Schlägt dein Herz noch? [Yumia & Shio]

    Aufgrund einer größeren Serverwartung kann es aktuell zu vereinzelten Fehlern kommen. Meldet diese gerne unter: https://www.anime-rpg-city.de/index.php?board/7-fragen-ideen-und-probleme/

    • Schlägt dein Herz noch? [Yumia & Shio]

      Schlägt dein Herz noch?
      Vorstellung
      @Yumia


      Liam Davis

      Was macht dein Herz? Diese Frage stellte mir meine Mutter tagtäglich. Ob per Telefon oder über Whats App. Immer wieder fragte sie danach. Und immer wieder sagte ich ihr das Selbe. "Es geht mir gut." Ob es die Wahrheit war oder nicht, war dahingestellt. Weder sie noch mein Vater interessierten sich dafür wie es mir in Wirklichkeit geht.
      Zwei Wochen war es her als ich erneuert einen mentalen Zusammenbruch erlitt. Ich schmiss wie jeden Freitag eine Hausparty. Viele Schüler aus der Schule waren da und brachten diverse "Freunde" mit. Ich kannte vielleicht die Hälfte davon. Dann überkam mich wieder dieses Gefühl. Enge machte sich in mir breit. Ich rannte nach oben in mein Zimmer. Mein Safe Space, wie ich ihn gerne nannte. Doch dieses Mal stand mir jemand bei. Ich kannte die Beweggründe nicht dafür doch als ich in den Armen von Cielle Canonica lag, fühlte ich mich nicht mehr so einsam und leer. Ich wusste nicht warum sie in meinem Zimmer auftauchte, doch in diesem Moment war es mir egal. Ich konnte so sein wie ich bin.
      Ich hatte vollkommen die Zeit vergessen und als ich am nächsten Morgen aufwachte, war sie weg. Nur noch ein Hauch von Lavendel lag in der Luft.
      Das Chaos im Haus war natürlich vorprogrammiert und bevor die Haushälterin kam, versuchte ich das Schlimmste zu beseitigen.
      Maria Del Angelo sollte täglich bei mir vorbei schauen, das ich ja auch der brave und artige Junge war, den meine Eltern angeblich erzogen hatten.
      Ich spielte das Spiel einfach mit. Maria konnte nichts dafür. Sie war stets bemüht und freundlich. Sie wusste von der ganzen Geschichte von mir, aber hinterfragte sie nie. Dafür war ich ihr dankbar.
      In den zwei Wochen versuchte ich so gut es geht alles was in meinem Zimmer passiert war vollkommen auszublenden. Sie war nur eine Schülerin der Schule, nichts besonderes.
      Doch dieses komische Gefühl, wenn ich ihr in der Schule begegnete, ging nicht weg. Sie war die erste Person, die mich so zerbrechlich sah. Und das passte mir nicht in dem Kram.
      Seitdem sah sie mich immer so mitleidig an. Ich musste was dagegen unternehmen. Ich wollte meine perfekt sitzende Maske nicht verlieren, nicht an so jemanden.
      Gott sei dank kamen Vivi und Brian zu mir gelaufen und so konnte ich ihnen meine volle Aufmerksamkeit schenken. "Jo was geht?" Ich umarmte Vivi und gab ihr einen Kuss auf die Wange und schlug in Brian´s Hand ein. "Ich hab keine Lust auf diesen ganzen Mist hier." "Du weißt wenn deine Eltern nicht so viel Einfluss hätten.." Ich drückte Vivi die Hand auf den Mund. "Bitte erwähne sie nicht. Wer weiß wann ich sie wieder sehe." Es schmerzte, doch ich lies mir nichts anmerken. "Lasst uns gehen, bevor wir wieder zu spät kommen. Ich hab keine Lust auf eine weitere Standpauke vom Rektor." Ich schloss meinen Spind und nahm meinen Rucksack auf. Wir liefen zusammen den Flur entlang und ich versuchte so ernst zu schauen wie es nur ging, als wir an ihr vorbei liefen.
      Doch der Duft von Lavendel lies mich kurz zusammenzucken. Verdammt.. Wie soll ich das überstehen?
    • Cielle

      Es ging mir nicht mehr aus dem Kopf, auch nach zwei Wochen nicht mehr. Dass ich auf die Party ging, war wohl eher zufällig gewesen. Meine Freundin Lana und ich waren unterwegs gewesen und da hatte sie die Einladung zu der Party von dem berüchtigten Liam Davis bekommen. Nun, nicht direkt vom Herren selbst, jedoch jemanden, der die Einladung direkt bekommen hat. Ich hatte zu dem Zeitpunkt nicht vorgehabt dorthin zu gehen, denn an dem Abend hatte ich vorgehabt ein neues Buch anzufangen, doch Lana hatte mich sehr darum gebeten. Da ich schlecht nein sagen konnte und meine Mutter mich auch bestärkt hatte Mal unter die Menge zu kommen, bin ich schlussendlich hingegangen. Dass Lana mich dann nach einigen Minuten alleine ließ und sich zu anderen gesellte, hatte mich gestört. Zwar kannte ich viele andere und sie hatten mich ebenso angesprochen, doch zu keinen von ihnen hegte ich eine innige Beziehung. Zwar blieb ich bei einigen und unterhielt mich mit ihnen, aber die Interesse verflog schnell. Um etwas Ruhe für mich finden zu können, hatte ich mich dazu entschlossen das Haus zu erkunden. Auf meiner eigenen Besichtigungstour entdeckte ich Liam, dessen Anblick mich dazu gebracht hatte ihm zu folgen. Er sah nicht aus, als hätte er die Nachricht übermittelt bekommen, das jemand gestorben ist, hatte ziemlich neutral gewirkt. Doch etwas an ihm hatte mich dazu bewegt ihm zu folgen. Ein ungutes Gefühl im Bauch hatte sich in mir breit gemacht. Mit Liam selbst hatte ich nicht viel zu tun gehabt, auch wenn er selbst wie ich gut bekannt waren. Jeweils wohl aus einem anderen Grund, doch man könnte meinen man wir würden uns kennen. Und da ich nur einige Gerüchte zu Ohren bekommen habe, war ich gespannt drauf was mich erwarten wird. Dass er dann plötzlich einen ganz anderen Eindruck bei mir hinterließ, als ich es erwartet habe, hatte mich verunsichert und dennoch neugierig gemacht.
      Was ich dann entdeckt und erlebt habe, hatte ich mir niemals vorgestellt. Doch der Anblick hatte regelrecht mein Herz gebrochen und ehe ich mir versah, hatte ich ihn in meinen Armen. Keiner von uns hat auch nur ein Wort miteinander gewechselt, doch in dem Moment kam er mir so nahe und vertraut wie niemand zuvor. Ein unerklärliches Gefühl, doch wenn ich zum richtigen Zeitpunkt da war und helfen konnte, wieso sollte ich ihm die Unterstützung verwehren?
      Der Rest des Abends zog an mir schneller vorbei als ich gedacht habe und ehe ich mich versah, war es wieder Montag. Ich hielt nach Liam Ausschau, doch er schien mich zu ignorieren. Was hatte ich auch erwartet? Dass er sich an mich schmiss? Dass er mit mir ein Gespräch aufsuchen würde, um mir klarzustellen, dass ich das Geschehen geheim zu halten hatte? Womöglich das Letztere, doch für mich war es ohnehin klar kein Wort darüber zu verlieren. Dennoch konnte ich nicht leugnen, dass ich mir Sorgen machte. Wieso hatte er so reagiert? Was war geschehen? Ging es ihm jetzt besser? Fragen über Fragen und doch keine Antwort.

      An meinem Spind angekommen, stand Lana mir bei und erzählte mir den letzten Tratsch, der herum kursierte in unserem Jahrgang. Anscheinend wurde jemand beim Betrügen erwischt. Tratsch hörte ich gerne, und Drama beobachtete ich ebenso gerne mit, solange ich selbst unbeteiligt war. Aus welchem Grund auch immer, bekam ich immer mehr mit als von anderen Parteien geplant und war öfters gegen meinen Willen involviert. „Weil du beliebt bist", hatte Lana nur gesagt, woraufhin ich nur meinen Kopf geschüttelt hatte.
      Ich schloss meinen Spind und hielt die Bücher in meinen Armen. „Bevor wir zu spät kommen", drehte ich mich um und lief den Gang entlang. Den Herren, dessen Gesicht ich kaum zu Gesicht mehr bekam, lief mir entgegen. Und auch wenn ich es nicht offensichtlich gestalten wollte, hing mein Blick auf ihn, solange bis einer seiner Freunde mich sah. Eilig blickte ich weg, konnte dennoch nicht daran hindern an Liam zu denken und an dem Abend, was passiert war. „Na, hast du dich auch in ihn verliebt?" Irritiert sah ich Lana an. „Bitte?" „Ich würde es dir nicht Mal übel nehmen, bist nicht die einzige", lachte sie nur. „Ich bin in niemanden verliebt, erst Recht in keinen, den ich nicht mal kenne." „Aber gut sieht er schon aus, das kannst du nicht leugnen." Laut seufzte ich und musste meine Augen verdrehen. Es war natürlich klar gewesen, dass sie das ansprechen wird.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Liam Davis

      Ich spürte ihren Blick auf mir, doch ich versuchte ihm zu widerstehen. "Kommst du?" Brian sah mich eindringlich na. "Ähm ja sicher.." Das ich abrupt stehen blieb, war hoffentlich keinen aufgefallen.
      Ich hielt meinen Rucksack fester in der Hand und folgte den beiden zum Unterricht. Ich war heilfroh das ich und sie nicht in der selben Klasse waren oder sonst irgendwelche außerschulischen Aktivitäten teilten.
      Sie war beliebt und ich nicht. Zwischen unserem Freundeskreis lagen Gott sei dank auch Welten.
      Meine Noten gehören, im Gegensatz zu ihren, wohl eher zu der unteren Schicht. Doch mir war das egal. Ich erfüllte nur meine Anwesenheitspflicht, sofern ich das noch konnte. Wenn man wüsste wie mein Leben bisher verlief, grenzte es nur an ein Wunder das ich noch hier sitzen konnte. Doch ich versuchte dies so gut wie zu verdrängen. Meine perfekte Maske aufrecht zu erhalten.
      Der Unterricht zog sich und ich versuchte mich auf das was Mr. Clarston zu uns sagte irgendwie zu konzentrieren. Es fiel mir jeden Tag schwerer und oft hatte ich überlegt einfach die Schule zu schwänzen. Wenn meine Eltern das mitbekommen würden würden sie ausflippen und mein Vater würde mich auf ein Internat schicken, mit strengen Vorschriften.
      Er hatte schon Pläne für meine Zukunft und ich sollte wohl im nächsten Halbjahr ein Praktikum in seiner Firma machen.
      Aber was bis dahin ist, bleibt noch offen.

      Die ersten Stunden waren vorüber und Vivi und Brian folgten mir in die Cafeteria. Ich holte mir wie jeden Tag ein Sandwich mit Käse, einen Schokodrink und etwas Obst und wir setzten uns an unseren Stammplatz. Wie in jeder High-School gab es diese Plätze, wo nur ausgewählte Schüler sitzen durften. Wir gehörten zum Glück nicht den Außenseitern an, diese saßen ganz hinten.
      Der Tisch der Beliebten war natürlich mittig im Raum, sodass sie von jeden gesehen wurden.
      Wir waren eher etwas weiter vorne und konnten immer beobachten wer ein und aus geht.
      "Also. Freitag wieder eine Party bei dir?" Ich blickte verwirrt aus. Hannah und ihre Anhänger standen auf einmal vor unserem Tisch. "Bitte?" Sie seufzte. "Ich habe gefragt ob du am Freitag wieder eine Party schmeißt?" Ich zuckte mit den Schultern. "Keine Ahnung. Bis dahin ist noch Zeit." "Zu spät." Sie grinste mich schelmisch an. "Ich habe schon allen eine Einladung geschickt. Sorry." Sie zog einen Schmollmund. "Dein Ernst? Du kannst doch nicht einfach.." Und ob sie es konnte. Nachdem ich sie abblitzen lies, war sie so. Sie versuchte mir immer eins auszuwischen. Ich lächelte sie an. "Danke." "Gerne! Ich denke es werden wieder einige Leuten kommen." Sie drehte sich auf dem Absatz um und lief mit ihren Weibern davon. Brian und Vivi sahen mich kopfschüttelnd an. "Schon gut. Das wird schon werden."
      Innerlich könnte ich schreien und vor Wut platzen. Doch diese Genugtuung würde ich ihr nicht geben. Ich zog es durch. Koste was es wollte.
      "Mal eine andere Frage. Was treibst du heute Nachmittag? Wir haben überlegt mit ein paar Leuten an den See zu fahren." "Klingt gut. Schwimmen gehen werde ich nicht.." "Schon ok wir wollen nur chillen und ein paar Bierchen trinken." "Klingt gut."
      Somit war der Nachmittag gerettet. Doch ich wusste bis zu dem Zeitpunkt noch nicht wer noch alles kommen würde.
    • Cielle

      Während ich noch den Gang hinunter ging, blieb das Gesicht des Jungen noch im Hintergrund meines Gedanken. Nicht ganz so präsent, dennoch da. Doch was konnte ich schon tun? Ihn darauf ansprechen? Was dann? Ich hatte schon etliche Szenarien in meinem Kopf durchgehen lassen, doch keines von ihnen versprach mir ein gutes Ende. Zumal wusste ich nicht einmal genau was mich dazu ritt die Hintergründe kennen lernen zu wollen. Er ging mich nichts an, geschweige seine Probleme. Dennoch hatte der Abend einen deutlichen Eindruck bei mir hinterlassen.
      Der Unterricht gestaltete sich als weniger anstrengend, als das ganze Nachdenken über den Jungen. Etwas abwesend schrieb ich die Notizen mit und hörte mir einem Ohr zu. Das Thema war nicht sonderlich wichtig, das könnte ich Zuhause nachholen. Am Ende fragte mich der Lehrer, ob ich nicht Interesse hätte jemals Nachhilfe zu geben. Ich gab ihm die Information, dass ich mir unsicher war, mir jedoch Gedanken drüber machen würde. Zeit hätte ich, würde das jedoch nur in Betracht ziehen, wenn ich einen guten Eindruck hinterlassen könnte, was mir zu eine bessere Note verhelfen konnte. Nicht, dass ich es unbedingt nötig hätte, doch meine Eltern waren zum Teil fordernd was meine Noten anging.

      Ich war erleichtert endlich eine Pause haben zu können und Lana und ein paar weitere Freunde begleiteten mich in die Cafeteria. Nicht wirklich wissend wie es immer möglich war, doch der Tisch, den wir immer besetzten, war jedes Mal frei, wenn wir die Cafeteria betraten. Einmal hatte ich Lana gefragt, was es auf sich hatte, doch sie hatte mir einen eigenartigen Blick zugeworfen, als hätte ich eine viel zu offensichtliche Frage gestellt. Da ich nicht sonderlich dumm wirken wollte, hatte ich nicht mehr nachgefragt. Ich war nur froh ein Platz zum Essen zu haben. Der Tisch war auch immer zu voll, kein Platz blieb frei und alle tauschten sich aus. Es war die perfekte Zeit Dinge in Erfahrung zu bringen, die in anderen Klassen passierten. „Ich hatte gehört, dass diese Woche wieder eine Party bei Liam steigen wird", sagte jemand und meine Aufmerksamkeit wurde damit gefasst. Diese Woche wieder? Trotz nach dem Vorfall? Ich verstand es nicht, doch vielleicht war dies endlich eine Möglichkeit der ganze Sache auf den Grund zu gehen. Endlich meine nicht ruhenden Gedanken endlich die Antwort geben zu können, wonach ich mich sehnte. Ob ich ihn darauf ansprechen sollte? Wenn er sich an dem Abend normal verhalten wird, ohne einen Vorfall, war es wohl dann einfacher für mich die ganze Sache als eine einmalige Sache abzuhaken. „Kommst du mit Cielle?" Freundlich nickte ich. „Gerne." „Super, wir können uns ja bei mir uns fertig machen", stimmte Lana mit ein. Im Gegensatz zu den ganzen Mädchen hier, kleidete ich mich viel unauffälliger als sie, daher konnte ich ahnen, was Lana mit mir vorhaben wird. Da ich aber die Stimmung nicht ruinieren wollte, stimmte ich zu. „Und heute Nachmittag will ich dir einen Ort zeigen", zeigte Lana mit ihrer Gabel auf mich. Verwirrt hob ich meine Augenbraue, doch sie schien mir nicht erzählen zu wollen, wohin sie mich bringen wollte. „Solange ich nicht in irgend einen Graben liege", zuckte ich nur grinsend die Schultern. Eine kleine Ablenkung würde mir definitiv gut tun, vielleicht wurde es mir helfen meine Gedanken nicht immer zu Liam schweifen zu lassen. Es erstaunte mich selbst bis jetzt wie sehr er mich in den letzten Tagen beschäftigte.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Liam Davis

      Die Mittagspause war leider viel zu schnell vorbei, sodass wir wieder den langweiligen Unterricht folgen müssten. Wären meine Eltern nicht so reich und würden die Schule finanzieren, wäre ich hier sicherlich nicht jeden Tag. Das Leben ist viel zu kostbar um es an einen Ort wie diesen hier zu verschwenden.
      Ich war heil froh als die Klingel läutete und ich diesen Ort verlassen durfte. Ich packte meine Sachen wieder in den Spind und machte so schnell wie es ging kehrt. Weg von hier und vor allen weg von ihr. Ich sah wie sie lachend mit ihren Freunden die Schule verließ.
      Wie konnte sie nur so tun als wäre nichts gewesen. Ich hoffe einfach nur das sie die Füße still hält.
      Wenn ich wegen ihr meinen Ruf verliere, dann hat sie nichts mehr zu lachen.
      Ich lief mit erhoben Hauptes an ihr vorbei und machte mich auf dem Weg nach Hause.
      Dort war natürlich wieder keiner. Ich warf meine Tasche und Schuhe in die Ecke, schnappte mir ein Bier und warf mich aufs Sofa.
      Ich hatte noch ein bisschen Zeit bis ich abgeholt werde.
      Die Party die ich angeblich am Freitag schmeißen soll, verbreitete sich in den ganzen sozialen Netzwerken wie ein Lauffeuer.
      Ich könnte Hannah dafür Ohrfeigen.
      Sie war wie eine Klette und nervig. Nur weil ich ihre Scharade nicht mitmachen wollte, legte sie mir jetzt immer wieder Steine in den Weg.
      Das Bier lief mir kalt die Kehle hinunter.
      Heute Nachmittag würde ich mir keinen Kopf mehr über alles machen. Ich würde mich betrinken, rauchen und alles um mich herum vergessen.

      Nachdem ich duschen war, packte ich meinen Rucksack und plünderte die Bar von meinem Vater. Er war eh nie zu Hause und schlecht sollte das Zeug nicht werden.
      Ein Hupen erklang draußen und ich zog mir fix die Schuhe an, nahm meinen Schlüssel und Handy und ging nach Draußen.
      Brian und Vivi saßen in dem schicken Cabrio und lächelten mir zu. „Los komm schon die Anderen warten auf uns.“
      Ich schloss die Tür ab und lief zum Auto, sprang hinein und schon ging es los.
      Die Fahrt bis zum See dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Musik war zu hören und es roch nach Grill.
      Wir stiegen aus und Brian holte noch etwas aus dem kleinen Kofferraum. Wir liefen zusammen zum Treffpunkt und einige Freunde und Bekannte waren bereits da. Es war eine kleine Gruppe, doch alle samt super sympathisch.
      „Hey zusammen“, sagten wir drei gleichzeitig.
      Ein großer stark gebauter Mann kam auf uns zu. Er hieß Maikel und drückte uns allen gleich ein Bier in die Hand. „Jo was geht?“ „Alles gut. Wir haben auch noch etwas zu trinken und zum Rauchen mitgebracht.“
      Die Mundwinkel von Maikel wanderten nach oben. „Das hört man doch gerne.“
      Wir gesellten uns zu den Anderen und begrüßten sie.
      Ich setzte mich auf einen Campingstuhl und machte mir eine Zigarette an. Mein Blick schweifte über den See. Es waren viele Menschen heute hier, aber das war bei dem Wetter nichts besonderes.
      Mit etwas Abstand sah ich natürlich auch Hannah mit ihren Anhängern. Gott sei dank blieben sie da wo sie waren. Sie präsentierte sich natürlich in einem figurbetonten Bikini und nachdem sie mich gesehen hatte, posierte sie. Einfach lächerlich, diese Frau. Ich schüttelte den Kopf und zog an meiner Zigarette.
      Dann nahm ich einen Schluck von meinem Bier und verschluckte mich beinahe daran.
      ‚Oh nein bitte nicht‘ Mein Blick ging in Richtung Parkplatz und mir fielen die Augen beinahe raus. Was macht sie denn nur hier?
    • Deer restliche Schultag verlief unauffällig. Ab gesehen von dem kurzen Erhaschen eines Blickes von dem Jungen, geschah nichts Großartiges mehr nach dem Essen. Ein kleiner Segen von mir, denn ein kurzer Moment des alltäglichen Schullebens empfand ich fast schon als Ruhe. Etwas, woran ich gewohnt war und kein grosser Einschnitt meines relativ geregelten Alltag. Dass Lana mich immer wieder daran erinnerte, dass wir heute Nachmittag noch unterwegs sein werden, ließ mich nicht sonderlich aus der Ruhe bringen, obwohl ich neugierig darauf war was sie mir zu zeigen hatte. Vor allem nachdem sie mir Gesagte hatte, dass ich ein Bikini anziehen sollte. Sie wollte also irgendwo in der Nähe eines Wassers gehen, mehr wusste ich auch nicht. Da ich nicht viel vorhatte, hatte ich nichts dagegen ihrer Überraschung für mich einzugehen.
      Zuhause angekommen, räumte ich alles aus meiner Tasche und sortierte es auf meinem Tisch. Ich vermutete, dass ich nicht lange unterwegs sein werde, da waren meine Eltern relativ streng, dass ich nicht zu lange unter der Woche draussen blieb. Daher gabe es noch Zeit nach dem Ausflug eine Kleinigkeit zu lesen, den heutigen Stoff nochmals durchzugehen, schließlich war ich heute nicht unbedingt sehr fokussiert gewesen. Um aber nicht unvorbereitet zu sein, wenn Lana ankam, packte ich meine kleine Tasche ein und zog schon einmal mein Bikini an, darüber ein lockeres Kleid. Vorsichtshalber packte ich noch eine Kleinigkeit zum Essen und Trinken ein, da ich nicht wusste, ob es an dem Ort etwas zum Essen geben wird. Zwar war ich noch nicht hungrig, doch ich wollte ebenso nicht unbedingt mit knurrenden Magen dort sitzen und mich quälen.
      Ein lautes Hupen von draussen, ließ mich aufhorchen. Es müsste Lana sein. Ich schnappte mir meine Tasche, verabschiedete mich von meiner Mutter und verließ auch schnell das Haus, bevor sie es sich anders überlegte mich rauszulassen. Eilig setzte ich mich ins Auto. „Na? Bereit?" „Solange ich rechtzeitig Zuhause bin." Lana verdrehte ihre Augen. „Jaja, ich weiß schon." Sie ließ die Musik laufen und fuhr los.
      Es dauerte nicht lange, bis sie dann das Auto einparkte. Schon vor ein paar Meter hatte ich erkannt wo unser Ziel war. Eine nette kleine Abwechslung. Ich stieg aus dem Auto aus und sah zum See. Die Wasseroberfläche glitzerte sachte durch die Sonnenstrahlen. Das Grüne ließ die Umgebung nochmals farbenfroher wirken. Gutes Wetter, guter Ort und angenehme Temperaturen. Lernen hin oder her, solche kleine Auszeiten war gut für Jedermann. „Na, toller Ort nicht wahr." Zustimmend nickte ich mehrmals. „Es ist wirklich schön hier. Besser wäre es, wenn es weniger besucht ist, aber besser als wenn es überfüllt ist." Denn ich sah, dass wir nicht die Einzigen hier waren. Die anderen Mitschüler, die ebenso mit uns am Tisch gesessen haben, hatten sich an einem Fleck versammelt. Ich würde wohl mich etwas dazu gesellen und dann einen Alleingang wagen, um in Ruhe mir die Gegend anzuschauen. Ich musste nur einen passenden Zeitpunkt dafür finden.
      Ich sah mich auch nicht großartig weiter um, sondern folgte Lana zu den anderen, die ich lächelnd begrüßte. Auch sie haben uns Bescheid, dass andere aus unsere Schule hier auch waren und zeigten in verschiedene Richtungen. Eigentlich interessierte es mich nicht sonderlich wee hier noch war, doch mein Blick schweifte automatisch mit und hing an jemand bestimmtes hängen. Mit seiner Anwesenheit hatte ich weniger gerechnet, viel mehr hatte ich damit gerechnet, dass er eher für sich allein sein wollte. Doch vielleicht war solch eine Abwechslung gut für ihn. Doch um ehrlich zu sein, wusste ich nicht wie ich mich verhalten sollte. Weil ich bemerkt hatte, dass ich zu lange in seine Richtung geschaut hatte, sah ich schnell wieder weg und plötzlich wurde ich sehr bewusst von seiner Präsenz. Ob ich es schaffen würde ihn alleine anzutreffen? Wenn ja, was dann? Wieder einmal ein Szenario, was ich mir auftischte, jedoch nicht wusste wohin es führen sollte. Kaum merklich schüttelte ich den Kopf. Ich sollte diese Gelegenheit nutzen um mich besser abzulenken, auch wenn ich jetzt wusste, dass er hier ebenso am See war.
      Ich setzte mich hin und streckte mich. Die anderen wollten schwimmen gehen, stimmte ihnen ebenso zu, sagte jedoch, dass ich mich später dazu gesellen werde, da ich noch etwas länger trocken bleiben wollte. Eine Hälfte der Gruppe sprang rein, die anderen blieben in meiner Nähe. Am liebsten wäre ich hier, ohne jemand zu kennen. Denn erst da könnte ich mich komplett entspannen.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Liam Davis

      Keine Ahnung wie lange ich nur da saß und sie anstarrte. Mein Blick verdunkelte sich und die Falte zwischen meinen Augenbrauen wurde immer tiefer. Ich bemerkte nicht einmal das Brian mir mit seiner Hand vor meinem Gesicht herum wedelte. „Hey Alter ist alles gut?“
      Ich konnte meinen Blick nicht abwenden. Wieso war sie nur hier? Klar ist das hier ein öffentlicher Platz, doch innerlich machte sich ein merkwürdiges Gefühl in mir breit. Ich exte mein Bier und sah sie weiter an.
      „Liam?“ Ich zuckte zusammen. „Hm?“ Ich sah zu Brian auf der mich besorgt ansah. „Du machst mir echt Angst. Du saßt bestimmt jetzt fast ne halbe Stunde regungslos da und hast in eine Richtung geschaut.“ Ich zuckte mit den Schultern. „War mir nicht bewusst.“ Ich nahm mir ein weiteres Bier und setzte es an. Es lief mir einfach so der Kehle hinunter. Dann nahm ich noch eines und öffnete es. Brian sah mich verwirrt an. „Was ist denn nur los? Die trinkst ein Bier nach dem anderen!“ Vivi kam zu uns zurück gelaufen, ich hatte nicht einmal bemerkt das sie schwimmen war. „Jungs alles gut?“ „Naja unser Freund verhält sich etwas komisch.“ Sie kniete sich vor mich hin. „Komm sag was los ist?“ Ich schüttelte mit dem Kopf. Ich hatte keine Lust auf irgendwelche persönlichen Gespräche. Ich wollte einen Rausch haben, damit ich dieses Gefühl in mir loswerde.
      „Können wir eine rauchen?“ Ich blickte Maikel an. Dieser strahlte über beide Ohren. „Na Logo!“ Schnell zog ich ein paar vorgedrehte Zigaretten aus meiner Tasche und verteilte sie. Vivi lehnte ab. Sie war zu gut für diese Welt. Viel zu engelsgleich.
      Ein paar Züge würden mich sicher runter bringen, doch auch das half nichts.
      Irgendwie verstärkte es nur das Gefühl des Unwohlseins.
      „Entschuldigt mich kurz.“ Bevor ich wieder eine Panikattacke bekomme, ging ich ein paar Schritte weg, außer Sichtweite von ihr. Ich wollte nicht das jemand sieht wie ich wieder zerbreche. Stück für Stück immer mehr.
      Ich hielt mein Bier und die Zigarette in meinen Händen und lehnte mich an einen Baum der ein Stück vom Wasser entfernt war und auch von den Menschen. Hier war es ruhig und ich konnte meinen Herzschlag ein bisschen besser in den Griff bekommen. Ich war dankbar das mir niemand von den anderen gefolgt ist. Sie respektieren meinen Freiraum.
      Am Baum angelehnt trank ich das Bier jetzt wesentlich langsamer und zog an der Kippe.
      Ich liebte diese Ruhe sehr.
    • Auch wenn ich auf Distanz war, behielt ich ihn mehr oder weniger im Auge. Zumindest so auffällig wie es ging, ließ ich meinen Blick immer wieder zu ihm schweifen, um für mich eine Antwort finden zu können. Ab und an stellte sich mir die Frage, ob er meine Anwesenheit an diesem Ort bereits bemerkt hatte, doch da wir zwei verschiedene Freundeskreisen hatten, gab es keinen Grund zu ihm zu gehen. Und da fragte ich mich wieder, wieso ich den Drang verspürte seine Nähe aufzusuchen. Wieso er solch eine Präsenz in meinen Gedanken einnahm. So träumte ich etwas vor mich hin, beobachtete die meiste Zeit die anderen Mädchen, die ihren Spaß im Wasser hatten und lächelte ab und zu belustigt.
      Als dann mein Blick zufälligerweise zur Seite schweifte und ich noch gerade erkannte, wie der Junge die Gruppe verließ. Überrascht und verwirrt, wohin er alleine hinging, folgte ich ihm mit meinem Blick. Ehe ich wirklich darüber nachdenken konnte, erwischte ich mich dabei wie ich aufstand und mich von meiner eigenen Gruppe entfernte. Was ich da tat? Ich wusste es selbst nicht genau, genauso wenig wusste ich was ich machen würde, wenn ich auf ihn stieße. So beschleunigte ich meine Schritte, sodass ich ihn nicht auf den Augen verloren. Ich war so weit gekommen, da wollte ich nicht verloren und verirrt inmitten der Landschaft stehen. Doch zu meinem Glück hatte ich es geschafft ihn zu finden. Auch nun fragte ich mich wieder, wieso er alleine für sich war. Mein Blick fiel auf die Zigarette und as Bier, und ich konnte nicht anders als mein Gesicht ein wenig zu verziehen. Bis heute war ich kein Fan von Drogen und Zigaretten, doch wer war ich schon gewesen jemanden auf dem Gebiet zu belehren. Da ich wusste, dass ich einen Rückzieher machen würde, sobald ich länger drüber nachdachte und weil ich wusste, dass mich die Gedanken plagen werde, wenn ich es nicht tun werde, trat ich ihm näher heran und tat so, als wäre ich ihm soeben nicht hinterher gelaufen. Eher so, als hätte ich ihn hier zufällig getroffen. „Oh", sagte ich nur und sah ihn leicht überrascht an, so hoffte ich jedenfalls, dass es so herüber kam. „Tut mir leid, ich wollte nicht stören", entschuldigte ich mich sanft bei ihm und legte ein wenig den Kopf schief, als ich wieder die Gegenstände in seinen Händen betrachtete, ehe mein Blick wieder auf sein Gesicht fiel. Es war wohl das zweite Mal, dass ich mit ihm gesprochen hatte direkt.
      Vielleicht lehnte ich mich stückeweise aus dem Fenster rund überschritt eine Grenze, doch mich ließ die Frage nicht los. „Alles in Ordnung?" Ich wusste nicht genau wieso, doch etwas sagte mir, dass etwas nicht stimmte. Nur konnte ich nicht genau sagen was es war.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Liam Davis

      Ich versuchte meine Atmung zu kontrollieren und es gelang mir auch für den Moment wieder. Doch dann trat ein Schatten auf mich zu. Ich hoffte nur das mir niemand gefolgt war und vor allen nicht das Hannah vor mir stand. "Geh weg!"
      Doch als ich aufblickte und die Gestalt aus dem Sonnenlicht herantrat blieb mein Herz für eine Sekunde stehen.
      Mein Mund öffnete sich für einen Moment und ich starrte sie an. ´Nicht sie schon wieder...´ Mein Herz fing langsam wieder an zu schlagen doch eine leichte Panik überkam mich. "Was suchst du hier? Hast du mich etwa beobachtet und bist mir dann gefolgt, weil du Angst hast das ich wieder zerbreche?" Ich lachte leicht sarkastisch auf und grinste sie an. "Hör auf dich in mein Leben einzumischen. Nur weil du denkst du wärst Mutter Theresa oder sowas." Ich trank einen großen Schluck vom Bier und zog an der Kippe. Dann stand ich auf. Durch die Wärme und Sonne schwankte ich ein wenig, doch ich konnte mich noch fangen. Ich trat ein paar Schritte auf sie zu sodass ich beinahe ihren Atem auf mir spürte. "Hör zu Kleines. Ich will das du mich in Ruhe lässt. Ok? Ich brauche niemanden der auf mich aufpasst. Kapiert?"
      Ich blickte sie ernst an, doch innerlich schrie alles in mir auf. Plötzlich zog es in meinem Kopf. "Ach Mist!" Ich lies die Bierflasche fallen, die in tausend Scherben zersprang. Ich hielt mir den Kopf und mein Gesicht war schmerzverzehrt. Ich sah alles verschwommen und sackte zusammen auf den Boden wo die Scherben lagen. "Lass mich einfach hier liegen. Verschwinde bitte. Du hast nichts gesehen.. Bitte lass es hier endlich enden.." Ich krümmte mich weiterhin wie ein Wurm auf dem Boden. Es war alles schwarz um mich herum. Die Dunkelheit fraß mich erneuert auf und dieses Mal schneller als sonst.
    • Cielle

      Ich zuckte leicht zusammen, als er mir sagte ich solle weggehen, obwohl er mich nicht einmal gesehen hatte. Kurz kam mir der Gedanke, dass er gesehen hatte wie ich meinen Weg zu ihm gebahnt hatte. Doch seine darauffolgende Reaktion ließ diesen Gedanken wieder verblassen. Mir war es jedoch lieber gewesen, wenn er mir nur gesagt hätte ich solle verschwinden, denn seine Triade danach und fast schon panisches Verhalten, ließ mich besorgt ansehen. Seine Meinung über mich kam wohl zum durchschein und es war nicht zu übersehen, dass meine Anwesenheit ihn störte. Doch so wie er sich benahm, war es zu hektisch, als dass ich ihn hätte verlassen können. Mein Besorgnis vertiefte sich, als er anfing wohl aufgrund des Alkohols etwas zu schwanken. Zu meiner Erleichterung konnte er sich noch fangen, jedoch verbesserte sich sein Gemüt nicht.
      Es kostete mich viel Nerv mich nicht zu bewegen, als er mir näher kam und ich den Alkohol aus seinem Mund riechen konnte. Dieses ganze Szenario war absurd und ich wusste nicht recht wie ich mich am besten verhalten sollte. So, sodass er mich nicht weg stieß. Seine Redensart war nicht eine, die für gutheiße, doch den Umständen entsprechend, konnte ich es ihm noch verzeihen.
      Seinen plötzlichen Umfall ließ mich scharf die Luft einatmen. Ohne nachzudenken setzte ich mich hin und räumte die scherben so schnell weg wie es ging, sodass er nicht aus Versehen in diese langte und sich daran verletzte. Dass ich mich selber vor eile daran verletzte, bemerkte ich kaum. Hektisch sah ich mich um, doch keiner schien in der Nähe zu sein und so wie ich ihn einschätzen konnte, wollte er nicht, dass man ihn so sah. Es war wohl schlimm, genug für ihn gewesen, dass ich in diesem Moment anwesend war. Was mache ich bloß, fragte ich mich panisch. Ich fasste einen neuen Entschluss und lehnte mich an den Baum. Liam schien nicht bei Sinnen mehr zu sein. Vorsichtig fasst ich ihn an den Armen an und zog ihn zu mir. Er war leichter als ich gedacht hatte, aber schwer genug, dass es mir schwer tat ihn in eine gemütliche Position zu bringen. Ich legte zum Schluss seinen Kopf auf meinen Schoß. Vor Anstrengung seufzte ich und atmete tief auf. Besorgniserregend sah ich zu ihm hinunter und betrachtete seinen dunklen Haaren. Ohne groß Gedanken drüber zu machen, legte ich meine Hand auf sein Haar und fing an seinen Kopf zu streicheln. Es hatte etwas Beruhigendes. Während ich währenddessen meinen Blick auf den See richtete, schwankten meine Gedanken zum letzten Mal, als es passiert war. Da ich es bereits erlebt hatte, war der Schock nicht so groß gewesen wie damals, dennoch war es erschreckend gewesen zu sehen, wie er litt. Bis heute wusste ich jedoch nicht, woran es genau lag. Ob er es mir jemals verraten wird?
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Liam Davis

      Mein Kopf fühlte sich an als würde er jeden Moment explodieren. Mein Herz schlug immer schneller und ich konnte kaum meine Atmung kontrollieren. Ich wusste nicht was passiert war. Doch ich spürte wie jemand meinen Kopf vorsichtig streichelte. Ich spürte Wärme, die durch meinen Körper floss. Ich seufzte, als ich allmählich wieder zu mir kam. Die Sonne brannte in meinen Augen und ich konnte sie nicht richtig öffnen. Ich versuchte meinen Kopf zu heben, doch das funktionierte nicht. Stöhnend lies ich ihn wieder fallen. Es hatte gerade keinen Sinn aufzustehen. Ich musste erst wieder richtig bei Sinnen kommen.
      Es verging einige Zeit, wie lange ich dort lag wusste ich nicht, doch als ich meine Augen wieder öffnete schien einige Zeit vergangen zu sein. Die Sonne stand schon ein weniger tiefer und ich konnte die Umgebung, in der ich mich gerade befand, war nehmen. Mein Herz schmerzte nicht mehr. Ich versuchte mich langsam aufzurichten und zuckte zusammen als ich in die wunderschönen grün grauen Augen sah. Sie hatte mich wieder aufgefangen und mich behütet, als würde ich von Bedeutung für sie sein. Ich schreckte etwas zurück und sah mich um. Niemand schient meine Abwesenheit besonders zu interessieren. Die Leute hatten immer noch ihren Spaß.
      Gut für mich...
      Niemand durfte uns beide zusammen sehen, absolut niemand.
      Ich blickte sie wieder an und zog eine Augenbraue hoch. "Wieso bist du immer noch hier?"
      Verbissen knabberte ich an meiner Unterlippe. Mist sie sah in diesem Licht einfach bezaubernd aus.. Sie hatte mich mit ihren Streicheleinheiten beruhigen können.. Dieses Mädchen.. Nein! Sie ist Gift für mich. Pures Gift und wird mich zerstören.
      Langsam richtete ich mich auf und schwankte etwas zur Seite. So viel hab ich doch gar nicht getrunken. "Cielle.. so heißt du doch? Verschwende deine verdammte Zeit nicht mit mir." Und mit diesem Satz ging ich zurück zu den Anderen. Ich wurde freundlich empfangen und das Essen schien auch langsam fertig zu sein. Ich war froh das mich niemand fragte wo ich so lange abblieb. Sie dachten wahrscheinlich das ich irgendeine von der Schule flachgelegt habe. Ich lächelte und wir verbrachten noch einen schönen Abend. Ich hatte sie nicht noch einmal gesehen.
    • Cielle

      Wie lange saß ich nun schon hier unter dem Schatten des Baumes und wartete, dass er endlich erwachen würde? Die Zeit verstrich langsam, und hin und wieder fragte ich mich, ob die anderen bereits nach mir suchten. Wahrscheinlich war das so, doch ein seltsamer Trost hielt mich hier fest. Es erschien mir weniger problematisch, bei ihm zu bleiben, als ihn bewusstlos allein zurückzulassen – eine Entdeckung, die womöglich mehr Fragen aufgeworfen hätte, als ich beantworten wollte. Und mit Sicherheit war er der Letzte, der in einem solchen Zustand von anderen gefunden werden wollte.
      In einer Schule, wo Gerüchte sich wie ein Lauffeuer ausbreiteten, konnte eine solche Entdeckung seinen Ruf schwer beschädigen. Ich verstand das. Vielleicht war es dieser Gedanke, der mich hierhielt, oder vielleicht auch die Ruhe, die ich in der Einsamkeit fand.
      Mein Blick schweifte über die spiegelglatte Oberfläche des Sees, die in der Ferne von den Bewegungen anderer unterbrochen wurde. Die Natur um mich herum bot eine friedliche Abwechslung von der ständigen Fassade, die ich im Alltag aufrechterhalten musste. Diese Rolle, die ich spielte – die der Beliebten, der Perfekten – war anstrengend, doch ich wagte es nicht, das Risiko einzugehen, sie zu verlieren. Ein kleiner Fehler, ein falscher Moment, und alles könnte ins Wanken geraten.
      Hier jedoch, fernab von neugierigen Blicken, konnte ich kurz loslassen. Meine Finger glitten sanft durch Liams Haar, eine beruhigende Bewegung, die mir mehr Frieden schenkte, als ich erwartet hatte. Ich wusste nicht, warum ich es tat, nur dass es sich in diesem Moment richtig anfühlte.
      Es war eine kleine Regung, die mich aus meinen Gedanken riss – ein unruhiges Zucken von ihm, das ankündigte, dass er bald aufwachen würde. Ich richtete meine Aufmerksamkeit ganz auf ihn und beobachtete still, wie er sich allmählich zu orientieren versuchte. Sein Blick war verschwommen, und seine erste Frage klang mehr rhetorisch als wirklich an mich gerichtet. Also schwieg ich.
      Ich sah, wie er auf seine Unterlippe biss, ein Zeichen innerer Unruhe oder vielleicht sogar Frustration. Die Spannung in ihm war deutlich spürbar. Was auch immer in seinem Kopf vorging, es schien ihn zu ärgern. Ich verstand es nicht. Warum schien er solch eine starke, negative Reaktion mir gegenüber zu haben? Glaubte er wirklich, ich hätte einfach wegsehen können? Jeder andere hätte doch dasselbe getan – oder etwa nicht?
      Als er schließlich aufstand, bemerkte ich seine Unsicherheit, das leichte Schwanken in seiner Haltung. Für einen Moment war ich besorgt, dass er erneut das Gleichgewicht verlieren könnte. Doch ohne ein weiteres Wort oder einen Blick in meine Richtung verschwand er, seine Schritte eilig und unpersönlich.
      Seine Stimme, kühl und distanziert, hallte noch in meinen Ohren nach. Er hatte sich nicht bedankt, und doch konnte ich diesen Moment seltsamerweise nicht als vollständig negativ empfinden. Warum? Vielleicht, weil er meinen Namen kannte. Natürlich, viele kannten ihn – aber dass er es wusste, überraschte mich dennoch.
      Da es keinen Grund mehr gab, hier zu bleiben, erhob auch ich mich schließlich und kehrte zu meinen Freunden zurück. Natürlich wollten sie wissen, wo ich gewesen war, und ich schaffte es, ihre Neugier mit einer beiläufigen Bemerkung zu besänftigen. Ich behauptete, ich hätte die Gegend erkundet und ein paar andere getroffen. Eine plausible Erklärung, die zu meinem Ruf passte – niemand zweifelte an meinen Worten.
      Trotzdem kehrten meine Gedanken immer wieder zu Liam zurück. Während ich mit meinen Freunden lachte und die gesellige Atmosphäre genoss, schlich sich sein Bild in meine Gedanken, wie ein Schatten, der sich nicht vertreiben ließ. Der Geruch von Gegrilltem lenkte mich schließlich ab, und mit knurrendem Magen freute ich mich auf das Essen. Doch selbst während ich die letzten Stunden des Tages in angenehmer Gesellschaft verbrachte, blieb ein Teil von mir bei ihm.
      Ich wusste, dass ich mir um ihn Sorgen machte, und diese Sorge wuchs. Zwei Mal hatte ich ihn nun schon in einer prekären Situation erlebt, und jedes Mal war ich diejenige gewesen, die eingegriffen hatte. Es fühlte sich fast wie eine Verpflichtung an, eine Verantwortung, die ich nicht ablegen konnte.
      Vielleicht gab es niemanden sonst, der auf ihn achtete. Vielleicht war ich die Einzige, die es bemerkte. Und auch wenn ich nicht verstand, warum ich so empfand, wusste ich, dass ich nach diesem Tag noch aufmerksamer sein würde. Irgendjemand musste es tun – und dieser Jemand war anscheinend ich.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Liam Davis

      Auch wenn der Abend ohne jegliche besondere Vorkommnisse vorbei gegangen ist, konnte ich sie immer noch auf mir spüren. Ihre Berührungen auf meiner Haut. Sobald ich zu Hause war versuchte ich alles um dieses Gefühl wegzubekommen. Ich sprang unter die Dusche und hoffte das ich es einfach wegspülen konnte. Doch das klappte nicht. Sie hatte sich so sehr in meiner Haut eingebrannt, wie ein unliebsames Tattoo, das man nicht mehr wegbekam.
      Es half nichts und ich stellte das Wasser wieder ab. Mein Vater würde mich umbringen, wenn er die Wasserrechnung erhält und ich alleine so viel verschwenden würde. Mit Shorts bedeckt legte ich mich auf mein Bett und scrollte durch Sozial Media. Ich suchte nach Cielle. Viel fand ich nicht über sie, sie wurde zwar hier und da verlinkt, doch auf ihren eigenen Accounts war nicht viel zu sehen. Doch warum war sie so beliebt? Ich begriff es einfach nicht. Gut ich war auch beliebt, auf eine andere Art und Weise.. Doch dieses Mädchen.. Irgendwas stimmt nicht mit ihr. Doch bevor ich mir wieder den Kopf über sie zerbreche und die Nacht kaum ein Auge zubekam, legte ich mein Handy zur Seite und machte die Augen zu.
      Das Klingeln des Weckers riss mich aus meinem Tiefschlaf. Mürrisch stand ich auf und machte mich für einen erneuten Schultag fertig. Im Haus war es still, unsere Haushälterin würde erst heute Vormittag kommen, wenn ich schon längst weg war.

      Mein Handy blinkte auf und ich nahm es in die Hand. Mich erreichte eine anonyme Nachricht mit einem Foto im Anhang. Mir fiel beinahe das Handy aus der Hand als ich das Bild sah. "So eine verdammte Scheiße!" Auf dem Bild war ich und Cielle zu sehen, wie ich in ihrem Schoß lag. Kein Hinweis auf dem Absender war irgendwo zu sehen. Panik machte sich in mir breit. Wer zum Teufel hat uns dort sehen können? Ich lief in meinem Zimmer auf und ab. Ich konnte nur hoffen das das Bild nicht verbreitet wurde. Ich war am Arsch.
      Schnell zog ich mich fertig an, schnappte meine Tasche und ging nach Draußen wo Brian und Vivi schon im Truck wartete. "Alter du siehst aus als hättest du ein Gespenst gesehen." "So in etwa. Ich muss vor der Stunde unbedingt noch was erledigen." "Okey?" "Keine Zeit für Erklärungen, lasst uns los fahren." Ich musste so schnell es geht in die Schule, bevor die anderen aufkreuzten.
      Dort angekommen steuerte ich in Richtung Bibliothek. Den Ort den ich am meisten mied, doch ich wusste das sie sich dort immer vor der Stunde aufhielt. Ich schlich durch die Gänge und fand sich in einer ruhigen Ecke sitzen. Ich war leicht außer Atem als ich vor ihr stand. Sie blickte mich mit ihren grau- grünen Augen an. "Wir müssen reden." Ich zeigte ihr mit dem Kopf eine Richtung und wir gingen in die hinterste Ecke der Bibliothek und ich zog sie in die Ecke. Ich nahm mein Handy aus der Tasche und zeigte ihr das Bild. "Das habe ich heute morgen bekommen. Bist du jetzt zufrieden? Irgendjemand ist dir nachgestellt und hat das Foto von uns gemacht. Weißt du eigentlich was derjenige damit anrichten könnte?" Ich war mega wütend und kaum zu halten. "Ich sag dir jetzt noch ein letztes Mal lass mich bitte einfach in Ruhe und halt dich fern von mir. Ich kann das alles nicht.." Ich war eh schon gebrochen doch ihre Nähe machte mich noch schwächer.. "Versteh es doch bitte.. Ich kann nicht in deiner Nähe sein." Unser Gespräch wurde durch ein erneutes Klingeln meines Handys unterbrochen. Es war wieder diese anonyme Nummer und ein Foto das uns hier in den Moment zeigt. "Das darf doch nicht wahr sein! Komm raus durch Feigling!" "PSSSSSSSSSSSSSST Mr. Davis verhalten sie sich ruhig." Entschuldigen sie Miss Crawld. "
      Ich blickte Cielle an. "Siehst du was ich meine.. Irgendjemand will uns zerstören. Bitte lass mich in Ruhe und alleine leiden.. Lass mich einfach liegen, wenn ich wieder irgendwo zusammengeklappt bin. Ignorier mich einfach.. Das ist verdammt das Beste."
      Ich ging durch die Bibliothek zurück nach Draußen und sah mich um, doch niemand blickte mich verdächtig an.
      Ich musste vor der Stunde nochmal an die Luft. Brian und Vivi standen auch noch am Truck, nachdem ich wie ein Berserker in die Schule gestürmt war. "Bin wieder da." "Hast du alles erledigt?" "Ja habe ich.." Ich zog an der Zigarette und hoffte das niemand diese Bilder je zu Gesicht bekam. Welcher Idiot kommt auf so eine Idee mich zu erpressen?
    • Cielle
      Die Nacht verging, doch meine Gedanken hielten Liam fest. Ich konnte seine Reaktion einfach nicht verstehen. In einem Moment glaubte ich, ihn ein Stück weit durchschaut zu haben – und im nächsten schob er mich wieder weg, machte sich unerreichbar. Warum fiel mir ausgerechnet er so sehr auf? Von all den Schülern dieser Schule? Vielleicht hatte es mit jener Nacht zu tun, als ich ihn auf der Feier fand. Ein reiner Zufall.
      Der Morgen danach verlief unspektakulär, abgesehen davon, dass Liam in meinen Gedanken herumgeisterte. Ein Teil von mir hoffte, dass das, was gestern passiert war, die unsichtbare Barriere zwischen uns ein wenig gesenkt hatte. Doch wenn ich an seine Reaktion dachte, befürchtete ich eher das Gegenteil – dass die Mauer zwischen uns noch höher geworden war.
      Die Zeit vor Schulbeginn zog an mir vorbei, und ehe ich mich versah, stand ich auf dem Schulhof, wo mich meine Freundin begrüßte. Noch blieb ein wenig Zeit bis zum Unterricht, doch ich hatte keine Lust, mich gleich in eine große Gruppe zu stürzen. Stattdessen zog ich mich an meinen Lieblingsort zurück – die Bibliothek. Ein Ort der Stille, wo niemand dich störte, weil jeder in seiner eigenen Welt versunken war.
      Ich war gerade dabei, mir ein Buch auszusuchen, als plötzlich eine allzu bekannte Stimme ertönte. Überrascht sah ich zur Seite – Liam. Er wollte mit mir reden. Ich folgte ihm, leicht verwirrt, in eine der abgelegeneren Ecken. Damit, ihn so früh wiederzusehen, hatte ich nicht gerechnet. Umso gespannter war ich darauf, was er mir zu sagen hatte.
      Mit großen Augen starrte ich auf sein Handy, das er mir hinhielt. Der Bildschirm zeigte ein Bild von gestern. Ich war mir sicher, dass ich niemanden in der Nähe bemerkt hatte. Natürlich hatte ich nicht aktiv nach jemandem Ausschau gehalten, aber hin und wieder ließ ich meinen Blick schweifen – ohne eine einzige Seele zu entdecken. Doch irgendwer hatte uns beobachtet. Jemand hatte dieses Bild gemacht und es Liam geschickt. Mir nicht.
      Warum?
      Was mich jedoch am meisten irritierte, war seine Panik. Ich konnte nicht verstehen, was so schlimm an dem Bild sein sollte. Ja, es könnte herumgeschickt werden, und ja, es könnten Gerüchte entstehen. Aber wenn wir uns einfach aus dem Weg gingen, würde das Gerede schnell wieder verschwinden. Seine Aufregung war für mich nicht nachvollziehbar, und mein Gesichtsausdruck spiegelte diese Verwirrung wider.
      Dann geschah es erneut.
      Eine Nachricht. Noch ein Bild. Dieses Mal genau in diesem Moment aufgenommen.
      Liam verstummte. Ich spürte, wie mir ein kalter Schauer über den Rücken lief. Hastig sah ich mich um, doch ich konnte niemanden entdecken. Jemand beobachtete uns. Jemand folgte uns. Ein Stalker.
      Mir blieb keine Gelegenheit, meine Gedanken mit Liam zu teilen, denn so plötzlich, wie er aufgetaucht war, verschwand er auch wieder. Ein Tornado, der durch mein Leben fegte und mich sprachlos zurückließ. Ich stand einfach nur da, mein Kopf zu langsam, um all das zu verarbeiten.
      Liam war in diesem Moment meine geringste Sorge. Die Verbreitung des Fotos beunruhigte mich nicht. Aber die Tatsache, dass da draußen jemand war, der uns heimlich fotografierte – das jagte mir eine Gänsehaut ein.
      War diese Person gefährlich?
      Verunsichert und mit tausend Gedanken im Kopf verließ ich die Bibliothek und kehrte zu meiner Freundin zurück. Ich setzte mich zu ihr, hörte den Gesprächen zu, doch trug selbst kaum etwas bei. Mein Kopf war zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt.
      Die Schulglocke nahm ich nur am Rande wahr – meine Freundin musste mich daran erinnern. Gemeinsam gingen wir zum Unterricht. Doch auch dort konnte ich mich nicht konzentrieren. Stattdessen hörte ich das Getuschel über eine Party.
      Alles wurde mir zu viel.
      Unauffällig ließ ich meinen Blick durch die Klasse schweifen.
      War er hier?
      War der Stalker jemand von ihnen?
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Liam Davis

      Ich blickte jeden an der an uns vorbei ging. Doch keiner sah mich so an wie jemand der es böse mit mir meinte. Brian fuchtelte mir mit der Hand vor meinem Gesicht herum. "Junge du siehst gerade gar nicht gut aus." Wie recht er doch hatte. Nachdem ich diese Bilder gesehen habe muss mir jegliche Farbe aus dem Gesicht geglitten sein. Doch ich durfte mich davon nicht unterkriegen lassen. Wer auch immer es war, der wird sein Leben nicht mehr froh werden. Dafür sorge ich.
      "Ich glaube ich fühle mich nicht so gut. Ich geh zur Krankenschwester und lasse mich für heute freistellen." "Okey. Somit hast du ja dann genug Zeit deine Party zu planen." Mist... Da war ja noch etwas was ich gerne verdrängen würde. "Ja sicher doch.." Ich schnipste die Zigarette weg und die Beiden begleiteten mich bis zum Krankenzimmer. "Sollen wir dich nicht lieber dann nach Hause fahren?" Vivi strich mir besorgt über den Arm. "Nein es geht schon. Ein bisschen frische Luft schadet mir nicht."
      "Wenn was ist melde dich bitte ja?" Ich nickte nur und lies die beiden zum Unterricht gehen.
      Nachdem ich ein auf krank gemacht habe, schrieb mich die Krankenschwester für den heutigen Tag krank.
      Viel zu schauspielern hatte ich nicht, denn auch sie sah mir an das irgendwas nicht stimmte.
      Ich machte mich also auf den Weg um wieder nach Hause zu gehen. Gott sei dank waren es nur 20 Minuten zu Fuß. Doch selbst diese strengten meinen Körper an. Als ich das Haus sah war ich sichtlich erleichtert. Ich zog mir nur fix die Schuhe aus und warf mich aufs Sofa. Was für ein Tag und wenn diese doofe Party nicht noch am Ende der Woche wäre... Wie viel Macht konnte eine Person nur über jemand anderen haben? Sie soll froh sein das sie wieder jemanden gefunden hat der sie erträgt. Glaubt mir mit Hannah war es alles andere als einfach. Im Bett war sie ganz solide, doch mehr hatte sie nicht zu bieten. Ständig hatte sie irgendwelche Ansprüche, oder wollte dies und das. Klar habe ich versucht ihr alle Wünsche so gut es ging zu erfüllen, doch hat sie in dem Jahr einmal nach mir gefragt? Oder sich um meine Gesundheit gesorgt? Ganz klares nein. Sie ist so ein egoistisches Miststück.. Und jetzt darf ich zum dank noch diese Party machen. Wer weiß wie viele Leute dann wieder kommen und mein Haus kaputt machen.
      Doch eigentlich sollte es mir auch egal sein. Ich bin sowieso der Herr des Hauses und kann tun und lassen was ich möchte.
      Da das Wetter momentan richtig gut ist, dachte ich vielleicht daran eine Poolparty zu schmeißen. Somit würde nur der Garten und die Terrasse verwüstet werden. Wir haben auch eine Außenküche, Bar und Toiletten/ Duschen. Somit müsste niemand unbedingt in mein Haus eintreten.
      Es klang wie der perfekte Plan. Ich schrieb schnell eine Instagram Story und teilte es somit allen mit. "Jo Leute am Freitag ab 19 Uhr Poolparty bei mir. Dresscode ist Badesachen/ Strandkleidung. Bringt Spaß und gute Laune mit." Somit wurde die Story abgeschickt.
      Bei Pinterest gab ich Poolparty ein und wurde sogleich fündig. Ich bestellte anhand der Inspirationen ein paar Sachen auf Amazon und telefonierte mit einem Getränkehändler, Barkeeper und Koch. Gut das meine Eltern so viele Menschen kennen. So war problemlos alles geklärt.
      Nachdem ich alles erledigt hatte, war ich plötzlich so müde und kaputt, das ich auf dem Sofa eingeschlafen bin. Und natürlich begegnete ich wieder ihr im Traum.. Cielle...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Shio ()

    • Cielle

      Ich konnte mich für den Rest des Unterrichts nicht mehr konzentrieren. Auch danach fand mein Kopf keine Ruhe. Viel zu sehr wirbelten die Gedanken in meinem Inneren durcheinander – Gedanken, die sich wie ein hartnäckiger Nebel zwischen mich und die Welt schoben. Auch wenn ich keine unmittelbare Gefahr darin sah, dass die verschickten Bilder verbreitet wurden, war es doch die Vorstellung, dass sowohl Liam als auch ich dadurch in Schwierigkeiten geraten könnten, die mich beunruhigte. Vielleicht übertrieb ich, vielleicht spinnte mein Kopf dunkle Szenarien, die nie Realität werden würden. Doch trotz allem, so abweisend Liam auch in der Vergangenheit zu mir gewesen war, wollte ich nicht, dass ihm etwas zustieß.
      Ich hatte selbst miterlebt, wie sehr ihn diese Fotos mitnahmen – aus welchem Grund auch immer. Und obwohl ich seine Reaktionen noch immer nicht vollständig deuten konnte, war mir klar, dass ihn das Ganze belastete. Genau das ließ mich nicht los.
      Die Stunden vergingen zäh, und schließlich läutete es zur Pause. Doch auch in dieser Zeit wollte mein Verstand nicht abschalten. Ich war zu sehr gefangen in dem Sog aus Fragen, Sorgen und unausgesprochenen Dingen. Erst als mir eine Freundin ihr Handy unter die Nase hielt, riss mich etwas aus meinem Grübeln – eine Story von Liam. Eine Poolparty.
      Und ob ich es nun wollte oder nicht, sofort erschien das Bild von ihm am See vor meinem inneren Auge. Ich schluckte. Sollte ich hingehen? Wahrscheinlich wurde es ohnehin erwartet, wegen meines Rufs in der Schule. Das Bild aufrechterhalten, mitmischen, präsent sein. Wenn ich nicht auftauchte, ohne eine wirklich überzeugende Ausrede, könnte es nicht nur für mich seltsam wirken, vielleicht würde auch Liam negativ auffallen. Und aus irgendeinem Grund, den ich selbst nicht benennen konnte, wollte ich genau das vermeiden. Warum eigentlich? Warum achtete ich so auf ihn, warum stellte ich mich fast schon schützend vor ihn? Warum… kümmerte ich mich?
      „Du kommst auch mit, oder?“, fragte meine Freundin beiläufig, aber ich hörte die unausgesprochene Erwartung dahinter. Ich hatte keine wirkliche Wahl.
      „Klar“, antwortete ich, und zwang mich zu einem Lächeln. „Sollen wir uns vorher treffen und dann gemeinsam hin?“
      Insgeheim war ich viel gespannter auf Liam als auf die Party selbst. Vielleicht – mit etwas Glück – würde sogar der geheimnisvolle Stalker auftauchen. Und wer weiß, vielleicht entlarvten wir endlich, wer hinter den Bildern steckte.
      Der restliche Schultag plätscherte ereignislos dahin. Ich war erleichtert, als ich endlich den Heimweg antreten konnte. Zu Hause angekommen, ging ich gleich zu meinem Kleiderschrank und sah mir die Bikinis durch, die ich irgendwo in den hinteren Ecken verstaut hatte. Vielleicht den hier? dachte ich, während ich die Farben gegeneinander abwägte. Ein lockeres Sommerkleid darüber würde es einfacher machen – zum Umziehen, aber auch als Notfallschutzschild, sollte ich mich plötzlich unwohl fühlen. Zufrieden legte ich die ausgewählten Sachen zur Seite.
      Um meine Gedanken zu ordnen, setzte ich mich an meinen Schreibtisch und versuchte, den Schulstoff nachzuholen, den ich heute kaum aufgenommen hatte. Es tat gut, sich abzulenken, weg von Liam, weg von der Situation in der Bibliothek, weg von all dem Durcheinander.
      Die Zeit verging schneller als gedacht, und irgendwann rief meine Mutter mich zum Essen. Gemeinsam saßen wir am Tisch, sprachen über alltägliche Kleinigkeiten. Es tat gut, ein wenig Normalität zu erleben. Meine Mutter war für mich wie eine enge Freundin, jemand, dem ich vertraute, doch selbst ihr erzählte ich nichts von Liam. Noch nicht. Ich wollte herausfinden, was es mit allem auf sich hatte. Für mich allein.
      Vielleicht, nur vielleicht, würde die Party mir ein paar Antworten liefern. Vielleicht würde ich Liam ein wenig besser verstehen. Vielleicht würde sich das ganze Puzzle endlich ein wenig zusammensetzen.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Liam Davis

      Die restliche Woche verlief ohne irgendwelche Zwischenfälle. Ich ging dem Mädchen meiner schlaflosen Nächte so gut es ging aus dem Weg. Ich war mit anderen Dingen beschäftigt, denn der Tag der Poolparty rückte immer näher und ich durfte mich nicht blamieren. Jeder der dorthin kommt hat hohe Ansprüche an mich, da bisher jegliche meiner Partys der Hammer waren. Daher hab es für mich keinerlei Ablenkung.
      Am Tag der Party halfen mir Brian und Vivi bei den letzten Vorbereitungen und ich muss sagen das ich mich wieder selbst übertroffen habe. Klar manche Dinge sind vielleicht ein wenig zu viel, doch mir war es egal was ich mit der Kohle meiner Eltern mache, denn die interessieren sich eh nicht für mich. Die ganzen Menschen die ich für die Party organisiert habe waren auch schon am Werk. "Ich werd nochmal fix unter die Dusche hüpfen.. mich fertig machen und so. Falls ihr beiden euch auch nochmal frisch machen wollt ihr findet ja das Gästebad."
      Beide nickten mir zu und ich ging ins Haus zurück und auf mein Zimmer. Ich machte mich noch frisch, mit rasieren, duschen usw und zog mir anschließend noch meine Badeshorts an. Ein lockeres Hemd, welches ich offen trug, warf ich mir anschließend noch drüber. Mein Lieblingsbuch durfte nicht fehlen.
      Ich fuhr mir ein letztes Mal durch meine schwarzen Haare und ging dann zu den anderen beiden, die chillig auf dem Sofa hockten.
      In einer Stunde würde es ungefähr losgehen. Ich schnappte mir 3 Bier und gab meinen besten Freunden eins. "Auf eine tolle Party!", rief Brian. Wir stießen an und ich liebte das Gefühl wie die kalte Flüssigkeit in meinem Hals hinunterlief.

      Punkt 19 Uhr kamen schon die ersten Gäste ganz vorne mit dabei waren Hannah und ihre Clique. Natürlich lief sie wieder sehr leicht bekleidet herum und mit Tonnen von Make up im Gesicht, nur um Aufmerksamkeit zu erregen. Ich wischte mir mit der Hand übers Gesicht, weil ich es einfach nicht glauben kann wie billig man sein kann. Wie doof war ich vor einiger Zeit..
      Sie kam auf uns zu gewackelt und umarmte mich stürmisch. "Na hast du mich vermisst?" Doch ehe ich überhaupt antworten konnte redet sie einfach weiter, "Danke für die Einladung. Mädels? Wir holen uns dann was zu Trinken." Schon steuerte das Rudel zur Bar.
      Ich verdrehte die Augen und Brian grinste mich an. "Sie wird es wohl nie lassen hm?" "Nein..", ich seufzte.
      Nach und nach kamen immer mehr Menschen, klar sprach sich die Party ganz schnell herum und mein Garten war voller Menschen. Manche die ich nicht kannte.
      Sie schienen Spaß zu haben und das freute mich ebenfalls. Der DJ gab auch alles und heizte die Gäste ein.
      Alles schien perfekt, bis mein Blick erstarrte. Mist ich hatte ganz vergessen das sie auch eingeladen wurde. Da stand sie vor mir und schaute mich mit ihren grün grauen Augen an. Ich schluckte den Kloß in meinem Hals hinunter. Ich musterte sie und verdammt sah sie schön aus. Ich musste hier weg. Panik stieg in mir hoch und ich suchte nach einem Fluchtweg nur damit ich nicht mit ihr reden muss.
      Gott sei dank kam Brian und Vivi auf mich zu und zogen mich zur Seite. "Kumpel du siehst schon wieder aus als ob du einen Geist gesehen hast?" Beide sahen Cielle an. "Hat sie irgendwas mit dir gemacht?", fragte mich Vivi. Ich konnte meinen Blick nicht von ihr lösen. Hitzeflecken bildeten sich an meinem Hals. "Geht schon.. Ich.." Mist ich konnte nicht klar denken. "Ich muss kurz weg." Ich brach den Blickkontakt ab und eilte mit meinem Bier in der Hand weg. Ich drängelte mich durch die Menschen und überall hörte ich die Leute sagen an denen ich vorbei ging wie toll die Party ist, doch ich blendete alles aus.
      Ich kam am hinteren Teil des Gartens an, dort wo ein Baumhaus stand und eine große Schaukel.
      Ich setzte mich auf einer der Schaukeln und versuchte meine Atmung in den Griff zu bekommen. Ich begriff einfach nicht was das nur ständig ist, sobald ich sie sehe... Wieso ich so panisch auf sie reagiere..
    • Ich bekam Liam seit Tagen nicht mehr zu Gesicht. Entweder wich er mir gezielt aus, oder wir verpassten uns einfach ständig. Ich konnte es nicht genau sagen, aber mit jedem Tag wuchs in mir das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Vielleicht hatte der Stalker ihn angesprochen. Vielleicht war etwas passiert, von dem ich nichts wusste. Der Gedanke ließ mich nicht los. Es war fast schon beunruhigend, wie sehr ich mir um jemanden Sorgen machte, zu dem ich eigentlich kaum eine Verbindung hatte. Und doch war da dieses nagende Gefühl, dass hinter all dem etwas Größeres steckte. Vielleicht war es auch einfach nur Neugier, die mich nicht losließ, aber tief in mir wusste ich, dass es mehr war.
      Ehe ich mich versah, war der Tag der Party gekommen, Liams Party. Wie mit meiner Freundin abgemacht, trafen wir uns am Nachmittag bei mir, um uns gemeinsam fertigzumachen. Sie war voller Vorfreude, redete ununterbrochen und probierte verschiedene Outfits an, während ich eher ruhig blieb und mich auf das Nötigste konzentrierte. Meine Schminke hielt ich dezent, denn ich wusste, dass sie sowieso nicht lange halten würde, falls ich im Pool landen sollte. Meine Freundin verdrehte bei meinem schlichten Stil zwar die Augen, doch am Ende gab sie sich geschlagen.
      Bevor wir losfuhren, schrieb ich meiner Mutter noch eine kurze Nachricht. Ich erklärte ihr, dass ich nicht genau wusste, wann ich zurück sein würde, versprach aber, mich zu melden, falls etwas passieren sollte. Sie war erstaunlich gelassen, wahrscheinlich, weil sie wusste, dass ich kein Partymensch war und mich selten in Schwierigkeiten brachte.
      Schon als wir aus dem Auto stiegen, war ich beeindruckt. Das Anwesen, in dem die Party stattfand, war riesig und wirkte fast wie aus einem Film. In der warmen Abendluft glitzerte das Wasser des Pools im Schein bunter Lichter, und die Musik war bereits aus der Ferne zu hören. Vor dem Haus standen Grüppchen von Jugendlichen, die lachten, tanzten und redeten, als gäbe es keine Sorgen auf der Welt.
      Ein wenig unsicher folgte ich meiner Freundin durch die Menge. Sie schien sich hier sofort wohlzufühlen, während ich eher still blieb und mich umsah. Drinnen war es noch voller, als ich erwartet hatte. Fast alle trugen Badebekleidung, Frauen in auffälligen Bikinis, Männer in kurzen Hosen, und jeder hatte ein Getränk in der Hand. Ich hingegen behielt mein Kleid erst einmal an, unschlüssig, ob ich mich wirklich unter all die halb entkleideten Körper mischen wollte.
      Viele Gesichter kamen mir bekannt vor. Einige lächelten, andere grüßten kurz, und ich tat mein Bestes, höflich zu bleiben. Irgendwann drückte mir jemand einen Plastikbecher in die Hand, und obwohl ich nicht wusste, was darin war, nahm ich einen kleinen Schluck, um nicht unhöflich zu wirken. Nach einer Weile begann ich, mich ein wenig zu entspannen. Die Stimmung war ausgelassen, und das Lachen der anderen steckte an.
      Dann jedoch blieb mein Blick an einer Person hängen. Es war Liam.
      Er stand etwas abseits, schien in Gedanken versunken, doch als sich unsere Blicke trafen, erstarrte er. Seine Augen weiteten sich, und für einen Moment glaubte ich, so etwas wie Schock oder Unsicherheit in seinem Gesicht zu erkennen. Ich spürte, wie mir heiß wurde, und fragte mich, ob ich etwas Falsches getan hatte. Hatte er nicht gewollt, dass ich hier war?
      Auch seine Freunde bemerkten seine Reaktion und sahen kurz zwischen uns hin und her. Ich fühlte mich plötzlich beobachtet, und ein unangenehmes Ziehen breitete sich in meinem Magen aus. Ohne ein Wort wandte Liam sich um und ging schnellen Schrittes davon.
      Bevor ich darüber nachdenken konnte, folgte ich ihm. Es war schwer, sich durch die Menge zu drängen, denn ständig sprach mich jemand an oder blieb im Weg stehen. Doch ich verlor ihn nicht aus den Augen. Draußen atmete ich tief durch, doch Liam war bereits ein Stück voraus. Ich sah mich suchend um, und schließlich entdeckte ich ihn, er saß auf einer alten Schaukel, die an einem Baum neben einem kleinen Baumhaus hing. Das Licht der Party fiel schwach bis hierher, und die Musik klang nur noch gedämpft.
      Ich blieb kurz stehen und überlegte, was ich sagen sollte. Er sah aus, als wolle er allein sein, doch gerade das machte mich neugierig. Warum wich er mir immer aus? Warum sah er mich manchmal an, als würde ich ihm Angst machen?
      Langsam ging ich auf ihn zu. In meiner Hand schwenkte ich gedankenverloren den Becher, das leise Klirren des Eises war das Einzige, was man hörte. Ich wollte ihn nicht erschrecken, also sprach ich mit ruhiger, sanfter Stimme.
      „Sehe ich so erschreckend aus?“, fragte ich schließlich mit einem kleinen, unsicheren Lächeln aber mit einer leichten Belustigung im Tonfall. Meine Worte klangen spielerisch, aber mein Herz pochte viel zu schnell. Ich hoffte, dass er die Spannung zwischen uns spürte, und vielleicht den Mut fand, mir endlich zu sagen, was wirklich los war.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა
    • Liam Davis

      Ich nippte an meinem Bier und lies die Schaukel unter mir leicht schwingen. Ein paar Schritte ließen mich aufhorchen. Ich zuckte merklich zusammen als ich ihre Stimme hörte. Das darf nicht wahr sein.. Sie war mir gefolgt, bis hier her. In meinem Safespace
      Ein raues Lachen kam aus meiner Kehle. "Nein siehst du nicht.." Wie konnte sie das auch nur denken? Sie war so verdammt schön. Doch ich konnte es ihr nicht sagen.. Unter keinem Umständen durfte ich dieses Mädchen so nah an mich ran lassen. Auch wenn ich es innerlich so sehr wollte.. "Ich brauchte nur kurz Luft zum atmen. Es ist ganz schön viel los." Ich log mal wieder. Wozu ihr die Wahrheit sagen, wenn eine Lüge viel einfach über meine Lippen geht.
      Ich trank einen großen Schluck aus meiner Flasche. Ich war einen kurzen Blick über meine Schulter. "Du kannst dich ruhig auf die andere Schaukel setzen. Du nimmst mir die Ruhe wenn du dort so verloren stehst."
      Ich sah wieder auf den Boden vor mir als ich ihre Schritte neben mir wahrnahm und wie sie sich auf die Schaukel setzte.
      Gedankenverloren sah ich nach vorne. "Das Baumhaus hat mein Vater für mich gebaut als ich noch klein war. Ich hab mich dort immer zurück gezogen und dieses Baumhaus birgt ein paar Geschichten." Doch diese wollte ich ihr nicht unter die Nase reiben. Denn ich habe dort nicht nur als kleines Kind gespielt sondern andere Dinge mit Frauen angestellt als ich größer wurde.
      Es gehörte mir ganz alleine und ich war froh darum, es nicht teilen zu müssen. Mit niemanden.
      Mein Blick fiel kurz zu Cielle und sie sah wirklich schön aus.. Wie sie wohl im Bikini aussehen würde? Nein verdammt ich darf nicht soweit denken. Sie wird mich nur verletzten.. Mir der Herz brechen..
      Aber was wenn ich dieser Versuchung bald nicht mehr widerstehen kann? Ich musste es mit Smalltalk versuchen und so gelassen wie immer wirken um mein Herz zu beruhigen.
      "Also wie gefällt dir die Party?"
    • Cielle

      Er hatte offensichtlich nicht mit meiner Anwesenheit gerechnet, denn ich sah, wie er beim Klang meiner Stimme leicht zusammenzuckte. Offenbar hatte ich ihn überrascht. In Wahrheit hätte ich selbst nicht gedacht, dass ich so weit gehen würde, jemandem einfach hinterherzulaufen. Doch meine Neugier hatte mich gepackt, und ich wollte endlich Antworten finden auf all die Fragen, die mich seit Tagen beschäftigten.
      Ein kleines Lächeln stahl sich auf meine Lippen, als er tatsächlich auf meine scherzhaft gemeinte Frage antwortete. Es war mehr eine rhetorische Bemerkung gewesen, aber seine Reaktion amüsierte mich und beruhigte mich zugleich. Irgendwie gab sie mir das Gefühl, dass mein Auftreten nicht völlig unpassend war.
      Für einen Moment sah ich über meine Schulter zurück. Hinter mir tanzten unzählige Menschen, lachten, sangen und tranken. Die Musik wummerte in der Ferne, und bunte Lichter warfen sich über die Menge wie Wellen. Es war beeindruckend, wie viel Aufwand und Planung in dieser Party stecken musste. So etwas organisierte man nicht mal eben. Offenbar hatte Liam schon Erfahrung darin, solche Feiern zu veranstalten.
      Als ich mich wieder zu ihm umdrehte, überraschte er mich, indem er mir anbot, mich auf die andere Schaukel neben ihm zu setzen. Damit hatte ich nicht gerechnet. Viel eher hatte ich erwartet, dass er mich wegschicken oder einfach den Ort wechseln würde, besonders nach allem, was in letzter Zeit geschehen war. Der Vorfall mit dem Stalker hing noch immer unausgesprochen zwischen uns, doch im Moment schien er das völlig auszublenden.
      Etwas zögerlich, fast so, als könnte eine falsche Bewegung seine Meinung wieder ändern, ging ich ein paar Schritte auf ihn zu und setzte mich vorsichtig auf die zweite Schaukel. Das alte Holz hielt erstaunlich gut stand, und während ich den Becher mit einer Hand festhielt, begann ich langsam mit den Füßen zu wippen, mal auf den Fersen, mal auf den Zehenspitzen. Das leise Knarren der Ketten mischte sich mit der fernen Musik, und für einen kurzen Moment fühlte sich alles friedlich an.
      Dann geschah etwas, womit ich am wenigsten gerechnet hätte: Liam begann zu reden. Über sich. Seine Stimme war ruhig, beinahe nachdenklich. Ich wusste nicht, ob es am Alkohol lag oder an diesem abgeschiedenen Ort, doch seine Offenheit überraschte mich. Ich hätte nie gedacht, ihn so zu erleben, ohne Ausflüchte, ohne seine übliche Verschlossenheit. Nur ein paar Sätze, aber sie fühlten sich an, als teilte er mir ein kleines Stück seiner Welt mit. Mehr, als ich je zuvor über ihn erfahren hatte.
      Ich wollte ihn nicht mit Fragen bedrängen, auch wenn meine Neugier fast überhandnahm. Also schwieg ich und ließ die Stille zwischen uns wirken.
      Als er schließlich eine Gegenfrage stellte, hob ich den Blick. Seine Augen ruhten auf mir, länger als sonst, fast forschend. Ich erwiderte seinen Blick und lächelte leicht.
      „Ich finde, sie ist dir wirklich gut gelungen“, antwortete ich ehrlich. „Du hast ein gutes Auge für Details und ganz offensichtlich Organisationstalent. Ich stelle es mir nicht leicht vor, so etwas auf die Beine zu stellen und dabei auch noch die Erwartungen aller zu erfüllen.“ Ich zuckte mit den Schultern und ließ meinen Blick wieder zu den Partygästen schweifen, die in der Ferne weiterfeierten. „Aber gut, ich habe selbst noch nie eine Party organisiert. Ich habe davon also keine Ahnung.“
      Kurz schwieg ich, ehe ich wieder zu ihm sah. „Machst du das gerne? Solche Feiern zu planen?“ fragte ich schließlich, meine Stimme ruhig, aber neugierig. Es war keine belanglose Frage, ich wollte wirklich verstehen, was ihn antrieb. Vielleicht, weil ich endlich ein Stück von dem Menschen kennenlernen wollte, der sich so lange hinter seinen Mauern versteckt hatte.
      Digital Art Bilder Pinnwände

      ૮ ˶ᵔ ᵕ ᵔ˶ ა