Die Anstrengung des Tages hinter sich lassend, war die Unterhaltung mit dem Weißhaarigen wohl die Krone, die man dieser völlig verrückten Woche aufsetzten konnte. Keine die von Reichtum zeugte, oder Macht oder gar Wohlhaben... nein. Es war jene Krone die man erlangte, wenn man sich zur Abwechslung einfach auch mal selbst auf die Schulter klopfen wollte, die erreichten Meilensteine nun absetzend, eingrabend, sich zur Gänze anderem widmend und doch vollkommen bei der Sache bleibend. Audra wusste nur zu gut und musste sich dahingehend selbst immer wieder erinnern, dass dies aber keine gemütliche Unterredung unter Freunden oder alten Bekannten war, nein. Ihr gegenüber saß ein Herr, der im Moment als einzige triftige Verbindung zu und um die Kensingtons agiert hatte, wo alle Fäden irgendwie zusammenführten. Natürlich hatte die Inspektorin sich in alle anderen möglichen Richtungen gekehrt, hatte sich aus Fenstern gelehnt und unter jeden Stein geschaut. Hier und da war eine Spur zu vermerken gewesen. Ein paar wenige Fährten, die sich jedoch nach genauerer Durchsicht im Sand verliefen, unbrauchbar wurden. Und da sprach sie noch nicht mal von den Angehörigen der Familie des Verstorbenen. Jeglicher Auftraggeber oder Abnehmer des Herrn Kensington wurde befragt, Kunden die den Schmied um die Arbeitszahlung prellten oder eben auch eifersüchtige, sich betrogen fühlende Damen, die die Kosmetika von Bella Kensington erwarben und aufgrund von allergischen Reaktionen nicht tragen konnten... ALLES hatte Audra überprüft, mehrmals. Und doch war nichts hieb- und stichfest. In Gedanken kurz abgedriftet, erklang die Wortwahl des Weißhaarigen vor ihr nun eher nebenbei an ihre Ohren, aber widmete sie ihren Blick aus dem gemischten Farbglanz von Meerestiefe und Sommerwiese, seinerseits und hob erstaunt die Augenbrauen in die Höhe, während Gabriel ihr seine Mutmaßung darbrachte, an welche Geschichte der Antiquar wohl glaubte. Stet hob die Braunhaarige ihre Tasse nun an ihre Lippen und nahm einen kleinen Schluck von der vollmundigen Würze des Assam, den schneidenden Blick ihrerseits auf das Haupt des Herren ihr gegenüber gerichtet. Konzentriert hüpfte ihr Augenmerk in dem beinahe regungslosen Gesicht Gabriels herum, suchte in der ebenen Glätte seiner Wesensspiegelung Fehler... Macken, die aus dem deterministischen Ausdruck herausstachen. Doch wurde sie nicht fündig. Er war... zu gut darin, nicht hinter die Fassade seines Charakters und seiner Emotion blicken zu lassen. Was Audra jedoch nur noch mehr anspornte, den Weißhaarigen zur Gänze an die Wand zu stellen und ihn ... auseinander zu nehmen.
Aufmerksam fuhr ihr Blick jedoch dann in seine Augen hoch, als Gabriel sie in ihrem Fehler erwischt hatte und Audra hätte sich auf die Zunge beißen können, nicht vorsichtiger gewesen zu sein. Die späte Abendstunde und das stetige überarbeitet sein, zollten auch bei der sonst so standfesten Inspekorin irgendwann ihren Tribut und im Falle der Braunhaarigen war das eine zu lose Zunge und zu unbedachte Worte. So hielt sie den wissenden Augen des Weißhaarigen stur stand und hob nur unbeeindruckt ihre rechte Augenbraue in die Höhe, beinahe so als wollte sie ihre Fauxpars kaschieren, ihm zeigen, dass sie es eigentlich nur darauf angelegt hatte, ihn aus der Reserve zu locken, wenngleich der Antiquar sich auch durch seine Worte verriet. Etwas... war an diesen Dolchen wohl besonders. Und er wusste davon. Zumindest verstecken konnte er sein Wissen darum nicht mehr, hatte er es der Inspektorin ja gerade zu auf die Nase gebunden. So senkte sich das feine Porzellan in Audras Händen hinab und kam auf dem zarten Unterteller zum erliegen, während sie ihren Blick, ihre Aura, unter Kontrolle brachte. Der Glanz in ihren Augen mattete ab, die Lider ihrerseits senkten sich etwas hinunter, ihre Augen nun durchschauend halb verdeckend. Einen tiefen Atemzug nehmend, galt ihre Aufmerksamkeit dann aber wieder dem Feuer neben ihnen, dass mit einem Zischen und Knacken Beachtung verlangte. "Ich kam kaum daran herum, war es Mr. Wright, unser Restaurator, der mir die nähere Betrachtung dieser Messer quasi aufzwang...", aus einem geneigten Winkel ihres hinabgesenkten Hauptes, schickte sie den rätselbergenden Blick wieder auf Gabriel, sein Antlitz in diesem einfangend. Als hätte man nun die Mystik zwischen ihnen beschworen, rückte der Weißhaarige ein wenig, beinahe kaum merklich, in dem Ohrensessel nach vor und fragte Audra, nach einer wohl künstlich angelegten Pause, hoffend, dass die Inspektorin sich auf jene Charade einließ, ob ein erneutes Berühren wohl ein anderes Gefühl in ihr auslösen würde, als jenes, welches sie wohl schon verspürt hatte.
Die Überheblichkeit aus ihren Zügen verbannend, war es eher ein unbeeindrucktes Zwinkern, welches sich innerhalb ihres monotonen, neutral wirkenden Gesichts ausbreitete. Die Lippen leicht schürzend, ihr Kiefer dahingehend sogar ein wenig anspannend, pressten ihre Zahnreihen sich aufeinander und zeichneten weitere, kantige Linien, in das schon viel zu ernste Gesicht der sonst so hübschen Frau. Ein Schniefen zog sich ihre Nase empor, sie hob die Tasse wieder an um einen erneuten, wohltuenden Schluck des Heißgetränks zu sich zu nehmen und im Anschluss ließ sich die Braunhaarige, sichtlich angetan von Tee und Lagerfeuer, gemütlich in die Lehne ihres Ohrensessels zurücksinken, die Heimeligkeit des Moments genießend. Beinahe, als hätte es das Gespräch zwischen ihr und dem Weißhaarigen gar nicht gegeben. "Ich spreche ungern im Konjunktiv, Mr. Hargreaves. Hätte, würde, könnte... das... sind alles Floskeln für unausgeführte Gedankengänge, die zur eigentlichen Tat führen, welche möglicherweise, oder eben auch nicht, Erfolg oder Niederlage besiegeln.", Audra hob die Schultern an, zeichnete somit ein feines Schulterzucken auf ihren Oberkörper und nahm noch einen Schluck. "Bevor ich ihnen also diese Frage so beantworte, wenn mein Inspektorenkopf nicht mitdenkt, möchte ich auch ihnen eine Frage stellen.", ihre Chance nun gewittert fand die Tasse in ihren Händen mit einem sachten Klirren, als sie am Beistelltisch abgestellt wurde, eben wieder ihren Platz ihres eigentlichen Herkommens. Sorgsam faltete die junge Frau ihre Hände in ihrem Schoß und wand den skeptischen Blick nun voll und ganz auf Gabriel, ihn mit dem verwaschenen Grünblau ihrer Augen, fixierend. "Die Kinder der Witwe Kensington fragten mich am Tattag, kurz, nachdem ihr Vater die Ewigkeit im Tode gefunden hatte, ob ich denn jetzt und ich zitiere diesen Mann suchen würde, der Papa einschlafen hat lassen... den Engel... den Mann mit den weißen Haaren... was sind ihre Gedanken dazu?", ruhig lag ihr Blick auf den ausdruckslosen Gesicht des Antiquars, gab ihm eine Moment darüber nachzudenken, was sie ihm erzählt hatte. Dann räusperte sich Audra und sah in manierlicher Unaufgeregtheit zu ihrem massiven Katheder, auf die kleine Box in der die Dolche lagen. Sie hatte einen Soll zu erfüllen und Audra war kein Mensch, die ihr gegebenes Wort brach. "Rein meiner neugierigen Natur nach, bedenkt man die Hypothese dahinter und die Möglichkeiten ob ihrer Erschaffung... wohlmöglich würde ich sie... ehrfürchtiger behandeln... und auch ähnliches verspüren.", eine Stimmfarbe wählend, die man von der jungen Frau so noch nicht gehört hatte, wog sich ihr Wort in Sänfte, ja beinahe kindlicher Naivität, vermischt mit - Wärme.
Aufmerksam fuhr ihr Blick jedoch dann in seine Augen hoch, als Gabriel sie in ihrem Fehler erwischt hatte und Audra hätte sich auf die Zunge beißen können, nicht vorsichtiger gewesen zu sein. Die späte Abendstunde und das stetige überarbeitet sein, zollten auch bei der sonst so standfesten Inspekorin irgendwann ihren Tribut und im Falle der Braunhaarigen war das eine zu lose Zunge und zu unbedachte Worte. So hielt sie den wissenden Augen des Weißhaarigen stur stand und hob nur unbeeindruckt ihre rechte Augenbraue in die Höhe, beinahe so als wollte sie ihre Fauxpars kaschieren, ihm zeigen, dass sie es eigentlich nur darauf angelegt hatte, ihn aus der Reserve zu locken, wenngleich der Antiquar sich auch durch seine Worte verriet. Etwas... war an diesen Dolchen wohl besonders. Und er wusste davon. Zumindest verstecken konnte er sein Wissen darum nicht mehr, hatte er es der Inspektorin ja gerade zu auf die Nase gebunden. So senkte sich das feine Porzellan in Audras Händen hinab und kam auf dem zarten Unterteller zum erliegen, während sie ihren Blick, ihre Aura, unter Kontrolle brachte. Der Glanz in ihren Augen mattete ab, die Lider ihrerseits senkten sich etwas hinunter, ihre Augen nun durchschauend halb verdeckend. Einen tiefen Atemzug nehmend, galt ihre Aufmerksamkeit dann aber wieder dem Feuer neben ihnen, dass mit einem Zischen und Knacken Beachtung verlangte. "Ich kam kaum daran herum, war es Mr. Wright, unser Restaurator, der mir die nähere Betrachtung dieser Messer quasi aufzwang...", aus einem geneigten Winkel ihres hinabgesenkten Hauptes, schickte sie den rätselbergenden Blick wieder auf Gabriel, sein Antlitz in diesem einfangend. Als hätte man nun die Mystik zwischen ihnen beschworen, rückte der Weißhaarige ein wenig, beinahe kaum merklich, in dem Ohrensessel nach vor und fragte Audra, nach einer wohl künstlich angelegten Pause, hoffend, dass die Inspektorin sich auf jene Charade einließ, ob ein erneutes Berühren wohl ein anderes Gefühl in ihr auslösen würde, als jenes, welches sie wohl schon verspürt hatte.
Die Überheblichkeit aus ihren Zügen verbannend, war es eher ein unbeeindrucktes Zwinkern, welches sich innerhalb ihres monotonen, neutral wirkenden Gesichts ausbreitete. Die Lippen leicht schürzend, ihr Kiefer dahingehend sogar ein wenig anspannend, pressten ihre Zahnreihen sich aufeinander und zeichneten weitere, kantige Linien, in das schon viel zu ernste Gesicht der sonst so hübschen Frau. Ein Schniefen zog sich ihre Nase empor, sie hob die Tasse wieder an um einen erneuten, wohltuenden Schluck des Heißgetränks zu sich zu nehmen und im Anschluss ließ sich die Braunhaarige, sichtlich angetan von Tee und Lagerfeuer, gemütlich in die Lehne ihres Ohrensessels zurücksinken, die Heimeligkeit des Moments genießend. Beinahe, als hätte es das Gespräch zwischen ihr und dem Weißhaarigen gar nicht gegeben. "Ich spreche ungern im Konjunktiv, Mr. Hargreaves. Hätte, würde, könnte... das... sind alles Floskeln für unausgeführte Gedankengänge, die zur eigentlichen Tat führen, welche möglicherweise, oder eben auch nicht, Erfolg oder Niederlage besiegeln.", Audra hob die Schultern an, zeichnete somit ein feines Schulterzucken auf ihren Oberkörper und nahm noch einen Schluck. "Bevor ich ihnen also diese Frage so beantworte, wenn mein Inspektorenkopf nicht mitdenkt, möchte ich auch ihnen eine Frage stellen.", ihre Chance nun gewittert fand die Tasse in ihren Händen mit einem sachten Klirren, als sie am Beistelltisch abgestellt wurde, eben wieder ihren Platz ihres eigentlichen Herkommens. Sorgsam faltete die junge Frau ihre Hände in ihrem Schoß und wand den skeptischen Blick nun voll und ganz auf Gabriel, ihn mit dem verwaschenen Grünblau ihrer Augen, fixierend. "Die Kinder der Witwe Kensington fragten mich am Tattag, kurz, nachdem ihr Vater die Ewigkeit im Tode gefunden hatte, ob ich denn jetzt und ich zitiere diesen Mann suchen würde, der Papa einschlafen hat lassen... den Engel... den Mann mit den weißen Haaren... was sind ihre Gedanken dazu?", ruhig lag ihr Blick auf den ausdruckslosen Gesicht des Antiquars, gab ihm eine Moment darüber nachzudenken, was sie ihm erzählt hatte. Dann räusperte sich Audra und sah in manierlicher Unaufgeregtheit zu ihrem massiven Katheder, auf die kleine Box in der die Dolche lagen. Sie hatte einen Soll zu erfüllen und Audra war kein Mensch, die ihr gegebenes Wort brach. "Rein meiner neugierigen Natur nach, bedenkt man die Hypothese dahinter und die Möglichkeiten ob ihrer Erschaffung... wohlmöglich würde ich sie... ehrfürchtiger behandeln... und auch ähnliches verspüren.", eine Stimmfarbe wählend, die man von der jungen Frau so noch nicht gehört hatte, wog sich ihr Wort in Sänfte, ja beinahe kindlicher Naivität, vermischt mit - Wärme.

Und natürlich würde sie auffallen, mit jenem Meisterwerk, dass ihre Mutter geschaffen hatte. Nicht umsonst kleideten sie das Königshaus ein, waren als die besten Schneidersleute in ganz England bekannt. Von überall her kamen die Menschen, wollten Werkstücke aus der Nadel von Dayton´s Tayloring, sodass man sich über die Landesgrenzen hinaus mit den prachtvollen Kleidern schmücken konnte. Schlichtweg einfach sollte jedoch das Kleid für den heutigen Anlass sein, welches Audra sich von ihrer Mutter... wünschte. Nichts, was den Kern des Charakters der Inspektorin in Fälsche wiedergeben konnte, umhüllte simples Schwarz die durchaus zarte Figur der jungen Frau. Neckisch blitzte die Schulter- sowie Rückenpartie hervor, umrundete ihren schlanken Hals das zuvor gerichtete weiße Band aus Spitze, welches das Bustier nach oben hin verschloss, keinen Einblick gab in die Tiefen ihres Dekolettées. Rund um die Oberarme bauschte sich der zarte Stoff in die Höhe, schlug Wellen an ihren Schlüsselbeinen. Eng schlang sich der anliegende Stoff um ihre Taille, betonten gar vorwitzig die schlanke Erscheinung der Dame. Ausfallend aber gab sich jener Tüllrock der Erdanziehung hin, welcher an vereinzelten Stellen kleine Kristalle in sich trug, die Tiefe der Schwärze gar dem Nachthimmel gleichend, mit lupenreinen Sternen geschmückt. Gekonnt nach oben geknotet fand sich das sonst so üppige Haar wieder, in formschöne Knoten und Zöpfen gebändigt, stach aus jener Frisur eine delikate Brosche - sichtlich wertvoll. An den Ohren trug Audra ein paar silberner Ohrhänger, die verstohlen hervorglitzerten. Das Gesicht aber war kaum der überschminkten Damenwelt hier gleichzusetzten. Punktete die junge Frau mit natürlicher Schönheit, verlieh bloß den Wangen und ihren Lippen eine dezente Röte. Kehrtwendend drehten sich die Köpfe herum, erblickten die Inspektorin, die, sah man von ihrer gewohnten Erscheinung ab, gar liebreizend an dem heutigen Abend wirkte. Als hätte man sie mit einer weiblicheren Figurine ihrerselbst getauscht. Wich aus so manch Augenpaar, gar weiblich oder männlich, sogar ein überaus ... überfordertes Starren. Inspektor Dayton? DIE Audra Dayton?! Die knallharte Inspektorin Scotland Yards, hatte es gewagt ein Kleid überzuziehen und sich hier als Junggesellin zu etablieren?! Das Getuschel und Gemurmel war ihr sicher, ging der selbstsicheren Frau jedoch ein jeder... aus dem Weg. Was auch immer es war, dass die Gäste in den weiten Hallen von der Inspektorin fernhielt - sei es Respekt oder eben dass ihr Ruf ihr vorauseilte - genoss die junge Frau es sichtlich... einfach in Ruhe gelassen zu werden. Hatte sie doch von vornherein keine Lust auf dieses... unnötige Zeigen ihrerselbst gehabt. Viel lieber würde sie vor ihrem Kamin sitzen und das neuste Werk ihres liebsten Autors verschlingen, dabei eine Tasse Tee trinken... vielleicht einen Scone knabbern. Aber... was gab man nicht alles für den guten Ruf!
Die leise Bekundung dessen, dass auch Audra der Meinung war, die Konventionen zu brechen und das Alteingesessene aus dem Fenster zu werfen, hielt die Momente stand, wo sich die Inspektorin doch genau das traute und dem Herren den Blickkontakt gewährte, der während dieser von Brauchtum gespickten Sitte, wie es sich eben ziemte für die höflichen, wohlerzogenen jungen Damen Londons dabei zu agieren, unsittlich war. Wie sie sich echauffieren würden, jene weiblichen Rohrspatzen, die in der Inspektorin den Antichristen sahen, das sich zu zierende Geschlecht in das wohl schlechteste Licht, durch ihr unkonventionelles Handeln, rückte. Aber brannte der Dame dennoch die Lust auf dem Herzen, gerade diese steifen Gepflogenheiten über Bord zu werfen, weshalb der Blickkontakt zwischen ihr und dem Weißhaarigen nicht gebrochen wurde.