Den Dämon, den ich rief, werde ich nun nicht mehr los! [Nimue & Alea]

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    • Den Dämon, den ich rief, werde ich nun nicht mehr los! [Nimue & Alea]


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      Fantasy | Horror | a bit SoL | maybe Romance | Comedy | a bit Action | and more

      @Nimue als [X]
      @Alea CroniX als [Y]

      Vorstellung



      Jeder kennt doch diese gruseligen Mutproben; Blicke in den Spiegel um Mitternacht und sage dreimal Bloody Mary. Wenn du vor einem Miniaturhaus oder einer Miniaturstadt stehst, rufe dreimal Beetlejuice. Oder zeichne ein Pentagramm und beschwöre Satan.

      Das sind doch alles nur Gruselgeschichten, die man sich Nachts am Lagerfeuer erzählt oder auch sonst, wenn man anderen ein bisschen Angst einjagen möchte.
      So dachte auch [X] und ihre Freunde, als diese ein Hexagramm an einen Spiegel zeichnete, um einen Dämon zu beschwören. Natürlich passierte nichts, war das nur eine dumme Mutprobe ihres okkulten Studentenclubs, der in der Bücherei ein altes Buch gefunden hatte, mit vielen verschiedenen Beschwörungsformeln darin. Sie trafen sich immer wieder, um sich gemeinsam zu gruseln, in dem sie ein Ouija-Brett benutzten oder Gläserrücken praktizierten. Dabei stellten sie eher harmlose Fragen und wollten auch so nichts Böses.
      Tja, nur doof, wenn genau dieses eine Mal die Formel eine echte ist und [X] jetzt [Y] an der Backe hat.

      Dabei ist [Y] nicht irgendein Dämon, sondern ein Wächter. Der kleine Club wusste es ja nicht besser, doch durch ihr Ritual haben sie ein Siegel gelöst, dass nicht nur [Y] befreite, sondern auch 13 weitere Plagen entfesselte, die nun auf der Erde wandeln, um die Menschen zu quälen.
      [Y] muss diese Dämonen jetzt wieder einfangen und versiegeln, doch dazu braucht er [X], denn sie ist seine neue Herrin, ob sie will oder nicht.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


      Quelle
    • Bristol ein noch immer aufblühendes Städtchen in süd-westlicher Lage Englands. Eine Stadt in der Seefahrergeschichte auf moderne Streetart traf. Eine Stadt der Abenteuer und Umbrüche. Als Maralda an diesem Tag ihre Wohnungstür schloss und die schmale Treppe aus massiven Eichenholz herunter schritt, spürte sie es schon. Es war so als würde das Holz wissen welch stürmische Zeiten über die Stadt herein brach da es bei jeden Schritt der jungen Dame nur noch kläglicher ächzte alls sonst. Zögerlich strecken sich die zarten Finger der jungen Dame nach der metallischen Türklinke der Haustür auf. Es war in den letzten Tagen das ein oder andere Mal vorgekommen, dass sie einen energetischen Schlag davon getragen hatte. Kein Wunder! Immerhin verließ sie beim Übertritt der Türschwelle ihren eigens errichteten Schutzkreis. Kalte Seeluft schob sich den Rotschopf wie eine Art Wand entgegen es war später Sommer und doch brachte es sie dazu ihren Mantel am Kragen zu zuziehen. Angst machte sich in ihr breit, welch Mara nur schwer herunterschlucken konnte. Seit einigen Tagen schon war es immer schwerer bis gar nicht möglich all die Anzeichen zu ignorieren. Die Energie der Magie welchen durch das unterirdische System aus dem Hafen oder von den Flussläufen aus den Bergen kam durchzog die ganze Stadt. Wenn es nur dort unten wäre. Es war ein leichtes Zittern in der Atmosphäre.

      Bestimmten Schrittes ging sie voran währen die roten Locken wie Laubblätter mit den Wind tanzten, die durchsichtigen Schemen zwischen den Menschen und ihr Geflüster ignorierend. Ja Magie war ein Teil ihres Lebens, gar von ihr selbst. Sie durchströmte die junge Frau wie das Blut welches durch ihre Adern floss. Hier in Bristol war sie nicht mehr allein. Hier gab es durchaus Menschen welche davon nicht abgescheckt waren. Im Gegenteil Rachel schien begeistert davon zu sein. Dabei versuchte Mara die kleine Gruppe vorrangig vor größeren Schaden zu bewahren. Noch immer war es schwer es sich selbst einzugestehen, war sie doch selbst ein Neuling auf den Pfad der Magie, aber Maralda Davies war eine Neuzeithexe - und was für Eine! Ihr war vorbestimmt mächtiger zu werden als ihre Vorfahren, so mächtig wie nur eine Hexe oder Hexer der Familie in Dekaden wurde. ...Leider aber, verstand die Studentin nur wenig davon zu nutzen. Bald würde der Moment kommen an welchem sie dazu stehen musste. Die Frage war nur, wo würde dieser Pfad sie genau hintreiben? Was für eine Magierin würde sie sein? Für welche Seite würde sie sich entscheiden? Oder fand sie einen Weg in das Dazwischen?

      Mittlerweile war schon im Zentrum der Stadt angekommen, wo sie in eine Straßenbahn stieg. Ihr Magen begann zu grummeln. Das gefiel ihr nicht. Warum war ihr auch nur dieses verdammte Buch in die Hände gefallen? Warum musste sie es so erschrocken wegwerfen, so das es Rachel auffiel? Warum sträubte sich ihr Körper so sehr wo ihr Geist immer lauter aufschrie? Da war Jemand oder Etwas der ihren Namen säuselte, als wolle er ein scheues Tier anlocken. Ein Teil von ihr wollte sehr wohl sehen wo dieses Buch und seine Praktiken sie hinführen konnte... doch da war die Furcht. Unbewusst umschloss ihre Hand die Stange fester an der sie sich fesgehalten hatte. Es waren nur noch drei Stationen bis zur Bibliothek. Rachel und Mori hatten wohl schon alles vorbereitet, dann konnte es Mara wohl nicht weiter aufhalten....
    • Vor der Bibliothek selber wartete ein weiteres Mitglied des okkulten Clubs auf Maralda. Es war Jenna, die ein Fable für Voodoo hat und somit perfekt in diese kleine verrückte Gruppe passte. "Huhu! Mara! Hier bin ich!" winkte sie der Rothaarigen freudig zu und wirkte schon ganz aufgeregt. "Die anderen sind schon im Keller. Schon krass, dass Sophies Onkel uns erlaubt, dort unten unsere Rituale abzuhalten." begrüßte Jenna das Clubmitglied und betrat mit ihr auch gleich das große und alte Gebäude. Im Haupteingang schritten sie auch direkt durch eine Türe, mit der Aufschrift "Personal", die zu der Treppe zum Keller führte. Dort unten gab es viele Räume mit unendlich vielen Büchern, die man dort lagerte. Sophies Onkel ist der Direktor der städtischen Bibliothek, ein netter Mann, so um die 60 Jahre, der im Geiste aber noch recht junggeblieben ist. Er sieht in dem Club und was er so macht keine Probleme. Er selber erfreut sich daran, dass diese Gruppe junger Leute, sich alten Schriften hingeben, auch wenn sie meinen, damit irgendwelchen Hokuspokus zu veranstalten. Und da es ja keine Magie gibt, hatte er auch keine Einwände.
      Im Keller gab es einen leerstehenden Raum, komplett aus den alten Ziegelsteinen, sodass sie sogar hier mit Kerzen herumhantieren konnten, ohne die Gefahr etwas abzufackeln. Rachel, die Gründerin des Clubs, der sich Zirkel des Zwielichts nannte oder einfach nur Z.Z., war hellauf begeistert, als Sophie ihr von diesem Ort erzählte. "Du musst deinen Onkel fragen, ob wir dort unten unseren Clubraum haben können!" drängte sie die schüchterne Brünette fast schon dazu, sich um diesen Ort zu bemühen. Und siehe da, es hat geklappt.
      Die Gruppe richtete sich dort sehr schnell gemütlich ein, es gab ein großes Sofa, einen runden Tisch mit Stühlen, für ihre Séancen, viele Lampen, Teppiche und Sitzkissen und noch mehr passende Deko. Rachel bestand auch darauf, dass ein Teil des Bodens frei blieb, damit sie auf diesen mit Kreide Beschwörungszirkel malen konnten. Die Clubgründerin nahm das alles manchmal auch viel zu ernst, denn eigentlich hatten die Studenten einfach nur Freude daran, sich gemeinsam ein bisschen zu gruseln. Aber sie erzählten sich nicht einfach irgendwelche Horrorgeschichten, sondern hielten feierlicher Rituale ab, da wurde auch mal ein Blutopfer gebracht. Keine Sorge, hier wird kein Tier getötet, beschaffen sie sich das Blut immer vom Metzger, oder man schnitt sich eben selber mal den Finger etwas auf. Überall stehen dann Kerzen herum und Laternen und jeder trug eine feierliche Robe. Dadurch entstand eine ganz eigene Atmosphäre und die Gruppe fühlte sich noch viel verbundener.
      Gerade jetzt bereiteten sie alles für das heutige Ritual vor. Um Mitternacht würde sich die Gruppe wieder treffen und eine Beschwörung vollziehen. Dieses wurde in einem alten Buch beschreiben, dass sie hier unten gefunden hatten. Es war sehr alt und da es komplett aus Leder bestand, konnte man es immer noch sehr gut lesen, auch wenn die Schrift und die Ausdrücke quasi schon altertümlich klangen.
      Als Jenna mit Mara in ihrem Clubraum ankamen, stellte Mori gerade seine Kamerastative auf. Seit er dabei ist, wir immer alles gefilmt und danach schaut man sich die Aufnahmen gemeinsam an und versucht etwas Ungewöhnliches zu entdecken. "Hi." begrüßte er die beiden jungen Frauen leise murmelnd und widmete sich dann wieder seinem Equipment.
      Sophie und Rachel wiederum stellten ganz viele Teelichter im Kreis auf und in dessen Mitte lag ein runder Spiegel. Der gehört laut Beschreibung zur Beschwörung.
      "Da bist du ja endlich, Mara. Hast du die Räucherstäbchen dabei?" fiel Rachels Begrüßung eher mau aus, da sie einfach viel zu fokussiert auf das bevorstehende Event war. "Hi Mara." begrüßte Sophie sie mit einem sanften Lächeln und rückte dabei ihre Brille wieder etwas zurecht. Alle Augen waren insgeheim auf sie gerichtet, denn die Beschwörung durfte sie anleiten. Das Pendel hatte so entschieden.

      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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    • Dieses verdammte Buch... es war augenscheinlich uralt wohlmöglich nicht aus dieser Welt. Auch unberührt schien es eine Art Eigenleben zu haben, vielleicht war es Einbildung doch Mara war sich sicher, dass die Schnörkel auf den Einband immer anders lagen. Als wären es Tentakel, Ranken, Wurzeln oder so. Einmal hatten sie eine Zeile Schriftzeichen freigegeben. Die junge Frau kannte keines davon allerdings hatten sich die Worte "Buch der schwarzen Dämmerung" tief in ihr Gedächtnis gebrannt. Was andere wahrscheinlich schon komplett verstört hätte, war für die Studentin normal und für Menschen wie ihre Freundin Rachel sicher eine Art Lebenstraum. Grund genug ihr nichts davon zu erzählen. >>Ma...<< Hm?! Da war es wieder, das leise Raunen zwischen ihren Gedanken begleitet von einigen Sekunden stechenden Kopfschmerz. Die Rothaarige biss die Zähne zusammen. Nur noch eine Station. Jetzt wurde es immer realer. Für die meisten Mitglieder des Zirkels war es nur ein amüsantes Hobby, für Rachel war es wahrhaftige Passion und für Maralda Teil iherselbst. Bis jetzt war die Versuche auf das Okkulte, das Übersinnliche, Magische und Unerklärliche zu treffen genau das - Versuche. Bloße Spielereien. Die Magie der Blinden wie ihre Großmutter einst meinte mit ihren Tarot, Runen, Blutritualen und Riten der Mitsommernacht waren real aber ineffenktiv, gerade wenn Jemand es ausführte der den Ruf der Magie nicht wahrnehmen konnte. Jedoch war das Ritual welches die Freunde in der heutigen Nacht abhalten wollten anders. Allein schon weil der Rotschopf es ausführen sollte. >>..ral.....<< Da! Schon wieder! Beinahe hätte sie ihre Haltestelle verpasst. Rasch schob Maralda sich nach draußen. Von der Station war es nicht mehr weit zur Bibliothek. Auf den Stufen welche zu den alten Gebäude führten, sah die junge Dame ihre Freundin schon von weiten winken. Jenna war eine atemberaubende Persönlichkeit mit ihrer schwungvollen schwarzen Locken und einer Haut als wäre sie die Wiedergeburt einer alten Königin. Dazu ihrer großen schwarzen Mandelaugen und eine Figur welche jedes Model eifersüchtig machen konnte. Als sich Mara nährte hob sie leicht lächelnd die Hand. Wohlwissend, das sie ein paar Minuten zu spät war. "Tut mir leid, das du warten musstest." Es tat ihr wirklich leid, wenn gleich das junge Fräulein mit voller Absicht zehn Minuten zu spät aus den Haus gegangen war. Stillschweigend folgte sie ihrer Freundin in die alten Hallen. Auch bevor der Zirkel sich hier eingerichtet hatte, war Maralda immer gern an diesem Ort gewesen. Nun verbrachte sie beinah mehr Zeit tief im Inneren des Gebäudes als in seinen lehrreichen Gängen. >>...daaaa....<< Die Rothaarige stoppt und hielt sich leise stöhnend die Stirn. Scheiße... es wurde immer schlimmer. Mittlerweile war sie mehr damit bemüht sich nichts anmerken zu lassen als das Ritual hinauszögern. Hastig eilte sie Jenna nach welche bereits vor einigen Sekunden hinter den Eingang zum Keller verschwunden war. Maras Finger glitten über den kalten Stein. Selbst dieser schien erfüllt von Magie leicht zu erzittern. Erst als sie an die Stelle kam, an welcher sie mit Kreide verschiedene Zeichen und Runen aufgemalt hatte um ihre Freunde und sich vor schlimmeren Übel zu bewahren, ließ sie von ihm ab. >>...Maraldaaa....<< Mit großer Überwindung betrat die Studentin den Raum des Geschehens. Nun gut, das nervigen Rufen hatte begonnen seitdem sie das Buch der schwarzen Dämmerung in den Händen hielt, vielleicht hörte es nach der heutigen Nacht auch wieder auf. "Hm?! Oh... j-ja. Ja hab ich." Aus ihren Gedanken gerissen kramte sie in ihrer Tasche. Dabei war nicht nur ihre Hand ruhelos und ein wenig desorientiert. "S-Sorry, ich war in Gedanken... bin wohl etwas aufgeregt. We-wegen heute." Dann stellte sie ihre Tasche ab, zog den Mantel aus und begann die Räucherstäbchen zu platzieren.

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    • Jenna winkte nur ab, als der Rotschopf sich bei ihr für ihre Verspätung entschuldigte. "Überhaupt nicht schlimm. Uns läuft ja nichts weg." gab sie ganz locker von sich. Aus der Gruppe war außer Rachel wohl niemand sehr pünktlich.
      Dankend nickte die Pinkhaarige Mara zu und beobachtete sie kurz dabei, wie sie das Räucherwerk an den vorgesehenen Platz stellte. "Ganz ruhig, Mara, das rockst du schon. Und zur Not sind wir ja auch noch da." wurde sie von Rachel angelächelt, als ihr die Nervosität der Rothaarigen auffiel. Niemand konnte ahnen, dass Mara die Magie spüren konnte, die gerade schon jetzt in der Luft lag. Sie ging vor allem von dem ledernen Buch aus, dass sie gefunden hatten, doch auch von dem Hexagramm, dass sie haargenau nach den Aufzeichnungen aufgemalt hatten.
      In den nächsten zwei Stunden ist dann die Gruppe mit den Vorbereitungen fertig geworden und so konnten sich alle noch ein mal ausruhen, damit sie für die Nacht fit waren.
      "Also, um 23.30 Uhr treffen wir uns vor der Bibliothek und dann kann die Beschwörung losgehen." verkündete Rachel stolz und sah sich in dem Raum um. Mori hatte zwei Kameras aufgestellt, eine normale Digitalkamera und eine mit extra Wärmesensorik. Kerzen, Laternen und Räucherstäbchen waren überall verteilt und an einer kleinen Garderobe hingen mehrere Kutten in Schwaz und eine in Rot, extra für Mara. Auf einem schwarzen Kissen lag zudem ein silberner Dolch, mit einer gewellten Klinge. Die Dämonenbeschwörung benötigte Blut, doch es reichte ein kleiner Schnitt, um die beschriebenen Zeichen auf den Spiegel zu zeichnen.
      Alle waren sehr aufgeregt und fieberten der Nacht entgegen. Sie verließen gemeinsam den Keller der Bibliothek und verabschiedeten sich vor dem Gebäude.
      "Bis später." rief Rachel Mori, Sophie und Jenna zu und sah dann zu Mara. Sie wohnten in der Nähe zueinander und hatten damit einen gemeinsamen Heimweg. "Alles okay bei dir? Du wirkst ein bisschen abwesend? Bist du etwa doch so aufgeregt?" fragte Rachel sie sanft, während sie gemeinsam auf die Bahn warteten.
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    • Hier unten war das Rufen lauter, aus dem lockenden Säuseln war ein nachdrückliche Aufforderung geworden. Auch die Schmerzen hielten länger an. Maralda wünschte sich so sehr, dass alles schnell vorbei war. Und zwar so schnell wie es begonnen hatte. Dabei war ihre Geschichte noch ganz am Anfang. Genau genommen hatte sie noch nicht einmal richtig angefangen. Die Zeit in der Niederlassung des Z. Z. verging nur sehr langsam. Normalerweise war den Rotschopf dieser Umstand sehr gelegen. Nur hier konnte sie beinah so sein wie sie war. Sie wurde nicht dafür belächelt oder verachtet wenn sie ihr Wissen in den Grundlagen der Magie der Blinden teilte, überall Schutzrunen und Segenssprüche kritzelte oder gar ein größerer oder kleineres Unheil in ihrer Nähe passierte. Während ihre Eltern und die meisten der Blinden ihre Augen fest vor der Magie verschlossen die ihre Welt durchzog, hatte es neben Maras Großmutter nur einen anderen Menschen gegeben mit dem sie ihr wahres Sein teilen konnte. Alexander Lane, ihre scheinbare große Liebe und ... - ihr Ex-Freund.

      Schnell schütteln das junge Fräulein ihren Kopf hin und her, warum musste sie genau jetzt an ihn denken?! Mit getöteten Wangen begann sich die Studentin zu fragen ob es wegen ihrer Angst war. Alex hatte ihr immer eine Sicherheit geben, eine Sicherheit die sie gerade jetzt unglaublich gut gebrauchen konnte. Stumm sah sie sich um, neben Jenna der afrikanischen Göttin war da noch Sophie. Sie schien wie ein schüchterner kleiner Bücherwurm mit ihrer zarten Brille. An ihr hing so etwas unschuldiges was es Maralda manchmal nicht begreifen ließ weshalb sie ihren Weg auf den Pfad des Okkulten gewählt hatte. Dabei teilten die Beiden nicht nur die nach außen hin freundlich-ruhige Art. Von den Zirkel waren sie optisch wohl die zahmen Socialmediahexen. Dann war da noch Mori, der einige Junge in der Runde. Er war ein mit der Kamera ein künstlerisches Genie, wirkte abseits der Linse aber so sozial unbeholfen dass es selbst Mara manchmal schwer fiel zwischen seinen Worten zu lesen was er von ihr wollte wenn er denn überhaupt sprach. Doch er war ihr ein wirklich guter Freund. Zusammengehalten wurde die ganze Versammlung von dem Herz der Truppe - Rachel. Sie lebte ihre Leidenschaft so kompromisslos. Die Kombi von ihren wilden pinken Haaren mit der schwarzen Kluft lies sie herausstechen, wo sie auch war, dennoch war ihr das scheinbar völlig egal. Sie war wer sie war. Mit ihren Worten begeisterte sie den Rotschopf immer wieder aufs Neue ... ja, Rachel war die perfekte Führung für diesen Zirkel. Bei so tollen Menschen wollte sie sich nicht in die Erinnrung an Alex flüchten. "....Sie sind alles was ich brauche..." flüsterte sie zu sich selbst ehe sie mit ihren Tagewerk weiter machte. >> Maa...ral...daaaa....<< Die Stimme ihrer Anführerin erreichte die junge Frau nur dumpf. Zögerlich entlockten sie ihr ein schwaches Lächeln. Rachel hatte keine Ahnung. Genau DAS war es ja. Was wenn Mara dieses Ritual etwas ZU sehr rockte? Vorsichtig drehte sich die Neuzeithexe zu den uralten Buch mit den ledernen Einband. Die Luft um es herum schien zu flimmern, als würde im nächsten Moment Rauch darauf aufsteigen und es augenblicklich in Flammen aufgehen. Dennoch führte kein Weg daran vorbei. Dieses Schicksal konnte sie niemals aufhalten.

      Als sich die Meisten ihrer Freunde geschlossen auf den Heimweg machte, hob Maralda zum Abschied die Hand. Ihre dunkelblauen Augen hangen ihnen länger mit tiefer Sehnsucht nach. Dafür dass sie all ihre Freunde erst seit etwas mehr als zwei Jahren kannte, hingen sie der Rothaarigen sehr am Herzen. "Bis dann..." Zögerlich wand sie sich von den Drei ab welche nur noch Silhouetten am Ende der Straße waren. Auch an der Bahnhaltestelle war Mara so schweigsam wie lang nicht mehr. Völlig in den Monolog ihrer Gedanken vertieft, bemerkte sie Rachel kaum. "Hm? En-enschuldige." Sanft schüttelte sie ihren Kopf, in der Hoffnung es würde sie ordnen. "Ach? Ich bin einfach müde und... etwas zerstreut. Alex hat versucht mich anzurufen. Ich weiß nicht was er will aber ich habe mich noch nicht getraut zurück zu rufen. Außerdem.... haben wir heute anderes zu tun." Dabei war das alles nur die Halbe Wahrheit. >>Maraldaaaa...<< "Später ist es si her besser. Du wirst sehen. Ich leg mich nochmal hin und dann... wird das schon."
    • Das alles, was Mara so sagte, überzeugte Rachel nicht wirklich und als sie dann auch noch ihren Ex erwähnte, bekam sie großen Augen. "Das lässt du auch schön bleiben! Hast du verstanden? Es ist nie gut, wieder mit dem Exfreund Kontakt aufzunehmen. Das endet immer in Kummer und Tränen. Darauf kannst du wetten." ermahnte sie die Rothaarige, hier bloß die richtige Entscheidung zu treffen.
      Sie ließ dann Mara aber in ihren Gedanken und las sich dann ihre Wege trennten, umarmte sie ihre Freundin einmal ganz feste. "Denk dran, wir können das alles auch verschieben, wenn es dir heute Nacht nicht gut gehen sollte. Verstanden?" erinnerte Rachel den Rotschopf daran, dass sie sich zu nichts zwingen musste. "Trink 'nen Tee, leg dich noch etwas hin und ein Stück dunkle Schokolade kann auch nicht schaden, um die Laune aufzuhellen." gab sie Mara den Tipp und verabschiedete sich dann auch von ihr. Sie alle würden sich noch eine Mütze Schlaf gönnen, denn das sollte eine lange Nacht werden.


      Es war genau 23:30 Uhr als sich die Freunde wieder vor Bibliothek trafen. Jetzt konnten sie nicht so einfach in das Gebäude marschieren und mussten einen Seiteneingang nehmen. Sophie besaß dafür die Schlüssel und als alles drin waren, schloss sie auch wieder ab. Die Leute sollten ja nicht unbedingt mitbekommen, was die fünf zu solch einer unchristlichen Zeit noch angestellten.
      In ihrem Clubraum, wie man es nennen könnte, kümmerte sich dann jeder um die ihm zugeteilte Vorbereitung. Jenna und Sophie zündeten die vielen Kerzen an und Mori überprüfte seine Kameras, dass auch ja die Akkus voll waren. Rachel nahm gerade den gewellten Dolch an sich und desinfizierte noch einmal dessen Klinge. Hier sollte ja keiner eine Blutvergiftung oder dergleichen bekommen. Damit fertig, wurden dann die feierlichen Kutten angezogen und das Deckenlicht gelöscht. Durch die vielen Kerzen tanzten die Schatten an der Wand und sorgten für eine mysteriöse Atmosphäre. Alle Augen waren dann auf Maralda gerichtet, die heute Nacht die Hauptrolle als Beschwörerin hatte. Wie ein Chor, würden sie die Beschwörungsformeln ihr nachsprechen, wobei jeder diese auch auswendiggelernt hatte. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen, vor allem nicht, wenn Rachel alles organisierte. Sie versuchte bei jeder Séance oder Beschwörung so authentisch wie möglich zu sein. Auch das heutige Datum war kein zufälliges, sondern es war Vollmond und laut der Beschwörungsformel war das sehr wichtig. Der Raum wurde langsam auch mit dem Duft der Räucherstäbchen geschwängert und zum Glück gab es hier unten keine Feuermelder, sonst würden diese früher oder später losgehen. Dennoch stand in einer Ecke des Raumes ein Feuerlöscher, schließlich hantierten sie mit Kerzen und da ging man doch lieber auf Nummer sicher.
      Durch ein kleines Kellerfenster konnten sie die Kirchenuhr Mitternachtschlagen hören. Es war Zeit, zu beginnen.
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      Monkey D. Ruffy


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    • Auf den Weg in ihre Wohnung versuchte sich die Studentin an den einzigen Gedanken zu klammern der stark genug war, das immer mächtiger werdende Rufen und das Beben der Magie zu verdrängen – Alexander Lane. Rachels Warnung dröhnte noch in ihren Ohren dennoch vermochte der bloße Gedanke an den jungen Mann Maraldas Herz schneller schlagen zu lassen und etwas Erleichterung zu schaffen. Rachel war eine gute Freundin, ihr Rat teuer, geschätzt und wichtig. Aber sie kannte Alex nicht. Sie wusste nicht welche Gründe die Schicksalfäden der Beiden immer wieder voneinander trennten und doch wieder verwoben. Sie hatte noch nie das Leuchten seiner verschiedenfarbigen Augen gesehen oder wenn sich leichte Grübchen auf seinen Wangen bildeten wenn er lachte… Mittlerweile hatte der Rotschopf völlig gedankenverloren ihren Tee kalt gerührt. Mit jeder Umdrehung des Löffels schweiften ihre Gedanken um den Blonden, verloren sich in der Frage zurück zu rufen – wie es wohl wäre den Klang seiner Stimme zu hören und kamen schlussendlich wieder zu den Erinnerungen an die gemeinsame Zeit wieder zurück. Noch dazu war da diese unbeantwortete Frage nach den Warum? Warum hatte er schlussendlich mit ihr Schluss gemacht, wo sie doch so glücklich miteinander waren? Warum musste es eine Uni so schrecklich weit entfernt sein? Letzten Endes gab es nur ein einzigen Menschen der ihr diese Fragen beantworten konnte. Der Zeitraum des Klingelns war eine quälende Ewigkeit. Dann endlich die Erlösung – gefolgt von der niederschmetternden Ernüchterung nur an den Anrufbeantworter geraten zu sein. „Hi … ähm … Alex?“ Ein hoffnungsvolles Lächeln huschte über das vor Nervosität angespannte Gesicht. „Ich… also ich hab gesehen, dass du mich ein paar Mal angerufen hast. Aber wir scheinen uns wohl verpasst zu haben …. mal wieder.“ Was machte sie da nur? „Ich hoffe es war nichts Dringendes und… dir geht es gut. Später ist etwas… wo ich dich gern an meiner Seite gehabt hätte. Ich hab Angst Alex, große Angst. Aber ich weiß, das ich es machen muss um Schlimmeres zu verhindern also… hoffen wir mal wieder auf das Beste und machen uns für das Schlechteste bereit, was?“ Ihr Lachen klang unsicher, als würde sie sich selbst kaum glauben. „Ähm… also dann, mach es gut Alex.“ Indem Moment indem Maralda auflegte konnte sie nicht ahnen, dass der junge Mann und einige andere Ohren ihre Worte sehr wohl gehört hatten. Allerdings war er viel zu sehr mit den eigenen Überlebenskampf beschäftigt um den Anruf noch entgegen zu nehmen. Selbst wenn er es gern gewollt hatte. Hätten die Beiden die Gelegenheit gehabt miteinander sprechen, wäre alles vielleicht anders gekommen.

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      ~✶~

      Das Kellergewölbe der Bibliothek war sehr hoch und sehr weit. In den kleinen Räumlichkeiten des selbsternannten Zirkels traf das Licht von gefühlt hundert Kerzen auf uralten, von Magie durchzogenen Sandstein. Ihre Freunde standen in pechschwarzen Roben gehüllt um sie herum. Mit jeden Schlag der Kirchenuhr schlug ir Herz lauter in ihren Ohren. Bei den letzten Schlag war es ihr als würden ihre Trommelfelle platzen. Zurück blieb ein Eindrucksvoller Hall und ein leiser Schrei ihres Namens. >> Ma…ralllll…daaaaa<< Die Rothaarige schluckte schwer, ehe sie mit zittrigen Atem versuchte sich zu beruhigen. Langsam trat sie in die Mitte des Schauplatzes wo die Utensilien für das Ritual vor allem das verdammte Buch der schwarzen Dämmerung auf sie warteten. Es war aufgeschlagen was die Grenzen zwischen Magie und Wirklichkeit nur noch mehr zu zerreißen schien. Auf seinen längst vergilbten und abgegriffenen Seiten ruhte ein Spiegel, ein Spiegel dessen Glas für die rothaarige Neuzeithexe stets schwarz erschien. Rabenschwarz, wie ein Auge der Finsternis. Eiseskälte ging von ihm aus. Jedes Mal wenn ihre Finger sich ihm nährten, durchzog sie stechender Kälteschmerz. Sonst ließ es Maralda zurückschrecken. Merkwürdiger Weise reagierte einzig und allein sie selbst so auf das Teil. Rachel war von ihm fasziniert wie von allem Übernatürlichen. Neben den Buch der gezackte Dolch, dessen Silber gefährlich im Licht der Kerzen blitzte. Maralda schluckte schwer während sich vor ihren geistigen Auge ein Zeichen formte. Delta. Ihre Großmutter hatte ihr immer erzählt das ihre Familie Nachfahren des Daedalus waren. Er war der erste Ahne welcher sich mit der ˋˋanderen Seiteˋˋ : ihren Wesen, Lehren und Gesetzten beschäftigte. Zunächst als Mann der Wissenschaft, später als Magier. Delta, sein Zeichen, war der vierte Buchstabe des altgrieschichen Alphabets, D bis heute der vierte Buchstabe, der Buchstabe mit dem ihr Familienname bis heute begann und Maralda war nach ualten Zyklus die vierte Nachfahrin dieser Generation. Ihr war bewusst was von ihr verlangt wurde, statt einen einfachen Schnittes sollte sie sich das Delta in die linke Handinnenfläche ritzen und ihr Blut dann für die Beschwörung benutzen.
      Ihre Hände zitterten so stark, dass sie fürchtete, der Dolch glitt ihr gleich aus den Griff. Ihr Kopf dröhnte, ihr Herz schlug bis zum Anschlag ihrer Brust. >>Maraldaaa…<< Ob diese Stimme verklang sobald das Ritual vorbei war? >>Maralda!!!<< Die Spitze der Klinge ruhte bereits auf ihrer Haut. Die Zeit schien gar still zu stehen. Dann als ihr Atem zu stocken begann biss sich der Rotschopf auf die Lippe und ritzte sich das Zeichen ihres Ahnen in die Hand. Ein schmerzliches Zischen konnte sie kaum verbergen, ein Schmerzensschrei blieb jedoch aus. Delta brannte in ihrer Haut, brannte sich in ihr Bewusstsein und tief, tief in ihre Seele. Aus der talentierten Azubi-Hexe war nun eine wahrhaftige Magiern des Daedalus geworden. Während das Adrenalin durch jede ihrer Adern schoss ließ, schlängelte sich ihr Blut seelenruhig um ihren Unterarm. Als Mara ihre Hand auf den Spiegelt drückt um ihr Blut darauf zu verteilen war die Oberfläche gar nicht mehr kalt, jedoch schien es wie ein Sog der sie mit jeden Augenblick der Verbindung immer weiter auf die andere Seite ziehen wollte. Obwohl es die Junghexe ängstigte konnte sie eine schaurige Anziehung nicht leugnen. Während sie die Formen aufsprach begann sie das Zeichen aus den Buch mit ihren Blut zu zeichnen. „Ab intimis profundis et infinitate, vox mea temporis flumina penetrat. Vocaberis, catenis liberatus. Apparere et iudicare qui resistere ausi sunt. Qui ab infimis inferni in hunc mundum blatanter prorupit. Clavis custos venit et iudices ut in recta via – historiae cursum currere pergat. Coniungit nos per tempus et spatium excitare, protegere et confidere.“

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    • Wie gebannt sahen die drei Freunde Maralda zu, wie sie indessen die Beschwörung durchführte. Sophie zuckte zusammen, als sie sah, wie die Rothaarige sich mit dem gewellten Dolch in die Hand ritzte. Das sah doch sehr schmerzhaft aus und man konnte das Blut in dicken roten Tropfen erkennen. Sie hatten aber vorgesorgt, standen schon Verband und Desinfektionsmittel bereit. Rachel hatte Maralda auch direkt ermahnt, nicht zu tief zu ritzen. "Ich habe das Messer nochmal schärfen lassen, damit es nicht ganz so sehr wehtut." hatte sie ihr noch zuvor erklärt. Man musste sie ja nicht unnötig leiden lassen, wenn man das verhindern konnte.
      Als die Rothaarige dann ihre Hand auf den Spiegel drückte und die Formel aufsagte, wiederholten die drei die Worte erneut, sobald Maralda damit fertig war. Als Quartett ertönten nun die lateinischen Worte, was schon fast etwas Meditatives hatte.

      Ostiarius wurde aus seinem unendlichen Schlaf geweckt. Zunächst fühlte es sich wie ein sanftes Ziehen an, so als wolle man ihn irgendwo hinführen. Sein Bewusstsein war noch benommen und so fühlte er noch nicht die magischen Ketten, die sich mehr als ein Millennium um seinen Körper gelegt hatten und ihn an Ort und Stelle fesselten. Doch je wacher er wurde, desto deutlicher nahm er das Gewicht dieser Fesseln wahr und auch, wie sie sich inzwischen langsam aber merklich lockerten und gar lösten. In dem Moment, wo er dachte, er sei jetzt frei, wovon auch immer, hatte er das nach diesen unendlich vielen Jahren vergessen, spürte eine andere Kraft, die an seinem Körper zog und zerrte. "Ein Pakt!" erkannte er diese Art von Magie sofort wieder. Es war ein natürlicher Reflex von ihm, dass er sich gegen diese neuen Fesseln wehrte. Und je mehr er sich sträubte, desto stärker wurde der Sog, der ihn in eine andere Welt ziehen wollte. Ori wusste, dass es keinen Zweck hatte, sich dem zu verwehren, doch wer ließ sich schon gerne anketten. Ein Schrei, so tief und voller Ärger und Frust, entkam seiner Kehle, die so lange geschwiegen hatte. Kurz klang es so, als würde mit ihm noch ein ganzer Chor anderer Stimmen ertönen, doch diese Stimmen gingen in dem Strudel unter, durch den er im nächsten Moment gewirbelt wurde. Er konnte dieser Macht einfach nicht widerstehen, musste es sich um einen mächtigen Hexer oder Hexe handeln und dann ging alles ganz schnell. Schnell wie ein Blitz bewegte sich sein Körper fort, der gerade keine eindeutige Form besaß. Er hörte ein Knacken und das typische Rauschen, das durch seinen Kopf drang, wenn er in die sterbliche Welt befördert wurde. Und dann war er da. Schwebte in seiner wahren Form über dem Zirkel, den man für seine Beschwörung gefertigt hatte, doch verbarg er sich direkt mit seinen Kräften. Er musste es dem Beschwörer ja nicht leicht machen. Außerdem musste sich Ori erst einmal etwas orientieren. Er befand sich in einem Keller, geschmückt mit vielen Kerzen und anderen Lichtern. Der bekannte Duft von Räucherstäbchen stieg ihm in die Nase, worauf er diese leicht rümpfte. Sandelholz! Es ist immer Sandelholz.

      Nachdem der Chor dreimal die Beschwörungsformel aufgesagt hatte, passierte etwas. Für einen Augenblick hatte man das Gefühl, als würde die Zeit stillstehen und dann ertönte ein lautes Knacken, so als würde gerade der Spiegel brechen und im nächsten Moment entwich aus der Scheibe ein heftiger Windstoß, dass alle Lichter ausgingen und es für einen Wimpernschlag stockdunkel im Kellergewölbe war. Wie von Geisterhand erleuchteten dann wieder alle Lichter, so als wäre nichts gewesen. In dem Moment der totalen Finsternis gab Sophie einen Schrei des Schreckens von sich, worauf Jenna sie beruhigen musste. Maurice und Rachel sahen sich schnell um, ob nicht eine Kerze umgefallen war, doch schien nichts dergleichen passiert zu sein. "Verrückt!" hauchte die Pinkhaarige fast schon ehrfürchtig aus und sah dann zu Maralda. "Alles okay bei dir?" fragte sie ihre Freundin, die quasi im Zentrum des Geschehens gesessen hatte, was auch immer da gerade passiert war. Sie wollte ihr am liebsten sofort die Hand verbinden, denn eigentlich waren sie mit dem Ritual jetzt fertig. Jedenfalls sah sie nichts Verdächtiges, weder einen Teufel mit Hörnern noch sonst etwas, dass man sich unter einem Dämon vorstellen konnte. So bemerkte sie auch nicht, das kleine schwarze Wesen, mit den sechs Tentakelgleichen Armen, dass sich auf ihrer Schulter niedergelassen hatte und sie mit seinem großen roten Glupschauge gierig ansah. Pflichtbewusst ging sie zum erste Hilfekoffer, damit sie Maraldas Schnittwunde versorgen konnte.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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    • Wie in Trance gefangen blickten ihre seeblauen Augen auf die Innenfläche ihrer Hand, wo noch immer pulsierender Schmerz das Zeichen des Dedalus verschrie. Ihr Blut floss nicht mehr, dafür war der Schnitt nicht tief genug gewesen. Für das Ritual hatte es gereicht. Das tiefe Rot im Kontrast zu ihrer blassen Haut... Maralda fürchtete sich davor ihren Blick davon abzuwenden. Es war das Zeichen was ihr Leben, gar sie selbst verändert hatte. Es war ein Zeichen was sie nur weiter von Alexander und ihren Freunden weg und in eine andere völlig unbegreifliche Welt stieß. Und doch - klammerte sich der Rotschopf am jenes Zeichen. Es gab ihr Sicherheit und verankerte ihre Seele in einer Art Zwischen. Von hier raunten die Stimmen ihrer Freunde nur dumpf in ihren Ohren, aber von hier hielt sie auch den abertausend fremden Blicken Stand welche auf ihr zu lasten schienen. "Hm?" Das junge Fräulein reagierte zwar auf die Frage ihrer Freundin doch schien die beiden Frauen eine Art unsichtbarer Vorhang zu trennen. Alles, was nicht mit den zarten Spuren der Magie durchzogen war, war verschwommen und schien unglaublich weit weg. "Was? Äh, ja. Ja geht schon." Auch mehrfaches Blinzeln half nicht dabei eine Orientierung im Hier und Jetzt zu finden. "Ich... ich muss..." Mit der gezeichneten Hand deutete sie auf die Tür. "Also... ähm... bis später." Nein, Maralda war nicht ganz die Selbe - sie war eine Andere und doch war sie durch und durch Maralda Davis. Ein Paradox und doch so einfach.
      Leicht taumelnd schob sie sich an den Freunden und den abertausend Kerzen vorbei. Als sie durch den Türrahmen schritt war es ihr als würde sie durch eine unsichtbare Wand brechen müssen. So sehr hatte die Magie die Atmosphäre in den kleinen Heim des Zirkels verdichtet. Der Kopf dröhnte, das Herz raste und jede Bewegung war auf einmal so unglaublich mühsam alls hätte dieses Ritual ihr sämtliche Lebnskraft entzogen.

      Der Weg nach Hause verschwomm im Strom von Magie, Nebel, Illusion und Erschöpfung. Wenn jemand die Studentin gefragt hätte, hätte sie keine Antwort darauf gegeben können wann, wie und auf welchen Wege sie zu ihrer Wohnung gefunden hatte. "Das ist ganz normal, es ist immer so wenn du nicht daran gewöhnt bist." Klang es durch die Stimme ihrer Gedankenwelt während sie mit zitternder Hand versuchte den Schlüssel in das Türschloss zu bekommen. Immer wieder glitt er knapp daneben vorbei. Nach drei bis fünf versuchen schaffte es Maralda endlich! Mit letzter Kraft stieß sie die Tür auf, welche eigenständig wieder in ihr Schloss fiel und schleppte sich zu der Couch wo die Magierin zunächst am Rande des eeigenen Bewusstseins zusammenbrach. "....Alex....Alex...." Aber gerade dieser Anker konnte sie in jenen Augenblick der Not nicht hören ... oder ... doch?
    • Rachel hatte sich den ersten Hilfekoffer geschnappt und kniete nun neben Maralda, doch die schien noch total durch den Wind zu sein und völlig abwesend. Das fiel der Pinkhaarigen schon die letzten Tage auf, dass ihre Freundin mit ihren Gedanken oft irgendwo anders war, doch jetzt war es besonders deutlich anzumerken.
      Rachel hatte noch nicht mal Pflaster oder Verband herausgeholt, da stand die Rothaarige auch schon auf und murmelte etwas davon, dass sie gehen musste. Damit sahen ihre Freunde Marlada nach, die einfach ohne ein weiteres Wort den Keller und somit auch die Stadtbibliothek verließ. Mehr als verwundert und voller Sorge sahen die anderen ihr nach und machten sich dann bald darauf an die Arbeit, hier alles wieder aufzuräumen. Wenigstens ist am nächsten Morgen Samstag, sodass jeder ausschlafen kann.
      Tot müde fiel die Pinkhaarige in ihr Bett und schlief auch recht bald ein, doch erholsam war der Schlaf nicht, wurde sie seit diesem Abend nur noch mit Alpträumen in der Nacht gequält. Ohne es zu wissen, nährte sie den kleinen Dämon, der sich an ihr angeheftet hatte und sich an diesen schaurig schönen Träumen labte.

      Ostiarius ist ein pflichtbewusster dämonischer Diener und wachte über seine neue Herrin, als diese wie eine Schnapsleiche durch die Gegend torkelte, ehe sie in ihren vier Wänden ankam und bei ihrem Sofa fast schon zusammenbrach. Bis dahin hatte sie ihn noch nicht entdeckt und langsam zweifelte Ori daran, dass diese Frau überhaupt seine Gegenwart bemerkte. Oder wurde er einfach nur ignoriert? Das wäre eine Frechheit! Da war nun nach hunderten von Jahren, gar tausenden, wobei er jegliches Zeitgefühl verloren hat, um das genau benennen zu können, und dann wurde er nicht mal gebührend in Empfang genommen! Das beleidigte den mächtigen Dämon doch etwas und kratzte an seinem Ego. Als der Rotschopf auch noch einen gänzlich anderen Namen von sich gab, brachte das doch das Fass zum Überlaufen und Ostiarius entschied sich nicht mehr zu verbergen. "Alex? Das ist nicht mein Name! Ihr solltet ihn aber wissen, schließlich habt ihr mich gerufen." offenbarte sich der Dämon in seiner menschlichen Gestalt und beugte sich über Maralda, sodass sie ihn seine leuchtenden Augen blicken konnte.
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    • Ihre Stimme dran weit durch alle Zeiten und etlichen Versionen der Wirklichkeit, so dass jener junge Mann an einen anderen Ort tatsächlich aus seinen unruhigen Schlaf auf schreckte. Diese Nacht hatte der Blonde gerade so und auch nur dank der Hilfe seines Aufpassers überlebt, weshalb er noch nicht wirklich die Kapazität gehabt hatte, seine Ex-Freundin zurück zu rufen. Doch es war kaum eine Sekunde vergangen in der er nicht an sie und ihr bezauberndes Lachen gedacht hatte. "Mara..." seine Augen schnellten zu seinen Handy. Sollte er es wagen und sie jetzt anrufen?

      "Hmmm?" Es brauchte die ein oder andere Sekunde bis Maralda überhaupt reagierte. Aber diese leuchtenden Augen welche so eindringlich an ihr hafteten.. diese leuchtenden Augen gehörten keinen sterblichen Wesen und genau dieser Umstand ließ sie langsam wieder zu sich kommen. Also war ihre Intuition doch nicht falsch gewesen! Seit ihrer Kindheit sah und fühlte die junge Frau mehr als gut für sie war oder mehr als ihre Umgebung wahrnahm. Seit ihrer frühsten Kindheit wurde Mara beigebracht dass sie es ignorieren- nein sogar verdrängen musste. Bloß normal sein und ja nicht auffallen! Zu ihren eigenen Schutz vor eben diesen Kreaturen und auch vor den Blinden selbst.
      Stöhnend richtete sich die junge Hexe auf. "Sind Sie... Sind Sie sowas wie Nikodemus? Ein... Wechselbalg?" Ihr Blick war noch immer leicht verschwommen als sie versuchte den dröhnenden Kopfschmerz mit einer Massage ihrer Schläfen Herr zu werden. Nur sehr träge begann sich der Rotschopf aus seiner Jacke zu schälen. Das war gar nicht so leicht, ohne noch Blut an das Kleidungsstück zu schmieren. "Merkwürdig... ich könnte schwören ihre Präsenz war vorhin eine andere gewesen." Es war ungewöhnlich, normalerweise sprachen diese Wesen sie nicht an. Dieses Exemplar hatte aber direkt das Wort an sie gerichtet. "Wie... wie sind Sie hier überhaupt rein gekommen?!" Hatten die Bannkreise, Schutzrunen und das Salz etwa keine Wirkung mehr? Angst verspürte die Rothaarige jedenfalls keine, sofern er gewollt hätte wäre sie längst tot. Oder war sie bei den Ritual gestorben aber hatte es nicht bemerkt? Was hatte diese Kreatur gesagt? Gerufen.... gerufen ....? Ah! Dieses Buch! Das Ritual!!! Es hatte also doch funktioniert?! Oh nein, wer wusste was da noch schief gegangen- In diesem Augenblick klingelte ihr Handy. Alexander Lane rief an. Maralda schluckte. Ob sie ran gehen sollte? Mit diesen Wesen im Haus? Nein, so lange sie selbst nicht wusste was hier vor sich ging konnte sie kaum mit Alex reden. "Ähm ... alllsooo..." begann sie leise, das Klingeln ignorierend doch ihre Augen rutschten immer wieder zu den leuchtenden Bildschirm. Was wäre wenn sie doch ran ging? Nur um einmal kurz seine Stimme zu hören? "Sie sind aus diesem Buch. Aber... Sie haben mich nicht gerufen." Jetzt wo die Stimme fort war, machte sich Angst statt Erleichterung in ihr breit. Wer hatte Maralda gerufen? Warum? Und warum war er, sie oder es jetzt still?
      Auf wackligen Beinen versuchte die junge Frau aufzustehen. Als sie um den Fremden herum ging um diesen nachdenklich zu betrachten musste sie sich an ihrer Einrichtung stützen. Schließlich entschloss sich der lockige Rotschopf zunächst in die Küche zu hangeln und sich ein Glas Wasser zu holen. Ob es das Ritual war oder er, was sie so auslaugte würde wohl nur die Zeit zeigen.
    • "Bitte was?!" kam Ostiarius Antwort mehr als empört über seine Lippen und sah seine neue Herrin entrüstet an. "Ich bin doch kein Wechselbalg. Wenn ich eins wäre, müsstet ihr dann nicht ein Kind haben?" stellte er direkt eine Gegenfrage, die auch irgendwie als Antwort diente.
      Ihm schien auch, dass die junge Hexe, wie er gerne, die Magierinnen nannte, noch etwas benommen war. Immer noch. Er wusste ja, dass eine so mächtige Wesenheit wie er, einiges an magischen Kräften kostete, um ihn überhaupt zu beschwören, aber noch nie waren seine Herren so beduselt gewesen. Es wirkte ja fast schon, als wäre der Rotschopf etwas angetrunken.
      Das mit der Präsenz ignorierte Ori, denn er selber hatte in dem Augenblick der Beschwörung keine andere Präsenz gespürt. Er war ja selber noch viel zu überwältigt davon gewesen, dass ihm das wohl entgangen war.
      "Ich bin natürlich mitgekommen. Ihr habt mich quasi gerufen und eingeladen, damit kann ich überall dort hingehen, wo Ihr seid." war die einfache Antwort von dem Dämon, der sich nun wieder gerade hingestellt hatte. Schutzrunen und Bannkreise sollen ungebetene Gäste fernhalten, doch er ist eben nicht ungebeten und daher hatten diese Schutzmaßnahmen keine Wirkung auf ihn.
      Das klingelnde Ding zog Ostiarius Aufmerksamkeit auf sich und er sah auch, wie die junge Frau immer wieder zu dem aufleuchtenden Ding sah. Mit einem Wink seiner Hand ließ er diese unbekannte Apparatur zu sich gleiten und betrachtete es eingehend, während es vor ihm schwebte, weiter klingelte und dabei immer wieder aufleuchtete. Er sah den Namen Alex und auch ein Bild von dieser Person auf dem Ding. Außerdem sah der große rote Knopf sehr verlockend aus und so drückte er diesen einfach und dann verstummte das Teil plötzlich und hörte auf zu leuchten. Sofort verlor er das Interesse daran und ließ es einfach zu Boden fallen, um seiner Herrin zu folgen.
      Ihm kam auch gleich eine weitere Idee und so konnte die Rothaarige einen Alex, so wie Ori ihn auf dem Bild gesehen hatte, auf einmal in ihrer Küche stehen sehen. "Ist diese Gestalt Euch lieber?" fragte er und sah auch, was das Vorhaben der jungen Frau war. Mit einem Finger schnippen schwebten Glas und Wasserfalsche in der Luft und wie mit Geisterhand, würde der Rothaarigen das Glas mit dem Wasser eingeschenkt und blieb nun vor ihrer Nase in der Luft schweben.
      Nachdenklich sah er dann seine Herrin an und stellte etwas Komisches fest. "Euer Magie-Fluss ist gestört, so als wollte jemand diesen versiegeln. Doch das Siegel ist fehlerhaft. Soll ich es für Euch ganz lösen?" fragte er dann die junge Frau in der Gestalt ihres Exfreundes. Er konnte sich vorstellen, dass dies der Grund ist, für schwummrige Verfassung. In der Frau schlummerte ein großes Potenzial an Magie, doch durch das Sigel konnte sie es nicht richtig kanalisieren, so als wollte man eine große Menge Wasser, durch ein ganz dünnes Rohr pressen, das konnte doch nur schiefgehen.
      Ohne weiter darüber nachzudenken und auch nicht die Antwort seiner Herrin abwartend, legte Ori seine Hand einfach auf ihren Kopf, konzentrierte seine Macht für einen Augenblick auf dieses fehlerhafte Siegel und sprengte es dann einfach. Das sollte ihr nun Erleichterung geben und damit erwartete der Dämon auch gleich sein erstes Lob seiner Herrin.
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    • Ein tiefer Atemzug, ein unverständliches Kopfschütteln. Wo war sie da nur wieder rein geraten? Die Locken der jungen Frau wippten noch leicht als plötzlich, völlig unverhofft, ihr Ex-Freund in der kleinen Küche stand. Starr vor Schreck war Maralda nicht einmal fähig einen erklärenden Gedanken in ihren Kopf zu formulieren. Das stand ..... Alexander ... ihre Wangen nahmen bereits einen hochrote Farbe an als es ihr endlich möglich war sich wieder zu rühren. Es war ja nicht einfach Alex, es war der Alex von vor 5 Jahren aus dem Spanienurlaub indem sie so glücklich waren. Was es eigentlich nur viel schlimmer machte. Die Illusion war nahezu perfekt, bis der vermeintliche Alexander zu sprechen begann. "N-nein!" Halb panisch, halb verwirrt und noch immer angeschlagen kreiste die beschnittene Hand vor dem Erscheinungsbild des Mannes, für dem die junge Frau doch noch Gefühle hegte. "Mach das ... DAS sofort wieder rückgängig! Lauf gefälligst in deiner eigenen Gestalt rum, Alex gibt es nur einmal." Und Nichts und Niemand konnte ihm auch nur Ansatzweise ersetzen. Da die Verwunderung allmählich in Wut und Unbehagen umschlug, versuchte sich Maralda rasch wieder zu kontrollieren. Der Kontakt zu dieser Lebensform war anstrengend doch es brachte Nichts die Nerven zu verlieren, feindlich schien ihr Gegenüber der Junghexe nicht zu sein. Ein Restrisiko war jedoch nicht von der Hand zu weisen. Still folgte die blauen Augen den schwebenden Glas. Es war befremdlich wie jemanden zu sehen der so leicht und offen mit Magie umging. Mehr noch - "Machen Sie alles und jedes kleine Bisschen mit ihrer Magie?" - es schien viel eher, dass er so fest mit der magischen Kraft verbunden war, dass kaum eine Minute verging indem der Fremde nicht in irgendeiner Weise zauberte. Dennoch nahm ihre nicht verwundete Hand das Glas mit einen Seufzer ihrerseits entgegen. Das Wasser selbst tat unheimlich gut, es war ein Hauch von simpler Normalität an diesem völlig wirren Tag. Doch lang konnte die Rothaarige dieser kleine Strohhalm nicht retten. Sie hatte gerade das Glas von ihren Lippen abgesetzt, da wurde ihr Gast wieder einmal ungebeten aktiv. "B-Bitte was?" Gestörter Magiefluss? Wie ein Sigel? Das... das konnte nur ihre Großmutter gewesen sein. Ja, sie war stehts bemüht gewesen ihr Enkelin vor den Gefahren der anderen Welt zu schützen. "M-Moment!" Doch zu spät. Die Hand auf ihren Kopf war eiskalt. So bitterkalt wie die Oberfläche des Spiegels, den Übergang zu der Welt aus welcher er gekommen war. Es war nur ein Sekundenbruchteil gewesen bis sämtliche Energieströmen, Eindrücke, Gedanken, Gefühle und Empfindungen wild übereinander her fielen und unaufhörlich auf Maralda einströmten. Es war als könnte sie die Welt auf einmal in all ihren Farbe sehen. Unsagbar schön und... so unglaublich beängstigend zugleich. "Nein,nein. Nein, nein, nein!" hektisch schüttelte sie mit ihren Kopf. Wie ging das wieder weg?! Das war zu viel und überhaupt - "W-Was soll das? Verdammt! Sie tauchen hier auf und haben einfach mein mühevoll aufgebautes Weltbild kaputtgerissen ohne mit der Wimper zu zucken. Mehr noch, Sie trampeln kurzerhand mit Freuden auf seiner Leiche rum... Scheiße! Bis eben hatte ich geglaubt, ich wüsste wie diese verkorkste Welt funktioniert. Ich hatte ein Leben verdammt, nicht perfekt und im Verborgenen aber ich hab dieses Leben gemocht." Doch nun gab es wohl kein Zurück mehr. Die junge Frau stoppte als ihr beim wild-mit-den Händen-fuchteln ihre beschnittene Hand auffiel. Die Wunden waren verheilt doch das Zeichen des Dedalus war noch immer zu sehen. Die Lebenslinien ihrer Hand hatten nun die Form eines Delta so wie Maralda es in die Handfläche gebohrt hatte. Nein, jetzt hab es nie und nimmer ein Zurück. Nicht mit dieser Hand und ihrer Bedeutung, nicht mit diesem aufgespengten Siegel und schon gar nicht mit diesem persönlichen Plagegeist. "Okay. Sie sind offensichtlich aus diesem Buch. Wer genau sind Sie und was wollen Sie hier?" Oder anders gefragt... wie wurde sie dieses Wesen schnell wieder los? So konnte der Rotschopf jedenfalls nicht morgen in die Uni gehen und so tun als wäre rein Garnichts passiert.
    • "Oh. Ich dachte, Euch gefällt diese Erscheinung." kam es fast schon enttäuscht von Ori, der eigentlich vermutet hatte, dass ihr diese Person gefallen würde. Aber da er die Befehle seiner Herrin erfüllen musste, stand auch nur ein Wimpernschlag später der Dämon wieder in der Gestalt des weißhaarigen Mannes vor Maralada.
      "Wieso sollte ich nicht? Sie ist ein Teil von mir, wie eine Verlängerung oder Erweiterung meiner Gliedmaßen." zuckte er mit den Schultern. Für ihn war es ganz normal seine Kräfte einzusetzen, so wie andere all ihre Sinne nutzten. Somit sah er auch viel mehr als Menschen. Katzen sind beispielsweise Tiere, die auch noch etwas Magie wahrnehmen können, so wie Rabenvögel und bestimmt gibt es andere Lebewesen, deren Instinkte Magie bemerken können.
      Ostiarius war verwirrt, als seine Herrin so panisch wurde, als er das defekte Siegel löste. Anstatt eines Lobes wurde er jetzt beschimpft, egal, dass seine Herrin nun endlich all ihre Kräfte und Potenzial nutzen konnte. Das beleidigte den Dämon und dementsprechend veränderte sich seine Form und plötzlich saß ein kleines weißes Gleithörnchen oben in der Lampe und versteckte sich unter seinem buschigen Schwanz.
      "Oh, verzeiht. Ich dachte nicht, dass Ihr weiter blind bleiben wolltet!" ertönte die eingeschnappte und tiefe Stimme des Dämons, was so gar nicht zu dem süßen kleinen Tierchen passte. "Aus einem Buch! Dämonen kommen doch nicht aus einem Buch! Was wird den Hexern heutzutage nur beigebracht!" war Ostiarius über dieses fehlende Wissen mehr als erschüttert.
      Das kleine Nagetier sprang von der Lampe und breitete seinen Körper aus, damit er durch den Raum schweben konnte und galant auf der Rückenlehne des Sofas landete. Dort fing er an sich zu putzen und schielte dabei immer wieder zu Maralda.
      "Wer ich bin?" schnaubte er dabei auf und ein abwertendes Schnalzen mit der Zunge kam von dem Tierchen. "Ich bin einer der mächtigen Dämonen: Ostiarius der Blitzdämon. Und was ich hier will? Das solltet Ihr doch am besten wissen! Schließlich habt Ihr mich befreit und seit damit meine neue Herrin!" erklärte er nur knapp. Also wirklich, sie tat ja gerade so, als wäre seine Beschwörung nur ein Unfall gewesen!
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    • Es war nur ein Zucken in einen Bruchteil, eine unglaublich merkwürdige Verzerrung. Da wurde aus den vermeintlichen Alexander Lane aus den schönen Spanienurlaub das Bild dieses Mannes. Wobei... Irgendetwas in Maralda sagte ihr, dass selbst dies nur eine angepasste Version seiner Selbst war. Diese Wesen sahen in der Regel niemals wirklich aus wie Menschen. Doch - bei ihrer letzten Begegnung mit einer solchen Kreatur hatte sie die Wahrheit einige Nächte den erholsamen Schlaf gekostet. Grund genug nicht weiter nachzuhacken. "...Danke, sehr freundlich." Brummte sie mehr sarkastisch als tatsächlich dankbar. Dennoch, sie war froh dass dieser Quälgeist sich nicht mehr anmaßte Alex Anlitz zu stehlen. Das ganze war schon verwirrend genug. Es war schon beinah erschreckend wie leicht dieser Lebensform ihre magischen Spielereien und Schabernack von der Hand gingen. Ganz natürlich wie das Atmen. Das könnte noch ein großes Problem für sie Beide werden. Nicht auszumalen was er anstellen konnte weil er es einfach nicht besser wusste. Was war nur wenn er vor anderen Menschen zauberte? Oder irgendwie ganz ausversehen oder sich der Konsequenzen bewusst eine Katastrophe?! Dem musste irgendwie ein Riegel vorgeschoben werden. Maralda kam nicht ohnehin sich einen tiefen Seufzer zu verkneifen. Durchatmen konnte sie jedoch nicht. So fiel dem Plagegeist breits ein neues Kunststück ein. "Moment warum-?!" Fassungslos und erschöpft fuhr sich die junge Hexe durchs Gesicht. Der Vermieter würde dieses Haustierchen der ganz besonderen Art niemals gutheißen. Nein, nein, nein! Der Rotschopf konnte nicht schon wieder wegen solcher Geschehnisse die Wohnung wechseln. Wie hörte sich das überhaupt an? "Nein nein, das ist ganz anders. Dieses Tier ist eigentlich ein potenziell gefährliches Wesen aus einer ganz anderen Welt und nur zu Besuch hier. Quasi auf der Durchreise." Da könnte sich die Rothaarige ja gleich selbst einweisen lassen. Fakt war die Welt der Magie und die Welt der Blinden passte einfach nicht zusammen, obwohl sie in der selben Sphäre existierten.

      "Ich-" Mara stockte. Was sie wollte? Was sie wollte hatte fast nie jemand gefragt und als Junghexe einer ganz neuen Zeit war sie ihr Leben lang zwischen beiden Welten gefangen gewesen. Genau genommen kannte sie weder die Welt der Blinden noch der Magie so richtig. Sie wusste nicht was sie wollte. Zumindest in diesem Bezug ganz und gar nicht. Allerdings würde sie sich davor hüten ihren Überraschungsgast diesen Fakt unter die Nase zu reiben. "Es ist heute... einfach viel passiert. Klar?" Viel zu viel um alles wirklich fassen oder gar verarbeiten zu können. Da war dieses Buch, das Ritual, Alex und nun.... dieses Nagetier. Das Nagetiere was offensichtlicher Weise gekommen war um zu bleiben. Oder so wie die Lage war gerufen wurde um zu bleiben. Wenn es der jungen Hexe gelungen war ein Wesen aus der anderen Welt zuholen, dann musste es doch auch ein Weg geben ihn wieder nach dort zu entlassen. Maralda seufzte tief als sie mit der Hand durch ihre kupferfarbenen Locken fuhr. Jetzt war dieser Plagegeist nun einmal da. Ehe sie bedächtigen Schrittes den Tierchen zum Sofa folgte. "Na großartig." Murmelte sie als ihr das am Boden liegende Handy auffiel, welches sie mit der Hoffnung alles wäre damit in Ordnung vorsichtig an sich nahm. "Ich hab dieses Ritual aus diesen Buch durchgführt. Ich musste damit nichts Schlimmeres passierte." Bei den bloßen Gedanken an dieses Buch lief es ihr kalt den Rücken runter. "Ich hatte da... so ein Gefühl. Und irgendjemand oder irgendwas hat die ganze Zeit nach mir gerufen." Seit den Ritual war diese Stimme jedoch verstummt. "Wir haben schon oft ein bisschen mit den Paranormalen gespielt aber das waren alles mehr makabere Späße. Dieses Buch war anders. Ich konnte Rachel nur nicht davon abbringen, also dachte ich wenn ich das Ritual durchführen dann wird es nicht so schlimm. Ich dachte nur nicht dass ich plötzlich ein übernatürliches Haustier bekomme."

      Erschöpft sank die Studentin auf ihr Sofa nieder, ehe sie die Arme auf die Knie stützte und ihren Kopf in die Hände lelegte. "Finden Sie das nicht merkwürdig? Durch dem Ritual aus diesem Buch sind Sie hier gelandet. Vielleicht hat es mehr mit Ihnen zu tun als sie glauben Osti....arius?" Diese Kreaturen hatten wirklich merkwürdige Namen. Allerdings klangen die Namen der Blinden für sie sicherlich nicht weniger befremdlich. Vorsichtig blickten die dunkelblauen Augen zu den Tier. "...Gut. Jetzt sind Sie erst einmal hier. Also... brauchen Sie etwas?" Dämon oder nicht, Gast war Gast. Ehrlich gesagt hatte die Rothaarige noch nie ein Haustier gehabt. Und da sie nicht wusste wie man diese behandelte aber ihr geläufig war wie man mit Gästen umging war es wohl der beste Ansatz gastfreundlich zu sein. Es war wohl besser als Ostiarius wie Nikodemus im Wandschrank zu halten. Wobei dies eine Gewohnheit war die Alex Vater geprägt hatte. Ein Dämonenjäger ging mit einen Dämon wohl anders um als eine Hexe.
    • Aufmerksam lauschte Ori dem rothaarigen Lockenschopf, dem er ab heute dienen musste. Dabei wurde ihm immer mehr bewusst, wie ahnungslos Maralda doch ist. Das warf bei ihm aber eine Frage auf. Wie konnte so eine unerfahrene Hexe wie sie, einen so mächtigen Dämon herbeirufen wie sie? "Nach dir gerufen? Tja, ich war es jedenfalls nicht." zuckte er bei der Aussage nur mit den Schultern, was bei dem Flughörnchen doch sehr süß aussah.
      "Haustier? HAUSTIER?!" Der Dämon war über diese Bezeichnung mehr als entrüstet. "Ach, ich bin also nur ein Haustier? Ein magischer Sklave? Ist es das, wie ihr von mir denkt?" fauchte Ori entrüstet und im nächsten Moment buckelte eine schwarze Katze mit weisen Pfoten, als ob sie Socken tragen würde, vor Maralda auf dem Sofa und fauchte giftig. Unzufrieden brummte der Kater noch eine Weile auf und drehte dann seiner neuen Herrin den Rücken zu und fing an sich demonstrativ zu putzen, dabei ein Bein grazil von sich weg steckend.
      "Os-ti-ari-us! So schwer ist das doch nicht. Ma-ral-da." meckerte der Dämon, als sich die Rothaarige mit seinem Namen schwertat. "Und nein, das ist ganz und gar nicht merkwürdig. In diesen Büchern stehen nun mal die Beschwörungsformeln für meinesgleichen. Oft verfasst von den mächtigsten Magiern und manchmal mal sogar verschlüsselt, damit die Konkurrenz nicht alles abschauen konnte." schüttelte der Kater nur seinen Kopf und fing sich zu strecken und wetzte sogar kurz seine Krallen an dem Sofa. Tja, wenn sie ihn schon als Haustier bezeichnete, dann sollte sie auch eins bekommen, mit all den Unannehmlichkeiten.
      "Ob ich etwas brauche? Das klingt ja fast so, als hättet ihr gar keine Ahnung, wieso man einen Dämon beschwört." stichelte Ori etwas herum, denn das war hier wohl der Fall. "Außerdem solltet ihr nicht aus Jux und Spaß aus einem Buch eines Hexers vorlesen. Man kann noch schlimmere Dinge als einen Dämon beschwören." gab er ihr einen gut gemeinten Rat.
      "Aber, wenn Ihr mich gar nicht beschwören wolltet, dann lasst mich doch einfach wieder gehen. Damit wären wir wohl beide zufrieden." schlug der Kater gewitzt vor und betrachtete dabei Maralda mit zusammengekniffenen Augen. Natürlich nutzte er die Gelegenheit, diesen Pakt wieder zu lösen. Entlassen zu werden und wieder frei zu sein in der Anderswelt, wäre doch sehr schön. Er konnte sich gar nicht daran erinnern, wann er zuletzt in seiner Heimat, wenn man das so nennen konnte. Aber um ehrlich zu sein, konnte er sich auch nicht daran erinnern, wo er davor gewesen war und was er da gemacht hat. Aber die Beschwörungsformel sollte ihm darauf einen Hinweis geben.
      "Das Buch, wo habt ihr es? Ich würde zu gerne wissen, wovon ihr mich befreit habt." fragte er dann die Hexe direkt.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
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    • Ohhh, das war nicht gut. Das war gar nicht gut! Wenn dieser Herr... Dämon... Nager Maralda nicht die letzten Tage den letzten Nerv geraubt hatte, bedeutete es nur es gab noch mehr von Ihnen. Wesen von der anderen Seite welche sich aus welchen Gründen auch immer in die Geschehnisse dieser Welt einmischten. Auch wenn es nicht viel war was die junge Dame wusste, wobei das Meist davon von ihrer Großmutter stammte, hatte sie eine Sache doch relativ schnell verstanden. Zwischen der Welt der Blinden und ihrer Welt gab es eine Verbindung, es herrschte ein sehr fragiles Gleichgewicht. Das wurde offensichtlich wieder von Irgendjemanden oder Irgendetwas gestört. Das war verdammt noch einmal überhaupt nicht gut!
      Davon einmal ganz abgesehen hatte es das Lockenköpfchen offensichtlich geschafft Ostiarius Gefühle zu verletzen. Also hatte auch Seinesgleichen ihren Stolz. "Nein das habe ich doch gar nicht so gemeint." seufzte sie und fuhr sich mit der Hand durch ihr erschöpftes Gesicht. Langsam richtete sich Maralda wieder auf. Vorsichtig sah sie sich den Kater an. Dieser Blizdämon wechselte so oft die Gestalt dass sich ihr die Frage aufdrängte dass er gar nicht mehr wusste, wie seine eigentliche Erscheinung war. Jedoch hütete sich die Junghexe davor diesen Gedanken auszusprechen, nicht dass sie ihn ein Weiteres Male in seinem Stolz kränkte.
      "Sie sind kein Sklave, schon gar nicht meiner. Mir ist auch klar dass Sie weder Tier noch normalsterblich sind und ich habe gefragt ob Sie etwas brauchen weil das Gastfreundlichkeit ist .... und... Sie sind ein Gast. Das macht man so halt so." Eigentlich hätte sich Mara durchaus denken können, dass es bei einen Dämon mit Tee und Schnittchen nicht getan war. Doch ihn einfach so auf diese Welt los zu lassen?! Nein!!! Das konnte sie auf einen Fall verantworten. "Kommt nicht in Frage. Tut mir leid aber das geht nicht. Vorerst nicht und auch nicht einfach so." Generell blieben die Fragen... Wie mache man das überhaupt? Und was stellte sie in der Zeit mit ihm an, indem sie Ostiarius an der Backe hatte?
      Ratlos sprang die Rothaarige auf um im nächsten Augenblick der Ratlosigkeit ausdruck zu verleihen indem sie um das Sofa tigerte. "Hoooooh...." Stöhnte sie während ihre Finger der pochenden Schläfen massierten. "Das darf doch Alles nicht wahr sein!" Aber es war wahr, wahr und real. Dabei kam es wieder in ihren Blickfeld, dieses Zeichen, dieses Delta - die Formen ihrer Lebenslienien, ihr vorbestimmtes Schicksal aber vor allem auch die Fülle an Reizen plötzlich ganz und gar zu den Sehenden, den Bewussten zu gehören. Seitdem das Siegel gelöst wurde brach immer wieder ein Schwung völlig neuer Eindrücke auf sie ein. "Hm?" auf die letzte Frage des Dämons blieb die Hexe schlagartig sehen. "N-naja... ich.. ich denke es ist noch im Clubraum. Unten in den Katakomben der Bibliothek. Oder Rachel hat es an sich genommen. Ich weiß es nicht genau." Immerhin hatte sie es fallen lassen und war aus den Raum gestürmt. "Wieso fragen Sie?" Mara legte ihre Stirn in nachdenkliche Falten während sie in ihrer Erinnrung kramte. "....Es war irgendwas von ...aus dunklsten Tiefe und Unendlichkeit durchdringt meine Stimme die Flüsse der Zeit. Wirst du gerufen und von den Ketten befreit... und noch irgendwas mit Schlüsselwächter und einer Verbindung durch Raum und Zeit... aber mehr bekomme ich gerade nicht zusammen." Abermals seufzte sie ernüchtert. "Aber das Zeichen... das sah..." rasch blickten sich ihre dunkelblauen Augen im Raum herum. Ebenso hastig kramt sie in ihrer Tasche nach einen Stift und Zettel. "...sah..." Zu Beginn zitterte ihre Hand, doch mit jeder Linie wurde sie immer ruhiger. "...ungefähr so aus. Aber das ist auch nur das, was ich Davon noch zusammen bekomme."
    • "Eure Gastfreundschaft in allen Ehren, das schmeichelt mir sogar, ja wirklich, aber außer meiner Freiheit, könntet ihr mir gar nichts geben, was ich begehre." entgegnete Ori, während sein Schwanz hin und her zuckte. Was war diese Maralda nur für ein lustiges, aber auch mitleiderregendes Menschlein. Sie schien völlig überfordert zu sein. Jeder seiner anderen Meister, hätte ihm schon gesagt, er solle den Mund halten und da er keine Befehle verweigern kann, hätte er das auch getan. Anscheinend war dem Rotschopf nicht bewusst, welche Macht sie über den Dämon besaß und von ihm, würde sie es bestimmt nicht erfahren. Das ist nicht teil des Paktes, seinen Beschwörern die "Spielregeln" zu erklären.
      "Wieso ich frage? Nun ja, in diesem Buch steht alles geschrieben, was eine junge Hexe wie Ihr lernen und wissen solltet. Wie man mich zum Beispiel wieder in die Anderswelt schicken kann." erklärte er, wie ganz beiläufig. Hatte diese Maralada von irgendetwas eine Ahnung? So ein Beschwörungsbuch ist meist das Heiligste einer Hexe. Und sie wusste nicht mal, wo es war? Oje, der Dämon hatte ein ganz schlechtes Gefühl. Was ist, wenn er für immer hier feststeckte? Dann müsste er ja warten, bis seine Herrin stirbt, damit er endlich wieder frei war. Nein, so lange wollte und konnte er nicht warten! Sie mussten schleunigst das Buch finden.
      Der Kater legte die Stirn in Falten, wenn das überhaupt möglich war, als Maralda sich an die Worte der Beschwörung zu erinnern und dann fing sie auch schon an, etwas zu zeichnen. Neugierig sprang die Katze auf den Tisch und betrachtete die Skizze. "Kein Zweifel, das ist mein Siegel und ihr habt es gelöst. Anscheinend muss das Problem behoben sein, sonst würdet ihr keinen Siegelzauber lösen, oder?" fragte er nach und ahnte leider schon irgendwie, dass ihm die Antwort darauf nicht gefallen würde. Doch das größere Problem war, dass auch er keine Antwort haben würde, falls die Frage aufkommt, was er denn versiegelt hatte. Ostiarius hatte es vergessen, was nach einem hundertjährigen Schlaf vielleicht nicht so abwegig war.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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    • Mit einen tiefen Atemzug zwang sich Maralda dazu ihren Fokus zu finden. Normalerweise hielt sie die vermeintlichen Atem- und Aufmerksamkeitsübungen ihrer Großmutter ziemlich unsinnig. Doch in ihrer momentanen Situation wurde der Junghexe schmerzlich bewusst, wie wichtig sie doch gewesen waren. Magie war fließend, wie der Atem oder das Blut welches durch ihren Körper strömte. Fokus und Bewusstheit machten sie greif-, nein gar....nutzbar. Für ihren besucher waren die zarten Anfänge wahrscheinlich lächerlich. Wer wusste wie lang er schon existierte und wie viel Zeit er gehabt hatte um sich im Umgang mit Magie zu schulen.
      Wieder kreisten ihre Fingerspitzen, dieses Mal mit mehr Druck, über ihre pochenden Schläfen. "Aber dieses Buch... ist doch nicht mein Buch der Schatten." Nein, das war es sicher nicht. Es war Etwas sehr.... sehr altes, mächtiges und finsteres. Jeder ihrer Sinne riet ihr nur bei den Gedanken an das Ding sich fern zu halten. Dafür musste es doch einen Grund geben.Noch dazu war die junge Dame in Sachen Magie zwar nicht unwissend aber bei weiten nicht dazu imstande mit diesen Artefakt umzugehen. Nun ja, ... hoffentlich mit einer Kreatur daraus. Dies musste die Rothaarige offensichtlich. Ostiarius einfach so in die Freiheit zu entlassen nachdem er für Jahrhunderte versiegelt wurde war keine Option. Jetzt wäre eine Anleitung wie "Dämomenpflege für Anfänger" oder ein Guide wie "Das große Dämomen-Einmaleins für Dummies" hervorragend. Diese Literatur hatte die örtliche Bibliothek nur leider nicht auf Lager. Ein Umstand der es noch viel gefährlicher machte, das neben Romanen und Kochbüchern plötzlich ein Werk wie das "Buch der schwarzen Dämmerung" auftauchte.

      Maralda seufzte schwer als sie den Stift aus der Hand legte und sich nach Hinten an die Sitzkante ihrer Couch lehnte. "Nein, ich habe mich nur zu diesem Ritual bereit erklärt weil ich nicht wollte dass einer meiner blinden Freunde es macht, nachdem ich sie nicht von den Vorhaben abbringen konnte." Mit Sicherheit war Nichts davon etwas, was dieser Plagegeist hören wollte. Noch dazu hatte Mara ihn bereits einmal unwissentlich in seinen Stolz gekränkt. Ahh... verdammt! Wie war das nochmal mit Vertrauen- und oder Hausdämonenen? Wie hatte Alexander das nur mit Nikodemus gemacht? Ihr Blick suchte fast schon panisch nach ihren Handy aber da wo sie es abgelegt hatte war es einfach nicht mehr...?! Ah! In ihrer Hosentasche. Der Rotschopf räusperte sich laut hörbar und mit bestimmenden Unterton als sie es heraus zog. "Sagen Sie doch mal... was ist eigentlich mit meinen Handy passiert? Warum lag es dort vorne auf der Bildschirmseite auf den Boden? Sie wissen schon, das bimmelnde leuchtende Kästchen hier in meiner Hand." Sicherlich, wie auch immer das passiert war - es war keine Absicht. Wie die Magie für die Junghexe war moderne Technik für den Dämon einfach unbekannt. Doch es war leider nicht so, das Mara sich einfach ein Neues kaufen konnte. Als Studentin musste sie einige Kompromisse machen was das Finanzielle betraf. Um ihre Wohnung zu halten hatte sie immer wieder neue Jobs annehmen müssen.

      Mit einen stillen Stoßgebet drückte sie den Startknopf des Geräts. Bis jetzt hatte das junge Fräulein es vermieden, aus Angst einige sehr besorgte Nachrichten ihrer Freunde vor zu finden. Wie zur Hölle sollte sie ihre Freunde beruhigen oder einen Umstand erklären den ihr Verstand kaum selbst begreifen konnte?! Nun war jedoch der Zeitpunkt an welchen sie sich Hilfe holen musste. Der einzige Kontakt der sie verstand und all diese unglücklichen Verkettungen der Umstände nachvollziehen konnte war nun einmal ihr Ex-freund. Auch wenn der Rothaarigen ein anderer Grund weitaus lieber gewesen wäre. Bei den bloßen Gedanken gleich Alex Stimme zu hören machte ihr Herz einen freudigen Sprung. Ja, die beiden waren nicht mehr zusammen. Ja, die Beiden hatten sich seit Monaten nicht mehr gesehen... und doch... gab es keine Menschenseele in jener oder der anderen Welt welche Maralda so liebte wie ihn. "Ich..." begann sie leise brach ihren Satz jedoch ab. Es kostete Kraft nach allem ihre Gedanken zu ordnen. "Ich muss, nein ich werde, mich wohl mit jemanden beraten müssen." Jemand den sie mehr traute als ihren Gast aus der Anderswelt. "Danach sehen wir weiter." Oder auch nicht, erst einmal darüber schlafen und dann weiter sehen war auch eine Option. Wenn auch nicht die aller Beste.