In your debt [Kiba x Yumia]

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    • Ich folgte ihm zum Haus, es kam mir ein wenig eigenartig vor, vor ihm ins Haus zu gehen. Es war jedoch gut zu hören, dass heute keine weiteren Aufgaben bevorstanden. Ich könnte nicht einmal richtig einschätzen, ob ich mich vollkommen auf ein eine weitere Verabredung am Abend konzentrieren könnte. Als sie mich dann fragte ob ich Hunger habe, sah ich ihn für einen kurzen Moment an, hadete mit mir selbst, bis ich mich schlussendlich traute ihn zuzunicken. Würde er mich nachher in der Küche erwischen, wie ich mir mein eigenes Essen zubereitete, konnte ich mir durchaus vorstellen, dass er ein weiteres Gespräch mit mir suchen wird. Zumal ich dann der Meinung war, dass es doch unhöflich war hinter seinem Rücken zu kochen, obwohl ich vorher ihn angelogen habe. Und wer wusste schon, vielleicht hatte er selber Hunger gehabt. Auch wenn ich ihm heute Mittag etwas zum Essen mitgebracht habe, wusste ich dann noch nicht, ob es ihm geschmeckt hat und ob er sich satt gegessen hat. Ich konnte bisher nicht richtig einschätzen wie groß seine Portionen waren. Wenn es mir möglich war, könnte ich ihm beim Kochen helfen und eventuell dein Gespräch mit ihm kommen, obwohl ich im Hinterkopf behielt, dass er nicht unbedingt zu den sozialsten Menschen gehörte. Womit ich keinerlei Probleme habe. Es war ohnehin keine schlechte Idee sich gut mit ihm zu stellen und eventuell könnte ich das ein oder andere von ihm lernen, sei es was das Kochen betrifft oder würde etwas von der Arbeit erzählen. Letzteres würde ich nicht unbedingt direkt ansprechen, da wir zu Hause sind wollte ich ihn nicht unbedingt gleich mit dem Thema Arbeit überstürzen und ihn ausruhen und abschalten lassen. Da ich mir gut vorstellen konnte, dass er mich fragen wird, worauf ich Lust haben werde, fügte ich noch hinzu, dass ich für alles offen war und keine genaue Vorstellung habe was ich essen möchte.
      Im Inneren des Hauses angekommen, begab ich mich in mein Zimmer und schält mich aus den Klamotten, an die ich mich noch nicht gewöhnt habe. Sie sahen zwar schick aus, jedoch ganz anders als die kleine die ich auf meiner vorherigen Arbeit angezogen habe. Mit einem befreienden Seufzer ging ich duschen, dabei wusch ich mir meine Haare. Eine angenehme Kühle auf den Kopf. Endlich in gemütlicher Klamotten, in einer gemütlichen Hose und lockeres T-Shirt, verließ ich das Bad und legte mich für ein paar Minuten hin. Kurz ließ ich den Arbeitstag in meinem Kopf abspielen und musste gestehen, dass es eine ganz andere Auswirkung auf mich hatte als die anderen Arbeitgeber. Ich fühlte mich nicht ausgebrannt, körperlich erschöpft oder ähnliches. Stattdessen zufrieden und als hätte ich tatsächlich etwas im Leben geschafft, auch wenn ich keine Aufgaben übernommen hatte und neu angestellt war. Es war ein Geschmack vom normalen Leben.
      Noch bevor ich einschlafen konnte, verließ ich mein Zimmer wieder rund ging in die Küche, wo Edward schon zu finden war. Still gesellte ich mich zu ihm und schaute zu die Vorbereitung hin. „Kann ich helfen?", fragte ich ihn, und sah zu ihm hoch. Ich war nicht sonderlich geübt in der Küche, aber unkomplizierte Sachen sollte möglich für mich sein.
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    • Auch wenn er nicht mehr viel redete, reichte das, um zu wissen, was ich nachher noch kochen sollte. Aber das konnte noch warten. Denn nicht nur Castiell, sondern auch ich war heute ziemlich erschöpft.
      Im Haus drinnen verabschiedete sich mein neuer Mitbewohner gleich und zog sich zurück. Sollte mir Recht sein. Er musste nicht 24/7 um mich rumhängen, denn auch er hatte seine Freizeit. Und ehrlich gesagt war ich selbst froh, auch mal allein zu sein. Es war ungewohnt zu wissen, dass jemand mit im Haus lebte. Selbst die Frauen, mit denen ich eine Beziehung anfing, wohnten nicht hier, sondern hatten immer ihre eigene Wohnung. Noch immer fragte ich mich, was ich mir dabei gedachte habe, ihn ins Haus zu holen, statt ihm eine Wohnung in der Nähe zu bieten.
      Ich zog mir mein Jackett aus und setzte mich in mein Ledersofa. Den Kopf nach Hinten in meinem Nacken auf der Lehne, schloss ich die Augen und atmete durch. Eigentlich hatte ich vor, noch ein bisschen was zu tun. Aber für heute sollte Schluss sein. Besser war es wohl. Ich fuhr mir kurz über die Augen, ehe ich seufzend aufstand und mich in mein Ankleidezimmer begab, um etwas bequemere Kleidung anzug. Allerdings hatte ich noch immer ein Hemd an, sowie eine leichte Stoffhose. Castiell hatte gesagt, er war mit allem zufrieden. Da ich heute auch schon warmes Mittagessen hatte, entschied ich mich für Reis mit Gemüse, dazu eine Soyasoße und etwas Hähnchen. Ich holte den Reis aus dem Schrank, schüttete ihn in eine Schüssel und fing an ihn zu waschen. Anschließend ab in den Reiskocher, der den Rest der Arbeit für mich erledigte.
      Ich war so in meinem Tun, dass ich nicht merkte, wie ich beobachtet wurde. Erst, als Castiell, der sich zu mir gesellt hatte, was sagte, sah ich zu ihm auf. Überrascht, dass er mir helfen wollte.
      "Du... kannst das Gemüse schneiden. Dann würze ich schonmal das Hähnchen.", antwortete ich und machte ihm Platz neben mir auf der Arbeitsfläche.
    • Verstehend nickte ich, als er mir sagte, womit ich ihm helfen konnte. Mein Blick fiel auf den Reiskocher und achte darüber nach, dass er Hähnchen holen wollte. Es schien so, als würde er ein einfaches Gericht kochen wollen, nichts Kompliziertes. Umso besser, denn wäre es zu komplex gewesen, hätte ich nicht viel Unterstützung anbieten können. Doch Gemüse zu schneiden sollte kein großes Problem sein. Ich ging zum Kühlschrank hin und sah auch gleich das Hähnchen, was ich ihm sogleich reichte. „Oder gibt es noch mehr?", fragte ich ihn, sah jedoch nichts Weiteres mehr drinnen, also fokussierte ich mich darauf passendes Gemüse zu finden. Da der Kühlschrank im Inneren ziemlich gut sortiert wurde von James, war es nicht schwierig oder dauerte nicht lange, bis ich passende Gemüse gefunden hatte. Ich nahm ein wenig verunsichert Brokkoli, Karotten und Paprika raus. Das sollte hoffentlich reichen, oder? Ich nahm meinem Platz neben Edward ein und holte mir ein Schneidebrett. Ehe ich mich jedoch ans Werk machte und sie klein schnitt, wusch ich sie ausgiebig, schälte die Karotten und entkernte die Paprika. Dann legte ich sie mir ordentliche vors Brett. Bevor ich nach dem Messer griff, holte ich mir große Schüsseln, in denen ich das geschnittene Gemüse reinlegen konnte. Vorsichtig fing ich dann an zu schnibbeln. Angefangen hatte ich mir den Karotten, mit denen ich mich viel länger beschäftigte, als es mir lieb war. Nicht wissend, wie ich sie am besten schnitt, hatte ich sie längs durchgeschnitten und dann in Scheiben. Etwas verunsichert, ob die Stücke groß genug waren, zog ich meine Augenbrauen zusammen, traute mich jedoch nicht Edward zu fragen, ob ich es richtig machte. Schließlich war das, was ich gerade tat, etwas Einfaches, doch im Kochen war ich nun einmal nicht geübt. Mich würde es nicht wundern, wenn man mene fehlende Erfahrung und Missgeschick anmerken konnte. Doch da ich Edward helfen wollte, behielt ich meine eigene Unsicherheit für mich selbst, um ihm nicht noch mehr Arbeit zu geben.
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    • "Nein, das war alles.", antwortete ich ihm als er mir das Hähnchen reichte. Ich hatte soweit alles bereit gelegt, als auch Castiel das Gemüse aus dem Kühlschrank holte. Ich fing an zu würzen und konnte es nicht lassen, kurz rüber zu schielen, was mein neuer Mitbewohner da vollbrachte. Allerdings sah er etwas unsicher aus, was das Kleinschneiden anbelangte. Ich lächelte. Irgendwie war das schon niedlich, dass er mir helfen wollte, aber anscheinend nicht so viel Kochkünste erworben hatte. Wie hatte er vorher gelebt? Ich wusste, ich war nicht so der Typ für Smalltalk. Aber so ganz ohne war es vielleicht ein bisschen still. Und so würde ich ihn auch besser kennenlernen beziehungsweise er fühlte sich vielleicht nicht mehr so verklemmt in meiner Nähe. Als Chef fühlte ich mich sicher, weil die Aufgaben klar waren. Doch leider war meine Sozialader weniger ausgeprägt.
      "Ähm.... was hast du denn immer gegessen, bevor du hier gewohnt hast?", fragte ich dann doch vorsichtig, aber bestimmt. War das zu aufdringlich? Ich hoffte, nicht. Nur leider wusste ich auch nicht, was ich ihm sonst fragen sollte.
      Ich starrte weiter auf das Hühnchen und fing endlich an, es zu würzen.
    • Ich gab mein bestes das Gemüse mundgerecht zu schneiden, während ich darauf achtete mich nicht zu schneiden oder zu grosse Stücke dabei zu haben. Dass ich nicht wie ein chef schnell vor mich hinschnibbeln konnte, war dementsprechend keine Verwunderung. Dennoch tat ich mein Bestes effizient zu arbeiten.
      Anscheinend konnte man meine fehlende Erfahrung und Missgeschick mir ansehen, denn Edward sprach ihn gleich auf das Kochen an. Leicht verwundert und überrascht blickte ich hoch, dabei vergaß ich kurz das Messer und traf damit meinen Nagel. Überrascht zuckte ich zusammen und zog meine Hand sofort zu mir. Leicht peinlich berührt lächelte ich schwach. „Hm, eigentlich nur Sandwiches", zuckte ich mir den Schultern. Mehr ging ich nicht darauf ein, denn auch wenn er wusste wie arm ich war, war es mir dennoch unangenehm zu sagen, dass ich mir nichts anderes mir leisten konnte wirklich. Vor allem wollte ich auch nicht wirken, als würde ich Mitleid bei ihm erzeugen wollen. „Alos ganz anders als bei dir", lachte ich leise und konzentrierte mich wieder auf das Schneiden. „Wo hast du denn das Kochen gelernt?"
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    • Als er sich fast selbst in die Hand schnitt, zuckte ich kurz zusammen. Ich musste zugeben, ich hatte schon etwas Angst, dass er sich in die Finger schnitt. Wenn er Zuhause nicht groß gekocht hatte, hatte er darin ja auch keine Übung. Ich nahm mir ein Tuch und wischte mir dort die Hände ab, ehe ich näher an Castiel trat. Ich konnte mir das nicht mehr mit ansehen.
      "Wenn du deine Finger etwas krümmst beim Festhalten, besteht nicht die Gefahr, dass du dich selbst schneidest.", erklärte ich und trat halb hinter ihm. Auch wenn es jetzt so aussah, als würde ich ihn umarmen, so formten meine Hände seine Finger so, dass er die Karotte in einen Krallengriff festhielt. Gleichzeitig führte ich seine andere Hand mit dem Messer so, dass es unmöglich war, sich noch zu verletzen.
      Hoffte ich zumindest so.
      "So ist es einfacher, sie klein zuschneiden und man verletzt sich nicht so schnell.", sagte ich noch und trat wieder zu meinem Platz.
      "Ich habe früher als Kind immer bei meiner Mutter zugesehen, wie sie gekocht hat und durfte viel helfen. Ich hatte immer viel Spaß dabei und so begann ich selbst kochen zu lernen."
    • Ich spürte seine Anwesenheit wie eine wärmende Flut, die mir unerwartet nah kam. Es war eine feine, kaum greifbare Energie, die sich in dem Raum zwischen uns spannte, als er die Hand über meine schneidende Finger legte. Ein leiser, warmer Atemzug strich über meine Schulter, und ich hielt unwillkürlich inne. Ich war es nicht gewohnt, jemanden so dicht bei mir zu haben, vor allem nicht unter diesen Umständen, und doch war es keine unangenehme Nähe.
      Meine Finger, die das Messer festhielten, fühlten sich plötzlich schwerer an, als die Hände des anderen Mannes über meine glitten und sanft die Haltung meine Finger formten. „Wenn du deine Finger etwas krümmst…“ Die Stimme war ruhig, leise, aber der Klang drang tief in mein Bewusstsein ein, löste etwas in mir, das er nicht recht zu benennen wusste. Die Wärme, die von dem Körper hinter mir ausging, schien sich direkt in meine Hände zu übertragen, wie eine stille, unausgesprochene Anweisung, die durch Berührung mehr bewirkte als Worte es je könnten.
      Ich ließ es zu, dass die Finger von Edward meine führten, das Messer sanft nach unten gleitend. Mein Griff wurde entspannter, weniger verkrampft, und plötzlich schien der einfache Akt, das Gemüse zu schneiden, weniger bedrohlich. „So ist es einfacher,“ hörte ich die Worte, die mich leise erreichten, und ich nickte, mehr für mich selbst als zur Bestätigung.
      Die Wärme seiner Berührung blieb noch einen Moment auf meiner Haut, selbst als Edward sich wieder von mir entfernte, zurück an seinen Platz trat. Ich konnte immer noch das Gewicht seiner Hände spüren, den Hauch von Nähe, der jetzt fehlte. Unwillkürlich hob ich die Klinge wieder an, diesmal jedoch mit mehr Sicherheit, als hätte ich etwas von dem ruhigen Selbstbewusstsein des anderen aufgenommen. Vorsichtig aber bestimmte fing ich an zu schneiden. „Danke", bedankte ich mir bei ihm, jedoch kam wohl eher ein Hauch aus meinem Mund als ein selbstbewusstes Dankeschön. Doch ich war der Meinung, dass er es gehört haben musste. „Hast du ein Rezeptbuch oder sind das alles Rezepte, die du aufgeschnappt hast?", versuchte ich die Aufmerksamkeit wo anders hinzulenken.
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    • Ich war mir nicht sicher, ob es mir überhaupt erlaubt war, ihm so nahe zu treten. Bevor mein Hirn überhaupt richtig nachdachte, hatte mein Körper schon gehandelt und so kam es dann zu dieser merkwürdigen Situation. Ich beschloss dieses Gefühl einfach zu ignorieren und weiter zu machen. Ein leises Danke war von dem anderen zu hören und ich sah kurz zu ihm. Ich konnte mir vorstellen, dass er, trotz seines schlauen Kopfes, noch viel zu lernen hatte.
      "Naja ich-", ich wollte gerade darauf antworten, als ich die Tür hörte und innehielt.
      "Eddie!!", hörte man es nur rufen und eine schwarzhaarige, junge Frau schmiss sich an meinen Hals und freute sich des Lebens, mir mal wieder auf den Sack gehen zu können. Genervt sah ich sie an und versuchte sie irgendwie abzuschütteln. Doch leider hatte ich da keine Chance. Wie eine Klette klebte sie an mir fest.
      "Du sollst mich nicht so nennen, Jessica.", brummte ich und meine Augen nahmen gleich noch eine Spur Härte an.
      "Stell dich nicht so an, Eddielein. Und wer ist das? Dein Betthäschen? Der ist ja zum Anbeißen! Gib ihn ruhig mir, wenn du ihn nicht mehr willst.", die junge Frau war voller Elan und ohne Unterlass schwafelte sie weiter. Entzückt legte sie ihre Hände an Castiels Gesicht und strich über seine Wange. Sie war das genaue Gegenteil von Edward.
      "Jessica, lass meine Angestellten zufrieden und nimm die Finger da weg.", bluffte ich sie an und zog sie am Kragen von Castiel weg.
      "Castiel, das ist meine kleine Schwester Jessica. Ignorier sie einfach.", stellte ich sie kurz vor, um meinen Mitarbeiter nicht im Unwissenden zu lassen. Trotzdem war mir die Situation extrems unangenehm und stellt meine Stellung als Chef in Frage.
      "Eddie, wenn du das so erzählst, denken die Leute ja sonst was von mir. Ich bin nur 3 Jahre jünger als du und eine überaus freundliche Person. In Gegensatz zu dir, du Brummbär.", plärrte sie und ich verdrehte die Augen. Die Ruhe war dahin....
      "Was willst du hier?"
      "Darf ich meinen geliebten Bruder nicht besuchen? Außerdem hab ich gejört, du wohnst nicht mehr alleine. Ich muss doch wissen, was für eine Frau du diesmal hast. Aber das es so ein Schnuckelchen ist, hab ich nicht erwartet."
      "Ich wusste es.... verschwinde wieder und melde deinen Besuch wie jeder normale Mensch vorher an.", genervt massierte ich mir die Schläfen. Ich hatte auf einen ruhigen Abend gehofft und stattdessen kam nun das.
    • Ich zuckte kaum merklich zusammen, als ich im Hintergrund plötzlich unerwartet eine Stimme ertönen. Eine weibliche dazu. Kurz sank mein Herz bis zum Boden, denn für einen Moment befürchtete ich, dass es sich um einen Bekannten handelte und es Probleme verursachen können. Als ich jedoch sah wer zu ihnen stieß, verwarf ich diesen Gedanken wieder schnell und mir schoss es durch den Kopf, dass es
      sich um die Freundin von Edward handeln musste. Eine andere Erklärung fiel mir nicht ein, denn welcher Mann würde mich solch eine hübsche Freundin haben wollen, vor allem nannte sie ihn bei seinem Spitznamen. Meine Augen schienen fast aus den Sockel zu fallen, als ich sah, wie sie sich einen Hals meines Chefs. Ein vollkommen anderes Bild als dass ich es gewohnt war und da ich ihn anders kannte, kam mir das angebotene Bild beinahe eigenartig vor. Nicht wissend wie ich mich verhalten sollte, stand ich starr da und beobachtete die Szene vor mir. Dass sie mich plötzlich anfassen, ließ mich erstarren und kein Ton wollte aus mir kommen. Das war sehr viel auf einmal.
      Doch auch wenn ich plötzlich ein beklemmend es Gefühl in der Brust bekam, welches ich mir nicht ganz erklären konnte, war das Bild ein wenig belustigen. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass die Frau sich als die Schwester herauspuppte. Ich erinnerte mich, dass man sie erwähnt hatte und wenn ich nun aufmerksamer darauf achtete, sah ich die Ähnlichkeit. Die Unterschiedlichkeit ihrer Persönlichkeit überraschte mich durchaus. Und auch wenn Edward genervt wirkte, konnte ich trotz dessen erkennen, dass sie beide eine gute Beziehung zueinander hatten. So zumindest der Eindruck auf mich. Dass seine Schwester so offen und direkt kommunizierte, verunsicherte mich ein wenig und ich erwischte mich dabei wie ich mir wünschte in mein Zimmer zu sein.
      „Ach sei doch nicht so. Du schickst doch nicht deine geliebte Schwester weg, die gerade angekommen ist", wedelte sie mit der Hand und nahm mich im Augenschein. „Wie heißt der Schnuckelchen hier?", legte sie ein wenig ihren Kopf schief und sah mich prüfend an. „Castiel", beantwortete ich ihr die Frage ein wenig stammelnd. „Kocht ihr zusammen?", fragte sie weiter amüsiert, als ihr Blick auf die Fläche hinter uns fiel. „Ihr habt sicherlich genug für drei gekocht, stimmts?", wandte sie sich grinsend an ihren Bruder. „Wo hast du den süßen Castiel denn aufgegabelt", lehnte sie sich an die Theke, ehe sie zum Kühlschrank lief und sich etwas zum Trinken rausnahm.
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    • Wie sollte das nur heute enden? Ich hatte ausnahmsweise mal einen freien Abend und ausgerechnet heute kam meine Schwester und störte ihn. Es war nicht so, dass ich sie nicht mochte. Wir hatten eine gute Beziehung zueinander, auch wenn sie mir oft mit ihrer aufgedrehten Art auf die Nerven ging. Nein, was mich störte, war, dass sie es immer wieder schaffte, ohne Ankündigung reinzuplatzen und damit auch noch durchzukommen. Aber ich glaubte auch nicht daran, dass sie es jemals ändern würde.
      "Das geht dich gar nichts an. Und nein, er ist auch nicht mein Betthäschen. Wir führen eine geschäftliche Beziehung.", erklärte ich und mit einem vielsagenden Blick sah sie mich an.
      "Ja natürlich, Eddie.", antwortete sie und grinste. Dann wandte sie sich wieder Castiel zu.
      "Weißt du, mein Brüderchen ist nämlich bisexuell. Früher als er noch zu Schule ging, hatte er eine Beziehung zu einem Jungen. Er war dir vom Typ her sehr ähnlich."
      "Jessica! Es reicht.", nun wurde ich doch etwas lauter. Diese Information ging niemanden etwas an. Sie ist zu weit gegangen, wie ich fand.
      "Meinetwegen darfst du mitessen. Nur bitte ich dich, danach wieder zu gehen. Ich möchte heute früh ins Bett. Der Tag war anstrengend genug.", sagte ich dann ruhiger und glücklich nickte sie.
      "Geht klar. Das reicht mir. Ich bin nur kurz zur Toilette.", meinte sie noch und verschwand augenblicklich. Seufzend atmete ich aus und genoss es, nichts zu hören. Es war wirklich angenehm.
      "Tut mir leid, dass du das mit erleben musst. Dir steht frei, ob du mitessen oder lieber in dein Zimmer gehen möchtest. Selbstverständlich bringe ich dir auch was zu essen. Du musst dich nicht gezwungen fühlen, mit meiner Schwester zu essen oder überhaupt Zeit mit ihr zu vebringen. Sie ist ein ziemlich anstrengender Mensch, aber dafür ist sie immer für einen da, wenn man Hilfe braucht. Sie.... liebt es, andere Menschen kennenzulernen. Leider merkt sie dabei aber nicht, wie aufdringlich sie mamchmal sein kann."
    • Nach ihrem Blick auszugehen, ging ich davon aus, dass sie Edwards Erklärung nicht unbedingt Glauben schenkte. Es stellte sich auch die Frage von wo sie die Information bekommen hatte, dass ich bei ihm wohnte. Wäre ich an ihrer Stelle, hätte ich es ihm ebenso wenig geglaubt. Denn wer glaubte einem, der sagte, man lebe zusammen aber führe eine geschäftliche Beziehung.
      Was mich geh doch ein weiteres Mal aus dem Konzept brachte, was die Information, dass mein Chef angeblich bi war. Was die ganze Sache für mich schockierender war, war die Information, dass der Junge mir vom Typ ähnlich war. Mir war es prinzipiell egal welche sexuelle Orientierung der anderen Mensch hatte, weil es mich nicht zu interessieren hatte, dennoch hinterließ es einen eigenartigen Geschmack es zu hören. Als Antwort lächelte ich nur konfus, da ich nicht so Recht wusste wie ich darauf reagieren sollte.
      Als seien Schwester die Küche verließ, atmete ich tief aus. Ich hatte nicht bemerkt wie ich angespannt gewesen bin. Bisher hatte sie einen freundlich Eindruck hinterlassen, jedoch kam sie ihm wie ein Tornado vor.
      Als er sich für Jessicas Verhalten entschuldigte und ihm eine Erklärung darlegte, hob ich nur die Hände und schüttelte den Kopf. „Alles gut. Sie scheint sehr nett zu sein", beeilte ich mich. Kurz blickte ich zum Essen. „Mir ist beides recht. Ich.." Kurz blickte ich in Richtung des Badezimmers, wo Jessica verschwunden ist, „Ich möchte ungern mich in eure gemeinsame Zeit aufdrängen." Ich versuchte es bestmöglichst zu formulieren, ohne dabei zu wirken, als wolle er wegen Jessica gehen. Ich befürchtete nur, dass ich Fehl am Platz war und es wohl eher als störend empfunden wird, wenn ich mit ihnen an dem Tisch saß.
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    • Mein Gegenüber klang jetzt nicht begeistert und ich konnte es mehr als verstehen, dass er nicht mit uns am Tisch sitzen wollte. Ich seufzte leise und nickte dann einfach. Ich zwang hier keinen, mit irgendwem am Tisch zu essen und mit Jessica schon gar nicht. Sie war ein sehr anstrengender Mensch, das wusste ich. Und für jemanden, der sie nicht kannte und ich gleichzeitig sein Boss war, war das sicher mehr als unangenehm, da zu sitzen.
      "Es ist schon in Ordnung. Geh nur, ich mach den Rest hier fertig. Ich werde das Essen einfach nachher zu dir bringen.", antwortete ich, als ich auch schon die Schritte meiner Schwester hörte. Okay, es ging weiter. Ich massierte kurz meine Nasenwurzel, ehe ich wortlos weiter das Essen kochte. Zumindest versuchte ich, wortlos zu bleiben. Das war bei jemandem wie Jessica nicht immer einfach.
      "So ihr Lieben, da bin ich wieder. Ich habt mich sicher schon vermisst.", trällerte sie und ich atmete einmal durch.
      "Castiel, du kannst gehen. Ich mache den Rest hier fertig.", ordnete ich ihm an. Es war wohl am Besten, wenn er sich von uns entfernte. Nicht, dass hier noch mehr unangenehme Dinge passierten.
      "Wie bitte? Castiel geht? Bleib doch zum Essen? Schließlich will ich den Menschen kennenlernen, der meinen Bruder hier ertragen kann.", lachte sie und legte einen Arm um Castiels Schulter. Mein Geduldsfaden begann immer dünner zu werden.
      "Jessica, ich glaube nicht, dass Castiel sich in unser Familienleben einmischen will."
    • Ich war nicht sonderlich einverstanden mit Edwards Aussage. Keineswegs konnte ich ihn mir das Essen bringen lassen und da ich bereits ihm meine Hilfe angeboten habe, war es mir nicht angenehm nun diese Hilfe zurückzunehmen. Ich wollte etwas einwenden, doch auch ich hörte die Schritte von Jessica und konnte nichts sagen. Sie war gerade einmal angekommen und lernte sie erst jetzt kennen, da wollte ich keine Diskussion vor ihr anfangen. Auch als Edward mir ein weiteres Mal verständigte, dass ich gehen konnte, bewegte ich mich aus der Küche. Selbst wenn ich gehen wollen würde, war es mir nicht möglich, denn der Arm seiner Schwester hielt mich davon ab. Verunsichert, weil Edward nun einen strengeren Ton angenommen hatte, sah ich zwischen den zwei Geschwistern hin und her. Jessica drückte mich näher an sich und wedelte ihre andere Hand in der Luft herum. „Stell dich nicht so an Edward. Ich will ihn doch nur besser kennen lernen. Was ist schon dabei?" Jessica schien stur zu sein und machte keine Anstalt mich loszulassen. Ich befürchtete, dass eine hitzige Diskussion entstehen könnte und da ich nicht weiterhin zwischen den Stühlen stehen wollte, meldete ich mich etwas leicht verunsichert, „Es geht ja nur ums Essen. Das ist kein Problem", nickte ich Edward hinzu. Besser kurz zusammen essen, als dass sich ein Streit entfacht. Vor allem wegen ihm. Wenn ich schnell aß, konnte ich womöglich unangenehme Situationen entweichen und sie konnten sich danach angenehm miteinander unterhalten, nachdem Jessica ihre Neugier gestillt hat. „Na schau. Alles gut. Ich decke den Tisch für uns", ließ Jessica mich erfreut los. Nachdem sie von mir abließ und zu einem Schrank lief, schritt ich zu Edward an die These. „Tut mir leid", flüsterte ich ihm zu. Ich hatte gegen ihn gesprochen, doch ich empfand meine Entscheidung die einzige, die die Situation gerettet hätte.
      Ich schnitt den Rest des Gemüse und gab es Edward weiter und sah ihm beim Kochen zu. Es schien einfach genug zu sein das Gericht zu kochen. Vielleicht konnte ich etwas daraus lernen, dachte ich mir, während Jessica von ihrem Weg hierher erzählte. „Hast du hier noch Wein? Magst du Wein Castiel?" Ich schüttelte den Kopf. „Ich trinke kein Alkohol, nur wenn es sein muss", beantwortete ich ihr ehrlich. „Wie langweilig", schmollte sie und holte Weingläser. Während das Essen bald fertig wurde, brachte ich Edward die Teller, damit er das Essen darauf schöpfen konnte.
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    • "Das kann ich dir sagen, was dabei ist. Du redest über Dinge, die absolut keinen was angehen.", eigentlich wollte ich ebenso keine Diksussion anfangen. Jedenfalls nicht vor Castiel. Doch manchmal verstand sie es auch einfach nicht anders. Nochmals wedelte sie mit ihren vor ihrem Gesicht.
      "Ist ja gut. Okay okay. Ich benehm mich ja schon.", beschwichtigte sie und bevor ich irgendwas sagen konnte, mischte sich nun auch Castiel wieder ein. Ich versuchte weiterhin mein Pokerface zu wahren, doch innerlich tickte es. Er widersprach meinen Anweisungen und das triezte mich. Nichtsdestotrotz war es seine Freizeit, als blieb mir nichts anderes übrig, als dem Ganzen meine Einwilligung zu geben.
      Nachdem Jessica das Geschirr holte, um den Tisch zu decken, bereitete ich weiter das Essen zu. Allerdings ignorierte ich seine Worte, bevor es meinerseits völlig eskalierte. Wie konnte ein so vielversprechend ruhiger Abend so ein Chaos werden? Jessica durfte nach dem Essen wieder gehen. Da war ich mir sicher.
      Während das Essen im Topf brutzelte, fragte meine Schwester nach Wein.
      "Du solltest nichts trinken, wenn du noch fahren willst. Hier übernachten ist tabu, morgenfrüh steht noch Arbeit an. Natürlich hörte sie nicht. Was anderes war ja nicht zu erwarten.
      Ich richtete die Teller an, die Castiel mir überreichte und tat für jeden etwas auf. Ich hoffte, dass es für jeden reichte, denn eine dritte Person war ja eigentlich nicht eingeplant.
      "Das Essen ist fertig.", sagte ich und ging mit den Tellern einen Raum weiter zum Tisch, wo Jessica schon alles andere hingestellt hatte. Ruhig setzte ich mich und wartete auf die Anderen.
    • Vielleicht bildete ich es mir nur ein, doch ich spürte eine frostige Stimmung bei Edward. Es war offensichtlich, dass er sich über Jessicas Besuch nicht besonders freute. Um die Situation nicht weiter anzuheizen und sowohl Jessica als auch Edward zufriedenzustellen, beschloss ich, mein Essen möglichst schnell zu beenden, bevor Jessica etwas sagte, das mich in Verlegenheit bringen könnte – etwas, das Edward zuvor schon angesprochen hatte.
      Schließlich setzte ich mich zu den beiden, nahm Platz neben Edward. Jessica schenkte sich und ihrem Bruder ein Glas Wein ein, während ich bei Wasser blieb. „Ist doch schön, mal wieder zusammen zu sitzen,“ sagte Jessica und hob ihr Glas, um uns einen guten Appetit zu wünschen. Ich nickte nur und begann zu essen. „Also … erzähl doch mal, was machst du so mit meinem kleinen Bruder?“ fragte sie schließlich, während sie Reis auf ihre Gabel schob. Ich hatte gerade einen Bissen genommen, schluckte schnell und antwortete: „Ich arbeite für ihn.“ Da ich nicht genau wusste, wie viel ich sagen durfte, hielt ich mich an das Nötigste. Außerdem konnte ich beim Erzählen nichts essen, was meinen Plan, schnell zu verschwinden, etwas durchkreuzte. Jessica nickte mehrmals und nahm einen Schluck von ihrem Wein. „Und gefällt dir die Arbeit? Edward ist doch bestimmt wieder völlig unnötig streng, oder?“ Sie warf ihm einen tadelnden Blick zu und fügte hinzu, dass er keinen Sinn für Humor habe und viel zu ernst sei. „Komm lieber bei mir arbeiten,“ sagte sie lachend und zeigte mit der Gabel auf mich.
      Inzwischen hatte ich fast ein Drittel meines Essens geschafft. Ich lächelte und schüttelte leicht den Kopf. „Ich arbeite gern dort. Ich habe schon eine Menge gelernt.“ Das war tatsächlich meine ehrliche Meinung und nicht bloß eine höfliche Antwort. Während ich weiter aß, spürte ich jedoch, dass das Gespräch bald eine Richtung einschlagen könnte, die Edward unangenehm sein würde. Ich begann, mein Essen noch schneller zu essen. „Weißt du, schon damals in der Oberstufe hat Edward…“ Jessica hatte gerade angesetzt, da stellte ich mein Glas ab und erhob mich. „Tut mir leid, ich bin ziemlich müde. Ich gehe schon mal ins Bett. Gute Nacht.“ Ich nickte beiden zu, nahm mein Geschirr und verschwand rasch. Mein Magen schmerzte leicht, und wirklich satt war ich nicht – ich hatte einfach viel zu schnell gegessen.
      Nachdem ich in der Küche alles aufgeräumt hatte, ging ich direkt in mein Zimmer. Immerhin musste ich mir heute Abend keine Geschichten von Jessica anhören, die Edward nicht mit mir teilen wollte.
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    • Der Besuch meiner Schwester wäre angenehmer gewesen, wenn sie ihn angekündigt hätte. Und vorallem, wenn sie bei Castiel nicht unbedingt Privates rausposaunt hätte. Diese Liebe in der Schule war schon lange her und hinzukommt, dass es nur eine Liebelei eines Teenagers war. Auch wenn Jessica Recht hatte. Er war ihm wirklich ähnlich. Ebenfalls ein kleiner Schussel, der alles richtig machen wollte und dabei mehr als liebenswert war. Schon früher hatte ich immer nur das Nötigste gesagt und eher zugehört und damit war er immer zufrieden gewesen. Vielleicht konnte ich Castiel deshalb sofort Vertrauen schenken.
      Jedenfalls fingen wir an zu essen und sofort wurde mein Mitarbeiter ausgequetscht wie ein Schwamm. Doch er hielt sich recht weit zurück und dafür war ich ihm sehr dankbar.
      "Ich bin nicht strenger wie sonst auch. Jeder hat seinen Job zu machen und wenn er ihn nicht macht, gibt es Konsequenzen. Das ist alles. Castiel ist nur mein persönlicher Assistent. Wenn ich abends noch einen Termin habe, will ich dass da alles perfekt läuft, weshalb ich ihn hier wohnen lasse. Also muss er in seiner Freizeit auch nicht für deine Machenschaften grade stehen. Also lass ihn bitte in Ruhe.", antwortete ich nun doch etwas ausführlicher. Sie sah mich mit einem Blick an, der vieles sagte, wenn man meine Schwester gut genug kannte. Es stand ihr ins Gesicht geschrieben, dass sie wusste, dass das nicht alles war. Nun das mit den Schulden wollte ich ihr auch nicht auf die Nase binden.
      Mich überraschte es, dass Castiel ihr sagte, dass er gern dort arbeite. Ich wusste, dass einige nur wegen des Geldes und vielleicht auch wegen der Kollegen noch bei uns arbeiteten. Aber bei ihm schien es anders.
      Gerade als sie wieder eine Geschichte zu Ungunsten von mir erzählen wollte, verabschiedete Castiel sich und verschwand recht schnell. Ich sah ihm hinterher, doch wand mich recht schnell wieder an mein Essen.
      "Ich sagte doch, dass du die Geschichten lassen sollst. Sie gehen keinem was an, Jessica."
      "Und ich hoffe, dass es der Mensch ist, der dein vereistes Herz zum Schmelzen bringt, Eddie. Die Fähigkeiten dazu hätte er. Schließlich hatte er es schon geschafft, dass er bei dir wohnt und mit dir kocht. Die Frauen, die es mit dir versucht haben, durften nicht mal in die Nähe deiner Küche. Nicht mal in die Nähe deines Herzens. Du hast sie sofort alle wieder weg gejagt.", konterte sie und ich seufzte.
      "Sie waren doch alle nur hinter meinem Geld und meinen Status her. So jemanden will ich hier nicht in meiner Nähe."
      "Ach und der Junge ist anders? Pass lieber auf, Bruderherz. Sonst schnapp ich ihn mir wirklich noch. Er würde sich super in meiner Firma machen. Er hat nicht mal richtig was gegessen und das nur für dich. So schnell, wie er gegessen hat, kann der gar nicht satt sein."
      "Könnte daran liegen, dass du ihn mit Fragen bombadiert hast..."
    • Ich machte mich bettfertig. Immer wieder ließ ich die bereits vergangenen Szenen vor mein inneres Auge abspielen. Von dem Zeitpunkt an, an dem wir beiden gekocht haben bis zum Hinsetzen ans Essenstisch. Auch wenn an sich nicht viel passiert war, fühlte ich mich dennoch ein wenig ausgelaugt. Edwards Schwester war wie ein Tornado am sonnigen Tag gewesen. Ich konnte nicht anders als mich zu fragen, wie es dazu kam, dass die Geschwister so unterschiedlich vom Charakter her waren. Zwar kannte ich seine Schwester nun nur für wenige Minuten, nicht lang genug, dass ich sie tiefgründig einschätzen könnte, doch lange genug, dass ich sagen konnte wie unterschiedlich beide doch waren.
      Dass Edward eventuell bis war und vielleicht noch ist, war eine Info, mit der ich weniger gerechnet hatte. Zwar nicht etwas, womit ich anfangen kann, doch eine intimere Info, die einen besseren Einblick in sein Wesen ermöglichte. Auch wenn er steht genommen war Chef war, und ich mir ihm zusammen wohnte, hatte ich doch Möglichkeiten gehabt erfrischende und interessante Seiten von ihm erblicken zu können. Es gab mehr zu seiner Person, als meine Kollegen es vermuteten. Eben aus dem Grund verstand ich die strikte Distanz zwischen ihnen und Edward nicht. Da ich jedoch wusste, dass Edward auf einer gewissen weise penibel und streng war, wollte ich nicht etwas tun, was seine Arbeit hindern könnte und erst Recht nicht ihn zu etwas zwingen. Dennoch konnte ich nicht anders als den kleinen Wunsch zu hegen, dass Menschen einen besseren Einblick auf seiner Menschlichkeit bekommen.
      Mit einem Seufzer ließ ich mich auf mein Bett fallen. Es waren wieder einmal zu viele Gedanken, die zu nichts führten. Heute zumindest. Auch wenn ich es mir viel mehr gewünscht hatte einen ruhigen Abend und Essen mit Edward genießen zu können, war das Kochen interessant gewesen. Da ich morgen wieder früh aufstehen musste, um zu Arbeiten, war es wohl besser nun schlafen zu gehen.
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    • Irgendwann schaffte ich den Abend und meine Schwester verließ endlich das Haus. Ich musste noch viele Fragen umgehen, bis sie schlussendlich aufgab. Der Abend war wieklich anstrengend und ich hätte es lieber gehabt, wenn mehr Ruhe beim Essen gewesen war. Ich seufzte leise, als ich gerade dabei war, alles abzuräumen und sauber zu machen. Ich mochte es einfach nicht, wenn es schmutzig in meiner Wohnung blieb.
      Nachdem alles wieder so war wie vorher, machte auch ich mich bereit für das Bett. Ich wollte für die Arbeit fit sein. Denn welcher Mitarbeiter hatte schon gerne einen Chef, der müde und faul im Büro saß? Mich selbst ekelte der Gedanke schon an.
      Im Bett angekommen, mit T-Shirt und leichter Stoffhose bekleidet, deckte ich mich zu und starrte an die Decke. Es war mir unangenehm gewesen, dass Jessica so viel verraten hatte. Ich versuchte immer, Privates von der Arbeit zu trennen. Ich wusste, dass dies unmöglich sein würde, sobald man zusammen wohnte. Auch wenn ich glaubte, dass dies nur eine Wohngemeinschaft zum Zweck war. Ich war mir sicher, dass Castiel, sobald alles abbezahlt war, wieder ausziehen wollen würde. Also wollte ich gar nicht erst anfangen, uns näher kennenzulernen. Auch wenn es dafür eigentlich schon zu spät war. Er wusste schon recht viel und saugte alles auf wie ein Schwamm. Da er sehr ruhig war, wusste man nicht, was er alles mitbekam. Ich musste also mehr aufpassen.

      Am nächsten Morgen wurde ich durch das Klingeln des Weckers wach. Ich war noch ziemlich müde, ließ mich aber nichts anmerken. Auch James war da und hatte bereits das Frühstück fertig.
      "Guten Morgen, James. Ich brauche einen doppelten Espresso. Bitte mach mir einen fertig."
    • Ich war früher wach gewesen als sonst, oder zumindest früher als der Wecker hätte klingeln können. Der Grund? Irgendwann war ich aufgewacht und hatte Hunger bekommen. In der früh war James noch nicht da gewesen, weswegen ich mir eine Kleinigkeit, ganz leise, zubereitet habe. Edward schien noch zu schlafen. Um nicht das Risiko einzugehen, ihn doch aus Versehen aufzuwecken, hatte ich mich dazu entschieden wieder zurück in mein Zimmer zu gehen. Dort hatte ich nochmals versucht einzuschlafen, soch vergebens. Daher verbrachte ich meistens die Zeit damit mir meine Notizen anzuschauen. Irgendwann schlummerte ich ein und wachte durch das Klingeln meines Handyweckers auf.
      Da ich geschlummert hatte, und nicht vollkommen eingeschlafen war, fiel mir das Aufstehen leichter als zuvor und so sprang ich sogleich aus dem Bett und machte mich fertig. Dank Edward musste ich mir den Kopf nichz darüber zerbrechen, ob ich genügend frische Kleider für den nächsten Tag hatte. Eine Sorge weniger.
      Als ich aus der Tür trat, hörte ich gleich, dass alle vor mir wach waren. Ich lugte in die Küche hinein, und sah bereits Edward dort mit James stehen. "Guten Morgen", begrüßte ich beide. Ich fühlte mich gegenüber Edward ein wenig komisch, da ich noch in Erinnerung hatte, dass ich etwas Falsch gemacht habe da er mir gestern auf die Entschuldigung nicht geantwortet hatte. War er immernoch sauer auf mich? Ich traute mich nicht das direkt anzusprechen, daher behielt ich meine Gedanken für mich und mies kurz seinen Blick. "Kann ich Ihnen auch etwas bringen Herr Loft", wandte sich James an mich. Ich kannte mich mit Kaffees nicht unbedingt aus, doch ich wollte nichts Starkes. "Ein Latte Macchiato." Es hörte sich am Ende viel eher wie eine Frage an, als eine Aussage, doch James nahm es nickend hin und machte sich an die Arbeit.
      Auch wenn es mir etwas unangenehm war sogleich mit Edward zu reden, war er dennoch mein Chef und ich musste meine Schulden abbezahlen. "Gibt es heute wichtige Agendas?", fragte ich ihn sanft. Ich war mir sicher, dass die leichte Unannehmlichkeit, die ich momentan verspürte, im Laufe des Tages vergehen wird.
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    • Kaum hatte ich meinen Kaffee bekommen, da kam auch schon Castiel rein. Auch er wurde von James gefragt. Sein Wunsch war ein Latte Macchiato. Ob er sowas wohl lieber trank als einen normalen Kaffee? Vielleicht war ihm Letzerer auch zu bitter. Es gab einige, die schwarzen Kaffee nicht mochten. Ich verstand es nicht so ganz. Ohne das dunkle Gebräu würde ich meinen Tag nicht überstehen.
      "Guten Morgen.", grüßte ich zurück und setzte mich mit der Zeitung an den Tisch. Mich interessierten weniger die Artikel, was in aller Welt passierte, sondern eher das, was in der Branche los war. Was bei unseren Vertragspartnern los war, war enorm wichtig.
      Als ich dann von meinem Mitbewohner gefragt wurde, was heute anstand, sah ich ihn an.
      "Heute um 11 ist nochmal ein Meeting. Ich bin gespannt, ob sie ihre Aufgaben von gestern nun gescheit erledigen konnten. Heute abend sind wir auf eine Art Gala eingeladen. Dort sind viele wichtige Leute, die wir begrüßen werden. Zieh also was ordentliches an ", wies ich an und nippte an meinem Kaffee. Währendessen wurde auch Castiels Latte gebracht.
      "Wir sollten uns beeilen. Ich hab in der Firma noch einiges zu erledigen."