Shared Spaces - [Nao.Dark.Kii]

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    • „Mich hat nur deine subjektive Meinung interessiert“, erwiderte Ash schnell. Es mangelte ihm nicht an Selbstvertrauen und auch nicht an Komplimenten. Auch, wenn er durchaus Exfreunde hatte, bei denen er sich fragte, warum sie überhaupt mit ihm zusammen gewesen waren, weil es irgendwie gewirkt hatte, als könnten sie ihn nicht leiden. Naja, abseits davon wusste er jedenfalls, dass er nicht unattraktiv war. Aber das hieß nicht, dass jeder x-Beliebige ihm da zustimmen würde… Es war ein wenig beruhigend, dass Nik das vorhin nicht nur ‚einfach so‘ gesagt hatte. Beruhigend, aber doch ließ es sein Herz ein wenig rasen. Und was sollte das wieder heißen: ‚Das muss nichts bedeuten, tut es aber in den meisten Fällen‘? War das hier einer dieser Fälle?? Es war verdammt schwer, Nik zu lesen.
      „Ich würde auch nie… mit jemandem ausgehen, den ich nicht attraktiv finde“, verteidigte Ash sich zwischendurch leise. Er war sich immernoch nicht sicher, ob sie hier eine Konversation zwischen den Zeilen führte, aber das war immer sein erster Instinkt. Niks vermutlich nicht.
      Die neue Information über Isaac klärte alles ein wenig auf. Gut, dann hatten dessen Worte Ash einfach nur ganz schön in die Irre geführt. Was Nik anging… Er nahm es wohl sehr ernst, dass das eine Sache war, die jederzeit beendet werden konnte. Und da Ash kaum mehr überrascht war sondern bloß wieder zwischen vermutlich nonexistenten Zeilen las, musste er leicht grinsen.
      „Okay“, sagte er. „Da seid ihr euch aber auch einig, oder? Nachdem Isaac so enthusiastisch versucht, dich zu verkuppeln. Was nicht… nicht funktioniert hat“ Gegen Ende hin wurde Ash wieder etwas leiser. Mann, die ganze Mitbewohnersache machte ihn schrecklich unsicher. Es war wirklich eine blöde Idee, oder? Aber vielleicht sollte er einfach mal abwarten, ob er nicht ohnehin einen Korb bekam.
      „Von… mir aus jedenfalls. Es war irgendwie überraschend, aber… ich bin froh, dass ich anscheinend die Personifikation von deinem
      Typ bin“ Vor einer Weile hatte Ash angefangen, nervös leicht mit dem Fuß auf den Boden zu tippen, was er gerade bemerkt hatte und abrupt stoppte. Nun ertrank er beinahe in der Stille. Natürlich hoffte er, dass Nik ihn nicht abwies, aber vielleicht hatte er auch eine klare Grenze, wenn es darum ging, Kollegen oder Mitbewohner zu daten. Dann… war es vermutlich auch besser so.
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    • Nik lächelte Ash sanft an, in seinen Augen lag jedoch ein gewisser Funken der wohl eher zu einem breiten Grinsen gepasst hätte. „Gerne. Ich kenne einen wirklich authentischen und hervorragenden Griechen in der Stadt, wenn du mich lässt würde ich dich gerne dahin entführen.“ jetzt grinste Nik seinen gegenüber tatsächlich breit an.

      Nik hatte ein großes Problem mit griechischen Essen außerhalb von Griechenland oder der Küche seiner Mutter. Es war einfach nicht das selbst, außerhalb von Griechenland authentische griechische Küche zu essen. Aus diesem Grund hatte er sich wie ein kleines Kind gefreut als der Grieche vor einigen Jahren seine Türen geöffnet hatte. Am Anfang war er ein wenig skeptisch, nachdem er jedoch mit Roxana das erste mal dort war, hatte er sich in die Küche verliebt und ging seitdem immer dort hin, wenn er Fernweh hatte. Selbstverständlich war das Essen in Griechenland immer noch besser, aber das Restaurant kam extrem nah an die Klassiker seiner Heimat ran.

      „Wir können aber auch gerne wo anders hin gehen, wenn du das möchtest. Nur dann musst du was aussuchen, ich kenne mich Restaurant technisch hier nicht so wirklich aus.“
    • Das war plötzlich. So schnell konnte sowas also gehen, ja?
      "Oh, das… klingt sehr gut", erwiderte Ash gleich. "Nein, nein, griechisch klingt super" Dann… würden sie also wirklich auf ein Date gehen. So weit hatte Ash das garnicht durchdacht, er war irgendwie völlig bei dem Gedanken an einen One Night Stand oder so etwas hängen geblieben. Was im Nachhinein unangenehmer war, wenn man zusammen wohnte… konnte er garnicht sagen. Aber es gab ja die Chance, dass was daraus wurde, oder?
      … Und dann? Dann wohnten sie hier zu dritt, Ash und Nik in einer Beziehung und Ethan war eben… auch da? Das war eigentlich schon seltsam genug, wenn sie bloß mal auf Dates gingen, oder? Zu viele Fragen.
      "Hey, äh, lass uns vor Ethan darüber lieber noch nicht reden, ich meine… wer weiß schon, was daraus wird, oder?", meinte er leicht nervös und lachte. Es war nicht gerade ideal, schon vor dem ersten Date anzuzweifeln, was aus ihnen werden würde, aber diese Angst war gerade recht laut und sie brauchten Ethan ja noch nicht zu alarmieren, wenn das alles garnicht richtig erwähnenswert war. Nik und er hatten sich ja noch kaum richtig unterhalten. Das einzige, das Ash über ihn wusste, war, dass eine unglaubliche sexuelle Anziehungskraft von ihm ausging. Ugh.
      "Dann… dann… was hast du die Woche Zeit? Ich hab dir ja… den Link zu Ethans und meinem Kalender noch nicht geschickt" Er lächelte leicht. Ja, jetzt wäre es doch irgendwie praktisch, die Termine von einander zu kennen, nicht? Obwohl Ash ja recht stark davon ausgehen konnte, dass sie am Wochenende ausgehen würden, und heute war Sonntag… Also musste er eine ganze Woche warten? Mit Nik zusammenleben, ihn ständig sehen und sich fragen, wie das Date wohl laufen würde… Und jetzt wusste er ja, dass Nik an ihm interessiert war. Naja, hoffentlich wurde das alles nicht richtig schräg bevor es überhaupt losging.
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    • Nik nickte zustimmend. „So wie du magst. Ich kenne Ethan im Grunde ja noch nicht, ich werde mich da also eher an dir richten. Wenn du sagt, du willst ihn nicht ohne Grund heiß machen, ist das okay fr mich.“ meinte er verständnisvoll. Mittlerweile wahr Nik klar, dass zwischen den beiden wohl nichts zu laufen schien, auch wenn die beiden jungen Männer manchmal den Eindruck hinterließen.

      Nun mussten sie nur noch die Frage nach dem Tag klären. „Wenn du magst, kann ich morgen früher Feierabend machen und dann können wir morgen Abend essen gehen. Ich kenne den Besitzer, einen Tisch zu bekommen, sollte also eigentlich kein Problem sein.“ Es war immer gut seine Kontakte zu haben und Nik hatte schon festgestellt, dass Griechen anderen Griechen sehr gut gesonnt sind. Generell waren die meisten Griechen die er kannte auch anderen Kulturen sehr offen, aber außerhalb von Griechenland schien die kulturelle Verbindung nochmal stärker zu sein. Nik war kein ungeduldiger Mensch, aber der Gedanke, jetzt noch eine Woche auf ein Date zu warten, fand er nicht sonderlich attraktiv.

      „Ich richte mich da nach dir. Ich muss das nur vorher wissen. Im Grunde habe ich um fünf / halb sechs Feierabend. Wenn wir sechs / halb sieben anpeilen müsste ich das eigentlich schaffen.“ schlug er vor. Das würde das erste mal seit Monaten werden, dass er früher Feierabend machte, beziehungsweise die Werkstatt pünktlich verließ. Normalerweise schraubte er noch bis weit aus nach Feierabend an diversen Autos rum, natürlich ganz ohne Bezahlung. Es war für Nik nicht nur ein Beruf sondern auch ein Hobby, welches er gerne machte.
    • Ash nickte. "Wir wohnen schon ein paar Jahre zusammen und ich kenne ihn mein ganzes Leben lang. Es war auch noch nie ein Problem, wenn ich… jemanden mit nachhause gebracht hab, aber es ist was anderes, mit der Person zusammen zu wohnen. Ich will nicht, dass er sich unwohl fühlt", erklärte er langsam. Es wäre wohl für jeden dritten Mitbewohner etwas seltsam, wenn zwei von ihnen dateten, oder? Vor allem, weil ihre WG nie eine Zweckgemeinschaft war, sondern sie sich immer gut verstanden hatten. Da war es ja vorprogrammiert, dass einer irgendwie ausgeschlossen wurde. Das wollte Ash um jeden Preis vermeiden. Er mochte Nik zwar, wenn auch momentan noch etwas oberflächlich, aber Ethan war sein bester Freund und er sollte nicht unter irgendeiner dummen Entscheidung leiden. Aber… hoffentlich war diese Entscheidung nicht so dumm, wie sie sich momentan anfühlte.

      "Oh", sagte Ash dann etwas überrascht. Gott sei Dank. Bis zum Wochenende hätte er diesen mentalen Stress vermutlich kaum überlebt. Er lächelte leicht, versucht nicht zu begeistert zu strahlen. "Okay. Morgen Abend um sechs", stimmte er gleich zu. Er konnte… seine Schicht am Abend bestimmt mit irgendjemandem tauschen, oder? Auch wenn er Ethan dann vielleicht erklären musste… warum er nicht da war… Urgh.
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    • Nik lächelte. „Morgen um sechs.“ bestätigte er. „Ich kümmere mich um einen Tisch und hole dich dann um kurz vor sechs ab, oder wollen wir uns vor Ort treffen?“ Er machte jetzt schon mal einen Plan, gleich den Besitzer des Restaurant anzurufen und nach einem Tisch zu fragen, auch wenn das sehr kurzfristig war Alexandros hätte sicher noch einen Tisch für sie und außerdem freute sich der Grieche immer wenn Nik vorbei schaute. Sie waren in den letzten wohl sowas wie Freunde geworden, auch wenn sie sich nie außerhalb des Restaurant gesehen hatten. „Ich freu mich drauf. Ich würde gerne länger hier bleiben und mit dir reden, aber ich hab ein wenig Angst, dass Isaac uns unser Wohnzimmer zerlegt wenn ich nicht irgendwann wieder zurück gehe.“ lachte er leise auf während er aufstand, die zwei Schritte zu Ash ging und ihm sanft übe den Oberarm fuhr. „Wenn du sonst noch was brauchst ruf gerne, ich schmeiß Isaac auch in ungefähr einer Stunde raus, also wenn du magst kannst du dich gerne solange in deinem Zimmer verstecken.“ zwinkerte er ihm zu. „Ich verübel es dir nicht, er ist echt etwas…gewöhnungsbedürftig.“
    • Haa... Die Gänsehaut die sich sofort über seinen ganzen Körper zog, als Nik ihm über den Arm strich, war unbeschreiblich. Ja, er war leicht zu beeindrucken. Na und?
      Ash lächelte, etwas überfordert, und angestrengt versucht, die Kontrolle über sein Gehirn zu behalten. "Okay", antwortete er. "Ich hab eh noch... ein paar Sachen zu tun... Stresst euch nicht" Abseits davon, dass er sowieso den restlichen Tag mit Arbeiten für die Uni beschäftigt wäre, meinte er damit auch, dass er Zeit zum verarbeiten brauchen würde. Und gerade wollte er Nik entweder so schnell wie möglich loswerden, oder deutlich näher bei sich haben. Nachdem sie ihr erstes Date festgelegt hatten, wäre Option 1 deutlich sinnvoller. Geduld.
      Er widerstand dem Drang, Niks Arm direkt zu packen und ihn zu sich zu ziehen. Stattdessen ließ er gehen. Und sah ihm deutlich zu verträumt hinterher. Aber je schneller Isaac wieder beschäftigt und irgendwann aus dem Haus war, desto besser, nicht?

      Sobald Nik aus dem Raum verschwunden war, ließ Ash sich auf sein Bett fallen. Zeit, die Decke einige Minuten lang anzustarren. Er freute sich über diese Verabredung wie ein kleines Kind, was vermutlich nur ein Zeichen seiner Verzweiflung war, auf der anderen Seite machte er sich aber auch Sorgen. Verkomplizierte er nicht gerade mutwillig ihre Wohnsituation? Ethan würde wohl oder übel auch irgendwie in die Sache mit reingezogen werden, sollte aus Nik und ihm irgendetwas werden. Und wenn nicht, dann auch, denn dann mussten sie alle mit dieser eigenartigen Atmosphäre leben, die Ash sich bereits bildlich vorstellen konnte.
      Ash drehte sich um und vergrub das Gesicht in seinem Kopfkissen. Er kämpfte mit sich selbst, ob er sich nun freuen durfte, oder ob er gestresst sein sollte. Aber letztendlich gewann immer die leicht naive Seite in ihm, und er beschloss für sich selbst, das sich das alles schon irgendwie von selbst lösen würde. Brachte ja nichts, sich unnötig Sorgen zu machen! Er sollte sein Leben einfach genießen. Ethan würde das schon verstehen, Ash hatte sich immer ziemlich von seinen Instinkten leiten lassen.
      Also, dann wäre das geklärt. Auch wenn garnichts geklärt war. Aber er würde erstmal sein Gehirn ausschalten!
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    • Isaac hatte das Sofa für sich beansprucht als würde die Wohnung ihm gehören und scrollen auf seinem Handy rum. „Da bist du ja wieder. Alles geklärt? Oder habt ihr rumgemacht?“ wollte der Tattoowierer grinsend wissen. Nik verdrehte die Augen. Mittlerweile sollte er eigentlich mit der Art des jungen Mannes zurecht kommen, die meiste Zeit kam er das auch, nur manchmal eben nicht. Manchmal ging ihm die freche Art einfach nur auf die Nerven, vor allem wenn nicht nur er selbst als Isaacs Opfer herhalten musste sondern auch noch andere Leute. „Wir haben morgen ein Date.“ teilte Nik seinem Freund mit, während er Isaacs Beine von er Sofa schob und sich in die Polster fallen ließ. „Echt?!“ Isaac schaute ihn ungläubig an. „Mhm. Ich dachte du würdest länger brauchen um ihn zu fragen.“ Wenn man Isaac als Freund hatte, brauchte man echt keine Feinde mehr. Warum war Nik nochmal der Meinung, den volltattoowierten Mann zu mögen? Ah ja richtig, weil er wusste, dass Isaac nicht grundsätzlich so ein Arsch war, sondern nur gelegentlich und leider war er echt attraktiv, das war wohl auch noch so ein Punkt.

      Die nächste Stunde verbrachten die beiden dann damit noch ein wenig um dies und jedes zu reden, bis Nik seinen Freund - endlich - rauswerfen konnte. In Zukunft sollten sie sich wieder nur dann treffen, wenn es sicher war, das sie auch alleine waren. Isaac montierte immer zu dem kleinen Arschloch - was er heute nur zu gut zur Schau gestellt hatte - wenn andere Leute dabei waren. Komischerweise war er ein wirklich angenehmer Zeitgenosse, wenn Nik alleine mit ihm Zeit verbrachte.
    • Sogar der etwas hirnverbrannte Optimismus bezüglich des Dates verschwand langsam, während sich Ashs Kopf mit Sorgen um seine Prüfungen füllte. Wenigstens war er dadurch immer hervorragend abgelenkt. Es ging doch nichts über ein bisschen akademische Panik. Damit war er auch deutlich länger beschäftigt, als gedacht. Ash hatte sich nach kurzem mal aus seinem Zimmer gestohlen, um sich ein Glas Wasser im Bad aufzufüllen — hauptsache er musste nicht an Isaac vorbei, nachdem das ein ziemlich grauenvolles erstes Kennenlernen gewesen war. Und danach war er bis in die späten Abendstunden beschäftigt, wie er schon einigermaßen vorgewarnt hatte. Letztlich vergaß er fast, dass er Nik ja noch seine Hilfe beim Einrichten angeboten hatte, aber der hatte ja sowieso lieber alles selbst in die Hand nehmen wollen. Und Ash musste feststellen, dass er wirklich ein leiser Mitbewohner war. Allerdings hörte er irgendwann durch seine Kopfhörer auch nicht mehr viel, als er an seinem Song weiterarbeitete.

      Ash merkte erst, wie spät es war, als er quasi im Dunkeln saß und nur das Licht seines PCs den Raum erleuchtete. Und außerdem hatte er hunger. Er würde einfach warten, bis Ethan zuhause war, dann mit ihm zusammen essen und… nicht erwähnen, was er mit Nik geplant hatte. Nein, das hatte noch Zeit. Auch wenn er nichts verheimlichen wollte, aber… Er konnte unmöglich zugeben, dass an Tag 2 schon mehr oder weniger was zwischen ihm und dem neuen Mitbewohner lief. Urgh, genau deshalb hatte er bei den Interviews dabei sein wollen. Er hätte nach Niks Nummer fragen und anschließend um jeden Preis verhindern können, dass er bei ihnen einzog. Aber hey, hatte Ash jemals eine normale Beziehung geführt? Nein. Er hielt seinen Streak schön am Laufen.

      Eine Stunde später sah Ash zum nächsten Mal auf die Uhr, und wunderte sich. Ethan sollte doch schon hier sein, nicht? Er hatte Hunger... Ash zog sein Handy von der Tischplatte, um Ethan eine Nachricht zu schreiben, da sah er ihren Chat von heute morgen. Oh Mann, er hatte in dem ganzen Stress heute vollkommen vergessen, dass Ethan bei seiner komischen Kollegin bleiben würde. Er fand das immernoch seltsam. Und er hatte keine Antwort von Ethan bekommen... Aber er konnte jetzt auch nicht wie ein eifersüchtiger Freund anrufen und Fragen stellen.
      Ash gab sich erstmal geschlagen und kam aus seinem Zimmer gekrochen, um sich irgendwelche Reste aus dem Kühlschrank aufwärmen. Natürlich konnte er selbst auch kochen, die Motivation hatte er bloß selten bis nie.
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    • Als das Restaurant die Pforten schloss und es ums Aufräumen ging, packte Ethan ein paar der übrigen Süßspeisen für seine Mitbewohner ein. Besonders Ash würde sich darüber freuen, das wusste er. Er war eine Naschkatze und er müsste sich Sorgen machen, dass er sich in ihn verlieben könnte, wäre er nicht Koch sondern Pâtissier geworden wie Kathrin.
      Bei dem Gedanken stoppte er kurz und verschränkte nachdenklich die Arme vor der Brust. Sollte er Ash dann überhaupt etwas mitbringen? Er könnte ihm sonst nicht in die Augen sehen, wenn er wüsste, dass all seine Kollegen etwas mitgenommen hatten, nur er nicht. Also schüttelte er den Gedanken wieder ab. Anhand von Ash's Exfreunden würde er sich auch nicht als seinen Typ ansehen. Doch für einen kurzen Moment hatte Ethan zumindest darüber nachgedacht, ob er es sein könnte. Dabei konnte er nicht sagen, ob es ihn freuen oder beunruhigen würde. Sicher sah Ash das genau wie Ethan und erachtete ihre Freundschaft als viel zu wichtig.
      "Woran denkst du?", fragte Kathrin und strahlte ihn lächelnd an, als er zu ihr sah.
      "Ich habe mich gerade gefragt, ob Ash sich in mich verlieben könnte...", antwortete er nachdenklich und viel zu ehrlich wie er war, da er sich nichts dabei dachte.
      "Oh..." Blinzelnd wandte sie ihren Blick von dem Koch ab und räumte die getrockneten Kochutensilien weg. Es war schon seltsam sich so etwas zu fragen. Man könnte meinen, dass Ethan es sich wünschen würde. Doch danach wollte Kathrin lieber nicht fragen. Aber so wirklich sprang er ja auch nie auf sie an. Ethan war schon seltsam und eine ihrer Freundinnen riet ihr auch die Finger von ihm zu lassen. Wenn er nicht so ein Gentleman wäre und beinahe perfekt. 'Klingt sehr unempathisch', hatte sie gesagt, weshalb Kathrin seufzte. Welcher Mann bei dem eine Frau eine Chance hätte, würde denn so etwas raushauen? Hatte sie nicht auch schon mit genug Zaunpfählen gewunken? Doch Ethan biss einfach nicht an und so langsam bezweifelte sie, dass er es jemals tun würde.
      "Ich bin ganz schön müde, aber du hast mir heute schon sehr geholfen. Ich denke, ich bin bereit. Vielen Dank, Ethan", sagte Kathrin das abendliche 'Date' ab, da nur sie es als solches gesehen hätte.
      "Okay. Du kannst ruhig schon gehen, ich mach den Rest", bot er an und lächelte, doch Kathrin schüttelte ihren Kopf und half ihm noch, sodass sie gemeinsam den Laden verließen.

      So kam Ethan also doch etwas früher nach Hause, als er angekündigt hatte und verstaute Schuhe, Jacke ordentlich an der Haustür, ehe er mit der Tasche in der Hand in die Wohnküche ging, um die Desserts in den Kühlschrank zu stellen.
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco
    • Nachdem Nik Isaac zur Tür begleitet hatte, ließ er sich mit einem leisen seufzen auf sein Bett fallen. Manchmal war der Tattoowierer doch ganz schön anstrengend, so wie heute zum Beispiel. Irgendwann würde er Isaac versuchen die ein oder anderen Manieren bei zu bringen, auch wenn das im Grunde nicht seine Aufgabe war, bis dahin würden sich ihre Treffen wohl wieder nur in der Wohnung des anderen beschränken und nicht mehr in Niks WG, einen schlechteren Eindruck am zweiten Tag nach seinem Einzug hätte er wohl kaum bei Ash machen können.

      Nachdem er einige, wenige Minuten in seinen Gedanken geschwelgt hatte, zog er sein Handy aus seiner Tasche, immerhin wollte er noch einen Tisch bei seinem Lieblingsgriechen reservieren, auch wenn er sich sicher war, dass Alexandros grundsätzlich einen freien Tisch für ihn hatte, egal wann er vorbei kam, es war trotzdem höflicher vorher anzurufen. „Ella Nikita!“ Nik grinste, Alexandros hatte mal erwähnt, dass er Niks Handynummer in seinem Restaurantelefon eingespeichert hatte, einfach nur aus dem Grund, weil er so oft in dem Laden anrief und es so einfacher war. „Was kann ich für dich tun?“ Der Grieche mochte den starken griechischen Akzent mit welchem der Restaurantbesitzer sprach, er erinnerte ihn an zuhause und manchmal vermisste er es, dass sein eigener Akzent - wenn er längere Zeit kein Griechisch sprach - nicht so sehr rauskam. „Jim, mach mal kurz den Tisch hinten links, endaxi…verzeih mir. Viel los.“ entschuldigte sich Alexandros knapp, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder voll und ganz dem Anruf zuwandte. „Alles gut Alex, kein Stress. Hast du ein Tisch für mich? Morgen um sechs? Zwei Personen.“ - „Morgen, sechs, zwei Personen. Endaxi.“ im Hintergrund hörte man wage das klappern von Geschirr und fast schon könnte man sich einbilden zu hören wie ein Stift auf Papier schabte. „Ich würde mich gerne länger mit dir unterhalten, aber der neue Kellner macht mir verrückt.“ Alexandros seufzte leise. Niks Grinsen wurde mit jedem Wort breiter, er hatte viel zu lange nicht mehr mit dem Griechen gesprochen, Alex war ein wirklich angenehmer und amüsanter Zeitgenosse, auch wenn er grundsätzlich gestresst war. „ta léme.“ - „ta léme, Nik. Bis morgen.“ damit war das Telefonat auch schon beendet. Dafür, dass Alexandros ihm sonst immer den neusten Klatsch und Tratsch aus der griechischen Community erzählte, hatte er sich heute echt sehr zurückgehalten.
    • Ash setzte sich mit seinem Essen an die Kücheninsel, quasi im selben Moment wie Ethan auf einmal vor ihm stand, mit einer Unmenge an verpackten Desserts. Ihm fiel fast die Gabel aus der Hand, aber er bekam sich noch ein. Gott, warum erschrak ihn das jetzt so? Ethan wohnte schließlich hier.
      "Du… bist schon zurück", stellte Ash möglichst uninteressiert fest. "Wie lief es mit Kathrin?" Man müsste schon blind sein, um nicht zu sehen, dass sie an Ethan interessiert war. Aber Ash war immer erschreckend zufrieden, wenn Ethan sie – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – abblitzen ließ. Vielleicht hatte ihn dieser Plan, die Nacht zusammen zu verbringen, aus welchem Grund auch immer, deshalb so schockiert. Vielleicht hatte Ethan seine Meinung zu ihr geändert. Was… nichts war, das Ash beeinflussen konnte oder wollen sollte, denn sie waren bloß Freunde und so würde es immer bleiben.
      Nur… war es schwierig, die kleine Freude darüber zu ignorieren, dass Ethan zuhause war. Ash war furchtbar. Er hatte eben erst sein Date mit Nik geplant und sich darauf gefreut wie ein kleines Kind und sobald Ethan vor ihm stand, konnte er wieder an nichts anderes als seine Eifersucht denken. Welches Arschloch tat sowas denn nur? Wenn in dieser WG aufgrund von Beziehungen irgendetwas zu Bruch gehen würde, dann ja wohl ausschließlich wegen Ash und weil er sich nicht annähernd im Griff hatte.
      Er stach mit der Gabel in die aufgewärmten Nudeln mit Gemüsesauce und wusste bereits, dass er sich danach ein Stück von was-auch-immer reinziehen würde, das Ethan gerade in den Kühlschrank räumte. Wenn er wieder hier war, hatte er sich hoffentlich nicht mit Kathrin zerstritten, das könnte folgende Arbeitstage etwas unangenehm gestalten.
      "Was… ähm… was ist passiert, dass du doch nicht… bei Kathrin bleibst?", fragte er.
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    • "Sie kam gut voran", antwortete Ethan wie immer völlig sachlich, was sowohl die Antwort darauf war, dass er schon zurück war und wie es mit Kathrin lief. Außerdem konnte man es wohl auch an den reichlichen Desserts sehen und er bekäme auch wirklich nicht mehr in den Kühlschrank, wenn sie bei ihr daheim noch mehr gebacken hätten.
      Nachdem er den Kühlschrank geschlossen hatte, drehte er sich zu Ash um und betrachtete ihn. Es war zwar etwas spät fürs Abendessen, aber zumindest aß Ash etwas und das war wichtiger als die Uhrzeit. Und ihn im Nachhinein daran zu erinnern brachte auch einfach nichts. Das hatte er schon ein paar mal versucht.
      "Beim Aufräumen meinte sie plötzlich, dass sie müde wäre und sich bereit fühlte. Sie braucht meine Hilfe also wohl nicht mehr." Womit er Ash zwar erklären konnte, warum er keine Information darüber hatte, denn selbst für Ethan war das spontan, aber die Frage aufwarf, warum sie plötzlich 'müde' war. Nun, die Müdigkeit konnte einen durchaus mal spontan überrumpeln, aber wenn man Ethan kannte, konnte man ihn wohl -meist berechtigt- dafür verdächtigen, etwas gesagt zu haben, was die Stimmung des anderen dermaßen gekippt hatte, um so kurzfristig noch abzusagen.
      Nur Ethan dachte nicht so weit und ging wirklich davon aus, dass das, was sie gesagt hatte, auch so zu 100% der Wahrheit entsprach. "Wie kommst du mit dem Lernen voran? Wenn du Hilfe beim Abfragen brauchst, sag Bescheid", bot er an und sah in die Spülmaschine. Das Geschirr war sauber, also fing er an sie auszuräumen.
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      - Eugene Ionesco

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    • Nik hatte kaum mitbekommen das Ethan wieder nachhause gekommen war. Er hatte sich nach dem Telefonat mit dem Restaurantbesitzer an seinen Laptop gesetzt, welchen er vor einigen Tagen aus einen der Kartons befreit hatte und war förmlich in den endlosen weitern des Internets versunken. Das passierte ihm häufiger mal, vor allem wenn er das Internet nach neuen Ersatzteilen für seine zukünftigen Projekte durchsuchte. Immerhin hatte er noch einen alten Mercedes aus den Fünfzigern auf dem Hof stehen, welcher dringend seine Zuneigung brauchte. Als er das nächste Mal aufstand, hatte der Grieche schon längst vergessen, dass er die Haustür zufallen gelassen gehört hatte, demnach überrascht schien er auch, als er Ethans Stimme in der Küche hörte, machte sich darüber jedoch nicht weiter sonderlich viele Gedanken. Immer hin wollte er sich nur schnell ein Glas Wasser holen.
    • „Sie kam gut voran?“, fragte Ash etwas verwirrt und stockte, als Nick in die Küche kam. Das war seine nette kleine Erinnerung, jetzt bloß nicht eifersüchtig zu klingen. „Beim… wobei? Hast du ihr beim Backen geholfen?“ Ash stocherte sichtlich irritiert in seinen Nudeln herum. Falls es so war, hatte Ethan das Detail sicherlich ausgelassen, als er meinte, er wollte zu Kathrin nachhause fahren. Zum backen? Oh Mann. Die tausend Desserts machten nun allerdings auch Sinn. Aber… Ethans Erklärung für sein frühes Nachhausekommen unterstrich widerrum, dass es zumindest Kathrin sicher nicht nur ums Professionelle gegangen war. Müde… ach was.
      Ash schüttelte auf die Frage nach dem Lernen einfach nur den Kopf und winkte ganz schnell ab um das Thema in eine interessantere Richtung zu lenken.
      „Mhm… worüber habt ihr so gesprochen?“, fragte er und versuchte möglichst nebensächlich zu klingen. „Irgendwas, worüber ihr sonst nicht redet? So, direkt, bevor sie einen Müdigkeitsanfall hatte?“
      Ash kannte Ethan. Er sagte manchmal Dinge… wo man sich fragte, ob er ein Gehirn besaß. Nicht, weil er dumm war, sondern weil er sich irgendwie strikt dagegen zu wehren schien, sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Ash hatte sich das aus erster Hand öfter ansehen dürfen, als er zählen konnte, schon in der Schule war das von außen betrachtet manchmal ganz witzig gewesen. Weniger witzig wurde es, wenn man erwachsen war, gewisse Verantwortungen hatte und dann schnell mal eine unangenehme Stimmung mit Missverständnissen schaffen konnte. Ash war sich auch zu hundert Prozent sicher — okay, manchmal nur zu neunundneunzig — dass Ethan es nicht böse meinte. Aber er hatte Kathrin sicher wieder unabsichtlich eine Abfuhr erteilt und ihre Illusion eines Dates zerstört. So viel konnte Ash erraten, weil er beide kannte, aber sein Ziel war, Ethan gleich ganz spezifisch zu sagen was das Problem gewesen war, damit es ihm auch auffiel. Damit es ihm… generell irgendwann mal ohne fremde Hilfe auffiel oder er einfach aufhören konnte so furchtbar direkt mit Menschen zu sein, die das nicht so wegstecken konnten, wie Ash es tat.
      Und, ganz nebenbei bemerkt war das Thema eine schöne Abwechslung von der Nervosität die sich in Ash anbahnte, weil Nick und Ethan gerade im selben Raum mit ihm standen und sein ganzes ‚Ich werde das WG-Leben zerstören‘-Dilemma wieder aufrollten.
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    • "Ja", antwortete er auf die Frage, ob er ihr beim Backen geholfen hatte. Er dachte zwar, dass er das schon klar gemacht hätte, aber es wäre ja auch unhöflich nicht auf eine Frage zu antworten, auch wenn die Antwort - zumindest seiner Meinung nach - klar war.
      Und so räumte Ethan weiter die Spülmaschine aus, grüßte Nik nur flüchtig, als würde er schon seit Jahrzehnten zum Inventar gehören und unterhielt sich dabei weiter mit Ash. Die erste Frage hatte ihn fast dazu verleitet, ein Monolog über Gebäcke zu wiederholen, auch wenn er nicht wusste, warum Ash das interessieren sollte. Deshalb hätte er sich auch kurzgehalten und nur nach weiterem Nachfragen mehr davon erzählt. Doch Ash wollte wissen, ob es etwas gab, worüber sie sonst nicht sprachen. Das Dessertthema fiel also weg, denn darüber unterhielten sie sich oft. Und dann fragte er noch nach dem Gespräch oder viel mehr der Aussage direkt vor dem Müdigkeitsanfall, wie Ash es nannte.
      "Sie hat gefragt, woran ich denke. Ich habe gesagt, dass ich mich gefragt habe, ob du dich in mich verlieben könntest", ließ er dann auch kurz mal eben einfach so im Raum stehen. Doch er erinnerte sich daran, dass Ash vielleicht gern etwas mehr Kontext hätte - etwas lernfähig war Ethan also scheinbar schon. Deshalb fügte er noch hinzu: "Weil du so gern Süßes isst und ich heute so viel davon gemacht habe. Da dachte ich, wenn ich dir jeden Tag so etwas auftischen würde, könntest du dich noch in mich verlieben." In seiner Stimme klang sogar der Ton mit, als würde er den Satz mit einem Lachen beenden. Was er nicht tat, denn er sprach weiter. "Aber ich koche ja schon seit Jahren für dich und wir kennen uns quasi schon unser ganzes Leben lang. Was sollen Desserts daran schon ändern?", meinte er und das alles, während er Ash den Rücken zugedreht hatte und seelenruhig die Gläser in den Schrank räumte.
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      - Eugene Ionesco

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    • Ash‘s sofortiger Hustenanfall brachte zwischen Ethans plötzliche Deklaration und die darauf folgende Erklärung eine schmerzlich lange Pause. Ash war sich kurz sicher, dass er sterben würde, weil er aus verschiedenen Gründen sehr lange keine Luft bekam. Er schnappte Nick sein Wasserglas aus der Hand weg und leerte es sich den Hals runter. Dann bekam er sich langsam wieder ein und schob die Schüssel Pasta ein für alle Mal von sich weg, quer über die Kücheninsel. Er blinzelte. Was zur Hölle hatte Ethan gerade gesagt? Ash war es ja irgendwie gewohnt, seine Worte nicht genauso anzunehmen, wie er es bei jeder anderen Person tun würde, aber hier fiel ihm gerade wirklich kein sinnvoller Kontext ein, den er selbst ergänzen könnte.
      Ethans seltsame Erklärung ließ Ash ihn deshalb nur schockiert anstarren. Das war… der Grund? Wer fragte sich sowas?! Hätte Ethan das nicht mehr nach einem Scherz klingen lassen können? Auch wenn es vermutlich keiner war, so wie Ash ihn kannte.
      Dennoch hatte Ash keine Ahnung, was er darauf antworten sollte. Blöderweise schoss sein Blick eine Sekunde lang zu Nick, bevor sein Gehirn wieder funktionierte. „Ich- äh- ja… hahahah“ Er lachte nervös, schluckte und wollte sich selbst seine reinhauen, aber dann hatte er sich wieder im Griff. „Genau, was sollen Desserts daran schon ändern? Wenn du mir nicht gerade einen Laster an Banenbrot backst“, scherzte er zurück. „Aber ich weiß jetzt, wieso sie plötzlich müde war“, schlussfolgerte er. „Sie steht auf dich“ Jetzt hatte er es endlich mal ausgeprochen. Ash hatte sich damit lange genug zurückgehalten, weil er irgendwie eine unterschwellige Angst gehabt hatte, dass Ethan nur diese kleine Information brauchte, um die Option in Betracht zu ziehen und Gefühle für Kathrin zu entwickeln. Aber das musste er wirklich endlich loslassen, vor allem weil Nick so perfekt positioniert im Raum stand und ihn stetit an sein eigenes Date erinnerte.
      „Sie steht auf dich, will deine Hilfe nur, weil sie Zeit mit dir verbringen will, nicht weil sie sie braucht, und dachte das war ein Date, oder naja, eher eine Falle, weil sie dir nicht gesagt hat, dass sie es als Date sieht. Yup. Wenn du dann sowas raushaust, wundert es mich nicht, dass sie ‚müde‘ wird“ Er machte mit seinen Fingern die Anführungszeichen und presste die Lippen aufeinander. „Wenn du Glück hast, lässt sie die Sache jetzt wenigstens endlich sein, ich fand es nämlich auch schon etwas ermüdend“
      Oder… war es Glück? Für Ethan? Würde der es Glück nennen? Vielleicht sollte Ash nicht so schnell urteilen, aber er hatte schließlich noch nie erlebt, dass Ethan in jemanden verknallt war. Insofern war es zumindest Glück für ihre Arbeitsatmosphäre.
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    • Nik schaute erst etwas verwirrt auf sein nun nicht mehr vorhandenes Wasserglas in seiner Hand und dann zu Ash. „Komm ich ungelegen?“ fragte er mit einem Schmunzeln. Er hatte den Anfang des Gespräches nicht ganz mitbekommen, aber es ging wohl um die Arbeitskollegin mit der Ethan sich heute eigentlich treffen wollte…oder sich getroffen hatte, so oder so ähnlich jedenfalls. Nachdem sein Mitbewohner, das Glas wieder frei gab, nahm sich der Grieche dieses wieder und füllte es einfach ein zweites mal auf, ehe er daraus trank. Er hatte kein Problem mit sowas, er hatte sein Geschirr schon mit einigen Menschen in einigen Situationen teilen müssen, irgendwann war man diesbezüglich abgehärtet.

      „Also wenn ich mich kurz einmischen darf…wenn alle deine Desserts so gut aussehen, wäre der Gedanke, dass sich jemandes deswegen in dich verliebt gar nicht so weit entfernt. Die sehen echt gut aus.“ warf Nik zwischen zwei Schlücken Wasser in den Raum. Immerhin war das nicht gelogen, die Süßspeisen sahen wirklich extrem gut aus. Er war zwar im allgemein nicht der Mensch der gerne und viel süß aß, was jedoch nicht hieß, dass er nicht gelegentlich ein gutes Desert zu schätzen wusste.

      Allgemein wirkte Nik in dieser Zusammenkunft jedoch einwenig fehl am Platz. So würde er sich aber wahrscheinlich auch noch in den nächsten Wochen gelegentlich mal fühlen. Ash und Ethan waren schließlich schon Jahre lang befreundet, da war dieses Gefühl wohl irgendwie normal. Zum Glück stört dem Griechen das im Grunde nicht sonderlich, er konnte sich gut anpassen und integrieren. Er verstand wenn Leute ihm indirekte Hinweise gaben, wohl anders als es bei dem Koch der fall war. Je nach dem wie das Date zwischen Ash und ihm ausging, müsste er sich gegebenfalls sowieso überleben wo er in Zukunft schlief, der Gedanke war zwar noch einwenig weit entfernt und er selbst hätte wohl auch kein Problem damit weiterhin in der WG zu wohnen, selbst wenn das Date ein Vollkatastrophe wurde, aber er wusste nicht wie Ash dazu stand. Das letzte was er wollte war, dass sich der Jüngere in seiner eigenen WG unwohl fühlte.
    • Ethan war kurz ein wenig besorgt, weil Ash sich verschluckt zu haben schien. Deshalb sah Ethan zwischendurch zu ihm rüber, falls er es nicht selbst schaffen würde und er den Heimlichgriff bräuchte, doch alles ging gut. "Hm.. ich könnte tatsächlich mal wieder Bananenbrot machen.. aber jetzt haben wir erstmal genug..", sagte er etwas leiser und nachdenklich. Dabei sah er kurz zu Nik und fragte sich, warum er ungelegen kommen sollte.
      Nachdem er geprüft hatte, ob bereits dreckiges Geschirr auf seinen Platz in der Spülmaschine wartete, schloss er diese und stellte sich an die Kücheninsel, um Ash beim weiteren Verlauf des Gesprächs anzusehen, der die Lösung hatte. "Sie steht auf mich?", fragte er etwas verwundert. "Ein Date?" Ethan hätte ihre Küche inspiziert, noch mehr gebacken und über Desserts gesprochen und am Ende geholfen die Küche wieder aufzuräumen. Ein seltsames Date. Andererseits liebte sie das Backen vielleicht genau so wie er das Kochen liebte. "Du meinst, ich hab ihre Gefühle verletzt?", fragte er noch einmal nach und setzte sich, ehe er zu Nik sah. Natürlich dürfte er sich einmischen, er wohnte ja schließlich hier, aber was sollte er jetzt mit dieser Information anfangen? Hatte Kathrin sich wegen seiner Desserts in ihn verliebt?
      "Und was soll ich jetzt tun?", wollte er von beiden wissen und sah sie abwechselnd an. "Ich hatte noch nie ein Date oder irgendwas in der Richtung. Sie ist nett und ich arbeite gern mit ihr zusammen, aber ich glaube nicht, dass ich eine Beziehung mit ihr führen möchte. Ich sollte ihr sagen, dass ich nicht interessiert bin, oder was würdet ihr an meiner Stelle tun?" Ohne einen guten Rat würde er einfach zu ihr gehen und sagen 'Ash meint, du stehst auf mich und ich habe womöglich deine Gefühle verletzt. Das tut mir leid, aber ich habe kein romantisches oder sexuelles Interesse an dir' und zwar genau so.
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco
    • Niks Einwürfe waren alles andere als hilfreich. Hoffentlich merkte Ethan sich das nicht und nahm es zu ernst, sonst würde er noch aufhören Desserts für Ash mitzunehmen.
      Er schwieg einen Moment, dann räusperte er sich. „D-dann sag ihr das so. Aber deutlich. Nicht, dass du glaubst, du willst es nicht, sondern dass du es nicht willst“, meinte Ash. Wenn das so war. Ethan klang sich selbst nicht ganz sicher und bei manchen Dingen war es besser, keinen Rat anzunehmen sondern auf sich selbst zu hören. Egal wie… gerne Ash sich einmischen und Ethan am liebsten einen Text vorschreiben wollte, den er auswendig lernen sollte, damit es bloß nicht wieder zu Missverständnissen kam. Er selbst hatte bei dem Thema wenigstens genug Übung. So viele Beziehungen und Kennenlernphasen wie er beendet hatte, musste er sich sowieso schon fragen, ob er verflucht war. Noch ein Grund, weshalb Niks Anwesenheit ihn gerade nervös machte.
      Dennoch… Kathrin tat ihm ein wenig leid, so wie alle, die auf Ethan standen. Es war recht klar, dass er einfach kein Interesse an Beziehungen oder Dates im allgemeinen hatte. Er war 24 und hatte seit Ash denken konnte noch nie Interesse am Thema Liebe gezeigt, obwohl Ash ihn sogar wegen seinen Exfreunden immer zugeschwafelt hatte.
      „Aber drück dich nicht zu harsch aus, sonst wird es später anstrengend zusammen zu arbeiten“, murmelte er noch. „Vielleicht… sag, dass es dir leid tut und du ein gutes freundschaftliches Verhältnis beibehalten willst, oder sowas“ Ash hatte gut reden, er war mit keinem seiner Exfreunde noch in Kontakt.
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