dafür ist er echt gut.“ Gabe zwinkerte seinem Kumpel zu, der daraufhin ein wenig errötete und schnell ein weiteres Stück seiner Pizza aß.

      Jeder der vier hatte einen spezifischen Grund warum er zum Kampfsport kam und das war definitiv nicht um Streit anzufangen und sich dann besser prügeln zu können.
    • Milo konnte nicht anders, als wieder leicht seine Augen zu verdrehen, als Apollo wieder seine viel zu große Klappe aufriss. Konnte der Typ nicht einmal einfach seinen Mund halten?
      Er biss von seiner vegetarischen Pizza ab, aber dann wanderte sein Blick wieder zu Gabriel. Achtzehn Jahre? Wow...das war wirklich beeindruckend...
      Doch da Gabriel dann abwinkte und demnach nicht weiter darauf eingehen wollte, kommentierte es Milo nicht weiter und wandte sich wieder seiner Pizza zu.
      Er selbst würde jetzt nicht vor allen Anwesenden sagen, dass er Eiskunstlauf betreibt. Vor allem nicht vor dem Blonden...sonst endet es hier wahrscheinlich wirklich noch in einer Prügelei.

      Aber als genau dieser dann wieder sprach, wurde er gleich von Rey mit einem Blick der töten konnte wieder zum Schweigen gebracht. Apollo hatte den Satz nicht zu Ende gebracht, aber Milo war sich sicher, dass mehr dahinter stecken musste...das sah man deutlich in Rey's Augen...

      Die Stille die folgte war unangenehm und er überlegte, wie er diese Brechen konnte und zugleich ein anderes Thema aufgreifen konnte.
      "Sagt Mal...was studiert ihr hier eigentlich an der Uni?", fragte er nachdem er runter geschluckt hatte.

      Auch Archie war der Ausdruck in Rey's Augen nicht entgegen und er blickte ihn einen ganzen Moment schweigend an. Er öffnete seinen Mund um etwas zu sagen, entschied sich dann aber doch dagegen. Er hatte heute bereits wirklich genug gesagt...
      Stattdessen hielt er ihm seinen Milchshakes entgegen. "Willst du probieren?", fragte er und hatte dabei den Hintergedanken, das Schokolade gleich alles besser machte.
    • „Ich studiere Mode Design und Apollo…“ - „Jura.“ beendete der Blonde Gabes Satz. Er war schrecklich stolz darauf Jura zu studieren und das nicht nur auf Grund seines eher schwierigeren Elternhauses. Gabe verdrehte kurz die Augen. „Jaja du bist so viel besser als wir mit deinem eins-nuller Schnitt und hundert Prozent in jedem Exam.“ meinte er mit einem gespielt genervten Ton konnte sich dann jedoch ein leichtes Grinsen nicht verkneifen. In Wirklichkeit war er mehr als stolz auf seinen besten Freund, vor allem weil er den echten Grund kannte warum Apollo Jura studierte. Er erzählte zwar jedem, dass der Grund sei, dass er Menschen nicht mochte und gerne recht hatte aber das war immerhin nur die halbe die Wahrheit. Eigentlich wollte Apollo Jura studieren, damit kein Kind in einem ähnlichen Elternhaus aufwachsen musste wie er. Apollo wusste nicht ob er besser aufgewachsen wäre, wenn er statt bei seinem Alkoholikervater lieber bei seiner drogenabhängigen Mutter gelebt hätte, aber eins wusste er ganz genau, er hatte dank seines Erzeugers nicht nur seine Kindheit und Jugend verloren sondern auch ein ganzen Batzen an Problemen gewonnen. Er konnte nicht mal mit viel Fantasie sagen, was aus ihm geworden wäre, wenn Gabe ihn damals nicht aufgegabelt und beschlossen hätte, dass sie ab nun Freunde waren.

      „Benny und ich studieren nicht.“ schaltete sich Rey schnell mit ein, bevor das alles wieder eskalierte. ‚Benny‘ war einer der vielen Spitznamen die der Dunkelhäutige von der Gruppe bekommen hatte, ihn störte keiner von denen. Jeder der vier hatte mindestens einen Spitznamen den die anderen eigentlich grundsätzlich benutzen. Im Grunde wurde der ‚echte‘ Name in der Gruppe nie gesagt.

      Reys Kopf wandt sich wieder Archie zu, der ihn mit großen Augen anschaute und ihm den Milchshake entgegen hielt. „Danke, aber ich trinke keine Milch.“ lehnte er freundlich lächelnd ab. „Trotzdem nett von dir.“
    • Milo zog ungläubig seine Augenbrauen hoch, als Apollo und Gabriel davon sprachen, dass Apollo Jura studiert und dazu noch einen eins-nuller Notendurchschnitt, sowie hundert Prozent in jedem Examen hatte. Das war schwer Vorstellbar wenn man sich den Kerl und seinen Wortschatz Mal so genau anschaute.
      Er überlege, ob er das kommentieren sollte, doch bevor er die Chance dazu hatte, sprach Rey bereits wieder wieder. Vielleicht war auch besser so, wenn er dazu nichts sagte und so einen möglichen weiteren Streit aus dem Weg ging.

      Er blickte wieder zu Gabe und nachdem er einen weiteren Bissen seiner Pizza runter geschluckt hatte, fragte er dann etwas neugierig nochmal nach "Du studierst Modedesign? Wie bist du darauf gekommen es zu studieren?"
      So ein Studium wäre Milo selbst nie in den Sinn gekommen. Ganz zu schweigen davon, dass ihm das seine Eltern das auch niemals erlaubt hätten, da es ein schon sehr frauendominierender Studiengang war.

      "Ich studiere Medizin. Genauso wie Archie, nur das er Tiermedizin studiert."

      Hinterfragte Rey nicht weiter und nahm den Milchshake wieder an sich. Seine Nase war mittlerweile ein wenig angeschwollen und wurde auch langsam grün- und blau. Das würde man sicherlich noch ein paar Tage sehen...
      Nachdem er einen weiteren Schluck getrunken hatte, stellte er seinen Milchshakes wieder auf den Tisch und nahm seine Pizza an sich. "Wenn du und Benny nicht hier an der Uni studiert, dann übt ihr bereits einen Beruf aus?", fragte er, öffnete den Pizzakartons und nahm sich ein Stück raus.
    • Gabe lachte leise auf. „Gute Frage. Ich hatte schon immer ein großes Interesse an Fashion und Kunst, ich glaube das war einfach das naheliegendste.“ erklärte er und nahm sich das nächste Stück Pizza, jedoch ohne reinzubeißen. „Ich hab schon früh angefangen meine Kleidung zu flicken beziehungsweise alles was ich nicht mehr mochte zu upcyclen damit ich sie wieder mag und gerne anzog.“ führte er weiter aus und deutete wohl damit an, dass er als Kind und Jugendlicher nicht ganz so viel Geld zu Verfügung hatte. „Irgendwann hab ich günstig eine Nähmaschine auf dem Flohmarkt bekommen und hab mir dann nähen selbst beigebracht. Der Prozess ein Kleidungsstück zu entwerfen und am Ende den Entwurf als solches in der Hand halten zu können ist einer der besten Gefühle überhaupt. Mittlerweile mache ich eigentlich so gut wie alles selbst und wenn ich es nicht selbst mache, hab ich es irgendwie verändert oder secondhand gekauft.“ Gabe hatte nie damit aufgehört secondhand zu kaufen, selbst jetzt wo er eigentlich genug Geld dafür hätte. Das einzige was er sich wirklich neu kaufte waren Sportsachen. Anfangenden bei verschieden Boxhandschuhen, Trainingsschuhe oder verschiedenen Hilfsmittel. Im Moment wagte er sich zwar dran an sich Sportklamotten selbst zu nähen, doch auf Grund der verschiedenen Materialien hatte er sich noch nicht so wirklich damit beschäftigt.

      „Veterinärmedizin? Interessant. Wie kamst du darauf?“ Rey hatte seinen Kopf beim sprechen zu Archie gedreht und ließ das Stück Pizza wieder sinken, welches er gerade aus dem Karton genommen hatte. „Ich hab gehört das soll hart sein. Musst du da nicht ein Praktikum in einem Schlachthof machen?“ fragte er interessiert. „Ich bin Tattoowierer in einem kleinen Laden in der Nähe der Innenstadt. Und Benny ist…“

      „…Sozialarbeiter.“ grätschte Benny in Reys Satz. Er war viel zu stolz auf seinen Beruf als das er wollte, dass ein anderer erklärte was er tat. Im Grunde war der Couch der vier ‚Schuld‘ daran, dass der Dunkelhäutige sich für diesen Beruf entschieden hatte. Eigentlich hatte er überlegt den Fußstapfen seines Trainers zu folgen und auch in die soziale Arbeit als Streetworker zu gehen, nachdem er jedoch gesehen hatte wie hart der Beruf manchmal sein sollte, hatte er sich für Sozialarbeiter entschieden. Nicht das dieser Beruf nicht auch harte Seiten an sich hatte, aber das Umfeld was er bediente war etwas geregelter.
    • Milo hörte Gabriel fasziniert zu, als dieser von seiner Leidenschaft für Fashion und Kunst erzählte. Während Gabriel sprach, wurde Milo bewusst, dass er genau dieselbe Leidenschaft in das Eiskunstlaufen steckte.
      Die Art, wie Gabriel über Mode und Kunst sprach, erinnerte ihn an die Stunden auf dem Eis, an die perfekte Harmonie von Bewegung und Musik, an die Freude, etwas zu erschaffen, das andere Menschen berührte. Es war, als würden ihre Welten, so unterschiedlich sie auch waren, plötzlich eine gemeinsame Sprache sprechen.

      Auch ist Milo niemals in den Sinn gekommen seine alten Klamotten zu upcyclen, da er immer die neue und nicht gerade günstige Klamotten von seinen Eltern bezahlt bekam. Wenn sie ihn jemals in einem Second-Hand-Shop sehen würden dann, würden sie aus allen Wolken fallen, da solche Läden nur etwas für die "Unterschicht" waren. Das war zumindest ihre Meinung.

      "Dann hast du die Klamotten, die du jetzt trägst auch selbst gemacht?", fragte er während sein Blick über Milo's Klamotten wanderte.

      Archie hatte gerade ein großes Stück aus seiner Pizza gebissen, als er Rey's Frage hörte und seinen Kopf wieder zu ihm drehte. "Ich habe es schon immer geliebt etwas mit Tieren zu machen.", sagte er mich noch leicht vollen Mund, ehe er wieder runterschluckte.
      "Und wenn ich schon so gerne etwas mit Tieren mache, dachte ich, das ich mich im beruflichen darauf konzentrieren möchte ihnen zu helfen.", erklärte er mit einem Lächeln, welches aber wieder ein wenig schwächer wurde, als Rey das Praktikum auf dem Schlachthof ansprach.
      "Ja, das stimmt leider...und das Praktikum habe ich noch vor mir...aber ich schätze das gehört einfach dazu."[/b]

      Als Rey dann von seinem Beruf erzählte, weitete er fasziniert wieder seine Augen. "Das erklärt deine ganzen coolen Tattoo's!", sagte er und begann dann, sich die Tattoos auf Rey's Armen ein wenig genauer anzuschauen. "Hast du welche davon auch selbst gestochen?", fragte er und sein Blick wanderte dann zu Benny.

      "Sozialarbeiter? Das klingt auch interessant!", sagte er und lächelte ihn an.
    • „Nicht ganz.“ meinte Gabe. „Die Hose habe ich secondhand gekauft, die ist aber lustigerweise von einer kleinen Brand hier aus der Gegend, was ich beim Kauf gar nicht wusste.“ er streckte sein linkes Bein durch, damit Milo den schwarzen Cordstoff der sich locker um seine Beine gelegt hatte besser sehen konnte. Die Hose hatte einen relativ geradlinien Schnitt und betonte auch sonst nicht sonderlich viel. „Den Pullover hab ich aber selbst gemacht, auch selbst bemalt und alles.“ Besagter Pullover schien ein wenig zu kurz von der Länge zu sein, auf jeden Fall endete er nur knapp unter dem Hosenbund und wenn Gabriel sich strecken würde, würde zwangsläufig ein kleiner Streifen helle Haut sichtbar werden. Der Dunkelgrüne Stoff des Pullovers passte jedoch perfekt zu der schwarzen Cordhose, auch wenn im Moment - dank seiner nicht vorhandenen Schuhe - die farbigen Socken ein wenig störten. Die Ärmel des Pullovers waren mit schwarzen Augen bemalt die in alle möglichen Richtungen schauten und auf dem Rücken erstreckte sich ein Torso der von drei Flügelpaaren umgeben war. Das Bild wirkte seltsam abstrakt, deutete jedoch die biblisch korrekte Darstellung eines Engels an. Nicht das Gabriel sonderlich gläubig wäre, er fand die Idee einfach nur cool und da die meisten Menschen sich nie mit der biblisch korrekten Darstellung von Engeln auseinandergesetzt hatte, wurde er noch nie auf das Design seines Hoodies eingesprochen.

      „Sonst trage ich heute glaube ich recht wenig selbst gemachte Sachen.“ beendete er mehr oder weniger seine Ausführung und grinste Milo ein wenig stolz an. Das er seine Klamotten liebte konnte man ihm deutlich ansehen.

      „Ich finde das sehr beeindruckend.“ Rey und Archie schienen in der Zeit in ihrem eigenen Gespräch zu stecken. „Gerade weil ich Tiere liebe könnte ich das glaube ich nicht. Vor allem das Praktikum würde mir unwahrscheinlich echt schwer fallen. Ich würde versuchen die Tier da rauszuholen und dann in die Obhut von Menschen geben die sich wirklich um sie kümmern können anstatt unnötige Antibiotika in sie zu pumpen.“ - „Du würdest ja auch in einen Schlachterbetrieb einstigen nur um kleine Küken zu retten.“ brauchte Apollo lachend mit ein, der abwechselnd Gabes und Reys Gespräch mehr oder weniger verfolgte. Aber der Blonde hatte nicht unrecht, hätte Rey eine entspanntere Jugend gehabt, wäre sein Vorstrafenregister sicher voll mit Einbrüchen in Schlachthäusern und Massentierhaltungsbetrieben, er hatte schlicht und ergreifend einfach nicht die Zeit dafür gehabt.

      Den spontanen Themenwechsel nahm der Schwarzhaarige lächelnd hin und zog seinen Pulloverärmel hoch. Auf seinem Unterarm, erstreckte sich eine Schlange in einem dunklen Zeichenstil die von langen astähnlichen Gebilden umgeben war, welche ein wenig an einen Dornenbusch erinnerten. „Sonst habe ich auch alles gestochen was Gabe so auf seinem Körper hat.“ meinte er und zwinkerte Gabriel wissend zu, welcher daraufhin ebenfalls seinen Ärmel hochschob und einen hellen muskulösen Unterarm freigab, der mit abstrakten schwarzen Linien geschmückt war. Das Tattoo schien kein richtiges Bild ergeben zu wollen, es waren einfach nur schwarze Linien die aussahen als hätte man ohne genauen Plan auf Gabriels Haut rumgemalt und am Ende ist ein Ansammlung an abstrakten Linien und geschwungene Wellen dabei entstanden.
    • Milo hörte Gabriel weiterhin fasziniert zu und nickte immer mal wieder, um zu signalisieren, dass ich auch wirklich aufmerksam zuhörte. Als Gabe dann aber seinen letzten Satz beendete und seine Ärmel hoch zog, fiel Milos Blick auf die Tattoos an seinen Unterarmen.
      Er bekam selbst kaum mit, dass er aufstand und ihm ein wenig näher kam, um sich die Tattoos genauer anzuschauen.

      "Haben die Linien eine spezielle Bedeutung für dich oder wolltest du sie aus ästhetischen Gründen?", fragte er interessiert und blickte sich der Tattoos weiter an.
      Milo konnte in dem Moment nicht anders, als Gabe's Lebensweise ein wenig zu beneiden...seine Eltern würden ihn umbringen, wenn er auch nur daran denken würde, sich ein Tattoo stechen lassen zu wollen...oder wenn er davon sprechen würde Modedesign studieren zu wollen...und hoffentlich würden sie das niemals dem Eiskunstlauf heraus finden...

      Als Rey darüber sprach, die Tiere aus dem Schlachthaus zu befreien, setzte Archie einen nachdenklichen Blick auf. Dieser Gedanke...war gar nicht Mal so falsch...er wollte sich noch gar nicht vorstellen, wie schlimm das Praktikum auf dem Schlachthof eigentlich werden würde...aber es war fast sicher, dass es ihn mental sehr mitnehme werden wird...

      Dann viel sein Blick allerdings wieder auf Rey's Tattoos und er wurde aus seinen Gedanken gerissen. Mit seinem Zeigefinger strich er vorsichtig die Linie der schwarzen Schlange auf Rey's Unterarm entlang. "Wow, du bist wirklich talentiert. Dann musst du auch sehr kreativ sein und gut zeichnen können, habe ich Recht? Genauso wie Gabe beim Modedesign?", fragte er und blickte dann auch einen Moment zu Gabe rüber, um auch seine Tattoos sich anzuschauen.
      "Ich habe selbst noch keine Tattoo's, aber wenn ich eins haben wollen würde, dann soll es mit meinem Studium zum Tierarzt zu tun haben.", sagte er und grinste Rey wieder leicht an.
    • „Die Linien stellend in Ebene zwischen gesellschaftlicher Normalität und Non-Normanität dar. Durch die Überschneidungen wird dar gestellt, dass selbst wenn man sich gesellschaftlich ausgrenzen will, man trotzdem irgendwie selbst wenn es nur auf Grund der Tatsache ist, dass wir uns alle eine biologische Form teilen dazu gehören...“ erklärte er in einem viel zu wissenschaftlich ernsten Ton, bevor er laut anfing zu lachen. Hätte er den Pizzakarton nicht rechtzeitig festgehalten, wäre er ihm samt noch vorhandenen Pizza vom Schoß gerutscht. „Das ist selbstverständlich nur Bullshit. Die Bedeutung ist schlicht und ergreifend, dass Rey eine coole Idee hatte und ich sowohl Zeit als auch Platz auf meiner Haut.“ meinte er grinsend. „Ich hab auch noch welche auf meinen Beinen und auf dem Torso, aber sei mir nicht böse, ich muss gestehen, ich ziehe mich nicht so gerne öffentlich aus.“ grinste er weiter und nahm sich dann ein Stück seiner - mittlerweile kalten - Pizza.

      Apollo faltete seinen leeren Karton zusammen unf griff dann als wäre es selbstverständlich - und das natürlich ohne zu Fragen - nach Gabriels Pizza und nahm sich ein Stück raus. „Ich kann immer noch nicht verstehen wie du deine Pizza ohne Käse bestellen kannst.“ murmelte er zwischen zwei bissen. „Klassischerweise haben viele authentisch italienische Pizzen keinen Käse.“ warf Gabe ein und richtete seine Aufmerksamkeit dann wieder auf Milo. „Und außerdem ist Käse im Grunde nur Laktose und Fett, also weder nahrhaft noch sonderlich gesund.“ Führte Gabe weiter aus und wandt sich dann doch wieder seinem besten Freund zu. „Und wenn man es mal genau nimmt, hattest du ja auch keinen ‚echten‘ Käse drauf. Also brachst du mir eigentlich gar nichts sagen.“ wie ein kleiner Junge der gerade der Meinung war eine Diskussion zu gewinnen, strecke er Apollo frech die Zunge raus. Im Grunde waren die beiden auch nur kleine freche Jungs im Körper von mehr oder weniger erwachsenen jungen Männern.

      „Dankeschön.“ Rey lächelte Archie sanft an. „Ich zeichne schon recht lange. Es ist aber eine andere Art kreativ zu sein. Im Grunde arbeite ich meistens auf die Vorgaben meiner Kunden. Ich persönlich mache aber tatsächlich lieber Wanna-Dos, also Entwürfe die ich komplett selbst gezeichnet habe ohne eine Vorgabe von Kunden zu bekommen. Ich hab mich auf abstrakte Linien und Blackwork spezialisiert, also allgemein sehr dunkel mit teilweise recht aggressiven Linien oder so wie bei Gabe alles sehr schwunghaft mit verschiedenen Materialien. Teilweise arbeite ich auch free-Hand, das heißt, dass ich den Stencil sofort auf die Haut male, entweder mit Flüssigkeit und Pinseln oder mit Stiften…das ist wohl ein wenig kompliziert zu erklären, wenn man nicht unbedingt aus dem Bereich kommt oder schon mal tattoowiert wurde.“ stoppte er sich etwas verlegen und fuhr sich durch den Nacken. Wenn es um Tattoos ging verlor er sich manchmal ein wenig in seinen Erzählungen.
    • Archie, obwohl er zugegebenermaßen nur die Hälfte verstand, hörte Rey dennoch weiterhin fasziniert zu. Als dieser aber stoppte und sich verlegen über den Nacken fuhr, lächelte Archie ihn aufmunternd an. Seine Fingerspitzen ruhten dabei allerdings immer noch, auf seinem Unterarm. "Erzähl ruhig weiter, ich finde das interessant und höre dir gerne zu."

      Milo blinzelte ein wenig über Gabe's ernsten Ton und wie er die "Bedeutung" seiner Tattoo's erklärte. Er wirkte in dem Moment schon fast wie ein Wissenschaftler.
      Als dieser dann aber anfing zu lachen und erklärte, dass er die Tattoo's nur hatte, weil Rey eine coole Idee hatte, konnte Milo nicht anders, als auch ein wenig zu grinsen.
      "Und ich dachte für einen Moment, dass du das alles gerade wirklich ernst meintest. Bist du sicher, dass du nicht vielleicht Schauspiel studieren willst?", fragte er und hob dann leicht seine Hände an. "Und alles gut, ich muss die anderen Tattoo's nicht sehen, wenn du dich dabei unwohl fühlst."

      Er beobachtete den Austausch zwischen Gabe und Apollo einen Moment, doch bevor er weiter etwas sagten konnte, hämmerte es plötzlich lautstark an der Haustür und eine wütende maskuline Stimme ertönte: "Archie! Ich weiß das du hier bist! Mach die Tür auf, damit wir miteinander reden können!"

      Sowohl Archie und Milo erstarrten und tauschten wissende Blicke. Isaac. Erneut hämmerte es an der Haustür und dieses Mal war es noch lauter und aggressiver als vorher.
      Milo blickte nun ein wenig nervös zu Archie "Woher weiß er, wo du bist?", fragte er Archie, woraufhin dieser ein wenig verlegen wurde und antwortete. "Nun...er hat mich gefragt und ich hab ihn geantwortet."

      "Du hast es ihm gesagt?! Verdammt Archie!", antwortete Milo fassungslos und hätte seinem besten Freund am liebsten einen Schlag auf den Hinterkopf verpasst.
      Archie hob nur etwas hilflos die Schulter, drehte sich langsam in die Richtung der Haustür und rief zurück. "Es ist niemand da!"

      Milo klatschte sich leicht eine Hand gegen seine Stirn, schüttelte seinen Kopf und stand mit einem gestressten Seufzen auf. "Du bleibst hier im Wohnzimmer, verstanden? Ich wimmel ihn ab.", sagte er während er bereits in die Flur und zur Haustür ging.
    • Sowohl Gabe als auch Rey wollten gerade zu deren jeweiligen Gespräch den nächsten Satz beitragen als es an der Wohnungstür hämmerte. Alle vier Köpfe drehten sich alarmierend in die Richtung der Tür. Gabes Körperhaltung versteifte sich augenblicklich. Unter Bennys Pullover konnte man mehr als deutlich sehen wie sich - vor allem - seine Nackenmuskulatur schlagartig verspannte und er plötzlich nicht mehr ganz so lieb und freundlich wirkte wie noch vor wenigen Sekunden. Apollo ballte die Hände zu Fäusten und war schon dabei aufzuspringen wurde jedoch von Gabriel mit einer einfachen Handbewegung zurück auf den Platz dirigiert. Seine Kiefermuskulatur zeigte deutlich wie sehr er gerade seine Zähne aufeinander presste. Selbst Rey wirkte plötzlich wieder viel finsterer als noch bei dem Gespräch mit Archie. Das schien wohl nicht die erste Situation dieser Art zu sein in welcher sich die Gruppe befand.

      Mit einem sanften ziehen an Milos Arm dirigierte Gabe ihn wieder zurück in das Wohnzimmer. „Bleib hier, wir regeln das schon.“ mit einer schnellen Kopfbewegung deutete der dem Dunkelhäutigen an aufzustehen, welcher schon fast aufsprang, bei der plötzlichen Bewegung konnte man sich fast einbilden wie der Boden unter der Größe leicht wackelte - was jedoch rein technisch kaum möglich war. „Benny - Deeskalation. Apollo - Wehe du bewegst dich auch nur einen Zentimeter!“ zischte er dem Blonden zu und ging dann mit Benny zur Eingangstür. Zu Rey sagte er nicht. Gabe wusste, dass Rey genau wusste was er zu tun hatte: die Stimmung im Wohnzimmer so ruhig und entspannt wie möglich halten, Apollo im schlimmsten Falle aufhalten in den Flur zu stürmen und Terror zu veranstalten und alle anwesend - vor allem Archie - von Kommentaren abzuhalten. Am liebsten hätte sich der Student über Archies dumme Entscheidung aufgeregt, erstens weil man keinem Typen der einem so aggressiv gegenüber tritt seinen aktuellen Aufenthaltsort nennt und zweitens weil der ausgesprochene Satz nicht gerade von menschlicher Intelligenz zeugte. Der Schaden war jedoch angerichtet und nun hieß es schlicht und ergreifend: Deeskalation und hoffen, dass der Typ sich von den zwei Meter Körpergröße einschüchtern ließ und verschwand.

      Apollo fluchte leise schlecht gelaunt vor sich her. Murmelte was von wegen ‚auf die Ersatzbank gesetzt worden‘ und ‚was die Wichser denn nur von ihm halten würde‘, hielt dann jedoch den Mund als Rey ihm einen finsteren Blick zu warf.
      „Das war wirklich dumm von dir.“ meinte der Schwarzhaarige zu Archie, sein Blick hatte sich wachsam auf den Flur gerichtet, so als ob er jederzeit bereit wäre zu den anderen beiden zu gehen.

      Benny versperrte mit seiner Körpergröße sowohl den Durchgang durch den Flur und somit ins Wohnzimmer als auch den Blick in besagten Raum. So entspannt wie möglich - was Gabriel ganz offensichtlich nicht so ganz schaffte - öffnet er die Haustür. „Kann ich dir helfen?!“ zischte er dem fremden Typen vor der Tür mehr als unfreundlich zu. Okay das war nicht sonderlich deeskalierend…aber immerhin hatte er den Typen noch keine reingehauen, also hielt er sich mehr oder weniger an seine Worte.
    • Milo hielt überrascht inne, als Gabe ihn am Arm wieder sachte ins Wohnzimmer zog und verkündete, das sie sich darum kümmern würden. Auch wenn sie Kampfsport betrieben, sollten sie Isaac auf keinen Fall unterschätzen. Dieser Typ ist gefährlich und wer weiß, zu was er alles in der Lage ist...
      Doch Gabe ließ keine Zeit für Diskusionen und verschwand, gemeinsam mit Benny, bereits in den Flur. Er selbst blieb im Wohnzimmer stehen und hatte keine Nerven dafür, sich wieder hinzusetzen.

      "Mir gefällt das nicht...Isaac sollte man nicht unterschätzen. Der Typ hat nicht mehr alle Tassen im Schrank...wahrscheinlich hatte er nie irgendwelche Tassen im Schranken gehabt."

      Archie hatte mittlerweile einen etwas schuldbewussten Blick aufgesetzt. Aber ob er in dem Moment wirklich verstand, was er falsch gemacht hat, blieb vermutlich offen.
      Er blickte Gabe und Benny nach, ehe er dann wieder zu Rey blickte. "Warum? Ich hab keine Angst vor Isaac.", sagte er und richtete sich auf dem Sofa ein wenig mehr auf, um einen besseren Blick in den Flur zu haben. Obwohl das nicht wirklich der Fall war, da er durch Benny's Körpergröße sowieso nichts sehen konnte. Er richtete sich noch mehr auf den Sofa auf und öffnete dann seinen Mund, als ob er etwas in den Flur rufen wollen würde.

      Als die Haustür sich öffnete und Isaac nicht die Person sah, die er eigentlich erwartet hatte, zog er für einen Moment überrascht seine Augenbrauen hoch und blickte leicht verwundert auf den Winzling herab.
      Doch dann fasste er sich schnell wieder und sein Gesichtsausdruck verfinsterte sich erneut. "Und wer bist du, huh?! Wo ist Archie?! Ich weiß, das er hier ist und wir haben noch ein paar private Dinge miteinander zu klären. Also geh mir aus dem Weg du kleiner Kampfzwerg, kapiert?!", sagte er und blickte über ihn hinweg in die Wohnung, nur um dort einen Typen zu sehen, der noch riesiger war als er selbst.

      Isaac's Miene verfinsterte sich nur noch mehr und er fragte dann mit einem hämisch-spöttichen Lächeln. "Ah, brauch mein Ex-Freund seit kurzem jetzt seine eigenen Bodyguards oder wie?!"
    • Rey zog Archie sanft aber bestimmt zurück zu sich aufs Sofa und hielt ihm, sobald der Jüngere den Mund aufgemacht hatte um was zu sagen den Mund mit seiner Hand zu. Das konnten sie jetzt am aller wenigsten gebrauchen. Archie hatte immerhin schon vor einigen Stunden eine Kostprobe von seinem losen Mundwerk zum besten gegeben und eine Prügelei am Tag reichte seiner Meinung nach definitiv. Selbst Apollo schwieg mittlerweile, er horchte aufmerksam dem Gespräch im Flur und wartete eigentlich nur auf ein Signal um zu den an deren beiden zu stoßen.

      Benny schaute den Typen etwas erschrocken an als er Gabe als ‚Kampfzwerg‘ betitelte. Die letzte Person in das gewagt hatte, wurde mit zwei gebrochenen Rippen ins Krankenhaus eingewiesen und das war bei einem geregelten Boxkampf. Gabriel blieb jedoch ganz ruhig. „Ich wohne hier.“ meinte er in einer etwas ruhigeren Tonlage, der jedoch deutlich wiedergab, dass er kein Problem hätte sich mit Isaac vor der Wohnungstür zu prügeln.

      Gabe scannte den Typen vor ihn mit einem ruhigen Blick ab. Er war mindestens zwanzig Zentimeter größer als er, was für den Studenten jedoch weder ein Hindernis noch ein Grund war in nicht auseinanderzunehmen. Er hatte sich schon mit deutlich schlimmeren Kerlen angelegt. „Ich würde sagen du verpisst dich jetzt.“ Er ging gar nicht auf das gesagte ein. Isaac wollte ihn nur provozieren, und das auf einer der schlechtesten und lächerlichsten Weisen die er kannte.
      Gabe wusste, dass er klein war, immerhin war seine Körpergröße auch nicht sonderlich schwer zu übersehen aber er wusste auch, dass man ihn genau deswegen viel zu oft unterschätzte, was ihm doppelt zu viel Spaß machte. In den meisten Fällen hatte er den Überraschungsmoment auf seiner Seite und wenn sein Gegner ihn schon kannte - was im Ring dann doch gelegentlich mal vor kam - glänzte er mit seiner Eins-A Technik und der Kraft die sich auf seine nicht mal ganz eins siebzig Körpergröße perfekt balanciert erstreckte.
    • Aus dem Augenwinkel sah Milo, wie Rey Archie zurück auf das Sofa zog und ihm seinen Mund zu hielt. Das war wahrscheinlich gerade auch wirklich besser so...Archie hatte ein Talent darin, gerade solche Situationen noch schlimmer zu machen.
      Er lehnte sich an den Türrahmen des Wohnzimmers und spannte sich nur noch mehr an, als er Isaac's Stimme nun klar und deutlich hören konnte. Die Art und Weise wie er sprach war Mal wieder so typisch für diesen Bastard...

      Archie, nun mit einem zugehaltenem Mund, blickte mit einem leicht protestierenden Blick über seine Schulter zu Rey nach auf. Es war deutlich in Archie's Augen zu sehen, dass er nicht gerade zufrieden über die Situation war, die er nun stillschweigend hinnehmen musste.
      Er fürchtete sich nicht vor seinem Ex-Freund und war sich sicher, dass er das das auch alleine regeln konnte.
      Allerdings wusste er auch, dass er jetzt nicht in der Lage war etwas zu tun, weshalb er einfach wieder in die Richtung des Flurs blickte und sich dabei ein wenig an Rey heran lehnte.

      Isaac lachte nur verächtlich, als Gabe ihm sagte, dass er dort wohnte und ihn aufforderte sich zu verpissen. Er dachte gar nicht erst daran, ohne Archie wieder zu gehen.
      "Die Brillenschlange hat jetzt also einen neuen Mitbewohner? Jetzt hörst du mir Mal ganz genau zu, du kleiner Hosenscheißer.", knurrte er und baute sich dabei nur noch mehr vor ihm auf. "Ich bleibe wo ich bin, solange ich nicht mit meinen Ex-Freund geredet habe. Also entweder kommt er jetzt selbstständig zur Haustür oder wir regeln das hier auf der harten Tour und ich hole ihn selbst raus.", fuhr er fort, hob seine Hand und schubste Gabe, nicht gerade sanft, an seiner Schulter zurück. Eine klare Warnung, dass er von einem Kampf nicht zurückweichen würde.
    • Als Isaac Gabe unsanft wegstieß und ihm dann drohte ihn fertig zu machen grinste Gabriel nur breit, als ob ihm gerade ein schlechter Witz erzählt wurde, bei dem er nicht so richtig wusste ob er ihn nun lustig finden sollte oder nicht. „Benny du hast das gesehen oder?“ der angesprochene nickte. „Habe ich.“ Gabes Grinsen wurde nur noch breiter. „Gut.“ und dann passierte alles recht schnell.

      Gabriels erster Treffer ging sauber auf Isaacs Milz. Die nächsten zwei Schläge gingen als eintrainierten Kombination auf den unteren Teil zwischen Brustbeins und Bauchnabel. Er traf geübt auf den Solarplexus - ein Geflecht aus Fasern und Nerven des vegetativen Nervensystems. Ein gezielter Schlag konnte nicht nur Übelkeit, Schwindel und Bewusstlosigkeit hervorrufen sondern hatte Gabe in vielen Fällen auch schon den Sieg in einigen Kämpfen eingebracht. Vor allem die Kombination durch den Hook und der beiden Punches presste schlagartig die Luft aus der Lunge. Mit einem gezielten Kick in Isaacs Knieinnenseite klappen eins neunzig an Körpergröße vor Gabriel zusammen wie ein kaputter Stuhl. Der Student hätte wetten können, dass er fast Punkt genau den Innenmeniskus getroffen hatte, aber soweit reichte sein medizinisches Wissen dann doch nicht.

      Selbstverständlich hätte er nun aufhören können, aber der Typ hatte ihn nicht nur beleidigt - und dass auch noch mit einem Thema auf welches er sehr sensibel reagierte - sondern sowohl ihm als auch seinen - neuen - Freunden gedroht und das war etwas, auf das er noch sensiblere reagierte.
      Es gab eine Sache die man ganz Schnell auf der Straße lernte. Vermeide den Kampf auf dem Boden! Wenn man nicht geübt im Bodenkampf war, konnte das ganz schnell den Tod für einen bedeuten und das vor allem wenn der andere deutlich stärker, größer und erfahrender war. Glücklicherweise war Gabriel erstens: geübt was Bodenkampf anging und zweitens: lag er nicht auf dem Boden.

      Sein eines Knie drückte er schmerzhaft in Isaacs Leber. Somit verhinderte er, dass der Typ aufstehen konnte, sobald er sich zu viel bewegen würde, würde Gabriel den Druck auf das lebenswichtige Organ einfach erhöhen. Es würde ihn nicht umbringen, weh tat es jedoch trotzdem. Mit der linken Hand packte er fest den Kragen des Oberteils seines Gegners und hob ihn ein Stückchen zu sich hoch, ähnlich wie es Apollo vor wenigen Stunden bei Archie gemacht hatte. Das schien wohl so ein Ding bei den Jungs zu sein. „Wie war das nochmal? Du machst das auf die harte Tour und holst ihn selbst raus?!“ meinte Gabe grinsend. Isaacs Kopf machte ein dumpfes Geräusch als er Bekanntschaft mit dem Boden des Hausflures machte. Der Schlag war nicht fest genug um Blut zu erzeugen, aber der schwarzhaarige wird sicher eine fette Beule von der Interaktion mit den Fliesen davon tragen.

      Gabriel hatte es schon fast vermisst zu kämpfen ohne das sein Couch ein wachsames Auge auf ihn hatte um den Kampf jederzeit stoppen zu können. Er war mit solchen Kämpfen groß geworden. Da wo er groß geworden war gehörte überleben zur Tagesordnung und wenn er eins gut konnte dann war es genau das. Er war flink, schnell und auf Grund seiner gelegentlich großen Klappe - welche er schon als junger Teenager gehabt hatte - für viele andere Jugendliche ein Ziel gewesen. Die meisten hatten den Fehler jedoch nur einmal gemacht.
    • Isaac lag keuchend vor Schmerz am Boden und hatte Schwierigkeiten seine Atmung wieder unter Kontrolle zu bekommen. Er hatte nicht damit gerechnet, das sich das Blatt so zu seinem Nachteil wenden würde. Wie zum Teufel hatte es der kleine Pisser geschafft ihn innerhalb von wenigen Sekunden fertig zu machen?!
      Er biss die Zähne zusammen und starrte mit Mordlust zu seinem Gegner hinauf. Das war der Moment in dem er sich schwor, sich an diesem Kerl zu rächen und ihn für diesen Tag bezahlen zu lassen. Auch wenn nicht jetzt.
      Isaac biss seine Zähne vor Wut nur noch fester zusammen und zischte dann atemlos. "Ist ja schon gut...ich geh ja schon. Nimm dein scheiß Knie von mir."

      Milo, welcher noch immer am Türrahmen des Wohnzimmers stand, hatte seine Augen weit aufgerissen. Hatte Gabe gerade...Isaac innerhalb von wenigen Sekunden so fertig gemacht?! Er hat noch nie erlebt, dass jemand Isaac so die Stirn geboten hat, wie es Gabe eben getan hatte. Er war sich sicher, dass dies zu 100% an Isaac's viel zu großen Ego kratzen wird...diese Abreibung hatte er schon lange verdient! Das geschah ihm ganz Recht!
      Milo verspürte nur noch mehr Faszination Gabe gegenüber und wollte nun nur noch mehr über ihn wissen... Das ist wirklich beeindruckend gewesen.

      Auch Archie starrte mit großen Augen in die Richtung des Flurs. Er konnte kaum glauben, das Gabe Isaac mit so einer Leichtigkeit zu Boden gebracht hat. Seine Hände umfassten langsam Rey's Hand, welche immer noch auf seinem Mund lag und zog sie leicht weg. "Wow...vielleicht sollte ich auch mit Kampfsport anfangen...", flüsterte er, bevor er dann aber nicht an sich halten konnte und in den Flur rief. "Mach den Wichser fertig, Gabe!"