Die Hand, die sich plötzlich an Devons Kehle legte, entlockte ihm lediglich ein warnendes Knurren. Er war schon so weit, er hatte den Mann völlig im Griff. Das konnte er mit sämtlichen Sinnen wahrnehmen. Devon war dermaßen in seinem Jagdfieber, dass er Malleus‘ ersten Hinweis zum Stoppen nicht gehört hatte. Erst, als er eine weitere Berührung an seinem Kiefer spürte, gewann sein Verstand die dringend benötigte Oberhand, sodass er sich von Malleus‘ Hals löste.
„Hör auf, Devon. Es reicht… Aufhören“, keuchte Malleus und für eine sehr lange Zeit war sich Devon nicht sicher, ob der Mann seine Worte wirklich so meinte.
Doch das Wissen dahinter, welche Regel zuvor aufgestellt wurde, rissen an dem Konstrukt, das Devons Bewusstsein war. Er atmete schwer und bewegte sich schwerfällig, als er bewusst gegen den Vorwärtsdrang anging. Immer mehr Abstand brachte der Jäger zwischen sich und seine Beute, die an die Wand sackte und die Gefahr gebannt sah. Devon benötigte nur einen Blick in die unendlichen schwarzen Augen des Menschen, um zu sehen, dass die Grenze mehr als erreicht war. Dass es einzig der gesamten Situation geschuldet war, dass Devon nicht wieder angegriffen worden war.
„Warn‘ einen Mann das nächste Mal vor, bevor du ihm an die Kehle springst…“, raunte der Mann und Devons Lippen zuckten in einem Anflug von Belustigung.
„Wenn ich dran denke.“
Der Abstand bedeutete allerdings nicht, dass Devon auch gewillt war, ganz von dem anderen Mann abzulassen. Seine Hand ruhte immer noch auf dessen Hüfte, das letzte Fragment ihrer Verbindung, sah man davon ab, dass Malleus Devons Kiefer noch immer einem Mantra ähnlich streichelte. Es brachte ihn auf ein Level herunter, auf dem er realisierte, dass er geradewegs dabei gewesen war, die Regeln des Menschen zu brechen und das Spiel zu einem Kampf werden zu lassen. Regeln, die im Vorfeld aufgestellt worden waren und an die er sich zu halten gedacht hatte. Stattdessen hätte nun nicht mehr viel gefehlt und das Konstrukt wäre zerbrochen. Das bereute Devon dann schlussendlich doch.
Offensichtlich sah Malleus dies nämlich genauso. „Ich glaube, du schuldest mir etwas…“
Devon bedachte ihn mit einem fragenden Blick. „Und was?“
„Du hast mich gesehen. Jetzt will ich dich sehen. Zieh dein Hemd aus.“
Umgehend löste sich die Hand an Malleus‘ Hüfte und Devon trat einen Schritt zurück. Argwöhnisch beobachtete er, wie der Mann die Hand zu jemanden ausstreckte, den Devon im Eifer des Gefechts ausgeblendet hatte. Er warf einen Blick über seine Schulter zurück und fand Tava nicht mehr auf dem Bett vor. Stattdessen stand sie wesentlich näher, seitlich von ihnen, und hatte ihre großen Augen auf sie beide gerichtet.
„Denkst du nicht, wir haben jemanden vergessen? Ich kann nicht, Devon, aber sie kann und sie will dich, so wie du es verdienst. Tava, komm her“, wisperte Malleus der Cervidia zu und Devon kam Schweißausbrüchen verdächtig nah.
Er wollte nicht, dass er Tava auftrug, ihm das Hemd abzunehmen. Er wollte am liebsten seine Kleider anbehalten, so gut es nur ging. Er wollte die Blicke, wenn, dann auf seinem Gesicht, und sonst nirgendwo haben. Er hatte… Angst davor, entsprechend berührt zu werden. Für gewöhnlich wagten es Frauen nicht, ihn anzufassen. Zu sehr abgestoßen waren sie von seiner Erscheinung. Aber er wusste, dass diese Beiden hier eine andere Auffassung von seinem Körper hatten. Die Angst mischte sich mit einer Vorahnung zu einem Cocktail, der ihm schwummrig zumute werden ließ.
Neben Devon kam Tava angeschlichen. Sie stand als einzige völlig nackt im Raum und Devon bekam ein kleines bisschen Schuldgefühle. Die Beiden waren jeweils an ihre Grenzen gegangen, Malleus aus ganz offensichtlichen Gründen und Tava hatte sich von ihm sogar anfassen lassen. Sie war den Befehlen gefolgt und aus der ganzen Sache noch immer nicht ausgestiegen. Und dass, obwohl Devon gerade sehr animalistische Züge bei dem Menschen gezeigt hatte.
„Ähm… Was darf ich? Oder was nicht?“, fragte sie deshalb unschlüssig, was Devon ihr überhaupt nicht verübeln konnte.
Also griff er nach ihrem Handgelenk und zog sie sanft, aber bestimmt, mit sich zurück zum Bett. „Ich zeig’s dir.“
Dort angekommen ließ er sie los, drehte sich um und setzte sich wie zu Beginn schon auf die Bettkante. Er stellte die Beine weit aus, damit Tava dazwischen kommen konnte, und legte seine Unterarme auf seine Oberschenkel ab. Er war ein dadurch ein bisschen vorgebeugt, aber das machte nichts. Dann hob er seinen Blick zu Tava und blinzelte sie an. Wie in Zeitlupe begann er, seinen Kopf zu neigen. Zur Seite, passend zu dem, was Tava vorhin gezeigt hatte. Schließlich hatte der Jäger seine Beute beobachtet, bevor er auf Jagd gegangen war. Wenn er das hier wirklich wollte, dann musste auch er Kompromisse eingehen.
„Zieh mir das Hemd aus“, wies er sie an und kippte den Kopf nach hinten, ganz leicht nur, fast wie angedeutet. Er konnte seine eigenen Instinkte nicht ganz bekämpfen, die ihn gerade anschrien, genau das eben nicht zu tun. Aber ein wenig ausreizen konnte er. Wenigstens so viel, dass Tava die Geste wohl zu schätzen wüsste.
Der Lacerta bewegte sich nicht, als Tava nähertrat und mit ihren Fingern den Saum seines Hemdes ergriff. Nur das Frösteln konnte er nicht unterdrücken, als sie es nach oben zog, über den Bauch, seine Brust, und schließlich den Kopf hinweg. Devon beugte sich weiter, machte es ihr leichter, und dann lag sein gutes Hemd schon auf dem Boden und Devon saß oberkörperfrei vor ihnen.
Seit Tava und Malleus Devon zuletzt in Celestia ohne seine Sachen sahen, war einiges passiert. Die vereinzelten Schuppen auf seinem Rücken hatten sich zu teilweise zusammenhängenden Stücken verbunden. Mehr Schuppen waren aufgetaucht, die sich mittlerweile auch über seine Oberarme fast bis zum Ellbogen zogen. Sie alle waren grünblau, nur die fünf, sechs Schuppen an seinem Bauch schienen eher einen cremefarbenen Ton angenommen zu haben. Die Schulterblätter standen immer noch so wie zuvor prominent ab, aber alles in allem schienen sich die Schuppen stärker ausgebreitet zu haben. Die Schuppen unterbrachen wulstige Erhebungen, die eindeutig Narben waren. Im ersten Augenblick sah es so aus, als seien die Linien willkürlich über Devons Rücken gezogen worden. Doch jetzt, wo sein gesamter Oberkörper sichtbar war, sah man das ganze Ausmaß. Die Linien waren Scarring; Narben, die als Körperschmuck absichtlich zugefügt worden waren. Sie bildeten komplexe Muster, die sich über den Rücken und den Bauch zogen. An seiner Brust liefen sie zu Spiralen zu, die sich um seine Brustwarzen sponnen, eine weitere Spirale war um seinen Bachnabel angelegt worden. Es wirkte grobschlächtig, alles andere als hygienisch angelegt und erschien dadurch sehr... altmodisch. Wild. Das Scarring verschwand unter dem Bund von Devons Hose und deutete damit an, dass sie sich noch über seine Beine weiterziehen würden. Alles in allem musste es etliche Zeit in Anspruch genommen haben, um dieses Gesamtwerk zu vollbringen. Es musste langer her sein - keine der Narben wirkte jung.
Devons Kieferlinie war angespannt. Er ahnte zwar, dass die beiden nicht abgestoßen auf ihn reagieren würden, aber dennoch läutete dies langsam den Moment ein, der bei ihm eine Art Scheu auslöste, die er nicht fühlen wollte. Deswegen war es so verlockend, sich in dem Drang der Instinkte zu verlieren und nicht weiter darüber nachzudenken, aber hier musste er sich zusammenreißen, wenn er die Gruppe so aufrechterhalten wollte, wie sie war. Das bedeutete, dass er sich den Blicken der beiden stellen musste, ob es ihm nun gefiel oder nicht.
„Hör auf, Devon. Es reicht… Aufhören“, keuchte Malleus und für eine sehr lange Zeit war sich Devon nicht sicher, ob der Mann seine Worte wirklich so meinte.
Doch das Wissen dahinter, welche Regel zuvor aufgestellt wurde, rissen an dem Konstrukt, das Devons Bewusstsein war. Er atmete schwer und bewegte sich schwerfällig, als er bewusst gegen den Vorwärtsdrang anging. Immer mehr Abstand brachte der Jäger zwischen sich und seine Beute, die an die Wand sackte und die Gefahr gebannt sah. Devon benötigte nur einen Blick in die unendlichen schwarzen Augen des Menschen, um zu sehen, dass die Grenze mehr als erreicht war. Dass es einzig der gesamten Situation geschuldet war, dass Devon nicht wieder angegriffen worden war.
„Warn‘ einen Mann das nächste Mal vor, bevor du ihm an die Kehle springst…“, raunte der Mann und Devons Lippen zuckten in einem Anflug von Belustigung.
„Wenn ich dran denke.“
Der Abstand bedeutete allerdings nicht, dass Devon auch gewillt war, ganz von dem anderen Mann abzulassen. Seine Hand ruhte immer noch auf dessen Hüfte, das letzte Fragment ihrer Verbindung, sah man davon ab, dass Malleus Devons Kiefer noch immer einem Mantra ähnlich streichelte. Es brachte ihn auf ein Level herunter, auf dem er realisierte, dass er geradewegs dabei gewesen war, die Regeln des Menschen zu brechen und das Spiel zu einem Kampf werden zu lassen. Regeln, die im Vorfeld aufgestellt worden waren und an die er sich zu halten gedacht hatte. Stattdessen hätte nun nicht mehr viel gefehlt und das Konstrukt wäre zerbrochen. Das bereute Devon dann schlussendlich doch.
Offensichtlich sah Malleus dies nämlich genauso. „Ich glaube, du schuldest mir etwas…“
Devon bedachte ihn mit einem fragenden Blick. „Und was?“
„Du hast mich gesehen. Jetzt will ich dich sehen. Zieh dein Hemd aus.“
Umgehend löste sich die Hand an Malleus‘ Hüfte und Devon trat einen Schritt zurück. Argwöhnisch beobachtete er, wie der Mann die Hand zu jemanden ausstreckte, den Devon im Eifer des Gefechts ausgeblendet hatte. Er warf einen Blick über seine Schulter zurück und fand Tava nicht mehr auf dem Bett vor. Stattdessen stand sie wesentlich näher, seitlich von ihnen, und hatte ihre großen Augen auf sie beide gerichtet.
„Denkst du nicht, wir haben jemanden vergessen? Ich kann nicht, Devon, aber sie kann und sie will dich, so wie du es verdienst. Tava, komm her“, wisperte Malleus der Cervidia zu und Devon kam Schweißausbrüchen verdächtig nah.
Er wollte nicht, dass er Tava auftrug, ihm das Hemd abzunehmen. Er wollte am liebsten seine Kleider anbehalten, so gut es nur ging. Er wollte die Blicke, wenn, dann auf seinem Gesicht, und sonst nirgendwo haben. Er hatte… Angst davor, entsprechend berührt zu werden. Für gewöhnlich wagten es Frauen nicht, ihn anzufassen. Zu sehr abgestoßen waren sie von seiner Erscheinung. Aber er wusste, dass diese Beiden hier eine andere Auffassung von seinem Körper hatten. Die Angst mischte sich mit einer Vorahnung zu einem Cocktail, der ihm schwummrig zumute werden ließ.
Neben Devon kam Tava angeschlichen. Sie stand als einzige völlig nackt im Raum und Devon bekam ein kleines bisschen Schuldgefühle. Die Beiden waren jeweils an ihre Grenzen gegangen, Malleus aus ganz offensichtlichen Gründen und Tava hatte sich von ihm sogar anfassen lassen. Sie war den Befehlen gefolgt und aus der ganzen Sache noch immer nicht ausgestiegen. Und dass, obwohl Devon gerade sehr animalistische Züge bei dem Menschen gezeigt hatte.
„Ähm… Was darf ich? Oder was nicht?“, fragte sie deshalb unschlüssig, was Devon ihr überhaupt nicht verübeln konnte.
Also griff er nach ihrem Handgelenk und zog sie sanft, aber bestimmt, mit sich zurück zum Bett. „Ich zeig’s dir.“
Dort angekommen ließ er sie los, drehte sich um und setzte sich wie zu Beginn schon auf die Bettkante. Er stellte die Beine weit aus, damit Tava dazwischen kommen konnte, und legte seine Unterarme auf seine Oberschenkel ab. Er war ein dadurch ein bisschen vorgebeugt, aber das machte nichts. Dann hob er seinen Blick zu Tava und blinzelte sie an. Wie in Zeitlupe begann er, seinen Kopf zu neigen. Zur Seite, passend zu dem, was Tava vorhin gezeigt hatte. Schließlich hatte der Jäger seine Beute beobachtet, bevor er auf Jagd gegangen war. Wenn er das hier wirklich wollte, dann musste auch er Kompromisse eingehen.
„Zieh mir das Hemd aus“, wies er sie an und kippte den Kopf nach hinten, ganz leicht nur, fast wie angedeutet. Er konnte seine eigenen Instinkte nicht ganz bekämpfen, die ihn gerade anschrien, genau das eben nicht zu tun. Aber ein wenig ausreizen konnte er. Wenigstens so viel, dass Tava die Geste wohl zu schätzen wüsste.
Der Lacerta bewegte sich nicht, als Tava nähertrat und mit ihren Fingern den Saum seines Hemdes ergriff. Nur das Frösteln konnte er nicht unterdrücken, als sie es nach oben zog, über den Bauch, seine Brust, und schließlich den Kopf hinweg. Devon beugte sich weiter, machte es ihr leichter, und dann lag sein gutes Hemd schon auf dem Boden und Devon saß oberkörperfrei vor ihnen.
Seit Tava und Malleus Devon zuletzt in Celestia ohne seine Sachen sahen, war einiges passiert. Die vereinzelten Schuppen auf seinem Rücken hatten sich zu teilweise zusammenhängenden Stücken verbunden. Mehr Schuppen waren aufgetaucht, die sich mittlerweile auch über seine Oberarme fast bis zum Ellbogen zogen. Sie alle waren grünblau, nur die fünf, sechs Schuppen an seinem Bauch schienen eher einen cremefarbenen Ton angenommen zu haben. Die Schulterblätter standen immer noch so wie zuvor prominent ab, aber alles in allem schienen sich die Schuppen stärker ausgebreitet zu haben. Die Schuppen unterbrachen wulstige Erhebungen, die eindeutig Narben waren. Im ersten Augenblick sah es so aus, als seien die Linien willkürlich über Devons Rücken gezogen worden. Doch jetzt, wo sein gesamter Oberkörper sichtbar war, sah man das ganze Ausmaß. Die Linien waren Scarring; Narben, die als Körperschmuck absichtlich zugefügt worden waren. Sie bildeten komplexe Muster, die sich über den Rücken und den Bauch zogen. An seiner Brust liefen sie zu Spiralen zu, die sich um seine Brustwarzen sponnen, eine weitere Spirale war um seinen Bachnabel angelegt worden. Es wirkte grobschlächtig, alles andere als hygienisch angelegt und erschien dadurch sehr... altmodisch. Wild. Das Scarring verschwand unter dem Bund von Devons Hose und deutete damit an, dass sie sich noch über seine Beine weiterziehen würden. Alles in allem musste es etliche Zeit in Anspruch genommen haben, um dieses Gesamtwerk zu vollbringen. Es musste langer her sein - keine der Narben wirkte jung.
Devons Kieferlinie war angespannt. Er ahnte zwar, dass die beiden nicht abgestoßen auf ihn reagieren würden, aber dennoch läutete dies langsam den Moment ein, der bei ihm eine Art Scheu auslöste, die er nicht fühlen wollte. Deswegen war es so verlockend, sich in dem Drang der Instinkte zu verlieren und nicht weiter darüber nachzudenken, aber hier musste er sich zusammenreißen, wenn er die Gruppe so aufrechterhalten wollte, wie sie war. Das bedeutete, dass er sich den Blicken der beiden stellen musste, ob es ihm nun gefiel oder nicht.
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