Fire and Feather [Pumi & Eari]

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    • Levi lachte auf. Den Laden verwüsten? So kurzsichtig war er nicht und das war auch der Grund warum sie jemanden wie ihn schickten und nicht einen Dämon der eine Plage heraufbeschwor oder auf Poltergeist machte. Abgesehen davon würde das doch gar nichts bringen, nicht bei Kyle. Wenn er seinen Job verlor, würde er vermutlich erst einmal froh sein und sich dann einfach einen neuen suchen. Ihn auf die Straße zu zwingen schien ein bisschen unmöglich, zumindest wenn Levi nur diesen Laden verwüsten würde, aber das musste der Engel ja alles gar nicht wissen.
      "Dann musst du mich wohl ganz genau im Auge behalten.", schnurrte Levi mit einem sanften Lächeln auf den Lippen. Es war ihm weitaus lieber der Engel hatte seine Augen auf ihm, statt auf Kyle. Seine Anwesenheit lenkte ihn vielleicht genug von Kyle ab, sodass er ihm auch ja nichts Gutes einreden konnte und falls doch, dann konnte Levi anseinerstatt erneut den Samariter mimen.
      "Als ob du überhaupt wüsstest, wie man das Wort 'Ehre' buchstabiert."
      "E-H-R-E, soll ich es noch in ein paar anderen Sprachen versuchen?", kicherte er, der Engel war definitiv aus der Fassung gebracht, aber zu viel wollte er ihn eigentlich nicht ärgern. Auch wenn es ganz spaßig war, wirklich wütend wollte er ihn nicht erleben. Den Tee trank er wohl auch ein wenig zu schnell und Levi stand auf während der Engel ihm noch erzählte, was er tun würde, wären sie alleine. Waren sie aber nicht.
      "Ich kümmere mich dann mal lieber um die anderen Gäste. Genieße deinen Tee." Mit einem Schmunzeln widmete sich Levi wieder seinem neuen Job. Solange er unter Menschen war, konnte ihm absolut nichts passieren. Er fühlte sich hier eigentlich sehr sicher.
    • "Dann musst du mich wohl ganz genau im Auge behalten."
      Oh, das würde Aarin. Und wie er das würde! Man musste kein Wächter sein, um jemanden beobachten zu können, so viel wusste er. Zumal es ihm dieser Dämon auch noch einfach machte, jetzt, wo er hier arbeitete. Aarin musste sich keine Gedanken darum machen, wo sich dieser Dämon herumdrückte und welche Missetaten er beging, während er auf Kyle aufpasste, weil der Dämon ja gleich hier war. Auf der anderen Seite war dieser Kerl damit auch sehr nahe an Kyle und könnte ihm wer weiß was einflüstern... diese Situation war eindeutig ein zweischneidiges Schwert. Aber Aarin würde damit umgehen können, das schwor er sich! Er war ja nicht ohne Grund hergeschickt worden (auch wenn er diesen Grund nicht kannte...).
      Er sah dem Dämon nach, als dieser wieder aufstand und sich seiner Arbeit widmete. Kaum zu glauben, dass der Dämon das einfach so tat. Was hatte er davon? Das machte er bestimmt nur, um sich bei Kyle einzuschleimen, sich sein Vertrauen zu sichern. Aarin sollte wohl etwas ähnliches tun. Aber wie? Was wusste er über Kyle? Er arbeitete hier ihm Café um seine Rechnungen zu bezahlen, nicht weil es seine Passion war. Er studierte, aber auch nur, um seine Zeit zu füllen. Er hing seit einer Ewigkeit an seiner Abschlussarbeit, aber nicht, weil er nicht weiterwusste, sondern weil er einfach keine Lust hatte (nicht gut, das grenzte schon beinahe an eine Todsünde...). Er ging gern mit seinen Freunden aus. Wie sollte Aarin ihn da zu großen Wohltaten bewegen? So weit weg war Kyle eigentlich nicht von den meisten Tugenden. Er war ein freundlicher Typ, aber hin und wieder teilte er dann doch aus. Er war durchaus fleißig mit seinem Studium und seinem Job - aber nur, wenn er wirklich Lust hatte, setzte er sich auch hin und machte was. Kyles Geduld kam auch meistens nur daher, dass er keine Lust hatte, sich mehr Arbeit zu machen, als nötig und er deswegen längere Wartezeiten und dergleichen in Kauf nahm. Demut... das war wohl die am schwersten zu findende Tugend bei den Menschen. Sie nannten es Imposter Syndrome, aus irgendeinem Grund, und verbanden es mit negativen Gefühlen. Die Logik dahinter erschloss sich Aarin nicht wirklich.
      Mit einem Seufzen nippte er an seinem Tee. Er beäugte die Flüssigkeit. Dämonen logen sich die Hörner krumm... der hatte doch bestimmt in seinen Tee gespuckt!

      Aarin saß länger als sonst in dem Café. Normalerweise blieb er für ein, zwei Stunden am Morgen, dann verschwand er für eine kleine Weile und kehrte schließlich um die Mittagszeit zurück. Nicht heute. Heute blieb er durchgängig sitzen und kritzelte auf einem kleinen Notizblock herum, um seine Gedanken zu ordnen. Er brauchte einen Plan, wie er Kyle dazu bringen konnte, wirklich tugendhaft zu sein. Nicht nur in kleinen Taten hier und da, sondern wirklich tugendhaft. Er musste dafür sorgen, dass Kyle dem schlechten Einfluss des Dämons widerstehen konnte. Aarin hatte auch schon ein paar Ideen, aber dafür müsste er ein paar andere Dinge in Bewegung setzen - und dafür musste er Kyle allein lassen, ohne Aufsicht, während sich ein Dämon in sein Leben wurmte. Das Timing würde wichtig sein. Wenn doch nur Gabriel hier wäre und ein bisschen aushelfen könnte. Aber der schien Aarins Gebete geflissentlich zu ignorieren. Aarin würde einen Weg finden müssen, den Dämon gleichzeitig abzulenken. Aber auch hier stellte sich die Frage: Wie?
      Der Dämon hatte eindeutig Angst vor ihm. Er versteckte sich aber auch hinter der Anwesenheit von Zeugen. Er wusste, dass Aarin niemals vor Menschen die Hand gegen ihn erheben würde. In eine Kirche würde er ihn wohl nicht bekommen - vor Priestern durften sich Engel offenbaren, auch wenn das nur in Notfällen erlaubt war, aber ein Dämon, der eine erwählte Seele korrumpieren wollte, würde wohl hoffentlich als ein solcher Notfall zählen.
      Hatte der Dämon nicht etwas von einem Date erwähnt? Das war es! Kyle würde auf ein Date gehen und der Dämon steckte hier fest! Er hatte es ihm selbst gesagt! Das war der Zeitraum, den Aarin brauchte, um zu tun, was getan werden musste, um Kyle auf den richtigen Pfad zu locken! Perfekt!


    • Der Engel wollte hier gar nicht mehr verschwinden. Naja, solange er ihm nicht nach der Arbeit auflauerte war das für Levi okay. Er fand sich in diesem Job schnell zurecht, auch wenn er wünschte die Gäste würden auch einmal etwas ausgefallenes bestellen. Ab und zu quatschte er mit Kyle, oder er spazierte an dem Engel vorbei um einen Blick auf seine Kritzelei zu erhaschen. Dieser Typ nahm das hier viel zu ernst, oder vielleicht nahm Levi es nicht ernst genug. Kyle schien aus irgendeinem Grund wichtig zu sein, aber er war wohl die langweiligste Person aller Zeiten. Alles was man ihm vorwerfen konnte war, dass er faul war und viele gute Eigenschaften hatte er auch nicht. Wie sollte man so jemanden in die eine oder andere Richtung lenken? Levi würde sich etwas ausdenken müssen, aber er gab sich auch mit kleinen Siegen zufrieden. Zum Beispiel konnte er Kyle bestimmt dazu überreden zehn Minuten eher Schluss zu machen. Ansonsten gab es in diesem Café nicht viel zu tun. Sie sprachen über manche Gäste, oder das anstehende Date. Vielleicht ließ sich Kyle ja zu einer lustvollen Nacht hinreißen? Zählte das überhaupt? nachhelfen konnte er leider nicht.
      Falls der Engel Levi nachts auflauern wollte, fragte der Dämon Kyle jedenfalls ob sie sich nicht zusammen auf den Heimweg machen wollten, sie mussten eh in die selbe Richtung und bei der U-Bahn würde er den Engel schon abhängen können, da waren genügend Leute.
    • Aarin fristete seine Zeit in dem Café. Wie gut, dass er sehr geduldig sein konnte. Das war ja immerhin eine Tugend! Schließlich machte Kyle Feierabend - zehn Minuten zu früh... - und verließ den kleinen Laden. Aarin packte sein Notizbuch zusammen und stand ebenfalls auf. Er bezahlte ganz brav und warf dem Dämon noch einen warnenden Blick zu, bevor er auch ging.
      Aarin folgte Kyle. Sein Gang war entspannt, fast beschwingt – der Feierabend schien ihn zu beflügeln. Aarin folgte ihm in sicherem Abstand, seine Schritte lautlos, seine Präsenz kaum spürbar für menschliche Sinne. Der junge Mann ging nach Hause, soweit so gut. Natürlich schlich sich Aarin nicht mit in das Wohnhaus. Er wartete ganz brav draußen darauf, dass Kyle wieder herauskam. Er wusste ja, dass er gleich noch auf ein Date gehen würde. Geduld zahlte sich immer aus, so auch in diesem Fall. Kyle hatte geduscht, allem Anschein nach, dann hatte er sich ein hübsches Outfit angezogen. Zumindest vermutete Aarin, dass es hübsch war, er hatte keine Ahnung, was Menschen so anzogen und wie sie es so fanden.
      Kyle betrat eine Bar, deren Fassade in bunten Neonlichtern erstrahlte. Aarin zögerte einen Moment, dann folgte er ihm hinein. Die Geräuschkulisse traf ihn wie eine Welle: laute Musik, das Klirren von Gläsern, Stimmengewirr. Er zuckte zusammen. Die Musik war ein wummernder Bass, der durch seinen Körper vibrierte. Er erinnerte sich an das Singen der Seraphim – klare, harmonische Klänge, die die Seele berührten. Im Vergleich dazu war diese Musik chaotisch, fast aggressiv. Er schüttelte den Kopf. Bars waren definitiv kein Ort für ihn. Aber er würde bleiben, denn hier ging es ja nicht um ihn. Kyle wollte hier sein Date haben, also würde Aarin mit diesem chaotischen Lärm leben. Es war ja nur für den Augenblick.
      Er beobachtete, wie Kyle sich an einen Tisch setzte und auf sein Date wartete. Als die Frau eintraf, begrüßte Kyle sie mit einem Lächeln, das Aarin als geübt empfand - hauptsächlich weil er ein ähnliches Lächeln benutzte, wenn er mit Menschen interagieren musste und seins sehr wohl geübt hatte. Das Gespräch zwischen den beiden plätscherte dahin, oberflächlich und belanglos. Aarin seufzte. Kyle war so langweilig wie eh und je.
      "Warum versteckst du dich hinter dieser Fassade? Zeige ihr dein wahres Ich. Sei mutig, sei ehrlich. Das ist eine heilige Tugend," murmelte Aarin.


    • Levi saß in dem Café fest. Er wollte erst einmal nicht riskieren erwischt zu werden weil er früher ging. Es brachte ihm mehr Kyles Freund zu sein, auch jetzt hatte er zumindest eine Chance ein paar Informationen zu erhaschen. Hier war eh nicht viel los, so spät noch geöffnet zu haben schien sich kaum auszuzahlen. Über sein Handy versuchte Kyle also eine Stunde nachdem das Date beginnen sollte zu erfahren wie es lief. Seine Nachricht wurde erst eine ganze Weile später beantwortet, es schien also gut zu laufen. Kyle berichtete dass sein Date gerade zur Toilette gegangen war und dass es ganz okay lief, ihm aber die Themen ausgingen. Dann fragte er ob bei Levi alles in Ordnung war und er auch keine Hilfe brauchte.
      >Alles in bester Ordnung, außer dass mir langweilig ist. Du bleibst schön bei deinem Date, trau dich doch ruhig mal mit ihr auf die Tanzfläche, was meinst du?<
      Levi konnte sich gut vorstellen, dass sein Date durchaus Interesse an ihm hatte, Kyle aber einfach nur zu doof war das zu kapieren. Der Dämon hatte hier kein Ziel, wenn er ehrlich war, er wusste nicht einmal wie man eine See beeinflusste. Die Menschheit hatte sich ganz schön verändert, aber er hatte nicht das Gefühl, dass die Welt sich dem Bösen zuwandte, nur weil man nicht mehr heiratete bevor man Sex hatte, oder seltener in die Kirche ging. Kyle ging niemals in die Kirche. Levi allerdings war immer noch ein Dämon, teils zumindest und das obwohl er nichts weiter wollte als frei zu sein und Spaß zu haben. Diese Einstellung teilte er gerne mit den Menschen, auch Kyle, aber ob das genügte, um zu erreichen weswegen er hier war? Wollust war wohl die Todsünde mit der Levi sich am ehesten auskennen sollte, aber wie diese heutzutage ausgelegt wurde war ihm nicht klar. Es landete schließlich nicht jeder Mensch in der Hölle, also vielleicht war der Himmel einfach liberaler geworden und wenn das stimmte, dann würde der Dämon wohl eine schwere Zeit hier haben, denn Kyle war ziemlich sicher der Inbegriff von Vanilla. Stille Wasser waren tief, aber nicht in diesem Fall. Hm... Ob er ihn mit Neid eher ködern konnte? Das würde aber ihre Freundschaft riskieren.
      Kyle antwortete erneut, sagte sie komme gleich zurück. Levi schlug vor er solle sich einen ordentlichen Drink bestellen um seine Nerven zu beruhigen und Kyle stimmte der Idee zu sich etwas Mut anzutrinken.
    • Kyle's Date verlief gut. Nicht im Sinne von herausragend, viel eher im Sinne von solide. Einmal mehr bewies Kyle, dass er der Durchschnitt in Person war.
      Sein Date erhob sich schließlich, mit einem charmanten Satz und einem Blick, der für später etwas versprach. Sie verschwand in Richtung der Toiletten. Nasepudern, so hatte Gabriel das genannt, hatte aber seltsam mit den Augenbrauen gewackelt. Aarin wusste nicht, was das heißen sollte.
      Etwas veränderte sich in Kyle, sobald sein Date verschwunden war. Nicht äußerlich, nicht für normale Augen – aber Aarin spürte es. Er hatte genug Zeit damit verbracht, ihn zu beobachten. Seine Haltung ließ nach, seine Schultern sackten nach vorn. Kyle zog sein Handy hervor. Tippte. Löschte. Tippte erneut. Dann schickte er die Nachricht ab.
      Aarin konnte sich denken, an wen die ging: diesen Dämon Levi.
      Selbst hier, wo er gar nicht war, war er ihm ein Dorn im Fleisch. Levi schien der Einzige zu sein, bei dem Kyle nicht vorgab, jemand anderes zu sein – und vielleicht gerade deshalb war er gefährlich. Denn Levi forderte nicht das Wahre. Er forderte das Ungefilterte. Und das war selten dasselbe.
      Aarin beobachtete, wie Kyle die Schultern zurücknahm, als würde ihm allein die Antwort auf dem Bildschirm neue Haltung verleihen. Etwas Festes trat in seinen Blick. Ein wenig Trotz. Ein Hauch Mut. Es störte ihn ungemein, dass der Dämon einen solchen Effekt auf Kyle hatte.
      Dann winkte Kyle den Barkeeper heran. Oh nein...
      "Whiskey. Doppelt."
      Aarin verschränkte die Hände ineinander. Er spürte einen Anflug von Frustration. Es war nicht der Drink an sich – Flüssigkeiten hatten für ihn keine Bedeutung – sondern was er symbolisierte: Mut aus dem Glas, nicht aus dem Herzen. Nicht unbedingt das, was er sich erhofft hatte.
      Die Regeln besagten, dass er nicht direkt in Kyles Leben eingreifen durfte. Soweit, so gut. Aber er durfte beim Barkeeper eingreifen.
      Ein Flackern ging durch die Leuchte über dem Tresen. Nur ein Zucken, kaum mehr als ein Lidschlag der Realität. Der Barkeeper runzelte die Stirn, warf einen Blick zur Stromleiste, dann zur Zapfanlage. Ein anderer Gast rief laut nach Aufmerksamkeit, gestikulierte übertrieben. Der Barkeeper zögerte, stellte das Glas beiseite – leer – und wandte sich ab, um dem lauteren Kunden zu folgen.
      Aarin saß still, regungslos. Er hatte nichts gesagt, keine Geste gemacht. Nur einen Hauch des Möglichen ausgesandt. Keine himmlische Macht, kein Wunder – aber eine winzige Verschiebung der Abläufe, nichts allzu besonderes.
      Kyle starrte auf die leere Stelle auf dem Tresen, wo sein Whiskey hätte stehen sollen. Erst war da Verwirrung, dann eine Spur Enttäuschung, und schließlich – Unruhe. Die Minuten zogen sich. Er sah sich um, als überlege er, den Barkeeper erneut heranzuwinken, doch dann fiel sein Blick auf den Gang zur Toilette.
      Sein Date kam zurück.
      Und Kyle hatte kein Glas in der Hand.
      Er setzte sich sofort aufrechter hin, schob das Handy in die Jackentasche, fuhr sich fahrig durchs Haar. Aarin sah, wie sich in seinem Gesicht etwas veränderte – nicht viel, aber genug. Eine leichte Röte trat ihm auf die Wangen, die Worte beim Wiedereinstieg ins Gespräch kamen weniger kontrolliert, ein wenig stolpernd vielleicht, aber… echt.
      Er wollte nicht dastehen wie jemand, der sich erst Mut antrinken musste. Und vielleicht, ganz vielleicht, war da ein schmaler Spalt in seiner Rüstung entstanden, durch den etwas Wahres hervorlugen konnte.
      Aarin sah zu, wie Kyle sprach – stockend, aber aufrichtig. Und obwohl der Lärm der Bar alles zudeckte, konnte er spüren, dass nun eine andere Energie zwischen den beiden herrschte. Kein aufgesetztes Lächeln. Kein gelerntes Lachen.
      Nur ein kleines, ehrliches Gespräch – geboren nicht aus Mut, sondern aus dem Fehlen der Flucht davor.
      Aarin musste sich zusammenreißen, um nicht einen kleinen Freudentanz aufzuführen. Er begnügte sich damit, in sich hinein zu lächeln - und sich das geschockte Gesicht dieses Dämons vorzustellen, wenn er hiervon erfuhr! Ha!


    • Levis war wieder alleine. Es machte ihm nichts aus im Dunkeln zu bleiben und der Engel machte ihm eigentlich auch wenig Sorgen. Dieser Typ hatte keine Ahnung von Menschen, oder deren Gefühlen. Naja, yas hieß er machte vielleicht alles kaputt, vielleicht nicht einmal absichtlich. Levi blickte immer mal wieder auf sein Handy, aber das Date schien gut zu laufen. Das Café hatte nicht allzu lang geöffnet und gegen 11 Uhr Abends konnte Levi den Laden zusperren, nachdem er ohnehin keine Kunden mehr gehabt und alles aufgeräumt hatte. Laden verwüsten... Als wüssten Dämonen nicht was ein Lappen war.
      Levi konnte sein Aussehen für Menschen anpassen, auch wenn er es nicht gerne tat. Er mochte sich selbst und er sah aus wie ein Mensch, sah man von den Hörnern und dem Schweif ab. Heute aber verschleierte er sein Aussehen zumindest ein bisschen und er dachte sich es wäre doch bestimmt witzig auszusehen wie einer der Erzengel, ohne die Flügel und den Heiligenschein zumindest. Wieso nicht Camael, auch wenn die Menschheit ihn irgendwie vergessen hatte, aber er war doch irgendwie passend. Levi hatte nur Beschreibungen als Anhaltspunkt aber das sollte genügen, es ging ja hauptsächlich darum, dass Kyle ihn nicht erkannte und darum den Engel ein wenig zu nerven.
      Es dauerte nicht labge bis Levi bei Kyles Verabredungsort ankam und es dauerte ebenfalls nicht lange, bis er den grell leuchtenden Engel erblickte und damit auch Kyle. Levi holte sich zwei Drinks, einen guten, rauchigen Whiskey und einen Cosmopolitan. Kurzerhand tänzelte er zu dem Engel, setzte sich neben ihn und setzte ihm den Whiskey vor. "Na das läuft doch hier ganz gut.", schmunzelte er mit einem Blick zu dem anregenden Gespräch das Kyle zu führen schien. "Und du sitzt hier auf dem Trockenen?"
    • Aarin durchfuhr ein Ruck wie ein greller Blitz am wolkenlosen Himmel, als sich jemand einfach so neben ihm niederließ. Im ersten Moment glaubte er, es mit einem unhöflichen Menschen zu tun zu haben. Aber dann spürte er die unverkennbare Präsenz eines Dämons, die er selbst hinter der schleierhaften Tarnung erkennen konnte. Schwefel und Spott. Arroganz in Menschengestalt. Levi.
      Aarin riss den Blick von Kyle los – gerade hatte sich dieser mit einer fast rührenden Aufrichtigkeit wieder seinem Date zugewandt – und wandte sich dem neuen Gast an seiner Seite zu. Der Whiskey, der ihm jetzt vor die Nase gestellt wurde, glänzte trügerisch im Licht. Und Levi – dieser höllische Tunichtgut – lächelte, als wäre dies ein Spiel, dessen Regeln nur er kannte.
      "Na das läuft doch hier ganz gut", schmunzelte er.
      Aarin kniff die Augen leicht zusammen. Das Schmunzeln. Diese Selbstgefälligkeit. Und dann, als er Levi musterte, fiel ihm alles aus dem Gesicht.
      Er starrte ihn an. Von oben bis unten. Und noch einmal zurück. Dann musste er sich ernsthaft anstrengen, um nicht laut loszulachen.
      "Oh bei den leuchtenden Schwingen Seraphiels…", murmelte er fassungslos und hielt sich beinahe den Mund zu. "Camael? Wirklich?"
      Er rang mit sich. Es war ein schmaler Grat zwischen Fassung und schallendem Gelächter auf dem Aarin balancierte. Er sog scharf die Luft ein in einem Versuch, sich zu fassen.
      Die goldene Lockenpracht. Die übertriebene Kinnpartie. Die unpassend ernsten Augen. Die ganze Pose… Es war wie ein misslungenes Portrait aus einer apokryphen Fußnote der Himmelsschrift. Levi war, wie Camael vor mehreren Ewigkeiten, Opfer eines jahrtausendealten Streiches geworden. Irgendjemand hatte es äußerst lustig gefunden, eine völlig frei erfundene Beschreibung des Engels hier und da durchsickern zu lassen. Himmel, hatte sich Camael aufgeregt damals... Aarin erinnerte sich, dass Camael wochenlang mit niemandem geredet hatte außer mit einem Cherub, der ohnehin nie antwortete.
      Er schüttelte leicht den Kopf. Der Moment war vorbei. Ernst kehrte in seinen Blick zurück, kälter als zuvor. Das hier war kein Moment für Scherze! Er musste Kyle vor dem üblen Einfluss dieses Dämons beschützen!
      "Was zum Abgrund tust du hier?" Seine Stimme war ruhig, aber schneidend. "Bist du hier, um Kyle zu verderben – oder nur, um mir auf die Nerven zu gehen?"
      Sein Blick blieb auf Levi geheftet, wachsam, undurchdringlich. Was auch immer dieses Spiel war – Aarin hatte nicht vor, mitzuspielen, ohne die Regeln zu kennen.


    • Aarin war so leicht zu lesen, es machte Spaß sein Gesicht zu beobachten, wenn Levi ihn einmal mehr mit seiner Anwesenheit beehrte. Der Engel war phenomensl schlecht darin sein Pokerface aufrecht zu erhalten und was Levi sah war nicht etwa Abscheu, da war jemand auf irgendeiner Ebene amüsiert. Es war lustig den Engel zu nerven, aber noch viel mehr Spaß machte es ihn aus seiner Schale zu holen, ihn die Kontrolle fallen zu lassen, wenn auch nur für ein paar Augenblicke. "Nicht gut getroffen? Oder einfach nicht dein Typ?", kicherte der Dämon. Vielleicht brauchte es das nächste Mal einen Geschlechtswechsel. "Würde mir Gabriel den Hals umdrehen wenn ich mich an seinem Aussehen bediene? Du könntest ihn mir beschreiben." Levi grinste und seine Augen ruhten auf dem Engel, statt auf Kyle, Kyle hatte alles im Griff.
      "Bist du hier, um Kyle zu verderben – oder nur, um mir auf die Nerven zu gehen?" Der Augenblick war vorbei, aber das machte nichts, Levi hatte etwas bekommen, das ihn zufriedengestellt hatte.
      "Vermutlich ein bisschen von beidem." Obwohl Levi eigentlich kein großes Interesse an diesem 'Verderben' hatte, Job hin oder her. Kyle war ein netter Kerl und es schien einfach in Levis Natur zu liegen andere Leute zu Dates zu überreden. Er wollte, dass es gut lief, nicht mehr. Vermutlich gab es hier ein paar Angriffspunkte, womöglich war es aber Levis menschliche Hälfte die diese bewusst ausschloss. "Sag schon, haben die beiden getanzt? Sag mir, dass sie ein wenig getanzt haben!" Gespräche waren schön und gut, aber ein bisschen engerer Kontakt war bestimmt drin!
    • "Nicht gut getroffen? Oder einfach nicht dein Typ?"
      "Hervorragend getroffen. Nur leider der falschen Anleitung gefolgt."
      Mehr würde Aarin nicht preisgeben. Wenn selbst Dämonen nicht wussten, dass die Beschreibungen falsch waren, könnte das noch nützlich sein. Wenn auch nur, um Camael noch eine Woche zum Schmollen zu bringen, sobald Aarin wieder nach Hause gehen konnte.
      Würde mir Gabriel den Hals umdrehen wenn ich mich an seinem Aussehen bediene? Du könntest ihn mir beschreiben."
      Gabriel würde wohl eher Aarin anzünden, sollte er eine solch... künstlerische... Entstellung zulassen. Er würde ihn ganz sicher nicht beschreiben, nur damit ein Dämon Gabriels Gesicht tragen konnte. Das mit Camael war ja ganz lustig, aber wenn Gabriel spielte in einer anderen, viel bekannteren Liga. Der musste noch regelmäßig irgendwelchen Leuten erscheinen - da konnte man dämonische Einmischung gar nicht gebrauchen!
      "Getanzt? War das dein toller Rat an Kyle?"
      Aarin schüttelte missbilligend den Kopf. Tanzen war ja schön und gut, aber nichts ging über echte Verbindung.
      "Nein, haben sie nicht. Stattdessen haben sie eine offene, ehrliche Unterhaltung miteinander. Ganz ohne alkoholischen Einfluss, möchte ich anmerken. Ich verstehe sowie so nicht, was alle an diesem Gesöff finden. Es vernebelt doch nur die Sinne und lädt zu schändlichen Taten ein."


    • "Hm, naja, vielleicht das nächste Mal.", kicherte Levi und nippte an seinem Drink. Er konnte es sogar jetzt gleich versuchen, mal kurz auf die Toilette verschwinden und mit einem anderen Gesicht wieder herauskommen, aber ein Gesicht pro Abend musste reichen und wenn es Aarin zum Lachen brachte, wieso sollte Levi es nicht behalten.
      "Nein, ich habe ihm geraten etwas zu trinken, für ein bisschen Mut, er meinte ihm gehen die Themen aus und er ist doch irgendwie der schüchterne Typ.", erklärte Levi, während er seinen Blick nun doch auf das Pärchen warf und ihnen beim Reden zusah. Beide schienen Spaß zu haben und die Zeit völlig vergessen zu haben, es dauerte immerhin eine ganze Weile bis Levi hier aufkreuzen konnte und sie hatten angeblich nichts anderes getan als sich zu unterhalten.
      "Was du da redest stimmt doch gar nicht. Außer man trinkt sich blöd, aber das passiert doch nicht nach einem Drink. Man wird mutiger, es hilft Menschen wie Kyle er selbst zu sein, obwohl er eigentlich viel zu nervös dazu ist, man wird lockerer. Ich habe keine Ahnung ob Alkohol bei dir funktioniert, aber du solltest es versuchen." Zugegeben, mit Whiskey anzufangen war vielleicht ein bisschen zu viel. Irgendwie hatte Levi auch angenommen der Engel würde den Drink annehmen, Anfängerfehler, natürlich war er viel zu brav dafür, obwohl... "Hat nicht Jesus Wasser in Wein verwandelt und diesen mit seinen Jüngern geteilt? Kann also kein Teufelszeug sein." Levi tauschte kurzerhand ihre Gläser. "Hier, probier lieber den hier, ist nicht so stark."
    • "Mut, der aus einer Flasche kommt, ist kein Mut, sondern eine Illusion davon. Kyle hat sich überwunden. Aus sich selbst heraus. Ohne deine... Ratschläge, ohne irgendeinen vergorenen Mutmacher. Er hat sich entschieden, seiner Nervosität ins Gesicht zu blicken. Das ist eine Tugend, Dämon. Eine echte. Keine, die in Eiswürfeln und Sirup serviert wird."
      Als der Dämon dann jedoch das alte Gleichnis vom Wasser und dem Wein auspackte, da rutschte Aarins Miene ab. Eine Falte legte sich über seine Stirn, die Flügelspitzen zuckten – rein metaphorisch natürlich, denn in dieser Bar war für Flügel kein Platz und vor Menschen durfte er sich ja auch gar nicht offenbaren.
      "Wein... Natürlich kommst du damit jetzt um die Ecke." Er stieß ein ungläubiges, fast schon beleidigtes Schnauben aus. "Weißt du überhaupt, wie die hygienischen Verhältnisse damals waren? Wasser war verseucht mit allem Möglichen. Man konnte es nicht trinken, ohne daran zu..." er rang kurz um eine Formulierung, die nicht nach menschlichem Verfall klang, "...schwächer zu werden. Wein und Bier waren das reinere Getränk. Es war keine Frage von Genuss. Es war eine Frage von Überleben. Das ist was ganz anderes!"
      Er lehnte sich leicht vor, verengte die Augen.
      "Und außerdem – außerdem – hat sich damals auch niemand betrunken! Zumindest nicht bei Tisch mit dem Messias!"
      Es war, als hätte jemand einen Schalter umgelegt.
      "Und überhaupt," begann Aarin, nun mit einiger Empörung, "alle tun immer so, als wäre er das Zentrum von allem! Jesus hier, Jesus da – als gäbe es nicht dutzende bedeutendere..."
      Er hielt inne, atmete tief durch, fuhr sich mit zwei Fingern über die Stirn.
      "Ähem. Wie dem auch sei."
      Er hatte sich verrannt, und er wusste es. Levi grinste sicher schon wie ein Ghul in der Sakristei.
      Dann wanderte sein Blick zum Glas, das der Dämon ihm untergeschoben hatte. Rosa. Halb leer. Mit Zuckerrand. Aarin starrte es an, als wäre es ein lebendiges Wesen, das jeden Moment mit ihm sprechen könnte. Seine Miene wurde skeptisch. Dann verächtlich. Dann wieder vorsichtig. Schließlich: stur.
      "Ich werde mich nicht so leicht in Versuchung führen lassen." Er sprach langsam, beinahe so, als müsse er sie sich selbst noch einmal bestätigen. "Nur weil du es mit Sirup maskierst und es hübsch glitzern lässt. Ich bin kein einfacher Mensch, Dämon."
      Er verschränkte die Arme. Starrte das Glas weiter an und schob es dann mit zwei Fingern weg von sich.
      "Du wirst mir schon mit besserem kommen müssen, wenn du willst, dass ich sündige."
      Er sah wieder zu Kyle, dessen Lächeln gerade aufrichtig und beinahe ein bisschen verliebt wirkte. Aarin seufzte innerlich. Wenigstens einer von ihnen machte heute Abend Fortschritte.


    • "Wenn ihr da oben alles so eng seht, muss es ja ziemlich leer sein.", schmunzelte Levi. Es konnte doch nicht verkehrt sein einen kleinen Schubser anzunehmen, um aus sich selbst herauszukommen. Ohne einen kleinen Schubser wäre Kyle überhaupt nicht hier, sondern würde im Café arbeiten und das Date vermutlich nicht einmal nachholen. Levi richtete seinen Blick wieder auf den Engel, der ganz außer sich war. Lebi ließ ihn aussprechen, es war doch immer wieder lustig wenn ein Engel seine Fassung verlor. Die Ruhe selbst war Aarin jedenfalls nicht und der Dämon konnte sich sein Grinsen nicht verkneifen.
      "Also wenn Menschen Wein gegen den Durst trinken, dann waren sie definitiv betrunken." kicherte Levi schließlich als der Engel mit seiner Ausführung abgeschlossen hatte. Der Dämon drehte sich auf seinem Platz ein wenig und wandte sich dem Engel mehr zu. Sein Gesicht durchlief mehrere Emotionen ehe er das Glas beiseite schob.
      "Du wirst mir schon mit besserem kommen müssen, wenn du willst, dass ich sündige."
      "Das ist in deinen Augen eine Sünde? Na prima, dann habe ich Kyles Seele ja schon gewonnen! Denkst du Kyle trinkt niemals? Ich war schon mit ihm aus, der braucht mich gar nicht um sich ein Bier zu bestellen. Oder fünf." Kyle war wie jeder Student, er ging aus, in Pubs und Clubs und er trank genauso wie alle anderen. Manchmal erwischte er auch zu viel und dann bereute er es am nächsten Tag. Das konnte kaum einen Fleck auf seiner Seele hinterlassen, nicht einmal einen winzigen. Das machte all das hier ja auch so schwer, wenn es nicht reichte, dass er Atheist war, sich ab und zu gehen ließ und seine Arbeit aufschob, was brauchte es dann? Ein selbstlos Opfer? Einen Mord? Levi war nicht der richtige Dämon um einen Menschen gewalttätig werden zu lassen, außer Kyle war tatsächlich der eifersüchtig Typ, dann konnte Levi sich schon was überlegen, aber eigentlich hatte er gar keine Ludt dazu.
      "Sieh mal, Engel, denkst du nicht es wäre für dich von Vorteil wenn du wüsstest was die Menschen, inklusive Kyle, so treiben? Man sieht dir an dass du wenn überhaupt schon sehr lange nicht mehr hier warst. Bist du gar nicht neugierig?"
    • Aarin verdrehte die Augen – nicht dramatisch, aber deutlich genug, dass selbst der gedankenloseste Dämon es mitbekommen hätte.
      "Alkohol ist nicht das Problem," sagte Aarin mit einer Stimme, die sich um Ruhe bemühte, dabei aber nur resigniertes Genervtsein erreichte. "Es ist das, was daraus entsteht. Die Dinge, die gesagt oder getan werden, weil Hemmungen verschwinden. Weil Entscheidungen nicht mehr mit klarem Verstand getroffen werden. Weil," er machte eine vage Geste in die Luft, als könne er damit all das menschliche Chaos auf einen Punkt bringen, "man sich selbst entgleitet."
      Er atmete tief durch, dann sah er den Dämon an, mit einer Mischung aus Genervtheit und Müdigkeit. „Aber was rede ich überhaupt. Du würdest das sowieso nicht verstehen. Es geht nicht darum, ob Kyle mal ein Bier trinkt. Es geht um die Entscheidungen, die in Momenten der Schwäche getroffen werden. Um das, was man daraus macht. Und genau deshalb wirst du Kyles Seele nicht bekommen."
      Ein kurzer, starrer Blick zwischen ihnen. Kein Zorn, kein Donner. Nur ein stilles, ernstes Urteil.
      "Sieh mal, Engel, denkst du nicht es wäre für dich von Vorteil wenn du wüsstest was die Menschen, inklusive Kyle, so treiben? Man sieht dir an dass du wenn überhaupt schon sehr lange nicht mehr hier warst. Bist du gar nicht neugierig?"
      Aarin schnaubte. "Nein."
      Die Antwort kam kam schnell. Zu schnell.
      Er hielt Levi den Blick stand – genau zwei Sekunden zu lange, mit diesem leicht verspannten Kiefer, der etwas anderes sagte als das Wort selbst. Also wandte er den Kopf demonstrativ zur Seite, als hätte ihn das Gespräch mit einem Mal gelangweilt. Doch seine Fingerspitzen bewegten sich über den Tresen, fast nervös. Er hatte das Glas nicht angerührt, aber er starrte es doch an, als könnte es ihm Antworten geben, die er selbst nicht hatte.
      Denn natürlich war es nicht so einfach. Natürlich war er neugierig. Natürlich war es schwieriger, als er erwartet hatte. Er hatte geglaubt, mit Beobachtung allein würde er verstehen. Doch nichts an diesen Menschen war linear, keine Entscheidung eindeutig, kein Gefühl in sich geschlossen. Sie lachten, wenn sie traurig waren, und logen aus Liebe. Sie machten sich kaputt, um anderen zu gefallen. Und sie wagten Dinge, bei denen selbst ein Engel den Atem anhielt, nur um gesehen zu werden.
      Aber das würde er einem Dämon ganz sicher nicht auf die Nase binden.
      "Ich bin nicht hier, um zu lernen," fügte er nach einem Moment hinzu. "Ich bin hier, um zu beschützen."


    • "Manchmal brauchen Menschen einen kleinen Schubser, genauso wie du Kyle herumschubst.", lächelte Levi, er meinte es nicht einmal böse. "Wieso macht es einen Unterschied ob es ein wenig Alkohol ist oder ein Liebesengel seine Finger im Spiel hat? Die Menschen haben sich enorm weiterentwickelt und doch stecken sie ebenso wie ihr Engel fedt zwischen Normen und Erwartungen, die nichts mit euren heiligen Schriften zu tun haben. Es sind selbstaufferlegte Fesseln die man ab und an ablegen können sollte, um frei zu sein." Ob der Engel es verstehen wollte oder nicht, Levi glaubte an das wovon er gerade sprach. Freiheit war ihm am wichtigsten, nicht nur für Lucifer und seine Anhänger, die das alles schon labge vergessen hatten. Die Hölle hatte mindestens genauso viele Hierarchien wie der Himmel und die Menschen? Sie versteiften sich ebenso. Levi wünschte sich ja keine Anarchie und komplettes Chaos in dem sich jeder nahm was er wollte, solch ein Chaos schürte ebenfalls Unterdrückung. Was oder wer auch immer Kyle war, Levi hatte wenig Interesse daran ihm seine Freiheit und seinen freien Willen zu rauben. Wie einfach wäre es sich in einen besseren Kyle zu wandeln, größer, schlanker, weißere Zähne und dann zu seinem Date zu stolzieren. Menschen hatten es schwer ihm zu widerstehen wenn er seiner Natur freien Lauf ließ, er könnte sie in seinen Bann ziehen und vor Kyles Augen mit ihr tanzen, sie vielleicht sogar Küssen und er wüsste nicht einmal, dass sein Freund dahintersteckte. Würde er sich vollaufen lassen? Levi eine verpassen? Oder er könnte Kyle dazu verführen eine heiße Nacht mit ihm zu verbringen und sich alles zu nehmen was er wollte. Auch dazu hatte Levi allerdings keine Lust. Sein Blick glitt zurück zu dem Engel, den er sehe viel interessanter fand und mit dem er es sich durch solch einen Trick nicht verscherzen wollte. Es schien viel interessanter nicht komplett in Ungnade zu fallen und etwas mehr Zeit mit ihm zu verbringen. Gerade starrte er das Glas immer noch an, aber solange Levi neben ihm saß würde er es nicht anfassen, dazu waren Engel wie er zu stolz.
      "Ich bin hier, um zu beschützen."
      "Na dann beschütz mal meinen Platz und überlege dir einen guten Wetteinsatz. Ich bin gleich wieder da." Damit stand Levi auf und schlängelte sich durch die Menge zu den Toiletten. Kyle war so in sein Gespräch vertieft, er würde Levi kaum bemerken ubd selbst wenn, warum sollte er in seiner Freizeit nicht hier abhängen? Es dauerte nicht lange bis Levi sein eigenes Gesicht zurück hatte, das er wesentlich lieber im Spiegel betrachtete. Er richtete noch seine Haare und setzte die Mütze die er dem Engel zuliebe aufhatte wieder auf. Auf dem Weg zurück bestellte er für das süße Pärchen eine Flasche Wein, weil er glaubte sie hätten so mehr Spaß und um den Engel ein klein wenig zu nerven, danach bahnte er sich seinen Weg zurück zu besagtem Engel neben dem er wieder Platz nehmen wollte.
      "Also auf was wetten wir? Wie weit werden die beiden heute gehen? Ein Kuss? Mehr?"
    • Aarin sah dem Dämon nach. Er wollte es sich nicht eingestehen, aber die Gespräche mit ihm waren durchaus... stimulierend. Sicher, er vermisste den Garten und den dort herrschenden Frieden, aber sich mal so richtig mit jemanden zu unterhalten war... interessant.
      In Vaters Namen, was machte er hier bloß?! Er hatte eine Aufgabe, die es zu erfüllen galt und der Dämon war eindeutig nicht Teil dieser Gleichung. Aarin sollte sich ausschließlich auf Kyle konzentrieren. Und dann konnte er wieder nach Hause gehen. Keine Ablenkungen, keine Versuchungen.
      "Also auf was wetten wir? Wie weit werden die beiden heute gehen? Ein Kuss? Mehr?" fragte der Dämon, als er sich wieder neben ihn an den Tisch fallen ließ.
      "Wir wetten auf gar nichts," entgegnete Aarin schlicht.
      Nicht, weil er Glücksspiel als Sünde ansah. Vielmehr lag es daran, dass Aarin das Konzept von Wetten fremd war und er sich nicht auf einen Deal mit einem Dämon einlassen wollte.
      "Du machst dir sowieso viel zu große Hoffnungen hier. Das ist ihr erstes Date; sie kennen sich ja kaum."


    • "Hast du etwa Angst ich raube dir deine... Naja Seele hast du ja keine. Was macht ihr denn den ganzen Tag da oben wenn euch langweilig wird?", fragte Levi nachdem er erneut abgeschmettert wurde. Irgendwie war es so doch lustiger, mit jemandem für den seine Natur keine Auswirkung hatte. Er setzte seine Gabe selten ein wenn er mit Menschen interagierte, aber er konnte auch nicht ablegen was er war. Ob ein Mensch ihm willentlich vertraute oder ein klein wenig verzaubert war war nicht auseinander zu halten. Einen Engel konnte er als Dämon bestimmt nicht beeinflussen, also war das alles ganz er. "Weißt du, die Menschen sind nicht mehr so prüde wie sie einmal waren. Wenn man mit jemandem imtim wird, dann erfährt man so viel mehr als durch ein einfaches Gespräch. Die Menschen können testen ob das alles überhaupt einen Sinn macht. Wenn es im Bett nicht klappt, dann kann man die ganze Sache gleich vergessen und wenn es bei einem Kuss nicht knistert, dann sucht man vielleicht besser woanders nach einem Partner. Es braucht gar nicht so viele Worte. Menschen lügen, andauernd. Ich wette Kyle wird sich auch als besser darstellen als er ist. Aber ihre Körper? Die lügen nicht. Sex ist der beste Weg um jemanden kennenzulernen.", erklärte der Dämon seine Sichtweise der Dinge offen und ehrlich.
    • "Hast du etwa Angst ich raube dir deine... Naja Seele hast du ja keine. Was macht ihr denn den ganzen Tag da oben wenn euch langweilig wird?"
      Aarin schnaufte. Selbst wenn Vater ihn mit einer Seele geschaffen hätte würde er sich die sicherlich nicht von einem Dämon rauben lassen. Das wäre doch gelacht! Und er würde mit genauso großer Sorgfalt auf Kyles Seele Acht geben. Warum sonst hätte man einen Engel dafür abstellen sollen?
      "Uns wird in Vaters Reich nicht langweilig. Wir haben alle unsere Aufgaben und wir gehen ihnen mit äußerstem Pflichtgefühl nach. Da bleibt keine Zeit, sich zu langweilen."
      Im Garten hatte es zumindest immer etwas zu tun gegeben. Pflanzen, die zurückgeschnitten werden mussten, Tieren, denen geholfen werden mussten. Manchmal hatte Aarin sie auch gefüttert, wenn ihm danach gewesen war. Seine Tage waren nie langweilig gewesen! Genauso wenig wie seine Nächte!
      "Menschen lügen, andauernd."
      "Glashaus und Steine, Dämon."
      "Ich wette Kyle wird sich auch als besser darstellen als er ist. Aber ihre Körper? Die lügen nicht. Sex ist der beste Weg um jemanden kennenzulernen."
      "Das bezweifle ich. So oft, wie sich Menschen verrennen, nur weil sie körperlich zusammenzupassen glauben."
      Warum wurden seine Ohren so warm? Und sein Nacken auch? Hatte hier jemand die Heizung hochgedreht? Machten Menschen das einfach? War das einer dieser Marketing-Tricks, vor denen Gabriel ihn gewarnt hatte?
      "Ich bin mir sicher, Kyle wird diese nette junge Frau nicht einfach belügen, nur weil er sich davon etwas erhofft."
      Das wäre doch gelacht, wenn Aarin dem Dämon so viel Einfluss erlauben würde. Nein, Aarin würde sichergehen, dass Kyle einfach er selbst sein konnte, ohne dämonische Kräfte, die sein Verhalten steuerten.


    • "Wie? Niemals? Nicht einmal eine klitzekleine Sekunde?", fragte Levi mit einem kleinen Lachen. "Wird denn deine Aufgabe nie langweilig? Habt ihr nie frei? Ihr solltet eine Gewärkschaft gründen, wisst ihr?" Was für ein trauriges Leben und kein Wunder, dass Lucifer sich das irgendwann nicht mehr gefallen lassen wollte.
      "Wie ist es hier? Wenn Kyle schläft, oder in der Uni sitzt, oder nur vor dem Fernseher gammelt. Ist dir dann langweilig?", fragte Levi weiter, er wollte nicht locker lassen. Menschen, Dämonen und auch Engel konnten gar nicht so unterschiedlich sein, immerhin hatten sie alle funktionierende Gedanken und waren alle unterschiedlich.
      "Glashaus und Steine, Dämon."
      "Ich hab nie behauptet ich würde nicht lügen und eine Lüge ist nicht immer etwas Schlechtes."
      "Das bezweifle ich. So oft, wie sich Menschen verrennen, nur weil sie körperlich zusammenzupassen glauben."
      "Ach? Woher weißt du das denn?", neckte Levi. Es war nicht schwer zu sehen, dass dieser Engel noch nicht lange hier war und sich lieber im Himmel oder sonstwo absolut gar nicht langweilte.
      "Ich bin mir sicher, Kyle wird diese nette junge Frau nicht einfach belügen, nur weil er sich davon etwas erhofft."
      "Menschen lügen oft nicht einmal mit Absicht und wenn er sie beeindrucken will, dann schwindelt er bestimmt ein bisschen. Du lügst doch auch." Levi zuckte mit den Schultern. Er verurteilte den Engel nicht dafür, warum sollte er? Jeder log, es kam nur darauf an welche Lügen man wem erzählte. Der Engel jedenfalls belog sich selbst, da war er sicher.
    • "Du lügst doch auch."
      Aarin starrte den Dämon mit großen Augen an. Ihm war sogar die Kinnlade heruntergeklappt.
      Er hatte sich doch gerade wohl verhört, oder? Wie konnte dieser Dämon es nur wagen!
      "Ich habe noch nie in meinem Leben gelogen! Und ich lebe schon sehr viel länger als du Wicht!"
      Demonstrativ verschränkte Aarin die Arme vor der Brust und wandte sich von dem Dämon ab. Dieses Gespräch war beendet, ja! Pah! Sollte er aufstehen und gehen? Nein, dann dachte der Dämon noch, er hätte gewonnen. Außerdem musste er ja auch immer noch auf Kyle aufpassen... Der Dämon sollte gehen! Aber sagen konnte er ihm das ja auch irgendwie nicht. Konnte er es ihm befehlen? Ja, aber der Dämon würde das wahrscheinlich ignorieren und ihn auch noch auslachen. Seine Kräfte konnte Aarin hier nicht einsetzen - er durfte sich ja nicht einfach so in einer Bar einem Haufen Menschen offenbaren. Was für eine verzwickte Situation aber auch!
      Er richtete seinen Blick wieder auf Kyle. Der lachte über etwas, was seine Begleitung gesagt hatte. Die beiden schienen sich ziemlich gut zu verstehen. Sie legte ihm freundlich die Hand auf den Oberschenkel. Aarins Blick richtete sich genau auf diese Stelle. Seine Ohren wurden schon wieder warm...