My Girlfriend is a Boy [Nao & Dark.Wing]

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    • „Mhm.“ brummte Noel bestätigend auf und schien selten so begeistert zu sein wie von den besagten Fotos. In seinen Augen war eins schlimmer als das andere, aber aus ihm nicht erklärbaren Gründen konnte er Jayden die bitte einfach nicht abschlagen.

      Nachdem er eine Weile durch die geschickten Bilder gegangen war, seufzte er leise auf, eigentlich hatte es keinen Zweck ein halbwegs akzeptables Fotos rauszusuchen, er wäre eh mit keinem zufrieden also hielt er Jayden kurzerhand sein Handy entgegen. Geöffnet war ein Foto welches - allen Anschein nach - eine deutlich jüngere Version von Noel zeigte, obwohl nichts wirklich darauf schließen ließ dass es ich bei dem Teenager um Noel handelte. Seine Gesichtszüge waren noch viel zu kindlich im Gegensatz zu den scharfen Zügen die er mittlerweile angenommen hatte. Die Haare gingen ihm verwuschelt ins Gesicht, die eine Seite in einem satten Schwarz gefärbt, die andere Seite in einem leuchtenden Rot. Es war offensichtlich ein Schnappschuss und trotzdem war das Bild scharf genug dass man alles gut erkennen konnte, vor allem aber einen kleinen, geschlossenen Ring in Noels Nase und silberne Miniaturschwerter die an seinen Ohren baumelten. Das Brillengestelle schien ein wenig fehl am Platz und die Kleidung würde Noel mit Sicherheit heutzutage nicht mal mehr anschauen. Unter dem Kragen des schwarzen Pullovers lugte ein weißes Hemd hervor, die schwarze Skinnyjeans sah nicht nur enger aus als seine bequemen Stoffhose sondern war auch deutlich enger und die Kombi mit den schweren Boots würde er sicher nicht mehr so tragen. Allen in allem war das Outfit jedoch keine Vollkatastrophe, wenn man von den ganzen Ketten absehen würde. Hosenketten, Halsketten, allen Anschein nach, hatte Noel in seiner Teenagerzeit ein großen Fabel für Schmuck gehabt, den er mittlerweile gänzlich abgelegt hatte.
    • Jay fiel beinahe die Kinnlade auf. Das Bild, dass er sich eben noch selbst zusammengereimt hatte, völlig im Scherz, passte perfekt auf das Foto, das Noel ihm gerade zeigte. Es war absolut verrückt. Er hätte beim besten Willen nicht damit gerechnet, dass Noel tatsächlich ein absoluter Emo gewesen war.

      „Ah-“, war der einzige Laut, den Jay erstmal rausbekam, bevor er Noel in einer schnellen Bewegung das Handy abnahm, es sich selbst vor die Nase hielt und viel zu fasziniert anstarrte. Dann zoomte er hinein. Sogar Piercings? Sogar damit hatte er richtig gelegen?
      „Wie… was ist passiert, dass daraus… das geworden ist?“, fragte er ungläubig und irgendwie belustigt mit einem Deut auf Noels jetzigen Kleidungsstil. Eine glatte 180 Grad Wende.
      „Der Musikgeschmack macht jetzt aber mehr Sinn“, murmelte er dann, immernoch auf das Foto starrend. „Ich meine, du bist im Herzen ein Emo, der aus irgendeinem Grund den Kleiderschrank von seinem Opa ausgeräumt hat“, flüsterte er, mehr zu sich selbst, bevor er aufsah und korrigierte: „Nichts gegen deine Kleidung, du siehst echt heiß aus mit Rollkragenpullover und Lederhandschuhen-“ Das waren Worte, die Jayden nie aus seinem Mund erwartet hatte, aber das Leben nahm interessante Wendungen.

      Jay legte das Handy endlich beiseite und zog Noel sanft zu sich herunter, um sich den Kuss zurückzuholen, auf den er eben vergeblich gewartet hatte.
      Er war schon ganz froh, dass Noel die Tage hinter sich gelassen hatte, in denen er aussah, als hätte er sich am Tag fünfzehn Energy Drinks reingekippt. So war wahrscheinlich auch die Kaffeesucht entstanden.
      Aber Noels Art und Stil hatten etwas erwachsenes und verantwortungsvolles an sich, das Jay erschreckend attraktiv fand. Es unterschied sich nunmal so grundsätzlich von allen Qualitäten, die die Menschen in seinem Umfeld hatten. Und auch, wenn er sich eben gedanklich darüber beschwert hatte, hatte Jay garkein Problem damit, sich ständig wie ein Anfänger zu fühlen. Er lehnte sich gerne an Noel. Vielleicht, weil er normalerweise selbst derjenige mit der Verantwortung sein musste und manchmal war es schön, wenn das nicht notwendig war. Jedenfalls musste er sich keine Sorgen machen, dass Noel irgendetwas abfackelte oder sein Auto in betrunkenem Zustand schrottete, oder ähnliches.

      Das mal beiseite gestellt… Ob sich Noel wohl dazu bringen lassen würde, sich von Jay in seinen Klamotten einkleiden zu lassen? Er hatte bestimmt was hier, das in der richtigen Kombination nach Emo schrie. Nur auf die Skinny Jeans mussten sie definitiv verzichten.
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    • „Ich denke, ich bin erwachsen geworden.“ kam lachend von dem Älteren, aber im Grunde hatte Jayden recht, sein Kleidungsstyle hatte sich um mindestens hundertachtzig Grad gewendet. „Primär hab ich Versuch mich etwas legerer zu kleiden um ernster genommen zu werden. Ich bin tatsächlich noch relativ lange so rumgelaufen…also nicht so-so, irgendwann hab ich die Ketten und den ganzen Kram weggelassen, aber eben so ähnlich. Die Piercings hatte ich noch super lange…die gefärbten Haare…“ hatte er zugegebenermaßen immer noch.
      „Als ich dann aber mit der Schule fertig war und mich so langsam selbstständig gemacht habe, habe ich angefangen die Jeans…“ er benutzte absichtlich den Begriff ‚Skinnyjeans‘ nicht. „…gegen Stoffhosen einzutauschen und ich hab die Pullover über die Hemden weggelassen…allgemein war das ein relativ schleichender Prozess zu - wie du ihn nennst - den Kleiderschrank meines Opas.“ grinste er. Noel hatte kein Problem, dass seine Kleidung als ‚altbacken‘ beschrieben wurden, er mochte den Stil und zog sich gerne so an. Im Grunde hatte es eher als ‚Mittel zum Zweck‘ angefangen und wurde irgendwann zu seinem ganz eigenen Style. Es hatte was erwachsenes und reifes, auch wurde er von den meisten Menschen schlagartig ernster genommen und das war im Grunde genau das worauf er hinauswollte als er seinen Stile geändert hatte, auch wenn er an einigen Tagen - vor allem wenn er wie jetzt alte Fotos sah - seine Piercings doch ein wenig vermisste, im Inneren war er wohl immer noch der kleine Emo-Teenie der er mal war.

      „Und danke für die Blumen, so wie du mich angestarrt hast, als wir uns am Café getroffen haben, wäre ich bei allem anderen auch beleidigt gewesen.“ grinste er mit einem frechen Funkeln in den Augen, welches er trotz den Jahren nie verloren hatte und wohl auch nie verlieren wird. Mit einem zufriedenen Seufzen ließ er sich widerstandslos in den Kuss ziehen. Seine freie Hand fand schnell ihren Weg in Jaydens Nacken und zog ihn noch ein wenig mehr zu sich um den Kuss noch ein wenig mehr zu intensivieren.
    • Jay küsste Noel eine Weile, bevor er sich zurückzog und antwortete: „Das ist dir also aufgefallen“ Er verteilte ein paar Küsse auf Noels Wange. Dann lehnte er sich zurück und sah ihn an. „Dir ist aufgefallen, dass ich dich angestarrt hab, und dachtest dir, du machst dir einen Spaß daraus, mich nervös zu machen?“, fragte er lächelnd. Er hatte Noel im Café vorhin schon in einer kleinen Welle der Erschöpfung mitgeteilt, dass die ganzen, fast unmerklichen Berührungen für Jay doch sehr, sehr merklich waren und er ihn mit seinem Geflirte völlig in den Wahnsinn trieb. Anscheinend hätte er ihm das garnicht sagen müssen. Er war ein offenes Buch.

      „Das ist irgendwie witzig, weißt du“, setzte Jay zu einem schamlosen Kommentar an. „Du musst andauernd die Kontrolle haben, und im Bett gibst du sie dann richtig leicht auf“ Er blinzelte unschuldig.
      „Wieso das? Dabei kann ich mich genau erinnern, dass ich dir gesagt hab, du kannst mit mir machen, was du willst. Und dann gibst du einfach auf“ Jay lächelte leicht, dann setzte er sich etwas auf und fügte hinzu: „Spielst du das nur? Willst du eigentlich, dass dir jemand immer sagt, wo es lang geht?“
      Er machte nur Spaß, immerhin mochte er Noels direkte, selbstsichere Art genauso wie er es mochte, wenn er sich mal fallen ließ, aber es war ganz witzig, ihn ein wenig zu provozieren.
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    • „Klar ist mir das aufgefallen, war ja kaum zu übersehen. Ich war ein wenig überrascht, dass du nicht direkt meintest ‚wir lassen das mit dem Kaffee und gehen direkt zu mir‘.“ packte er noch eine Schippe oben drauf und grinste süffisant. „Und vielleicht stehe ich drauf dich ein klein wenig aus der Reserve zu locken.“ seine Finger tanzten schon fast federleicht über die nackte Haut von Jaydens Rücken, fuhren kleinen Erhebungen seiner Wirbelkörper nach, so weit wie er diese jedenfalls Berührungen konnte ohne sich gänzlich verrenken zu müssen. „Wenn man dich ein wenig kennt, kann man dich lesen wie ein offenes Buch…jedenfalls meistens.“ vielleicht gehörte das auch einfach nur zu einem von Noels Talenten. Tatsächlich durchschaute er viele Menschen relativ schnell, eine Gabe die sich vor allem in seinem Beruf als sehr nützlich herausgestellt hatte. Menschen mit einfachen Mitteln aus der Reserve zu locken und so zu bekommen was er wollte, war eine Sache die er des häufiger in seiner Jugend vor allem bei seinen Eltern angewandt hatte (spätestens nachdem er ohne Erlaubnis seine Piercings gestochen hatte, hatte ihm dieses Talent eine ganze Reihe an Hausarrest erspart).

      Noels Grinsen wurde noch ein wenig breiter, als Jayden das Thema in eine interessante Richtung lenkte. „Glaubst du echt ist wollte mich im betrunkenen Zustand damit rumquälen dich vernünftig vorzubereiten? Am Ende wäre ich der Böse gewesen, der sich kleine, wehrlose und betrunkenen Studenten schnappt um ihnen dann ihre Jungfräulichkeit zu nehmen.“ grinste er provokant zurück, bevor er wieder etwas ernster wurde.

      „Ich kann’s dir aber tatsächlich nicht sagen. Es ist nicht so, dass ich nicht drauf stehe auch im Bett die Kontrolle zu haben, aber es ist mal eine nette Abwechslung sich fallen lassen zu können, vor allem wenn man so viel auf Kontrolle achtete. Im Grunde bin ich mein eigener Chef, das heißt ich hab niemanden der mir irgendwas sagen könnte, nach dem ich mich richten müsste, auf den ich achten müsste, was auf der einen Seite mega ist, auf der anderen Seite hab ich da durch glaube ich einen kleinen Kontrollzwang entwickelt und werde unfassbar schnell gereizt, wenn etwas nicht so läuft wie geplant. Es…“ Er stoppte kurz. Er hatte seit langem nicht mehr mit jemanden geredet wie er sich auf dieser Ebene wirklich fühlte. Nach der Trennung mit seinem Ex-Freund hatte er dazu auch kein Bedürfnis und vor allem keine Person gehabt und eigentlich war sein Kontrollverhalten auch erst danach so ausgeartet, wie es jetzt ist.
      „…Es fühlt sich an, als könnte man sich endlich mal vernünftig fallen lassen, als wäre man einmal nicht dafür verantwortlich, dass der Tag funktioniert, als wäre man selbst nicht einer der wichtigsten Bindeglieder einer ganzen Reihe an Menschen. Wenn Models nicht funktionieren, kann man die ersetzen, wenn Fotografen einen schlechten Tag haben, kann man einfach einem anderen die Kamera in die Hand drücken, aber wenn ich nicht funktioniere läuft das Shooting meistens nicht. Viele Agenturen haben mehrere Fotografen, eine ganze Wagenladung an Models aber Make-Up-Artisten sind rare und vor allem in den Spezialisierungen kaum zu finden. Ich liebe meinen Beruf aber er ist stressig und an manchen Tage verfluche ich mich für die Entscheidung.“ mit einem leisen seufzten beendete er seine Gedanken bevor er Jayden ein sanftes Lächeln schenkte.

      „Stell dir mal vor, ich hätte mich für was anderen entschieden, dann hätte ich wahrscheinlich immer noch meinen Emo-Kleidungsstil, mein super scharfes Lippenpiercing und würde…“ ja was würde er machen, wenn er nicht Hair- und Make-Up-Artist geworden wäre? „…keine Ahnung was ich dann machen würde.“ gab er leise lachend zu. „Kunst studieren oder sowas.“
    • Eigentlich war Jay ganz froh, dass Noel seine Ansage nicht zu ernst genommen hatte. Er hatte sich in seinem ganzen Leben noch nie darüber Gedanken gemacht, selbst mit einem Mann zu schlafen. Insofern hatte Noel ihm einen Gefallen getan, weil er keine Ahnung hatte, ob ihm irgendetwas an der Sache gefallen hätte, wenn er die andere Position eingenommen hätte. Vielleicht hätte es das für ihn für immer ruiniert, hm.
      „Ich frag mich gerade, was ich getan hab, dass du mich klein und wehrlos nennen musst“, lachte Jay. Vielleicht war das Karma.

      Aber scheinbar hatte Jayden mit seiner eigenen Provokation einen wunden Punkt erwischt. Er war kurz überrascht, passte sich aber ganz leicht an die neue Stimmung an. Noel wirkte zumindest, als müsste er darüber mal reden.
      Als er fertig war, fragte Jay belustigt: „Kunst? Ich seh da irgendwie eher Grasrauchende Hippies, aber das Studium passt an sich trotzdem zu dir. Bei uns erfüllen ja auch die meisten den Stereotyp, sich ständig anzusaufen, aber es gibt überall Ausnahmen“ Er zuckte leicht mit den Schultern. Es war zwar ziemlich weit gedacht, weil sie noch nichtmal auf dieselbe Uni gehen könnten, aber Jayden musste sofort darüber nachdenken, wie es wäre, Noel als Mitbewohner zu haben. Vermutlich sehr viel… ruhiger. Und er würde Jay wahrscheinlich andauernd sagen, dass er leise sein und seinen Kram wegräumen sollte. Er musste schmunzeln, noch bevor er es aussprechen konnte.

      „Aber ich versteh, was du meinst. Irgendwie. Ich hab mich ewig lange davor gedrückt, Verantwortung zu übernehmen, aber irgendwann ist man einfach dazu gezwungen. Ich hab mich auch schlecht gefühlt, weil meine Schwester jünger ist als ich und deutlich früher selbstständig war, während ich meinen Eltern mit Zwanzig immernoch auf die Nerven gegangen bin. Obwohl sie noch zwei kleine Kinder haben, die Aufmerksamkeit brauchen. Deshalb versuche ich das gerade wiedergutzumachen und mein Studium wenigstens selbst zu finanzieren und zu babysitten, wenn ich kann“ Er lächelte leicht, während er sich noch selbst über seine Offenheit wunderte, aber es war einfach angenehm, mit Noel über Dinge zu reden, die er sonst für sich behielt. „Ich vermisse es manchmal echt, keine Verantwortung zu haben. Also versteh ich dich“ Jay schwieg kurz und überlegte und beschloss dann, seinen nächsten Gedanken doch noch laut auszusprechen.
      „Aber ich hab kein Problem damit, beim Sex die Verantwortung zu haben, also nehm ich dir die Bürde gerne ab, wenn es hilft“, meinte er unschuldig lächelnd.
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    • „Du hast meinen Kleidungsstil als altbacken betitelt.“ kam es lachend von Noel, was die Stimmung - auf jeden fall von seiner Seite aus - wieder etwas auflockerte, nachdem er das relativ ernste Thema angeschnitten hatte.

      „Hast du was gegen grasrauchende Hippies? Würde es dich überraschen wenn ich dir gestehe, dass ich als Jugendlicher selbst gekifft habe?“ gestand er etwas verlegen. Das war auch ein Part seiner Vergangenheit, den er lieber für sich behielt, zusammen mit dem grässlichen Klamottenstyle. Er war nie abhängig von Gras gewesen, aber gelegentlich hatte er sich mit seiner Schwester zu ihrem kleinen ‚Geheimversteck‘ geschlichen und geraucht. Mittlerweile war er sich sicher, dass seine Eltern davon wussten, jedoch nie was gesagt haben. So wie sie wahrscheinlich auch gewusst haben, dass Flo ihre Unterschrift gefälscht hatte und er sich mit dem gefälschten Dokument mit nicht mal achtzehn sein Lippenpiercing hat stechen lassen. Er war allgemein ein rebellischer Teenager gewesen, was er zum Glück mittlerweile gänzlich angelegt hatte.

      „Ich finde das gar nicht schlimm, dass du dich davor gedrückt hast Verantwortung zu übernehmen. Ich glaube mittlerweile sage ich, ich hätte vielleicht doch ganz gerne noch ein wenig mein Leben ‚genossen‘ bevor ich mich selbstständig gemacht habe. Ich hab im Grunde nie konventionell gearbeitet…ich vermiss es nicht, aber das hätte mir vielleicht geholfen... Verantwortung ist etwas schreckliches.“ meinte er am Ende leise lachend. „Als Jugendlicher hatte man so wenig Probleme, das war schön.“ grinste er.

      Den nächsten Themenwechsel nahm Noel mit einem Grinsen an, welches schon fast einen leicht dreckigen Touch hatte. „Vielleicht stehe ich auch einfach drauf von dir dominiert zu werden.“ er stand definitiv da drauf von Jayden dominiert zu werden, vor allem stand er aber drauf wie locker und einfach das zwischen ihnen war und wie selbstverständlich Jayden an diesem einem Morgen früh aufgestanden war und mit frischen Kaffee zurück ins Schlafzimmer kam. Bei der Erinnerung musste er sanft Lächeln und eine angenehme Gänsehaut wanderte über seinen Körper. Die Erinnerungen an diese Nacht hinterließen ein sanftes Kribbeln unter seiner Haut. Sie hatten nicht miteinander geschlafen und trotzdem hatte sich der Abend unglaublich intim angefühlt, vielleicht sogar intimer als jeden Sex den er mit fremden Kerlen gehabt hatte.
    • Jay zog in einem Skepsisanflug die Augenbraue hoch. „Du denkst, ich hab was gegen Gras?“, fragte er ungläubig. Jay war sich relativ sicher gewesen, dass Noel bewusst war, wie er zu Drogen stand. Solange sie nicht chemisch waren jedenfalls. Aber vielleicht sollte er jetzt nicht direkt heraus sagen, dass er sich auf manchen Parties in Tabak, Gras und Alkohol eingrub, als wollte er den nächsten Tag nicht mehr erleben. Es gehörte eben… irgendwie dazu. Und seine liebsten Treffen in der Gruppe waren auf jeden Fall Pizza-Abende mit Computerspielen und einem Joint.
      Jay war sich aber sehr bewusst, dass Noel zu diesen Dingen eine andere Meinung haben musste, als er, und das nicht nur wegen des verlegegen Blicks, den er eben aufgesetzt hatte. Die Halloweenparty schien ja auch sein größter Alptraum gewesen zu sein und genau deshalb versuchte Jay es zu vermeiden, dass Noel nochmal auf seine Freunde traf.

      Gut, dass er das Thema schon von selbst wechselte. Auch wenn es fast ein Schock war, die Worte aus Noels Mund zu hören. Ein positiver, elektrisierender Schock.
      „Aha, so ist das“, grinste Jay und legte seine Hände an Noels Hüfte. Verdammt, solche Dinge sollte er wirklich nicht einfach so sagen. Jay warf einen Blick zur Tür, als seine schweifenden Gedanken wieder auf die Tatsache zurückkamen, dass sie sich noch am Campus befanden. Was… ausnahmsweise mal kein Problem zu sein schien. Gut, er wusste nicht sicher, wie lange Cyrus vorhatte, bei Mona zu sein. Aber sie gingen sich derzeit hervorragend aus dem Weg und Cyrus kam selten am Nachmittag noch nachhause. Gott, sie sollten sich echt mal aussprechen, sobald Jay eine gute Ausrede für alles hatte. Aber in jedem Fall war die Tür abgeschlossen und er wusste von keiner Party oder sonstigem, weshalb hier bald ein Haufen Kerle an die Tür hämmern würden. Dementsprechend…

      „Hattest du mal die Fantasie, es in einer Studentenbude zu machen? Das ist deine einmalige Chance“ Er blinzelte Noel an. Gut, so einmalig war sie hoffentlich nicht, aber es traf sich selten so gut, dass Jay nicht mit Unterbrechungen rechnen musste. Erfahrungsgemäß war es ein ziemlicher Turn-off, wenn plötzlich jemand vor der Tür stand und seinen Namen brüllte.
      Er kam Noel für einen Kuss entgegen und ließ seine Hände über seinen Rücken gleiten. „Wir können auch nur rummachen. Wie in ‘nem Hollywood Film, nur dass ich zum Glück mein eigenes Zimmer hab“, lachte er leicht gegen Noels Lippen. Wenn hier zwei Betten stehen würden, hätte Jay wegen der mangelnden Privatsphäre schon längst den Verstand verloren. Manche Unis schienen ihre Studenten echt zu hassen.
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    • Noel lachte auf. „Verzeih mir, ich hab vergessen, dass du Student bist.“ grinste er provokativ. Dann war die Sachen ja geklärt und vor allem war in dem Zuge auch klar, dass Jay wohl kein Problem hatte wenn Noel gelegentlich trotzdem mal was rauchte, was er zwar jetzt schon seit einigen Jahren nicht mehr getan hatte, aber das lag eher an der Tatsache, dass Flo aus beruflichen Gründen keine Drogen konsumieren durfte und sie eine Vereinbarung hatten niemals alleine zu kiffen.

      „War dir das etwa noch nicht klar?“ fragte er mit einem schon fast anzüglichen Grinsen auf den Lippen und schmiegte sich Jaydens Händen ein wenig entgegen. Eigentlich wollten sie doch ein richtig Date miteinander haben oder? War da nicht irgendwas? In der hintersten Ecke in Noels Gehirn erinnerte er sich vage an die Worte, aber im Grunde hatten sie ja auch ein ‚richtiges‘ Date gehabt. Sie waren Kaffee trinken, hatten super viel miteinander geredet, Noel hatte ihm ein altes Foto von sich gezeigt…normaler ging bei ihnen wohl auch einfach nicht.

      „Bis jetzt tatsächlich noch nicht, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.“ grinste er und schob eine seiner Hände ungeniert unter Jays Oberteil. Die warme Haut empfing ihn sofort. „Wir können auch einfach schauen was sich ergibt, ich meine ist das nicht im Grunde unser Motto? Schauen was passiert?“ irgendwie war das tatsächlich zu ihrem Motto geworden und Noel musste gestehen, er fand das gar nicht mal so schlecht. Es lag kein Druck dahinter, sie mochten sich, genossen die Zeit miteinander und ließen sich von allem anderen einfach überraschen.
    • „Klar“, sagte er, vergeudete gleichzeitig aber auch keine Zeit, bevor er wieder an Noels Lippen hing. Es war ja nicht so, dass Jay unbedingt mit ihm schlafen musste, immerhin war er ironischerweise auch derjenige gewesen, der ein 08/15 Date vorgeschlagen hatte, um von ihrem Freundschaft Plus Vibe wegzukommen. Aber es war eben schwer, zu normalem Dating zurückzukehren, wenn man bereits Sex gehabt hatte. Mehrmals. Sich sogar dadurch kennengelernt hatte, um es schlimmer zu machen.

      Der Grund war heute sogar noch simpler: Noel sah unfassbar gut aus, er hatte Jay von der ersten Sekunde an etwas überwältigt und ihn mit Gedanken gefüttert, die wirklich nicht safe for work waren, und das in einem Café.
      Letztlich lief es doch immer darauf hinaus, dass Jay ihn näher bei sich haben wollte, und je näher Noel kam, desto angeturnter war Jay. Sie mussten also mehr Abstand zwischen sich bringen… oder weniger. Es war recht klar, welche Option Jay besser gefiel, auch wenn er dazu seine eigene Vorschrift brechen musste. Hoffentlich fiel Noel einfach nicht ein, dass er etwas von einem ‚normalen Date‘ geredet hatte.
      Abgesehen davon war Jay nicht Sex-besessen. Er konnte auch nichts dagegen tun, dass er in Noels Nähe ständig angeturnt war. Das verpflichtete sie ja auch nicht, irgendetwas dagegen zu tun, aber… warum denn auch nicht, wenn sie schonmal in einer perfekten Umgebung waren.

      Jay schob seine Hände unter Noels Pullover, die deutlich wärmer waren als die des Franzosen. Jedes Mal, wenn Noel ohne Vorwarnung seine Brust und seinen Rücken berührte, bekam Jay eine leichte Gänsehaut. Was nicht unbedingt daran lag, dass Noels Hände besonders kalt waren, sondern vermutlich an Jays hoher Körpertemperatur, die in Momenten wie diesen schon eher an Lava grenzte. Je länger er Noel küsste und seine Haut unter seinen Fingern spürte, desto mehr bekam er auch das Verlangen, seine Kleidung loszuwerden, und dann führte sowieso eins zum anderen, auch wenn es nicht direkt beabsichtigt war (obwohl es allermeistens beabsichtigt war).
      Jay hielt die Hitze trotzdem eine Weile aus. Es war ein gutes Gefühl. Anders, als wenn einem vom Sport oder der Sommerhitze heiß wurde. Eine Hitze, die sich von seiner Brust aus nach unten ausbreitete und ihm schließlich auch in den Kopf stieg.
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    • Noel ließ sich schon fast ein wenig in den Kuss fallen und fast gleichzeitig warf er seine eigene Idee, dass sie es doch einfach drauf ankommen lassen sollten, was im Endeffekt passierte über Board. Eigentlich wussten beide der Männer, dass es wahrscheinlich nicht nur bei ein paar koscheren Küssen bleiben würde. Nicht das Noel ein besonders großes Problem damit hätte. Vielleicht hätte er es gehabt, wenn von Anfang an klar wäre, dass es bei unbedeutendem Sex bleiben würde, aber dabei blieb es nicht. Das was sich zwischen den beiden entwickelte war viel mehr als unbedeutender Sex, das was zwischen ihnen beiden war, hatte viel zu viel mit Emotionen zu tun um ‚nur‘ unbedeutender Sex zu sein.

      Als Jaydens Hände ihren Weg unter Noels Pullover fanden seufzte er leise auf. „…Gott, ich liebe es, dass seine Hände so warm sind…“ summte er leise, wahrscheinlich waren die Worte eigentlich gar nicht für Jay gedacht, im Grunde hatte er versehentlich nur seine Gedanken laut ausgesprochen, was nicht hieß, dass er nicht jedes Wort genau so gemeint hatte. Er genoss die Wärme die von dem Studenten ausging und das nicht nur weil ihm grundsätzlich und eigentlich immer kalt war. Schon bei ihrer ersten gemeinsamen Nacht hatte er Jayden mehr oder weniger als lebendige Heizung benutzt und das würde sich so schnell wohl auch nicht ändern. Vor allem weil die Wärme, die von dem Jüngeren ausging, alles andere als unangenehm war. Er war nicht eklig schwitzig warm, so wie ein viel zu heißer Sommertag, sondern angenehm, wie als würde man an einem kalten Herbsttag abends vor dem Kamin sitzen, dem Feuer beim Knistern zu hören und entspannen.

      Irgendwann ging es dann aber selbst Noel nicht schnell genau, also machte sich seine Finger kurzerhand dran dem Jüngeren sein Oberteil über den Kopf zu ziehen, eher er sich seinen eigenen Pullover - durch den Rollkragen zwar etwas umständlich aber immerhin - auszog und sich dann an ihn schmiegte. Nun war es wohl beschlossene Sache, es würde sehr wahrscheinlich nicht nur beim Küssen bleiben.
    • Jay schmunzelte. Er hatte sich eben beinahe dasselbe gedacht, wie Noel. Die leichte Kühle die von Noels Fingern ausging, war irgendwie erfrischend und elektrisierend. Vielleicht waren sie ja einfach füreinander gemacht worden.

      Er beobachtete einen Moment fasziniert, wie Noels Haare zurück in ihre ursprüngliche Position fielen, nur etwas chaotischer, nachdem er sich aus dem Pullover herausgerungen hatte. Er wusste ja, wieso eins zum anderen führte wenn er sein Oberteil loswurde, er selbst war auch alles andere als immun gegen den Anblick. Jay strich mit den Händen über Noels Oberkörper und küsste seinen Hals, sein Schlüsselbein, bis zu seiner Brust hinab, und ließ sich letztlich verleiten, die Hände einen Moment in Noels Hosenbund zu schieben, bevor seine Finger sich automatisch am Zippverschluss aufhingen.
      Er warf den Blick nach unten und ließ sich wieder zurück gegen die Wand fallen, während er das Atmen nachholte. Er biss sich leicht auf die Unterlippe während er mit der Hand leichten Druck auf Noels Unterwäsche ausübte. Jay hob den Blick wieder. Ihm fiel auf, dass er die Position irgendwie mochte. Noel sah gut aus, wenn er auf ihn herabsah und ihm die Haare ins Gesicht fielen. Und Jay war ein Fan davon, dass seine Brust direkt auf Augenhöhe war. Sie konnten ruhig eine Weile so bleiben…

      Mit der anderen Hand lenkte er Noel sanft am Kinn zu sich herab um ihn zu küssen. „Du hast vorhin was von Dominieren geredet, aber du bist so hübsch, dass ich dich eigentlich nur anschauen will“, murmelte Jay. Nicht nur anschauen, natürlich, aber es war einfach ein absolutes Geschenk, Noel auf sich sitzen zu haben. Er war sowasvon Jays Typ, dass er sogar darüber hinweggesehen hatte, dass er ein Kerl war, und mittlerweile war das bereits eine Sache mehr, die er an Noel mochte. Besonders dann, wenn sein Körper für ihn sprach.
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    • Sex außerhalb einer Beziehung hatte Noel in der Vergangenheit immer nur als Mittel zum Zweck betrachtet. Eine schnelle und einfache Möglichkeit um einige Minuten Entspannung zu bekommen bevor sein stressiger Alltag wieder losging. Mit Jayden war das anders. Im Prinzip mussten sie gar nicht mal miteinander schlafen damit Noel eine seelische Pause von seinem Leben nehmen konnte, die Anwesenheit des Jüngeren reichte da schon, auf der eigene Seite machte ihm das wahnsinnige Angst, auf der anderen Seite genoss er das Gefühl viel zu sehr um nicht danach süchtig zu werden. Er wusste immer noch nicht was Jayden genau an sich hatte, dass es Noel so leicht fiel ihm zu vertrauen, aber es fiel dem Franzosen schon fast erschreckend leicht sich in der Gegenwart des Studenten fallen zu lassen - nicht nur körperlich fallen zu lassen, sondern vor allem seelisch.

      Wie von selbst legte sich sein Kopf ein wenig in den Nacken, nicht viel aber genug um dem Jüngeren zu zeigen, was so eine simple Geste für körperliche Auswirkungen auf Noels Körper hatte. Obwohl Noel nie die Person war, sie sonderlich sensibel auf Berührungen reagierte, brauchte Jayden erschreckend wenig tun um ein Maximum an Empfindungen in Noel auszulösen. Was genau dahinter steckte, hatte der Franzose selbst auch noch nicht ganz heraus gefunden, aber das war eine Frage mit welcher er sich im Moment auch nich beschäftigen wollte - es war so und es war absolut in Ordnung so.

      „Wer sagt, dass das eine, das andere ausschließen muss? Das Klingt so als könntest du mich nicht anschauen, wenn du mich…“ Er hatte eigentlich kaum Abstand zwischen ihren Lippen gebracht, nachdem Jay ihn in den nächsten Kuss navigiert hatte, was dazu führte, dass er seinen angefangenen Satz auch nur schwer zu Ende bringen konnte ohne die ganze Zeit an Jaydens Lippen zu hängen, als wären sie das einzige, was ihm gerade so noch am leben halten könnte. „…wenn du mich dominierst…“ brachte er seinen Satz dann doch Zuende.
      Das Kompliment, schien jedoch nicht ganz so spurlos an den Älteren vorbeigezogen zu sein, wie er es vielleicht zeigte, auch wenn sich keine verräterische Röte auf seinen Wangen bildete, hatte er seit den Worten ein kleines Lächeln auf den Lippen. Jay kannte das Lächeln schon, oder immerhin ein ähnliches und wahrscheinlich gehörte der Student zu einem von sehr wenigen Leuten die dieses spezifische Lächeln auf dem sonst von Arroganz gezeichnetem Gesicht zu sehen bekamen.
    • Es juckte Jay in den Fingern, Noel nach diesen Worten einfach aufs Bett zu werfen und das Ganze zu beschleunigen, aber schneller war nicht unbedingt besser. Noel musste aufhören, ihn so zu reizen, wenn er wirklich eine gute Zeit haben wollte.
      Glücklicherweise gab es mehrere Möglichkeiten, die Kontrolle zu übernehmen. Nicht, dass Jay überhaupt irgendetwas übernehmen musste, schließlich überließ Noel sie ihm jedesmal einfach. Es war irgendwie witzig, dass er in der Sekunde, in der es zwischen ihnen intimer wurde, einfach alles mit Noel machen konnte, wenn dieser dazu sonst sicher etwas zu sagen hätte.

      Einer von Jays Fingern schlich sich während der Küsse in den Bund von Noels Trunks, bevor er sie ein Stück weit weg und herunter zog um seine Hand um Noels Mitte zu legen. Seine andere Hand fand intuitiv den Weg zurück zu Noels Hüfte. Eigentlich war Jay absolut nicht multitasking-fähig, aber wenn es um sowas ging, kamen versteckte Talente zum Vorschein. Er strich über Noels Brust und küsste ihn so lange weiter, bis sein eigener Herzschlag so beschleunigt war, dass er nicht anders konnte, als tiefer Luft holen zu müssen, aber die Gelegenheit nutzte er, um sein persönliches ‚Jay was here‘ in Form von Knutschflecken an Noels Hals zu hinterlassen. Schade, dass er Rollkragenpullover trug.
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    • Noel ließ den Studenten einfach machen und er genoss es. Er genoss jede verfluchte Minute in der Jayden’s Hände über seinen Körper wanderten. Schmiegte sich intuitiv gegen die fremde Haut, während seine eigenen Hände immer wieder über Jays Schulter fuhren, die Konturen seiner Schulterblätter mit einer fast schon liebevollen Genauigkeit umspielten, in regelmäßigen Abständen über sein Schlüsselbein fuhr und hin und wieder sanften Druck auf die Haut ausübte. Er ließ es sich trotzdem nicht nehmen seine Nägel gelegentlich über die Haut ziehen zu lassen und freute sich insgeheim wie ein kleines Kind auf die roten Striemen die er dort seit ihrem ersten Treffen grundsätzlich hinterließ. Noel war kein besitzergreifender Mensch, und er hatte nie, bei keiner seiner Bettbekanntschaften das Bedürfnis verspürt, diesen irgendwie zu ‚markieren‘ und trotzdem fand er den Gedanken maximal anturnend, das Jayden noch mehrere Tage mit etwas rumlaufen ‚musste‘, was im Grunde zeigst, dass sie sich gegenseitig einander hingaben. Vielleicht war das auch der Grund warum Noel ihm ‚erlaubte‘, ihn selbst in seiner ganz eigenen Weise zu markieren.

      Er stand nicht auf Knutschfleck. In den meisten fällen fand er sie schrecklich kindisch und außerdem gehörte sein Hals zu den Stellen an seinem Körper, die ihm nicht nur das Denken unwahrscheinlich schwer machten, wenn diese auf die richtige Art stimuliert wurden, sondern auch zu den Stellen, welche am anfälligsten für Rückbleibsel waren. In jeder anderen Situation, bei jedem anderen Menschen hätte er mit seiner Hand in die Haare der anderen Person gegriffen und den dazugehörigen Kopf schon fast etwas gewalttätig von seinem Hals entfernt. Seine Hand wanderte zwar trotzdessen in Jayden’s Haare, aber definitiv nicht aus dem Grund um ihn an den braunen Strähnen zurück zuziehen und mit einem kalten Blick aus blauen Augen anzufunkeln, sondern eher um ihn noch ein Stückchen näher an sich zu drücken. Seine Vernunft war ihm in den letzten paar Minuten schon so weit abhanden gekommen, dass ihm jede Konsequenz egal war und selbst wenn nicht, alleine auf Grund dieses Gefühls wäre es ihm egal gewesen. Der leichte Schmerzreiz ließ ihn leise aufwimmern, was sich jedoch eher wie ein unterdrückten Stöhnen anhörte, als wirklich so als ob er ernsthafte Schmerzen hätte.

      Er war nie eine sonderlich laute Person gewesen, er war nie die Person gewesen die sich in großen Gruppe einbrachte oder allgemein nach viel Aufmerksamkeit lechzten und genau diese Charaktereigenschaft hatte sich auch grundsätzlich in seinem Bettverhalten wieder gespiegelt. Nicht dass er zu den Personen gehörte, die grundsätzlich gar keine Geräusche von sich gab, aber an sich war das schon ein rares Ding bei ihm. Auch dass schien sich bei Jayden aus ihm unempfindlichen Gründen grundsätzlich anders zu sein. Er wollte, dass der Student wusste, was seine Berührungen mit ihm machten , was er mit simpleren Mitteln mit seinem Körper anrichten konnte und außerdem konnte sich Noel die Gelegenheit nicht nehmen lassen, Jay nicht ein klein wenig zu tritzen wenn sein Ohr schon so unfassbar perfekt in seiner Nähe war und er wusste, dass jedes Geräusch welches er von sich geben würde definitiv gehört wurde.
    • Vielleicht war die Position doch nicht optimal. War, was Jay sich in der letzten Minute zunehmend gedacht hatte. Er mochte es, Noel gut fühlen zu lassen, das verstand sich von selbst, aber er war schon ein wenig gemein, wenn er ihm das mittels Stöhnen und heißen Atemgeräuschen bestätigte, während Jay innerlich durchdrehte und es echt umständlich war, dagegen gerade etwas zu tun.

      Seine Zurückhaltung hatte allerdings auch irgendwann ihre Grenze erreicht und er musste von Noel ablassen, um sich selbst mit zittrigen Fingern an seiner eigenen Jeans zu schaffen zu machen, was bei dem Platz- und Sichtmangel nicht die einfachste Aufgabe war. Jay sah gerade über Noels Schulter hinweg, als er leicht ungeduldig wurde und ihn sanft dazu bewegte, sich nicht so sehr an ihn zu lehnen, damit Jay etwas sehen und es mit einer Hand noch innerhalb der nächsten fünf Jahre schaffen konnte, seinen Hosenknopf zu öffnen. Oder, naja, den Prozess doch irgendwie zu beschleunigen, indem er seine zweite Hand zur Hilfe nahm. Das nächste Mal sollten sie ihre Kleidung vielleicht doch einfach schonmal provisorisch loswerden, sobald ein Bett in der Nähe war, um sich die Anstrengung und Zeit zu sparen. Den Gedanken hatte man aber wahrscheinlich auch nur in so einer Situation.

      Sobald er beide ihrer Erektionen in der Hand hielt, seufzte er auf. Die Erleichterung hielt sich für eine Sekunde und wurde dann von einer überfordernden Lust abgelöst. Jay zog Noel erneut in einen Kuss hinein und bereute spätestens jetzt absolut nicht mehr, bei ihrem 'normalen Date' versagt zu haben. Und, wenn sie es genau nahmen, dann spielten hier sowieso schon viel zu viele Gefühle mit, insofern konnte er sich garnicht mehr selbst verurteilen. Das war nicht mehr bloß eine oberflächliche Anziehung.
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    • Spätestens als Jayden etwas Abstand zwischen ihren beiden Körpern versuchte zu bringen, reißte bei Noel ebenfalls etwas ein, die Ungeduld war ihm förmlich ins Gesicht geschrieben. Während der Student mehr oder weniger umständlich versuchte den Kopf seiner Jeans zu öffnen, fand sich Noels Stoffhose schnell auf dem Boden wieder, bevor er sanft Jays Finger von dessen Mitte zog und sich nun selbst dran machte den Jeansknopf zu öffnen. Nicht das seine Finger nicht mindestens genau so sehr vor Erregung zitterten wie die des Jüngeren, aber irgendwie schien er es dann doch schneller geschafft zu haben als Jay selbst, wenn auch nicht so elegant wie sonst.

      Das aufkommende, fast schon erleichternde Stöhnen erstickte Jayden in einem Kuss, welchen Noel viel zu gerne erwiderte, aber bei einer Sache war er sich sicher, so konnte das definitiv nicht weitergehen!
      Als wäre der Franzose schon etliche Male in den Studentenzimmer ein und ausgegangen, öffnete er blind die erste Schublade des Nachttisches. Er wusste nicht, ob er in der Schublade das fand was er sich erhoffte, aber in seinem Kopf war das der einzig logische Platz dafür. Eingeschränkt durch die Position, kam er jedoch nicht so tief in das Innere der Schublade wie er es gerne hätte. Mit einem leisen Seufzen löste er zwangsläufig den Kuss, nur um Jayden seine Lippen fast schon ein wenig entschuldigend auf die Schulter zu drücken und sich dann über die offene Schublade zu beugen.

      Mit seiner Vermutung richtig nahm er die beiden gewünschten Gegenstände raus, schloss den Nachtschrank und schenkte dem Jüngeren wieder seine volle Aufmerksamkeit. Diesmal nur nicht ausschließlich in dem er den nächsten Kuss einleitete - welcher zugegebenermaßen nicht nur ihm selbst kurz den Atmen raubte - sondern auch in dem er seine Hände - oder immer hin einer seiner Hände - etwas tiefer wandern ließ.

      Obwohl er das Gefühl hatte, dass sein Blut wie verrückt durch seinen Körper raste, waren seine Finger immer noch erschreckend kühl, was in Anbetracht seiner momentanen Situation wohl kein Wunder war - immerhin befand sich ein großer Teil seines Blutes nicht unbedingt in unmittelbarer Nähe seiner Extremitäten.
      Der Kontrast zwischen Noels Fingern und Jaydens Mitte - in welcher sich in den letzten Minuten deutlich sichtbar einiges an Blut angesammelt hatte - war für den Studenten wahrscheinlich mehr als nur gut spürbar. Ob es unangenehm war? Das war wahrscheinlich die unpassendste Frage, die dem Franzosen gerade durch den Kopf schießen konnte. Er hatte schon immer ein Problem mit kalten Fingern gehabt, aber bis dato sich nie sonderlich viele Gedanken gemacht, wie es sich wohl für die andere Person in so einer Situation anfühlen musste, wenn er jemanden auf die Weise berührte. Warum er gerade jetzt an sowas dachte konnte er sich selbst nicht erklären und trotzdem schwirrte die Frage wie eine lästige Fliege in seinem Kopf umher.
    • Einen Moment lang, als Noel sich von ihm weg und in Richtung seines Nachttisches beugte, schoss Jay der Gedanke durch den Kopf, dass er nie damit gerechnet hätte, dass die Kondome, die er seit Anfang seines Studiums immer in derselben Schublade aufbewahrte, jemals Verwendung in diesem Kontext finden könnten. Sie waren ja auch aus gutem Grund in Reichweite untergebracht, auch an seinem sehr offensichtlichen Ort, wie Noel erraten hatte. Ganz einfach, weil es oft genug vorgekommen war, dass jemand noch mit ihm nachhause gekommen war. Vielleicht hatte Eliot das vorhin gemeint und Freundinnen mit One Night Stands verwechselt, oder so. Aber in keiner Sekunde hatte Jay die Möglichkeit gesehen, dass irgendwann ein Mann in seinem Bett, auf ihm, saß und in dieselbe Box griff wie einige Frauen vor ihm.
      Ein furchtbar eigenartiger Gedanke, der glücklicherweise nur eine Sekunde lang in seinem Gehirn haftete, bevor Noel seine kühlen Finger zur Arbeit brachte und jeder Gedanke stummgeschalten war.

      Jay seufzte auf und ließ den Kopf zurück an die Wand kippen, um einfach den Moment zu genießen. Dann fiel ihm etwas sehr offensichtliches ein.
      „Warte, wenn du die gleich noch benutzen willst, hör lieber auf“, murmelte er, schnappte sich eins der Kondome von der Matratze und hielt es hoch. Jay hätte auch damit leben können, so weiterzumachen bis sie kamen, aber wenn Noel schon so ein klares Angebot machte, würde Jay es nicht ablehnen. Sie hatten zwar keinen Stress, aber Jay sparte sich doch lieber die Energie für den Hauptakt auf, bevor sie ein paar Minuten Wartezeit überbrücken mussten. Er war sich jedenfalls bewusst, dass er sich nicht freiwillig zurückhalten würde, wenn Noel weitermachte, so auf ihm saß und ihn küsste. Wusste er eigentlich, was für eine Wirkung er auf Jay hatte?
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    • „Schade, dabei fasse ich dich echt gerne an.“ meinte er mit einem Grinsen, sein Blick rutschte kurz einige Etagen tiefer bevor das Blau auf helles Bernstein traf und sich fast schon in die golden wirkenden Iriden verlor. Obwohl es Noel in den Fingern juckte Jayden noch ein wenig zu tritzen, nahm er seine Hand von der Erregung des anderen weg und legte diese stattdessen auf Jays Oberschenkel, wo er mit sanften Druck einige Male auf und ab fuhr. Kurz überlegte er, ob er nun zwangsläufig Zeit damit verschwenden sollte oder eher musste um sich vorzubereiten…wahrscheinlich schon. Die Frage war wohl eher ob er es im Grunde drauf ankommen lassen wollte. Seitdem dieses ‚etwas‘ zwischen Jayden und Ihm war, hatte sich sein Selbstbefriedigungsverhalten ein wenig geändert - oder erweitert je nach dem wie man es betrachtete. Kurz biss er sich auf die Unterlippe, bevor seine Vernunft anscheinend siegte und er der Meinung war, dass sie die paar wenigen Minuten anscheinend doch noch hatten.

      Sein Blick bohrte sich schon fast in Jaydens Seele, während einer seiner Arme hinter seinem Rücken verschwand. Er nahm sich nicht sonderlich viel Zeit, dehnte nur gerade so, mit relativ fahrigen Bewegungen den Muskel, bis er anscheinend der Meinung war, dass das reichen musste, ehe er sich mit einem Taschentuch - welche Jayden selbstverständlich wie der gut vorbereitete Student, der er eben war, ebenfalls in greifbarer Nähe hatte - die Finger schnell von dem Gleitgel säuberte, Jayden das Kondom abnahm und öffnete.


      Er hätte sich mehr Zeit lassen sollen. Es war nicht so, dass er seine Entscheidung verfluchte, aber das hätte es wahrscheinlich etwas einfacher gemacht. Stattdessen büßte er nun die Zeit die er sich eben bei der Vorbereitung nicht genommen hatte ein. Einer seiner Hände gruben sich leicht in die Schulter des Jüngeren. Das Gefühl war nicht schmerzhaft, nicht mal wirklich unangenehm, aber er merkte deutlich wie langsam sich seine Muskulatur entspannte und dass ihm das deutlich zu langsam war. Alles andere wäre jedoch dumm, also nahm er sich - zu seinem Missfallen - die Zeit die sein Körper einforderte.

      Sein Herz pochte schnell und hart gegen seine Rippen und er war sich sicher, dass Jayden seinen Herzschlag spüren konnte so eng wie sie schon fast an einander hingen. Die Finger einer seiner Hände spielten sanft mit den braunen Strähnen, während er versuchte sich ein wenig an das Gefühl in ihm zu gewöhnen.
    • Es gab Dinge, mit denen Jay sich noch nie wirklich auseinandergesetzt hatte, und er war sich ziemlich sicher, dass Noel das bewusst war. Er machte es ihm ja fast schon zu leicht, aber er unterschätzte auch Jays Lernwillen.

      Er sah kurz etwas fassungslos dabei zu, wie Noels Arm hinter seinem Rücken verschwand, fand das auf bizarre Weise verdammt heiß und, weil Noels Gesicht ganz einfach zu weit entfernt war, küsste er über seine Brust, spielte mit seinen Brustwarzen und wärmte gewissermaßen seinen Oberkörper etwas auf, um nicht bloß still da zu sitzen, weil das wirklich nicht im Rahmen seiner Möglichkeiten lag. Er konnte seine Finger keine zwei Sekunden von Noel lassen. Was ihn zu der Frage führte… Wieso machte Noel es sich nochmal selbst? Also, klar, Jay war schon bewusst, dass es mehr oder minder notwendig war, damit er ihn nicht verletzte, aber gab es einen Grund dafür, wieso Jay das nicht tun konnte? Abgesehen von der offensichtlichen Tatsache, dass Noel kein Fan davon war, seine Zeit groß mit Lehreinheiten zu verschwenden, aber wenn sie sich ehrlich waren… Jay hatte seine Finger in diesem Leben schon auf die eine oder andere Art sinnvoll nutzen könnten.
      Seine Hände waren jedenfalls bereits auf direktem Weg zu Noels Hintern, als dieser kurzum beschloss, dass es wohl reichte.

      Und dann hatte er garkeine Kapazitäten mehr, um über irgendetwas nachzudenken, weil Noel in seinem Sitz wieder etwas tiefer zu sinken begann und Jay dank der neuen Sensation ein leises Stöhnen entlockte. Er strich mit den Händen über Noels Rücken, als dieser sich wieder mehr um seinen Hals warf. Seine Meinung änderte sich quasi minütlich, aber gerade war er wieder ein großer Fan von der Position. Seinetwegen konnte Noel ihn mit seiner Schulter ersticken, Jay war nur glücklich über den maximalen Hautkontakt. Das, Noels Atem und seine Finger in Jays Haaren, während er tiefer in ihn eindrang, war alles, das er gerade zum Leben brauchte. Diesen melodramatischen Gedanken würde er so schnell wahrscheinlich auch nicht mehr vergessen, immerhin waren ihm die letzten paar Male auch so lebendig in Erinnerung geblieben, dass er am liebsten an nichts anderes denken würde.
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