Schlägt dein Herz noch? [Yumia & Shio]

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    • Liam Davis

      Ich versuchte sie nicht anzusehen. Sie war bildschön. Ja das war sie und klug noch dazu. Doch es fiel mir sehr schwer. Zumal sie nur ein paar Zentimeter neben mir auf der Schaukel sahs und fröhlich hin und her wippte. Ob dieses Mädchen auch so viele Sorgen und Ängste hatte wie ich? Nein sie schien perfekt zu sein. Makellos. Genau so wie ich es auch sein wollte. Doch ich war es nie und werde es auch nie sein.
      "Es freut mich das dir meine Party gefällt, auch wenn ich gerne mal ein Wochenende frei gehabt hätte, ohne das so viele Menschen um mich herum sind. Ich genieße auch gerne einfach die Ruhe. Deswegen flüchte ich hierher. Hier der Platz ist für andere tabu. Du bist da heute eine Ausnahme." Ich lächelte vor mich hin. "Wenn es dich nicht stört." Ich zog eine Zigarette aus meiner Hosentasche und zündete sie mir an. Ich brauchte die Zigaretten um meine Nerven zu beruhigen.
      Ja sie machte mich nervös. Das tat sie schon bei unserer ersten Begegnung.
      Das sie so von meiner Party schwärmte, obwohl sie lieber hier mit mir sahs und dem Treiben in der Ferne nur geringe Beachtung schenkte, sprach für sich.
      "Ob ich das gerne mache? In der Regel schon. Aber wenn diese Hannah nicht ständig mit ihrer Truppe irgendwelche Einladungen auf meinen Namen in der Schule umherschickt, dann würde ich mir auch mal viel Zeit für eine Planung nehmen und nicht eine Woche vorher. Neben der Schule ist das immer sehr schwer für mich.. Ich bin oft alleine weißt du..." Mein Blick ging zu ihr. Sie sah mich sanft und traurig zu gleich an. "Nein schon gut.. ich bin gerne alleine.." Auch wenn das eine Lüge war. Wie oft habe ich mir gewünscht das meine Eltern zu Hause wären und Zeit für mich hätten.. Doch der Tag wird wohl nie kommen. Sie nehmen ihre Arbeit noch mit ins Grab.
      "Wie sieht es mit dir aus. Was machst du gerne?"
    • Cielle

      Es fühlte sich beinahe seltsam an, ihn so offen und so viel reden zu hören. Wenn ich daran dachte, wie er sich mir gegenüber bisher verhalten hatte, war das hier eine überraschend große Veränderung. Und zwar eine positive. Ich hoffte sehr, dass diese Offenheit nicht einfach so wieder verschwinden würde. In diesem Moment wirkte er viel zugänglicher und angenehmer als sonst, fast so, als würde eine Seite von ihm sichtbar werden, die er normalerweise gut vor der Welt versteckte.
      Dass er diesen Ort tatsächlich genoss, überraschte mich. Für jemanden, der ständig Partys veranstaltete und immer von Menschen umgeben war, war Ruhe doch etwas, das man bei ihm am wenigsten erwartete. Meine Augen weiteten sich leicht, als er sagte, dass genau dieses Baumhaus sein persönlicher Rückzugsort war. Ein kurzer Impuls sagte mir, dass ich aufstehen und verschwinden sollte. Ich wollte nicht ausgerechnet den Ort stören, den er als seinen Zufluchtsort betrachtete. Doch anders als ich befürchtet hatte, schien ihn meine Anwesenheit nicht aus der Ruhe zu bringen. Vielleicht störte es ihn viel weniger, als ich es mir ausmalte.
      Als er leicht lächelte, blieb mir für einen kurzen Moment der Atem stehen. Es war kein aufgesetztes oder spöttisches Lächeln, sondern ein weiches, beinahe seltenes. Erst viel später realisierte ich, was er mit dem Stören eigentlich gemeint hatte. Mich irritierte es zwar, dass er rauchte, doch ich war in keiner Position, ihm deswegen eine Predigt zu halten, schon gar nicht hier in seinem eigenen Zuhause, an dem Ort, an dem er zur Ruhe kam. Also schwieg ich lieber und ließ den Moment so stehen.
      Wenig später erfuhr ich, dass die Idee für diese Party gar nicht von ihm stammte, sondern von Hannah. Verwundert neigte ich meinen Kopf leicht zur Seite. Dass er eigentlich viel lieber allein war, überraschte mich ebenfalls, auch wenn ich mir nicht sicher war, ob ich es ihm ganz glaubte. Er passte nicht in das typische Bild eines Einzelgängers, doch vielleicht sagte das Bild, das man nach außen zeigte, nicht viel darüber aus, wie man sich wirklich fühlte.
      Auf seine Gegenfrage hin richtete ich meinen Blick wieder nach vorn und wippte weiterhin leicht mit den Füßen. „Das Übliche, denke ich. Lesen, ein bisschen Zeit für mich selbst haben. Manchmal brauche ich auch einfach meine Ruhe“, antwortete ich und zuckte mit den Schultern. Viel gab es über mich wirklich nicht zu erzählen. Ich verstand bis heute nicht, warum so viele Leute mich kannten und weshalb ich immer wieder zu allen möglichen Veranstaltungen eingeladen wurde. Ich tat schließlich nichts Besonderes.
      Meine Gedanken ließen mich jedoch nicht los, und schließlich musste ich die Frage aussprechen, die mir schon länger im Kopf lag. „Aber warum lehnst du Hannahs Einladungen nicht einfach ab? Du könntest doch deutlich sagen, dass keine Party stattfinden soll.“ Ich konnte mir nicht erklären, warum er das scheinbar einfach über sich ergehen ließ.
      „Wenn du keine Lust hast, dann hast du eben keine Lust. Oder Zeit“, murmelte ich leise und warf ihm einen vorsichtigen Blick zu, nicht sicher, wie er darauf reagieren würde. Vielleicht war ich zu direkt gewesen, aber ich wusste, dass sie nie von selbst damit aufhören würde, wenn er ihr nichts entgegensetzte.
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    • Liam Davis

      Einfach und schlicht. Das war sie in meinen Augen. Sie brauchte nicht viel um glücklich zu sein und das machte sie mir noch sympathischer als sie es eh schon war.
      "Mit der Ruhe sind wir ja dann schon zwei." Ich lies meinen Blick kurz zu ihr schweifen und lächelte zaghaft. Wieder zog ich an meiner Zigarette und blies den Rauch in den sternenklaren Nachthimmel.
      Ihre nächste Frage lies mich wieder auf den Boden der Tatsachen bringen und ich setzte meine Maske wieder auf.
      "Wenn es nur so einfach wäre." Mein Blick wurde ernster und ich krallte meine Finger in die Strippen der Schaukel. Hannah war ein Thema worüber ich nicht gerne sprechen wollte. Ich kann nur eines sagen und das war das sie mich im Griff hatte.
      Ich kann mich einfach nicht von ihren Fesseln lösen.. Sie ist wie eine Schlange, dessen Gift sich immer wieder in mich reinbohrt.
      "Sie versucht mich mit allen Mitteln rumzubekommen. Doch sie weiß das sie keine Chance bei mir hat. Denn ich habe.." Mein Blick ging automatisch zu Cielle und in ihre strahlenden Augen. "Ach vergiss es." Ich biss mir auf die Lippe. Es fühlte sich falsch an zu behaupten ich würde bei ihrer Nähe schwach werden, das meine Knie weich werden und das sie mein kleines krankes Herz zum Schlagen bringt. Doch ich konnte und durfte nicht. Wenn sie mich nur nicht so ansehen würde.. Cielle,....
      Niemals würde Hannah erlauben das ich Gefühle für ein anderes Mädchen entwickle. Sie würde mich ihren Zorn spüren lassen und mich auf ewig verfolgen.
      "Hannah ist einfach Hannah. Sie führt sich auf wie eine Prinzessin und ist es auch. Ich möchte keinen Stress haben, auch wenn ich öfters die Partys einfach abblasen würde. Doch ich kann nicht.." Ich lächelte sie wieder an. "Ich weiß das klingt komisch oder? Vielleicht bin ich das auch." Ich stand von der Schaukel auf und warf den Zigarettenstummel in den Müll.
      Ich ging zurück und lehnte mich an den Baum. "Wenn du mich jetzt entschuldigen würdest ich möchte noch ein paar Minuten alleine sein."
      Nachdem sie weggegangen war, konnte ich wieder freier Atmen und ich kletterte nach oben in das Baumhaus. Ich zog eine Kiste aus einem Versteck heraus und stellte sie neben mich auf den Boden. Dort drin befanden sich kleine bunte Pillen. Ich schnappte mir zwei mit einem lächelnden Smiley und warf sie mir in den Mund und trank einen großen Schluck von meinem Bier.
      Ich konsumiere nicht oft, doch heute Abend brauchte ich es wieder. Denn ich musste diese Party überstehen und wollte meinen Kopf ausschalten.
      Also räumte ich den Karton wieder weg, kletterte nach unten und warf mich ins Getümmel.
    • Cielle

      Ich verstand noch immer nicht, wie es möglich war, dass ein einziges Mädchen so viel Einfluss auf ihn haben konnte. Hatte sie etwas über Liam herausgefunden und nutzte dieses Wissen, um ihn zu manipulieren? Etliche Fragen schwirrten mir durch den Kopf, doch er hatte mir keine wirkliche Antwort gegeben. Und genau das beunruhigte mich. Doch wer war ich schon. Wir kannten uns kaum, hatten nie wirklich Zeit miteinander verbracht, und es war nur logisch, dass er mir nichts so Persönliches anvertrauen würde. Trotzdem ergaben seine Worte für mich keinen wirklichen Sinn. Es wirkte, als wolle er nicht weiter darauf eingehen, als müsse ich das Gesagte einfach hinnehmen, ohne weitere Erklärungen zu erwarten.
      Neugierig blieb ich dennoch. Ich fragte mich, ob er es mir jemals sagen würde. Auf eine seltsame Art kam er mir merkwürdig vor, schwer greifbar und widersprüchlich. Als er den Ort schließlich verließ, blieb mir nichts anderes übrig, als es zu akzeptieren. Ich versuchte mich damit zu trösten, dass dieses kurze Gespräch immerhin das längste war, das wir je miteinander geführt hatten. Und es war ein normales Gespräch gewesen, etwas, das sich beinahe vertraut angefühlt hatte.
      Schließlich kehrte ich zu meinen Freundinnen zurück. Jemand drückte mir einen Becher in die Hand, den ich dankend annahm, ohne wirklich daraus zu trinken. Irgendwann schüttete ich das Getränk unauffällig weg und tat so, als hätte ich es längst geleert. Immer wieder ließ ich meinrn Blick über die Menge schweifen, in der Hoffnung, Liam noch einmal zu entdecken und vielleicht ein weiteres Gespräch mit ihm führen zu können.
      Doch die Party war inzwischen in vollem Gange. Die Menschen drängten sich dicht an dicht, ließen kaum Raum zum Bewegen, und die wechselnden Lichtstrahlen erschwerten es, Gesichter klar zu erkennen. Trotzdem versuchte ich, den Moment zu genießen und mich von der Stimmung mitreißen zu lassen, auch wenn meine Gedanken immer wieder zu ihm zurückwanderten. Ob ich ein Auge auf Hannah halten sollte? Wobei nicht ein einmal genau wusste, ob ich mich in diesem Angelegenheit mischen sollte.
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    • Liam Davis

      Ich trank ein Bier nach den anderen und lies mich mitreißen. Die Pillen erfüllten ihren Zweck und ich war ein anderer Mensch. Ich heizte die Stimmung weiter auf und tanzte mit ein paar Mädels am Pool. Ich sah einiges verschwommen, aber das war mir egal. ich tanze und jubelte was das Zeug hielt. Bis Brian und Vivi mich zu sich ran zogen. "Da bist du ja endlich wieder! Du glaubst gar nicht was für Sorgen wir uns gemacht haben!" Vivi sah mich ganz verzweifelt an. Ich schwankte und nippte an meinem Bier. "Alles easy. Mir gehts suuuuuuppppppeeer!" Ich riss die Arme nach oben, was die restlichen Leute auch machten. Brian sah Vivi an. "Du bist nicht ganz du selbst. Sag mir bitte nicht das du wieder was genommen hast?" Ich zuckte mit den Schultern. "Wir sollten rein gehen und dich nüchtern machen." Brian zog an meinen Arm, doch ich riss mich wieder los. "Nein die Party fängt doch erst gerade richtig an!" Ich stürzte mich wieder ins Geschehen und war außer Kontrolle. "Was machen wir denn jetzt?" Vivi zog an Brian´s Hemd. "Wir sollten das Mädchen aufsuchen." "Cielle? Okay." "Ja vielleicht weiß sie was mit ihm los ist." Die beiden machten sich auf die Suche nach ihr. Während ich mir das Hemd vom Laib riss und mich in den Pool stürzte. Andere machten es mir nach. Die Abkühlung tat gut und lies mich für einen Moment wieder klarer denken, doch das wollte ich nicht. Ich lies mich auf den Rücken treiben und schloss die Augen.
      Vivi und Brain bannten sich den den Weg durch die Menge bis sie die schwarzhaarige fanden.
      "Cielle? Entschuldige aber können wir dich kurz sprechen?" Vivi zog sie sanft von ihrer Gruppe weg an einen Ort wo es nicht ganz so laut war.
      "Tut mir leid das wir dich so überfallen, aber es geht um Liam. Er ist nicht ganz bei Sinnen und wir wollten wissen ob irgendwas zwischen euch vorgefallen ist?" "Sag es doch frei raus. Wir denken er steht wieder unter Drogen.."
      Vivi biss sich auf die Lippe und Brian schüttelte den Kopf.
      Ich trieb weiter auf dem Wasser und schwamm dann nach ein paar Minuten wieder an den Beckenrand und setzte mich hin.
      Wieder reichte man mir ein Bier und langsam eskalierte die Sache. Klamotten fielen und die Leute sprangen nackt in den Pool und trieben es wild miteinander. Alles verschwamm vor meinem Auge. Bis sich jemand von hinten an mich drückte. "Na genießt du die Party?" "Hannah.." "Wie wäre es? Der alten Zeiten wegen?" Ohne das ich antworten konnte, küsste sie mich innig und drückte mich zu Boden.
      "Mhhhm hab ich das vermisst." Ihre Hand ging über meine Badehose. "Genau wie das." Sie leckte sich über die Lippen. Ich windete mich unter ihr. "Lass das.." Ich versuchte sie von mir zu stoßen, doch mein Körper füllte sich an wie Beton.
      "Ach komm schon. ich will meinen Honeyboy wieder spüren."
      Ich versuchte sie mit aller Kraft wegzustoßen aber es gelang mir nicht. "Geh bitte einfach...Lass mich in Ruhe!"