My Girlfriend is a Boy [Nao & Dark.Wing]

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    • „Das wollte ich damit auch gar nicht sagen.“ meinte er sanft. „Wenn dir das aber so wichtig ist, können wir das gerne machen.“ lächelte Noel den Jüngeren an und gab ihm dann einen sanften Kuss auf die Wange. Es würde den Franzosen schon nicht umbringen, Jaydens Vorstellung von Valentinstag zu unterstützen, er müsste dem Studenten noch irgendwie beibringen, dass er kein besonders großer Fan von Rosen war, glücklicherweise gab es aber ja nicht nur diese Art von Blumen und tatsächlich konnte sich selbst Noel sich an dem hübschen Aussehen eines ästhetischen Blumenstrauß erfreuen und gegen gute Schokolade hatte der Franzose sowieso eigentlich recht wenig auszusetzen.

      „Wenn du dir das wünschst, sing ich für dich Happy Birthday, ich warne dich nur schon mal vor, ich kann echt nicht gut singen.“ lachte er leise. Auch wenn er - primär wenn er alleine war - gar nicht so ungern die Song in seinem Auto mit sang, was ihm vor allem bei längeren Fahrten die Zeit vertrieb, hatte er allgemein kein besonders großes Talent was das anging, glücklicherweise verdienter er mit Kunst sein Geld und nicht mit Musik, sonst wäre er sicher arm.


      So verbrachten die beiden jungen Männer noch ein ruhiges Frühstück und einen darauffolgenden sehr ruhigen und entspannten Tag. Noel trank seine provisorischen Tassen Kaffee über den Tag verteilt, als ob er einem Koffeinschock nachjagen würde, arbeitete nebenbei ein wenig, schaute aber primär eher mit Jayden auf dem Sofa fern. Besser hätten sie den Tag gar nicht verbringen können, die Atmosphäre war angenehm entspannt. Trotz der Zeit die sie beide die letzten Tage schon miteinander verbracht hatten, hatte Noel nicht das Bedürfnis alleine sein zu wollen, weil er keine Energie mehr hatte. Eher hatte er das Gefühl, dass Jayden ihm die Energie für die heutige Tagesplanung noch gab, denn die brauchte er definitiv. Irgendwann zum frühen Nachmittag machten sie sich fertig, was viel mehr Zeit in Anspruch nahm, als es bei dem Franzosen eigentlich der Fall war, aber er beschwerte sich nicht, warum sollte er auch?

      Noel hatte versucht sich so casual wie möglich zu kleiden und war wahrscheinlich mal wieder kläglich gescheitert. Vielleicht sollte er seine Stoffhosen mal durch Jeans tauschen, wenn er sowas vor hatte. Allein durch eine simple Stoffhose wirkten die meisten Outfits gleich viel schicker. Er hatte dann aber entschieden, dass sein Outfit schon in Ordnung war und außerdem hatte Jayden ihm mehr als einmal gesagt, das er ihn in seinen Klamotten heiß fand. Die schwarze Stoffhose hatte er mit einem dunkelroten Wollpullover kombiniert, dazu ein schwarzer Gürtel als mit silberner Schnalle als Kontrast. Kurz überlegte er ob er, einer seiner Armbanduhren dazu noch kombinieren sollte, verwarf den Gedanken dann jedoch wieder. In seinem Kopf machte dieses kleine Detail das Outfit schon wieder viel zu schick, für das was sie vorhatten, er würde sich so sicher schon ein wenig fehl am platz fühlen.

      Mit seinem Mantel in der Hand scannte er Jaydens Kleiderwahl mit einem sanft Lächeln ab. „Du siehst toll aus.“ meinte er zwinkernd bevor er sich den grauen Mantel angezogen und nach seinen Autoschlüsseln griff.
    • "Warum hört sich das so ironisch an, wenn es von dir kommt?", fragte Jay mit einem schiefen Lächeln, als er Noel musterte. Er hatte sich nie daran gestört, wie er sich kleidete, und ob er neben Noel underdressed aussah, war ihm auch egal. Er hoffte nur, dass Noel es ernst meinte und es ihm auch egal war. Aber, naja, dann sahen sie eben immer aus, als hätten sie unterschiedliche Pläne. Es war sowieso irgendwie sehr offensichtlich, wie verschieden sie waren, auch wenn es zu anderen Aspekten kam, und Jay konnte sich seine Anziehung zu Noel auch selbst nicht ganz erklären, aber er mochte ihn genau so, wie er war.

      Jay folgte Noel in sein Auto. Es mochte zwar eine gigantische Kluft zwischen ihnen geben, aber was konnte man schon daran auszusetzen haben, in so einer Karre herumgefahren zu werden? Am Ende würden seine Freunde nur neidisch sein, yup.
      Jay sah explizit nicht aus dem Fenster und versuchte gedanklich nicht mitzuverfolgen, wo sie hinfuhren, also spielte er sich damit herum, sein Handy mit dem Auto zu verbinden, um DJ spielen zu können.
      "Oh, ich weiß nicht, was wir vorhaben, aber je nachdem wie lange es dauert, könnten wir nachher was essen gehen, oder?", fragte Jay nebenbei. Dann stockte er. "Außer, wir gehen jetzt essen. Dann vergiss, was ich gesagt habe"
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    • „Echt? Dabei meine ich das wirklich ernst. Ich mag deinen Kleidungsstil. Er passt zu dir.“ meinte er lächelnd und genau das meinte der Franzose auch so. Er machte nicht vielen Leuten Komplimente - was man ihm wohl kaum glauben würde, wenn man Jayden und ihn eine Weile beobachtete und zuhörte. Wenn er jedoch mal einer Person ein Kompliment machte, meinte er es auch genau so. So wie der Künstler kein Fan von Höflichkeitsfloskeln war, war er auch kein Fan davon unehrliche Komplimente zu verteilen.

      Elegant - wie der Franzose nun mal war - ließ er sich auf den Fahrersitz gleiten, überließ Jayden voll und ganz die Kontrolle über die Musik und fuhr zu der Adresse die Theo ihm gegeben hatte. Er kannte das Haus noch von seiner Schulzeit, nicht das er sonderlich häufig hier gewesen war, aber Mona hatte ihn einmal zu einer Gartenparty mitgeschleppt. Das war aber auch die erste und letzte Gartenparty bei der er dabei war. Im Endeffekt hatte er sich besser mit dem Besitzer des Hauses verstanden als mit seinen Mitschülern.

      „Ich hatte sowieso überlegt ob wir danach noch essen gehen.“ grinste er Jayden kurz von der Seite an. „Du kannst dir ja schonmal überlegen, auf was du Lust hättest.“
      Noel parkte in der Einfahrt neben einem alten Ford Mustang aus den späten Sechzigern und konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. Er war als Teenager schon fasziniert von dem Wagen. Eigentlich kannte er nicht sonderlich viel für Autos übrig, aber Olditmer zogen ihn, allein schon auf Grund ihrer Ästhetik an und für Ästhetik hatte er definitiv einiges übrig.

      Theo hatte ihm geschrieben, sie sollen einfach durch die Gartentür in die Garage kommen, mit einem schnellen Blick auf die Uhr bemerkte er jedoch, dass sie eigentlich viel zu früh dran waren und alleine in einer fremden Garage auf die anderen Bandmitglieder warten empfand er dann doch als ein wenig unangebracht , vor allem weil sie eigentlich ‚nur‘ Gäste waren. Glücklicherweise kam ein, für das Wetter viel zu aufgebrezelter Theo gerade um die Ecke auf sie zu. Als der Sänger Noels Auto sah verschnellerte er seinen Gang ein wenig und kam mit einem Grinsen auf die beiden zu, wie auch immer er das mit den fast zehn Zentimeter Plateau-Heels schaffte.

      „Noel! Mega das ihr es geschafft habt. Toll siehst du aus...“ sein Blick fiel auf Jayden, schwang dann wieder ein wenig verwirrt zu Noel bevor er diesem mit einem nur noch breiteren Grinsen wissend zunickte. „Hey Jay, schön dich zu sehen! Lasst uns rein gehen, es ist Scheiße kalt hier. Die anderen brauchen noch ein bisschen.“ Das Theo kalt war, würde Noel sofort unterstrichen. Die lockere, weite schwarze Schlaghose sah nicht gerade so aus als würde sie wahnsinnig warm halten und alleine wegen dem halb-offenen Schuhen würde der Franzose wahrscheinlich schon frieren.

      Das Innere der Garage war ein Traum eines jeden Wannabe-Musikers. Der kleine Raum war zu einem Eins-A Bandraum umfunktioniert. An der einen Seite stand eine Couch, die ihre besten Tage schon lange hinter sich hatte, aber immer noch bequem aussah, daneben ein kleiner Kühlschrank und sonst war der Raum mit Instrumenten geradezu vollgepackt. Ein Schlagzeug, mehrere Gitarren und Bass-Gitarren, Verstärker aller Art, ein umgebautes und erweitertes Keyboard und ein Kabelsalat bei dem jeder wohl die Krise bekommen würde.
      „Setzt euch, macht es euch bequem. Ich mach eben die Heizungen an.“ Mit ‚Heizungen‘ waren zwei schwarze Gasheizungen gemeint die an jeweils entgegengesetzten Ecken der Garage standen und den kleinen Raum tatsächlich recht schnell auf eine angenehme Temperatur aufheizten.
    • Jay stieg aus dem Auto und war augenblicklich verwirrt, als sie in einer Wohngegend ohne irgendwelche Restaurants, Kinos, Bars, Museen oder sonstigen Kram standen. Besuchten sie jemanden? Oh Gott. Jetzt bereute Jay noch mehr, sich Noel in seinem Stil nicht irgendwie angepasst zu haben. Auch, wenn er dafür erstmal einkaufen gehen müsste.
      Dann kam ihnen auf einmal jemand entgegen, den Jay gleichzeitig zu gut und überhaupt nicht kannte. Sein Gehirn fror ein. Bis Theo vor ihnen zu stehen kam und ihn grüßte, formte sich kein einziger Gedanke. Dann brachte Jay doch noch ein paar Worte heraus.
      "Oh, hi", sagte er schnell und eindeutig perplex. "Ich wusste nicht… Ach egal" Er lächelte und war unglaublich verwirrt. Noels Idee von einer Überraschung war also, ihn ohne jegliche Vorbereitung zu einem Musiker nachhause zu bringen, den er seit Jahren gut fand und live ansah. Hah. Klasse. Moment, wohnte Theo überhaupt hier? Von wo war er gerade gekommen? Und wo gingen sie gerade hin?

      Die Frage erübrigte sich gleich, als sie in einer Garage ankamen. Der Garage, wie es aussah. Jay bekam Flashbacks zu seiner Zeit vor der Uni. Das leichte Chaos kam ihm ebenfalls allzu bekannt vor. Er ließ sich nicht zweimal auffordern und setzte sich neben Noel auf die Couch. Vielleicht etwas sehr knapp an Noel, was nicht daran lag, dass er plötzlich alle seine Ängste abgelegt hatte, eher war eine dazugekommen und er wollte so nah wie möglich bei der Person bleiben, die ihn in diese Situation gebracht hatte. Eigentlich wollte er Noel unheimlich gerne fragen, wie er nur auf so eine blöde Idee gekommen war, aber… es war gleichzeitig auch verdammt cool. Und eigenartig. Was zur Hölle machten sie hier? Bei einer Probe zusehen? Es war ja irgendwie unfassbar süß, dass Noel an so etwas dachte, nachdem Jay ihm erklärt hatte, dass er Theos Musik mochte. Er hätte nur gerne… ausnahmsweise mal eine Vorwarnung gehabt. Er hatte wohl irgendwie alles erwartet, nur das nicht.
      Jay sah sich um, während Theo die Heizungen einschaltete und sie auf die anderen Band-Mitglieder warteten. Die Instrumente waren super, Jay war auf die Gitarre ein wenig neidisch. Und irgendwie auf das ganze Setting. Was hatte Noel Theo eigentlich als Grund genannt, weshalb sie heute hier waren?
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    • Noel lächelte den Studenten sanft an als dieser sich, vielleicht ein Ticken zu nah, zu ihm setzte. Theo hatte vermutlich eh schon durchblickt was die Situation zwischen Jayden und Noel anging, also machte sich der Franzose darüber keine Gedanken. Er war zwar - gelegentlich - der Meinung, dass Theo ein ganz schön großes Arschloch sein konnte, aber er würde niemals auf die Idee kommen jemanden unfreiwillig zu outen. Der einzige Kommentar des Musikers war das wissende Grinsen, welches er Noel zugeworfen hatte, als er Jayden das erste Mal an dem Tag gesehen hatte.

      „Wollt ihr was trinken? Cola? Wasser?…Ouh ich glaube Ashers Großvater hat was von seiner super geilen Limonade angesetzt, ich werde mal schauen ob ich uns was abzweigen kann. Such dir schon mal eine Gitarre aus Jay und spiel dich warm. Ich will mir vorab einmal anhören was so dein Stil ist bevor die anderen kommen.“ meinte der Rothaarige mit seinem typischen Lächeln. Es war schwer zu beschrieben, wie Theos ‚typisches‘ Lächeln aussah. Eine Mischung aus einem warmen, freundlichen Lächeln und eine Art von Grinsen die so unglaublich schwer zu beschrieben war, aber es hatte was willkommenes an sich, so als würde er niemals auf die Idee kommen jemanden zu verurteilen, und dann war er auch schon wieder aus der Garage verschwunden.

      Sobald Theo die Garage verlassen hatte, drehte sich Noel ein wenig zu dem Studenten, dass sich seine Hand fast parallel zu der Bewegung auf Jaydens legte und sanft über dessen Haut streich wirkte fast genau so zufällig wie gewollt. „Tut mir leid, ich hätte dich wohl vorwarnen sollen oder?“ meinte er mit einem entschuldigenden Lächeln. „Ich hoffe das ganz hat doch nicht zu sehr überfahren…wir können auch wieder gehen, es würde dir niemand übel nehmen.“ Klar hatte Noel die Bandprobe für Jayden organisiert, aber wenn sich der Student unwohl fühlen sollte, wäre er alles andere als sauer auf ihn, immerhin hatte er Jayden mehr oder weniger ins kalte Wasser gestoßen und trotzdem würde er sich wahnsinnig freuen den Jüngeren nochmal spielen zu hören vor allem in diesem Setting würde seine Musik nochmal ganz anders klingen.
    • Jay blinzelte irritiert, als Theo ihn aufforderte, sich eine Gitarre auszusuchen. Was, er war nicht zum zusehen hier? Sobald Theo verschwunden war drehte Jay ruckartig den Kopf zu Noel und sah ihn mit großen Augen fragend an. "Ich meine… irgendwie schon, ja", antwortete er voller Überforderung. "Aber ich hab selbst gesagt, ich bin ein Fan von Überraschungen und will nichts wissen. Die letzten fünf Minuten waren nur leicht peinlich, weil ich keinen Plan hatte, was abgeht" Er sah sich erneut in der Garage um und seufzte. Dann stand er auf und lief geradewegs auf eine Gitarre zu, die er selbst nur zu gerne besitzen würde. Es war eine rotbraune Gibson Les Paul Deluxe Gitarre aus den 70ern, die ziemlich über Jays Budget lag und sich von seiner Fender zuhause nochmal klar abhob.

      "Was ist eigentlich der Plan?", fragte er, während er sich die Gitarre umhing und die Augen nach einem Stimmgerät offen hielt, bevor er sich an den Verstärker anschloss. "Ich meine, lässt du mich aus Mitleid an einer Bandprobe teilhaben, oder was waren deine Hintergedanken?" Er schmunzelte Noel an. Nachdem er die Gitarre angesteckt hatte, stellte er sie auf einen Ständer und ging wieder zu Noel herüber, um sich zu ihm runterzubeugen und seine Arme hinter ihm an die Couchlehne zu stemmen. "Ich finds trotzdem cool, danke", murmelte er und küsste er ihn.
      Es war zwar ein wenig aus dem Nichts und Jay hatte kaum Zeit, mal wieder zu üben, bevor er direkt bei einer Band mitspielte, also musste er sich ein wenig aufs Glück verlassen, aber so eine Gelegenheit bekam man selten, also würde er es auch genießen. Auch wenn er… bisher kaum mit irgendeinem der Band Mitglieder gesprochen hatte und er es sich ein wenig seltsam vorstellte, mit halb-Fremden zu spielen. Und außerdem konnte Jay höchstens ein oder zwei von T.N.T.s Songs tatsächlich einigermaßen auf der Gitarre spielen, also waren sie hoffentlich offen für anderes.
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    • „Denkst du wirklich ich würde Dinge aus Mitleid tun?“ fragte er grinsend. „Du meintest du würdest gerne mal wieder mit Leuten spielen und ich hab Theo daraufhin gefragt ob er jemanden kennen würde…er wollte dich erst spielen hören, aber primär will ich dich einfach öfters spielen hören.“ lächelte er schon fast ein wenig selbstgefällig.

      Noel hatte den Studenten die ganze Zeit über mit den Augen verfolgt. Die Gitarre hätte er sich wahrscheinlich auch ausgesucht, allein aus Grund des Aussehens, sie sah wirklich wahnsinnig ästhetisch aus und außerdem stand sie Jayden wirklich gut. Auch als Jay wieder zu ihm kam, beobachtete er ihn weiter, es war aber auch extrem schwer die Augen von dem Studenten zu lassen. Eigentlich mochte er den Kleidungsstil bei anderen nicht so gerne und trotzdem war er der Meinung das Jayden den Style perfekt rüber brachte.
      „Gerne.“ lächelte er zurück, legte ihm sanft eine Hand in den Nacken und zog ihn sanft etwas näher zu sich bevor er den Kuss sanft erwiderte.

      Der Franzose genoss den Umgang den sie beide mittlerweile miteinander hatten, klar waren sie gerade alleine in der Garage aber sie waren an einem Ort an dem jedem Moment jemand reinkommen könnte, selbst wenn dieser jemand nur Theo war. Und genau das passiert wenige Sekunden später. Eigentlich hätte man die dicken Blockabsätze vor der Garage hören müssen, taten sie jedoch nicht. Das einzige was Noel wahrnahm war ein kalter Windzug von der Seite ehe er sich von Jayden löste und den Grund für besagten Windzug zu ermitteln. Theo stand mit einem breiten Grinsen in der Türangel, in den Händen ein Tablett mit Gläsern und einer Karaffe. „Meinetwegen müsst ihr nicht aufhören.“ lachte er leise und schloss die Tür hinter sich.
    • Im Ernst? War das jetzt Jays Leben? Er richtete sich peinlich berührt auf und wusste nicht wirklich, was er antworten sollte. Er war wohl echt schlecht darin, irgendetwas geheimzuhalten. Es störte ihn hier allerdings auch etwas weniger, weil Theo kein wichtiger Bestandteil seines Lebens war, oder so. Es war ihm ein wenig unangenehm. Unangenehm genug, dass er zurück zu seiner ausgewählten Gitarre ging und sie sich wieder umhing, um die Aufmerksamkeit von Noel und ihm wegzulenken. Aber vermutlich war es sowieso recht offensichtlich gewesen, dass Noel und er nicht einfach Freunde waren. Er studierte, Noel nicht, sie waren allgemein aus völlig verschiedenen Welten und hatten vermutlich auch nicht genug gemeinsam, um spaßhalber so viel Zeit miteinander zu verbringen. Auch wenn sie sich sehr gut verstanden, war ein wichtiger Bestandteil ihrer Beziehung eben, dass sie nicht bloß Freunde waren. Jay konnte sich vorstellen, dass das leicht zu durchschauen war. Nur von seinen eigenen Freunden vermutlich nicht, weil die so etwas garnicht in Erwägung ziehen würden. Nachdem Theo Noel aber kannte, hatte er bestimmt seine Vermutungen gehabt.

      „Du kennst also irgendjemanden, der nach einem Gitarristen sucht?“, fragte Jay, während er sich ein Glas mit Limonade auffüllte, das er dann aber kurzerhand zu Noel brachte, nur um sich dann selbst nochmal ein Glas zu nehmen. „Irgendein bestimmter Stil? Ich hab länger nicht regelmäßig gespielt, aber ich bin ziemlich offen. Für komplizierte Solos brauche ich aber sicher noch mehr Vorbereitungszeit“, schmunzelte er und nahm einen Schluck aus dem Glas.

      Er würde sich nicht als Profi bezeichnen, aber er war mit seinen Skills sehr solide. Viele Songs konnte er nach Gehör recht schnell lernen. Die Frage war nur, was man von ihm wollte. Er hatte keine Ahnung, was Noel Theo gepitched hatte. Dass er eine Band für kleine Auftritte oder eigene Songs suchte? Oder einfach jemanden, der ein musikalisches Interesse hatte und Jay Gesellschatft leisten konnte? Da gab es einen gewaltigen Unterschied. Vor allem auch bei seiner Offenheit. Er hatte Noel ja bereits erklärt, dass ihm nicht nur die Leute fehlten, sondern auch die Zeit.
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    • Noel verdrehte bei Theos Kommentar die Augen, unsensibeler hätte der Musiker nicht reagieren können, aber so war er nun mal. Jayden würde wohl noch einiges an Zeit brauchen um sich an solche Situationen zu gewöhnen, Noel würde ihm jedoch diese Zeit lassen. Es war aber im Grunde auch nur ein Frage der Zeit bis Theo spezifisch herausfand was genau zwischen ihnen war, auch wenn der Franzose sich sicher war, dass dieser schon seit dem Abend im Rodeo eine gewisse Vermutung gehabt hatte, die spätestens als er Jay aus dem Auto steigen gesehen hatte, sich bestätigte. Immerhin würde Noel sowas nicht für jeden organisieren, eigentlich würde er sowas für gar keinen organisieren und wenn er wirklich ehrlich zu sich war, fragte er sich immer noch war er sowas gerade für Jayden organisiert hatte, die Antwort darauf war jedoch ziemlich einfach: er mochte es den Studenten glücklich zu sehen. Jayden hatte definitiv recht gehabt, als er gesagt hatte, dass Noel ganz schön in ihn verknallt war.

      „Vielleicht.“ meinte Theo geheimnisvoll. „Ich kenne auf jeden fall jemanden der einen guten Gitarristen verdient hätte. Nichts wildes, eher nur ein wenig musizieren weil es Spaß macht, aber Noel meinte auch, dass du primär sowieso nicht so unendlich viel Zeit hast.“ Mit den Augen verfolgte der Rothaarige wie Jayden sich ein Glas mit der selbstgemachte Limo füllte und es wie selbstverständlich an Noel weitergab, welches sich daraufhin mit einem liebevollen Lächeln bei ihm bedankte. „Ihr seid schon echt süß.“ kommentierte Theo die ganze Szenerie. „Auch wenn ich ein wenig eifersüchtig bin, süß seid ihr trotzdem.“ hing er grinsend hinten dran und ließ sich neben dem Franzosen auf das Sofa plumpsen, welcher ihm mit seinem Blick beinah abstach. „Spiele das womit du dich wohl fühlst, ich bin offen für alles und wenn die anderen gleich da sind können wir mal brainstormen was wir heute spielen wollen. Wahrscheinlich jamen wir einfach nur ein wenig, alles also ganz entspannt.“ winkte er ab. Die Band hatte sich schon drauf geeinigt erstmal keine neuen Songs zu schreiben, immerhin waren Nick, Asher und Sunny immer noch durch die Uni im Stress und hatten allgemein nicht so viel Zeit sich für die Bandproben zu treffen, wahrscheinlich war das auch mitunter ein Grund warum alle drei zu spät waren.
    • Jay nickte. "Das klingt gut", sagte er. "Ich hab's vermisst, mit anderen Leuten zu spielen" Er lächelte leicht, nur um dieses Lächeln dann etwas gezwungener aufrecht zu halten, als Theo Noel und ihn "süß" nannte. Es war auf jeden Fall noch gewöhnungsbedürftig, so etwas zu hören. Jay machte sich peinlich berührt daran, ein paar Töne des ersten Songs, der ihm einfiel, auf der E-Gitarre zu spielen. Währenddessen spürte er, dass Theos Kommentar zwar ungewohnt gewesen war, ihn aber irgendwie glücklich machte. Er versuchte, das eben noch erzwungene Lächeln zu verstecken und schaffte es kaum. Vielleicht waren sie von außen betrachtet wirklich süß. Zumindest für Leute, die nicht sofort erstmal schockiert waren, wie Cyrus.

      Jay spielte den Song weiter, bis er richtig reinkam, und ihm ein wenig persönlichen Touch verlieh. Dann stoppte er und lächelte Noel entgegen. "Wenn du später nicht zu meinen Bandproben kommst, bin ich enttäuscht", sagte er und setzte sich wieder, mit etwas Abstand, an Noels Seite, um ihn mit der Gitarre nicht zu erschlagen.

      Dann sah er an ihm vorbei zu Theo rüber. "Und die Person spielt was? Bass, Schlagzeug?", fragte er interessiert. Es war natürlich nicht gegeben, dass sie sich dann auch direkt verstanden, aber wenn Theo wenigstens jemanden mit ähnlichem Interesse an ihn vermittelte, standen die Chancen ja gut. Vielleicht fanden sie irgendwann auch noch eine dritte oder vierte Person, um eine Band zusammenzubekommen. Und dann musste Jay eben hoffen, dass er zumindest einmal in der Woche ein paar Stunden Zeit fand, die nicht fürs Lernen draufgehen mussten.
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    • „Wenn du mich dabei haben möchtest, komm ich gerne.“ meinte er lächelnd auch wenn er gerade gut reden hatte, immer hin hatte er zur Zeit relativ viel freie Zeit über die er frei verfügen konnte, das würde sich aber spätestens zum Frühling hin wieder ein wenig ändern, so wie es das immer tat wenn die Film- und Shooting-Session anfing.

      „Wie lange seit ihr eigentlich schon zusammen?“ kam es interessiert von der Seite von Theo. „Ich meine, letztens im Rodeo wart ihr noch nicht zusammen oder?“ Theo war wirklich einfach nur interessiert, da lag keine penetrante Neugier in seiner Stimme, eher freute er sich für die beiden. Noel nahm seinen Blick von dem Studenten, schaute Theo kurz an und darf Jayden dann wieder einen prüfend Blick zu. Vor dieser Frage hatte er sich ein wenig gefürchtet. Eigentlich waren sie nicht zusammen - noch nicht - und das lag primär an ihm selbst. Sie hatten am morgen erst dieses Gespräch gehabt, was zugegebenermaßen eher weniger gut geendet hatte, aber er wusste dass Jayden sehr offensichtliches Interesse an ihm hatte. Sanft strich der Franzose über die Hand des Jüngeren, jedenfalls solange bis die Garagentür wieder geöffnet oder eher von außen aufgestoßen wurde.

      „wem gehört denn die Karre vorne?!“ Asher trat so ungehobelt auf die sonst, verstummte aber kurz als er Noel und Jayden. „Ah okay verstehe…seit wann haben wir Besuch?“ - „ich hab dir gesagt, dass jemand vorbei kommt.“ kam es direkt von Theo. „Kann ich ja nichts dafür, dass du mir nie zuhörst.“ grinste er. Bevor Asher jedoch noch irgendwas drauf erwidern konnte wurde die Tür wieder aufgemacht und Sunny und Nick kamen rein.

      „Steh doch nicht so blöd im weg rum.“ brummte die Schwarzhaarige und ließ sich direkt hinter ihrem Schlagzeug fallen nachdem sie ihr Tasche in die Ecke geworfen hatte. sie hatte definitiv schlechte Laune. „Wollen wir jetzt Musik machen oder was?!“
    • Jay warf Theo einen etwas irritierten Blick zu, als er ihn ignorierte und stattdessen wieder Noels und seine Beziehung ansprach. Wie lange sie zusammen waren? Garnicht, das war ja das Problem. Nicht, dass es Theo irgendetwas angehen würde.
      Glücklicherweise wurden sie unterbrochen, bevor einer von ihnen antworten konnte. Scheinbar waren sie dazu bestimmt, aneinander vorbeizureden.

      Jay blieb sitzen, als die drei Bandmitglieder in die Garage kamen. Wenn man sie nur auf der Bühne sah, fiel einem garnicht auf, wie rau und geradezu unsympathisch sie anscheinend waren. Er legte seine andere Hand auf die von Noel, welche ihm seit vorhin über den Handrücken strich, und beugte sich etwas zu ihm. "Ich denke, ich weiß jetzt, was du mit schwierig meintest, aber keine Sorge, meine Freunde können noch deutlich schlimmer sein", flüsterte er ihm mit einem schiefen Lächeln zu. Dann gab er ihm einen Kuss auf die Wange und setzte sich etwas breiter auf die Couch, um die Gitarre richtig halten zu können. Er wusste nicht wirklich, was ihn erwartete, als würde er vielleicht einfach mal sitzen bleiben, zuhören und einsteigen, wenn ihm danach war. Sehr koordiniert schien die Probe ja sowieso nicht abzulaufen.

      "Was wollt ihr spielen?", fragte er, weil eine Begrüßung schon überflüssig war. Seltsamerweise gefiel ihm diese Atmosphäre irgendwie. Ihm war vermutlich noch nie so egal gewesen, was man von ihm hielt. So konnte man Nervosität auch verfliegen lassen.
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    • Noel warf erst Theo und dann Jayden einen irritierten Blick zu. War es Absicht das der Sänger Jay ignorant hatte? Der Typ sollte sich mal nicht so sehr an ihrer Beziehung aufgeilen, schließlich ging es niemanden was ab ob und wie lange Jayden und er zusammen - oder nicht zusammen - waren. Erst als Noel Jaydens Hand auf seiner eigene spürten und dieser ihm dann einen sanften Kuss auf die Wange drückte, merkte er wie er sich leicht verspannt hatte um den Bandenmitgliedern nicht direkt unfreundlich und direkt - wie er nun mal war - seine Meinung zu ihrem Verhalten zu geigen. „Dann treffen wir uns nicht so schnell mit deinen Freunden, hiernach brache ich definitiv erstmal eine kleine Pause von irgendwelche halbstarken Studenten.“ gab er mit einem Grinsen in einem ähnlich leisen Ton zurück, damit die andere nichts mitbekamen.

      „Welche Zecke hat dich denn genervt?“ kam es lachend von Theo der mit einem breiten Grinsen Sunnys Verhalten beobachtete hatte und sich gerade mit der Einstellung der Verstärker beschäftigte. „Jamie.“ der Name schien wohl auszureichen um alle anderen Mitglieder, eine ausreichende Begründung für ihre Laune zu geben. Jetzt konnte selbst Noel verstehen, warum die junge Frau so schlecht drauf ist, der Name war ihm nämlich durchaus bekannt. „Verstehe…also irgendwas mit viel Drums.“ schlussfolgerte Nick aus der Erklärung, nachdem er als einziger Jayden mit einem kurzen Nicken und einem Lächeln begrüßt hatte und kam mit wenigen Schritten zu Theo und Sunny auf die improvisierte Bühne, eher er sein Keyboard anstellte und mit den Einstellungen rumspielte. „Was hältst du von Nirvana zum warm werden? Jay du kannst Smells Like Teen Spirit spielen oder?“ Theo hatte definitiv nicht geplant, den Architekturstudenten nur zuschauen zu lassen, immerhin hatte er einen Deal mit Noel und hielt sich daran und in seinen Augen war Jayden - wie Noel schon angekündigt hatte - recht begabt.
      „Asher. Bass oder Gitarre?“ der Gitarrist verzog das Gesicht, als ob sein bester Freund ihm gerade eröffnet hätte, dass sie Würmer oder Käfer zum Abend essen würden. „Okay okay, ich spiel den Bass. Jay. Frontgitarre?“ Eigentlich war das keine Frage, eigentlich wollte Theo nur sichergehen, dass der Jüngere okay damit war die Leadgitarre zu übernehmen, wenn nicht, würde Asher die Parts spielen, aber im Grunde war Jayden ja heute nur bei ihnen, damit Theo schauen konnte, wie gut er spielen konnte.

      Noel warf dem Studenten ein sanftes Lächeln zu, bevor er seine Hand von Jayden nahm. Es wirkte zwar, als ob ihm die Songauswahl nicht egaler sein könnte, aber im Herzen war er schließlich immer noch der - wie Jayden ihn genannt hatte - kleine Emoboy, der genau diese Musik hoch und runter gehört hatte und er war gespannt wie Jayden - mit den andern - besagten Klassiker rüberbringen würde.
    • „Klar kann ich das“, antwortete Jay und nickte auf die Frage nach der Frontgitarre. Vielleicht konnte er den Tag heute ja gleich nutzen, um sich an ein paar der Songs wieder zu gewöhnen, die er früher schon in seiner alten Band zusammen gespielt hatte. Jay stand von der Couch auf, nachdem Noel seine Hand losließ, und stellte sich neben Theo zur Gruppe. Alle schienen es ein wenig eilig zu haben, also zögerte Jay nicht, den Song anzuspielen, und als das Schlagzeug einstieg, überkam ihn plötzlich eine Welle der Freude. Diese Gefühl hatte er seit einer Ewigkeit nicht gespürt. Jay grinste und sah auf, gespannt auf die Vocals. Er fragte sich, wie Theos Stimme sich wohl an den Song anpassen würde, und er wurde nicht enttäuscht.

      Jay vergaß beinahe völlig, wo er war, und dass Noel an der Seite auf der Couch saß und ihm zusah. Erst, als der Song vorbei war, wurde er darauf wieder aufmerksam, drehte sich herum und warf Noel ein Lächeln zu. Gut, er hatte mit der Überraschung definitiv keinen Fehler gemacht. Abseits davon, dass Jay hier ausnahmsweise mal nicht das enorme Verlangen hatte, so zu tun, als würde er Noel kaum kennen, war er völlig in seinem Element. Verdammt, warum konnte ihn sein Studium nicht genauso fühlen lassen? Es gab einfach nichts, das mit einer Band mithalten konnte. Vielleicht hatte er sich selbst etwas vorgemacht, als er meinte, er könnte darauf ganz leicht verzichten. Dass es ihm reichte, nebenbei mal alleine in seinem Zimmer auf den Gitarrensaiten herumzuzupfen. Es tat fast ein bisschen weh, diese Freude wieder zu spüren. Jetzt konnte er wohl wirklich nicht mehr darauf verzichten.
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    • Noel hatte nicht nur faktisch sondern auch wortwörtlich nur Augen für Jayden. Er blendete praktisch die anderen vier komplett aus. Die Stimme des Sängers passte sich perfekt dem gespielten Song an, so als ob er ihn schon fast selbst geschrieben hätte. Als Theo die letzten paar Vocals sang und langsam leiser wurde klatschte er motiviert in die Hände und strahle Jay von einem Ohr bis zum anderen an. „Noel hat definitiv nicht Zuviel versprochen.“ meinte der Rothaarige und legte dem Gitarristen freundschaftlich einen Arm um die Schulter und zog ihn näher an sich. „Noel, du hast mal wieder einen fantastischen Geschmack!“ als Theo den Franzose ansprach, wurde dieser etwas brutal aus seinem Sog gerissen und schaute seinen ehemaligen Klassenkameraden erst etwas verwirrt an bevor er sich anscheinen wieder gefangen hatte, jedoch trotzdem erstmal nur leicht nickte. Seine Antwort kam deutlich zu verspätet, als das sein dumpfer, schon fast charakteristisch arrogant klingender Ton die Wirkung gehabt hätte, die er gewollt hätte. „Klar hab ich das.“ Theo grinste wissen. Vor dem Sänger konnte keiner der beiden geheimhalten, was zwischen ihnen lief, wahrscheinlich konnten sie das nicht mal vor irgendwem der Bandmitglieder, so offensichtlich konnte man die Zuneigung in Noels Blick für den Studenten lesen, selbst wenn man nicht gesehen hatte wie sie sich miteinander verhielten.

      „Es ist doch okay, wenn Noel mir deine Nummer schickt oder? Ich vermittele dich auf jeden fall weiter! June wird sich bestimmt wahnsinnig freuen!“ Asher beobachtete seinen besten Freund mit hochgezogener Augenbraue, wie er viel zu motiviert für einen Donnertagabend in seinen viel zu hohen Heels schon fast freudig aufsprang. Das er sich mit den Schuhen noch nicht hingelegt hatte, grenzte an ein Wunder.
      „Sweet Dreams?“ schlug er primär Jayden und weniger dem Rest der Band vor. Er hatte - wie Noel auch - geradezu nur Augen für den jungen Gitarrist. Wenn er ehrlich war, hatte er nicht erwartet das Jayden so gut war. Klar vertraute er auf Noels Urteilsfähigkeit, aber immerhin spielte der Franzose kein Instrument, im Thema Kunst konnte man ihm wohl nichts vormachen, aber Musik war sein Gebiet und da ließ sich Theo auch nicht sonderlich viel sagen. Theos Aufmerksamkeit wurde jedoch kurz zur Tür gelenkt, als diese sich einige Zentimeter öffnete, ein kalter Windhauch mit sich zog und sich ein kleines Kätzchen durch den Spalt zwängte. Theos Gesichtszüge wurden plötzlich ganz weich, er ging in die Hocke, was bei den Schuhen nicht sonderlich viel ausmachte, da er immer noch gut zehn Zentimeter vom Boden entfern war und hielt der Katze seine Hand hin. „Was machst du denn hier mein Schatz? Papa muss Musik machen, aber du kannst zu dem Griesgram auf das Sofa gehen wenn du magst, Queenie.“ Es war fast so, als würde er mit einem jungen Kind reden, im Grunde war die Katze auch schon fast sowas wie sein Kind. Als ob Queenie ihn tatsächlich verstehen würde, kam sie auf Noel zu, nachdem sie sich kurz vor Theo hat streicheln lassen, schnupperte kurz an der Hand des Franzosen und ließ sich dann - wie die Prinzessin die sie nunmal war - auf seinem Schoß nieder. Noel erkennte sein Schicksal allen Anschein nach schnell und kraulte ihr sanft durch das helle Fell.

      Hätte jemand Noel vor einigen Wochen gesagt, dass er an einem Donnerstag Abend bei Asher Großeltern in der Garage mit einer Katze auf dem Schoß sitzen würde und seinen ehemaligen Klassenkameraden und einem Studenten den er auf einer Halloweenparty kennengelernt hatte beim Musik machen zuhören würde, hätte er dieser Person wahrscheinlich (verbal) eine reingehauen, aber genau das tat er nun und er musste zugeben: es war nur halb so schlimm wie er es sich vorgestellt hatte, was primär zwar an Jayden lag, aber immerhin. Er genoss es dem Stundeten anzusehen wie viel Freude ihm das Musik machen, machte. Er genoss es die Leidenschaft in seinen Augen leuchten zu sehen und falls es dafür nicht schon längst zu spät gewesen wäre, hätte er sich wahrscheinlich spätestens jetzt in den Studenten verliebt. Die Band spielte noch einige andere Songs, viele kannte Noel beim Namen, hatte sie selbst in seiner Teenagerzeit hoch und runter gehört und obwohl er die Songs schon tausendmal in seinem Leben gehört hatte, hatte er das Gefühl an diesem Abend hatten sie was viel besonderes an sich, was viel magischeres, etwas was ihm eine Gänsehaut nach der anderen den Körper runterjagte.

      „Du bist echt gut, hätte ich gar nicht erwartet.“ Asher war ein Profi darin Komplimente so klingen zu lassen, als wären sie keine. „Noch wer ein Bier?“ der Gitarrist hielt - nachdem er Theo eins zugeworfen hatte - eine Dose Craft-Beer hoch und schaute fragend in die Runde, blieb kurz bei Jayden und dann bei Noel stehen. Noel schüttelte den Kopf, er hatte heute Abend eigentlich noch andere Pläne als mit der Gruppe in einer Garage Bier zu trinken, mit einem bestimmten Studenten Essen gehen zum Beispiel.
    • "Ich nehm eins", antwortete Jayden ohne nachzudenken und nahm Asher das Bier ab. Dass sowohl er als auch Theo es definitiv gerade so klingen hatten lassen, als hätten sie erwartet, dass er abgrundtief schlecht Gitarre spielte, konnte er ganz leicht übergehen. Alles, was ihm gerade wichtig war, war, dass Noel seine Arroganz kurzzeitig schleifen hatte lassen, weil er offensichtlich ziemlich abgelenkt von Jay gewesen war. Mehr brauchte der Student garnicht, er war jetzt auf einem absoluten Egotrip. Natürlich war es schön zu hören, dass Theo ihn wohl einer sogenannten June vorstellen wollte, die hoffentlich keine zu großen Erwartungen an Jays zeitliche Verfügbarkeit hatte, aber er war schon glücklich damit, heute überhaupt gespielt zu haben, und das mit einer seiner liebsten local Bands. So viel Spaß hatte er lange nicht gehabt, noch nicht einmal auf den Partys seiner Freunde. Über Musik ging irgendwie nichts.

      Jay stellte die Gitarre wieder in ihrer Halterung ab. Er öffnete die Dose mit einem Zischen, ließ sich knapp neben Noel auf die Couch sinken und strich der Katze über den Rücken. Er mochte Katzen. Irgendwie hatte Noel auch etwas katzenhaftes, wenn man seine Persönlichkeit beschreiben müsste. Jay grinste leicht, teilte den Gedanken aber nicht. Er trank einen Schluck von dem Bier.
      "Hey, kannst du Theo meine Nummer schicken? Das geht schneller", bat er Noel, bevor er kurz den Kopf auf seine Schulter legte. "Das war echt super, danke für die Überraschung", sagte er leise, damit nur Noel ihn hörte. Irgendwie reichte Jay das schon fast, er war ziemlich heiß drauf, den restlichen Nachmittag alleine mit Noel zu verbringen, aber sie konnten auch nicht nach einem Song direkt abhauen. Jay leerte die Dose etwa zur Hälfte, bevor er wieder aufstand und sich die Gitarre wieder schnappte. Sweet Dreams also, das konnte er.
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    • Wenn man Noel fragen würde, würde er wohl sagen, dass sie dieses ‚nette Beisammensein‘ langsam aber sicher auflösen könnten, nicht weil er es nicht genoss Jayden beim spielen zu zuhören, sondern weil ihm der Geräuschpegel langsam aber sicher genug wurde. Vielleicht hatte Jay recht, wahrscheinlich war er primär einfach etwas introvertiert, auch wenn es, wenn er arbeitete nicht so wirkte. Er konnte ohne Probleme auf Leute zu gehen, hatte keine Scham vor mehreren Menschen zu sprechen - oder ihnen eher zu sagen was sie zu tun und zu lassen hatten - und Leuten seine - wenn auch meist sehr direkten - Gedanken faktisch ins Gesicht zu schleudern und trotzdem, hier gerade in einem Raum gefüllt mit extrovertierten - wenn man Sunny mal außen vornahm - fühlte er sich schmerzlichst in der Unterzahl. Das Gefühl rückte jedoch ein wenig in dem Hintergrund als Jayden seinen Kopf kurz auf die Schulter des Franzosen legte. Wann hatte es eigentlich angefangen, dass er in Jaydens Nähe ein Gefühl von Sicherheit verspürte? Er fiel viel zu schnell in diese endlos tiefe Spirale von Zuneigung, die er für den Studenten empfand.

      Bei der Frage nickte er leicht, behielt seine eine Hand in dem weichen Fell des Kätzchens und fischte mit seiner anderen Hand sein Handy aus seiner Tasche. Bei seinen nächsten Worten, die Jayden ihn schon fast leise entgegen hauchte breitete sich ein sanften Lächeln auf seinen Lippen aus. Am Anfang kam ihm kurz der Gedanke, dass seine Idee vielleicht doch nicht so intelligent gewesen war, nicht für Jayden sondern für ihn selbst, immerhin war er die Person, die dadurch zwangsläufig ebenfalls Zeit mit Personen verbringen musste, mit denen er keine Zeit verbringen wollte, bis dato war Noel immer eher die Person gewesen die sehr viel aus Eigennutz tat, und trotzdem verflüchtigten sich all diese Gedanken, dass er Jaydens Stimme leise an seinem Ohr hörte. „Gerne.“ Er meinte dieses Wort tatsächlich so, und auch wenn der Gedanke ihn irgendwie stören sollte - so dachte er jeden falls - würde er es immer wieder tun.

      Nachdem die anderen vier es Jayden gleich getan hatten und wieder auf die improvisierte Bühne stiegen, griff Noel doch nach der halb ausgetrunkenen Bierdose des Studenten und nahm selbst eine Schluck. Er war noch nie ein sonderlich großer Fan von Bier gewesen, das änderte auch nicht diese Sorte, auch wenn sie deutlich erträglicher schmeckte als alles andere was er bis dato getrunken hatte, mehr als besagten Schluck trank er jedoch trotzdem nicht und stellte die Dose wieder auf ihren vorherigen Platz.

      Die Band spielte diverse Songs rauf und runter, mit jeder Minute die verstrichen schien sie Jayden immer mehr als ein Teil in ihrer Mitte anzusehen, jedenfalls schien der Eindruck so zu sein. „Leute das war fantastisch!“ strahlte Theo. „Jay dieser eine Teil war der Wahnsinn und dann dieses…“ der Sänger machte eine Abfolge von Geräuschen die wohl Gitarrentöne mimen sollte. „…Wow, einfach nur genial! Und das Solo hast du ja mal mega krass gerockt!“ Eigentlich würde Noel ab diesem Punkt wohl die Augen verdrehen, aber Theo hatte tatsächlich recht, Jayden hatte vor allem die Soloparts die er gespielt hatte fantastisch performt auch wenn Noel das wahrscheinlich auf einer anderen Art und Weise kund geben würde. „Wie schaut’s aus? Bleibt ihr noch eine Weile oder wollt ihr schon wieder los?“ Theo schaute erst Jayden und dann Noel fragend an. Noel würde am liebsten direkt aufspringen, er hatte zwar keinen Tisch reserviert - was an einem Donnerstagabend auch nicht nötig gewesen wäre - aber sie waren schon eine ganze Weile in der Garage und so langsam sehnte sich der Franzose nach ein wenig Zeit außerhalb dieser vier Wände und der lauten Musik und trotzdem bleib er ruhig sitzen und ließ Jayden diese Entscheidung treffen. Er hatte in den letzten Tagen schon genug Stress gehabt und irgendwie hatte Noel das Gefühl, dass der Student diese Zeit hier gerade brauchte. Die Zeit zwischen Menschen bei denen er sich nicht verstellen musste, bei denen er keine Angst haben musste, was sie über ihn dachten, bei denen er einfach seine Leidenschaft ausleben konnte und bei Menschen die seine Leidenschaft mit ihm teilten.
    • "Deine Stimme war der absolute Hammer im Refrain, und Sunny-" Jay drehte sich energisch herum und zeigte auf die Schlagzeugerin. "Du bist ja mal richtig abgegangen, richtig geil" Er lachte und trank einen Schluck von seinem… dritten Bier? Er war nicht ganz sicher, aber Flüssigkeit war Flüssigkeit und er war langsam richtig verschwitzt. Wieviele Songs hatten sie jetzt überhaupt gespielt? So viel Spaß hatte Jay lange nicht mehr gehabt, die Zeit verflog richtig. Mit jedem Song wollte er nur noch länger bleiben. Allerdings…

      Jayden ging in ihrer kleinen Atempause wieder zum Sofa herüber. Noel hatte ihn den ganzen Nachmittag ziemlich supportet, und wenn es nur mit einem traumhaften Lächeln gewesen war, aber Jay bekam doch langsam Mitleid mit ihm. Man sah ihm ein wenig an, dass er genug von dem Lärm und den Leuten hatte. Sie unterschieden sich in diesem Punkt enorm, aber Jay hatte kein Problem damit, Rücksicht zu nehmen. Er wollte, dass Noel auch Spaß hatte. Und Jay fiel gerade wieder ein, dass sie noch Pläne zum Essen gehen gehabt hatten. Nur, dass er… verschwitzt war, seine Haare wahrscheinlich aussahen, als hätte er einen Tornado durchlebt, und die paar Dosen Craftbeer gingen auch nicht spurlos an ihm vorbei. Vielleicht hätte er sich ein wenig zurückhalten sollen, aber in solchen Momenten vergaß er sich selbst manchmal.
      "Ich glaube, das war genug für heute, oder? Wollten wir nicht noch was essen? Irgendeine Idee wohin?" Jay lächelte. Er atmete immernoch recht schwer, und legte nun endlich die Gitarre auf dem Sofa ab, dann setzte er sich neben Noel. Mit etwas Abstand. Gut, er hatte auf der Party, wo sie sich kennengelernt hatten, bestimmt schlimmer ausgesehen und vor allem gerochen, aber er war gerade ziemlich self-aware. Innerlich hoffte er bloß, dass Noel den nächsten Burgerking im Sinn gehabt hatte und bloß kein fancy Restaurant. An solchen Orten fühlte er sich schon fehl am Platz, wenn er vorher geduscht hatte.
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    • Es war nicht so das Noel so langsam ein wenig ungeduldig wurde, aber er konnte es kaum abwarten dass die Band ankündigte, dass sie nun die Probe beendeten auch wenn es mit jeder verstrickenden Minute weniger danach wirkte. Er widerstand dem Drang in regelmäßigen Abständen auf sein Handy zu schauen, generell Widerstand er dem Drang überhaupt sein Handy aus seiner Tasche zu nehmen einfach um diese unsichtbare Grenze die er sich gesetzt hatte nicht zu überschreiten. Er war hier um Jayden zu supporten und genau das tat er auch und zwar ohne ihm irgendwie bewusst oder unbewusst zu signalisieren dass er nachhause wollte. Allein die Zufriedenheit und Leidenschaft auf dem Gesicht des Studenten macht die Situation ein klein wenig besser und der Elan mit welchem er die anderen Bandmitglieder lobte zeigte Noel wiedermal, dass das hier die richtige Idee gewesen war.

      „Meine Stimme?! Hast du dich mal spielen hören?!“ Theo kopierte gerade zu perfekt Jays Elan und gab ihm die Energie eins zu eins so zurück. „Und dann dein Solo und das Duet mit Sunny! Das war der Wahnsinn! Wer bist du? Jimi Hendrix und Brain Mays secret Lovechild?!“ fragte er lachend. Seine Ohrringe tanzten wild mit. Theo war schon ein komischer Vogel, er hatte sich kein Stück zu damals verändert und irgendwie macht Noel das ein wenig Angst. Im Gegensatz zu dem Sänger hatte er selbst sich nämlich viel zu sehr verändert, was an sich nichts schlimmes war, aber diese gleichbleibenden Konstante die er gerade in seinem ehemaligen Klassenkamerad sah, kam ihn furchtbar präsent vor. „Du warst echt gut.“ klinkte sich nun auch Asher ein und schlug Jay freundschaftlich auf die Schulter. „Wir können doch auf dich zählen wenn wir mal einen zweiten Gitarristen brauchen oder?“ die Frage schien wohl nur für den Studenten plötzlich zu kommen, denn Theo nickte aufgeregt, als ob diese Idee schon von Anfang an im Raum stand.

      Als Jayden sich wieder zu den Franzosen auf das Sofa setzte lächelte dieser den Studenten sanft an. „Du warst wirklich unglaublich.“ hauchte er ihm leise zu und strich ihm sanft über den Unterarm, die eine Hand immer noch in dem weichen Fell der Katze vergraben, welche mittlerweile leise auf Noels Schoß döste. Jayden sah aus als wäre er von einen Tornado mitgerissen worden. Mit einem leichten Grinsen fuhr Noel ihm sanft durch die Haare um diese ein wenig zu bändigen, machte es aber allen Anschein nach eher schlechter als besser. Trotz des - wahrscheinlich bewusst eingenommen -Abstands lies Noel es sich nicht nehmen Jayden sanft zu berühren. Es war sowieso schon jedem in der Gruppe klar, dass zwischen ihnen beiden was war, also brauchten sie es auch nicht versuchen zu verstecken, außerdem hatte kein Mensch in dieser Garage ein Problem mit queeren Beziehungen (außer vielleicht Noel selbst, was jedoch nur daran lag, dass er allgemein nicht sonderlich offen mit dem Thema umging).

      „Essen? Essen klingt fanatisch! Wo wollen wir hin?“ grinste Theo in die Runde und ignoriert ganz gekonnt Noels anlehnenden Blick. Der Sänger bekam wohl kein Stück mit, dass er nicht mit eingeladen wurde. „Es gibt einen richtig guten Burgerladen hier in der Ecke, die machten die besten Burger in der ganzen Stadt!“ und damit war es wohl mehr oder weniger beschlossene Sache und wenn Noel ehrlich war hatte er gerade auch eigentlich nicht die Energie jetzt noch eine Diskussion mit Theo zu starten. Er war zwar sonst immer recht direkt und ehrlich, aber die laute Musik hatte ein leichtes Pochen hinter seiner Schläfe hinterlassen und gegen Theo kam er sowieso nicht an, selbst wenn er die soziale Energie dafür gehabt hätte. „T, ich glaube die Aussage war nur auf die beiden beschränkt…Du weist schon.“ versuchte Nick die Situation zu Gunsten des Franzosen wieder ein wenig zu retten. „Ach du meinst wie ein Date? Ouh Shit! Sorry, klar, logisch! Dann vergisst bitte was ich gesagt habe, trotzdem sollten wir mal zu dem Burgerladen!“ Noel warf Nick ein dankbares Lächeln zu und stand auf, nachdem er Queenie sanft von seinem schon gehoben hatte. Obwohl die Idee mit dem Essen sich wohl sowieso erledigt hatte, Jay sah aus als wäre er einen Halbmarathon gelaufen und ganz nüchtern schien er auch nicht mehr zu sein, so konnte Noel ihn unmöglich in das Restaurant mitnehmen welches er vorher ausgesucht hatte, gut das er nicht reserviert hatte. Vielleicht war es sowieso besser wenn sie entweder was bestellten oder er noch schnell was kochen würde, eigentlich hätte er das doch schon vorher wissen müssen. Obwohl Noel keine Ahnung von Musik hatte, konnte er sich schon vor der Probe vorstellen wie so etwas ablief, vor allem wenn Theo dabei war, mit dem Rothaarigen konnte sowas gar nicht ruhig werden.

      „Obwohl, ich hätte auch Bock auf Burger! Sunny? Nick?“ Sunny nickte bei Asher’s Vorschlag leicht. Sie hatten alle heute noch nicht sonderlich viel gegessen und der Laden war wirklich hervorragend. „Sonst machen wir einfach ein Gruppendate draus!“ grinste Theo. „Ich meine ihr habt sicher noch ganz oft die Möglichkeit Zeit zu zweit zu verbringen, jetzt sind wir schon mal alle hier, das müssen wir eigentlich nutzen! Und ich will noch viel mehr über dich herausfinden, du Gitarrengott.“ Theo hatte eine Art Leute von seinem Vorhaben zu überzeugen, die schon fast an leichte Manipulation grenzte und trotzdem hatte Noel kein Gegenargument, er würde Jayden die Entscheidung wohl oder übel überlassen müssen.
    • Jay überlegte bereits, wie er den anderen wohl erklären sollte, dass sie zu zweit essen gehen wollten, was ihm ohnehin schwer über die Lippen gekommen wäre, egal wie offen die anderen mit der Tatsache umgingen, dass zwischen Noel und ihm etwas lief. Dass Theo es dann direkt als Date betitelte, war ihm kurz etwas unangenehm. Er musste sich daran definitiv noch gewöhnen, es aus dem Mund anderer zu hören. Glücklicherweise hatte es sich damit erledigt, die Gruppe irgendwie abhängen zu müssen. Oder auch nicht.

      Jay sah Noel an. Er wirkte überraschenderweise nicht so, als hätte er etwas dagegen, aber Jay war dennoch vorsichtig. War er zu müde für eine Reaktion? War es ihm wirklich egal? Nicht, dass er später sauer war, wenn Jay sich nicht für ihr Date einsetzte. Aber seiner Meinung nach hatte Theo ja völlig recht, sie konnten immer Zeit zu zweit verbringen, aber so ein Abend wiederholte sich nicht oft. Egal wie gerne Jay sich alleine mit Noel in seiner Wohnung einsperren und ihm nicht mehr von der Seite weichen wollte.

      Erst etwas unsicher und nachdem er Noels Gesichtsausdruck studiert hatte, stimmte er zu. Er konnte seine Freude über das ganze Lob von seinem Indie-Idol auch einfach nicht verbergen.„Das wäre super, vielleicht kannst du mir auch was über diese June erzählen“, sagte er und stand wieder auf, auch wenn er gerne länger Noels Hand in seinen Haaren gespürt hätte. Vielleicht, wenn sie später nachhause kamen. Jay fuhr sich durch die Haare, die nicht zu retten waren und freute sich gerade irgendwie auf ein Glas Wasser zur Abwechslung. Vor allem aber hatte er unglaublichen Hunger, jetzt wo er darüber nachdachte. Burger klangen einfach ideal. Gut, dass Theo denselben Gedanken gehabt zu haben schien wie er.
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