Vorstellung
@yeet
Die Morgenluft schlug ihm kalt und feucht entgegen als er das Foyer des Apartmentkomplexes verließ. Für Mitte Herbst war es erschreckend kühl an diesem Morgen.
„Mister Greyard, Sir. Mister Greyard.“ Bei dem leichten indischen Akzent blieb er stehen, seufzte leise auf und drehte sich dann mit einem sympathischen Lächeln zu dem jungen Inder vor ihm um. Das Hemd war ihm ein wenig zu groß, nicht merklich, aber wenn man es wusste, sah man es auch und er wusste es. „Guten Morgen Sunil.“ Begrüßte er den jungen Mann vor sich freundlich. „Guten Morgen Mister Greyard, Sir. Hätten Sie erwähnt, dass Sie raus wollen, hätte ich Henry für Sie kontaktiert.“ Er winkte mit einer fließenden, eingeübten Handbewegung ab. „Mach dir nicht so viele Gedanken Sunil.“ Meinte er lächelnd und legte dem jungen Mann seine Hand auf die Schulter. „Rechen nicht vor vier mit meiner Rückkehr, falls Henry fragt, ich würde mich persönlich bei ihm melden, wenn ich ihn heute brauche.“ Der Inder schaute ihn mit großen, braunen Augen an und nickte dann. Er erinnerte ihn an ein Rehkitz im Scheinwerferlicht. Mit seiner jugendlichen, freundlichen und kompetenten Art war der Inder die perfekte Person für den Empfang eines solchen Foyers, auch wenn dieser trotz der langen Monate, die er nun schon hier arbeitet, immer noch Probleme mit der etwas gehobenen Sprache hatte. „Du solltest mehr auf dein Äußeres achten Sunil.“ Es schwang kein Spott in seiner Stimme, nur reine Besorgnis. Er hatte das Gefühl verantwortlich für den jungen Inder zu sein. „Wir wollen Mister Bogham doch keine Möglichkeit geben seine schlechte Laune an dir auszulassen.“ Seine Hand rutschte sanft von er Schulter des Mannes und richtete mit der anderen Hand dessen Krawatte. Sunil nickte leicht. Die Hände, die eben noch die rote Krawatte gerichtet hatten, zogen nun den Hemdkragen zurecht, bevor er die Schultern der Anzugweste mit einer fließenden Handbewegung entstaubte. „Viel besser. Lass dich nicht ärgern Sunil, ich bin bald zurück.“ Mit einem letzten warmen Lächeln drehte er sich um und setzte seinen Weg fort. „Vielen Dank Mister Greyard, Sir.“ Sobald er sich sicher war, dass der Inder ihn nicht mehr sah, verschwand das Lächeln und machte einer harten Miene platz.
Das Gefühl des sanften Stoffes unter seinen Fingern brannte sich in sein Gehirn. Warme Haut unter zwei Lagen Stoff. Er nahm sich vor dieses Gefühl, sobald er im warmen saß zu notieren, so wie er es immer tat, mit allem. Das Gefühl des kalten Windes durch seine Haare, die kleinen Steine die sich durch die dicke Sohle seiner Schuhe bohrte. Die Orang-brauen Blätter an den Bäumen. All diese Eindrücke wurden von ihm gesammelt, aufgeschrieben, um dann in seinen Büchern charakterisiert zu werden.
Der Weg war nicht weit, er lief ihn gerne zu Fuß, es war für ihn ein Grund sein Apartment zu verlassen, auch wenn er dies allgemein nicht wirklich gerne tat.
Die Straße runter, raus aus dem kleinen Luxusviertel der Stadt. Am Ende der Straße links in die Fußgängerzone und dann nur noch ein kleines Stück, bevor er vor dem Café stand. Es sah von innen genau so gemütlich aus wie man es von außen vermuten würde. Holzparkett, der sich über den gesamten Boden erstreckte. Die Theke, die nur wenige Schritte hinter der Tür war. Der Geruch von altem Leder und Holzreiniger wurde galant von dem schokoladigen Geruch der Kaffeebohnen und des Gebäcks übertrumpft. Er ließ seien Blick kurz durch den kleinen Laden schweifen. Es gab nur eine Etage, nur wenige Sitzmöglichkeiten und obwohl das kleine Café so gut wie leer war, stand auf einem der Tische ein kleines, metallenes Schildchen mit dicken schwarzen Blockbuchstaben. Das Schild stand dort immer. Immer, egal an welchem Tag, egal zu welcher Stunde. Immer auf dem letzten Tisch auf der rechten Seite, dort wo die lange Sitzcouch eine knick machte und zu einer bequemen Sitzecke wurde. Der einzige Platz im ganzen Café mit einem Stromanschluss. Sein Platz.
Er ließ sich entspannt auf das Polster sinken und seufzte leise auf.
@yeet
Die Morgenluft schlug ihm kalt und feucht entgegen als er das Foyer des Apartmentkomplexes verließ. Für Mitte Herbst war es erschreckend kühl an diesem Morgen.
„Mister Greyard, Sir. Mister Greyard.“ Bei dem leichten indischen Akzent blieb er stehen, seufzte leise auf und drehte sich dann mit einem sympathischen Lächeln zu dem jungen Inder vor ihm um. Das Hemd war ihm ein wenig zu groß, nicht merklich, aber wenn man es wusste, sah man es auch und er wusste es. „Guten Morgen Sunil.“ Begrüßte er den jungen Mann vor sich freundlich. „Guten Morgen Mister Greyard, Sir. Hätten Sie erwähnt, dass Sie raus wollen, hätte ich Henry für Sie kontaktiert.“ Er winkte mit einer fließenden, eingeübten Handbewegung ab. „Mach dir nicht so viele Gedanken Sunil.“ Meinte er lächelnd und legte dem jungen Mann seine Hand auf die Schulter. „Rechen nicht vor vier mit meiner Rückkehr, falls Henry fragt, ich würde mich persönlich bei ihm melden, wenn ich ihn heute brauche.“ Der Inder schaute ihn mit großen, braunen Augen an und nickte dann. Er erinnerte ihn an ein Rehkitz im Scheinwerferlicht. Mit seiner jugendlichen, freundlichen und kompetenten Art war der Inder die perfekte Person für den Empfang eines solchen Foyers, auch wenn dieser trotz der langen Monate, die er nun schon hier arbeitet, immer noch Probleme mit der etwas gehobenen Sprache hatte. „Du solltest mehr auf dein Äußeres achten Sunil.“ Es schwang kein Spott in seiner Stimme, nur reine Besorgnis. Er hatte das Gefühl verantwortlich für den jungen Inder zu sein. „Wir wollen Mister Bogham doch keine Möglichkeit geben seine schlechte Laune an dir auszulassen.“ Seine Hand rutschte sanft von er Schulter des Mannes und richtete mit der anderen Hand dessen Krawatte. Sunil nickte leicht. Die Hände, die eben noch die rote Krawatte gerichtet hatten, zogen nun den Hemdkragen zurecht, bevor er die Schultern der Anzugweste mit einer fließenden Handbewegung entstaubte. „Viel besser. Lass dich nicht ärgern Sunil, ich bin bald zurück.“ Mit einem letzten warmen Lächeln drehte er sich um und setzte seinen Weg fort. „Vielen Dank Mister Greyard, Sir.“ Sobald er sich sicher war, dass der Inder ihn nicht mehr sah, verschwand das Lächeln und machte einer harten Miene platz.
Das Gefühl des sanften Stoffes unter seinen Fingern brannte sich in sein Gehirn. Warme Haut unter zwei Lagen Stoff. Er nahm sich vor dieses Gefühl, sobald er im warmen saß zu notieren, so wie er es immer tat, mit allem. Das Gefühl des kalten Windes durch seine Haare, die kleinen Steine die sich durch die dicke Sohle seiner Schuhe bohrte. Die Orang-brauen Blätter an den Bäumen. All diese Eindrücke wurden von ihm gesammelt, aufgeschrieben, um dann in seinen Büchern charakterisiert zu werden.
Der Weg war nicht weit, er lief ihn gerne zu Fuß, es war für ihn ein Grund sein Apartment zu verlassen, auch wenn er dies allgemein nicht wirklich gerne tat.
Die Straße runter, raus aus dem kleinen Luxusviertel der Stadt. Am Ende der Straße links in die Fußgängerzone und dann nur noch ein kleines Stück, bevor er vor dem Café stand. Es sah von innen genau so gemütlich aus wie man es von außen vermuten würde. Holzparkett, der sich über den gesamten Boden erstreckte. Die Theke, die nur wenige Schritte hinter der Tür war. Der Geruch von altem Leder und Holzreiniger wurde galant von dem schokoladigen Geruch der Kaffeebohnen und des Gebäcks übertrumpft. Er ließ seien Blick kurz durch den kleinen Laden schweifen. Es gab nur eine Etage, nur wenige Sitzmöglichkeiten und obwohl das kleine Café so gut wie leer war, stand auf einem der Tische ein kleines, metallenes Schildchen mit dicken schwarzen Blockbuchstaben. Das Schild stand dort immer. Immer, egal an welchem Tag, egal zu welcher Stunde. Immer auf dem letzten Tisch auf der rechten Seite, dort wo die lange Sitzcouch eine knick machte und zu einer bequemen Sitzecke wurde. Der einzige Platz im ganzen Café mit einem Stromanschluss. Sein Platz.
Er ließ sich entspannt auf das Polster sinken und seufzte leise auf.