Reincarnated as Duchess of Althea [Shizuka x Yumia]

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    • Reincarnated as Duchess of Althea [Shizuka x Yumia]

      Reincarnated as Duchess of Althea



      “Isn’t that how falling in love so often works? Some stranger appears out of nowhere and becomes a fixed star in your universe.” ― Kate Bolick



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      Gerne: Romanze, Drama
      Rollen:
      Cerelia - @Yumia
      Ehemann - @Shizuka
      Vorstellung

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      Cerelia hat schon immer gern manhwas gelesen und hat sich öfters vorgestellt, wie es wohl wäre selbst in solch einer Geschichte zu leben. Ihr Wunsch wurde eines Tages erfüllt, als sie plötzlich in einem unbekannten Bett aufwachte. Schnell stellte es sich heraus, dass sie in eins der manhwas aufgewacht war, die sie gelesen hatte. Da die Kapitel jedoch immer langsam veröffentlicht wurden, konnte sie sich nicht mehr an alles erinnern. Doch wichtige Informationen hatte sie beibehalten. Sie war in die Rolle der Mutter eines Kindes, welches sie über die Jahre hinweg vernachlässigt hat, geschlüpft. Nun kümmern sich nur die Bedienstete um das Kind. Ihre Beziehung zu ihrem Mann Y war von Anfang an kalt gewesen, da es sich um eine einseitige Liebe und politische Heirat handelte.
      Cerelia tut alles daran die Zukunft des Kindes und Ehemanns zu retten, die beide Bösewichte werden und den Tod durch den Liebhaber der Protagonistin Seraphina der Geschichte finden werden.



      Cerelia // Adelicia

      In einem abgedunkelten Krankenzimmer lag ein zartes braunhaariges Mädchen in einem Krankenhausbett, von dumpfem Licht erhellt. Hinter dem bodenlangem Fenster glitzerten in der Ferne die Lichter aller Gebäude, die für das Mädchen unerreichbar erschien. Ob sie jemals ein Fuß aus diesem Gebäude setzen wird? Sie wusste es nicht, doch sie tagträumte von diesen einen Tag. Stundenlang die Sonne auf ihre nackten Haut spüren, den frischen Wind durch ihre Haare spüren und den frischen Regen riechen. Dinge, die die meisten Menschen fast tagtäglich erleben, die dem Mädchen aber verwehrt war. Sie war an diesem Bett gebunden, ungewollt. Der Schmerz durchdrang jeden Teil ihres Körpers, und das Wissen, dass die Zeit für sie knapp wurde, lastete wie ein bleierner Mantel auf ihren Schultern. Die einzige Flucht vor der bitteren Realität bot ihr der Bildschirm vor ihr, auf dem sie Geschichten online las. Die vielen manhwas, die sie online gefunden hat, haben ihr die Möglichkeit gegeben in eine heile Welt zu flüchten. Diese erlaubten es ihr, für einen Moment die Strapazen der Wirklichkeit zu vergessen, und sie sehnte sich oft danach, selbst in einem dieser Geschichten zu existieren. Cerelia sehnte sich nach einem gesunden Leben, nach Liebe und Abenteuer.
      Trotz der drückenden Last versuchte sie tapfer, optimistisch zu bleiben. Tränen drängten sich in ihre Augen, doch sie zwang sich, sie nicht fließen zu lassen. Schließlich, als die Dunkelheit der Verzweiflung ihre Sinne einzuhüllen schien, schloss sie ihre Augen, vertraute sich dem Trost der Geschichten an und ließ den Schlaf sie in seine Arme nehmen.

      Als sie ihre Augen erneut öffnete, spürte sie ein merkwürdiges Gefühl des Losgelöstseins, als ob der Übergang in die Traumwelt sanft wie eine Brise war. Verwirrt setzte sie sich auf, und ihre Augen, nun in einem traumähnlichen Raum, blinzelten im schummrigen Licht des Zimmers. Schwere Vorhänge blockierte die Welle an Sonnenlicht, welches ins Zimmer zu überschwappen drohte, doch der feine Spalt zwischen dem schweren Material ließ ein Schein in das Zimmer hineindringen und ließ das Zimmer in ein dumpfen aber sanften Licht erhellen.
      Ein teures und edel dekoriertes Zimmer erstreckte sich vor ihr, ein scheinbarer Kontrast zu der sterilen Umgebung des Krankenhauses. Die Möbel waren von beeindruckender Eleganz, poliert und verziert, als kämen sie aus einer anderen Zeit. Fragen über Fragen häuften sich in ihrem Kopf, doch keine Antworten. Cerelia erhob sich überrascht von dem kunstvoll gestalteten Bett und strich sich ihre schwarzen Haare aus dem Gesicht. Beim dem Anblick der dunklen Strähne, nahm sie diese in die Hand und spürte wie seidig sie sich anfühlte. Sie verstand nicht wieso sie nun auf einmal eine andere Haarfarbe besaß, vor allem in dieser Länge. Ihr Blick fiel sogleich auf die Haut. Der goldene Schimmer im Zimmer stand im Kontrast zu ihre sehr helle Haut. Ihre Gedanken rasten, bis sie ihr Blick abermals erhob und dieser auf einen Spiegel landete, der nicht allzu weit von ihr entfernt war. Mühelos, anders als sie es gewohnt war, schwang sie ihre Beine über die Bettkante und stand auf. Wie lange war es wohl her, dass sie federleicht auf ihren Füßen stand, ohne Schmerzen? Vorsichtig trat sie ein Fuß nach dem anderen. Diese Sensation, die für jedermann selbstverständlich vorkommen mag, war ihr beinahe fremd. Langsam kam sie dem Spiegel näher und als ihr eigens Spiegelbild ihr entgegen starrte, fuhr sie vor Schreck zurück. Ein Schrei entrang ihrer Kehle, stolperte über ihren eigenen Fuß, als sie einen Schritt nach hinten machen wollte und fiel nicht sonderlich grazil hin.

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    • Xaden

      Ein Klopfen an der Tür zu seinem Arbeitszimmer weckte ihn aus seinem Schlaf. Schon die dritte Nacht in Folge war er schon nicht mehr in seinem Schalfgemach gewesen - jedenfalls nicht um das zu tun, dessen Zweck es zu erfüllen hatte. Die letzten Tage war er nur in seinen privaten Räumen um sich die Müdigkeit aus dem Gesicht zu wischen und sich für den Tag präsentabel zu machen und doch wollte er es sich nicht eingestehen, dass er eine Pause brauchte. Nicht wenn der König ihm diese Aufgabe höchstpersönlich aufgetragen hatte und mit Argusaugen, jeden seiner Schritte in diesem Thema verfolgte. Ihm war klar, dass der kleinste Fehler dazu führte ihn öffentlich zu denunzieren. Und diese Freude wollte ihn Xadens Stolz nicht gewähren, daher blieb ihm nichts anderes übrig sich in die Arbeit zu stürzen. Er war sogar erpicht darauf den Erlass zur Verbesserung der Lebensqualität der Menschen im Krisengebiet verfassen zu dürfen - eine List, wie er erst zu spät bemerkte, denn der König wusste, dass Xaden genau diese Aufgabe zu seiner eigenen machen würde. Kaum dass er sich dafür bereit erklärt hatte, erläuterte der König seine Bedingungen - oder eher erweiterte er seine Bedingungen. Es befand sich für die Hilfen kaum mehr Geld in der Staatskasse, weswegen Xaden einen anderen Weg finden musste um an Geld für den Wiederaufbau als auch die Hilfsgüter zu finden. Selbstverständlich war sich der Duke dieser Situation und auch der Dringlichkeit bewusst, doch mit dem Wiederstand mit dem er bei den Adeligen zu kämpfen hatte nicht. Angeblich hätten diese eigene hohe Ausgaben zu tätigen, weswegen selbst ein königlicher Kredit nicht möglich wäre - nicht dass das Budget welches er zur Verfügung gestellt bekam annähernd für die notwenigen Ausgaben ausgereicht hätte... Ganz plötzlich waren auch alle Handwerker und Handelsleute mit anderen Aufträgen beschäftigt, sodass Xaden auch dieses Problem zu bewältigen hatte.
      Trotz allem hatte der Duke von Althea eine Lösung gefunden und Schlaf, Nerven und zwei Familienabendessen geopfert. Nichts im Vergleich zu dem Leid und dem Hunger die die Menschen im Krisengebiet erlitten.
      Mit einem leisen Stöhnen setzte er sich aus seiner - nicht sehr bequemen - halb liegenden halb sitzendem Positur, auf. Müde fuhr er sich übers Gesicht - ein kläglicher Versuch, sich den Schlaf aus den Augen zu wischen, und räusperte sich bevor er mit noch kratziger Stimme rief: "Herein."
      Die Tür öffnete sich mit einem leisen Klicken und sein Butler trat in den Raum. "Guten Morgen euer Gnaden." eine kurze Verbeugung bevor Alfons ihn mustern konnte. Sah er da etwa einen Hauch von Sorge? "Mr. Matthias trug mir auf, euch heute Morgen daran zu erinnern, dass eure Frau um ein Frühstück bat." Ah - genau. Vor einigen Tagen hatte sie ihn über Matthias wissen lassen, dass es etwas gab worüber Adelicia reden wollte. Es kam selten vor, dass seine Frau überhaupt mit ihm sprechen wollte. Die Wenigen Male die sie das Tat waren wegen öffentlichen Veranstaltungen zu denen sie ihn dabei haben wollte, oder größere Anschaffungen die sie nicht ohne sein Einverständnis tätigen konnte. Mit einem Nicken gab er Alfons zu verstehen, dass er ihn gehört hatte. "Euer Gnaden." er musste nicht hinschauen um zu wissen, dass Alfons im Begriff war zu gehen. Doch bevor er die Tür erreicht hatte hielt Xaden ihn auf. "Alfons. Ich möchte, dass mein Sohn ebenfalls anwesend ist." Sein Butler hatte sich umgedreht und verbeugte ich ein weiteres Mal. "Natürlich euer Gnaden."
      Nachdem sich die Tür wieder geschlossen hatte rieb sich Xaden die Schläfen. Nicht mehr lange, dann wäre zumindest das Problem des königlichen Erlasses erledigt. Er würde in wenigen Tagen beim Hofe des Königs seinen Entwurf einreichen - zum dritten Mal, doch dieses Mal war er sich sicher, dass der König keine weiteren vermeintlichen Mängel in seiner Arbeit finden würde. Selbst der Rat war mit den ständigen Beanstandungen frustriert. Der Unmut wuchs mit jeder Sitzung die der König einberief.

      Mit einem tiefen Atemzug stieß Xaden sich von der Tischkante ab und durchquerte den Raum mit langen Schritten in seine privaten Gemächer um sich auf das Frühstück mit seiner Familie vorzubereiten. Ein passendes Wort, denn zu meist sah er diese Zusammentreffen als Pflichtveranstaltung. Kaum hatte er den Flügel betreten hörte er ein Aufschreien auf der gegenüberliegenden Seite - die Hälfte des Flügel in dem seine Frau residierte war seinem direkt gegenüber gelegen. Es war ihm ein Rätsel, wie nah sie zusammenwohnten und es dennoch schafften sich nur an den Familienabendessen einmal in der Woche zu sehen.

      Einen kurzen Moment zögerte er bevor er die Tür zu den Gemächern seiner Frau öffnete - und erst da wurde ihm bewusst, dass er diese Räume seit seiner Heirat mit Ihr nie betreten hatten. Wie eine unausgesprochene Regel, waren für ihn diese Zimmer tabu gewesen. Sie musste ihm nicht sagen, dass er sich aus ihren Angelegenheiten und ihren Gemächern rauszuhalten hatte. Adelicia war mehr als fähig ihre Wünsche mit Blicken auszudrücken. Ihm war es mehr als recht. Doch er fühlte sich als Ehemann zumindest verpflichtet nach dem Rechten zu sehen, insbesondere da es sich anhörte als sei sie gefallen. Alarmiert stürmte er ins Vorzimmer. "Adalicia?!"
    • Cerelia // Adelicia

      Cerelia starrte entgeistert auf das Spiegelbild, das sie anstarrte. Ein Moment der Stille erfüllte das prachtvolle Zimmer, als sie zaghaft ihre rechte Hand hob und ihre eigene Wange berührte. Die Realität dieses Moments durchflutete sie, als sie das seidige, rabenschwarze Haar durch ihre Finger gleiten ließ, das in sanften Wellen bis zu ihrem Rücken reichte. Rubinrote Augen, faszinierend und tief, spiegelten sich in der Spiegelung wider, und Cerelia konnte ihre eigene Verblüffung in diesem fremden Gesicht sehen. Rubinroten Augen, die je nach Blick verführend oder gar kalt wirken konnten. Gesichtszüge, die nur Missverständnisse mit sich bringen konnte. Warte, warte, stoppte sich Cerelia und griff sich ins Haar. Egal wie sehr sie es drehte und wendete, alles fühlte sich viel zu real an.
      "Was zur Hölle?", flüsterte sie fassungslos, während ihre Finger durch die langen Strähnen glitten, die sich wie fließender Samt anfühlten. "Oh mein Gott, was..." Ihre eigene Stimme klang anders, fremd und doch vertraut. Etwas hatte sich verändert, und Cerelia beugte sich vor, um sich eingehend im Spiegel zu betrachten.
      Inmitten dieser selbstreflektierenden Verwirrung schoss ihr plötzlich ein Gedanke durch den Kopf. Sie kannte dieses Gesicht, erinnerte sich daran, obwohl es nicht ihr eigenes war. Adelicia Althea. Die böse Mutter von Rean aus ihrer Lieblingsgeschichte, die sie so tief ins Herz geschlossen hatte. Ein Schauer überlief Cerelia, als sie sich daran erinnerte, dass Adelicia früh in der Handlung verstorben war. Die Erkenntnis traf sie wie ein Blitz: Sie befand sich in der Haut eines Charakters ihrer geliebten Erzählung. Doch da die Kapitel immer sehr langsam veröffentlicht worden sind, konnte Cerelia sich nicht an alles erinnern. Und da Cerelia die Mutter vornherein nicht ausstehen konnte, war es für sie keine große Bedeutung gewesen wie sie gestorben war. Wie konnte eine Mutter ein solch liebes Kind wie Rean vernachlässigen? So unheimlich süß aussehend und niedlich? Cerelias Herz schlug bei dem Gedanken schneller. Befand sie sich nun in einem Traum, bevor sie ins Jenseits treten wird? Merkwürdigerweise stimmte der Gedanke sie nicht traurig, auch wenn sie in der Realität immer versucht hatte zu kämpfen. Doch auch ein Kampf nahm irgendwann sein Ende. Und dass sie vor ihrem Tod die Möglichkeit bekam so realistisch über ihre Lieblingsgeschichte zu träumen, erfreute sie vielmehr und wollte es in vollen Zügen genießen.

      "Adelicia Althea. Adel-", begann sie den Namen auszusprechen, als plötzlich jemand in ihr Zimmer stürmte. Cerelia wurde von der plötzlichen Anwesenheit einer anderen Person überrascht, ihre eigenen und das Gesicht des anderen schienen realer als je zuvor. Der Traum, so dachte sie, fühlte sich so unglaublich lebendig an, dass sie einen Moment brauchte, um sich zu sammeln. Wenn sie nach dem Traum sterben würde, dann wollte sie den Traum in vollen Zügen genießen und das konnte sie nicht auf den Boden machen.
      Als ihr Blick auf die besagte Person fiel, weiteten sich ihre Augen. Sie würde niemals das Gesicht vergessen. Schon von Anfang an fand sie den Charakter toll, auch wenn viele andere Menschen, die einen Kommentar hinterlassen haben, ihn nicht sonderlich in ein gutes Licht gesehen haben. Nur sie selbst und wenige andere hatten den Charme des Charakters namens Xaden Alexander Lucien Althea erkannte. Zwar war Rean ihr Lieblingscharakter, doch Xaden war dicht dran. Wie auch, als sie gelesen und gesehen hatte, was er alles für die Familie tat, vor allem für Rean, auch wenn seine Art ebenso viele Missverständnisse mit sich brachte wie Adelicias Gesicht. Sehr erfreut darüber einen weiteren Charakter zu sehen, sprang sie auf und kam ihm schnell näher. Ein wenig zu nah blieb sie vor ihm stehen und sah ihn mit großen funkelnden Augen an. Da er nun etwas größer als sie selbst war, musste sie ihren Blick etwas nach oben wandern lassen. Er sieht so real aus, dachte sich Cerelia beeindruckt und sah in seine Augen. Vor Freude hielt sie ihre Hände vor ihrem Mund, um ihr breites Lächeln zu versuchen zu verstecken. Die scharfen Kanten seines Gesichts und Makellosigkeit sah genauso aus, wie sie es im manhwa gesehen hatte. Doch was ihr am meisten gefiel, waren seine Augen, die eine einzigartige aber bezaubernde Farbe besaßen. Ihr Blick wanderte nach unten, blieb kurz an seinen Lippen hängen, ehe sie seine Kleidung im Augenschein nahm. So ordentlich, so gut koordiniert.
      Komplett in ihrer eigenen Gedanken gefangen, ging sie langsam um Xanden herum, um jede Kleinigkeit die es gab, wie ein Schwamm aufzusaugen. Als sie wieder vor ihm stand, hatte sie mittlerweile ihre Hände von ihrem Mund entfernt. Doch vor ihm legte sie ihre Hände wieder aneinander, ohne dabei zu klatschen und legte ihre Zeigerfingerspitzen gegen ihre Lippen. „Du bist es wirklich Xaden", flüsterte sie, laut genug dass er es hören konnte.
      "Guten Morgen." Ihr breites Lächeln gezeugt von purer Glückseligkeit, als sie ihre Hände hinter dem Rücken verschränkte und ihn mit leicht schief gelegten Kopf intensiv ansah. Dieser Moment, so surreal und erfüllt von Freude, schien ihre Realität zu überstrahlen, und Cerelia konnte sich an keinen glücklicheren Moment in ihrem Leben erinnern. Sie konnte nun ohne Reue sterben.
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    • Xaden

      Nachdem er eine Bewegung aus den Augenwinkeln heraus wahrgenommen hatte, schnappte sein Blick ins Schlafzimmer von wo aus Adalicia auf ihn zuging. Mit etwas zu schnellen Schritten hatte sie die Distanz zwischen Ihnen auf ein Minimum verringert, so sehr, dass er unwillkürlich einen Schritt zurück nahm. Er war so perplex, dass er ihre Musterung nur mit zusammengezogenen Brauen beobachtete. Was tat sie da? Sie umrundete ihn, als wäre er ein seltenes Objekt, dass sie zum ersten Mal in Ihrem Leben erblickt hatte. Seine Nackenhaare stellten sich unkomfortable auf, als ihr Blick neugierig über seinen Körper glitt. War sie auf den Kopf gefallen? Ein kurzer Blick auf ihr Haupt ließ nichts darauf deuten. War sie womöglich krank? War sie im Delirium? Keiner seiner Angestellten hatte ihm von irgendwelchen Unpässlichkeiten seiner Familie berichtet - oder war er so in Arbeit versunken, dass er es überhört hatte?
      Als Adalicia mit ihrem kleinen Rundgang um ihn herum fertig war, verwirrte sie ihn nur noch mehr. Er war Xaden? Natürlich war er das, und es war nicht so, als hätten sie sich Ewigkeiten nicht gesehen. Zugegeben, er hatte seine Frau und seinen Sohn nun mehr zwei Wochen nicht mehr zu Gesicht bekommen... War es ihre exzentrische Art ihn zu verspotten, weil er die gemeinsamen Abendessen hat absagen müssen? Er war immer der Meinung, dass Adalicia nur unfreiwillig am Tisch saß. Sie hatte ihren Unmut auf offen kundgetan - mit Ihren Blicken. doch Xaden hatte weiterhin darauf bestanden zumindest einmal in der Woche die ganze Familie zusammen zu sehen. Adalicia hatte dies Schweigend hingenommen. Die Vermutung, dass sie ihn nun deswegen verspottete, lag daher nahe - oder?
      Seine Brauen zogen sich nur noch mehr zusammen. `Guten Morgen`? Seit wann begrüßte sie ihn so informell bzw. überhaupt?
      Ohne Ihr zu antworten legte er ihr seine, recht kühle, Hand auf die Stirn um sicherzustellen, dass sie nicht unter einem Fieberwahn litt. Ihre Wangen waren zwar leicht gerötet, und Ihre Augen sahen etwas glasig und einen ticken zu ... freundlich? aus. Waren Ihre Augen schon immer ein so brillantes rubinrot gewesen?
      Ihre Temperatur schien nur leicht erhöht, kein Fieber - so befand er. Dennoch schien etwas mit ihr nicht zu stimmen. Er zog seine Hand zurück und sah sie eindringlich an. "Was ist passiert, Adalicia?" fragte er langsam, nicht wissend was er sonst zu ihrem Verhalten sagen sollte. Eine effiziente Frage um herauszufinden, was der Grund ihres Aufschreis, des dumpfen Aufpralls und ihres merkwürdiges Benehmen auf sich hatte. Effizienz wurde ihm so sehr ins Mark eingebläut, dass er überhaupt keine andere Frage aufkam.

      Seine Augen waren weiterhin auf Adalicia gerichtet, als eine ihrer Zofen ins Zimmer kam. "Eure Gnaden." Ohne sich umdrehen zu müssen wusste er, dass sie hinter ihm stand. Sicherlich war sie hier um Adalicia in ihre Gewänder zu helfen und sie für das Frühstück zurecht zu machen. "Kammerzofe, bitte lasst den Arzt kommen, meiner Frau scheint es nicht wohl zu gehen." "Sofort, eurer Gnaden." Er hörte nur, wie sie kurz aus dem Raum getreten war und einer anderen Dame vor den Zimmern auftrug den Herrn Doktor zu rufen. Dann erschien sie etwas unschlüssig wieder im Raum, unsicher ob sie der Herzogin nun behilflich sein sollte oder ob sie den beiden Eheleuten Privatsphäre geben sollte. Xaden erbarmte sich ihrer und riss sich von Adalicias Augen los um das Mädchen anzusehen. Sein Blick war indifferent, doch er war sich seiner eisblauen Augen bewusst, die für viele Menschen Kälte ausstrahlten. Was ihm meist in geschäftlichen Dingen einen Vorteil verschaffte, da sie einschüchternd wirken konnten. "Du darfst gehen." Die Wangen der Kammerzofe erröteten vor Nervosität und sie beeilte sich zu verbeugen und nach einem gemurmelten "Eure Gnaden" aus dem Zimmer zu verschwinden. Als sie die Tür leise hinter sich zugezogen hatte wandte Xaden sich wieder seiner Frau zu.

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    • Cerelias // Adelicia

      Cerelias Herz schlug hoch in ihrem Hals, als sie die Berührung von Xaden auf ihrer Haut spürte. Durch den plötzlichen Kontakt erstarrte sie an Ort und Stelle. Man könnte meinen, ihr Kopf sei mit allerlei Gedanken gefüllt, doch entgegen ihrer Erwartung war er leer. Nein, ein Gedanke hatte sich jedoch festgesetzt: Wie war das möglich? Sie spürte seine Haut, seine Wärme, und sein Gesicht war bis ins kleinste Detail in ihrem Gedächtnis eingeprägt. Wie konnte das sein? Cerelia hatte in der Vergangenheit Träume gehabt, die ihr realistisch vorkamen, doch bisher niemals in einem solchen Ausmaß. Auch wenn sie sich allmählich damit abfand, dass es sich wohl um den Übergang ins Jenseits handelte, war sie beinahe erschrocken darüber, wie lebendig alles vor ihren Augen erschien.
      Erst als er den Namen des Charakters aussprach, konnte sich Cerelia aus ihrer Starre befreien. Sie ließ ihren Blick zur Seite gleiten, als sie eine fremde Stimme wahrnahm. Durch den verbalen Austausch zwischen Xaden und der Dame konnte Cerelia die Identität der unbekannten Person, wenn auch nur teilweise, ausmachen. So schnell wie sie aufgetaucht war, so schnell verließ sie auch wieder den Raum. „Ich brauche keinen Arzt. Ich bin nur über meine eigenen Füße gestolpert“, hob Cerelia eilig die Hände. „Aber danke“, fügte sie dann leise hinzu. Soweit sie sich erinnern konnte, hatte Adelicia mit Xaden keine gute Beziehung. Diese war vielmehr von Distanz und Desinteresse geprägt, weshalb sie ein wenig über Xadens Fürsorge überrascht war. Weiterhin von seinem Gesicht fasziniert, bemerkte sie nicht, wie lange ihr Blick auf ihm ruhte. Sie konnte sich einfach nicht sattsehen an ihm. Sein markantes Gesicht, die makellose Haut, die perfekten Proportionen, das dunkle Haar und die wunderschönen blauen Augen, in denen sie sich verlieren konnte. Ihr fangirlhaftes Herz jubelte vor Begeisterung, und sie konnte nicht anders, als über beide Ohren zu lächeln. „Tut mir leid, wenn ich dich mit meinem Schrei erschreckt habe“, lachte Cerelia leicht nervös und fasste sich verlegen an den Nacken. In diesem Moment hatte Cerelia nicht mehr im Kopf, wie die beiden Charaktere miteinander gesprochen hatten, als sie sich tatsächlich begegneten. Sie wusste, dass die Sätze meist kurz waren und man nur das aussprach, was unbedingt gesagt werden musste, doch in diesem Moment vergaß sie diese Details und die Formalitäten.
      Doch bevor Xaden, so hoffte Cerelia zumindest, weiter auf das Thema eingehen und versuchen konnte, einen Arzt für sie zu holen, schnitt sie ein neues Thema an. „Ah, Frühstück! Wenn du nicht zu beschäftigt bist, möchtest du mit Rean frühstücken?“, sprach sie ihre Frage aus, die in Wirklichkeit ein Wunsch ihrerseits war. Denn wenn Xaden hier war, musste auch Rean anwesend sein. Zwei ihrer Lieblingscharaktere zu sehen, ehe sie ins Jenseits schritt? Besser hätte sie sich nichts wünschen können.
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    • Xaden

      Unwillkürlich hatten sich seine Brauen weiter zusammengezogen. Adalicia die sich entschuldigte? Vor Verlegenheit errötete? Egal was sie sagte, das passte ganz und gar nicht zu ihr. Obwohl Xaden nicht behaupten konnte, dass er seine Frau sehr gut kannte, aber er hätte sie nicht als jemanden beschrieben, der schnell nervös wurde, beschrieben. Etwas war nicht richtig und er hatte gut daran getan, einen Arzt kommen zu lassen, denn aus ihrem aktuellen Verhalten wurde er nicht schlau. Er konnte sich ganz genau ausmalen was in den letzten Minuten passiert wäre, wäre Adalicia bei Sinnen. Wenn sie ihn nicht in dem Moment in dem er das Zimmer betreten hatte, rausgeschmissen hätte, dann hätte sie aber zumindest seine Hand weggeschlagen, ihn angefaucht, er solle sie nicht anfassen und hätte ihn schimpfend aus dem Zimmer gescheucht. So oder so ähnlich wäre es abgelaufen - wahrscheinlich, denn er hatte es bisher nie gewagt in ihre Gemächer einzudringen.
      Doch er sagte nichts und beobachtete nur ihre Gesichtszüge, die weicher wirkten als gewöhnlich. Er kam einfach nicht dahinter was sich geändert hatte... war sie über die zwei Wochen die sie sich nun schon nicht gesehen hatten zu einer ganz anderen Frau geworden? Was war passiert? Gedanklich machte er sich eine Notiz, seinen Butler zu fragen. Was hatte Adalicia in den letzten Wochen getan? Und wieso sah sie ihn so lange an?

      Xaden zwang sich aus seinen Gedanken und ging nicht auf den Arzt ein. Dieser würde sie untersuchen, ob sie wollte oder nicht. `möchtest du...?`Wieder eine für Adalicia ungewöhnliche Ausdrucksweise. Und doch lockerten sich seine Gesichtszüge kaum merklich. Er nickte langsam und erwiderte noch immer leicht angespannt: "Darum hattest du mich gebeten, ja." Obwohl die Müdigkeit und der Stress der letzten Tage und Wochen ihm noch in den Knochen hing, freute er sich seinen Sohn wieder zusehen. Und aktuell hatte er keine Nerven das Mysterium das seine Frau gerade darstellte zu entschlüsseln, also nahm er die Veränderung und die - Leichtigkeit? - die sie ihm darbot an. Er fuhr sich durchs Haar und atmete lange aus - ja, ein kurzes Bad und einen Mahlzeit würde ihm jetzt gut tun. Sein Blick schweifte kurz durch den Raum bis er die Standuhr entdeckte die in einer Ecke des Vorzimmers stand. "Das Frühstück wird in einer Stunde serviert. Der Doktor wird sicher nicht lange brauchen." Nocheinmal ließ er seinen Blick über Ihre Gestalt gleiten, als würde sich der Grund ihrer Veränderung äußerlich erkennen lassen. "Bis in einer Stunde, Adalicia." Er nickte ihr kurz zu, bevor er den Raum verließ und mit langen schnellen Schritten in seinen Gemächern verschwand.
    • Cerelia // Adelicia

      Cerelia atmete kaum merklich erleichtert aus, als das neu angeschnittene Thema zur Sprache kam. Sie war zufrieden, als sie hörte, dass er zum Frühstück erscheinen würde. Zwar wusste Cerelia nicht genau, zu welchem Zeitpunkt diese Interaktion in der Geschichte stattfand, was die Einordnung der Geschehnisse schwierig machte, doch sie bezweifelte, dass dies in ihrem Traum von Bedeutung sein würde.
      Einen Moment lang dachte Cerelia, Xaden sei müde, als sie beobachtete, wie er sich mit seinen eleganten Fingern durch das Haar fuhr. Doch dann erinnerte sie sich daran, wie angespannt die Beziehung zwischen diesen beiden Charakteren war. Schon die bloße Anwesenheit von Adelicia schien Xaden zu stressen und auszulaugen. Dass die beiden zusammen ein niedliches Kind wie Rean in die Welt gesetzt hatten, verstand Cerelia bis heute nicht. Um eine Auseinandersetzung oder unnötige Interaktion mit ihrem "Lieblingschafakter Nummer Zwei“ zu vermeiden, wählte Cerelia ihre Worte stets mit Bedacht.
      Xaden informierte sie über den Zeitpunkt des Frühstücks, woraufhin sie verstehend nickte und seinen Blick folgte. Also um diese Uhrzeit, dachte sie und richtete ihren Blick wieder auf ihn, als er erneut den Arzt erwähnte. Offensichtlich hatte er nicht vor, ihren Wunsch zu respektieren. Cerelia wollte widersprechen und nochmals betonen, dass es wirklich nicht nötig sei, doch da hatte er sich bereits verabschiedet. Um keinen Streit zu provozieren und weil sie erkannte, dass Xaden dies nur aus Sorge tat, schloss sie den Mund, den sie schon geöffnet hatte, um Einspruch zu erheben.
      „Hmm“, entkam ihr ein leises, nachdenkliches Geräusch, als sie wieder allein im Zimmer war. Es blieb ihr wohl nichts anderes übrig, als auf den Arzt zu warten. Um die Zeit bis zu dessen Ankunft zu überbrücken, ging sie zu den schweren Vorhängen hinüber und zog sie zur Seite.
      Sobald das Licht der Sonne ins Zimmer fiel, erfüllte es den Raum mit einem warmen, goldenen Schimmer. Vor ihr lag ein eleganter Balkon, der dezent, aber kunstvoll verziert war. Dahinter erstreckte sich der Garten, der ihr bereits vertraut war, doch ihn nun so vor sich zu sehen, veränderte ihren Eindruck. Die Blumen blühten in einer lebendigen Farbpalette, von zarten Pastelltönen bis hin zu kräftigen Rottönen. Die sanfte Brise ließ die Blätter der Bäume leise rascheln, während sich kleine Vögel zwischen den Hecken tummelten. Ein friedliches, beinahe magisches Bild, das den Garten zu einer wahren Oase der Ruhe machte.
      Ein plötzliches Klopfen riss Cerelia aus ihren Gedanken. „Herein“, sagte sie ruhig, und eine Zofe trat ein, um ihr mitzuteilen, dass der Arzt nun da sei. Cerelia nickte, und der Arzt wurde hereingebeten. Sie setzte sich auf einen der Stühle im Zimmer und ließ sich geduldig untersuchen. Auf die einfachen Fragen des Arztes antwortete sie knapp und ruhig. Schließlich erklärte er: „Sie sind lediglich erschöpft und etwas gestresst. Es wäre ratsam, sich nicht zu überanstrengen und genügend Ruhe zu finden.“
      Während sie dem Arzt zuhörte, bemerkte Cerelia, wie sich die Tür leise einen Spalt öffnete. Ein kleines Gesicht lugte vorsichtig ins Zimmer. Sofort erkannte sie das Kind und entließ den Arzt mit einem knappen Dank. Ihr Herz schrie vor Freude auf und alles in ihr wollte aufspringen und das Kind in die Arme nehmen. Doch Traum hin oder her, sie wollte ihn nicht erschrecken. Bisher verhielten sich alle nach der Geschichte und da Cerelia Rean gut kannte, vor allem wie die Kälte und vernachlässigte Beziehung zwischen Mutter und Kind aussah und ihn nachhaltig beeinflusst hatte, wollte sie ihn nicht verscheuchen. „Guten Morgen Rean", versuchte sie so sanft wie möglich mit dem Kind zu reden. Ein wenig erschrocken blickte er sie mit seinen grünen Augen an. Er hatte wohl mit einer Begrüßung nicht gerechnet. „Möchtest du mich nicht zurück grüßen", lachte sie leise und sah ihn fragend an. Rean schien seinen Fehler bemerkt zu haben, denn er betrat eilig das Zimmer und verbringe sich leicht. „Guten Morgen Mutter." Ein distanziert es Verhalten, was Cerelia das Herz brach. Sie wusste jedoch, dass dies nicht Reans Schuld war, sondern allein an Adelicia. Jahrelang wurde er vernachlässigt und mit einem genervten, gar fast schon gehässigten, Blick von seiner Mutter begrüßt.
      „Was treibt dich hierher? Ist was passiert?", versuchte Cerelia herauszufinden wieso sie Rean nun jetzt schon zu Gesicht bekam. Zu ihrer Überraschung klammerte sich der Junge an sein Hemd und sah nervös auf den Boden, seine Stimme fing an zu zittern. „Ich habe mitbekommen wie der Arzt herzgerufen wurde. Ich wollte nachschauen, ob Euch was geschehen ist." Cerelias Blick wurde weich. Sie könnte Adelicias von der Klippe schubsen, nach allem wie sie ihr Kind behandelt hatte. „Bitte verzeiht, ich weiß Ihr wollt nicht, dass ich in die Nähe Euer Gemachs komme." Der Klos in Cerelias Hals konnte sie nicht herunterschlucken und ihr kamen beinahe die Tränen in die Augen. „Verzeiht", verneinte er sich rasch. Cerelia war aufgestanden und kam dem Kind näher. Als sie die Hand hob, sah sie, wie Rean zusammen zuckte. Hatte Adelicia Rean geschlagen? Sie konnte sich nicht daran erinnern, das jemals in den Bilder gesehen zu haben, doch das manhwa hatte nicht jede Minute der Gesuchte abgezeichnet und wenn man bedachte, wie Kinder zu dieser Zeit behandelt wurden, wunderte sie es nicht sonderlich. Doch anstatt das zu tun, womit Rean rechnete, legte sie ihre Hand auf seinen Kopf und tätschelte diesen. Verwirrt und überrascht zugleich blickte er zu ihr hoch. „Das ist sehr aufmerksam und lieb von dir. Vielen Dank", ging sie leicht in die Hocke, um auf Augenhöhe zu kommen. Sie legte ihre Hände in den Schoß. „Ihr seid nicht erbost?" Cerelia lächelte traurig. „Natürlich nicht. Du kannst jederzeit in die Nähe meines Gemachs kommen und auch zu mir." Rean Blick wurde unschlüssig; verständlich. „Rean." Der kleine Junge hat sein Hemd noch nicht losgelassen. „Ja?" Es war absurd zu erwarten, dass Cerelia mit einer Interaktion alles umgeschehen machen konnte und sogar die Beziehung zu retten. Cerelia wusste nicht, wie lange ihr Traum anhalten wird, jedoch wollte sie in der kurzen Zeit das Beste daraus machen. „Möchtest du gemeinsam mit mir zum Frühstückstisch gehen?" Ein kleines Funkeln war in Reans Augen zu sehen. „Ja." Auch wenn Rean es sich vielleicht nicht anmerken lassen wollte, konnte Cerelia einen Hauch der Freude heraushören.
      „Ihr müsst Euch noch fertig machen Euer Gnaden", meldete sich nun auch die Zofe. Verstehend nickte Cerelia. Das hatte sie vergessen. Charaktere hier, vor allem Adelige, machten sich für jede Gelegenheit sich fertig. „Würdest du auf mich warten?" Etwas verunsichert sah Rean sich um. „Du kannst auch voran gehen, ich will dich nicht zu lange warten lassen", beeilte sich Cerelia, woraufhin Rean eilig den Kopf schüttelte. „Nein...Ich werde warten." Kurz verneigte er sich und verließ das Zimmer.
      Cerelia hatte in den Zeichnungen nie den ganzen Prozess des Fertigmachens gesehen und als sie die ganze Routine mitspielte, war sie beinahe von all dem schon erschöpft. Dafür roch sie gut, ihre Haare glänzten und hatte ein wunderschönes Kleid an, welches in einem Blauton wie die von Xadens Augen war. Dies hatte sie bewusst gewählt. Ob Xaden das auffallen wird, fragte sie sich. Die Zofe hatte ihr bereits alle Schmuckstücke vorbereitet, doch Cerelia legte alle an. Sie hatte sich nur für simple Ohrringe entschieden. Wer hätte gedacht, dass es schwer sein wird etwas nichts Luxuriöses in der Sammlung zu finden? Adelicia liebte das Luxusleben und somit spielgelten auch ihre Sammlungen dies.
      Bestimmt ist Rean schon vorgelaufen. Das Fertigmachen hat viel zu lange gebraucht. So lange, dass ich jetzt schon zum Frühstück gehen muss und wir dort rechtzeitig erscheinen werden, dachte sich Cerelia ein wenig genervt und verließ rasch ihr Zimmer. Da sie nicht aufpasst, wäre sie beinahe über Rean gestolpert. Der Junge stand dicht an der Doppeltür. „Oh nein, tut mir leid. Hast du hier die ganze Zeit gestanden?", sagte Cerelia rasch ihr Herz wäre beinahe stehengeblieben. „Ich habe nicht lange gewartet", hörte man ihn Murmeln und schielte zur Seite. Leise lachte Cerelia in sich hinein. „Nun gut, lass uns gehen. Wir wollen deinen Vater nicht lange warten", hielt sie ihm eine Hand hin, die er eine Zeit lang an starrte und dann Cerelia. Sie hob ihre Augenbrauen und lächelte ihn geduldig an. Würde er ihre Hand nicht annehmen, würde sie es ihm nicht übel nehmen. Weitere Sekunden verstrichen, bis Cerelia sah, wie er langsam die Hand hob und die Ihre annahm. Ob er sich dazu gezwungen fühlte, diese anzunehmen, weil er sonst befürchtete, dass Adelicias mit ihm böse wurde? Cerelia hoffte nicht.
      So gingen die beiden den Flur hinunter und Cerelia ließ sich von ihm begleiten. Immerhin musste sie sich nicht verirren und deswegen zu spät zum Frühstück erscheinen.
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    • Xaden

      Er schloss die Tür in sein Vorzimmer und musste sich zurückhalten sich nicht sofort daran zu lehnen. Die letzten Wochen hatten einiges von Ihm abverlangt und er hätte womöglich auf Matthias hören sollen und sich zumindest für ein paar Stunden ins Bett legen sollen. Schon zum Dritten mal fuhr er sich durchs Haar und ging Richtung Badezimmer. Obwohl er nicht der Typ war Bäder zu nehmen, sondern sich lieber unter die Dusche stellte - einfach weil es effizienter war - war der Gedanke an ein warmes Bad, himmlisch. Sein Haushalt bestand aus unzähligen Bediensteten doch er konnte es nicht leiden, wenn zu viele Menschen um ihn herum waren, daher erlaubte er nur einer handvoll Dienern ihm in seinen Gemächern behilflich zu sein. Morgens jedoch, hatte er es allen verboten herzukommen.
      Die hohen Fenster waren deswegen noch komplett zugezogen und es war dunkel und still in seinen Gemächern. Allein das Badezimmer war durch das warme Licht der Sonne erhellt, da hier keine schweren Samtvorhänge hingen, sondern weiße lichtdurchlässiges Organza. Xaden lockerte seine Krawatte weiter während er das Wasser in die freistehende Wanne einließ. Auf der Ablage befanden sich allerlei Seifen, doch ihm war es herzlich egal wie er roch - hauptsache er konnte sich die Müdigkeit aus den Knochen schrubben...
      Dunkle Schatten und eingefallene Wagen begrüßten Ihn im Spiegel und er konnte auch schon einen Hauch eines Drei-Tage-Bartes erkennen. Dass das Adalicia nicht aufgefallen war überraschte ihn. Er sah aus aus wäre er erst kürzlich aus einer Höhle gekrochen - womöglich hatte sie ihn deshalb angestarrt? Er entledigte sich seines Hemdes und warf es auf einen Stuhl ehe er sich ans Rasieren machte, während er darauf wartete, dass das Bad sich füllte.

      Ihm entglitt ein Seufzen als er in die Badewanne stieg. Er hatte irgendeine Flüssigkeit hineingeschüttet und zu spät bemerkt dass es Lavendel war. Der Duft entspannte ihn, für seinen Geschmack aber doch zu sehr, denn er musste sich wirklich anstrengen nicht mit zurückgelehntem Kopf einzuschlafen. Er erlaubte sich nur kurz im Wasser zu verweilen ehe er sich auch um seine Haare kümmerte und sich anschließend vorzeigbar zu machen. Gerade als er die Knöpsfe seines Hemdes zuknöpfte fing sein Magen an zu knurren - Hatte er gestern überhaupt etwas gegessen gehabt? Er tendierte dazu, Mahlzeiten zu vergessen. Auch wenn seine Bediensteten Ihm immer etwas auf den Tisch stellten, wenn er nicht zu Tisch ging sondern in seinem Arbeitszimmer über irgendwelche 'Dokumente grübelte. Zuweilen bemerkte er nicht einmal, dass jemand herein kam um ihm etwas hinzustellen oder das bereits erkaltete Essen wieder mitnahm.
      Xaden hatte einen klassischen dunkelgrauen Anzug angelegt und fühlte sich nach dem Bad deutlich besser. Die Schatten unter seinen Augen waren zwar noch lange nicht verschwunden, doch es war ein Anfang. Er überlegte ernsthaft nicht für ein paar Tage mit der Familie aufs Land zu fahren - auch wenn Adalicia es hasste fernab der Zivilisation und dem Luxus zu verweilen. Das Ferienanwesen nur wenige Tagesritte von Althea entfernt, war zwar deutlich kleiner und einfacher gehalten als die Residenz, dennoch würde niemand es als simpel oder bürgerlich bezeichnen. Die wenigen Male die sie als Familie dort verbracht hatten waren oft mit einer übel gelaunten Adalicia verbunden gewesen, weswegen Xaden es sich nun doppelt abwägte ob es tatsächlich eine Auszeit für ihn darstellte oder nur weiteren Stress für ihn bereiten würde. Rean liebte diesen Ort, weswegen er es für ihn auf sich nehmen würde.

      Xaden war nur wenige Momente vor seiner Familie im Speisezimmer angekommen und hatte sich noch nicht am Kopfende hingesetzt.Ein Diener hatte ihm den Stuhl zurückgezogen als die Tür sich öffnete und Adalicia mit Raen in der Hand eintrat. Seine Augen weiteten sich bei dem Anblick. Nicht nur, dass Adalicia in einem hellen, statt die von ihr bevorzugten dunklen Kleider, trug, sondern auch, dass sie die Hand seines Sohnes hielt. Er konnte sich nicht daran erinnern, das je gesehen zu haben. Selbst nach der Geburt hatte Adalicia den kleinen schreienden Jungen nicht nehmen wollen und hatte ihn der Schwester zurückgeschoben. Und nun hielt sie seine Hand?
      Reans Augen funkelten und auf seinen Lippen lag ein schüchternes aber strahlendes Lächeln. Xaden war sich nicht sicher was er von dieser Situation halten sollte, denn auch wenn er sich über die scheinbar bessere Beziehung zwischen Mutter und Kind zu freuen versuchte, traute er dem Ganzen nicht. Adalicia war wie ausgewechselt - nicht nur war sie anders gekleidet als sonst, sondern ihr ganzes Verhalten hatte sich geändert. Ein Lächlen schien ihren Mund zu umspielen und ihr Blick war... gütig? Er hatte noch nicht die Gelegenheit gehabt mit dem Doktor zu sprechen, doch wenn es etwas Ernstes gewesen wäre, hätte man ihn mit Sicherheit bereits davon berichtet.

      Um sicherzustellen, dass die Überraschung nicht auch in seiner Stimme zu hören war, räusperte er sich und begrüßte seine Familie. "Guten Morgen, Adalicia, Rean." Er nickte dem Jungen zu und bedeutete ihnen sich zu setzen.
      Das Frühstück bestand aus allerlei Köstlichkeiten die kunstvoll auf dem Tisch drapiert worden waren. Es fehlte an nichts und obwohl es Verschwendung war, änderte Xaden nichts daran, da er es den Bediensteten erlaubte sich an den Resten - und davon gab es reichlich - zu bedienen.
    • Cerelia // Adelicia

      Bedienstete öffneten ihr die Tür, als Rean und sie sich dem Speisesaal näherten. Cerelias Blick fiel sofort auf das Ende des Tisches, wo Xaden gerade dabei war, sich hinzusetzen. Obwohl er ihr zuvor bereits ansprechend erschienen war, fiel ihr auf, dass er jetzt noch besser aussah – etwas, das sie nicht für möglich gehalten hätte. Sein Anblick war Balsam für ihre Seele, genau nach ihrem Geschmack. Für einen Moment erstarrte sie, bis ein leichtes Ziehen an ihrer Hand sie aus der Starre riss. Rean sah sie verunsichert und beinahe besorgt an.
      „Esst Ihr nicht mit uns?" fragte er leise.
      „Doch, doch, mach dir keine Sorgen“, beruhigte sie ihn und drückte sanft seine Hand. Sie steuerten gemeinsam auf den Tisch zu, dann ließ sie seine Hand los. Rean setzte sich rechts um die Ecke neben seinem Vater, während Cerelia ihm gegenüber Platz nahm.
      „Guten Morgen, Vater“, grüßte Rean seinen Vater, seine Stimme nun neutraler. Reans Blick huschte zwischen Cerelia und Xaden hin und her, fast aufgeregt. Cerelia fragte sich, woran es lag, da dies wohl nicht das erste Mal war, dass die Familie gemeinsam frühstückte.
      Da sie Xaden bereits einen guten Morgen gewünscht hatte, nickte sie ihm nur lächelnd zu – bis ein angenehmer Duft ihre Aufmerksamkeit erregte. Überrascht blickte sie zu Xaden hinüber. Kam der Geruch etwa von ihm? Es musste so sein, denn es roch nicht nach Essen, und sie selbst hatte nicht in Lavendel gebadet.
      „Du riechst... gut“, kommentierte sie unschuldig. Dass er heute besonders gut aussah, sprach sie nicht aus – das war ihr dann doch etwas zu peinlich.
      Cerelia wandte sich dem Essen zu, das auf dem Tisch serviert wurde. Sie konnte sich kaum entscheiden, womit sie anfangen sollte, da zahlreiche Köstlichkeiten vor ihr standen. In den letzten Tagen hatte sie nur das Krankenhausessen zu sich genommen, das zwar ihren Hunger gestillt hatte, aber keineswegs schmackhaft gewesen war. Sie hatte gegessen, weil ihr Körper es brauchte, nicht weil es ihr Freude bereitete. Nun aber, vor solch einer Fülle an verlockenden Speisen zu sitzen, erfüllte sie mit Vorfreude.
      Die einzige Frage war, ob ihr Traum es ihr erlauben würde, das Essen auch zu schmecken. Einen Moment lang zögerte sie, bevor sie sich entschied, von mehreren Platten eine Kleinigkeit auf ihren Teller zu legen. Leicht verunsichert, aber ihre Hoffnung unterdrückend, nahm sie den ersten Bissen – und zu ihrer großen Überraschung konnte sie es tatsächlich schmecken.
      Oh mein Gott, es ist so lecker. Wann ist das letzte Mal, dass ich zuletzt so etwas Leckeres gegessen habe,dachte sie, während sie kaute, und konnte ihre Freude kaum verbergen.
      „Schmeckt Euch das Essen, Mutter?“ fragte Rean neugierig. Cerelia erinnerte sich daran, dass Rean und Adelicia früher nur wenige Worte miteinander gewechselt hatten. Dass er sie nun direkt ansprach, freute sie umso mehr. Ihre liebevolle Art schien ihm den Mut zu geben, mehr mit ihr zu kommunizieren.
      „Ja, es schmeckt köstlich. Schmeckt es dir auch?“ fragte sie zurück.
      Rean nickte enthusiastisch. „Isst du immer noch gerne Schokoladensoufflé?“ fragte Cerelia neugierig weiter. Rean sah sie still an, seine Gabel noch im Mund. Unsicher, ob sie etwas Falsches gesagt hatte, blickte sie zu Xaden, um vielleicht eine Antwort von ihm zu bekommen.

      Cerelia wandte sich an Xaden: „Das Fertigmachen scheint dir gutgetan zu haben“, bemerkte sie, während sie eine kleine Pause beim Essen einlegte. Sie wollte nicht zu hastig sein, um das Frühstück so lange wie möglich zu genießen.
      „Ist viel los?“ fragte sie schließlich. Cerelia hatte nur wenig Wissen über das Herzogtum und seine Angelegenheiten. Am Anfang der Geschichte hatte es hier und da einige Informationen gegeben, doch aufgrund der langsamen Veröffentlichung der Kapitel hatte sie diese Details längst vergessen. Sie waren ihr auch nie wichtig genug gewesen, um sie sich zu merken.
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    • Xaden

      Adalicias Verhalten war mehr als nur erstaunlich und Xaden wollte herausfinden was geschehen war. Konnten sich Menschen tatsächlich einfach so über Nacht verändern? Er konnte es nicht wissen, da er sie zwei Wochen nicht gesehen hatte. Wobei auch zwei Wochen eine viel zu kleine Zeitspanne war um sich so zu verändern? Auch wenn er sie liebend gern ausgefragt hätte, hielt er den Mund und setzte sich. Gerade wollte er sich etwas von den noch dampfenden Rühreiern auf seinen Teller löffeln, als Adalicia ihm ein Kompliment machte. Er hielt in der Bewegung inne und brauchte einen kurzen Moment um zu verstehen, dass sie ihn angesprochen hatte - ein Kompliment? Ihm selbst war nicht aufgefallen, wie sehr er nach Lavendel riechen musste, immerhin hatte er darin gebadet. Vielleicht hatte er zu viel davon hineingekippt? Ohne zu wissen was er dazu sagen sollte nickte er ihr nur zu und kümmerte sich wieder um die Rühreier. Er hatte Rean einen Schokoladensufflé auf den Teller gelegt, da er diesen normalerweise nicht zum Frühstück bekam, lagen die Süßspeisen außerhalb von Reans Reichweite.

      „Schmeckt Euch das Essen, Mutter?“ hate Rean neugierig gefragt und langsam fragte sich Xaden ob er der Einzige war, der irgendwie stehen geblieben war und sich nicht verändert hatte. Wieso verhielt sich seine Familie plötzlich so anders? Es war zwar nicht das erste Mal, dass Rean seine Mutter ansprach, doch er wurde die meiste Zeit ignoriert oder kühl angesehen, sodass der Junge den Mut verloren hatte mit ihr zu sprechen. Doch heute?! Adalicia zeigte sich von ihrer allerbesten Seite und das mit einer Güte die er so an ihr nicht kannte. Er ertappte sich dabei, wie er seine Frau ganz offen beobachtete. Sie war entspannt und scheinbar schmeckten ihr die Speisen außerordentlich, denn sie lächelte über beide Ohren. Wahrscheinlich hatte er sie noch nie so viel essen sehen und scheinbar genoß sie es außerordentlich. War der Apfelkuchen tatsächlich so gut, dass es ihre Wagen färbte und ihre Augen glänzen ließ? Unwillkürlich streckte er seine Hand nach einem der Küchlein aus, obwohl er Süßes zum Frühstück nicht mochte, machte ihm Adalicia Appetit auf Süßes. Als er einen Bissen davon nahm, konnte er nichts außergewöhnliches daran finden. Es schmeckte wie immer. Buttrig, süß mit einem Hauch von Säure - wie Apfelkuchen zu schmecken hatten...

      Sein Blick glitt zurück zu seiner Frau als sie ihn ansprach und er sollte sich vor lauter Verwunderung eigentlich nicht mehr überraschen lassen, doch Adalicia schaffte es heute zum wiederholten Mal. Er legte den Kopf leicht schief und wog ab, was er ihr auf ihre legere Frage antworten sollte. Sie hatte ihn noch nie in einem lässigen Ton angesprochen. Die Distanz zwischen den beiden Eheleuten war dermaßen groß, man hätte auch meinen können, sie seien sich noch nie begegnet... "mhm" seit wann kümmerte es sie, wie es ihm ging? "Ja, es ist viel los." erwiderte er genauso nonchalant wie sie. "Der König... hat viele Wünsche." er zuckte mit den Schultern und befand das Thema als erledigt. "Und du, Darling? Möchtest du mir verraten, was los ist?" einen Hauch von Ironie, konnte er nicht vermeiden. So sprach er normalerweise nicht mit ihr, doch wenn sie sich gerade so verhielt, wieso nicht sehen, in wieweit sie sich verändert hatte. Diese Version von Ihr gefiel ihm deutlich besser - und Rean schien seiner Meinung zu sein - doch etwas war falsch. Der Absurde Gedanke einer Doppelgängerin verschlug sich in seine Gedanken. Es würde zumindest einiges erklären und er war sich nicht sicher wie er dann zu regieren hatte. Er sollte definitiv mit Adalicia alleine sprechen, denn Rean hatte genug Traumata von seiner Mutter erlitten. Noch mehr traumatisieren wollte er ihn ganz sicher nicht.
    • Cerelia // Adelicias

      Cerelia nickte vor sich hin, als er sagte, dass viel los sei, und steckte bereits die nächste Gabel in den Mund, um auf das Rührei zu beißen. Es war köstlich und so weich. Es war für sie keine Neuigkeit, dass der König viele Wünsche hatte. Cerelia hatte in vielen Panels gesehen, wie der Austausch zwischen den beiden Männern verlief und in welchem Ausmaß diese Wünsche formuliert wurden. Sie fand es bemerkenswert, wie Xaden seine Aufgaben erfüllte. Es war sicherlich anstrengend, ja, beinahe ein Gefühl der Gefangenheit. Doch aufgrund der Position und Macht dieser Familie fühlte sich der König gezwungen, diesen Weg zu gehen. Da Cerelia der Meinung war, dass der König teilweise für den Untergang der Familie verantwortlich war, konnte sie ihn nicht leiden. Zu ihrem Vorteil würde sie den alten Mann jedoch nicht zu Gesicht bekommen.
      Cerelia verschluckte sich am Rührei, als sie den Kosenamen hörte. Darling? Während sie anfing zu husten, schlug sie mit einer Hand gegen ihre Brust und griff mit der anderen nach ihrem Glas. Tränen stiegen ihr in die Augen. Eilig schluckte sie den Inhalt herunter und atmete erleichtert aus, als es sich beruhigte. Reans besorgter Ton, als er „Mutter?“ sagte, entging ihr nicht. „Alles in Ordnung“, räusperte sie sich. Etwas verunsichert warf sie einen Blick zu Adelicias Ehemann. Hatte er sie tatsächlich Darling genannt? Zu ihr? Nun, eigentlich war es für Adelicia, doch sie war in ihrem Körper. Cerelia musste nicht nachdenken, um zu wissen, dass Xaden Adelicia nie in der gesamten Geschichte mit einem Kosenamen angesprochen hatte. Man könnte argumentieren, dass nicht jede Minute der Geschichte im Manhwa abgebildet wurde, doch jeder Leser kannte die Natur der Beziehung dieses Paares.
      Obwohl Cerelia wusste, dass Xaden mit Adelicia und nicht mit ihr sprach, fühlte sie sich plötzlich peinlich berührt, während ihr Herz vor Freude hüpfte. Dennoch war es suspekt, wieso er sie so genannt hatte. „Was meinst du genau? Alles ist in Ordnung“, fragte sie ihn unwissend, woher das alles kam. So wandte sich Cerelia wieder ihrem Essen zu, bis ihr einfiel, woran es wohl liegen könnte. Cerelia war von Natur aus anders als Adelicia, daher war die Diskrepanz wohl offensichtlich. Doch warum sollte sie das Verhalten von Adelicia annehmen? Es lag nicht in ihrer Natur, sich so zu verhalten, zumal sie niemals solch ein Verhalten gegenüber ihren Lieblingscharakteren an den Tag legen könnte. Es gab außerdem keinen Grund, weshalb sie in ihrem Traum ein harmonisches Miteinander zerstören sollte.
      „Habt ihr viel vor heute?“ Der Traum schien weiterzulaufen, also konnte sie weiterhin Zeit mit beiden verbringen.
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    • Xaden

      Seine Augen verengten sich leicht. Das war definitiv nicht Adalicia vor ihm. Nichts von dieser Reaktion ähnelte auch nur annähernd der seiner Frau. Statt kalte Ignoranz entgegnete ihm Überraschung und einen Hauch von Scheu? Adalicia konnte man keinesfalls als Scheu bezeichnen, wenn sie überrascht war, dann ließ sie es sich niemals anmerken.
      Er suchte ihr Gesicht nach einem Hinweis ab, der ihm bestätigen würde, dass sie eine Doppelgängerin war. Denn sie schien seiner Frau bis ins kleinste Detail zu ähneln. Er konnte keine Makel an ihrem Erscheinungsbild erkennen. Wer auch immer dahinter steckte... Es war als hätte man das Ebenbild seiner Frau gefunden, aber komplett vergessen ihr zu sagen wie sie sich zu verhalten hatte. Waren es tatsächlich solche Stümper gewesen? Was waren ihre Intention? Und vorallem wo war die echte Adalicia? Fragen über Fragen, die er ihr stellen wolte - aber nicht jetzt, nicht während Rean anwesend war. Also spielte er mit, so gut es ging.

      Xaden zuckte mit den Schultern und lehnte sich etwas zurück. "Ihr verhaltet euch heute nur anders." Obwohl er gern noch mehr dazu gesagt hätte, ließ er es bei dieser Erklärung und begann wieder zu essen, so als wäre es normal, dass man sich von von heut auf morgen so veränderte wie sie. Er ließ sich einen Moment Zeit ehe er sich dazu entschied der Sache heute auf dem Grund zu gehen und nicht nach dem Treffen mit dem König in wenigen Tagen. Seine Aufgaben hatte er abgeschlossen und wollte sie lediglich noch einmal revidieren, nachdem Matthias sich die Unterlagen durchgeschaut hat. Es wäre ein leichtes sich in weitere Arbeit zu stürzen, aber nach Wochenlangen kurzen Nächten auf seinem Bürostuhl, ließen selbst ihn innehalten und sich nach einer Pause sehnen. "Nein." sagte er langsam. "Ich habe überlegt etwas Zeit mit Rean zu verbringen." Auch wenn sein Sohn es nicht sagte, Xaden wusste, dass der Junge die wenigen Stunden die sie als Familie verbrachten genoß - auch wenn daran wenig zu genießen war, da seine Mutter ihn kaum eines Blickes würdigte und Xaden selbst nicht wusste, wie er mit ihm umzugehen hatte. Xaden hatte es sich angewöhnt seinen Sohn bei den wöchentlichen Familienabendessen zu fragen, was er gelernt hatte und wie es ihm ergangen war. Rean hatte immer mit freudigen Augen losgeredet und Xaden hatte ihm geduldig zugehört und nur wenig dazu gesagt. Natürlich bekam er von seinem Butler Berichte über Reans Fortschritte und korrigierte oder addierte Stunden dazu. Ihm war sein Sohn nicht unwichtig, auch wenn er womöglich nicht der liebevollste oder beste Vater war - für seine Vorstellungen eines Vaters tat er bereits mehr als sein eigener Vater je für ihn getan hatte.

      Er würde es Rean überlassen wie er die Zeit verbringen wollte und ob er auch seine Mutter fragen wollte dazu zukommen. Für Xaden war es wichtig, dass Rean Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein entwickelte, weswegen er viele Entscheidungen auf eine subtile Art und Weise an seinen Sohn abgab.
    • Cerelia // Adelicia

      Es wundert sie nicht, dass Xaden die Veränderung von Adelicia ansprach. Cerelia sah sich als kompletten Gegenteil von Adelicias und da sie nicht in die Rolle seiner Ehefrau übernahm, hätte es Cerelia vielmehr verwundert wenn er es ihn nicht angesprochen hätte. Doch reagierten Charaktere in Träumen haargenau auf das, was sie tat? Es brachte Cerelia für einen Moment zum Nachdenken. Würde es nicht durchaus nach einem Traum sehen, wenn man ihr Verhalten so annahm wie es nun Mal war und hinterfrage diese nicht? Als wäre Adelicia ihr Leben lang wie Cerelia selbst. Die Schwarzhaarige hielt kurz beim Essen inne und starrte ihr Essen an, konnte sich jedoch aus ihrer Starre lösen, ihre die Frage einfiel, die sie ihm noch stellen wollte. Zu ihrer Überraschung offenbarte er ihr, dass er vorhatte mit Rean Zeit zu verbringen. Verblüfft blickte Cerelia Xaden an. Cerelia konnte sich nicht daran erinnern, wie Xadens mit Rean Zeit verbracht hatte. Wurde es Mal erwähnt? Cerelia konnte sich nicht mehr in Detail an alles erinnern, da die Kapitel immer sehr langsam veröffentlicht wurden und Cerelia nicht unbedingt jemand war, die sich an gut Dinge merken konnte. Nur große und wichtige Ereignisse waren ihr im Kopf geblieben, sowie Einzelheiten, die nicht unbedingt der Geschichte viel beitrugen.
      „Das...hört sich gut an", nickte sie zustimmend. Eine gute Zeit zwischen Vater und Sohn würde durchaus ein gutes Bild abgeben. Cerelias Blick wandte zu Rean, um seine Reaktion zu sehen. Von ihrer Seite aus konnte sie beinahe sehen, wie seine Augen anfingen zu funkeln. Sie spürte seine Freude und das allein brachte Cerelia zu lächeln. Auch wenn sie gerne dabei gewesen wäre, wollte sie in keiner Zweisamkeit hineinplatzen, außerdem war es der perfekte Zeitpunkt von der Ferne beide beobachten. Vor Aufregung merkte sie wie ein Schauer durch ihren Körper glitt. Sie musste nur hoffen, dass beide ihre Zeit auf dem Anwesen verbrachten, sonst müsste sie sich einen Plan zurecht legen, wie sie beiden unauffällig folgen könnte. Xadens und Rean würden sich wohl freier miteinander ihre Freizeit verbringen, wenn ihre Kälte und desinteressierte Mutter nicht dabei war.
      Reans blickte schlussendlich zu Cerelia, sagte jedoch nichts. Ein leicht verunsicherter Blick begegnete die ihren. Unwissend legte sie ein wenig ihren Kopf schief, doch Rean fokussierte sich eilig auf sein Essen. Hm?, fragte sie sich, ehe sie sich damit abfand und ihr Frühstück fertig aß. „Eine Auszeit für euch beiden wird euch gut tun", versuchte Cerelia die Konversation am Laufen zu halten. Da sie nicht wusste wie viel Zeit sie noch hatte, wollte sie zumindest noch weiter die Stimmen hören. „Habt Ihr bereits eine Idee, was Ihr mit Rean Unternehmen wollt?"
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    • Xaden

      Auch Zustimmung war für Adalicia ungewöhnlich. Außerdem hatte sie bisher noch kein Wort darüber verloren, warum sie ihn heute sehen wollte. Normalerweise wenn seine Frau auf ein Essen bestand, hatte sie immer irgendetwas vorzubringen. Für gewöhnlich waren es größere Anschaffungen, Bälle die sie geben wollte oder seltener Familienangelegenheiten die sie besprechen wollte. Es gab noch nie ein Zusammentreffen mit ihr, in der sie keine Vorteile für sich erwirken wollte.
      Er schob den Gedanken beiseite und widmete sich wieder seinem Frühstück zu. Reans Augen wanderten von seiner Mutter zu seinem Vater und auch er schien zu merken wie anders sich Adalicia verhielt, freute sich allerdings als es zu hinterfragen. Noch mehr freute es ihn, dass sein Vater Zeit mit ihm verbringen wollte. Egal was es war, der Junge würde die Zeit mit seinem Vater genießen.
      Auf die letzte Frage Adalicias wusste Xaden überraschenderweise keine Antwort. Er hatte zwar beschlossen etwas mit seinem Sohn zu unternehmen, hatte seinen Gedanken aufgrund der vielen Arbeit nicht weiterverfolgen können. Was taten Jungen in seinem Alter gern? Auch wenn er selbst ein Junge gewesen war, konnte er sich selbst kaum mehr daran erinnern was ihn in seiner Kindheit Spaß gemacht zu haben schien. Die einzigen wirklichen Erinnerungen an seine Kindheit waren geprägt von endlosen Lehrstunden und Trainingseinheiten die er absolut verabscheut hatte. Glückliche Momente waren sehr rar und beinhalteten meist die Anwesenheit seiner Mutter. Wenn sie konnte, verbrachte sie immer gern Zeit mit ihm, las ihm vor oder malte etwas mit ihm. Es war nicht wichtig, was sie taten, sondern dass sie es zusammen taten. War Rean genauso? Braucht er Zeit mit seiner Mutter? Er konnte nicht anders als einen Blick auf die jetzige Adalica zu werfen. Würde sie in ihrem aktuellen... Zustand - Zeit mit Rean verbringen wollen? Auch diesen Gedanken schob er beiseite und wendete sich seinem Sohn zu. "Wie wäre es mit einer Bootsfahrt?" Das Anwesen lag an einem riesigen See auf denen mehrere Boote Platz fanden. Lebensmittellieferungen kamen meist per Wasserweg zu ihnen, da das schneller war als über Land, denn der See lag an einer Wasserader, der ganz Alteah miteinander verband.
    • Adelicia

      Cerelias Blick wanderte zwischen Rean und Xaden, während sie gespannt auf Xadens Antwort wartete. Doch er schien sich seiner Sache nicht sicher zu sein und benötigte einen Moment, um sich zu entscheiden. Cerelia spürte jedoch Freude und auch eine gewisse Erleichterung darüber, dass Xaden überhaupt die Absicht geäußert hatte, Zeit mit seinem Sohn zu verbringen. Sie nahm an, dass Adelicia diesen Schritt wohl nie unternommen hätte. Zwar wurde dieser Umstand in der Geschichte nicht explizit beschrieben, doch Cerelia konnte sich denken, dass Adelicia mit ihrer distanzierten Art nie ernsthaft den Gedanken gehegt hatte, gemeinsame Unternehmungen mit Rean zu planen.
      Plötzlich trafen sich Xadens und Cerelias Blicke, fast als wollte er sie fragen, ob sie sich ihnen anschließen wolle. Aber dieser Gedanke verflog rasch, und er wandte sich an seinen Sohn, um ihm eine Bootsfahrt vorzuschlagen. Reans Augen begannen vor Freude zu strahlen, und er antwortete prompt: „Liebend gern!" Cerelia erinnerte sich nicht daran, dass eine solche Szene in der Originalgeschichte vorkam – offenbar war dies ein unveröffentlichtes Kapitel. Daher nahm sie auch an, dass es sich um eine unwichtige und ergebnislose Szene handelte. Gerne hätte sie selbst teilgenommen, doch da es sich offensichtlich um eine Vater-Sohn-Aktivität handelte, entschied sie, sich zurückzuhalten. Stattdessen reifte in ihr der Plan, die beiden heimlich zu beobachten, um Zeugin dieser wertvollen Momente zu werden.
      „Das klingt nach einer wundervollen Idee,“ meinte Cerelia freundlich. „Ich werde in der Küche Bescheid geben, damit man euch einen Proviantkorb zusammenstellt.“ Vielleicht konnte sie sogar bei der Zubereitung helfen; das Kochen war ihr aufgrund ihrer Krankheit nie vergönnt gewesen, und allein der Gedanke, Lebensmittel zu schneiden und etwas zum Essen beizutragen, erfüllte sie mit Vorfreude. „Wann habt Ihr vor, aufzubrechen?" fragte sie Xaden und bemerkte dabei, dass sie bereits so viel von den Frühstücksköstlichkeiten probiert hatte, dass ihr Appetit gesättigt war.
      Das Frühstück verlief ansonsten ruhig, und obwohl Cerelia sich wünschte, weiter mit Xaden und Rean zu plaudern, fehlten ihr die Worte. Sie hatte sich unzählige Male vorgestellt, was sie sagen würde, wenn sie endlich die Chance hätte, mit ihnen Zeit zu verbringen – und nun, da sich diese Gelegenheit bot, fühlte sie sich seltsam verloren. Am liebsten hätte sie beide in eine Umarmung gezogen und ihnen gezeigt, wie sehr sie sie schätzte. Doch solch ein Verhalten wäre in dieser Situation gewiss unangebracht gewesen und hätte die Stimmung wohl nur verdorben.
      Sobald sich die Gelegenheit ergab, wollte Cerelia helfen, den Proviantkorb vorzubereiten. Wenn sie rechtzeitig fertig wäre, würde sie auch gerne bei der Auswahl von Reans Kleidung für die Bootsfahrt mitwirken.
      „Es war schön, gemeinsam zu frühstücken,“ bemerkte Cerelia schließlich, mit einem sanften Lächeln. „Ich habe es sehr genossen, dass wir zusammen sitzen konnten.“ Für sie war diese schlichte Familienmahlzeit etwas ganz Besonderes, etwas, das sie liebend gerne jeden Morgen erleben würde. Doch sie wusste, dass es wohl das einzige Mal sein würde. „Vielen Dank dafür.“
      Mit einem leichten Nicken verabschiedete sie sich von den beiden: „Wenn Ihr mich bitte entschuldigen würdet.“ Sie erhob sich, warf ihnen noch einen letzten, warmen Blick zu und verließ den Raum. Da sie nun wusste, wann die beiden zur Bootsfahrt aufbrechen wollten, konnte sie abschätzen, wie lange sie in der Küche helfen konnte.
      Kaum dort angekommen, wurde Cerelia sogleich von den Küchenbediensteten bemerkt, die sie fragend ansahen. Mit einer kurzen Erklärung teilte sie ihnen das Vorhaben von Xaden und Rean mit und äußerte den Wunsch, bei der Vorbereitung des Proviants zu helfen. Die Bediensteten warfen sich untereinander unsichere, beinahe verblüffte Blicke zu – offenbar war es äußerst ungewöhnlich, dass Lady Adelicia in der Küche Hand anlegte.
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    • Xaden

      Reans Reaktion entlockte Xaden ein unwillkürliches Lächeln und er nickte seinem Sohn zu. "Gut." sagte er bloß dazu. Rean hatte keine Anstalten gemacht, seine Mutter einzuladen und Xaden war sogar gewillt sein Einverständnis zu geben. Adalicia verhielt sich zum ersten mal, wie eine Mutter - oder zumindest wie eine freundliche Tante, die Rean nicht als unliebsames Ärgernis ansah. Er konnte sich gut vorstellen, dass der Junge eine echte Mutter brauchte - so wie er seine Mutter in seiner Kindheit gebraucht hatte. Ohne sie hätte er die Tortur, die sein Vater ihm auferlegt hatte, nicht überstanden. Ein weiteres Mal ging ihm der Gedanke durch den Kopf, Adalicia zu fragen, ob sie mit ihnen kommen wollte, doch bevor er es aussprach wandte er den Blick wieder von ihr ab. Er traute ihr noch immer nicht. Irgendwas war falsch und er wollte es nicht riskieren eine potentielle Doppelgängerin in die Nähe von Rean zu lassen.

      Er hatte bereits aufgegessen als Adalicia wieder das Wort erhob und keine Forderungen aus Ihrem Mund kamen. "In zwei Stunden." beantwortete er ihre Frage wann sie aufbrechen würden. Es war noch früh am Morgen und Xaden wollte noch mit Matthias sprechen und die Unterlagen für den König durchgehen, bevor er sich und seinen Sohn eine Auszeit nahm. Sicherlich würde Matthias nicht begeistert sein, dass wieder so viel Arbeit auf seinen Schultern lag, doch insgeheim, so wusste Xaden, wäre er erleichtert, dass sein Duke sich entspannte. Vielleicht sollte er auf Matthias Forderungen eingehen und ihm einen Assistenten einstellen. Es war zwar immer als Scherz gemeint, allerdings war es auch keine so schlechte Idee. Sein Sekretär arbeitete mindestens genauso viel wie er selbst und auch ihm sollte eine Pause gegönnt werden. Xaden machte sich eine mentale Notiz für nach dem Meeting mit dem König und schob seinen Stuhl zurück. "Rean, ich sehe dich in zwei Stunden im Foyer. Nimm mit, was du benötigst. Wir werden nicht länger als drei Stunden zusammen verbringen." Seiner Meinung nach hatte er seinem Sohn alles notwendige mitgeteilt und kam nicht auf die Idee, dass es sich womöglich wie eine Geschäftstermin anhörte. Zu seiner Überraschung wollte seine Frau selbst in der Küche bescheid geben. Normalerweise würde sie ihre Wünsche in den Raum werfen, in dem sowieso Bedienstete anwesend waren, und es wurde für sie erledigt. Er konnte sich auch nicht daran erinnern, dass Adalica jemals die Küche gesehen hatte... Doch er würde sie nicht aufhalten und auch nichts dazu sagen. Er würde schon eine Zeit finden bei der er sie unter vier Augen sprechen konnte um herauszufinden was dieses Verhalten ausgelöst hatte oder ob sie tatsächlich jemand ganz anderes war.

      „Es war schön, gemeinsam zu frühstücken,“? Worte die seine Frau nie ausgesprochen hätte und er konnte nicht umhin sie eingehend zu mustern. Doch noch bevor es unangenehm werden konnte löste er sich aus seiner Starre und räusperte sich, ehe er mit einem Nicken Zustimmung andeutete. Sie ging als erste aus dem Raum und Rean wurde von einer seiner Kindermädchen abgeholt. Noch immer etwas perplex stand Xaden noch einen Moment am Tisch und schüttelte dann den Kopf. Dieser ganze Morgen war unwirklich und er zweifelte bereits an seiner Vernunft, doch ein kurzer Blick auf seinen Butler Alfons bestätigte ihm dessen Verwunderung. "Was hat der Doktor gesagt?" Wollte er von Alfons wissen. Dieser schüttelte den Kopf und teilte ihm mit, dass es keine Auffälligkeiten gab. Sie sei bei bester Gesundheit und ihr fehle nichts. Xaden nickte und machte sich auf den Weg zu Matthias.



      Tatsächlich hatte Xaden sich schon ein einhalb Stunden später von Matthias, unter dessen Protest, verabschiedet. Er wusste, wenn er die zwei Stunden vollständig ausreizen würde, würde er länger als beabsichtigt im Arbeitszimmer verbringen. Es war ihm selbst nicht bewusst, doch ihm war die Zeit mit seinem Sohn wichtig.
      Er wählt warme aber bequeme Kleidung. Die Novembersonne würde Ihnen genügend Wärme bringen, sodass sie nicht allzu sehr auf dem Boot frieren würden, dennoch konnte es schnell frisch werden. Ein paar Wasserfeste Lederstiefel komplettierten Xadens Outfit und so wartete er im Foyer auf seinen Sohn und den versprochenen Proviantkorb.
    • Cerelia

      Da Cerelia nie die Gelegenheit gehabt hatte, sich im Kochen oder Vorbereiten von Lebensmitteln zu üben, fiel es ihr schwer, die Gurken zügig zu schneiden oder die Karotten zu schälen. Ihre Unerfahrenheit, gepaart mit ihrem festen Willen, diese Aufgabe eigenständig zu meistern, führte schließlich zu dem, was die Bediensteten befürchtet hatten: Cerelia schnitt sich. Mehrfach. Glücklicherweise waren die Verletzungen nur kleine Schnitte, doch es schien den Dienstmädchen unverantwortlich, die Duchess weiterhin dieser potenziellen Gefahr auszusetzen. Cerelia jedoch hatte unmissverständlich klargemacht, dass sie nicht daran dachte aufzugeben, und so hielten die Bediensteten sich zurück. Am Ende gelang es ihr, zumindest die Sandwiches selbst zuzubereiten und die Früchte zu arrangieren, auch wenn der Proviantkorb nicht komplett allein von ihr gepackt werden konnte. Bei den frisch gebackenen Desserts hatte sie teilweise mitgeholfen.
      Eine Dienerin informierte Cerelia schließlich, dass Rean dabei war, sich anzukleiden. Bevor sie jedoch aufbrach, behandelte sie die kleinen Schnitte an ihren Fingern mit einer heilenden Paste und wickelte sie in feine Leinenstreifen. Damit diese nicht zu sehr auffielen, ließ sie sich ein Paar Tageshandschuhe bringen.
      Noch bevor sie Reans Zimmer erreichte, übergab ihr eine weitere Dienerin kurze Handschuhe aus feiner Seide. Nun, da ihre Hände bedeckt waren, klopfte sie an Reans Tür. Rean öffnete selbst, sichtlich überrascht von ihrem Besuch, da er gerade dabei war, die ihm vorbereitete Kleidung anzuziehen. „Ist etwas passiert, Mutter?" fragte er leicht verunsichert, woraufhin Cerelia den Kopf schüttelte. „Ich dachte, ich schaue kurz nach, was du anziehst. Es scheint draußen kühl zu sein." Rean wirkte immer noch unsicher und zögerte, zur Seite zu treten. Hoffentlich wirkte sie nicht aufdringlich, überlegte Cerelia. Um ihn nicht länger zu verunsichern, hob sie sanft die Hände und lächelte. „Verzeih, ich wollte dich nicht stören. Es ist mir wichtig, dass du dich wohlfühlst." Cerelia wollte sich gerade wieder abwenden, doch Rean schüttelte hastig den Kopf. „Nein… alles ist in Ordnung." Er trat zur Seite und ließ sie eintreten.
      Cerelia, die Reans Zimmer bisher nur aus wenigen Panels kannte, war beeindruckt, es nun leibhaftig zu sehen. Das Zimmer war schlicht gehalten, mit schönen dunkelblauen Akzenten, und geräumig. Es wirkte allerdings eher wie das Zimmer eines Erwachsenen als das eines Kindes. Eine Zofe trat herein und präsentierte Cerelia die Kleidung, die Rean tragen sollte. Sie fand sie passend und warm, doch sie hätte sich gewünscht, dass die Kleidung Reans kindliche Ausstrahlung mehr zur Geltung brachte. Andererseits war Rean als junger Lord an ein bestimmtes Bild gebunden. „Darf ich dir etwas anderes aussuchen?" fragte sie Rean vorsichtig. Dieser schien kurz zu überlegen, nickte jedoch schließlich zustimmend, und mit einem Anflug von Aufregung wählte Cerelia eine Kombination aus.
      Mit einem zufriedenen Nicken betrachtete sie schließlich das Ergebnis: Rean trug mehrere leichte Schichten, die ihn warm hielten, ohne ihn in seiner Bewegungsfreiheit einzuschränken. Zum Abschluss legte sie ihm einen dünnen Schal um den Hals. „Falls dir zu warm wird, kannst du ihn einfach abnehmen," sagte sie lächelnd und tätschelte sanft seinen Kopf. Ein leichter rosiger Schimmer erschien auf seinen Wangen, und Cerelia lächelte in sich hinein. „Ich wünsche euch beiden viel Spaß. Pass gut auf dich auf." Sie würde selbst bald hinterherfahren, allerdings unauffällig im Schatten. Doch als Cerelia sich abwenden wollte, griff Rean nach ihrer Hand. „Hm?" Sie sah ihn fragend an und bemerkte, dass er etwas zu sagen hatte, doch nach kurzem Zögern murmelte er nur „Nichts" und ließ sie los. Sie wollte gerade nachhaken, doch die Zofe wies Rean darauf hin, dass es Zeit sei, aufzubrechen, da Xaden bereits wartete.
      Nachdem Rean aufgebrochen war und sie ihn aus den Augen verloren hatte, ging Cerelia eilig in ihr eigenes Zimmer. Da sie direkt nach ihrem Einsatz in der Küche zu Rean gegangen war, hatte sie keine Zeit gehabt, sich umzuziehen. Sie entschied sich für ein schlichtes, etwas schwereres, aber warmes Kleid und zog sich eine Jacke darüber, was ihr mit Hilfe einer Zofe gelang. Da keine Uhr im Zimmer war, konnte sie nicht überprüfen, wie viel Zeit verstrichen war. Sie ging zum Butler, um sich nach dem Zielort zu erkundigen und eine Kutsche bereitstellen zu lassen. Die Vorbereitungen für eine zweite Kutsche würden einige Minuten in Anspruch nehmen, aber da Cerelia das Ziel kannte, machte ihr die Verzögerung keine Sorgen.
      Als die Kutsche endlich bereitstand und Rean und Xaden schon einige Zeit voraus waren, stieg sie ein. Die Fahrt war unbequemer als erwartet. Trotz der gut gepolsterten Sitze fand sie nicht wirklich eine gemütliche Position. Ein wenig aufgeregt, Rean und Xaden zu folgen und zugleich zum ersten Mal in diesem „Traum" die Grenzen des Anwesens zu verlassen, lehnte sich Cerelia ans Fenster und stützte den Ellenbogen ab. Während die Landschaft an ihr vorbeizog, ließ sie ihren Blick auf der sanften, beinahe endlosen Weite ruhen und genoss das Gefühl, endlich ein wenig Freiheit und Abenteuer zu erleben – auch wenn sie dieses aus der Distanz begleiten würde.
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    • Xaden

      Als Rean mit der Bediensteten die Treppen hinunterstieg hatte Xaden sich an den Pfeiler gelehnt und die Augen geschlossen. Er wünschte er wüsste wie man sich als Vater zu verhalten hatte, doch seine Stellung und sein Stolz ließen ihn nicht nach Rat fragen. Daher war er auf sich allein gestellt und hoffte nur, dass er mit Rean alles richtig machte. Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als die Schritte sich näherten und er sich vom Pfeiler abstieß. Sein Blick fiel auf Rean. Irgendwas sah anders an ihm aus, doch er kam beim besten Willen nicht darauf, was sich geändert hatte. Sein Sohn schien etwas sagen zu wollen, doch da reichte ihm die Bedienstete den Proviantkorb. "Duchess Adalicia hat diesen Korb persönlich zusammengestellt." sagte das Mädchen mit einem Strahlen. Der Korb hätte auch direkt in die Kutsche verstaut werden können, doch aus offensichtlichen Gründen wollten die Bediensteten, dass er von Adalicias Mitwirken erfuhr. Sie hatte in den ganzen Jahren keinen Fuß in die Küche gesetzt und er wunderte sich, dass sie überhaupt wusste wo es sich befand. Xaden versuchte ein Lächeln und nahm ihr den Proviantkorb ab. Gedanklich vermerkte er für sich selbst, heute nicht mehr überrascht darüber zu sein, was seine Frau tat oder nicht tat. Er fügte sich dem und würde sich morgen darum kümmern. Heute ging es um seinen Sohn. - So beschloss er.
      Xaden hielt seinem Sohn seine freie Hand hin. Auf den ersten Blick mochte er selbstbewusst wirken, doch innerlich war er sich unsicher. Er hatte gesehen wie Adalicia heute morgen mit Rean an der Hand in den Speisesaal kam und fand, dass es sehr natürlich aussah. Ob sein Sohn ihm auch die Hand geben würde? Machte er das richtig? Aus den Augenwinkel sah er wie das Dienstmädchen die Hände vor den Mund hielt und wieder anfing zu strahlen. Sie huschte im nächsten Moment mit eiligen Schritten davon - das musste sie ihren Kolleginnen erzählen!

      Auf dem Weg zum Anlegeplatz schwiegen die beiden größtenteils. Xaden zermarterte sich den Kopf um ein Thema anzuschneiden und Rean schien damit zufrieden zu sein, mit seinem Vater in einer Kutsche zu sein und aus dem Fenster zu blicken.
      Die Planken des Stegs knarrten unter ihrem Gewicht und Xaden zog eines der Boote näher um einzusteigen. Es war das erste mal seit einer gefühlten Ewigkeit, dass er selbst in einem Boot saß. Als Jugendlicher war er oft hier draußen um der Enge und dem Geschrei des Hauses zu entfliehen. Doch seit er Duke wurde und Adalicia geheiratet hatte, gab es kaum mehr Zeit das kurze Stück hier herauszufahren und sich treiben zu lassen. Er hatte sich auch schonmal mit Angeln versucht, doch wirklich talentiert war er darin nicht. Dennoch hatte er alles zum Angeln in die Kutsche bringen lassen und verfrachtete es nun ins Boot.
      Er ließ Rean vor ihm einsteigen um ihm am Arm zu packen und somit stützen konnte. "Pass auf, dass du nicht ausrutscht." sagte er und half ihm dabei seine Balance zu halten.
      Nachdem sein Sohn sicher auf einer der Bänke saß, machte er das Boot los und stieg selbst ein, darauf bedachtet das Boot nicht zu sehr ins Wanken zu bringen.
      Als das Anlegeseil sicher verstaut war, legte Xaden die Paddeln an und ruderte ein Stück in den See hinein. "Bist du schon einmal gerudert?" als ein Kopfschütteln mit großen Augen als Antwort kamen, streckte Xaden die beiden hölzernen Enden der Paddeln, Rean entgegen. "Möchtest du es versuchen?" fragte er lächelnd. "Du musst beide synchron gegen die Wassermaßen stemmen." "Ja! Gern!" die Augen des Jungen schienen förmlich vor Eifer zu leuchten. Xaden nickte und rückte ein Stück zurück, damit Rean zwischen seinen Beinen Platz finden konnte. Sein Sohn war noch zu klein um selbst zu rudern, daher würde er ihm dabei helfen müssen. "Hier, halt sie so wie ich..." und so brachte der Vater dem Sohn das Rudern bei und die Zeit verging schneller als gedacht.
    • Cerelia

      Der Weg war lang und beschwerlich, und Cerelia konnte nicht aufhören, darüber nachzudenken, was Xaden mit Rean plante. Eine leise Traurigkeit umgab sie bei dem Gedanken, nicht gemeinsam mit ihnen reisen zu können. Doch sie wusste, dass es nicht angebracht war, sich einfach aufzudrängen. Zugegeben, ihr Hinterherschleichen mochte beinahe wie eine Einladung an sich selbst wirken, aber in ihren Augen war es etwas anderes. Sie würde die beiden nur aus der Ferne beobachten, still und unsichtbar, um die kostbare Zeit zwischen Vater und Sohn nicht zu stören.
      Während der holprigen Fahrt, die ihr Gesäß allmählich schmerzen ließ, drifteten ihre Gedanken immer wieder zu ihrem früheren Leben ab. Dort, in den Schatten der Vergangenheit, hatten Einsamkeit, Medikamente und endlose Trauer geherrscht. Trotz all ihrer Bemühungen, sich an Hoffnung und Positivität zu klammern, hatte die Dunkelheit über die Zeit immer mehr Raum eingenommen.
      Das abrupte Anhalten der Kutsche riss sie aus ihrer Melancholie. Cerelia spürte das Gewicht ihrer Gedanken noch auf ihrem Herzen lasten, doch als der Kutscher die Tür öffnete und sie ausstieg, holte sie tief Luft und richtete sich innerlich auf. „Vielen Dank“, sagte sie höflich, als er ihr half, hinunterzusteigen. Der Mann war sichtlich überrascht über ihre Worte – ein Zeichen von Anstand gegenüber dem niederen Stand war unter Adligen selten. Doch Cerelia, geprägt von ihrer früheren Welt, schenkte solchen Gepflogenheiten keine Beachtung.
      Der Ort, an dem sie angekommen war, lag etwas abseits. Kein Wasser war in Sicht, was ihre Tarnung erleichterte. „Bitte fahren Sie ein Stück weiter. Die Kutsche könnte leicht entdeckt werden. Ich komme, wenn ich bereit bin“, wies sie den Kutscher an, der sich respektvoll verneigte und sich entfernte.
      Cerelia entdeckte Xaden und Rean schließlich auf einem kleinen Boot, das sanft über das Wasser glitt. Ihre Aufmerksamkeit wanderte jedoch schnell zu einem Leibwächter, der am Ufer wachte. Es war klar, dass sie vorsichtig sein musste, um nicht entdeckt zu werden. Sie versteckte sich hinter einem Baum, nahe den Büschen, und hielt ihre Position mit wachsamem Blick.
      Die Minuten zogen sich hin, quälend langsam, und ihre Beine schmerzten zunehmend von der unbequemen Haltung und den unbequemen Schuhen. Doch Cerelia blieb standhaft, getrieben von dem Wunsch, nichts von diesem besonderen Moment zwischen Vater und Sohn zu verpassen. Schließlich sah sie, wie die beiden zum Ufer zurückkehrten.
      Rean sprang aus dem Boot, seine Schritte leicht und unbeschwert. Er sah aus wie ein glücklicher kleiner Junge, seine Augen leuchteten, und Cerelia fühlte sich tief berührt. Wie gern hätte sie ein Bild von Xaden, Rean und sich selbst gemalt – gemeinsam bei einem solchen Ausflug. Doch sie wusste, dass dies ein Wunsch war, der niemals in Erfüllung gehen würde. Es war eine bittere Erkenntnis, die ihr Herz schmerzte.
      Cerelia war so in ihre Beobachtungen vertieft, dass sie nicht bemerkte, wie sich der Leibwächter ihr näherte. Plötzlich ertönte eine Stimme hinter ihr, und eine rasche Bewegung ließ sie vor Schreck laut aufschreien. Der Leibwächter, der eine verdächtige Gestalt entdeckt hatte, hielt seine Klinge bereit, um die Sicherheit des Dukes und seines Sohnes zu gewährleisten. Doch als Cerelia sich umdrehte, erkannte er sie sofort und erstarrte vor Schock.
      „Verzeiht mir, Eure Gnaden! Ich hatte nicht erwartet, Euch hier zu sehen“, stammelte der Leibwächter, während er hastig seine Waffe senkte und sich tief verneigte. Die Panik stand ihm ins Gesicht geschrieben, da er fürchtete, dass sein Versehen schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen könnte.
      Cerelia schüttelte rasch den Kopf. „Nein, es ist in Ordnung. Ihr habt nur Eure Pflicht getan. Ich war hier auch... ungünstig positioniert.“ Sie wollte erklären, dass sie sich bewusst versteckt hatte, doch die Worte blieben ihr im Hals stecken. Nun, da ihre Anwesenheit entdeckt worden war, war ihr Plan ruiniert. Sie seufzte innerlich und trat aus ihrem Versteck hervor.
      Gerade wollte sie zum Wagen zurückkehren, um Xaden und Rean in Ruhe zu lassen, da ertönte eine Stimme, die ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ.
      „Mutter?“
      Cerelias Herz sank. Ihr Versuch, im Verborgenen zu bleiben, war endgültig gescheitert.
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    • Xaden

      Man sah Rean an, dass er sich sehr anstrengen musste die Ruder zu bewegen, doch er ließ es sich nicht nehmen, ohne seinen Vater das kurze Stück zurück an den Steeg zu rudern. Es erfüllte Xaden insgeheim mit Stolz, dass sein Sohn Willenskraft besaß und zumindest genug Kraft um sie beide zurück zu rudern. Ein kleines Lächeln war auf seinen Lippen zu sehen als er sich auf den Steeg schwang und Rean half auszusteigen. "Gut gemacht, Rean" lobt er seinen Sohn und machte sich daran das Boot festzumachen. Sein Sohn bedankte sich vor Freude strahlend und wollte ihm beim Knoten helfen, als er aus den Augenwinkel Bewegungen bemerkte und sich umwandte. Neugierig war er Richtung Waldrand gelaufen, wo einer der Leibwächter jemanden entdeckt hatte. Zuerst konnte Rean die Gestalt hinter dem Gebüsch nicht richtig sehen, doch als sie sich aufgerichtet hatte und die zierliche Gestalt seiner Mutter zum Vorschein trat, war er kurz verwirrt. "Mutter?" rief er aus und beschleunigte seine Schritte als er bemerkte wie gestresst sie aussah. Währenddessen zog Xaden das Seil fest und wandte seinen Blick Richtung Rean. Er erhob sich und ging ohne Eile auf die kleine Gruppe, die sich geformt hatte, zu. War das etwa tatsächlich seine Frau, die gerade hinter den Bäumen hervortrat. Ihre Wangen waren leicht gerötet und sie sah aus wie ein Kind, dass bei etwas ertappt worden zu sein. Wieso war sie hier? Wieder schossen ihm Gedanken einer Doppelgängerin in den Sinn. Was wollte sie? Er wünschte sie wären allein, denn dann hätte er Alicia zur rede stellen können. Es ärgerte ihn so sehr dass er sich frustriert durchs Haar fuhr. Als er Rean erreicht hatte, schob er seinen Sohn zwischen sich und den Leibwächter. Sein Blick fuhr mit kalten misstrauischen Augen über ihren Körper, in der Hoffnung irgendein Anzeichen für Gefahr, zu erkennen. Doch alles was er sah, war eine Frau die fast schon verängstigt aussah. So unschuldig wie sie auch aussehen mag, Xaden wollte nicht unvorsichtig sein, nicht wenn sein Sohn dabei war. "Was macht ihr hier?" fragte er mit autoritärer Stimme, die er sonst nur nutzte wenn er auf dem Schlachtfeld Befehle erteilte.