Die Gemeinschaft des Einen...Bei der Erwähnung zuckte Malleus' linke Augenbraue bedrohlich. Die treuen Anhänger klammerten sich an den antiquierten Glauben eines einzigen, wahren Gottes und lehnten dabei konsequent und mit lächerlicher Zuversicht jedes andere Götterpantheon ab. Die angespannte Beziehung zwischen den Signa Ignius und der Gemeinschaft des Einen füllte ganze Chroniken in der beeindruckenden Bibliothek von Oratis. Die Zeitalter blutiger Auseinandersetzungen waren allerdings schon lange vorbei. Man war dazu übergangen sich subtiler im Schutz der Schatten zu bekriegen und bemühte sich um eine nach außen strahlend weißte Weste. Es kam nicht selten vor, das Leute einfach spurlos verschwanden und nie wieder auftauchten. Malleus hatte nicht umsonst eigenhändig einen engen Kreis an äußerst effizienten Gefolgsleuten ausgebildet, die sich darauf verstanden, keinerlei Spuren zu hinterlassen. Diese Männer und Frauen verschmolzen mit den Schatten der Nacht.
"Die Priester des Einen verlieren stetig an Einfluss. Die Menschen haben vor langer Zeit beschlossen, dass eiserne Disziplin und Verzicht der gepredigten Erlösung einen faden Beigeschmack einbringen. Sie sind es leid auf den Knien vor Altären herumzukriechen und einem unsichtbaren Gott zu huldigen", schnaubte Malleus.
Das dezente Achselzucken auf seine Feststellung entlockte Malleus keine Reaktion, obwohl sie ihm damit offen bestätigte gegen seinen Willen zu agieren. Einzig die Härte in seinem Blick blieb bestehen.
"Obwohl ich mir bei Zeiten ein wenig mehr Zurückhaltung erhofft habe. Wohlstand macht unsere Schafe träge, Amentia. Sie verlieren das Wichtige aus den Augen, wenn sie ständig von Reichtümern und ihrem eigenen Spiegelbild geblendet werden. Aber es bleibt ein notwendiges Übel, wenn wir am Ende unseres Weges dem großen Adrastus nahe sein wollen. Wenn die Archone in den anderen Städten ihre Herde ebenso gut führen wie du es tust, muss ich meine Bedanken allerdings revidieren."
Erst jetzt zeigte sich wieder dieser subtile Hauch von Anerkennung in seinen Augen. Trotz des Prunks in Oratis herrschte in diesem Haus der Signa keine Nachlässigkeit. Amentias Antwort zu seiner Identität schien Malleus fürs Erste zufrieden zu stellen, denn er lehnte sich etwas zurück. Trotzdem war der Anführer der Signa Ignius noch nicht fertig.
"Für die Zukunft, Amentia, erwarte ich über derlei Veränderung in Kenntnis gesetzt zu werden."
Obgleich er seine Stimmer nicht über Gebühr erhob, war mehr als deutlich, dass er keinen Wiederspruch duldete und wusste, dass er auch keinen bekommen würde.
Aufmerksam lauschte er den weiteren Ausführungen zu den Festivitäten, wobei der Abschluss auf besonderes Gehör traf. Es war ein angemessenes und äußerst wirksames Spektakel und vielleicht genau die Ablenkung, die sie benötigten. Danach würde Oratis mit den Nachwehen der Feierlichkeiten zu beschäftigt sein um sich dafür zu interessieren, wer sich im Schutz der Nacht in den Straßen herumtrieb. Wenn sie in die Archive gelangen wollten, war das der beste Zeitpunkt. Nur galt es zuvor Devon hinter die Mauern zu schmuggeln.
"Kein Kranker, kein Aussätziger, Amentia. Hab Geduld", erwiderte er schlicht.
Er war lange nicht in Oratis gewesen und wusste nicht, ob den Wänden auch im Herz der Signa nicht bereits Ohren gewachsen waren.
Und Devon würde allenfalls selbst in geeigneter Verkleidung durch seine Größe auffallen und das war nun mal kein einschlägiger Grund um jemanden durch die Straßen zu jagen.
“Zu Diensten?”
Zu Diensten?
“Wenn andere auch meine Dienste wollen, sollten sie sich an ihn wenden.”
Malleus, der in professionellen Angelegenheiten kaum die Miene verzog, erlaubte sich ein kaum merkliches Schmunzeln.
Oh, Tava, dachte er, gib Acht auf deine Worte.
Worte, die Malleus fast genauso sehr gefielen, wie die Reaktionen der Cervidia sobald er Lob in ihre Richtung aussprach. Sie saugte den Zuspruch und die Anerkennung geradezu gierig auf.
"Tava ist zu bescheiden", sagte er. "Ihre Kenntnisse über Botanik sind bemerkenswert. Ich hatte gehofft, dass die Alchemisten in unseren eignen Reihen während unseres Aufenthaltes in Oratis von ihrem Wissen profitieren könnten. Wenn ich mich recht erinnere, bedürfen einige veraltete Schriften sicherlich eine dringend benötigte Korrektur."
Tava umschiffte das Thema des fehlenden Siegels, das in der Tat zum Problem werden konnte.
"Ich verbürge mich für Sie", bestätigte er. Nicht das es nötig wäre, sein Wort zählte. "Und auch für den Mann, der bald unser Gast sein wird."
Malleus erhob sich unangekündigt.
"Nun, da sich meine Ankunft herumsprechen wird, kann ich mich nicht hinter Mauern verstecken. Außerdem, müssen wir unserem Freund vor den Toren von unserem Vorhaben in Kenntnis setzen."
Und es würde Devon nicht gefallen.
Er wusste, dass der Lacerta lieber draußen ausharrte bis alles erledigt war als sich hinter die beengenden Mauern von Oratis zu begeben. Vor allem, wenn Malleus beschloss, ihn dazu passend auszustaffieren.
"Aber dazu benötigten wir die richtige Garderobe. Du erwähntest Cervidia, die sich uns angeschlossen haben. Lass sie rufen, Amentia. Sie sollen Tava dabei helfen, die richtige Kleidung auszuwählen."
Dann neigte er sich etwas in Tavas Richtung.
"Ich bin mir sicher, dass du dich unter anderen Cervidia dabei etwas wohler fühlen wirst. Wie du festgestellt hast, haben nicht viele Menschen hier Kenntnisse über die Gebräuche und Umgangsformen deines Volkes. Auch wenn es dir nicht gefällt, wenn du an meiner Seite durch Oratis wandelst, müssen wir einen gewissen Schein wahren."
Er wandte sich um und umrundete den Tisch bis er neben der sitzenden Amentia anhielt. Eine seiner in weiches Leder gehüllten Hände fand den Weg auf den massiven Schreibtisch. Sie lag so nah an Amentias Hand, die auf den Schriftstücken ruhte, dass es genügt hätte den kleinen Finger etwas abzuspreizen um sie zu berühren. Aber Malleus tat nichts dergleichen. Das hier, war das einzige Zugeständnis, dass er ihr machen konnte ohne eine Grenze zu überschreiten.
"Ich erkläre dir alles, sobald mein anderer Gast sicher in unserem Haus angekommen ist. Danach ist genügend Zeit. Du hast mir immer vertraut, dann vertrau mir auch jetzt."
"Die Priester des Einen verlieren stetig an Einfluss. Die Menschen haben vor langer Zeit beschlossen, dass eiserne Disziplin und Verzicht der gepredigten Erlösung einen faden Beigeschmack einbringen. Sie sind es leid auf den Knien vor Altären herumzukriechen und einem unsichtbaren Gott zu huldigen", schnaubte Malleus.
Das dezente Achselzucken auf seine Feststellung entlockte Malleus keine Reaktion, obwohl sie ihm damit offen bestätigte gegen seinen Willen zu agieren. Einzig die Härte in seinem Blick blieb bestehen.
"Obwohl ich mir bei Zeiten ein wenig mehr Zurückhaltung erhofft habe. Wohlstand macht unsere Schafe träge, Amentia. Sie verlieren das Wichtige aus den Augen, wenn sie ständig von Reichtümern und ihrem eigenen Spiegelbild geblendet werden. Aber es bleibt ein notwendiges Übel, wenn wir am Ende unseres Weges dem großen Adrastus nahe sein wollen. Wenn die Archone in den anderen Städten ihre Herde ebenso gut führen wie du es tust, muss ich meine Bedanken allerdings revidieren."
Erst jetzt zeigte sich wieder dieser subtile Hauch von Anerkennung in seinen Augen. Trotz des Prunks in Oratis herrschte in diesem Haus der Signa keine Nachlässigkeit. Amentias Antwort zu seiner Identität schien Malleus fürs Erste zufrieden zu stellen, denn er lehnte sich etwas zurück. Trotzdem war der Anführer der Signa Ignius noch nicht fertig.
"Für die Zukunft, Amentia, erwarte ich über derlei Veränderung in Kenntnis gesetzt zu werden."
Obgleich er seine Stimmer nicht über Gebühr erhob, war mehr als deutlich, dass er keinen Wiederspruch duldete und wusste, dass er auch keinen bekommen würde.
Aufmerksam lauschte er den weiteren Ausführungen zu den Festivitäten, wobei der Abschluss auf besonderes Gehör traf. Es war ein angemessenes und äußerst wirksames Spektakel und vielleicht genau die Ablenkung, die sie benötigten. Danach würde Oratis mit den Nachwehen der Feierlichkeiten zu beschäftigt sein um sich dafür zu interessieren, wer sich im Schutz der Nacht in den Straßen herumtrieb. Wenn sie in die Archive gelangen wollten, war das der beste Zeitpunkt. Nur galt es zuvor Devon hinter die Mauern zu schmuggeln.
"Kein Kranker, kein Aussätziger, Amentia. Hab Geduld", erwiderte er schlicht.
Er war lange nicht in Oratis gewesen und wusste nicht, ob den Wänden auch im Herz der Signa nicht bereits Ohren gewachsen waren.
Und Devon würde allenfalls selbst in geeigneter Verkleidung durch seine Größe auffallen und das war nun mal kein einschlägiger Grund um jemanden durch die Straßen zu jagen.
“Zu Diensten?”
Zu Diensten?
“Wenn andere auch meine Dienste wollen, sollten sie sich an ihn wenden.”
Malleus, der in professionellen Angelegenheiten kaum die Miene verzog, erlaubte sich ein kaum merkliches Schmunzeln.
Oh, Tava, dachte er, gib Acht auf deine Worte.
Worte, die Malleus fast genauso sehr gefielen, wie die Reaktionen der Cervidia sobald er Lob in ihre Richtung aussprach. Sie saugte den Zuspruch und die Anerkennung geradezu gierig auf.
"Tava ist zu bescheiden", sagte er. "Ihre Kenntnisse über Botanik sind bemerkenswert. Ich hatte gehofft, dass die Alchemisten in unseren eignen Reihen während unseres Aufenthaltes in Oratis von ihrem Wissen profitieren könnten. Wenn ich mich recht erinnere, bedürfen einige veraltete Schriften sicherlich eine dringend benötigte Korrektur."
Tava umschiffte das Thema des fehlenden Siegels, das in der Tat zum Problem werden konnte.
"Ich verbürge mich für Sie", bestätigte er. Nicht das es nötig wäre, sein Wort zählte. "Und auch für den Mann, der bald unser Gast sein wird."
Malleus erhob sich unangekündigt.
"Nun, da sich meine Ankunft herumsprechen wird, kann ich mich nicht hinter Mauern verstecken. Außerdem, müssen wir unserem Freund vor den Toren von unserem Vorhaben in Kenntnis setzen."
Und es würde Devon nicht gefallen.
Er wusste, dass der Lacerta lieber draußen ausharrte bis alles erledigt war als sich hinter die beengenden Mauern von Oratis zu begeben. Vor allem, wenn Malleus beschloss, ihn dazu passend auszustaffieren.
"Aber dazu benötigten wir die richtige Garderobe. Du erwähntest Cervidia, die sich uns angeschlossen haben. Lass sie rufen, Amentia. Sie sollen Tava dabei helfen, die richtige Kleidung auszuwählen."
Dann neigte er sich etwas in Tavas Richtung.
"Ich bin mir sicher, dass du dich unter anderen Cervidia dabei etwas wohler fühlen wirst. Wie du festgestellt hast, haben nicht viele Menschen hier Kenntnisse über die Gebräuche und Umgangsformen deines Volkes. Auch wenn es dir nicht gefällt, wenn du an meiner Seite durch Oratis wandelst, müssen wir einen gewissen Schein wahren."
Er wandte sich um und umrundete den Tisch bis er neben der sitzenden Amentia anhielt. Eine seiner in weiches Leder gehüllten Hände fand den Weg auf den massiven Schreibtisch. Sie lag so nah an Amentias Hand, die auf den Schriftstücken ruhte, dass es genügt hätte den kleinen Finger etwas abzuspreizen um sie zu berühren. Aber Malleus tat nichts dergleichen. Das hier, war das einzige Zugeständnis, dass er ihr machen konnte ohne eine Grenze zu überschreiten.
"Ich erkläre dir alles, sobald mein anderer Gast sicher in unserem Haus angekommen ist. Danach ist genügend Zeit. Du hast mir immer vertraut, dann vertrau mir auch jetzt."
“We all change, when you think about it.
We’re all different people all through our lives.
And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
so long as you remember all the people that you used to be.”
We’re all different people all through our lives.
And that’s OK, that’s good, you gotta keep moving,
so long as you remember all the people that you used to be.”
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