Reincarnated as Duchess of Althea [Shizuka x Yumia]

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    • Cerelia war verunsichert, als sie sah, wie Xaden seine Augenbrauen zusammenzog, nachdem sie ihm ihre Frage gestellt hatte. Auch seine Antwort brachte sie zum Nachdenken. Ein Teil von ihr fürchtete, ihn zu etwas gedrängt zu haben, gegen das sich sein Körper vielleicht innerlich wehrte. Doch sie erinnerte sich rasch an den Grund, weshalb sie überhaupt hergekommen war. Was sie zusätzlich beruhigte, war der Tonfall, in dem er sprach, ruhig, keineswegs genervt oder kühl, wie sie es womöglich erwartet hätte.
      Zufrieden, und glücklich über die Möglichkeit, mehr Zeit mit Xaden verbringen zu können, lächelte sie. Überrascht blickte sie jedoch zur Seite, als sie die Stimme des Assistenten hörte. Gedanklich bedankte sie sich bei ihm. Offenbar hatte er die Stimmung oder zumindest ihr Vorhaben erkannt und entsprechend reagiert.
      Cerelia nickte ihm wortlos zu, als er ihr bedeutete, dass sie auf dem Sofa Platz nehmen könne. Sie umrundete die Sitzgelegenheit in aller Ruhe und war überrascht, wie gemütlich sich das Polster unter ihr anfühlte, weich, aber nicht zu weich, fest genug, um nicht einzusinken, und doch bequem genug, dass sie sich vorstellen konnte, dort stundenlang zu verweilen. Kurz strich sie mit den Fingern über das Polster, dann hob sie den Blick, als Xaden das Wort ergriff.
      „Nicht dafür“, murmelte sie leise und erwiderte seinen fragenden Blick, als er wissen wollte, ob sie mit ihm über etwas sprechen wolle. Einen Moment lang zögerte sie. „Nichts?“ Es klang eher wie eine Frage als eine Antwort, denn sie war sich selbst nicht sicher, was er hören wollte. Sie war nicht hergekommen, um mit ihm über etwas Konkretes zu sprechen. Vielmehr hatte sie sich darauf eingestellt, einfach nur da zu sein, ihn nicht zu stören, während er arbeitete.
      Doch es war offensichtlich, dass er wissen wollte, warum sie wirklich hier war. Cerelia hatte sich allerdings noch keine passende Ausrede zurechtgelegt. Zumindest keine, die glaubhaft war.
      „Ich konnte nicht schlafen und...“ Sie stockte, sprach dann weiter, diesmal etwas leiser: „Ich dachte, vielleicht könnten wir den Abend ein wenig zusammen ausklingen lassen.“
      Kaum ausgesprochen, kam ihr die ganze Situation plötzlich peinlicher vor, als sie es sich in Gedanken ausgemalt hatte. Ein wenig verlegen räusperte sie sich, wandte den Blick ab und starrte in die Flammen des Kamins.
      Um das Thema zu wechseln, richtete sie den Blick wieder auf die Suppe. „Willst du nicht eine kleine Pause machen und sie essen, solange sie noch warm ist? Ein bisschen Erholung würde dir sicher gut tun.“
      Für einen Moment befürchtete Cerelia, dass sie mit ihrer Fürsorge vielleicht zu weit ging, dass sie eine Grenze überschritt, die ihr nicht zustand. Fiktiver Charakter hin oder her – sie respektierte ihn. So sehr, wie er jetzt vor ihr saß, war er für sie mehr als nur eine Figur. Er war eine Person.
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    • Der Geschmack der Suppe brannte noch auf seiner Zunge – eine Erinnerung daran, dass Wärme manchmal schmerzte, wenn sie zu unerwartet kam. Während Xaden versuchte, die Hitze zu ignorieren, spürte er, wie sein Stolz leise darunter schmolz. Ausgerechnet vor ihr. Er legte die Serviette langsam beiseite und atmete einmal tief durch, bevor er den Blick hob.
      Adelicia saß ganz ruhig da. Ihre Hände lagen gefaltet auf dem Schoß, den Blick zurückhaltend auf ihn gerichtet. Kein Lächeln auf den Lippen, keine versteckte Belustigung in den Augen – nur diese stillschweigende Präsenz, die ihn auf eine merkwürdige Art beruhigte.
      Er kannte sie so nicht. Nicht diese Version von ihr. Nicht diese Frau, die in sein Arbeitszimmer trat, ohne Ankündigung, ohne Begleitung, nur um bei ihm zu sitzen. Ganz zu schweigen davon, dass Sie ihm etwas zu Essen gebracht hatte. Vielleicht war es das, was ihn mehr aus dem Gleichgewicht brachte als alles andere heute: Dass sie ihm nicht direkt mit Forderungen bombardierte, nicht mit undurchdringlicher Arroganz und Egosimus. Sondern mit diesem stillen, fast verletzlichen Art und Unsicherheit, das er nicht erwartet hatte – und das ihn gleichzeitig daran erinnerte, wie sehr sie sich geänderte hatte. Es gab keinen Moment in ihrer Ehe, bei der Adelicia etwas für ihn gebracht hatte... Und augenscheinlich erwartete sie nichts als Gegenleistung. Wie überaus ... erfrischend?!
      Nur zu gut wusste er, dass in seiner Welt Freundlichkeit und Aufmerksamkeit fast immer etwas anderes bedeuteten: Kontrolle. Einfluss. Machtspiele in höflicher Verpackung. Ob sich doch eine versteckte Forderung dahinter steckte, die er noch nicht durchschaut hatte? Xaden konnte sich nicht einmal daran erinnern, wann das letzte Mal jemand freiwillig länger bei ihm verweilt hatte, ohne dass es durch Pflicht oder Politik erzwungen worden war. Ein Teil von ihm war noch immer höchst misstrauisch, doch ein anderer wollte diese Ungezwungenheit zulassen und sich in der Ruhe die sie mit sich brachte verweilen.
      Nur einen Moment länger ließ er seinen Blick auf ihr verweilen, wie sie dort am Kamin saß und das Licht der Flammen ihre Silhouette golden umrandete - Sie wirkte so fehl am Platz, und doch konnte er nicht sagen, dass sie störte.

      Er schob den Stuhl zurück und überraschte sich fast schon selbst, als er den Teller in die Hand nahm um sich mit ihr an den Kamin zu setzen. Er machte sich sogar die Mühe aus einem Kabinett eine weitere Tasse zu fischen und ihr von dem Tee, den sie gebracht hatte einzuschenken. Eine Weile sagten sie nichts, während er - diesmal vorsichtiger - von der Suppe aß. Die Kälte, die noch in seinen Knochen zu sitzen schien, wurde mit jedem Löffel den er zu sich nahm, immer weiter verdrängt. Ihre ruhige Art war ansteckend und er spürte, wie auch die Anspannung aus seinem Körper wich.
      "Du bist dir sicher, dass du nicht doch, schlafen gehen möchtest?" Fragte er nach einer Weile und griff nach seiner Teetasse - darauf bedacht, sich nicht noch einmal zu verbrennen. Er konnte sich nicht vorstellen, dass sie nicht nach dieser ganzen Aktion am heutigen Tag, vollkommen erschöpft sein musste. Auch er spürte, vorallem nachdem er nun die Suppe verspeist hatte, wie der Schlaf an ihm zu ziehen schien. Doch das würde er mit einer Tasse Kaffee wieder in den Griff bekommen. Der König ließ nicht auf sich warten und es stand viel auf dem Spiel.
    • Cerelia war überrascht, als sie sah, wie er sich neben sie setzte. Damit hatte sie nicht gerechnet, schon gar nicht mit dem Wissen um die enge Verbindung zwischen Adelicia und ihm. Sie war eigentlich davon ausgegangen, dass er die Suppe wie gewohnt an seinem Schreibtisch essen würde. Doch ihr Erstaunen wurde noch größer, als er ihr wortlos Tee einschenkte. Vielleicht war es doch die richtige Entscheidung gewesen, ihn nach dem Vorfall am See aufzusuchen und ihm eine warme Mahlzeit zuzubereiten. Vielleicht hatte ihre Gutmütigkeit tatsächlich einen Teil seines Herzens erreicht, ihn ein klein wenig berührt. Eine sanfte, wohlige Wärme breitete sich in ihr aus, wie ein vorsichtiger Sonnenstrahl an einem kalten Tag.
      Für einen Moment fühlte es sich an, als hätte sie wirklich das Glück, die letzten Augenblicke dieses seltsamen Traumes mit ihrem Lieblingscharakter verbringen zu dürfen. Es wäre perfekt, wenn auch Rean bei ihnen wäre, doch der kleine Junge schlief tief und fest in seinem Zimmer, genau so hatte sie ihn zurückgelassen.
      Mit angehaltenem Atem beobachtete Cerelia Xaden genau, versuchte jeden Hauch von Regung in seinem Gesicht zu deuten, der ihr verraten könnte, ob ihm die Suppe schmeckte. Doch seine Miene war wie immer undurchschaubar, gab ihr keinen Hinweis auf sein Urteil. Immerhin beschwerte er sich nicht. Das allein genügte ihr, um sich einzureden, dass der Geschmack in Ordnung war. Ein Stein fiel ihr vom Herzen. Dieser Moment bedeutete ihr viel, vielleicht mehr, als sie sich selbst eingestehen wollte. Sie wollte ihn festhalten, ihn auskosten, so lange es ging. Und sie fürchtete, dass schon die kleinste Unstimmigkeit alles zerstören könnte. Deshalb setzte sie alles daran, diesen Moment so perfekt wie möglich zu gestalten.
      So sehr hatte sie sich auf ihn konzentriert, dass sie sich aus ihren Gedanken regelrecht herausreißen musste, als er sie etwas fragte. Seine Stimme ließ sie zusammenzucken, doch dann schlich sich ein leichtes Lächeln auf ihre Lippen. Sie wollte glauben, dass seine Frage aus Sorge kam.
      „Ich bin mir sicher“, antwortete sie leise und sah ihn weiter unverwandt an. Dann legte sie leicht den Kopf schief und stellte ihm dieselbe Frage zurück, doch dieses Mal betonte sie das „du“ deutlich. „Bist du dir sicher, dass du nicht lieber schlafen gehen willst und die Arbeit erst morgen wieder aufnimmst?“
      Wenn es nach ihr ginge, würde sie ihn ohne Zögern ins Bett schicken. Sie verstand, dass er viel zu tun hatte, besonders nachdem er sich am Nachmittag Zeit für sie und Rean genommen hatte. Doch gerade deswegen machte sie sich Sorgen. Sie glaubte fest daran, dass man mit klarem Kopf und neuer Energie produktiver war, als sich müde und ausgelaugt durch die Nacht zu schleppen. Auch wenn sie wusste, wie stur Xaden sein konnte, wie schwer er sich beeinflussen ließ – besonders in Anbetracht des komplizierten Verhältnisses zwischen ihnen – konnte sie nicht anders, als es dennoch zu versuchen. Ganz leise, ganz behutsam, fast unauffällig. Vielleicht war es zwecklos. Aber vielleicht, nur vielleicht, erreichte sie ihn doch.
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    • Er ertappte sich selbst dabei, wie er sich neben ihr langsam zu entspannen. War es, weil der Tag so überaus anstrengend war? Oder war es die Suppe die ihn so müde machte? Oder war es ihre Präsenz? Letzteres wäre ihm nie in den Sinn gekommen, wäre sie die, die er geheiratet hatte. Doch die Adelicia von heute? Sie könnte es - gestand er sich ein.
      Xaden sah sie nicht direkt an, aber er konnte ihren Blick auf sich spüren. Besorgt und an ihn appellierend sich doch zur Ruhe zu legen, ganz so, als läge ihr tatsächlich was an ihm. Kaum hatte sie ihren Satz beendet, wurde das Sofa auf dem die beiden saßen viel zu gemütlich und er spürte wie die Erschöpfung sich in ihm breit machte. Er war ein Meister darin dieses Gefühl von sich zu schieben, als sei sie eine Decke die sich auf ihn zu legen drohte. Doch angesichts aller Ereignisse des Tages und nicht zuletzt ihrer unterschwelligen Bitte, überlegte er sich tatsächlich es für heute gut sein zu lassen.
      Nachdenklich schwenkte er die Tasse Tea und nahm gelassen einen weiteren Schluck davon. Es wollte noch immer nicht in seinen Kopf, dass Adelicia hier war, einfach weil sie hier mit ihm sein wollte. Er wollte nicht weiter darüber nachdenken was und wieso Adelicia heute tat was sie tat, daher kapitulierte er einfach. Die Tasse fand ihren Platz zurück auf den Untersetzer auf dem Beistelltisch und Xaden wandte sich an Adelicia um ihr zu antworten, dass er sich Schlaf nicht leisten konnte, doch stattdessen ließ ihr Blick ihn für einen Moment innehalten. "Und was würdest du tun, wenn ich mich in meine Gemächer zurückziehen würde?" - Ein Gedanke den er nicht laut aussprechen wollte, aber nun nicht mehr zurücknehmen konnte. Jetzt wo er näher am Kamin saß und das Feuer hinter ihm und nicht ihr war, wirkte sie nicht mehr Fehl am Platz. Das warme flackernde Licht spielte auf ihren Zügen und ließ sie fast weich erscheinen. Sie sah aus, als wären diese Gesichtszüge niemals streng, hart und kalt gewesen. Würde er sie weiter anblicken, würde er die alte Adelicia womöglich ganz vergessen.
    • Aufmerksam folgte Cerelia Xadens Bewegungen, in der Hoffnung, einen Hinweis darauf zu erkennen, ob er ihren unausgesprochenen Wunsch in Erwägung zog. Doch er schwenkte lediglich seine Tasse Tee. Zwischen ihnen legte sich eine stille Ruhe wie eine weiche Decke, doch für Cerelia war diese Stille angenehm. Die Ruhe tat ihnen beiden gut, egal, ob sie schweigend beieinander saßen oder miteinander redeten. Die gemeinsam verbrachte Zeit bedeutete ihr viel, besonders jetzt, so kurz vor dem Ende ihres Traums.
      Weil sie befürchtete, mit einem unüberlegten Wort seine Meinung ändern zu können, wagte sie nicht, ihn erneut darum zu bitten, sich auszuruhen, statt weiterzuarbeiten. Stattdessen wartete sie geduldig ab und blickte ihn erwartungsvoll an, als er sich schließlich ihr zuwandte.
      Doch entgegen ihrer Erwartung erhielt sie weder eine Antwort noch eine klare Absage. Cerelia sah ihn einen Moment lang an, ihre Gedanken kamen ins Stocken. Sie wusste nicht, wie sie auf seine Frage reagieren sollte. Was wollte er hören? Was genau meinte er? Sollte sie einfach sagen, dass sie sich zurückziehen wollte? Dass sie noch ein wenig auf ihrer Terrasse verweilen würde, bevor sie schlafen ging? Es klang zu simpel, zu gewöhnlich, um auf eine solche, beinahe bedeutungsschwere Frage zu antworten.
      Sie spürte, dass sich etwas hinter seiner Frage verbarg, doch sie konnte nicht sagen, was es war. Und sie wollte die Gelegenheit nicht verstreichen lassen, wollte nicht den falschen Ton treffen. Lange hielt sie seinen Blick, bis ihr der Augenkontakt zu intensiv wurde – obwohl sie ihn stundenlang ansehen könnte, wenn sie dürfte – und sie schließlich zur Tasse hinabblickte. Mit der Fingerkuppe fuhr sie über den Rand, atmete kurz ein, hob dann wieder den Blick und sagte ruhig:
      „Ich würde dir folgen.“
      Kaum hatte sie es ausgesprochen, wurde ihr bewusst, wie doppeldeutig es klingen konnte. Ein Hauch von Röte stieg ihr in die Wangen, sie räusperte sich leicht.
      „Also, ich würde ebenfalls in meine Gemächer zurückkehren. Vielleicht noch ein wenig auf der Terrasse verweilen, bevor ich schlafen gehe.“ Ihr fiel nichts Besseres ein, als genau das auszusprechen, was ihr gerade durch den Kopf ging. Sie wusste nicht, was er sich von ihrer Antwort erhofft hatte , aber bevor sie noch zehn Minuten schweigend nebeneinandersitzen und sich dabei nur anschwiegen, wollte sie ehrlich sein.
      Cerelia musste sich eingestehen, dass sie sehr neugierig war, was genau hinter seiner Frage steckte. Oder interpretierte sie zu viel hinein? War es einfach nur eine beiläufige Frage gewesen, ganz ohne tiefere Bedeutung? Sie ahnte jedoch, dass sie auch keine klare Antwort erhalten würde, wenn sie ihn direkt danach fragte.
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