After Death - Hells Games

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    • Der Gamemaster

      „Gute Frage!“, gab der Gamemaster überaus feierlich, mit einer großen Portion an Enthusiasmus, von sich, als wäre er froh darüber, dass endlich jemand bei seinem kleinen Spielchen mitspielte und wies dabei direkt auf die grinsende Quinn, während er in der anderen Hand plötzlich wieder ein Mikrofon hielt.
      „Mhm... mhm... das wäre wirklich,wirklich schade, nicht wahr? Wenn ein so liebes, kleines Mädchen nur direkt wieder sterben würde...“, triefte die Stimme des Moderators daraufhin mit gespieltem Bedauern und er lief die Bühne auf und ab, als auch Livia mehr oder weniger die selbe Frage stellte, wobei er das Wort liebesso sehr betonte, dass es geradezu wie Sarkasmus klang, „... aber keine Sorge! Ich wäre sogar so nett dich ein weiteres Mal bei den Hells Games mitspielen zu lassen, sollte das passieren.“, gab er mit einem breiten Lächeln von sich, als wäre dass das größte Geschenk, dass er ihr machen könnte,doch es dauerte nicht besonders lange, als er wieder in der Mitte der Bühne stehen blieb und das freundliche Lächeln dem breiten Grinsen wich und mit einem Schnipsen schwebte dem kleinen Mädchen ein Geschenk entgegen.
      Das Skelett bedeutete ihr mit einem Lächeln, es aufzumachen und wie aus einem Spiel brach ein spezielles Item aus der Kiste hervor, ein grünes Kreuz wie man es auf erste Hilfe Kästen sah, mit einem Pflaster in der Ecke und ein paar Pillen hier und da. Kein allzu schlechtes Design für eine solche spontane Angelegenheit, nicht wahr? Doch das interessanteste daran dürfte der Aufdruck sein, der wie ein Hologramm in hellen, gelben Buchstaben vor dem kleinen Mädchen schwebten und er konnte wirklich nur hoffen, dass sie bereits wusste wie man las.
      Ewige Gesundheit, Immunität gegenüber jegliche Krankheit und Verletzung.
      „Oh, habe ich das beste noch gar nicht erwähnt? Ich Dummerchen.“, schlug er sich spielerisch auf den Schädel und streckte dabei die Zunge zur Seite.
      „Nur wieder zurück ins Leben zu dürfen wäre doch so überauslangweilig... nicht wahr?“, gab er sich gelangweilt und zuckte mit Bedauern mit den Schultern, den Kopf schüttelnd, bevor sein Blick direkt auf Quinn hängen blick, mit einem breiten Grinsen, als könnte er ihre Gedanken hören, dass sie sowieso nicht mehr leben wollte.
      „Da ich ein so überausfreundlicher Geselle bin, will ich mal nicht so sein und nicht einen... sondern zwei Preise zur Verfügung stellen!“, hob er die behandschuhte Hand und hob einen Finger, bevor er einen weiteren hinzufügte.
      „Der Gewinner der diesjährigen Hells Games kriegt nicht nursein Leben zurück, sondern ich will dem – oder der oder... das?“, zuckte er belustigt mit den Schultern, als der Gamemaster versuchte besonders inklusiv zu sein, „Ich werde der Nummer eins persönlich einen Wunsch erfüllen. Wie wäre es denn.. mit Reichtum?“, ließ er seinen Blick durch die Menge schweifen und konnte das ein oder andere Augenpaar aufleuchten sehen, „... Karriere? Die Präsidentenschaft? Macht?“, zuckte er mit den Achseln, als könnte er sich gar nicht so richtig ausmalen, was sich ein Mensch überhaupt wünschen könnte, als sich mit einem Grinsen sein Blick wieder auf Livia legte, „... ewige Gesundheit? Oder...“, nun ließ er seinen Blick ein weiteres Mal durch die Menschenmenge schweifen, „Wie wäre es denn mit der wahren Liebe? Oh, oder wie wäre es denn wenn wir den Welthunger all für alle Mal aus der Welt schaffen?“, über letzteres musste der Clown letztendlich tatsächlich Lachen. Ja genau. Als ob sich jemals ein Sünder so etwas selbstloses wünschen würde!
      Selbst jene Seelen die glaubtenrein zu sein, erkannten früher oder später während den Spielen, dass nur Egoismus sie weiter brachte. Oder sie erreichten schlicht und einfach nicht das Ziel.
      „Oh... nein, nein... wie ulkig das wäre, wenn sich wirklich jemand so etwas wünschen würde. Aber sie alle wären nicht hier, wenn sie wirklichso selbstlos wären... stimmts...?“, bohrten sich seine Augen – oder das, was man als solche bezeichnen konnte – nun in Yazmin, bevor er sich gut gelaunt wieder an das breite Publikum richtete.

      „... oh? Angst zu verlieren, werter Held?“, grinste das Skelett breit, als es plötzlich direkt neben in Ben stand, den Arm an seiner Schulter gelehnt, als wären sie beste Freunde.
      „Nur keine Angst, nur keine Angst! Wir fangen ganz leicht an!“, wuschelte er ihm amüsiert durchs Haar, bevor er so plötzlich wie er aufgetaucht war wieder in einer schwarzen Rauchwolke verschwand, um wieder auf der Bühne aufzutauchen.
      „Aber nun... wenn du das unbedingt wissen möchtest... nur keine Sorge, ihr bekommt nichts, was ihr nicht sowieso schon erhalten hättet.... ein Ticket direkt in die Hölle.“, grinste der Gamemaster breit und mit einer eröffnenden Geste ging er rücklings zur Seite der Bühne, ein weiteres Set von Vorhängen eröffnete sich und gab einen Blick auf das frei, was alle Sünder erwartete: ewige Folter, das Fegefeuer. Blut, Verderben, Schmerzen und so viel mehr, dass sich nicht wirklich in Worte packen ließ, aber doch wunderbar in Bilder, wie der Gamemaster fand!
      Ein Meer aus Blut, Leichen schwammen auf der Oberfläche, nur um plötzlich wieder ins Leben zurück zu kehren, um ein weiteres Mal im eigenen Blut zu ertrinken oder von Monstern zerrissen zu werden, das Geschrei war wie immer Musik in seinen Ohren!
      „Oh seht Mal... dieser liebe kleine Sünder versucht es doch wirklich ans Ufer zu schaffen.“, kicherte der Narr amüsiert, nur dass es kein Ufer gab und jeglicher Versuch dem Schrecken zu entkommen vergeben Lebensmüh war... oder sollte er sagen Todesmühe? Wie auch immer.
      Mit einem schnipsen änderte sich das Schauspiel und die Menge konnte Zeuge davon werden, wie zahlreiche Sünder lebendig verbrannte, die Schreie wurden nur lauter und der Geruch von verbranntem Fleisch machte sich im Raum breit.
      Ein Schnipsen nach dem anderen, immer schneller, brannten sich weitere Bilder von Schrecken und Folter ein, bis die Vorhänge sich mit einem Klatschen wieder schlossen und damit die Vorstellung, der Vorgeschmack auf die Hölle, wieder vorbei war.
      „Nun?“, bettete er die Hände gegen die Hüften, „Gibt es hier irgendjemanden, der freiwillig aufgeben möchte?“, stellte er ihnen tatsächlich frei sich einfach hinter die Bühne zu begeben.
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    • Quinn Kelly

      Ein Wunsch? Dann wusste sie ganz genau, was sie wollte. Quinn ließ ihren Blick kurz zu Lance schweifen und musste feststellen, dass er mit der Person, an die er sie erinnerte, rein garnichts gemein hatte. Aber das war egal. Offenbar konnte sie ja bald wieder zurück in ihr Leben, denn sie würde diese Spiele auf jeden Fall gewinnen. Sie hatte keine Lust, in diesem Feuerbad da hinter der Bühne zu enden, auch wenn es gefühlsmäßig keinen großen Unterschied zu ihrem ehemaligen Leben hatte. Wenn sie nicht hier bleiben konnte, in ihrem Kleid und mit dem Überfluss an Getränken und Häppchen, dann nahm sie definitiv alles in Kauf, um sich diesen einen Wunsch erfüllen zu lassen. Das konnte ja kaum so schwer werden, mit Spielen hatte sie einiges an Erfahrung und der Großteil ihrer Rivalen war ein Haufen alter Knacker.
      „Und? Willst du wieder leben?“, fragte sie Lance mit einem kleinen Grinsen im Gesicht. Die Gegebenheiten hatte sie ziemlich schnell akzeptiert aber ihr Sitznachbar sah noch immer leichenblass aus. Was ihm wohl passiert war, dass er so fertig aussah? Quinn hatte selbst kein Problem damit, sich an ihren Tod zu erinnern. Sie hatte ihn sich schließlich selbst ausgesucht. Und sollte das mit dem Wunsch nicht klappen, wusste sie zumindest, wie sie sich selbst schnell wieder hierher befördern konnte.

      Tian Zhao

      Nein. Er weigerte sich, das zu akzeptieren. Was war eigentlich los mit den Leuten hier, dass die einem Clown so einfach glaubten, wenn er ihnen erzählte, sie seien tot? Auch wenn… hier erschreckend viele alte Menschen saßen… Und das Fegefeuer hinter der Bühne nicht mehr nach Projektion aussah. Sein Sitznachbar schien der einzig vernünftige hier zu sein.
      Tian musste sich zusammenreißen, um sich vor Stress nicht zu übergeben. Sein Blutdruck schien ihm erschreckend niedrig zu sein, der Puls dafür auf 180. War das wirklich noch der Rausch? Oder vielleicht eher eine Überdosis…? Wenn er wirklich tot war, wollte er jedenfalls nicht in alle Ewigkeit diesen Zustand aushalten müssen. Und in Blut zu ertrinken klang auch nicht ideal. Er war Gesindel ja gewohnt, aber die Menschen, die da blutbeschmiert um ihr Leben schrieen, waren auch ihm zu viel. Er wollte doch garnichts anderes, als schnell wieder dorthin zurück, wo er hergekommen war. Sein Leben mochte nicht ideal sein… gewesen sein… was auch immer. Aber wenn er sich einfach etwas wünschen konnte… Vielleicht Reichtum? Tja, das würde einiges ändern.
      Tian konnte es kaum fassen, dass er langsam anfing, den Schwachsinn zu glauben. Aber solange er hier war, sollte er wohl einfach mitspielen. So schnell kam er aus der Situation anscheinend nicht mehr raus. Die Frage war nur, um welche Art von Spielen es hier ging, denn er hatte wirklich kein Talent oder Glück in jeglichem Sinn.
      Je mehr er sich mit der Lage abfand, desto mehr schien sich auch sein Körper wieder zu beruhigen. Aber vor allem… hörte er langsam Stimmen im Kopf. Zu früh gefreut, anscheinend wurde er jetzt endgültig wahnsinnig. Er sah sich etwas verwirrt um, da er das Gefühl hatte, jemand flüsterte ihm ins Ohr. Hörte sich irgendwie an… wie Ben neben ihm. Aber der saß da bloß und sah etwas verzweifelt Richtung Bühne.
      "Tod? Er? Aber wann? Und wie?"
      Mh, okay. Er hatte definitiv nichts gesagt, und trotzdem hörte Tian seine Stimme. Das war irgendwie deutlich mehr, als er gerade verarbeiten konnte. Vielleicht war ein Horrortrip doch nicht so abwegig und er lag gerade eigentlich irgendwo in einem Straßengraben und murmelte etwas von Dämonen und Clowns vor sich hin.
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    • Hiroshi Kawashima

      Sünder? Tod? Heute war ihr Glückstag? Obwohl er einen Augenblick brauchte, um den Ausführungen dieses seltsamen Kerls zu folgen, machte es bei dem Schwarzhaarigen für seine Verhältnisse überraschend schnell Klick.
      Auf eine irgendwie ziemlich verwirrende Weise ergab das Alles total Sinn für Hiroshi. Sie waren tot, logisch. Schließlich hatte der junge Mann sich schon vorher daran erinnert, erschossen worden zu sein. Bei seinem Lebensstil war es auch keine Überraschung gewesen. Ins Leben zurückzukehren? Hörte sich schon etwas wilder an, doch solche Konzepte waren ihm schon aus Manga bekannt. Wie bei YuYuHakusho. Und dass er und Sachiko sich, dem Titel ‚Hells Games‘ nach zu urteilen in der Hölle befanden…naja, das ergab wohl am meisten Sinn von allem. Alles andere hätte Hiroshi ehrlich gewundert. Und am Urteilsvermögen von Gott, den Göttern, oder wer auch immer sonst dafür verantwortlich war zweifeln lassen.
      Fragen hatte er eigentlich keine. Er musste sein ganzes Denkvermögen aufbringen, um den Ausführungen von diesem seltsamen Typen zu folgen und das gerade Gehörte zu verarbeiten, da hatte Hiroshi keine Kapazitäten, seine eigenen Gedanken schweifen zu lassen und zu eigenen Schlüssen zu gelangen.
      „Klingt eigentlich ganz fair.“, murmelte er stattdessen, und ließ seinen Blick kurz zu Sachiko wandern, um ihre Reaktion abzuchecken. Gleich aufgeben kam für Hiroshi gar nicht infrage, warum auch? Ein kurzer Blick auf die anderen Beteiligten, von denen einer zum Beispiel ein kleines Mädchen war und jede Menge unglaublich alter Leute hatte ihm bereits verraten, dass ihre Chancen nicht gerade besonders schlecht waren.


      Lancelot ‚Lancey‘ Oglivy

      Gebannt lauschte Lancey den Ausführungen dieser seltsamen Gestalt. Es dauerte eine Weile, bis die Welle des Unwohlseins, welche ihn bei der Erinnerung an das, was anscheinend sein eigener Tod gewesen war halbwegs vorüber war. Und wenn man es genau betrachtete, sahen seine Aussichten jetzt auch nicht gerade besonders rosig aus. Das ergab doch alles gar keinen Sinn. Lancey war noch nie ein besonderer Fan von Religionen gewesen, er hielt sie für ein durch und durch patriarchales Konstrukt, was nur dazu diente, dass manche Menschen anderen ihren Willen aufzwangen. Wenn Jemand wie er in der Hölle sein musste, ergab das aus seiner Sicht relativ wenig Sinn. Er hatte schließlich nichts verbrochen. Außer eben, es ging hier um die seltsamen Regeln einer überholten Sekte, deren Lebensvorstellungen der Junge aufgrund ihrer unglaublichen Überholtheit nie gefolgt war.
      Erst Quinns Frage riss ihn wieder aus diesen Gedanken.
      Sollte ihr Grinsen ihm nicht irgendwie…Angst machen? Sie sah so vollkommen unbeeindruckt aus, unberührt, als wäre das wirklich nur ein Spiel für sie. Und bedeuteten die detaillierten Ausführungen, die er sich gerade angehört hatte nicht, dass sie etwas verbrochen hatte, damit sie es verdiente, hier zu sein? Obwohl Lancey davon ausging, dass sich das Ganze bei ihm selbst natürlich um einen Fehler handeln musste, erstreckte sich diese Denkweise nicht auf seine Gefährtin. Schließlich kannte er das Mädchen gar nicht. Könnte schon sein, dass mit ihr etwas nicht ganz stimmte. Anstatt nun allerdings etwas von ihr abzurücken, erwiderte er ihre Frage mit einem vorsichtigen Lächeln, und ließ sich von diesen Gedanken nichts anmerken.
      „Mhm. Und du doch auch, nicht? Oder willst du aufgeben? Das wäre doch schade…wir haben uns gerade erst kennengelernt.“, erwiderte Lancey, jetzt etwas ruhiger als eben noch bei dem Gedanken an seinen eigenen Tod, der in ihm so etwas wie eine Panikattacke ausgelöst hatte. Selbst die Bilder von den Leidenden Sündern hatten ihn auf eine seltsame Art kalt gelassen. Auf einer Ebene hatte der Junge schon verstanden, dass es ihm ebenso ergehen könnte, aber es wirkte einfach viel weniger real als die Bilder und Gefühle, die seine Gedanken beherrschten, sobald er über seinen eigenen Tod nachdachte. Es fühlte sich alles so viel unwirklicher an. Fast wie ein Film. Oder eine Fantasiegeschichte in einem Buch, in welcher Lancey jetzt die Hauptrolle spielte.
      „Warte, ich muss eben kurz etwas klären.“, fügte er an Quinn gerichtet hinzu. Er räusperte sich, und hob seine rechte Hand, um die Aufmerksamkeit des Game Masters auf sich zu ziehen. „Also, nur um das gleich klarzustellen, ich möchte natürlich NICHT von vornherein aufgeben. Ich frage mich nur, ob man gegen die Entscheidung, dass ich nach meinem Tod angeblich in die Hölle kommen soll irgendwie Einspruch erheben kann. Denn um ehrlich zu sein, wüsste ich nicht, was ich falsch gemacht habe. Ich würde es wirklich gerne verstehen. Das Ganze hier kommt mir doch etwas…willkürlich vor.“
    • Hosokawa Sachiko

      Auch wenn die kleine Japanerin bereits ein paar kleine Demonstrationen von scheinbar übernatürlichen Spektakeln hier gesehen hatte -der Kellner, der sich einfach die Finger richtete als wäre nichts und dieser Rauch, der sie und Hiroshi auf ihre Plätze verwiesen hatte wie unartige Schulkinder- so konnte man ihr doch deutlich am Gesicht ablesen, dass sie dem ganzen nur schwer Glauben schenken konnte. Sie hatte die Arme vor den Brüsten verschränkt und sich in ihrem Stuhl zurückgelehnt. Ein fein manikürter Finger tippte ungeduldig auf auf ihren Arm während sie nur darauf wartete, dass gleich irgendwo eine Bühnenfassade wegklappte und ein Kamerateam sich zu erkennen gab. Allerdings war die Erinnerung der Kugel, die ihren Schädel durchbohrte, zu frisch und zu real. Es war noch immer bizarr sich an den eigenen Tod erinnern zu können.
      Nichtsdestotrotz nervte sie diese selbstverliebte Stimme des Clowns auf der Bühne so langsam, hört der denn nie auf zu reden? Auch wenn ein paar Punkte sie aufhorchen ließen. Sie war zwar keine Christin, aber dass man sich nicht auf den Teufel und Dämonen einlassen sollte, dazu gab es in jeder Kultur Fabeln und Gleichnisse, alleine schon in Film und Fernseh mehr als genug. Und dennoch, wenn der Narr dort wirklich die Wahrheit sprach und seine Versprechungen halten würde, dann sah das ganze plötzlich komplett anders aus. Nicht nur die Rückkehr in's Leben, sondern man hatte auch noch einen beinahe allmächtigen Wunsch offen im Bezug darauf. Geld, Macht, Charisma, Stärke, Gesundheit... Oder eine Familie die sie so akzeptieren und lieben würde, wie sie nun mal war, schoss es ihr spontan durch den Kopf, nur um sich danach selbst zu fragen, woher denn plötzlich diese romantische Ader kam? War diese Seite von ihr nicht zusammen mit Kaede gestorben?
      Kurz schweifte ihr Blick zu Hiroshi neben ihr. Wie sie es von ihm gewohnt war schien er alle Mühe zu haben den Worten zu folgen. Trotzdem, das Ding dort vorne sprach immer nur im Singular von dem potentiellen Sieger. Eine Person von all den Anwesenden hier würde hier nur lebend raus kommen. Das heißt, wenn sie hier weg möchte, musste sie auch über seine Leiche gehen. Er mag zwar etwas beschränkt sein, dennoch war er Teil der Familie und Sachiko gehörte nicht zu den Leuten, die ihre Untergebenen einfach so verheizte wie ein kapitalistischer Großkonzern.
      Als dann die Gruselshow begann und die Bilder der verschiedenen Höllenebenen präsentiert wurden blickte die Schwarzhaarige wieder für einen Moment nach vorne. Wiedergeburt als niedrige Lebensart wäre ihr da deutlich lieber gewesen als ewige Qualen, aber so wie sie ihr Leben gelebt hat, ist das wohl auch eine Art des Karmas, dachte sie sich resigniert. Hiroshi neben ihr meinte, dass das wohl nur fair sei, wobei sie ihm recht geben musste. Mit einstudierter Mine zeigte sie sich unbeeindruckt als sie zu sich selbst in einer beabsichtigten Lautstärke, sodass andere sie auch hören konnten, murmelte: "Ist das Kasperle-Theater dann bald mal vorbei und wir können mit diesem 'Spaß' beginnen? Wird doch niemand so blöd sein und seine Chance dem zu entgehen gleich von Anfang an wegwerfen."
      Wenn sie ehrlich war, sie wollte wirklich nicht in einem dieser gezeigten Ebenen der Hölle enden, da sie es bereits zu Lebzeiten so getan hat, wird sie auch hier über Leichen gehen, um ihr Ziel zu erreichen, ganz gleich wem die Leiche gehören sollte. Aber das ließ sie sich nicht anmerken, dass es sie doch berührte. Als lebende Frau hatte sie einen festen Kodex gehabt, nachdem sie sich gerichtet hatte: Keine Kinder, keine Vergewaltigungen und wenn es sich einrichten ließ, dann ein kurzer, schmerzloser Tod. In Betracht darauf, wie jung hier jedoch ein paar Anwesende waren, wird sie wohl die erste Regel fallen lassen müssen, auch wenn sie hoffte, dass sie nicht diejenige sein wird, die sich die Hände an ihnen schmutzig sein wird. Apropos Regeln...
      "Ich hätte dann doch noch eine Frage," meldete sie sich mit lauter, fester Stimme aber ohne zu schreien zu Wort, "was sind denn die Spielregeln? Ich schätze mal in der Hölle gibt es nicht wirklich so etwas wie Fair-Play, oder hast du dir dazu auch ein paar lustige Sätze ausgedacht?"


      Livia Amadora

      Genervt rollte sie mit den Augen als der Clown mit der vor Sarkasmus tropfende Stimme sie ansprach. Sie war doch nicht doof, wenn er bereits sagte, dass hier alle Sünder sind, dann schließt das sie doch mit ein. Sie konnte sich auf jeden Fall denken, wieso sie hier gelandet war. Als er ihr dann jedoch das Päckchen zukommen ließ, schaute sie doch etwas überrascht drein. Sie dachte, dass der Clown nur doofe Sprüche aufsagen würde und sich über sie lustig machte, ob das hier also auch nur ein Streich sein wird? Wird wie in einem Cartoon gleich ein weiterer Clown aus der Packung hervorspringen und ihr eine Torte in's Gesicht klatschen?
      Da die Gestalt auf der Bühne sie dazu drängte es zu öffnen gab sie schließlich nach und öffnete das Paket. In bester Lootbox-Manier schoss mit einigen kleinen Effekten ein Objekt daraus hervor. Ein Kreuz mit der Aufschrift "Ewige Gesundheit, Immunität gegenüber jegliche Krankheit und Verletzung." Sie machte große Augen, damit hatte sie nicht gerechnet, war aber äußerst willkommen. Sie hatte ja schon gemerkt, dass sie seitdem sie hier war freier atmen konnte. Ob nur sie diesen Bonus erhalten hatte oder auch die anderen Anwesenden? Wäre auf jeden Fall toll, wenn nur sie so einen Bonus hätte.
      Was die Gestalt danach sagte, war auch von großen Interesse. Nicht nur zurück in's Leben, sie konnte es sich auch aussuchen und hatte einen Wunsch dafür frei. Für Livia war klar, was sie wollte. Sie wollte zurück zu ihrer Schwester Andreana und wenn sie dieses Mal nicht andauernd krank war, dann könnten sie auch viel mehr zusammen machen! Wenn sie gesund wäre, dann hätte sie auch sicherlich nicht ständig Probleme damit mit diesen nervigen Angebern und Mobbern fertig zu werden. Dann könnte sie den Spieß umdrehen!
      Urplötzlich wurde sie dann jedoch aus ihren Gedanken und Wunschvorstellungen über ihre Zukunft gerissen als der hintere Vorhang der Bühne geöffnet wurde und sie sehen musste, was sie im Falle einer Niederlage erwartete. Da sie ja sozusagen in der ersten reihe saß, hatte sie sogar das Gefühl, dass sie die Hitze der Höllenfeuer auf den Wangen spüren konnte und die gepeinigten Schreie der ewig Verdammten drangen ihr bis in's Mark.
      Erst jetzt begriff sie, was das eigentlich für sie vorgesehen war, was für eine Strafe ihre Entscheidungen und Handlungen ihr da eingehandelt hatten. Mit vor Schock weit aufgerissenen Augen konnte sie die immer schnell wechselnden, schrecklichen Szenarien nur anstarren, während sie anfing zu weinen und sich vor Furcht einnässte.
    • Benjamin Walker

      Natürlich wurden wegen dieses "Spiels" einige Fragen gestellt, die auch sehr berechtigt waren und dieser Teufel genierte sich nicht, diese auch zu beantworten. Als Gewinner kam man nicht nur einfach ins Leben zurück, sondern er gewährte dem Sieger auch noch einen Wunsch. Und dieser durfte alles sein! Ben dachte sogar kurz darüber nach, was er sich wünschen würde, er wollte beliebt bei allen sein und als großer Held gefeiert werden, der ja auch ist, oder in diesem Fall war. Doch sein Gedanke verflog schnell wieder, als dieses Skelett plötzlich neben ihm auftauchte und seinen Arm einfach über seine Schulter legte. Ein ganz komischer Schauer erfasste ihn sofort, so als wäre ihm heiß und kalt zugleich. Er spürte auch sofort, welche Macht von diesem Wesen ausging und dass er nichts Gutes verkörperte. "Denk dran, er ist ein Dämon, ein Teufel! Wer garantiert, dass er auch sein Wort halten wird?" ging es ihm durch den Kopf.
      Es schauderte ihn, als die knochigen Finger durch sein Haar wuschelten und auch, als er von ihm als "Held" angesprochen wurde. Dieses Ding schien auch noch ziemlich viel über ihn und bestimmt auch die anderen Leute hier zu wissen. Kurz sah sich Benjamin noch mal um und unweigerlich fragte er sich, was diese Menschen hier alle verbrochen hatten, um hier in der Hölle zu landen. Manch einem sah man es doch direkt an, mit den Gang-Tattoos und dem grimmigen, ja fast schon mordlüsternen Blick. Doch viele der Leute sahen wie unschuldige Bürger aus. Das sind wohl auch die gefährlichsten, da man sie am schlechtesten einschätzen konnte.
      Auch dieser Gedankengang wurde von dem Teufel unterbrochen, als er aufzeigte, wo man landen würde, wenn man nicht bei dem Spiel mitmachen und wo auch die Kandidaten laden werden, wenn sie ausscheiden; in der Hölle. Und diese war noch grauenvoller, wie man sie in Film und Fernsehen zeigte.
      Nein, Benjamin würde nicht sofort dort hin wollen, um den Qualen des Fegefeuers ausgesetzt zu sein. Er würde diesen Strohhalm ergreifen, um aus der Hölle zu entkommen!

      Yazmin Spencer

      Ihr Atem stockte, als diese leeren Augen direkt in ihre blickten, so als sehe dieser Teufel direkt in ihre Seele. Doch was sah dieser Dämon dort? Yazmin ist immer noch felsenfest davon überzeugt, dass sie kein schlimmes Verbrechen in ihrem Leben begangen hatte. Ihr kamen nur hier und da ein paar Jugendsünden in den Sinn, doch kein schreckliches und verwerfliches Verbrechen. Seine Worte verunsicherten die Blonde kurz, aber sie gehörte zu den Selbstlosen. Das wusste sie einfach und würde es wohl auch bis zum bitteren Ende glauben. "Und wenn der Sieger sich einfach wünscht, dass alle wieder ins Leben zurückgebracht werden?" fragte sie sich kurz. Mit so einem Wunsch würde dieser Teufel doch bestimmt nicht rechnen.
      Dann zuckte Yazmin erneut doch sehr heftig zusammen, als sie die Bilder sah, von den gequälten Seelen, die immer wieder gefoltert und gepeinigt wurden. Diese Bilder machten ihr wirklich Angst. Sie wollte dort nicht sein. Sie war hier falsch! Und jenem Augenblick, wie sie das dachte, sprach auch jemand einen ähnlichen Gedankengang aus. Sie sah zu dem Jungen (Lancey), der wirklich sehr knabenhaft aussah und nicht wie ein erwachsener Mann. Sie war auf die Antwort des Teufels gespannt. Vielleicht gab es wirklich hier und da ein Irrtum. An diese Idee klammerte sich Yazmin sich doch sehr verzweifelt, denn sie wollte und konnte einfach nicht glauben, dass die in die Hölle gehörte.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


      Quelle
    • Jake Blackwood

      Stumm hatte der Schwarzhaarige der Show vor seinen Augen gefolgt, wurde wie alle anderen auch mit so vielen Informationen auf einmal überrumpelt, dass er sich nicht sicher sein konnte, was er glauben sollte und was nicht. Kamen daher seine Kopfschmerzen? Von seinem Tod? Oder vielleicht schützte seine Psyche ihn auch davor sich daran zu erinnern? Er musste zugeben, dass es ihn nicht besonders überraschen würde, wenn er einem grausamen Ende entgegen hatte blicken müssen... dennoch frustrierte es ihn.
      Er war doch immer so vorsichtig gewesen.... und nun schien er wohl in der Hölle zu sein und das in jungen Jahren von 24. Gerne hätte er sich beschwert, wenn man ihm nicht bereist deutlich gemacht hätte, dass Alter hier keine Rolle spielte.
      Wie alt war dieses Kind? Fünf? Acht? Das konnte er nicht so richtig einschätzen, aber er war sich ziemlich sicher, dass das kein Ort für Kinder war und es überraschte ihn nicht, dass sie zu weinen angefange hatte. Natürlich musste all dies zu viel für ein kleines Mädchen sein. Nicht nur für kleine Mädchen, auch einen alten Mann konnte er ein paar Tische weiter weinen hören... keine Sorge, alter Mann, ihm war auch zum Weinen zumute.
      Nicht das er das tun würde. In Moment wie diesen musste man einen kühlen Kopf halten... so sehr dieses verdammte Skelett auch zu versuchen schien ihnen Angst zu machen und mit Informationen zu überfordern. Hörte der Kerl... war dieses Ding überhaupt ein Kerl? Zumindest nahm Jake dies anhand der tiefen Stimme des Skeletts an... war ja auch ziemlich egal.
      Jake würde lügen zu behaupten, dass ihn dieser Wunsch nicht interessierte, sich bereits Gedanken darüber machte, welchen er den äußern könnte, aber noch mehr als das, wollte er schlicht und einfach überleben und nicht in diesem verdammten Höllenbecken landen.
      Er war noch nie ein großer Freund von Schmerzen gewesen, er würde in dieser Hölle keine Sekunde lang überleben, da war er sich sicher. Er ließ seinen Blick über den Raum schweifen... zunächst musste er Kameraden finden, oder besser gesagt Leute, die er ausnutzen und als Sprungbrett benutzen konnte. Er glaubte keine Sekunde lang daran, dass er diese Spiele alleine überleben konnte.
      Dann glitt sein Blick zu Yazmin... vielleicht konnte er sie ja fürs erste um den Finger wickeln. Zumindest wirkte sie unter dem ganzen Rest recht harmlos und sie hatten ja bereits Bekanntschaft gemacht... und dies war sicherlich nicht der Ort um Risiken aus dem Weg zu gehen.
      Mit einem Lächeln, das aufmunternd oder zumindest beruhigend wirken sollte, legte der Schwarzhaarige der Blonden die Hand sanft auf ihre, als er merkte, dass sie Angst bekam.
      „Der Kerl versucht doch nur uns Angst zu machen. Mach dir keine Sorgen, Yazmin. Uns fällt sicher schon etwas ein um hier raus zu kommen.“, fügte er flüsternd hinzu im Versuch ihr ein gutes Gefühl zu geben und Vertrauen aufzubauen. Er würde nutzen, was auch immer er bekam.
      Er machte sich keine große Hoffnungen, dass das Skelett es sich anders überlegen würde und Leute, die meinten nicht hierher zu gehören, wieder zurück – oder sonst wo hin – schicken würde. Und selbst wenn: er wusste ja selbst, dass er nicht in den Himmel gehörte.
      Seine Hand auf Yazmins liegend, sachte genug, dass sie diese jeder Zeit weg ziehen konnte, wenn sie wollte, richtete er den Blick nun wieder zurück zu der Bühne, wollte er doch keinen noch so kleinen Hinweis verpassen.
      Besonders die Frage nach den Regeln interessierte ihn... viel hatte der Hampelmann ihnen ja noch nicht verraten, sondern nur versucht ihnen Angst zu machen oder Honig ums Maul zu schmieren, direkt hintereinander, was ihn Erschaudern ließ.
      Er müsste lügen zu behaupten, dass ihm diese ganze Situation keine Angst machte. Er hatte höllischeAngst – durfte man das in der Hölle überhaupt sagen?
      Am liebsten würde er sich in irgendeinem Bett verkriechen und gar nicht mehr aufstehen, oder noch besser: eine rauchen, bis er nichts mehr von dieser Angst spürte.
      Doch er wusste auch, dass er sich zusammen reißen musste, wenn er hier raus wollte. Was ihn jedoch auch nicht davon abhielt am ganzen Leib zu zittern, so sehr er auch versuchte es zu unterdrücken.
      Er drückte Yazmins Hand ein bisschen stärker... und dieses Mal nicht, um sie zu beruhigen.

      Emerald Senora

      Oh wow. Wer hätte das erwartet? Dann hatte sie sich diesen Schlag wohl doch nicht nur eingebildet, aber dass sie dann bei einer Veranstaltung aufwachen würde, die ihre zehn Zentimeter Absätze verdiente... sie war sich ziemlich sicher, dass sie diese nicht selber angezogen hatte.
      Bedeutete dass, dass dieser Teufel diese Veranstaltung als etwas ganz besonderes ansah? So wie er sich verhielt, war dem wahrscheinlich so... und ganz ehrlich, hatte sie etwas besseres zu tun als ein paar Spiele in der Hölle zu spielen?
      Mit einem Grinsen lehnte sich die Rothaarige in ihrem Stuhl zurück und genoss die Show, so gut es eben ging, wenn man in der Hölle war und nicht nur einem Skelett beim ewigen Monolog zuhören musste, sondern auch noch Bildern von der eigentlichen Hölle ausgesetzt wurde... wie schade. Dann war dieses Luxusvolier doch nicht die eigentliche Hölle? Bummer. Sie hätte nichts dagegen gehabt, hier zu bleiben. In dem hübschen Kleid, mit den ansehnlichen Kellnern... und dem ein oder anderen Glass Champagner.
      Natürlich würde sie nur zu gerne gewinnen und diesen Preis einsacken, nicht nur wieder Leben, sondern auch noch einen Wunsch frei haben, der den Worten des Teufels nach keine Grenzen hat? Wer würde dazu nein sagen?
      Jedoch hatte das einen Hacken: dafür müsste sie nun einmal gewinnen.
      Und anstatt nun ihre Chancen auszurechnen, machte Emerald lieber das, was sie schon immer getan hatte: sich zurück lehnen, die Dinge einfach auf sie zukommen lassen und sehen, wie sie bei der ganzen Sache noch ihren Spaß haben konnte.
      Ah, die Sachen mit den Höllenbildern? Dafür hatte die Rothaarige eine ganz einfache Lösung: sie schaute einfach weg. Sie wollte gar nicht erst wissen, was die Hölle zu bieten hatte, die Schreie alleine reichten, um ihr ein mulmiges Gefühl zu geben und einen Schauer über den Rücken zu jagen und sie konnte nichts von beidem in diesem Moment gebrauchen.
      Stattdessen nutze sie den Moment, um einen Kellner zu sich zu winken und sich noch ein Glas Champagner zu gönnen... bis sie Livia neben sich weinen hörte und zusammen zuckte, bevor sie zu ihr blickte.
      Ah... sie hatte nicht daran gedacht dem Kind die Augen zuzuhalten. Die Arme.
      „Oh nein... du armes Ding...“, seufze sie tief und stellte das Glas wieder auf den Tisch – nicht ohne für einen Moment zu überlegen, ob sie das Glas nicht einfach Livia anbieten sollte, aber selbst sie wusste, dass man einem Kind keine Alkohol geben sollte – bevor sie sachte den Arm um sie legte und sie zu sich zog, im Versuch sie mit einer halben Umarmung zu trösten.
      Sie begann ihr das Haar aus dem Gesicht zu wischen und mit der anderen Hand nach einer der hübsch gefalteten Servietten auf dem Tisch zu greifen, um dem Kind damit die Tränen zu trocknen.
      „Einem Kind solche Angst zu machen... schämt sich das Ding denn gar nicht?“
      Handelte es sich hier überhaupt um Spiele, bei dem ein so junges Kind überhaupt eine Chance hatte? War das nicht zu grausam?

      Der Gamemaster

      Als Lancey seine Hand hob, schlich sich ein breites Grinsen auf das Gesicht des Skeletts und mit einem Fingerschnippen begann sich schwarzer Rauch um den Tisch der beiden zu bilden und Stück für Stück den Schwarzhaarigen einzukreisen... bis dieser sich erklärte und das Gesicht des Narren einen überraschten Ausdruck annahm, bevor er zu Kichern begann und mit einem weiteren Fingerschnippen den Rauch wieder verschwinden ließ. Das Grinsen auf seinen Zügen jedoch wollte nicht verschwinden.
      „Oh? Nicht? Schade.“, kommentierte der Gamemaster mit einem Kichern und streckte fast schon entschuldigen die Arme zur Seite.
      „Gut dass du das sagst! Ich war schon kurz davor dich in die Hölle zu ziehen! Wie lustig das wäre, wenn du nur wegen einem Versehen dort gelandet wärst!“, ließ er es klingen, als wäre es eines der witzigsten Dinge, die er in letzter Zeit erlebt hatte und konnte für eine Zeit lang nicht mehr mit dem Lachen aufhören, sich die Arme über den Bauch – zumindest dort, wo ein Bauch hätte sein müssen – haltend.
      Ein paar Minuten vergingen, bis der Narr sich wieder aufrichtete und eine imaginäre Lachträne aus dem Gesicht wischte.
      „Wirklich, wenn du das nur eine Sekunde später gesagt hättest... nun gut, wie war die Frage nochmal... achja!“, schien er sich mit einem Schnippsen wieder zu erinnern, verschwand jedoch im nächsten Moment in einer Rauchwolke und stand nun zwischen Quinn und Lancey, den Arm auf dem Kopf von letzterem ruhend.
      „Du bist also der Meinung, dass du nicht hierher gehörst... your girls boyfriend 1998?“, flüsterte er letzteres so leise, das nur Lancey und Quinn ihn hören konnten und das Grinsen in seinem Gesicht wuchs mit jedem einzelnen Wort.
      „Was würden wohl deine Freunde dazu sagen, uwu kitty?“, folgte ein Kichern, bevor der Narr sich wieder aufrichtete, dem Jungen durchs Haar wuschelte und im nächsten wieder verschwand, um auf der Bühne zu stehen.
      „Mhmm... es scheint wohl keiner aufgeben zu wollen... was...?“, murmelte das Skelett zu sich selbst, über die Tische und Menschenmenge blickend, doch trotz zahlreicher verängstigter Gesichter, weinender Personen und der ein oder anderen Panik Attacke, schien niemand die Hand oder die Stimme zu erheben.
      „Eigenartig... hab ich dieses Mal wohl zu dick aufgetragen? Normalerweise müssten doch jetzt ein oder zwei Leute ausscheiden...“, schien er vor sich hin zu murmeln, jedoch vollkommen vergessend, dass er bereits wieder ein Mikrofon in Händen hielt, bevor das Grinsen zurückkehrte.
      „Nun gut, nun gut, ist ja gut, Sa-chan, dann spielen wir eben. Musst du allen den Spaß verderben?“, rollte das Skelett mit... nun, er hatte keine Augen, aber zumindest wirkte es irgendwie so, als würde er die Augen rollen, auf ganz merkwürdige Art und Weise. Als würde sich die Dunkelheit in seinen Augen bewegen, wo eigentlich nichts sein sollte.
      „Natürlich sind die Spielregeln für jedes Spiel anders, Schätzchen.“, fügte er mit einem allzu süßen Lächeln hinzu und wackelte mit dem Finger, als würde er ihr Unwissen tadeln.
      „Und nur keine Sorge, wir fangen ganz einfach an... und weil ich sounglaublich nett bin... wer immer noch“, konnte er es sich nicht verkneifen einen Blick zu Lancey zu werfen, „der Meinung ist nicht hierher zu gehören, dem mache ich ein überaus großzügiges Angebot.“
      Hob er einen behandschuhten Finger, als müsste er die Aufmerksamkeit aller wieder auf sich ziehen.
      „Überlebe diese Runde und zeige dir persönliche deine Sünden auf. Ist das nicht fabelhaft?! Womöglich lasse ich auch eure neuen Freunde an der Show teilhaben.“, stellte er mit einem breiten Lächeln in Aussicht, als wäre es wirklich eine Belohnung, auf die man sich freuen konnte.
      „Aber dann wollen wir mal nicht so sein, bevor Sa-chan noch allen eine Kugel durch den Kopf schießt...“, folgte ein weiteres Schnippsen und vor den Teilnehmern erschien eine hochwertige, schwarze Karte. Jene, die für Luxushotelzimmer genutzt wurden.
      „Sicherlich war das ein langer Tag für sie alle... ruhen sie sich doch erstmal aus. Sie sollten ihre Zimmer ganz leicht finden, einfach die Tür mit ihrem Namen aufsuchen... nur leider sind die Fahrstühle derzeit außer Betrieb, sie werden also die Treppen und Gänge benutzen müssen... oh, und weil wir schon bei großzügig sind: streicheln sie es nicht.“, fügte der Narr mit einem breiten Grinsen hinzu und schon wurden sämtliche Türen vom Personal geöffnet und den Sündern gestikuliert, dass sie gehen durften.
      Wie viele wohl realisiert hatten, dass damit das erste Spiel begonnen hat?
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    • Quinn Kelly

      Hm… das war nicht gut. Eine Sünden-Show? Quinn wusste, warum sie hier war. Es wäre allerdings vorteilhafter, wenn es sonst keiner erfuhr. Nicht, dass sie auch nur ansatzweise etwas bereute, aber… Zumindest Lancey wirkte nicht unbedingt, als hätte er einen starken Magen. Die Show würde ihre gerade beginnende Freundschaft schnell zu einem Ende bringen.
      Quinn stand etwas nachdenklich auf, den Blick auf ihre kleine Schlüsselkarte gerichtet. Sie hatte keine Ahnung, was das Skelett vorhin vor sich hin gemurmelt hatte, als es hinter ihr gestanden hatte. Aber wenn Lancey selbst nicht wusste, was er verbrochen hatte, konnte es kaum sehr schlimm sein. Er wirkte nicht wie jemand, der hierher gehörte. Aber auch das kleine Mädchen dort vorne sah nicht wie der typische Sünder aus, wenn man dazu ein Bild im Kopf haben konnte. Naja, dem entsprach Quinn vielleicht selbst auch nicht ganz. Sie sah zu Lancey. Wusste er jetzt, was ihn in die Hölle gebracht hatte? Eins musste man dem Skelett lassen, es wusste, wie man Interesse anfachte. Selbst würde sie allzu gerne die Sünden aller Anwesenden einmal vor sich sehen. Tief in ihrem Inneren verspürte sie sogar so etwas… wie eine Challenge. Ob jemand etwas schlimmeres gemacht hatte, als sie? Sie würde es zu gerne sehen.
      "Hey, kannst du dich erinnern, was du angestellt hast?", fragte Quinn Lance leise, wohlwissend dass sie selbst definitiv kein Wort über ihre Sünden verlieren würde, während sie in langsamen Schritten der Traube an Menschen folgte, die sich aus dem Saal hinaus bewegte und mehr oder weniger freiwillig die erste Runde antrat. Je länger sie hier war, desto glücklicher war sie tatsächlich über alle Entscheidungen, die sie getroffen hatte. Ein Luxushotel und Wünsche, die einem erfüllt wurden? Sie sah bisher kaum Nachteile an ihrer Gesamtsituation. Aber was genau durfte sie nicht streicheln? Irgendetwas bissiges?
      Bei jeder Aussage des Skeletts war ihr ein Kribbeln durch den Körper gegangen. Wie konnte da bloß irgendjemand zu heulen beginnen? Ihr Leben, oder ihr Tod, war noch nie aufregender gewesen.

      Tian Zhao

      Es war überaus irritierend, jemandes Stimme im Kopf zu haben. Tian hätte nie damit gerechnet, dass er damit mal zurecht kommen musste. Aber man konnte wohl nie wissen, was als nächstes passierte. Im Nachhinein betrachtet hätte er vielleicht mal eine Rehabilitation ins Auge fassen sollen, als er noch gelebt hatte.
      Bens Motivation, dieses Spiel zu gewinnen, war ein wenig beängstigend, gab Tian allerdings einen Einblick, wie vermutlich der Großteil der Leute hier dachte. Und je länger er hier war… desto weniger brauchte er vage Einblicke, da er die Gedanken hörte, als wären es seine eigenen. Entweder das, oder er wurde wahnsinnig. Alles in allem würde er sich da wohl noch eine ganze Weile unsicher sein. Er schätzte jedenfalls die Momente, in denen er high gewesen und sein Kopf wie leergefegt war. Wenn das hier die Hölle war, musste es doch irgendwo etwas stärkeres als Champagner geben, oder nicht? Sich ins Koma zu saufen klang gerade wie ein absoluter Traum verglichen dazu, dutzende fremde Stimmen im Kopf haben, die alle durcheinander redeten und ihm das Gefühl gaben, dass sein Kopf gleich explodierte.
      Als die Zimmerkarte in Tians Hand auftauchte, sackten seine Schultern vor Erleichterung ein wenig ein. Ein Bett war es, das er gerade brauchte. Auch wenn ihm die Anmerkung, irgendetwas nicht streicheln zu dürfen, wieder Gänsehaut verpasste. Er betete zum Universum, dass er das erste Spiel ein wenig umgehen und sich erstmal hinlegen und die Kopfschmerzen loswerden konnte, bevor er um sein Leben kämpfen musste. Verlieren wollte er definitiv genauso wenig, wie sein Sitznachbar, auch wenn die kleine 'Show' nach der ersten Runde nicht nach etwas klang, das er unbedingt sehen wollte. Was konnte das sein? Eine Compilation, wie er nach einer langen Nacht das Haus seiner Eltern vollkotzte? Gott, die Erinnerungen durften gerne begraben bleiben.
      Im Kopf begann Tian bereits Szenarien abzuspielen, welche Arten von Lebewesen es in der Hölle wohl so gab, und welches davon dasjenige sein konnte, dem er nun bestmöglich aus dem Weg gehen würde, um die Runde schön passiv zu überleben. Auf jeden Fall würde er nichts anfassen, das ihm in die Quere kam. Die Warnung des Skeletts brannte sich bereits ein. Nun musste er nur überlegen, ob es besser war, das Risiko der Dummheit anderer für ein wenig Zusammenhalt einzugehen, oder ob er alleine dann doch besser dran war. Tian warf Ben einen kurzen Blick zu, dann sah er durch den Raum. Er war nicht der einzige, der sich die Frage stellte. Hier und da begannen Leute bereits, sich an andere zu ketten um sich einen persönlichen Vorteil zu schaffen. Tian musste beinahe lachen. Wen wunderte es schon, dass hier ein Haufen Egoisten versammelt waren? Sie waren schließlich in der Hölle. Wenn man seine Selbstsucht irgendwo nicht zurückhalten musste, dann wohl hier.
      "Runde Eins klingt ja noch ganz in Ordnung, findest du nicht?", fragte er Ben. "Ich hab schon mit einer realen Version von 'Der Boden ist Lava' gerechnet" Er schmunzelte.
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    • Hosokawa Sachiko

      Genervt, nein, eher gereizt knirschte die Japanerin mit den Zähnen. Eigentlich versuchte sie ja immer sich nichts von ihren Innenleben anmerken zu lassen, nur war sie leider viel zu leicht zu reizen, weswegen sie diese Mimik nur schlecht unterdrücken konnte. Diese Frechheit, sie einfach so Sa-chan zu nennen. Die einzigen, die sie so nennen dürfen, sind die Frauen, mit denen sie das Bett teilt! Und dieser Clown gehört da definitiv nicht dazu. So langsam hatte sie die Faxen mit dem echt dicke. Dummerweise hatte er hier das sagen und machte im wahrsten Sinn des Wortes die Spielregeln. Hoffentlich war der Kerl bald mal fertig sich über diesen trotteligen Jungen zu amüsieren, der behauptet nicht hier her zu gehören. Sachiko wusste, das was sie im Leben vollbracht hatte, hat sie ganz sicher das hier beschert. Ein wenig überraschend fand sie aber schon, dass der Bursche deswegen rumjammerte, aber das kleine Mädchen -das zwar auch heulte- zumindest keine Einwände erhob. Na ja, ihr konnte es ja egal sein.
      Was sie aber tatsächlich interessierte war die eher schwammige Antwort auf ihre Frage. Noch immer hatte der Teufel mehr Spaß daran diesen uwu Kitty zu schikanieren als vernünftig auf ihre Frage einzugehen. Alles was sie als Antwort bekam, war dass es Regeln für die Spiele gab und dass sie sich unterscheiden. So viel war ja klar. Aber es gab wohl offensichtlich keine allgemeinen Regeln die während und außerhalb dieser Spiele galten. So wie dass man seine Mitspieler nicht einfach so aus dem Weg räumen könnte. Damit sollte sie das Feld doch etwas ausdünnen können. Aber bei so vielen Leuten hier wäre es nicht überraschend, wenn sich noch weitere Mörder hier aufhalten würden, die genauso dachten, das hieß dann also immer schön aufpassen. Nur mit Hiroshi konnte es durchaus eng werden.
      "Na endlich!" zischte Sachiko schließlich, als die Karten vor allen auf den Tischen erschienen und die Türen geöffnet wurden. Mit einer schnellen Bewegung schnappte sie sich ihre und überprüfte die Nummer. 69. Sie rollte kurz mit den Augen und seufzte. Normalerweise ist die Aufteilung von Hotels ja gerne so, dass die erste Nummer das Stockwerk angab und die restlichen die Zimmernummer. Das hieß also entweder war ihr Zimmer das neunte von neun Zimmern im sechsten Stock -eher unwahrscheinlich- oder das 69. im Erdgeschoss. So pompös und dick aufgetragen wie das hier alles war, würde es sie nicht überraschen wenn das Erdgeschoss wirklich so viele Zimmer hätte.
      Aber ein Gedanke kam ihr dann auch noch, etwas von dem, was der Clown gesagt hatte, verwirrte sie. "streicheln Sie es nicht." Was war damit wohl gemeint? Die Zimmerkarte? Das Zimmer? Oder war da irgendetwas auf den Gängen, von dem da die Rede war? Vielleicht eine Art Monster? Eine Höllenbestie? Und alles was sie hatte, war dieses lächerliche Kleid, bei dem sie sicherlich irgendwas blank zog wenn sie sich unbedacht bewegte und diese Zimmerkarte. Und Hiroshi.
      "Komm, wir gehen," teilte sie ihrem Untergebenen mit und stand auf. Mit schnellen, zielsicheren Schritten ging sie auf den nächsten Ausgang zu. Natürlich, sie könnte einen der Angestellten fragen, wo ihr Zimmer war, aber irgendwie hatte sie das Gefühl, sie würde doch eh keine nützliche Information aus denen heraus bekommen.
      Die Gänge außerhalb dieses Theaters waren an sich so, wie man sich einen Flur in einem noblen Hotel vorstellte. Nur in erster Linie schwarz und rot gehalten. Rote Läufer, Bilder die in erster Linie in rot gehalten waren und der Fußboden so wie die Wände bestanden hauptsächlich aus einer Art schwarzen Mamor. Zugegen, dieser sah edel aus. "Wie klischeehaft, aber was erwartet man auch von der Hölle? Sicherlich keinen guten Geschmack," murrte Sachiko und inspizierte die Schilder an den Türen, an denen sie vorbei kam ehe sie langsamer machte und sich zu Hiroshi wand: "Welche Nummer hast du eigentlich?"


      Livia Amadora

      Sie wollte hier einfach nur weg, sie wollte zurück zu Andreana und ihrer Oma. Aber ganz gleich wie sehr sie es auch wünschte, für jemanden der in der Hölle gelandet war schienen die Engel und Gott kein erbarmen zu haben und dachten wohl nicht einmal im Traum daran, ihr ein Wunder zu schenken. Immer noch starr vor Schock realisierte nicht einmal, dass Emerald sie in den Arm nahm um sie zu trösten. Oder dass eine schwarze Karte vor ihr auf dem Tisch aufgetaucht ist. Wieso musste auch sie hier landen? Sie war doch noch jung und nicht so alt wie alle anderen hier, das war einfach unfair!
      Als sich die Panik und der dadurch ausgelöste Schock endlich verflüchtigt hatte, wurde sie so gleich von Scham abgelöst und die besagte Röte schoss ihr sofort auf die Wangen. Nicht nur hatte sie angefangen vor all den Leuten hier zu weinen, nein, sie hatte sich sogar in ihr Höschen gemacht. Sie würde am liebsten im Boden versinken. Sie presste die Beine in ihrem nassen Kleid zusammen und schaute betreten zu Boden. "I-ich möchte auf mein Zimmer..." murmelte sie leise, nahezu kaum hörbar. Von den Gesprächen anderer Personen um sie herum, schnappte sie auf, dass diese schwarzen Karten Zimmerkarten waren und ihnen verrieten welches Zimmer ihres war, aber nicht wo es sich befindet. Während einige scheinbar direkt los ging, schienen andere erst lang und breit über Strategien und sonst was diskutieren zu wollen. Ein paar wenige blieben sogar sitzen und schienen noch locker zu plaudern, als hätten sie sich hier nur zum Brunch getroffen.
      Steifbeinig hüpfte Livia vom Stuhl und zupfte am Rock ihres Kleides herum. Zum Glück war es schwarz, da sah man die Feuchtigkeit nicht, dennoch war es ihr peinlich und sie wagte es kaum den Blick zu heben, außer um eben die Karte vom Tisch zu nehmen und langsam in Richtung einer der Ausgänge zu gehen. Sie hatte zwar keine Ahnung wo sie hin musste, sie hatte sich nicht einmal die Zimmernummer angesehen und achtete auch nicht darauf, was Emerald machte. Gott, war das peinlich! Und unangenehm in den nassen Sachen! So was war ihr seit dem Kindergarten nicht mehr passiert, und da hatte sie es auch nur gemacht, damit sich Andreana, der das Missgeschick eigentlich geschah, sich nicht so schämen musste, immerhin waren sie ja dann zu zweit gewesen.
      Jetzt wollte sie aber fürs erste einmal nur irgendwohin, wo weniger Menschen waren. Wieso musste dieses doofe Skelettpuppe sie auch so erschrecken, sie hasst diesen gemeinen Clown. Als ihr dann jedoch die Vorstellung in durch den Kopf geisterte, wie sie ihn langsam mit einem Messer aufschlitzte, schlich sich doch ein kleines Lächeln auf ihre Lippen und Erregung flutete ihren Körper. Das gab ihr wieder ein bisschen mehr Energie weiter zu machen und nach vorne zu sehen.
    • Yazmin Spencer

      Es war eine aussichtslose Hoffnung gewesen zu glauben, dass es sich hier wohl um einen Irrtum hielt und der Dämon sie und die wenigen anderen Unschuldigen gehen ließ. Es mussten wohl auch kleine Sünden reichen, um in der Hölle zu landen und wer konnte sich schon frei sprechen, nie in seinem Leben eine Missetat begangen zu haben. Da schien es wohl auch egal zu sein, ob man zu dem Zeitpunkt ein Kind oder Teenager war, was man an dem kleinen Mädchen sehr gut sehen konnte. Yazmin konnte auch gut darauf verzichten gezeigt zu bekommen, weshalb sie hier gelandet war. Die wenigen Jugendsünden waren ihr in dem Augenblick nur zu klar bewusst.
      Sie sah dann zu Jake, der seine Hand auf ihre legte und ihr damit wenigstens ein bisschen Trost spenden konnte.
      "Damit hat er leider ziemlich guten Erfolg bei mir." gab sie eingeschüchtert von sich, als er dazu meinte, der Harlekin will ihnen doch nur Angst machen. Es schauderte ihr schon, diesem skelettähnlichen Wesen bei seinen unnatürlichen und unmenschlichen Bewegungen zuzuschauen, so er manchmal seinen Kopf viel zu weit drehte oder seine Arme und Bein in einem Winkel abstanden, wie es nur bei gebrochenen Knochen möglich war. Das zu sehen, bereitete der Krankenschwester unglaubliches Unbehagen und machte ihr nur noch mehr bewusst, dass die kein Mensch sein konnte.
      Yazmin sah dann wieder zu Jake, der gerade ihre Hand etwas drückte. Er gab sich optimistisch, doch bemerkte sie auch sein leichtes Zittern. Aber wer war sie, das zu verurteilen, sie selber war noch immer wie gelähmt. Es machte es auch nicht besser, als sie mitbekam, dass es hier im Raum wohl eine Person gab, die wohl nicht zögern würde, ihre Mitstreiter auszuschalten. Das jedenfalls behauptete der Gamemaster und da sie ja in der Hölle sind, glaubte sie ihm das auch.
      Es gab also Spielregeln und jedes Spiel hatte wiederum neue Regeln.
      Die Blonde zuckte leicht zusammen, als dann plötzlich direkt vor ihrer Nase eine schwarze Schlüsselkarte auftauchte. Sie schwebte eine Zeit lang vor ihre herum und als sie diese mit ihren Fingern leicht berührte, fiel diese vor auf den Tisch. Erst jetzt wagte sie es, die Karte in die Hand zunehmen und betrachtete diese kurz etwas genauer. Doch ihr fiel nichts Besonderes auf, außer die Nummer, die man erkennen konnte, wenn man die Karte etwas schief hielt. 71 konnte sie lesen und ansonsten wirkte dies wie eine normale Schlüsselkarte, wie die man aus Hotels kannte.
      Jeder bekam anscheinend so eine und etwas überfordert, sah wieder zu Jake. "Sollen wir vielleicht zusammen bleiben und gemeinsam unsere Zimmer suchen?" fragte sie ihn vorsichtig. "Ich habe die 71 Nummer." teilte sie dem Dunkelhaarigen auch gleich mit. Um ehrlich zu sein wäre es ihr sogar lieber, mit dem Mann ein Zimmer zu teilen. Bis jetzt war er sehr freundlich zu ihr und machte auf Yazmin nicht den Eindruck, dass er ihr etwas Böses wollte. Außerdem würde sie wohl vor Angst und Sorge kein Auge zubekommen, wenn sie alleine in einem Zimmer bleiben müsste. Zu sehr würde sie befürchten, dass irgendetwas Monströses plötzlich in ihr Zimmer eindrang, um … ja um was denn? Sie fressen, erschrecken, entführen oder gar schlimmeres? Das wollte sich die Blonde erst gar nicht vorstellen.

      Benjamin Walker

      Aufmerksam hörte Benjamin zu, was dieser Dämon noch so alles erzählte, über seine Hell Games erzählte. Jede Information war wichtig und klang sie noch so bedeutungslos. Als dann die Karte vor ihm erschien, schnappte er sich diese direkt aus der Luft und steckte sie in seine Hosentasche. Er hatte darauf eine 55 erkennen können. Eher zögerlich machten sich die ersten auf den Weg und es schienen sich schon mehrere Zweigruppen gebildet zu haben. Er fragte sich auch, ob sich hier manche untereinander sogar kannten.
      Als er dann Tians Stimme hörte, sah er zu diesem und war doch sehr erstaunt über seine Worte. Er hätte die halbe Portion als nicht so abgebrüht eingeschätzt und im Gegensatz zu den meisten hier, wirkte der Rotschopf doch schon fast entspannt. Mehr oder minder, bemerkte Ben den doch gequälten Ausdruck in seinen Augen, so als hätte er Schmerzen.
      "Alles in Ordnung?" fragte er daher Tian, mit aufrichtigen Worten. Schließlich ist er ein Feuerwehrmann und hat einen Eid geschworen, Menschen in Not zu helfen. Er konnte hier ja eh nicht alle auf einmal retten, aber mit dem Burschen, den er wenigstens schon ein bisschen kennenlernen durfte, konnte er ja anfangen.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


      Quelle