The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

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    • Ezra

      Sie waren beide Schuld. Sicher. Andrew nur ein bisschen mehr, als er. Zumal Ezra sich sicher war, dass weitaus mehr als die Hälfte aller seiner Flirts ernst gemeint waren. Gut, vielleicht hatte er bei dem ein oder anderen Kink ein wenig übertreiben - ein wenig sehr übertrieben - aber eigentlich... Okay, es war sicher auch vieles dabei gewesen, was normale Menschen nicht geradeheraus von sich gaben, aber sie kannten sich immerhin schon seit fast zehn Jahren. War da nicht ein wenig Intimität in Gesprächen erlaubt gewesen? Andrew jammerte definitiv auf hohem Niveau. Außerdem war er selbst nicht besser. War der Kommentar zu seinen Händen ein Flirt, oder einfach Andrew, der...Andrew war?
      Ezra schnappte kurz gespielt pikiert nach Luft, als sein Freund drohte, ihn einfach durch seinen Laptop zu ersetzen. "Es tut mir wirklich leid, aber heute Abend musst du auf deine wahre Liebe verzichten. Ich lass dich morgen wieder an den Laptop", beschloss er, während er sich Shirt und Hose auszog. Socken und Shorts folgten kurz darauf im Eiltempo. Wenigstens war die nervöse Anspannung mittlerweile weitaus weniger spürbar. Ezra konnte nicht anders, als zu lächeln, während er sich vor Andrew in die Wanne setzte und sich an ihn lehnte.
      "Eigentlich echt schade, dass die Sache mit der Hand einfach nur eine langweilige Narbe hinterlassen hat. Wenn es wenigstens noch wie bei Harry Potter wäre und die Narbe jedes mal weh tun würde, wenn Nadia in der Nähe wäre..." Er hob die Hand ein wenig, um auf den langsam verblassenden Strich zu schauen, den das Messer hinterlassen hatte. Manchmal hatte er das Gefühl, dass seine Motorik immer noch nicht 100% wieder da war. "So sieht sie einfach nicht anders aus, als die hier". Er deutete mit seiner anderen Hand auf eine weitere, weitaus verblasstere Narbe auf seiner Handinnenfläche. "Da hab ich mir als Kind versehentlich eine Fonduegabel durchgestochen. Hat zwei Monate gedauert, bis Cal aufgehört hat, mich Jesus zu nennen. Denkst du, die Leute kaufen es mir ab, wenn ich behaupte, zwei mal angegriffen worden zu sein? Das klingt irgendwie cooler, als die Nummer mit der Gabel." Er lehnte seinen Kopf ein wenig weiter nach hinten, um Andrews Reaktion sehen zu können und hauchte ihm im Zuge dessen direkt einen Kuss auf den Hals.
    • Andrew

      "Im schlimmsten Fall kriegst du dann aber jedesmal einen Herzinfarkt, wenn du dir eigentlich nur einen Nerv eingeklemmt hast, also sei lieber froh drüber", sagte er und nahm Ezras Hand in seine, um sich die Narbe selbst nochmal etwas genauer anzusehen. Gott, Nadia hatte es wirklich verdient, lebenslang im Knast zu verrotten. Andrew führte die Hand zu seinen Lippen und drückte einen kleinen Kuss darauf, bevor er sie wieder losließ und seine Arme um Ezra legte. "Mir wäre lieber, du hättest dir zwei Mal von beiden Seiten eine Gabel durch die Hand gestochen, ehrlich gesagt. Passt auch deutlich besser zu dir und es ist einfacher, dir Fondue zu verbieten, als Nadia loszuwerden" Er schmunzelte. Zumindest machte es die Erinnerung etwas leichter, wenn Ezra so darüber scherzte. Auch wenn er bestimmt zur Genüge traumatisiert von der Sache war, ganz zu schweigen von dem Vorfall in Frankreich, der wahrscheinlich auch der Hauptauslöser für Andrews panische Anhänglichkeit gewesen war.
      Es gab, vor allem seitdem, nichts, das Andrew mehr entspannte, als solche Momente. In denen sie einfach nur zusammen existierten und redeten und scherzten und es sich anfühlte, als wären sie alleine auf der Welt. Noch schöner wäre es nur, wenn es wahr wäre. Aber Andrew versuchte nicht aktiv daran zu denken, dass ein Haufen ihrer russischen Kollegen vermutlich rund um dieses Gebäude und in der halben Stadt aufgestellt war, während sie sich hier zu zweit in einer Badewanne aneinander kuschelten.
      Andrew ließ seinen Kopf auf Ezras Schulter sinken und seufzte. Der warme Dampf und der sanfte, milchige Geruch des Schaums machten ihn müde. Der Stress der letzten Tage fiel ein klein wenig von ihm ab. Solange er Ezra einfach mit beiden Armen festhielt, konnte ja auch nichts passieren.
      "Ich liebe dich. Und ich hasse Russland. Das Land kann zwar wenig dafür, aber geholfen hat es uns bisher auch nicht. Wenn das vorbei ist, google ich mal, in welchen Ländern die Kriminalitätsrate am niedrigsten ist und da ziehen wir dann hin", murmelte er.
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    • Ezra

      "Dafür, dass flirten nicht so dein Ding ist, bist du wirklich gut darin, mir den Kopf zu verdrehen." Ezra schmunzelte, während er seine Hand kurz zu einer Faust schloss, als würde er Andrews Kuss damit irgendwie auf seiner Haut festhalten. Er hatte sich ihn irgendwie nie so einfühlsam vorgestellt und er war verdammt froh, sich in diesem Punkt so sehr in ihm geirrt zu haben. Mit Andrew an seiner Seite wurde die Welt immer ein kleines bisschen einfacher. Er hoffte wirklich, dass diese rosarote Phase nie enden würde.
      "Ich liebe dich auch. Und es ist mir vollkommen egal, wo wir als nächstes landen, solange es wärmer ist, als dieses eklige Wetter da draußen." Er deutete in die ungefähre Richtung der Badezimmertür, dem Zimmer und der Welt außerhalb des Hotels. Warum konnten sie sich nicht Erzfeinde suchen, die in Spanien wohnten? Dann hätte er wahrscheinlich binnen der ersten halben Stunde einen Sonnenbrand, aber wenigstens musste er nicht zittern. "Und wir sollten öfter Hotels mit Badewannen raussuchen. Das ist wirklich entspannend. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, wann ich das letzte mal gebadet habe. Ich fand Duschen immer besser. Offensichtlich hat mir einfach nur eine zweite, unglaublich heiße Person gefehlt." Er lachte kurz, während er seine Arme hob, um Andrew durch die Haare zu wuscheln. Er hatte bei Andrew wirklich mehr Glück als Verstand gehabt.
      "Vielleicht sollten wir unser Bad auch renovieren. Denkst du, wir können da genug rausholen, um irgendwie eine Badewanne unter zu bringen? Wahrscheinlich nicht. Außer wir opfern etwas Raum vom Schlafzimmer..." Ezra starrte an die Decke, während sein Kopf an Andrews Schulter lehnte. Er hatte keine tatsächliche Ambition, ihr furchtbar verwinkeltes Badezimmer irgendwie zu renovieren, aber der Gedanke daran war irgendwie trotzdem nett. Er schloss die Augen, während er seine Arme über Andrews legte. "Vielleicht sollten wir eine Renovierungsliste anlegen, oder so. Wir brauchen auch noch einen neuen Fernsehtisch und vielleicht kann ich mich sogar von ein paar Teppichen trennen. Und wenn du wirklich anfangen willst zu kochen, sollten wir vielleicht etwas in die Küche investieren." Es fühlte sich abartig gut an, eine Zukunft mit Andrew planen zu können. Er hatte nie damit gerechnet, je so weit zu kommen.
    • Andrew

      "Ich glaube, in den Ländern, wo es kalt ist, ist es leider auch sicherer" Andrew überlegte. "Wahrscheinlich, weil die ganzen Kriminellen, die sich bereichern, mit ihrem Geld auch was anfangen wollen und in den Süden reisen. Würde ich auch machen, an deren Stelle. Du bist der einzige, der freiwillig im Norden bleibt. Dann Wiederrum hast du es aber auch nie aus der Kleinkriminalität herausgeschafft, also... Oh, aber das ist gut", betonte Andrew am Ende schnell. "Stell dir vor du wärst Teil einer Mafia Gruppierung gewesen. Ich weiß nicht, ob ich so entspannt mit einem Mafioso in der Badewanne liegen könnte" Er lachte leicht auf. Ezras Ungefährlichkeit war der einzige Grund, weshalb Andrew beim ersten Mal illegalerweise mit ihm gemeinsam das Land verlassen hatte.
      Er hörte seelenruhig zu, wie Ezra von seinen neuen Renovierungsplänen berichtete, während er selbst einfach nur hoffte, dass er für den realistischen Teil seiner Pläne Handwerker bezahlen, und nicht alles selbst machen wollte. Mit ein paar Krankenhaus-Zwischenstopps würden sie es vermutlich hinkriegen, aber dazu fehlte Andrew eindeutig die Motivation. Es gab sinnvollere Dinge, die man mit seiner Zeit anfangen konnte und eigentlich würde er Ezra auch eher zumuten, nach den ersten paar Materialeinkäufen doch eher zu häufigeren Thermenurlauben zu tendieren.
      "Was willst du denn in die Küche investieren? Es gibt einen Ofen, einen Herd und Geschirr. Brauchen wir mehr?", fragte Andrew schließlich ehrlich verwirrt. "Meinst du den Geschirrspüler? Da hab ich sowieso schon ein paar Screenshots von Online Seiten gemacht, der muss nicht mehr auf die Liste. Sobald wir zurück sind ist das meine erste Investition" Geschirr abwaschen ließ sich zwar gut vermeiden, wenn man Essen bestellte, aber das Ziel war ja, damit aufzuhören. Wobei sie geldtechnisch mit einem Geschirrspüler und den anschließenden Wasserkosten eh wieder am selben Level waren, oder? Naja, Andrew hatte keine Lust nachzurechnen. Irgendwann würden sie das Geld mit dem Selbstkochen schon wieder reinbekommen.
      Während er in ihr Gespräch noch so halb vertieft war, ließ er seine Hände über Ezras Oberkörper streifen. Es war ein witziges Gefühl, wenn seine Arme so federleicht im Wasser schwebten. Das könnte er den ganzen Tag lang machen. Vielleicht mussten sie doch über eine Badewanne für zuhause nachdenken.
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    • Ezra


      Sagte es viel über Ezra aus, wenn ihm ein wenig Kriminalität immer noch lieber war, als Kälte? Oder konnte er das noch auf seinen familiären, absolut Mafia-freien Familienhintergrund schieben? Vielleicht sollte er nach dieser Mission einfach ein paar Wochen warten, bis er wieder Urlaub ansprach. Irgendwann würde Andrew den ganzen Stress und die Kriminalität schon vergessen haben. Sonst würde Ezra einfach schmollen, bis sein Freund irgendwann nachgeben würde. Er hatte da bestimmt eine Schmerzgrenze, die Ezra austesten konnte.
      "Die Küche stand schon, als ich eingezogen bin. Die ist bestimmt super alt. Ich hatte an irgendwas mit ein bisschen Farbe gedacht. Vielleicht was pastelliges, oder so. Eine Spülmaschine ist natürlich auch eine sehr gute Idee." Seltsam, worüber man alles nachdachte, wenn man plötzlich nicht mehr alleine wohnte. Früher war ein Geschirrspüler immer vollkommen unnötig gewesen. Es war schon viel gewesen, wenn er neben Besteck mal einen Topf spülen musste. Da erst für einen Spülgang zu sammeln hätte unverhältnismäßig lange gebraucht und wahrscheinlich dafür gesorgt, dass er keine Gabeln mehr übrig hätte. Früher hatte er sich auch keine Gedanken darüber machen müssen, jeden Bettbezug doppelt zu kaufen, damit man nicht irgendwas kombinieren musste, was nicht zueinander passte. Er mochte diese ganzen, beinahe langweiligen Gedanken, genau so, wie er das Gefühl mochte, das Andrews Fingerspitzen auf seiner Haut hinterließen.
      "Langsam bekomme ich das Gefühl, dass ich mit den Ketten doch gar nicht so falsch lag", murmelte er amüsiert, während er mit einer Hand über Andrews Oberschenkel strich und seinen Kopf zur Seite drehte, um erneut Küsse auf seinen Hals zu verteilen. Er stoppte nach dem zweiten kurz, um Andrew einen etwas ernsteren Blick zuzuwerfen. "Ist die Nervosität ein bisschen besser geworden?" Eigentlich war das immerhin sein Ziel gewesen, auch wenn ein wenig Fummeln in der Badewanne ein netter Nebeneffekt war. So beiläufig, wie Andrew die Badewanne eben erwähnt hatte, hatte er sich eigentlich keine großen Chancen ausgerechnet, dass heute noch irgendwas außer Traumatabewältigung anstand.
    • Andrew

      „Das bildest du dir ein“, murmelte Andrew leise, immernoch völlig beschäftigt mit dem angenehmen Gefühl, wenn seine Arme leichte Wellen im Wasser schlugen. Er hatte sich bei dem Vorschlag, zusammen zu baden, auch eigentlich nichts gedacht, das nicht jugendfrei war. Er wollte nur ein wenig mehr Nähe und Entspannung und so tun, als wäre nichts real. War das etwa nicht erlaubt?
      Aber er hatte irgendwie sein Ziel erreicht, er war wirklich deutlich entspannter, und Ezras Anspielung war nicht unwillkommen. Sie hatten heute sowieso nichts weiter zu tun, als in diesem Hotelzimmer zu verkommen, und Andrew brauchte für manche Dinge auch keine zweite Einladung. Selbst wenn er etwas müde und vielleicht nicht in der Stimmung war, von sich aus etwas zu initiieren, würde er es trotzdem immer zu einer Priorität machen, Ezra gut fühlen zu lassen. Und spätestens dann musste er sich um seine eigene Stimmung auch keine Gedanken mehr machen. Eigentlich reichte ja schon die Hand auf seinem Oberschenkel und Ezra wusste, wo er ihn küssen musste, um eine Reaktion von Andrew zu bekommen.
      „Deutlich besser“, raunte er und legte den Kopf etwas zur Seite. Bei dem ganzen Schaum musste er sich garnicht die Mühe machen, Ezra über die Schulter zu sehen, es reichte absolut, sich mit den Händen voranzutasten. Von seinen Brustmuskeln aus bewegte Andrew sich weiter abwärts.
      „Du weißt aber, dass wir eigentlich arbeiten, oder? Wieder eine deiner Fantasien?“, fragte Andrew amüsiert. Das hier war zwar wirklich kein Büro-Setting, aber da müsste Andrew auch eine Grenze ziehen. Hier ließ sich ja noch sehr gut ausblenden, wo sie eigentlich waren, und weshalb. Zumindest wurden Andrews Sorgen nach und nach von anderen Gedanken abgelöst, das hier erschien ihm also wie ein guter Coping Mechanismus.
      Er tastete jede Stelle an Ezras Körper ab, an die er herankam, und zögerte es ziemlich heraus, zur Sache zu kommen. Manchmal fühlte sich das Vorspiel sowieso besser an. Und Andrew war hier auch in einer ziemlich benachteiligten Position, also überlegte er immernoch unterschwellig, ob er es sich nicht einfach zum Ziel machen sollte, Ezra zu befriedigen, und darin auch irgendwie seinen eigenen Frieden zu finden. Wie ein Heiliger eben.
      Er küsste über Ezras Schulter und war so entspannt, dass er sich eben dachte, dass sie zukünftig vielleicht einfach nochmal deutlich mehr Sex haben sollten, um psychisch mit ihrem Job klarzukommen. Aber um diesen Stress zu kompensieren, würden sie vermutlich nie wieder aus dem Bett kommen.
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    • Ezra

      “Wir müssen nicht, wenn du nicht willst”, erinnerte Ezra Andrew vorsichtig, als selbiger erklärte, dass er offensichtlich einen falschen Eindruck bekommen hatte. Upps. Es gehörten immerhin zwei Leute dazu und er wollte auf keinen Fall, dass Andrew sich zu irgendwas zwang, was er nicht wollte. Sex war nie schön, wenn nur eine Person ihren Spaß hatte. Sie hatten ihr ganzes restliches Leben zusammen - warum stressen? Obwohl sein Freund den Berührungen nach für alles offen zu sein schien. Und wenigstens gab er zu, entspannter zu sein, als eben noch. Ziel erreicht. Mehr konnte Ezra sich gar nicht wünschen.
      “Ich fantasiere selten über Arbeit.” Ezra musste selbst ein wenig lachen, während er sich auf das angenehme Kribbeln konzentrierte, das Andrew auf seiner Haut hinterließ. “Ich will mich ganz auf dich konzentrieren können, ohne ständig Angst haben zu müssen, dass jemand reinkommt, während du mich auf den Schreibtisch drückst, oder so.” Es gab wahrscheinlich nichts unerotischeres, als Sex an öffentlichen Plätzen, oder in einem Büro. Es mochte Leute geben, die den Kick brauchten, aber Ezra gehörte eindeutig nicht dazu. Er ließ sich lieber Zeit für Andrew, ohne irgendwelche Ablenkungen und die ständige Angst, dass sie jemand erwischen könnte. Zumal er das ungute Gefühl hatte, dass Andrew an einem tatsächlichen Arbeitsplatz den Sex für eine E-Mail pausieren würde. Süß, aber nicht gerade sexy. Da war die Badewanne deutlich entspannter.
      Ezra verteilte die nächsten Küsse auf Andrews Hals, während er seine Hand von seinem Oberschenkel zu seinem Hintern wandern ließ. Der Winkel war etwas seltsam und auf Dauer würde er sich umdrehen müssen, um Andrew ordentlich zum Höhepunkt zu bringen, aber er wollte ihre aktuelle Position und die Aufmerksamkeit, die Andrew ihm schenkte, einen Moment länger genießen. Er schloss mit einem kleinen Seufzen die Augen und öffnete sie wieder, als er das leise Piepen eines Handyklingeltons aus ihrem Zimmer heraus hörte. Wundervolles Timing. Wahrscheinlich war es sowieso nicht wichtig. Wie war das eben noch mit seiner Einschätzung zu Andrew und den E-Mails?
      “Denkst du, das ist was wichtiges, oder sollen wir das Klingeln einfach ignorieren?”
    • Andrew

      "Du wirst selten erleben, dass ich zu so etwas Nein sage", murmelte Andrew amüsiert und war im nächsten Moment seltsam stolz, dass sie wohl beide nichts erotisches mit Arbeit verbanden. Obwohl ihre Aufeinandertreffen dank Ezra und seinen Flirts früher wirklich beinahe an Professionalität verloren hatten, aber Andrew hatte sich immer die größte Mühe gegeben. Nur, damit ihm das jetzt vorgehalten wurde.
      "Gut. Außerdem haben wir zuhause auch einen Tisch, also wieso umständlich, wenn es auch ganz leicht geht?", stimmte Andrew zu. Jedes Büro-Setting ließ sich leicht in ihre Wohnung verlegen. Und vielleicht hatten sie eines Tages sogar ein Arbeitszimmer. Obwohl Andrews Lieblingsort immer das Bett sein würde, weil es da nichts gab, über das man sich Gedanken machen musste. Zum Beispiel, wie kurz davor man eigentlich war, vom Sofa zu fallen, oder ob man vielleicht gleich in der Dusche ausrutschen und sich das Genick brechen würde. Die Situation wollte er dem Rettungsdienst auch lieber nicht erklären.
      Aber... eine Badewanne schien, wenn auch etwas einschränkend, eine super Option zu sein. Andrew mochte die Position jedenfalls. Er fühlte sich irgendwie wie Ezras persönlicher Massage-Stuhl. Sein minimiertes Gewicht im Wasser gegen sich pressen zu spüren und mit den Händen perfekten Zugang zu allen seiner liebsten Stellen seines Körpers zu haben, war einfach toll. Andrew hob einen seiner Arme und drehte Ezras Kopf zu sich, um ihn zu küssen und bewegte die andere Hand endlich zu seiner Körpermitte.
      Und, weil das Universum immer die besten Momente für Unterbrechungen zu finden schien, klingelte ein Handy. Andrew sah auf, als Ezra es seltsamerweise vor ihm ansprach. Er lächelte. "Es ist nicht meins, musst also du entscheiden. Aber wenn es deine Schwester ist und du dafür extra rausgehst, drehe ich vielleicht durch"
      Und wenn es irgendetwas mit ihrer Mission zu tun hatte, wollte Andrew fast noch weniger, dass Ezra abhob, aber dann würden sie vermutlich sowieso gleich zutode geklingelt werden und hätten keine andere Wahl mehr, als ranzugehen.
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    • Ezra

      Er hätte den Ton ausschalten sollen. Ezra wusste nicht mal, seit wann sein Handy wieder einen Ton von sich gab. Die letzten Jahre hatte er es auf stumm gelassen und einfach ignoriert, wenn ihn jemand anrufen wollte. Er war nie der Typ fürs Telefonieren gewesen. Oder fürs Schreiben. Oder Kommunikation über ein Handy generell. Aber es hatte auch nie viele wichtige Leute gegeben, die ihn irgendwie erreichen wollten. Wahrscheinlich war er auf dem Flug auf irgendeine blöde Funktion gekommen. Aber wer auch immer gerade versuchte ihn zu erreichen, würde wohl nochmal anrufen, wenn es wirklich dringend war. Ezras aktuelle Position gefiel ihm eindeutig zu gut, als das er aufstehen würde, um sein Handy zu holen.
      Ezra stöhnte leicht auf und lehnte seinen Kopf zurück auf Andrews Schulter. Er durfte wirklich nicht vergessen, Steve für dieses Hotelzimmer zu danken, auch, wenn er bei der Buchung wahrscheinlich nicht auf die Badezimmerausstattung geachtet hatte. "Ich glaube, es ist mir ziemlich egal, wer anruft", beschloss er, während er seinen Hintern gegen Andrews Schritt drückte und das Handy draußen verstummte. Es gab wichtigere Dinge im Leben. Eindeutig. Er ließ sich einen Augenblick länger von Andrews Fingern verwöhnen, bevor er ein einsetzendes schlechtes Gewissen registrierte, das ihn daran erinnerte, dass Andrew selbst deutlich weniger von dem Spaß hatte, als er. Mit einem letzten sanften Stöhnen schob er Andrews Hand von sich und drehte sich etwas ungelenk in der dafür doch etwas zu engen Badewanne um.
      Den Umstand, dass er es schaffte sich mehr oder weniger auf Andrew zu legen und ihn richtig zu küssen, ohne, dass sie eingequetscht wurden, hatte er wahrscheinlich Andrews nächtlichen Kuschelattacken zu verdanken. Ineinander verschränkt zu liegen, als wäre man dabei, zu einer Person zu verschmelzen war irgendwie ihr Ding. Ezra hatte trotzdem das Gefühl, dass das seinen Knien nicht gut tun würde. Er stützte sich mit einer Hand an Andrews Brust ab, während er ihn küsste und mit der freien Hand ihre beiden Erektionen umfasste. "Ich liebe dich, Andrew. Gott bin ich froh, dich nicht mehr bei der Arbeit anflirten zu müssen." Er grinste, bevor er das Tempo seiner Hand ein wenig anzog. Vielleicht war Russland nicht nur schlecht.
    • Andrew

      Es war ein wenig bewundernswert, wie Wasser die Bewegungsfreiheit etwas zu erleichtern schien, obwohl sie wirklich nicht viel Platz hatten. Aber wohl doch mehr, als in einer gewöhnlichen Badewanne, die man so zuhause hatte. Andrew schob seine Beine zusammen um Ezra seitlich Platz für seine Knie zu verschaffen und fragte sich, ob das bequem war, aber Ezra schien keine Einwände zu haben und ging einfach gleich zur Sache. "Okay, falls es wichtig war und irgendetwas schiefgelaufen ist, sterben wir wenigstens glücklich", murmelte Andrew amüsiert, bevor er zu abgelenkt war und sich einfach etwas tiefer in die Wanne sinken ließ. Er legte seine Arme links und rechts auf den Rand, um nicht abzurutschen und heute noch zu ertrinken, aber abgesehen davon war das echt nicht übel.
      Er hob einen Arm, um Ezra, auch wenn er ihn ungern aus dem Gleichgewicht bringen wollte, zu sich herunter in den ein oder anderen Kuss zu ziehen. Es war irgendwie mal wieder etwas anderes, dass sie nicht sofort zur Penetration sprangen und Andrew mochte die Abwechslung.
      "Ich liebe dich auch", sagte er endlich leise und legte den Kopf zurück. "Du kannst mich bei der Arbeit immernoch anflirten, dagegen hab ich nichts. Das macht den Papierkram weniger langweilig", seufzte er abwesend. Er bewegte seine Hüfte in Ezras Hand hinein und gegen seine Erektion, was sich unheimlich gut anfühlte. Das Wasser war auch eine neue Sensation. Es benebelte Andrews Verstand eindeutig ein wenig.
      "Hah… Verdammt, ich wollte gerade sagen, wir sollten das öfter machen, aber wir haben keine Badewanne", meinte er fast frustriert. War es unverantwortlich, aus dem Grund allein das ganze Badezimmer zu renovieren? Aber, naja, wenn sie in ein weniger kriminelles Land zogen, konnten sie ja Prioritäten bei der Wohnungssuche setzen. Vielleicht wäre ein Whirlpool noch besser. Und wie es sich wohl anfühlte, Unterwasser in Ezra einzudringen? Für Andrew vermutlich besser, als für ihn.
      Er stöhnte sanft und schloss entspannt die Augen. So war es auch völlig in Ordnung. Er könnte sich das ewig gefallen lassen.
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    • Ezra

      Das alles war unter Wasser irgendwie schwieriger, als in einem Bett. Zumindest musste Ezra im Bett nicht darauf achten, nicht wegzurutschen, wenn Andrew ihn küsste, was ihn tatsächlich ein wenig mehr ablenkte, als ihm lieb war. Was nicht hieß, dass es sich nicht fantastisch anfühlte, aber mit Andrew fühlte sich irgendwie alles gut an.
      "Ich hab angeboten, dass wir das Schlafzimmer etwas verkleinern und dafür das Bad ausbauen", erinnerte Ezra, bevor er kurz stockte. War das...Dirty Talk zwischen einem Paar, das zusammen wohnte? Weniger bildliche Versprechungen darüber, was man mit dem jeweils anderen anstellen würde und mehr 'Hey, die Gardinen sehen echt blöd aus'? War das normal? Oder waren sie einfach besonders seltsam drauf? Hatten sich mit ihnen die einzigen zwei Menschen auf dieser Welt gefunden, die Renovierungen erotisch fanden? Über diese Möglichkeit wollte er lieber gar nicht erst nachdenken. Andrew hatte schon genug zu seinem sexuellen Erwachen beigetragen. Er musste ihn nicht auch noch in fragwürdige Bereiche lenken.
      "Können wir über etwas weniger deprimierendes reden, als die fehlende Badewanne?", fragte Ezra zwischen zwei Küssen auf Andrews Brust, während er seine Hand wieder bewegte. Es war seltsam, wie anders sich Hautkontakt unter Wasser anfühlte. Irgendwie leichter und wärmer und das Schwitzen, das normalerweise mit solcherlei Aktivitäten einherging fehlte. Von dem Geruch des Schaumbads vollkommen abgesehen.
      "Du bist unfassbar heiß, ich durchlebe gerade einen Traum, von dem ich nicht mal wusste, dass ich ihn hatte - irgendwas muss uns doch einfallen." Er grinste, während er sich mit seinen Lippen über Andrews Brust arbeitete, so weit er konnte, ohne dabei den Halt zu verlieren und ungewollt tauchen zu gehen. "Sag mir lieber, was ich dir Gutes tun kann, damit du auch das letzte Bisschen Sorge vergisst." Er zog sich wieder ein wenig nach oben und klammerte sich kurz an Andrews Schulter, als er tatsächlich mit einem Knie wegrutschte, was die romantische Stimmung hoffentlich nicht zu sehr ruinierte.
    • Andrew

      Andrew hatte immernoch den Kopf in den Nacken gelegt und die Augen geschlossen und war vollkommen in die Sensation hineingefallen, die Ezra ihm bot, darum verstand er garnicht, warum es einen Themenwechsel brauchte. „Mir fällt gerade nichts anderes ein, ich kann nur an die Badewanne und dich denken“, murmelte er tiefenentspannt, bevor er den Kopf wieder hob und Ezra anlächelte. „Sorry, ich hab die bequemere Position erwischt, was?“, schmunzelte er. Ezra musste ihm nicht einmal antworten. Er bewies Andrew sofort, dass er recht hatte, als er mit einem Bein leicht abrutschte und kippte. Es ging sowieso zu schnell, aber wenigstens würde Ezra nur auf ihn fallen und sich nicht an der Keramik die Zähne ausschlagen.
      „Ich krieg langsam ein schlechtes Gewissen“, sagte Andrew belustigt und war nun doch wieder etwas in der Realität angekommen. Eigentlich hatte er alle seine Sorgen schon meilenweit in seinen Hinterkopf verschoben, wo er sie ersten morgen Früh wieder ausgraben würde, aber Ezras Frage beantwortete er trotzdem gerne. Nur, dass Andrew schon wunschlos glücklich war, wenn es nach ihm ging, aber jetzt musste er ständig daran denken, dass Ezra einen Muskelkater bekommen würde, wenn er sich so seltsam aufstützen musste. Also sagte er: „Setz dich mal auf“, und navigierte Ezra einfach in dieselbe Sitzpositition wie Andrew, nur ihm gegenüber. Er zog seine Beine seitlich an sich vorbei und rutschte weiter an ihn heran.
      „Mh, perfekt, so kann ich dich küssen, ohne dich umzubringen“, grinste er und drückte Ezra einen Kuss auf die Lippen, während er mit den Händen über seinen Rücken strich. Nach einer Weile legte er seine Hand um Ezras Erektion. Es war zwar nicht möglich, so weiterzumachen wie vorher, außer sie wurden schnell mal zu Akrobaten, und selbst dann sah Andrew die Chance nicht, aber er brauchte eigentlich nichts weiter, als Ezra direkt vor sich, um in Fahrt zu kommen. Vermutlich konnten Jahre vergehen, und er würde immernoch nichg verarbeitet haben, wie heiß sein Freund war. Er liebte einfach alles an ihm.
      Andrew küsste Ezra eine Weile, bis er mit den Lippen bis zu seiner Schulter wanderte und schließlich den Kopf anlehnte. Mit der anderen Hand zog er Ezra immer weiter zu sich, was nichts mehr bewirkte, weil sie so nah aneinander saßen, wie es möglich war, aber Andrew hatte immer das Verlangen, ihm noch ein Stück näher zu sein. Er strich ihm über den Rücken, dann über sein Bein, küsste ihn wieder, und war gedanklich irgendwo im siebten Himmel angekommen.
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    • Ezra

      Oh. Er würde morgen definitiv seine Knie spüren. Ezra versuchte, sich den leichten Schmerz nicht ansehen zu lassen, als er sich von Andrew in eine Sitzposition schieben ließ. Das Wasser schwappte um sie herum, während sie sich irgendwie sortierten und ehe er sich versah, küsste Andrew ihn wieder. Ezra konnte nicht anders, als zu lächeln. "Ich liebe es, wenn du mich nicht umbringen willst", murmelte er, während seine eigene Hand wieder zwischen Andrews Beine wanderte. Seine freie Hand legte er in Andrews Nacken, um ihn für die nächsten Küsse an sich zu ziehen. Von dem Stress, mit dem sie in diesen Tag gestartet waren, war wirklich absolut nichts mehr zu spüren. Seine Gedanken drifteten wunderbar ins Leere ab, während Andrews Hand ihm das ein oder andere Stöhnen entlockte. Vielleicht war die Idee mit dem gebrochenen Bein doch gar nicht so schlecht. Es musste ja kein gebrochener Knochen sein, nur ein Unfall, der dafür sorgen würde, dass sie die nächsten Tage genau hier bleiben mussten, zusammen in einem Hotelzimmer, ohne Sorge und Panik.
      Ezra fuhr mit seinen Lippen über Andrews Hals, strich mit seiner freien Hand über seine Schultern und ließ sich einfach gehen, während er seine eigenen Hüften zum Takt von Andrews Hand bewegte. Das alles war einfach viel zu perfekt. Er erwischte sich schon selbst dabei, wieder nach dem Haken zu suchen, der diese Idylle zerstören konnte, aber sein Handy blieb ruhig, während Ezra in Andrews Ohr stöhnte. "Ich glaube, ich halte nicht mehr lange durch", warnte er, während er versuchte, sein Herzrasen zu ignorieren und einigermaßen ruhig zu atmen. "Ich liebe dich. Ich liebe dich so sehr." Er konnte es nicht oft genug sagen. Vielleicht waren das einfach die ganzen Liebesbekundungen, die sich in den letzten neun Jahren in ihm aufgestaut hatten und jetzt raus mussten. Andrew hatte zumindest jede einzelne davon verdient.
    • Andrew

      "Das wollte ich nie, ich hab dich immer irgendwie gebraucht", schmunzelte Andrew zurück. Es stimmte, er hatte Ezra sogar gebraucht, als sie auf unterschiedlichen Seiten gestanden hatten. Wegen ihm war er zu Beginn seiner Zeit im Dezernat viel zu motiviert gewesen, und das hatte sich jahrelang gehalten. Ezra war wohl schon immer sein Grund gewesen, um morgens aufzustehen.
      "Entspann dich einfach", flüsterte er ihm zu und ließ seine Finger durch Ezras blonde Strähnen gleiten, küsste ihn und suchte mit seiner Hand nach einem Takt, der Ezras Stöhnen zunehmen ließ. Es gab nichts heißeres, als seine Stimme direkt am Ohr zu haben und Andrew stand selbst an der Kippe, nachdem sein Freund ihm etliche Male atemlos seine Liebe erklärte. Es war, als würden sie sich mit ihrem schweren Atem und Stöhnen gegenseitig anfeuern, und Andrew spürte einen Schauer durch seinen Körper jagen, als Ezra hörbar in seiner Hand kam, und folgte ihm beinahe gleichzeitig. Er stöhnte erleichtert auf und ließ seine Stirn wieder an Ezras Schulter sinken, bis er wieder zu Atem kam.
      "Ich liebe dich", sagte er und atmete tief durch, bevor er Ezra mit kleinen Küssen überhäufte, an jeder Stelle, die er gerade erreichen konnte, bis er bei seinen Lippen endete und sich einen leidenschaftlichen Kuss stahl. "Weißt du, wenn ich nochmal drüber nachdenke, wäre es eine ziemliche Wasserverschwendung, das andauernd zu machen, und anschließend nochmal duschen zu müssen", sagte er dann belustigt. Sein Blick sank nach unten auf Schaumschicht zwischen ihnen, die sehr gut versteckte, wie es darunter wohl gerade aussah. Auf jeden Fall fühlte es sich falsch an, das Wasser noch als sauber zu bezeichnen, egal wieviel er von dem Duschgel vorher hinein geleert hatte.
      Andrew wollte trotzdem ungern aufstehen. Er wollte hier sitzen bleiben, bis alles vorbei war, und dann nachhause fahren und mit den Renovierungen beginnen, die eine tolle Prokrastination für seine Heiratsantrags-Planung darstellen würden. Ihm kam der Anruf von vorhin wieder in den Sinn und er betete nur still, dass es irgendetwas unwichtiges gewesen war.
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    • Ezra

      Entspannen war verdammt schwierig, wenn er das Gefühl hatte, dass sein kompletter Körper unter Strom stand. Ezra gab sich Mühe, seine eigene Hand an Andrews Erektion nicht aus dem Takt kommen zu lassen, während er das Gefühl hatte, dass sich alles in ihm zusammenzog, bevor kleine Sternchen vor seinen geschlossenen Augen auftauchten. Er hatte nicht mal bewusst mitbekommen, dass er die Augen überhaupt geschlossen hatte. Sein Atem ging stoßweise, während er sich Tränen aus den Augenwinkeln blinzelte und beide Arme um Andrew legte, den das Badewannen-Thema offensichtlich doch nicht ganz los ließ. Verständlich, irgendwie. Sex in der Badewanne war eindeutig eine andere Nummer, als im Bett. Trotzdem musste Ezra atemlos auflachen, als Andrew den Wasserverbrauch ansprach.
      "Ich würde es irgendwann bestimmt schaffen, einfach mit dir im Wasser zu liegen, ohne direkt mit dir schlafen zu wollen. Ich kann ja auch nichts dafür, dass du so verdammt heiß bist." Er stahl sich den nächsten Kuss von Andrews Lippen, während es langsam zu ihm durchdrang, dass sie damit wohl doch wieder zu dem unliebsamen Teil vom Badezimmer-Sex kamen - abduschen. Einer nach dem anderen, weil der Duschkopf nicht mehr hergab. Ugh.
      Er gab Andrew den Vortritt, so, wie er es eigentlich immer machen würde, wenn sein Freund ihn lassen würde. Zum Glück war das Bad durch den Wasserdampf mittlerweile so aufgeheizt, dass das Warten nicht allzu unangenehm war. Eine kurze Dusche später überließ er Andrew seiner Pflegeroutine, während er wieder zurück in das kleine Schlafzimmer ging, um auf sein Handy zu schauen. Ein paar Nachrichten von Niamh und Ada, eine von Liz, die ihn schmunzeln ließ und - oh.
      Ezra tippte auf den obersten Namen in seiner Anrufliste und wählte den Rückruf aus. Es klingelte nicht sonderlich lange, bis Steve abhob.
      "Hey Ezra. Ich nehme an, ihr seid gut angekommen?"
      Es war unfassbar seltsam, Steves beinahe zu freundliche Telefonstimme zu hören, wenn man ihn sonst regelmäßig so sehr auf die Nerven ging, dass man aus seinem Büro geworfen wurde. "Jepp. Super Hotel. Du hattest angerufen?"
      "Ich soll euch mitteilen, dass alle Vorkehrungen für morgen getroffen worden sind und bis jetzt alles rund läuft. Es geht morgen wohl ein wenig früher los, als erwartet. Seit ungefähr eine Stunde eher am Treffpunkt. Unsere russischen Kollegen sind sich nicht ganz sicher, ob Nadia auf die ganze Sache anspringt, also Augen und Ohren offen halten und so und...das war's." Ezra konnte ein kleines Rascheln im Hintergrund hören, als Steve seinen Spickzettel zusammenknüllte.
      "Wir sind vorsichtig", versicherte Ezra. "Oh Steve? Wo ich dich gerade dran habe- du wohnst doch mit Thomas zusammen, nicht?"
      "Ja?" Das Seufzen in Steves Stimme klang, als ob er bereit wäre, jede Sekunde einfach aufzulegen.
      "Wie sieht euer Dirtytalk so aus? Redet ihr auch darüber, die Wohnung zu renovieren?" Ezra grinste, während sich die Stille am anderen Ende der Leitung dermaßen streckte, dass er kurz befürchtete, dass sein neuster bester Freund doch bereits aufgelegt hatte- "Ste-"
      "Ich werde jetzt auflegen und so tun, als ob dieses Gespräch nie stattgefunden hätte. Viel Erfolg. Bye."
      "Bye bye!" Ezra konnte ein Lachen nicht verhindern, als er das Handy erst auf tonlos stellte und es dann sorglos zur Seite warf. Er stand wieder auf und ging zum Badezimmer rüber. "Steve lässt ausrichten, dass wir morgen eine Stunde früher da sein sollen", verkündete er, während er sich gegen den Türrahmen lehnte. "Außerdem scheinen Renovierungspläne als Dirtytalk nicht normal zu sein. Wer hätte es gedacht? Ich würde trotzdem gerne das Bad mit dir renovieren."
    • Andrew

      Na bitte, sie hatten die Schwachstelle von Badewannen gefunden. Aber es gab wohl nichts im Leben geschenkt. Andrew beeilte sich und machte sich dann daran, herauszufinden, in welche kleinen Tuben er was eingefüllt hatte, weil er offenbar zu unkonzentriert gewesen war, um sie zu beschriften. Während er noch in der richtigen Reihenfolge Produkte auf seine Haut und in seine Haare einarbeitete, lauschte er, absolut nicht ungewollt, Ezras Telefongespräch, und war sofort beunruhigt. Er belästigte schon wieder Steve.
      Andrew runzelte die Stirn, die er gerade noch mit einer Anti-Falten-Creme bearbeitet hatte, und kam mit umgebundenem Handtuch zu Ezra ins Schlafzimmer, um weiter zuzuhören und seinen grinsenden Freund an seinem eigenen skeptischen Blick teilhaben zu lassen.
      Als Ezra auflegte, nickte Andrew und sagte dann: "Okay. Ich bin auch völlig für die Renovierung, aber mir wäre es lieber, wenn du mit Steve weiterhin über die Beziehungen von anderen sprichst, anstatt über unsere, ja?" Er kam auf Ezra zu und zog ihn an den Hüften zu sich. "Außerdem haben wir besseren Dirtytalk drauf, also wenn du schon was erzählen musst, dann gib wenigstens an" Andrew lächelte und küsste ihn. Dann ließ er ihn wieder los und ging zurück zu seinen Klamotten, die noch auf ihn warteten.
      "Ich hab zwar meine kollegiale Beziehung zu Thomas zerstört, aber mach dasselbe nicht mit Steve. Mit dem arbeiten wir noch zusammen. Und ich hab immernoch die Hoffnung, dass es Thomas zu peinlich war, Steve von unserem Gespräch zu erzählen. Sonst muss ich Angst haben, dass Steve mir irgendwann noch für ihr Sexleben dankt oder mich für irgendetwas beschuldigt und das will ich mir nicht anhören, egal was es ist" Er hatte damals vielleicht nicht weit genug gedacht, dass er nicht mit dem Jungen redete, den er seit fünf Jahren kannte und nicht mehr täglich im Büro sehen musste, sondern mit dem Freund seines Arbeitskollegen. Wenn man es so herum sah, war es irgendwie seltsam. Auch wenn Ezra Andrews Grenzen vermutlich für imaginär hielt. Es schien bei ihm kaum eine Informationen zu geben, die man nicht der ganzen Welt mitteilen konnte.
      Er kam angezogen zurück heraus und knetete noch ein paar Mal durch seine handtuchtrockenen Wellen, als er sich aufs Bett setzte und seine eigenen Nachrichten checkte. Nichts. Sehr gut. Jede Nachricht würde nur bedeuten, dass bei irgendjemandem irgendetwas schief gelaufen war.
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    • Ezra


      "Wenn ich nur mit dir angebe, werden die anderen irgendwann denken, dass ich übertreibe und mir das alles nur ausdenke", merkte Ezra lächelnd an. "Oder schlimmer - sie kommen selbst auf die Idee, mit dir zu flirten und müssen dann neun Jahre damit leben, dass du denkst, sie würden nur scherzen. Das kann ich doch niemandem antun!" Jogginghose, Pullover, alberne Gespräche - mittlerweile hatte Ezra fast das selbe Ruhegefühl, dass er in ihrer eigenen Wohnung hatte. So, als würden sie sich jetzt irgendeinen blöden Film reinziehen, ins Bett gehen und morgen diskutieren, wer mit Einkaufen dran ist. Normaler Alltag halt und nicht der Vorabend von einer Mission, auf der sie Nadia wieder sehen würden.
      "Ach, Steve hält das aus. Tief im inneren ist er doch sicher super froh, dass er uns jetzt hat und ihm nicht mehr langweilig ist. Er kann das halt nur nicht so ausdrücken", argumentierte Ezra, während er sich auf das Bett fallen ließ und darauf wartete, dass Andrew zurück ins Schlafzimmer kam. Zugegebenermaßen hatte er keine Ahnung, ob Steve sich vorher wirklich gelangweilt hatte. Irgendwie war er einfach automatisch davon ausgegangen. Immerhin hatte er außer ihrer kurzen Gespräche ziemlich viel Freizeit im Büro. Wenigstens hatten sie - hoffentlich - sein Privatleben über Silvester etwas in Fahrt gebracht. Ezra mochte ihn. Er hatte einen etwas trockenen Humor und war die größte Zeit genervt, was wahrscheinlich an Ezra selbst lag, aber wenigstens konnte man sich normal mit ihm unterhalten.
      "Sonst kann ich auch gerne Hope noch anrufen und nach einer zweiten Meinung zum Dirtytalk Thema fragen,wenn ich Steve in Ruhe lassen soll", bot Ezra amüsiert an, als Andrew wieder zurück ins Zimmer kam. Er hob einen Arm, um mit den Spitzen von Andrews nassen Haaren zu spielen. "Oder soll ich Amy zukünftig fragen? Familienintern und so." Er lachte kurz, bevor er Andrews Haare in Ruhe ließ und stattdessen etwas näher an ihn heran rutschte, um ihn zu küssen. "Okay, nein, ich werde das Thema zukünftig wahrscheinlich einfach vermeiden und unseren Lieblingskollegen verschonen", versprach er und lehnte seinen Kopf an Andrews Schulter. "Hast du schon eine Kochsendung im Kopf, oder schauen wir einfach die erste, die uns entgegen kommt?"
    • Andrew

      „Wenn ich irgendwann seltsame Blicke von Steve bekomme, suche ich die Schuld zuerst bei dir und deinem Versuch, potentielle Flirts für mich abzuwehren. Was, nebenbei bemerkt, völlig sinnlos ist. Falls ich dich erinnern darf: Es hat noch niemand so lange mit mir ausgehalten, wie du. Du bist drauf und dran mich länger zu kennen, als meine Eltern“ Vermutlich nicht nur das. Ezra kannte ihn an diesem Punkt seines Lebens vermutlich auch besser, als Andrews Eltern ihn je kennen konnten. Zwischen Siebzehn und Dreißig lagen ja gewaltige Unterschiede, aber bizzarerweise hatte Andrew die meisten Veränderungen im letzten halben Jahr durchlebt. Und das zu einem guten Anteil wegen Ezra.
      Andrew schob sich im Bett nach hinten, lehnte sich an und öffnete seine Arme, um Ezra zu sich zu locken, auch wenn er das mit Sicherheit nicht musste. Dann klickte er sich durch die Fernsehkanäle, auf der Suche nach irgendetwas, das hoffentlich im weitesten Sinne mit Kochen zu tun hatte. Sobald er etwas gefunden hatte, war er nur halb so aufmerksam, wie er vorhin versprochen hatte. Er war viel mehr damit beschäftigt, sich an Ezra zu kuscheln, die Wärme mit jeder Faser seiner Körpers aufzunehmen und die Augen nicht zu lange zu schließen, um nicht einzuschlafen. Hin und wieder bekam er schlagartig den Gedanken, dass jemand in ihr Zimmer einbrechen und sie ermorden könnte, das half ganz gut, nicht einzuschlafen. Aber irgendwann war Andrew einfach viel zu erschöpft. Und es wäre unsinnig, sich bis morgen Früh zu quälen, wenn er da auf jeden Fall jede einzelne Gehirnzelle brauchen würde, die er zur Verfügung hatte.

      Das änderte aber nichts daran, dass sein Wecker ihn am Morgen nicht brutal aus dem Schlaf klingelte und ihm einen halben Herzinfarkt verschaffte. Sein Körper war von der ersten Sekunde an wieder in einem Stresszustand. Das Gute war, dass sie wohl die Nacht überlebt hatte. Andrew hatte sich eben kerzengerade aufgesetzt und eine blutige Szene erwartetet, hatte Ezra allerdings sofort erblickt und ließ sich jetzt mit einem tiefen Seufzen wieder ins Bett sinken. Weiterschlafen konnte er nicht, wegen der Mission und weil er es auch körperlich einfach nicht hinbekommen würde, sich heute nochmal zu entspannen, bevor sie Nadia im Gefängnis wussten.
      Andrew drehte sich zur Seite und sah Ezra an. „Morgen“, sagte er und lächelte leicht. „Es wäre nur ein guter Morgen, wenn ich mich von dir überreden lassen könnte, noch drei Stunden im Bett liegen zu bleiben“, fügte er hinzu.
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    • Ezra

      Die Nacht war schrecklich, was Ezra wenig überraschte. Er war mehrfach ein wenig desorientiert aus dem Schlaf hochgeschreckt, nur um sich an Andrew zu kuscheln und nach einer viel zu langen Zeit wieder einzuschlafen. Es war irgendwie erstaunlich, wie sehr er sich an Andrew neben ihn gewöhnt hatte. Wahrscheinlich musste er demnächst darauf bestehen, dass sie jede Mission zusammen machten - ohne Andrew neben sich würde er nicht mehr schlafen können.
      Als der Wecker klingelte, war er zwar nicht tot, fühlte sich aber so. Er blinzelte kurz, bevor er sich an Andrew kuschelte, die Augen wieder schloss und statt einer Antwort lediglich einen kleinen Laut der Beschwerde von sich gab. Drei Stunden waren noch zu wenig. Am liebsten würde er die vollen acht Stunden nachholen. Die Nervosität von gestern war mit voller Kraft zurückgekommen und er hatte das ungute Gefühl, sich übergeben zu müssen, wenn er jetzt aufstand.
      “Denkst du, sie kaufen es uns ab, wenn wir so tun, als ob wir auf dem Flug verloren gegangen wären?”, nuschelte er, wenig überzeugt, gegen Andrews Schulter. Aber es half nichts. Er ließ Andrew den Vortritt im Bad, bevor er sich selbst hinein schleppte. Er funktionierte mechanisch. Zähne putzen, frisch machen, Haare richten, anziehen. Er nutzte einen kurzen, unbeobachteten Moment, um Andrew den Pullover, den er ihm zum Geburtstag gekauft hatte, in den Koffer zu schmuggeln, was an diesem morgen das erste war, was ihm ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Er konnte nur hoffen, dass das ganze nicht nach hinten losging, aber hey, wahrscheinlich würde Andrew das zusätzliche Kleidungsstück bis morgen früh nicht mal auffallen und dann wäre er hoffentlich noch zu erleichtert von ihrem heutigen Erfolg, um sich zu beschweren.
      Das Frühstück war mehr Formalität, als Genuss. Der kleine Raum war auch so früh schon gut mit einer bunten Mischung aus Menschen gefüllt. Eine Familie saß an einem der Ecktische in dem modern eingerichteten Raum, einer der längeren Tische schien von einem Firmenausflug besetzt zu sein. Ein paar einzelne Personen in Anzügen oder Jogginghosen rundeten das gegensätzliche Gesamtbild ab. Ezra übersprang den Tee und griff sofort nach Kaffee. Nicht sein Geschmack, aber wenigstens würde er wach machen. Festes Essen ließ er angesichts der nervösen Übelkeit komplett aus.
      “Darf ich eigentlich gratulieren, oder ist das schon zu viel?”, fragte er, während er sich gegenüber von Andrew an einen der leeren Tische setzte und begann, sich Zucker in den Kaffee zu kippen. Er nippte kurz an dem Getränk, bevor er die Nase kraus zog und Milch nach kippte. “Ich habe keine Ahnung, wie du das jeden Morgen runter bekommst.”
    • Andrew

      Ezra sah heute Morgen etwa so aus, wie Andrew sich die letzten Tage gefühlt hatte. Er war froh, zumindest halbwegs gut geschlafen zu haben, damit sie nicht beide Zombies verkörperten. So oder so wollte Andrew seinen Freund gerne in eine Decke einwickeln und zurück ins Bett tragen. Sein Mitleid verabschiedete sich nur für eine Sekunde am Frühstückstisch. „Und ich war so stolz auf dich, dass du dein Verlangen unterdrückt hast. Aber meinetwegen. Nicht, dass es was zum gratulieren gibt“ Außer vielleicht, dass er tatsächlich bis hierher überlebt hatte. Die Chancen hatten nicht allzu gut gestanden. Und doch hatte er es geschafft, das 31 Lebensjahr abzuschließen. Und jetzt? War alles wie vorher. Der Tod hatte ihm auch vorher schon über die Schulter geschaut, das hatte mit dem Älterwerden wenig zu tun.
      „Du solltest übrigens irgendwas essen“, meinte Andrew dann etwas besorgter. „Ich weiß nicht, wie lange das alles dauert“ Vielleicht waren sie erst Abends zurück, oder… irgendetwas lief gewaltig schief und sie bekamen länger keine Gelegenheit etwas zu essen, also sollten sie die Chance jetzt nutzen, solange noch alles in Ordnung war.
      „Wir sollten auch nochmal den Plan durchgehen“, fing Andrew dann an während er sich Marmelade aus einem kleinem Plastikbehälter auf ein Brötchen strich. „Nadias Anschlag ist auf die Uspensky Kathedrale geplant und sie weiß, dass wir mal wieder versuchen sollen, sie zu stoppen. Das heißt, hoffentlich nimmt sie sich vorher Zeit für uns, bevor sie irgendetwas abfackelt, explodieren lässt oder sonstiges. Wenn nicht, haben wir sowieso ein Problem. Kugelsichere Westen helfen bei sowas dann auch nicht mehr“ Eigentlich war der ganze Einsatz schon wieder eine recht große Glückssache, nur dass sie diesmal bessere Chancen hatten, Nadia generell zu stoppen, weil sie schon vorher von ihrem Plan wussten und Backup hatten.
      „Wir wissen, dass sie mindestens zwei von den riesigen Stein hat, aber es kann gut sein, dass sie mittlerweile mehr gestohlen hat und es noch nicht aufgefallen ist, damit sollten wir rechnen. Wie auch immer man mit sowas rechnen soll, wenn wir nicht wissen, welchen dieser Zerstörer sie sich gegriffen hat“ Seit MLO bekamen sie zwar natürlich immer als erste die Informationen und sie wussten mittlerweile, welche Steine existierten, aber das hatte das Ganze nur unheimlich gemacht in Andrews Augen. Es gab wirklich gewaltige Steine, die niemals in falsche Hände geraten durften.
      „Ich glaube, wir werden viel improvisieren müssen, aber wichtig ist es, Nadia lange abzulenken. Das kannst du sicher am besten, also… solltest du sie einfach irgendwie wütend machen, aber nicht zu wütend. Ich weiß, das ist sehr… vage. Aber sie kann dich noch weniger leiden, als mich, darum bringt es wahrscheinlich mehr, wenn ich dir den Rücken freihalte, falls sie ausrastet. Ich hab immernoch den Feuer-Stein und es gibt Scharfschützen. Solange sie sich nicht mit einer Spontan-Aktion selbst mit in den Tod reißen will, sollte uns nichts passieren“ Einer Verrückten wie Nadia soviel Vertrauen entgegen kommen zu lassen war eigentlich sowieso schon zu viel. Sie wussten ja nicht, ob sie nicht wirklich eine Suicide-Mission plante.
      „Und wenn irgendetwas schief läuft, renn einfach weg“, endete Andrew, nickte unterstreichend und biss von seinem Brötchen ab. Ezra hatte im Gegensatz zu ihm nie ein Gelöbnis abgelegt, andere zu beschützen. Andrews Job war zwar ein anderer und im Prinzip sollten sie beide nur Steine schützen, keine Menschen, aber so eine Einstellung legte man nicht allzu schnell ab. Er wollte immer Held werden und auch, wenn er jetzt bei MLO war, waren seine Prioritäten die Menschen und nicht die Steine. Und vor allem Ezra. Ezra würde er immer als erstes retten, wenn er musste.
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