My Girlfriend is a Boy [Nao & Dark.Wing]

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    • Noel bekam gar nicht mit wie seine Wohnungstür von außen aufgeschlossen wurde, so sehr war er in seinem kreativen Tunnel gefangen. Es war komplett still in dem Wohnzimmer, nur das unregelmäßige Geräusch der Modellierwerkzeuge durchbrachen immer mal wieder leise die Stille, aber das fiel kaum auf. Das leicht gedimmte Licht, welches er sich zum Arbeiten angemacht hatte, kam von einer Leselampe die normalerweise neben seinem Sofa stand, welche er sich jedoch neben den Tisch gestellt hatte und einen minimalen Lichtstreifen unter der Wohnzimmertür in den Flur erzeugte. Sonst lag das Wohnzimmer, wie der Rest der Wohnung in absoluter Dunkelheit.
      Es war alles genau so wie sie es am Morgen zusammen verlassen hatten. Jaydens Kaffeetasse stand immer noch auf der Küchenzeile, weil Noel noch keine Muse hatte sie in die Spülmaschine zu räumen, genau so wie Noels Teller vom Frühstück daneben stand, wohl die Maschine nur zwei Handgriffe weit entfernt war.

      Noel hatte komplett die Zeit vergessen, bis auf sein Frühstück hatte er sich den Tag faktisch nur von Kaffee und minimalen Mengen an Wasser ernähret. Er hatte immer noch die Klamotten an in denen er Jayden am Morgen zur Uni gefahren hatte und auch sonst hatte er weder geduscht noch sich grundsätzlich fertig gemacht. Er hatte sich direkt an seine Arbeit gesetzt und war dann komplett in dieser versunken. Auch als Jayden den Flur betrat, bekam er von all dem nichts mit.
      Obwohl er eigentlich nur noch ‚schnell‘ das grobe Grundmodell modellieren und dann ins Bett gehen wollte, hatte er die Requisite in ihrer groben Form schon fast so gut wie fertig. Es fehlte ihr noch einiges an Details, aber man konnte immerhin schon relativ gut erkennen, was es am Ende darstellen sollte.
      Obwohl er wusste wie viel er an dem Tag schon geschafft hatte, kam es ihm nicht in den Kopf, dass es schon nach Mitternacht war. Es war ihm zwar bewusst, dass es schon etwas später sein müsste, immerhin war es bereits dunkel draußen - obwohl das im Winter auch kein sonderlich guter Anhaltspunkt war - aber wie spät es im Endeffekt wirklich war wusste er nicht und vor allem war ihm nicht bewusst, dass der Student bereits mit seiner Schicht in der Bar fertig war und nur wenige Meter von ihm entfernt stand in seinem Flur stand.
    • Jay sah, wie etwas Licht aus dem Wohnzimmer in den Flur fiel und die Wohnung gerade so erhellte, dass er sich zurechtfand. Noel schlief also noch nicht, dabei war es halb eins. Immer noch deutlich früher, als Jay gedacht hatte, zuhause anzukommen, aber trotzdem unerwartet. Jay ließ seinen Rucksack über die Schulter fallen und ließ ihn im Flur stehen, zog sich Schuhe und Jacke aus und schleppte sich ins Wohnzimmer, wo er Noel am Tisch sitzen sah, vertieft in irgendetwas, das Jay nicht genau erkannte, aber es sah nach… Basteln aus. Er beäugte den Tisch kurz, bevor er weiter in den Raum kam und sich ankündigte.
      "Hey", sagte er rau, leise um Noel nicht zu erschrecken. Er stellte sich schräg hinter ihn und sah auf seine arbeitenden Hände herunter. "Du bist noch wach", stellte er fest. "Willst du nicht morgen weitermachen? Es ist halb eins", schmunzelte er mit seinem letzten Fünkchen Lebensenergie.
      Dass Noel freiwillig bis in die Nacht arbeitete, konnte Jay nicht nachvollziehen. Sogar für seine Uniprojekte setzte er sich, wenn es irgendwie ging, eine Deadline jeden Abend, weil er es hasste, bis tief in der Nacht etwas zu tun, das ihm keinen Spaß machte. Er hatte kein Problem damit, auf Schlaf zu verzichten, solange er stattdessen etwas unterhaltsames machen konnte, aber das… Naja, offenbar schien es Noel Spaß zu machen. Sagte er ja immer wieder. Was für ein Luxus, ein Job, den man gerne machte.
      "Ich geh duschen und dann ins Bett, sorry, ich bin echt müde", kündigte er an und wollte umdrehen. Seine Haare allein mussten die ganze Wohnung mit dem Geruch nach Zigaretten und Essen verpesten.
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    • Noel bemerkte erst das Jayden im Wohnzimmer war, als dieser in ansprach und hinter ihm stand. Sanft wurde er von der rauen Stimme aus seinem Sog gezogen. War Jaydens Stimme schon immer so rau gewesen, oder bildete er sich das gerade nur ein?
      „Du bist ja schon hier.“ nun war es an dem Franzosen etwas verwirrt zu schauen. War es tatsächlich schon so spät? Anscheinend. Das Werkzeug welches er gerade in der Hand hatte, legte er zu den anderen auf Seite, die Plastik ließ er wie sie war, auf dem Tisch. „Halb eins schon?“ Murmelte er eher zu sich selbst als zu dem Studenten. Er hatte die Zeit wirklich komplett aus den Augen verloren, bevor er jedoch endgültig aufstand drehte er sich leicht zu Jayden nach hinten und war dann auch relativ froh, dass er noch saß. Der Student sah, gelinde gesagt tot aus. Er hatte ihn bis dato noch in keinem schlimmeren Zustand gesehen. Ehe man sich versah war Noel schon fast ein wenig eilig von er Küchenstuhl aufgestanden. Seine Knochen gaben einen ungesunden Laut von sich, schließlich hatte er sich den kompletten Tag kaum bewegt und war größtenteils nur in einer Position verharrt. Seine Wirbelsäule fühlte sich steif und unnachgiebig an als er sich aufrichtete, es gab gerade aber definitiv wichtigeres.

      „Gehst dir gut?“ fragte er direkt mit einem besorgten Blick ehe er Jayden sanft eine Hand auf die Wange legte. Der Jüngere sah wirklich fertig aus. Jetzt merkte Noel selbst zwar auch wie müde er eigentlich war, immerhin hatte er mehr als zwölf Stunden am Stück gearbeitet, aber das war wahrscheinlich kein Vergleich zu dem wie sich Jayden gerade fühlte. Noel hatte vermutlich genug Koffein intus um eine ganze Kompanie wach halten zu können, auch wenn er das Gefühl hatte, sobald er neben Jayden auf dem Bett lag wahrscheinlich direkt einschlafen zu können.
      „Soll ich mitkommen?“ Das war keine Einladung um gemeinsam duschen zu gehen, eher machte sich der Franzose ernsthafte Gedanken ob Jay nicht jeden Moment zusammenbrechen könnte, allein vom Aussehen her könnte man das definitiv glauben. Wenn er ablehnend würde, würde Noel das Bett soweit schon mal fertig machen und Tee aufkochen, was jedoch nichts war, was er nicht auch noch schnell nach einer Dusche machen könnte. „Du siehst echt fertig aus.“ in seinem Blick lag kein Mitleid, da war nur reine Besorgnis. Das was man fühlte, wenn man sich um eine Person tatsächlich echte Gedanken um jemanden machte. Das was so nah an Liebe ran kam ohne es auszusprechen, das es für viele Menschen kaum wirklich war.
      Manchmal musste man einer Person nicht immer sagen, wie wichtig sie einem war, manchmal reichte einfach nur ein Blick der so voller Gefühlen lag, das einem schon fast schwindelig bei dem Anblick wurde.
    • Dass Noel auf einmal aufstand, erschrak Jay etwas. Er drehte sich wieder zu dem Franzosen um und hatte plötzlich seine Hand an der Wange, als wollte er nachsehen, ob seine Körpertemperatur noch für einen Lebenden sprach. "Oh, nein, schon okay", sagte er. Er hatte den ganzen Tag auf den Beinen verbracht und würde es jetzt schon noch schaffen, schnell zu duschen, ohne umzufallen. An jedem anderen Tag hätte er das Angebot aus anderen Gründen angenommen, aber vor allem dazu war er gerade deutlich zu müde. Je schneller er im Bett landete, desto besser.
      "Ich hatte heute einfach keine Energie für einen so langen Tag", erklärte er leise und stützte sich kurz mit der Hand auf die Sessellehne. "Ich muss nur schlafen, dann geht es… sicher wieder" Er richtete sich mit einem angestrengten Seufzen wieder auf und drehte sich um. "Bin gleich fertig", sagte er noch im Gehen, dann verschwand er im Flur und schloss hinter sich die Badezimmer Türe.

      Es war tatsächlich etwas anstrengend, sich die Haare zu waschen, die Arme zu heben, zu stehen, eigentlich alles davon. Aber wenn man gewohnheitsmäßig die eigenen Grenzen überschritt, brachte man alles noch irgendwie auf die Reihe. Er fühlte sich allgemein trotzdem etwas besser, ihm war weniger übel, nachdem er wieder den Geruch von Noels Shampoo an sich haften hatte. Auch das Zähneputzen kam ihm zugute. Dennoch beschwerte sein Körper sich mit jeder Bewegung, dass er noch nicht schlief.
      Nach schnellen fünfzehn Minuten kam er in Jogginghose und T-Shirt wieder aus dem Badezimmer und lief geradewegs ins Schlafzimmer. Vielleicht sollte er Noel nochmal sagen, dass er ins Bett ging, oder zumindest ankündigen, dass er noch lebte, aber er konnte einfach nicht mehr. Er klappte die Decke auf, legte sich aufs Bett und bewegte sich erstmal keinen Millimeter mehr. Nur ein angestrengtes Brummen entkam ihm, weil er es kaum glauben konnte, dass der Tag endlich zuende war. Zwischendurch hatte er schon gedacht, dass es soweit nicht mehr kommen würde. Dabei war es garnicht so spät. Und er hatte kaum etwas anderes gemacht, als jeden Freitag.
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    • Noels Hand ruhte noch einige Sekunden auf Jaydens Haut, bis er diese sinken ließ, aber nicht ohne den Jüngeren noch ein letzten mal sanft über die Wange zu streicheln. „Wenn was ist, ruf gerne.“ bot er mit einem leichten Lächeln an. Der Franzose schaute ihm noch hinterher, bis die Badezimnmertür ins Schloss fiel.

      Während der viertel Stunde die Jayden im Bad verbrachte, räumte Noel seine Arbeitsmaterialien zusammen. Sie würden am nächsten Morgen wohl kaum an dem Tisch frühstücken können, aber immerhin sah dieser nicht mehr ganz so sehr danach aus, als hätte man einen Künstlerbedarf in die Luft gejagt. Das benutzte Geschirr verräumte er ebenfalls - endlich - in die Spülmaschine, ehe er den Wasserkocher ansetzte und zwei Tassen Tee für sich und Jay aufkochte. Ob sie ihn im Endeffekt trinken würden oder nicht, sei mal dahin gestellt, aber wenn, hatten sie immerhin welchen und der Student sah definitiv danach aus als ob er welchen gebrauchen könnte. Tee und mindestens 72 Stunden Tiefschlaf.

      Nur wenige Augenblicke nachdem Jayden das Schlafzimmer des Älteren betreten und dessen Bett für sich in beschlag genommen hatte, folgte Noel ihm. Mit einem sanften Grinsen blieb er kurz im Türrahmen stehen, schaute sich das Gesamtbild welches sich ihm bot kurz an, bevor er zu Jayden kam, beide Tassen auf den Nachttisch abstellte und ihm dann sanft durch die braunen, noch leicht feuchten Strähnen fuhr. „Du siehst ein wenig besser aus.“ stellte er fest erleichtert fest, bevor er sich erst den Pullover und dann die Jogginghose auszog. „Und du riechst nicht mehr nach Bar und Kippen, auch wenn das durchaus eine interessante Mischung war.“ kam es leise lachend von dem Franzosen nachdem er sich zu Jay auf die Matratze gelegt hatte. „Ich hab übrigens Tee gekocht, falls du möchtest.“ bot er direkt an. Seine Hand fand ihren Weg wieder, wie von alleine in Jaydens Haare, kraulte dort angenehm sanft durch die sanften Wellen.

      „..Ich hab dich vermisst…“ hauchte er leise. Seine Stimme hatte einen warmen, weichen Touch angenommen. Nicht das sie nicht generell weniger hart und unnachgiebig war, wenn er mit dem Studenten sprach, aber vor allem jetzt, klar sie noch ein Ticken weicher, ein Ticken liebevoller.
      Das waren nicht einfach nur Floskeln die man jemanden sagte, damit sich dieser jemand geliebt oder gar besser fühlte, er meinte das erst. Er hatte Jayden in den letzten Stunden tatsächlich vermisst und das obwohl er die ganze Zeit in seiner Arbeit versunken war.
    • Jay hörte und spürte, wie Noel sich neben ihm ins Bett sinken ließ, das Klacken zweier Tassen auf dem Nachttisch und dann eine Hand in seinen feuchten Haaren, aber er konnte sich nicht ganz überwinden, die Augen schon wieder zu öffnen.
      „Der Geruch hat mich schon echt fertig gemacht“, raunte er leise und genoss Noels Fingerspitzen auf seiner Kopfhaut. „Ich hasse diesen Job“ Seine Stimme wurde so leise, dass sie mehr einem Flüstern glich. Trotzdem hatte er den Tag irgendwie durchgestanden und war jetzt da, wo er die ganze Zeit hin wollte. Wo er heute Morgen schon überhaupt nicht weg wollte.

      „Tee klingt gut“, meinte er dann rau, bewegte sich aber keinen Millimeter. Er wollte noch einen Moment diesen Frieden genießen. Seine Muskeln schmerzten von der pausenlosen Bewegungen und wollten ihm nicht mehr wirklich gehorchen. Bei Noels liebevoller Stimme schlug er dann aber wenigstens die Augen auf. Er blinzelte dem Franzosen entgegen.
      „Ich dich auch“, flüsterte er. „Ich lebe nur noch, weil ich das hier als Licht am Ende des Tunnels hatte, weißt du?“, meinte er theatralisch. Eigentlich hatte er vorgehabt, sich vielleicht nochmal aufzusetzen um den Tee zu trinken, aber scheinbar hatte sein Körper einen eigenen Willen. Stattdessen rollte er sich nur mit einem Ächzen zur Seite, halb über Noel, und drückte ihn einmal fest bevor er einfach nur schlapp auf ihm liegen blieb. Die Körperwärme, das Sanfte Heben und Senken wenn er atmete, beides machte Jay noch etwas müder als ohnehin schon. Auf seiner Zunge lagen ihm ein paar Worte, die er trotz des Deliriums noch mit aller Macht zurückhalten konnte. Ein bisschen noch.

      „Es war so anstrengend“, murmelte er stattdessen und seufzte tief. Es gab keinen richtigen Grund, warum er das jetzt sagte, er hatte einfach nur das Bedürfnis, Noels fürsorgliche Art voll und ganz auszukosten. Er kuschelte sich enger an den Franzosen, fast hatte er das Gefühl, er konnte ihm nicht nah genug kommen. „Ich will nie wieder aufstehen“ Seine schwachen, rauen Worte gingen beinahe im Stoff von Noels Shirt unter.
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    • „Glaube ich dir, ich würde bei dem ganzen Lärm wohlmöglich durchdrehen.“ Noel würde vermutlich nach nicht mal fünfzehn Minuten anfangen die ersten Gäste verbal fertig zu machen. Ihm war schon die kurze Zeit die er damals in der Bar verbracht hatte zu viel. Die Geräusche, die ganzen Menschen, die Lichter, das waren ihm mindestens zwei Reize zu viel. „Hast du schon mal überlegt den Arbeitgeber zu wechseln? Vielleicht etwas ruhigeres zu machen?“ Noels Finger spielten sanft mit den fremden Haaren. Fuhren immer mal wieder durch die Strähnen, kraulten den Studenten dann wieder und begannen das Spiel von vorne. Er mochte Jays Haare, er wusste nicht was es war, aber er mochte sie. „Ich kenne vielleicht wen…also eigentlich kennen meine Eltern wen, aber ich könnte mal fragen wenn du willst. Die Bezahlung ist gut und das Trinkgeld fast noch besser, wenn sich das nicht geändert hatte.“ Als Teeanger hatte Noel selbst mal in dem Restaurant gejobbt um Geld für sein doch recht kostenaufwändiges Hobby haben zu können, schließlich konnten seine Eltern ihn kein Equipment für mehrere hunderte von Pfunds kaufen. Er wusste zwar nicht, ob es den Besitzer noch gab, oder ob er seinen Laden mittlerweile verkauft hatte, aber das konnte man ja in Erfahrung bringen. Seine Eltern waren - damals jedenfalls - sehr gut mit ihm befreundet, genau dieser Kontakt hatte sowohl Noel als auch Flo - einige Jahre vor ihm - an den Nebenjob gebracht.

      Als Jayden ihn dann mit seinem müden Augen anschaute, musste Noel leicht schmunzeln. Das Bild hatte gerade was unfassbar niedliches. “Ich bin gerne dein Licht am Ende des Tunnels.“ der Franzose strich ihm sanft über die Wange, hob sein Kinn ein kleines Stückchen an, bevor er sich selbst zu Jayden runterbeugte und ihn sanft küsste. Seitdem Jayden von der Arbeit kam hatten sie das noch gar nicht gemacht, was verständlich war, wenn man den Zustand bedachte mit welchem der Student durch die Tür gekommen war.
      Jaydens Gewicht drückte ihn sanft in die Matratze. Er war nicht schwer, jedenfalls nicht so sehr, dass Noel Angst haben musste erdrückt zu werden. Er legte seine Arme um ihn und drückte den Jüngeren einmal fest an sich, bevor er mit einer Hand wieder in die braunen Strähnen fuhr, während die andere Hand vorsichtig unter Jays Pullover wanderte.

      Noel atmete ruhig unter Jay. Er genoss das angenehm schwere Gewicht auf ihm, die Wärme die Jayden immer zu umgeben schien und wie dessen warmer Atmen sanft seine Haut streichelte. Er wollte den gesamten Tag nichts anderes und jetzt war es endlich soweit.
      „Glaube ich dir. Du hast das toll gemacht.“ lobte er ihn leise. „Ich bin stolz auf dich.“ Bei jeder anderen Person würde ihm das sicherlich ein wenig lächerlich vorkommen. Im Grunde hatte Jayden nur das gemacht, was viele andere Studenten in seinem Alter auch machen mussten, aber alle anderen Studenten waren Noel egal. Seinetwegen können die anderen auch noch längere Stunden in noch ätzenden Jobs arbeiten und selbst dann könnte ihm nichts egaler sein. Jayden war ihm jedoch nicht egal und er hatte größten Respekt vor dem Arbeitspensum, welches der Student sich auferlegt hatte, einfach nur um seinen Lebensunterhalt sichern zu können.
      „Musst du auch nicht. Wir bleiben einfach so liegen, ja?“ schlug er ihm vor. Vielleicht konnten sie nicht für immer hier so liegen bleiben, aber immerhin für eine kleine Weile und vielleicht reichte das sogar schon.
    • Jay hörte mit geschlossenen Augen aufmerksam zu. Noels Stimme war süß wie Honig. Er wollte kein Wort verpassen während sie ihn mehr oder weniger in den Schlaf wog.
      „Hmm… Ich mag meinen Job eigentlich, weil ich richtig viel Trinkgeld kriege, vor allem an Feiertagen wenn ich mir Kostüme anziehe“, murmelte er verschlafen. Oh ja, das Polizistenkostüm war ein Hit gewesen, aber Sexy Santa machte auch was her und die Hasenohren zu Ostern hatten ebenfalls immer Fans. Seine Chefin wusste außerdem schon, warum die Angestellten schwarze Hemden tragen mussten, es war eine der schmeichelhaftesten Uniformen. Dass er stundenlang von den Gästen angegafft wurde, machte ihm auch absolut nichts aus. Zumindest brachte ihm sein Aussehen mal wirklich etwas und es war ja nicht so, als würde er etwas verlieren. Wenn er es könnte, würde er wohl auch als Stripper anfangen.
      Jay verdiente damit jedenfalls sehr gut, was der Grund war, weshalb er mit so wenigen Stunden pro Woche auskam. Wenn er weniger verdiente, müsste er mehr arbeiten, und das würde sich nie im Leben ausgehen. Seine Zeit war jetzt schon immer knapp.
      Dennoch interessierte ihn Noels Angebot. Er würde sicher nichts vorschlagen, wo Jay nur ausgebeutet werden würde. „Oh… also… tja, vielleicht?“ Er blinzelte. Darüber konnten sie ja die nächsten Tage nochmal reden, wenn Noel ihn tatsächlich so einen Gefallen tun wollte. Gerade wollte er nicht allzu viele Gedanken an derzeitige oder zukünftige Jobs verschwenden, wenn er sich auf besseres konzentrieren konnte.

      Zum Beispiel darauf, dass Noel ihm sagte, dass er das toll gemacht hatte und dass er stolz auf ihn war. Das gefiel ihm. Sehr. Das könnte er sich noch ein paar Mal anhören. Vielleicht mochte er es etwas zu sehr…? Vielleicht wollte er in anderen Szenarien nochmal hören, wie stolz Noel auf ihn war. Jay grinste leicht. Trotz der Müdigkeit hatten die dreckigen Gedanken noch Platz.
      „Sag das öfter“, sagte er, wobei man sein Lächeln definitiv heraushören konnte. „Ich mag das“ Er kicherte leicht über sich selbst. Auch die Aussicht, jetzt eine ganze, lange Nacht vor sich zu haben, in der er sich an Noel kuscheln und tief und fest schlafen, und vor allem ausschlafen konnte, das mochte er sehr. So schnell konnte er die Grausamkeiten des Tages vergessen.
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    • „Das kann ich mir vorstellen, auch wenn ich sagen muss, dass mich der Gedanke ein wenig stört, dass noch andere in den Genuss kommen dich mit so wenig Kleidung wie möglich sehen zu können.“ Obwohl Noels Stimme immer noch sanft und ruhig klang, gaben alleine die Worte die er sagte, dem ganzen eine weit aus dominantere Bedeutung. Noel hatte sich nie als eifersüchtiger Mensch betitelt und trotzdem brachte Jayden Dinge in ihm zum Vorschein die er nicht für möglich gehalten hatte. Bei seinem Ex-Freund war ihm das egal gewesen…obwohl was heißt egal? Yuma hatte sich immer recht bedeckt gekleidet, er war auch nie der Mensch gewesen der regelmäßig feiern ging oder Menschen im allgemein nah an sich ran ließ. Er war immer noch extrovertierter als Noel selbst, war jedoch echt nicht schwer war, aber zu Jay war selbst der Japaner kein Vergleich. Vielleicht dachte Noel deswegen, dass er eigentlich nicht zur Eifersucht neigte, dann das tat er, schließlich hatte man das spätestens am letzten Abend deutlich gemerkt und das lag sicher nicht nur an Theo.

      „Wir können die Tage ja vielleicht nochmal drüber reden, wenn du möchtest. Ich muss sowieso erst in Erfahrung bringen, ob meine Eltern überhaupt noch Kontakt zu ihm haben und ob es das Restaurant noch gibt.“ Er war sich zwar relativ sicher, dass seine Eltern noch Kontakt zu dem Besitzer hatten, auch wenn sie mittlerweile wieder in Frankreich lebten, die wichtigere Frage war jedoch, ob das Restaurant noch so existierte wie vor einigen Jahren.

      Bei Jaydens Worten konnte sich der Franzose selbst, ebenfalls das leichte Grinsen nicht verkneifen. Er hatte die Worte ursprünglich gar nicht mit irgendwelchen Hintergedanken gesagt, er war wirklich einfach nur stolz auf ihn, dass er den Tag überstanden hatte…aber die Richtung in welche sich ihr Gespräch bewegte neigte ihn ebenfalls nicht ganz ab.
      „Ja? Dann werde ich das wohl häufiger sagen müssen.“ vorsichtig, ohne Jaydens Liegeposition negativ zu beeinflussen lehnte er sich ein Stückchen mit dem Kopf zu dem Studenten runter, so das er ihm leise ins Ohr flüstern konnte. „Ich bin wahnsinnig stolz auf dich.“ wiederholte er nochmal, dieses mal ein wenig leiser und vielleicht konnte man sich sogar einen leicht rauen Unterton einbilden, wenn man ganz genau zuhörte. Bevor er sich wieder richtig hinlegte, hauchte er dem Jüngeren noch einen sanften Kuss auf die Schläfe und versuchte dann - ein wenig umständlich - mit einer Hand die Decke über Jayden und in dem Zuge auch sich selbst auszubreiten. Er wusste nicht, ob der Student sich die Jogginghose und den Pullover noch ausziehen wollte, aber das konnte er ja auch immer noch unter der Decke tun.
    • „Ah, ansehen können sie mich, aber davon haben sie ja nichts“, murmelte Jay. „Anfassen ist nicht erlaubt. Obwohl ich sie sicher mal für ‘nen Zehner meinen Bizeps anfassen lassen würde“ Er schwieg kurz. Ja, doch, das würde er absolut machen. „Aber die sehen mich alle nicht in Aktion und ich bin echt gut in Aktion. Also… du musst nicht eifersüchtig sein“ Jay grinste. Er mochte es trotzdem sehr, wenn Noel eifersüchtig war. Besonders wenn er aus dem Nichts demonstrieren musste, dass sie zusammen gehörten, wie gestern Abend.

      Jay lief ein angenehmer Schauer den Rücken herunter, als Noel ihm ins Ohr flüsterte. Yup, so hatte er sich das vorgestellt. Am besten auch genau in diesem Ton, nur bitte nicht… gerade jetzt.
      „Mach mich nicht heiß, wenn ich zu müde bin, um irgendwas dagegen zu tun“, beschwerte er sich leise, auch wenn ihm das Lächeln immernoch auf den Lippen lag. Wenn er noch ein Fünkchen Energie hätte, würde er sich schon zwischen Noels Beinen Platz verschaffen, aber das hatte er echt nicht mehr in sich. Was jedoch nicht sein äußerst aktives Gehirn stoppte. Die Gedanken sprudelten nur so herein. Es wurde erst wieder schön gemütlich, als Noel sich neu positionierte, ihn küsste und ihm die Decke über die Schultern zog. Der Duft, den Jay an der gesamten Wohnung so liebte, hüllte ihn förmlich ein und die Wärme machte ihn unheimlich müde. Er merkte garnicht, wie schnell er einschlief.


      Jay war heiß. Er runzelte die Stirn. Jemand atmete ihm ins Gesicht und sein eigener Atem ging schwer von der Hitze. Er hob eine Hand, um sich die Decke vom Körper zu ziehen, aber da war keine Decke, und auch keine Kleidung.
      Er schlug etwas verwirrt die Augen auf und sah Noel über sich, oder besser gesagt seine Schulter, während dieser seinen Nacken küsste und sein heißer Atem Jay wellenartig an die Haut schlug. Etwas fühlte sich gut an. Warm. Irgendwie nass und klebrig, aber verdammt gut. Als er versuchte, einen Blick nach unten zu erhaschen, weil er schon vermutete, was gerade passierte, war er irritiert.
      Er sah, wie er seine Beine um Noels Rücken geschlungen hatte, wie er in ihn eindrang, herauszog, wieder eindrang. Jay beobachtete das Verfahren kurz skeptisch, seine Gedanken völlig vernebelt von dem guten Gefühl, das sich nun jedoch von Sekunde zu Sekunde befremdlicher anfühlte. Moment, das hatte er bisher noch nicht erlebt. Was passierte hier? Hatten Noel und er tatsächlich getauscht? So ernst hatte Jay das garnicht gemeint, als er es angeboten hatte, also wieso- Aber schlecht war es nicht. Etwas seltsam, aber…
      Er ließ den Kopf ergeben zurück in die Matratze sinken. Naja, was auch immer.
      Gerade wollte er sich an die Situation gewöhnen, als er einen Hauch an seinem Ohr spürte: „Du machst das gut… Das fühlt sich toll an, ich bin so stolz auf dich“
      …Was…?


      Jay riss die Augen auf. Seine Haare klebten ihm im Gesicht, also wischte er sich sofort über die Stirn. Er war völlig verschwitzt, ihm war unangenehm heiß. Hektisch schlug er die Bettdecke um, um Luft an seinen Körper zu lassen. Gott, warum trug er auch Shirt und Jogginghose? Ihm war Nachts doch immer viel zu heiß.
      Er stützte sich etwas auf und blinzelte verschlafen, musste langsam seine Gedanken ordnen und dann sah er… Dass er anscheinend was interessantes geträumt hatte, weil sein Körper immernoch begeistert war.
      „What the fuck…?“, murmelte er leise zu sich selbst und setzte sich langsam auf, dann schob er die Beine aus dem Bett. Er saß noch eine Weile verschlafen am Bettrand. Was zum Teufel hatte er geträumt? Da war nur eine ganz vage Erinnerung… Oh Mann, vermutlich, weil er gestern Nacht noch so lange mit Noel geredet hatte. Dass er stolz auf ihn war… Merkwürdig, das kam ihm bekannter vor, als es sollte. Sowas hörte man aber in seinem Alter nicht gerade oft. Jay war etwas verwirrt, die Erinnerung an den Traum wollte nicht so richtig zurückkommen und er war nicht sicher, was er mit seiner Latte anstellen sollte, weil er eigentlich länger schlafen wollte. Unpraktisch. Natürlich weckte ihn sowas an seinem freien Tag auf.
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    • Mit einem leisen Summen stimmte Noel ihm zu. Jayden war wirklich echt gut in Aktion, es gab genug beweise dafür, einige noch immer gut sichtbar auf Noels Hals. „Darf ich für ein Zehner auch dein Bizeps anfassen?“ fragte er mit einem Schmunzeln. Seine Finger malten sanfte Muster auf Jays Haut, liebkoste sie praktisch. Sie wanderten immer mal wieder etwas höher, fuhren über die Erhebungen seiner Wirbelsäule, dann wieder ein wenig tiefer kurz oberhalb von Jays Steiß. Vielleicht hätte Noel wirklich nicht damit anfangen sollen Jayden ein wenig zu triezen. Sie hatten seit Tagen kein Sex mehr gehabt und sowas macht sich natürlich immer in den schlechtesten Momenten bemerkbar. Zum Beispiel, dann wenn der andere, wie auf dem silber Tablett, auf einem lag, im Grunde zu fertig um sich überhaupt gegen irgendwas wehren zu können und man selbst praktisch fast alles mit diesem jemand machen können.
      Den Gedanken schob er schnell ganz weit weg nach hinten. Eigentlich war er selbst schon fast zu müde um irgednwas aktiveres machen zu können, als hier zu liegen und Jayden mit sanften Streicheleinheiten zu verwöhnen und trotzdem war er irgendwie nicht müde genug. Das lag bestimmt an dem Kaffee…das lag sehr wahrscheinlich an dem Kaffee. Wie viel hatte er heute getrunken? Nach der vierten hatte er aufgehört zu zählen, da er aber schon vor zehn bei drei Tassen gewesen war, waren es wahrscheinlich auch mehr als vier…vielleicht sollte er doch mal Suchtprävention machen…
      Der Gedanke nervte ihn jetzt schon ein wenig, aber immerhin rückte dieser, den vorigen ein wenig in den Hintergrund. Wenn er noch ein wenig länger das Bild von Jayden, wie dieser unter ihm lag, zitternd vor Erregung und nach mehr bettelnd weil alles was er tat nicht genug war, vor seinem inneren Auge gesehen hätte, würden sie hier wohl nicht mehr ganz so entspannt liegen.

      „Ich gebe mir Mühe.“ kam es mit einem leichten Grinsen von Noel. Ja Mühe gab er sich tatsächlich, denn jetzt wo die Gedanken sich erst einmal in seinen Kopf eingenistet haben, würden sie diesen wohl in naher Zukunft nicht mehr so schnell verlassen. Und trotzdem gab er Jayden Zeit. Er hatte ihm von Anfang an Zeit gegeben. Immerhin gab es einen Unterschied, ob man selbst mit einem anderen Typ schlief, oder der Typ mit einem schlief…alles eine Frage der Auslegung. Manchmal, an Abendessen wie diesen, bereute er es doch ein ganz klein wenig, das betrunkene Angebot des Studenten an Halloween nicht angenommen zu haben. Im Grunde hatte Jayden schon willig vor ihm gelegen und ihm praktisch ins Gesicht geschmettert, dass er alles mit ihm tun durfte was ihm beliebte…Stop! Er sollte aufhören darüber nachzudenken, sonst würde die gesamt Situation ganz schön schnell, ganz schön unangenehm werden. Nicht weil Noel es unangenehm war, wenn plötzlich andere Stellen seines Körpers aktiv wurden, sondern war Jayden faktisch auf ihm drauf schon fast eingeschlafen war und er demnach selbst nicht sonderlich viel Bewegungsspielraum hatte.


      Irgendwann schaffte es Noel dann doch einzuschlafen. Nachdem er noch eine ganze Weile Jayden über den Rücken und die Haare gestichelt hatte, Jays angenehm schweres Gesicht auf sich ruhend, als wäre er seine persönlich Heizdecke. So schlief er ruhig…jedenfalls solang bis er durch eine hektische Bewegung urplötzlich aus geisem gerissen wurde. Kurz darauf ließ ihn ein kühler Luftzug unangenehm frösteln. Gab es eine schlechtere Art aufgeweckt zu werden, als wenn jemandem aus dem nichts die Decke weg zog? Wohl kaum. Verwirrt und verschlafen blinzelte er erst einige Male, bevor das Bild ein wenig klarer wurde. Jayden saß am Bettrand. Vorsichtig setzte sich der Franzose auf, rutschte zu dem Jüngeren rüber und fuhr ihm sanft über die bedeckte Schulter. Sein Gehirn war immer noch in diesem angenehmen Dämmerschlaf-Zustand als er sich sanft, von hinten, an den Jüngeren schmiegte. „Hey…alles okay?“ fragte er leicht besorgt, die Stimme immer noch rau vom Schlafen, während einer seiner Hände schon dabei waren unter dem Bund von Jays Shirt zu wandern. Warum trug er überhaupt Klamotten im Bett? Ach stimmt ja…sie hatten gestern noch gekuschelt und ein wenig geredet…und dann war Jayden irgendwann auf ihn eingeschlafen…das erklärte immerhin die Kleidung aber nicht warum Jayden hier saß und aussah als hätte er ein Geist gesehen. Vorsichtig legte Noel sein Kinn auf der Schulter des Jüngeren ab und schloss wieder die Augen, es war aber auch anstrengend sie offen zu halten…
    • Jayden war selbst fast dabei, wieder im Sitzen einzuschlafen, als er Noel an seinem Rücken spürte und dieser den Kopf auf seine Schulter legte als wollte er so weiterschlafen.
      „Mhm…“, murmelte Jay verschlafen. „Mir ist extrem heiß“ Er durchdachte seine Worte nicht wirklich, die Reihenfolge machte auch keinen richtigen Sinn, aber mehr brachte er jetzt nicht auf die Reihe. Stattdessen zwang er Noel, sich wieder aufzusetzen, weil er sein T-Shirt auszog. Die kühle Luft an seiner Haut machte ihn etwas klarer im Kopf.

      „Ich geb dir die Schuld daran dass ich irgendwas komisches geträumt hab“, erklärte er rau und warf das Shirt aus dem Bett. Dann stand er auf und zog seine Jogginghose aus. Es war nicht so, dass er sich Noel gerade präsentieren wollte, aber er hielt den ganzen Stoff an seinem Körper nicht mehr aus. Wahrscheinlich war diese Hitze auch ein Grund für den Traum. Er seufzte selbst etwas genervt, als er sich umdrehte und wieder ins Bett rutschte, alle Viere etwas von sich streckte und erschöpft auf dem Rücken liegen blieb. Die Erregung flammte langsam etwas ab, nachdem er sich aus den Fängen der verschwommenen Erinnerung befreite. Die Decke ließ er dennoch auf Noels Seite liegen.

      „Tu so als wärst du blind“, sagte er leise und schloss die Augen. Alles was er wollte war etwas mehr Schlaf. Zumindest war er sich da jetzt gerade sehr sicher. Das könnte aber auch daran liegen, dass er vor fünf Minuten aufgewacht war. Dass er absolut passable Chance abpasste fiel ihm nichtmal ein.
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    • „Du bist extrem heiß.“ die Worte glichen einem verwaschenen Gemurmel. Noel dachte gar nicht wirklich über das nach was er gerade von sich gab, dafür war er im Moment auch definitiv viel zu müde. Er hatte einfach das erste gesagt, was ihm in den Kopf kam. Im Grunde war das ja nicht gelogen. Jayden war extrem heiß, das hätte Noel so auch in einem nicht schlafgetrunken Zustand von sich gegeben, er hätte es wahrscheinlich nur etwas anders verpackt.

      Der Franzose brummte leise auf, so als ob er sich Beschwerden wollte, als Jay aufstand und ihn somit zwang seinen Kopf von der Schulter des Studenten nehmen zu müssen. Eigentlich könnte er glatt auch hier so im sitzen einschlafen, müde genug dazu war er alle Male.
      Die Mischung aus Jaydens Worten und dem Rascheln von Kleidung ließ ihn jedoch kurz aufhorchen und sogar die Augen wieder öffnen. Sein erster Blick fiel auf Jays Gesicht, dann wanderten seine Augen ein wenig tiefer. Das Grinsen welches sich auf seinen Lippen bildete konnte er sich trotzdem gerade wegen seines Zustandes nicht verkneifen. „Schien ein guter Traum gewesen zu sein.“ Seine Stimme klang immer noch rau und müde, aber da war noch etwas anderes. Als ob Noel genau wüsste von was Jayden geträumt hatte. Er zwang seinen Blick wieder nach oben, über Jays Brust zu dessen Gesicht. Ja, er war tatsächlich extrem heiß.

      Noel warf dem Jüngeren einen amüsierten Blick zu, als dieser wie ein Seestern fast die komplette Matraze für sich selbst einnahm. „Keine Sorge, du bist nicht der erste Typ, der in meiner Gegenwart hart wurde. Versprochen.“ zwinkerte der Franzose ihm zu, ehe er sich ebenfalls auf die Matratze, oder eher teils auf die Matratze und teils auf Jayden selbst legte. Das Bett war zwar groß, aber leider nicht so groß, dass man immer noch Platz hatte, wenn ein ausgewachsener, junger Erwachsener sich so breit machte, als bestände er aus mindestens drei Personen. Er war immer noch müde, und trotzdem hatte er gerade nicht nur das verlangen zu schlafen, auch wenn das bei Jayden definitiv anders aussah.
    • „Scheint so“, murmelte Jay leise zustimmend, ohne die Augen wieder zu öffnen. Erinnern konnte er sich ja kaum.
      Er spürte, wie sich Noel an ihn schmiegte, was wohl aufgrund Platzmangel nicht zu vermeiden war, und stieß kurz einen kleinen Protestlaut aus, jedoch nicht ohne den Arm über Noels Rücken fallen zu lassen und seine Seite zu streicheln. Zumindest war er die Stofflagen und die Decke los, da konnte er sich mit Noels Körperwärme wieder abfinden. Außerdem wollte er sich ungern zusammenkugeln, da war er lieber Noels persönliche Matratze.

      Jay öffnete erst blinzelnd die Augen, als Noel weniger müde klang und mehr flirtiv. Er runzelte die Stirn und sah den Franzosen an. „Danke für die Info?“, sagte er sarkastisch und lächelte leicht. Ob und wieviele Typen in Noels Nähe einen Ständer hatten, war eine Information, die Jay nicht dringend brauchte und lieber in den Tiefen seiner Erinnerung verschloss. Vielleicht hatten sie beide ein kleines Eifersuchtsproblem. Auch wenn die Situation gerade nicht einmal beabsichtigt gewesen war. Und es irgendwie wohl ein Nebeneffekt davon war, sich das Bett regelmäßig mit Männern zu teilen, dass man Morgens von einer Erektion begrüßt wurde. Allerdings passierte es Jay nicht allzu oft, dass er Sexträume hatte und dann morgens auch noch davon aufwachte. Vielleicht, weil sein waches Sexleben aufregend genug gewesen war, aber jetzt wurde es langsam lächerlich. Nur weil er mal ein paar wenige Tage nicht mit Noel schlief waren diese Gedanken nahezu in seinem Gehirn eingezogen und suchten ihn jetzt auch in Träumen heim. Nicht, dass er was dagegen hatte, wenn er nicht gerade davon in einem unangenehm verschwitzten Zustand aufwachte, aber es war so völlig sinnlos. Noel lag doch genau neben ihm. Konnte sein Gehirn sich mal beruhigen?

      Apropos. Noel lag tatsächlich gerade genau neben ihm. Oder eher auf ihm. „Irgendwie bescheuert, dass ich sowas träume, wenn du mehr als in Reichweite bist, oder?“, fragte Jay amüsiert. Er war immer noch müde, es konnte immerhin nicht später als sieben oder acht Uhr sein, der Helligkeit nach zu urteilen, und doch begannen seine Hormone schon wieder einem anderen Gefühl Platz zu machen.
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    • Bei Jaydens Reaktion musste Noel leise auflachen. „Gerne.“ meinte er amüsiert. Eigentlich wollte er Jayden mit dem Spruch nur ein wenig ärgern. Nicht das er nicht die ein oder andere Bettbekanntschaft in der Vergangenheit gehabt hatte, die hatte er (auch wenn er wohl kaum so aktiv gewesen war wie der Student selbst), aber sie bleiben eben auch nur das - Bettbekanntschaften und das vorzugsweise betrunken.
      So langsam wurde Noel dann doch ein wenig wacher. Jetzt nochmal schlafen zu gehen wurde von Minute zu Minute unwahrscheinlicher. So war das leider, wenn man diesen einen ganz bestimmten Punkt an dem man wieder einschlafen könnte, überschritten hatte, aber das fand er im Moment auch gar nicht mehr so schlimm.
      Bei den warmen Finger, welche sanft seine Taille hoch und runter streichelte seufzte er leise auf, ehe er sich noch ein wenig mehr an den Jüngeren schmiegte. So ganz ohne Decke war ihm schon fast ein Ticken zu kalt, mit Jaydens Körperwärme ging das jedoch einigermaßen, auch wenn er zu einer zusätzlichen Decke nicht Nein sagen würde.

      Noel legte seinen Kopf auf Jays Brust, ohne seine Liegeposition so zu verändern, dass die Hand des Jüngeren nicht mehr um seinen Rücken lag. Genau wie Jayden vor einigen Stunden die Streicheleinheiten genossen hatte, tat der Franzose das jetzt.
      „Ist doch nichts dabei. Wir hatten schließlich auch lange kein Sex mehr.“ Was man nun als ‚Lange‘ definierte blieb mal dahin gestellt. Sie hatten, wenn es hoch kam seit knapp einer Woche nicht mehr mit einander geschlafen, wenn man die unangenehm Situation in dem Studentenwohnheim nicht mitzählte. Normalerweise würde Noel über so einen Zeitraum die Augen verdrehen. Er hatte, bevor er Jayden an Halloween kennen lernt hatte, seit Monaten keinen Sex gehabt (was vielleicht auch mit ein Grund war, warum er sich auf die ganze Geschichte eingelassen hatte), da waren sieben Tage - wenn es überhaupt sieben Tage waren - eigentlich kein nennenswerter Zeitraum. „Ich nehme es als Kompliment oder so.“ Noels Grinsen konnte Jayden wahrscheinlich schon fast gehen seiner Haut spüren, spätestens bei dem Kuss welcher der Künstler ihm sanft auf den Hals hauchte. „Mach dir nicht so viele Gedanken.“

      Es wäre nicht so, dass sie das nicht ändern könnten. Hier gab es keine nervigen Mitbewohner, Jobs die einen mit spät in die Nacht beschäftigen (im Grunde gab es die schon, nur eben einen Raum weiter) oder sonstige Dinge die sie in irgendeiner Art und Weise unterbrechen könnten. Die einzige Problematik die sich Noel gerade ein wenig stellte war, in der Vergangenheit hatte Jayden jede sexuelle Handlung eingeleitet. Er wollte dem Jüngeren den Raum geben, ihn nicht unabsichtlich zu etwas drängen oder ihm das Gefühl geben dass es irgendwelchen Erwartungen seinerseits gab. Noel hatte auch keine Erwartungen, er erwartete nicht, dass sie nun miteinander schliefen würden, aber…ganz abgeneigt war er nicht.

      Dann bewegte er sich doch ein wenig aus seiner jetzigen Position raus. Rutschte ein klein wenig weiter nach oben, drehte sich ein wenig mehr auf Jayden selbst. Noel wusste nicht genau was sein Plan war, vermutlich hatte er gar keinen, als seine Lippen Jays Hals eben berührten, hatte er einfach das Bedürfnis damit weiter zu machen. Der Künstler spürte wie Jaydens Erregung leicht seinen seitlichen Oberschenken streifte. Er spürte die Finger die immer noch sanft die Haut an seiner Taille liebkoste, an einer gefährlich sensiblen Stelle ruhten. Vielleicht nicht so sensibel, wie die Haut an seinem Hals (welche definitiv zu seinen Schwachstellen zählte), aber er genoss jegliche Berufung dort sehr…eigentlich genoss er im allgemeine jegliche von Jaydens Berührungen sehr.

      „Wir könnten das ändern.“ knüpfte er an seine vergangen Wort an, auch wenn er sich nicht ganz sicher war, ob Jayden die leisen gehauchten Worte gegen seinen Haut verstand. Er hatte sie wahrscheinlich ganz eindeutig gespürt, aber auch verstanden?

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    • Lange… Wenn man 4 Tage als lange betrachtete? Jay kam es lächerlich vor, wie lange es ihnen wohl beiden vorkam. Aber teils war daran wohl Cyrus Unterbrechung Schuld. Das eine Mal hatte sich eben nicht vollständig angefühlt und jetzt wurde er von hartnäckigen, schmutzigen Gedanken geplagt. Umso seltsamer, dass sie beide einfach akzeptieren, wieder schlafen zu gehen. Doch dann machte Noel noch andere Anstalten.

      Das hatte Jay schon erwartet, als dass Noel ganz keusch die Augen verschließen und wieder schlafen gehen würde. Scheinbar waren sie beide davon überzeugt, jede freie Minute nutzen zu müssen, um den F+ Stereotyp zu erfüllen. Dabei würde sich wohl wenig ändern, selbst wenn sie fix zusammen waren.
      Er schmunzelte als Noel sich durchschaubar über ihn drapierte und seinen Hals zu küssen begann. Eigentlich wollte er nun noch einige Minuten still liegen bleiben und sich verwöhnen lassen. Er legte seinen Kopf etwas zur Seite, um Noel Platz zu machen und grinste, weil seine gehauchten Worte an seiner Haut etwas kitzelten.

      „Achso? Und was willst du tun?“, fragte er verspielt. Er forderte Noel gerne etwas heraus. Währenddessen ließ er seine Finger an Noels Taille immer wieder ein Stückchen unter dessen Trunks gleiten, wenn er am Bund ankam. Seine Hände über Noels Körper streichen zu lassen, war mindestens so eine Freude für ihn selbst wie für den Franzosen. Am liebsten wollte Jay ihn einfach nur stundenlang mit voller Kraft an sich drücken aber das war die sanftere Alternative, die keine Knochenbrüche beinhaltete.
      Er drehte seinen Kopf zurück und stahl sich einen Kuss von Noel.
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    • Noel seufzte zufrieden in den Kuss. Irgendwie kam es ihm vor, als ob sie sich in den letzten Stunden verhältnismäßig wenig geküsst hatten…aber vielleicht bildete er sich das auch einfach nur ein. Immerhin hatten sie gestern morgen kaum Gelegenheiten dazu gehabt und sie hatten beide den ganzen Tag gearbeitet…er bildete sich das definitiv nur ein und trotzdem genoss er diesen Momenzt dafür jetzt um so mehr.
      „Kommt drauf an, was dir so vorschwebt.“ hauchte er ihm sanft gegen die Lippen, bevor er mit einer Hand Jays Kopf sanft wieder zur Seite navigierte um sich weiter an seinem Hals zuschaffen machen zu können. Es juckte ihm fast schon in den Fingern, dem Jüngeren endlich mal das zurück zahlen zu können, was dieser seinem Hals vor wenigen Tagen selbst noch angetan hatte. Es war nicht so, dass er das bereute - das tat er nie - aber das ganze Versteckspiel nervte ihn immer wieder.
      Mit den Fingern hielt er Jaydens Kiefer in einem sanften, aber trotzdem festen Griff an Ort und Stelle. Es war nicht so, dass sich der Student nicht jeden Moment aus diesem Griff befreien könnte - konnte er - aber manchmal zählte einfach die Symbolik und Ausstrahlung damit jemand genau das tat was man von ihm verlange.

      Noels Lippen fuhren erst federleicht über Jaydens Hals. Er spürte das sanfte Pochen seines Pulses unter seinen Lippen, roch die letzten, schon fast versiegelten Notes seines eigenes Duschgels auf der fremden Haut. Er liebkoste die Stelle schon fast, ehe er die Haut ein letztes mal küsste und seinen Plan mit einem schon fast leicht diabolischem Grinsen umsetzte.
      Seine Zähne drückten sich sanft, ohne viel Kraft in Jaydens Haut, hinterließen an einigen Stellen eine leichte Röte.
      Als er sich wieder von dem Studenten löste, war die Haut an der Stelle noch mehr gerötet. Binde weniger Minuten sollte sie sich eigentlich verfärben und einen schönen bläulich-Lilianen Farbton zurücklassen.

      Mit einem frechen Grinsen beäugte er sein Werk, drehte Jays Kopf wieder in seine Richtung nur um ihre Lippen, möglicherweise ein kleinen ticken zu stürmisch, wieder zusammen zu bringen. Jetzt konnte er definitiv nicht mehr an Schlaf denken.
    • „Oh“, entkam es ihm kichernd und er ließ bereitwillig seinen Kopf zur Seite drehen. Naja, dann. Er konnte Noel das schonmal machen lassen, selbst hatte er nichts gegen Knutschflecken und außerdem… fühlte sich das verdammt gut an. Er schloss die Augen, die Hand an seinem Kinn war kaum notwendig. Er versuchte nur, sich zurückzuhalten, um seine Hüfte nicht gegen Noels Oberschenkel zu bewegen, der so perfekt und spürbar positioniert war. Aber er wollte dem Blonden den Freiraum geben, es ihm heimzuzahlen. Auch wenn das kaum eine Wirkung hatte, da es Jay schließlich gefiel. Er hatte nichts zu verstecken. Vor wem denn? Es dachten ohnehin schon alle, dass er eine Freundin hatte.

      Noels Lippen saugten sich an seiner Haut fest und Jay konnte förmlich spüren, wie sein Hals später aussehen würde, und dann-
      „Au“, hauchte er leise und stimmlos, mehr zu sich selbst, als er Noels Zähne spürte. Was sollte denn das jetzt? War er zum Vampir mutiert?
      Jay setzte ein verwirrtes Lächeln auf, bereit, Noel genau diese Frage zu stellen, als dieser ihn sofort wieder küsste, als würde sein Leben davon abhängen. Jay hatte keine Chance, noch etwas zu sagen. Okay, gut, so war das also. Er wurde gebissen und abgeknutscht und durfte sich nicht dazu äußern. Jay grinste in den Kuss, ließ sich eine Weile davon herunterdrücken, bevor er sich aufstützte. Er drehte seinen Oberkörper und beabsichtigte, die Rollen zu wechseln und Noel selbst in die Matratze zu pinnen, um zu tun, was auch immer ihm beliebte. Und Noel hatte ihn mit den Küssen doch ziemlich heiß gemacht, also musste er die Sache vielleicht etwas beschleunigen.
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    • Als er merkte, dass Jayden allen Anschein nach den Plan hatte, ihre Positionen zu wechseln, drückte er den Jüngeren mit ein wenig Kraft wieder zurück in die Matratze. Und dann passierte alles relativ schnell. Mit einer plötzlich Handbewegung pinnte er Jaydens Hände über dessen Kopf fest und grinste ihn von oben herab an. In den Augen des Franzosen lag eine gewisse Dominanz, welche er bis dato vor dem Studenten versteckt hatte. „Was genau denkst du, tust du hier?“ hauchte Noel ihn, nach dem er sich zu Jay runter gebeugt hatte, leise ins Ohr. Sein Knie lag jetzt genau zwischen Jaydens Beinen, sein Oberschenkel nur wenige Zentimeter von Jaydens Mitte entfernt. Er hatte seine Handgelenkte überkreuzt, hielt beide bloß mit einer Hand fest an ihrem Platz, während die andere Hand mit ein wenig Druck über die Taille des Jüngeren fuhr.

      Jayden war wirklich extrem heiß, vor allem jetzt, so wie er unter ihm lag. Die Lippen leicht gerötet von den letzten stürmischen Küssen, in den Augen diesen wunderschönen Schleier, welcher sich auf das Gold legte wann immer er erregt war. Noel genoss den Anblick. Am liebsten würde er davon ein Foto machen. Jayden hatte gerade was unfassbar ästhetisches an sich. Der Ältere hatte Mühe den Blick von ihm zu nehmen. Eigentlich hatte er grundsätzlich Mühe den Blick von Jayden zu nehmen, er war wahnsinnig attraktiv, egal ob in seinen Alltagsklamotten oder jetzt so wie hier, eigentlich fast unbekleidet. Er konnte verstehen warum die ganzen Studentinnen auf ihn standen und er in der Bar anscheinend mehr Trinkgeld als reguläres Gehalt bekam.

      Als sich der Franzose wieder zu seinen Lippen beugte um ihn in einen weiteren heißen Kuss zu ziehen streifte er - vielleicht unabsichtlich, vielleicht auch nicht - mit seinem Oberschenkel Jays Mitte. Obwohl, bei dem wissend Grinsen welches sich auf Noels Lippen schlich, wusste er wahrscheinlich ganz genau was er hier tat.
    • Als Jay sich wieder in seiner ursprünglichen Position wiederfand, die Hände über dem Kopf, lag er erstmal regunglos verwirrt da und ließ alles mit sich machen. Er hatte nur dasselbe getan, wie immer, deshalb wusste er kurz nicht so genau, was Noel meinte. Hatte er was falsch gemacht? Normalerweise mochte Noel es, wenn Jay das Tempo bestimmte. Aber das freche Grinsen und der Blick in Noels Augen klärten Jays Verwirrung ziemlich schnell. Achso.
      Es wäre wohl keine Herausforderung, sich seinen Freiraum wieder zu beschaffen aber irgendwie war Jay ein Fan von dem plötzlich Stimmungsumschwung. Wenn er jemanden so etwas mit sich machen lassen würde, dann war es Noel. Ihm vertraute er mit allem, das er hatte. Dennoch war es reizvoll, nicht zu wissen, was der Blonde vorhatte.

      Es fühlte sich an, als würde Noels Blick ihm noch das letzte bisschen seiner Klamotten ausziehen. So durchdringend, wie er ihn von oben nach unten scannte, fühlte Jay sich schon fast benutzt. Und… hatte er was dagegen? Nein. Am liebsten wollte er Noel entgegen schreien, dass er ihn doch benutzen solle, so lange und oft und wie er wollte. Das hielt er aber zurück. Bevor er seine Chance hier noch vermasselte.
      Jay schwieg und beobachtete Noel etwas atemlos, aufmerksam, was er als nächstes tat. Auf etwas derartig zu warten, war Jay absolut nicht gewöhnt. Normalerweise gab er so ziemlich den Ton an, das war auch vor Noel so gewesen, und er wusste nicht genau wieso, aber das war nunmal der Standard gewesen. Das hier… war neu. Dass er seine Hände nicht benutzen durfte und nur abwartete. Nicht selbst entschied, was der nächste Schritt war. Seltsamerweise hatte er das Gefühl, ein Déjà vu zu erleben. Was hatte er nur geträumt…

      Der Kuss fühlte sich sehr durchdacht an. Das Timing in Noels Bewegungen stimmte und Jay stieß sanft durch die Nase Luft aus, als er sein Bein gegen seine Körpermitte gepresst spürte. Oh Mann. Seine Hände da oben zu behalten war jetzt schon eine Herausforderung. Geduld war nicht unbedingt seine Stärke, aber er konnte nicht jetzt schon so dumm sein und sich das entgehen lassen.
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