The Hero and the Thief [Nao & Stiftchen]

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    • Caleb

      Ah. Bei der Antwort schien ja sowieso schon alles geklärt zu sein, oder? Wenn Richard schon so dagegen war, dass sein 'ehemaliger' Crush mit jemandem mit kriminellen Hintergrund zusammen war, fiel diese Option für sie wohl auch sofort weg. Warum hatte Richard es überhaupt in Betracht gezogen? Hatte er versucht, einen Scherz zu machen und Caleb hatte das ganze fehlinterpretiert, oder hatte er einfach einen unglaublichen Doppelstandard? Wenn ihm Ezras Gelegenheitsdietbstahl schon zu viel war, würde er bei den Dingen, die Caleb wusste, wahrscheinlich direkt in ein Koma fallen - vielleicht wäre er dann zumindest über die Sache mit Andrew hinweg, wenn er wieder aufwachen würde.
      "Ich hab noch nie gedatet, also rennst du da offene Türen ein", antwortete Caleb knapp. Er hatte die Serviette mittlerweile methodisch in kleine Fetzen zerteilt. Er wusste gar nicht, warum das Thema ihn so beschäftigte. Er war bisher wunderbar alleine klar gekommen und jetzt traf er auf einen Helden, der zufällig ganz gut im Bett war und sofort konnte er nicht mehr klar denken. Er hatte bisher immer gedacht, dass es weit aus mehr brauchen würde, um ihn aus dem Konzept zu bringen.
      "Ich schätze, wir verhalten uns dezent, beschränken es erstmal aufs Körperliche und sehen einfach, wo es uns hinführt." Eine andere Möglichkeit hatten sie momentan eigentlich gar nicht, wenn nicht einer von ihnen innerhalb der nächsten Minuten zur Besinnung kommen und das alles beenden würde.
      "Darf ich dir trotzdem eine persönliche Frage stellen?", fragte Caleb, während ein Kellner ihr Essen auf den Tisch stellte. "Wie kommt es, dass du Held geworden bist? Versteh mich nicht falsch, aber-" Er suchte kurz nach einer netten Formulierung und gab es schließlich auf, "-du wirkst nicht gerade wie jemand, der alles stehen und liegen lassen würde, um anderen zu helfen und auch nicht wie jemand, der den Beruf mit Hoffnung auf hohe Schmiergelder gewählt hat." Caleb kannte genug Helden, die Geld über Arbeit stellten. Wenn man oft genug mit ihnen zu tun hatte, konnte man irgendwann relativ einfach einschätzen, bei wem ein paar Scheine mehr halfen, als Worte und verdrehte Beweise - Richard gehörte nicht dazu.
    • Richard

      Okay, Calebs Reaktion war recht durchschaubar. Aber Richard hatte schließlich nicht den Grund weglassen können, der überhaupt dazu geführt hatte, dass er seinen Bruder so unausstehlich fand. Dass Caleb selbst kriminell involviert war, war ja auch nicht gerade eine Glanzleistung, also was wollte er von Richard hören? Von einem Helden? Dass er trotz den Mikroaggressionen noch zustimmte, dass sie sich kennenlernen konnten, war ein wenig überraschend. Und die anschließende Frage ebenso unerwartet. Warum interessierte ihn das denn?
      Oh… na schön, vielleicht sollte Richard ab jetzt damit rechnen, dass er ihm Fragen stellen würde. Doch irgendwie gab ihm das hier ein Deja vu… Konnte es sein, dass sie darüber schonmal gesprochen hatten? Wenn er ehrlich geantwortet hatte, hatte er definitiv ein Bier zu viel intus.
      "Also, erstens natürlich wegen dem hammer Titel", begann er und grinste. "Zweitens, weil ich tatsächlich finde, dass es eine sehr ehrenwerte Sache ist, der Gemeinschaft zu helfen. Ich lasse vielleicht nicht für irgendjemanden alles stehen und liegen, aber darum geht es auch garnicht. Es geht darum, seinen Job zu machen, und zwar strategisch. Man muss dafür nicht besonders… herzlich sein, falls du das meinst. Wenn einem Nazi eine Waffe an den Kopf gehalten wird, muss ich ihn auch beschützen, egal wie gern ich selbst der mit der Waffe wäre. Das ist der Job" Ja, das waren zwei Gründe. Den dritten musste er Caleb nicht unbedingt bei ihrem, was… zweiten? halbwegs normalen Gespräch erläutern. Außerdem hatte Richard das Gefühl, dass er ihm schonmal vage erklärt hatte, dass er bloß zur Akademie gegangen war, um jemanden zu beeindrucken. Aber sie mussten jetzt nicht von seiner deprimierenden Kindheit anfangen.
      "Und, was treibt dich an, immer noch deinen Eltern nachzulaufen, anstatt ein selbstständiges, ehrliches Leben zu leben?", fragte er leicht provokant, allerdings mit einem Lächeln auf den Lippen.
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    • Caleb

      Mhm. Vielleicht hätte er fragen sollen, bevor er ihrer seltsamen Beziehung zugestimmt hatte. Vielleicht wäre die Antwort gerade unsympathisch genug gewesen, um ihn davon abzuhalten. Vielleicht hätte er doch noch etwas Selbstrespekt entwickelt. Vielleicht, vielleicht. Obwohl er seine Erklärung in Teilen nachvollziehen konnte.
      “Was mich davon abhält, sind meine Eltern selbst”, erklärte er mit einem Schulterzucken, während er den Blick auf seinen Teller senkte. “Ich glaube, wenn ich keine Steine spüren könnte, wäre ich ihnen vollkommen egal, aber so hab ich keine andere Wahl. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich einen Kontaktabbruch nicht überleben würde und diese Freude gönne ich ihnen nicht. Außerdem will ich meiner Schwester nicht die ganze Verantwortung alleine aufzwingen.” Auch wenn er sich sicher war, dass Niamh gar nicht bewusst war, wie viel er ihr abnahm. Er blinzelte kurz und sah wieder zu Richard hoch. Er wusste nicht, ob er den ersten Teil seiner Erklärung ja laut ausgesprochen hatte. Es war seltsam, so offen mit jemandem zu sein, der nicht gerade dafür bezahlt wurde, sich seine Sorgen anzuhören, wie ein Psychologe.
      “Ich kümmere mich normalerweise nicht um viel mehr, als den Papierkram. Deshalb hab ich Ezra auch so schnell zugesagt, als er mich gebeten hatte, auszuhelfen. Es ist mal was anderes.” Auch, wenn es trotzdem nur um seine Fähigkeiten ging. Mittlerweile hatte er sich sowieso schon dran gewöhnt, dass er sonst wohl nicht sonderlich viel vorzuweisen hatte. Es war wirklich Fluch und Segen zugleich. Aber wo er gedanklich schon bei dem Thema war-
      “Also, ein überbewerteter Titel und ein massives Ego. Hast du auch gute Seiten an dir, oder bleibst du dem Abwärtstrend treu?” Caleb gab Richard das selbe Lächeln zurück, das er ihm eben zugeworfen hatte, während er sich langsam irgendwie wohler mit der Unterhaltung fühlte. Die ernsten, lebensverändernden Themen waren vom Tisch, also konnten die beruhigt zurück zu den Sticheleien gehen. Wenn es so weiter ging, würden sie wahrscheinlich keinerlei Probleme haben, ihre Beziehung geheim zu halten - neben Ezra und Andrew würden sie wie Todfeinde wirken. Wahrscheinlich sollte ihn das nicht so extrem erleichtern.
    • Richard

      Das klang alles erschreckend traurig. So traurig, dass Richard beinahe bereute, gefragt zu haben, weil er nicht bereit gewesen war, schon wieder Mitleid mit Caleb zu haben. Obwohl er das alles selbst ganz gut nachvollziehen konnte, und vielleicht war es gerade deshalb so traurig.
      „Tut mir leid“, sagte er ehrlich. Dass er Ezra wohl doch irgendwie bloß aushalf, um mal etwas spannendes zu erleben, machte es noch schlimmer. Jetzt konnte Richards ihn nicht mehr guten Gewissens davon abhalten, je zu MLO zurückzukommen.
      Zum Glück unterbrach Caleb seine frustrierenden Gedanken gleich wieder mit ein paar Seitenhieben. „Wenn du der Meinung bist, der Gemeinschaft zu helfen, ist was schlechtes, solltest du dich vielleicht um deine eigene Moral kümmern“, gab er zurück und nahm einen Schluck von seiner… was zum Teufel war das, Lavendel? Na, irgendeine viel zu teure Limonade jedenfalls. Er verzog kurz leicht das Gesicht. Er war ja grundsätzlich vollkommen für gesundes, ausgeglichenes Essen, aber manchmal trieben diese Kreationen es zu weit. Lavendel gehörte ins Waschmittel, nicht in sein Glas.
      „Hey, was hast du bestellt?“, fragte er und warf einen neugierigen Blick zu Calebs Tischhälfte. Er war sehr geneigt, Getränke zu tauschen, egal was er bestellt hatte. Gerade als er sein Getränk ein wenig zu Caleb schob, einfach um es mal irgendwie loszuwerden, fiel ihm noch was ein. „Heißt das, du warst an den Verbrechen nie so richtig beteiligt, weil du nur Arbeit im Hintergrund geleistet hast, wozu du quasi gewzungen wurdest?“ In seinen Augen musste sich ein kleiner Hoffnungsschimmer spiegeln, denn genau das fühlte er gerade. Hatte er das bessere Geschwisterteil erwischt? Schien so. Zumindest war sein… Freund? Partner? Date? kein Einbrecher, sondern nur unfähig, seinen Eltern zu widersprechen.
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    • Caleb

      Caleb hatte für die erschreckend aufrichtig klingende Mitleidsbekundung nur ein knappes Lächeln übrig. Es half ja sowieso nichts. Eigentlich musste er nur hoffen, dass er seinen Eltern weiterhin gerade egal genug war, dass sie sich nicht noch weiter in sein Leben einmischten. Wenn sie von seiner Beziehung zu Richard wüssten, wäre er wahrscheinlich in größeren Schwierigkeiten, als Ezra ihm je machen könnte.
      Dafür brachte ihn Richards Reaktion auf seine Gegenfrage wieder zum Schmunzeln. Große Worte für jemanden, dessen Ego groß genug für eine eigene Postleitzahl ist. Offensichtlich schien das Universum diesmal auf seiner Seite zu sein, zumindest sah Richard so aus, als ob er die Quittung bekommen hatte, als er von seinem Getränk nippte.
      "Deinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen auf jeden Fall was besseres, als du", antwortete Caleb amüsiert, während er sein Wasserglas kurz zur Hälfte auffüllte und die restliche Flasche in Richards Richtung schob. Natürlich nur, um zu vermeiden, dass Richard die gesamte Heimfahrt damit verbringen würde, sich über seine Limo zu beschweren. Reiner Selbstschutz und nicht mehr.
      Er wollte gerade an seinem eigenen Wasserglas nippen, als Richards plötzliche Erleuchtung ihn zum erstarren brachte. Durch seinen Kopf zischten tausende Antwortmöglichkeiten. Offiziell hatte niemand von ihnen etwas mit Kriminalität zu tun, aber über diesen Punkt waren sie wohl schon weit hinaus. Cal musste einfach darauf hoffen, dass Richard nicht auf die Idee käme, diese Beziehung für stichhaltige Beweise und einem damit verbundenem Karriereaufstieg zu nutzen. Das würde wahrscheinlich für keinen von ihnen gut enden. Aber die Wahrheit war...kompliziert.
      Er hatte nicht das Gefühl, sich von den begangenen Verbrechen freisprechen zu können - es war nicht so, als würde er sein ganzes Leben mit vorgehaltener Waffe verbringen und er hatte seinen Eltern und Niamh oft genug von sich aus Hilfe angeboten, um nicht vollkommen unschuldig zu sein. Machte es wirklich einen Unterschied, ob man ein Verbrechen nur plante, oder ob man selbst dabei war, wenn es geschah? Zumal er nicht behaupten konnte, dass er ein sonderlich schlechtes Gewissen wegen alledem hatte.
      "Die meiste Zeit meines Tages geht dafür drauf, die kleinen offiziellen Läden für Steinhandel die wir besitzen zu managen, falls dich das irgendwie beruhigt", antwortete er ausweichend. Zugegeben, die Läden waren auch nicht vollkommen legal unterwegs und mehr als Front gemeint, als als tatsächlich funktionierendes Unternehmen, aber seit seine Eltern ihm vor ein paar Jahren das Management anvertraut hatten, hatte Cal sie tatsächlich irgendwie als Hobby für sich entdeckt - und als überraschend effektive Methode, sein Konto unabhängig vom Rest der Familie etwas aufzufüllen.
      "Du bist dir im Klaren darüber, dass du zu dem ganzen Rest keine weiteren Informationen von mir bekommen wirst, oder?"
    • Richard

      Er war kurz sprachlos. Sie sollten dieses Thema wirklich aus ihren Dates verbannen. „Das… ist nicht… wirklich beruhigend… aber immernoch besser, als was ich dachte“, antwortete er langsam. Woher Calebs Familie die ganzen Steine hatte… war vermutlich nichts, das er erklären konnte. Soviel konnte Richard sich auch selbst beantworten. Darum war die Antwort nicht so toll, wie Cal vielleicht dachte, aber wenigstens schien er selbst einen halbwegs normalen, ehrlichen Job zu besitzen. Oberflächlich jedenfalls.
      „Lass uns eine einzige Dating Regel aufstellen, die uns beiden gut tun wird“, erklärte er. „Wir sprechen nicht über deine Familie und deinen Job. Also, du kannst mir erzählen, wie deine Mutter dich zum ersten Mal traumatisiert hat, aber nicht, wie sie ihr Geld verdient. Klar?“ Es war schwer genug für Richard, mit sich selbst zu vereinbaren, Caleb zu daten und sich blind und taub zu stellen, während er im selben Atemzug alles hintergang, wofür seine eignen Jobs standen. Vor allem MLO… Wenn er schon von Steinhandel sprach. Und Caleb fühlte sich vielleicht auch nicht exakt wohl dabei, einem Helden solche Dinge zu erzählen. Also, bloß ein weiterer toxischer Punkt in ihrer Beziehung, nichts weiter schlimmes. Manche Themen musste eben vermieden werden, damit etwas funktionieren konnten! Gut, dass sie nicht vorhatten, zu heiraten.
      „Oh, und wenn du schon von deinen Eltern versklavt wirst, solltest du das Geld wenigstens sinnvoll nutzen“, meinte er nach einem Schluck aus der Wasserflasche. „Wellness Hotels sind super oder? Schade, dass sowas so teuer ist. Ich komme nur in den Geschmack, wenn die Firma mal sowas bucht“ Er lächelte vielsagend. Sein Ego mochte groß sein, aber nicht groß genug, um Geschenke abzulehnen. Er musste schließlich auch fürs Alter sparen aber seine Ausgaben hielten ihn ziemlich davon ab. Und manchmal wollte man sich auch was gönnen, nicht? Oder… gönnen lassen. Schamlos würde Richard das nicht nennen, eher… effektiv.
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    • Caleb

      Das war eine Regel, mit der er absolut wunderbar leben konnte. Ganz davon abgesehen, dass er nicht mehr sagen durfte, um sich nicht in Schwierigkeiten zu bringen, war er sich ziemlich sicher, dass Richard die ganzen Details gar nicht hören wollen würde. Je tiefer man einstieg, desto unschöner wurde es und eigentlich wäre Cal ganz froh, wenn es mal einen Aspekt seines Lebens geben würde, der nicht von seiner Familie überschattet wurde.
      Aber offenbar hatte Richard ja direkt einen anderen Teil seines Lebens gefunden, auf dem er sich ausruhen konnte. Cal wusste nicht ganz, ob er lachen, oder aufstehen und gehen sollte. Er entschied sich dafür, seinem Gegenüber lediglich ein kleines Lächeln zuzuwerfen.
      "Das tut mir wirklich leid für dich. Muss blöd sein, wenn man gerade knapp bei Kasse ist, mhm?" Auch, wenn er Richard zugute halten musste, dass er wenigstens geradeheraus mit seinen Forderungen war. Er war bei weitem nicht der erste - und würde wohl auch nicht der letzte sein - der einen persönlichen Nutzen aus Cals Kontostand ziehen wollte, aber die meisten versuchten wenigstens, es einigermaßen zu verstecken. Meistens, indem sie ihn mit einer stundenlangen, tieftraurigen und viel zu persönlichen Geschichte langweilten, bis Cal ernsthaft überlegte, einfach für seine Ruhe zu zahlen. Das Schlimme an der Sache war, dass er fast bereit war, etwas in die Tasche zu greifen, um Richard nochmal ungestört sehen zu können. Die gestrige Nacht war durchaus erleuchtend gewesen und die Konversation war nicht so ermüdent, wie sie sein könnte. Trotzdem-
      "Warum genau warst du nochmal single?", schob Cal mit einem neckenden Lächeln hinterher, bevor er realisierte, was genau er gesagt hatte. Warst? Bist? Selbst wenn sich das alles irgendwie ein kleines bisschen wie ein unglaublich seltsames Date anfühlte, waren sie nicht zusammen. Richard und er waren immer noch single, oder? Immerhin hatte Richard schon gesagt, dass traditionelles Dating nichts für ihn war und sie hatten kein einziges mal angesprochen, ob das zwischen ihnen etwas exklusives war, oder ob es ihnen freistand, auch mit anderen Personen zu flirten. Auch, wenn Cal alleine bei dem Gedanken daran unwohl wurde.
    • Richard

      Richard fror inmitten der Bewegung, die Flasche an seine Lippen zu führen, ein. „Das klingt mehr nach einem Kompliment, als du vielleicht wahrhaben willst“, erwiderte er grinsend und beschloss das Wörtchen ‚war‘ in dem Satz erstmal zu umgehen. Es störte ihn nicht, wenn das zwischen ihnen exklusiv war. Schließlich war Richard sowieso kein Fan davon, großartig Leute zu treffen und sich zu verabreden. Caleb war die glückliche Ausnahme. Aber das hieß nicht, dass er ihn dafür später nicht noch verarschen konnte.
      „Ich bin übrigens nicht knapp bei Kasse, ich gehe nur sparsam mit meinem Geld um“ Er zuckte mit den Schultern. „Also, wenn wir es genau nehmen, ist es tatsächlich ein Wunder, dass ich so lange single war“ Da war es wieder, das gigantische Ego. Na und? Er war halt ehrlich.
      Richard lehnte sich etwas auf den Tisch und zu Cal nach vorne. „Ich hab einen guten Job, eine große Wohnung, eine schickes Auto. Aber ich kann auch kochen, mache Sport und lege viel Wert auf meine Erscheinung. Mein einziges Problem ist, dass mir unfähige Menschen auf die Eier gehen und es gibt nicht viele, die ihr Leben im Griff haben. Naja, entweder das oder sie müssen verdammt gut im Bett sein, um ihre Mängel wett zu machen“ Er lächelte. „Aber du kannst nichts für deine Familie, die Frage ist nur, was du daraus machst. Und, wenn du schon so viel Geld am Konto hast, dann hast du ja einige Optionen, um diesen sehr… prägnanten Mangel auszugleichen, nicht? Ich glaube, wir haben uns gefunden“ Er stützte den Kopf gespielt verträumt in seine Hand. „Du bist sogar schon so verknallt in mich, dass du davon ausgehst, dass wir ein Paar sind“ Richard grinste.
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    • Caleb

      Warum hatte er überhaupt gefragt? Er hätte mit dem Ergebnis rechnen müssen, bevor er den Mund auf gemacht hatte. Er wusste jetzt schon, dass er wahrscheinlich die nächsten paar Stunden darüber nachdenken würde, in welche Kategorie er fiel - dachte Richard, dass er sein Leben im Griff hatte, oder waren seine mittelmäßigen Fähigkeiten im Bett gut genug für ihn? Er wollte gerade antworten, als der letzte Satz ihn aus dem Konzept brachte.
      "Ich bin nicht verknallt. Ich teile nur nicht gerne", antwortete er knapp, während er sich ebenfalls ein wenig nach vorne lehnte. "Obwohl ich eine Ausnahme für dich machen würde - Ich hab einen wirklich guten Therapeuten, der dir vielleicht mit den Wahnvorstellungen helfen kann." Auch wenn Caleb schweren Herzens zugeben musste, dass Richard nicht komplett Unrecht hatte. Nicht, was den Part mit dem Verknallt sein betraf, sondern dem überzogen selbstverliebten Teil davor. Typ hin oder her - er sah verdammt gut aus und wahrscheinlich gab es genug Leute, die auf einen Jobstatus oder ein Auto standen. Einzig der Teil mit dem Kochen bereitete Caleb Kopfschmerzen. Die Beziehung würde wahrscheinlich spätestens dann in die Brüche gehen, wenn sie sich eine Küche teilen mussten und sich zwangsläufig mit Bratpfannen erschlagen würden.
      "Außerdem werden Wellness-Hotels auf Dauer furchtbar langweilig. Hast du keinen anderen Zielvorschlag? Wenn du mich noch zehn Minuten lang nervst, wäre ich vielleicht sogar gewillt, auszuhelfen. Alles, um dich loszuwerden." Er zwinkerte ihm kurz entgegen. Er hatte keine Ahnung, auf welcher seltsamen Beziehungsebene sie sich bewegten. Er war fast bereit, einfach wieder da anzufangen, wo sie gestern abend aufgehört hatten und das, obwohl so gut wie jede einzelne Antwort von Richard ihn im Grunde noch unausstehlicher machte.
    • Richard

      Richard ließ sich nicht beirren. "Hey, ich verurteile dich nicht. Ich kann mich schließlich nur schwer in die Position hineinversetzen, plötzlich den 'Sexiest Man Alive' vor mir zu haben, der noch dazu erschreckend kompetent ist" Er lachte, während er Caleb beobachtete und sich genau einprägte, wie sich sein Gesicht verzog, wenn ihn etwas nervte. "Ich glaube, du liebst es, wenn ich in dritter Person von mir rede", murmelte er grinsend und lehnte sich noch ein Stück nach vorne, sodass Caleb kaum eine Wahl hatte, als wieder zurückzuweichen.
      "Wie wär's, überlegen wir uns Spitznamen? Was hältst du davon, wenn ich mich in Zukunft selbst 'Calebs Hubby' nenne? Ohh~ Ich seh schon, das lässt dein Herz höher schlagen, hm? Du musst wirklich in mich verschossen sein" Er lachte erneut auf, lehnte sich endlich zurück und verschränkte die Arme. Er genoss es viel zu sehr, Cal zu nerven. So viel Spaß hatte er schon ewig nicht mehr gehabt.
      "Okay, wenn du schon so fragst. Einen Strandurlaub kann ich immer gebrauchen. Aber, bevor du mich alleine nach Sizilien schickst, will ich nur anmerken, dass du dir den ganzen Tag ansehen könntest, wie ich mich in der Sonne bräune. Vielleicht erlaube ich dir sogar, mich einzucremen" Er hob neckend eine Augenbraue. "Ich weiß doch, dass das dein größter Traum ist"
      Richard setzte sich weder aufrecht hin, als plötzlich seine Vorspeise an den Tisch kam und er zurück in die Realität geholt wurde. Eigentlich war es fast ein wenig gruselig, wie viel Spaß er daran hatte, sich mit Caleb zu unterhalten, egal ob die Gespräche nur daraus bestanden, dass sie sich gegenseitig verarschten. Er wusste nicht, wann er zuletzt so viel gelacht hatte. Vielleicht sollte er das im Auge behalten. Nicht, dass er am Ende noch derjenige war, der auf einmal verliebt war. Und war es nicht irgendwie lächerlich, sich in jemanden zu verlieben, den man Tag ein Tag aus veräppeln konnte, weil es einfach so viel an ihm gab, das man in einen Witz verwandeln konnte?
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    • Caleb

      "Mhm, ich hab durchaus etwas mit 'schießen' im Kopf. Ich weiß nur noch nicht, ob dich oder mich." Seine von Kindheit an antrainierte Tolleranzgrenze war alles, was Caleb gerade noch im Stuhl hielt. Als Richard sich weiter nach vorne lehnte, musste er dem Impuls widerstehen, ihn einfach noch weiter nach vorne, mit der Stirn gegen die Tischplatte zu ziehen. Stattdessen setzte er sich ein wenig aufrecht hin, um wieder etwas Distanz zwischen sie zu bringen, auch, wenn ein vollkommen verkorkster Teil von ihm das Gegenteil wollte. Das - furchtbar nervende - Aufziehen gefiel ihm auf jeden Fall besser, als die offensichtliche Abneigung, mit der sie diese Mission gestartet hatten.
      "Strandurlaub ist eine super Idee. Ich könnte entspannt auf einem Boot sitzen und dir beim Ertrinken zusehen. Vielleicht winke ich zwischendurch mal. Willst du dann deinen Namen, oder 'Calebs Hubby' im Nachruf stehen haben?" Okay, eigentlich wussten sie beide ganz genau, was passierte, wenn sie leicht bekleidet zusammen waren. Caleb wusste nur nicht, ob das gut, oder schlecht war. Er fühlte sich fast, wie ein hormongesteuerter Teenager, der sich nicht zusammenreißen konnte.
      "Kannst du eigentlich auch über andere Dinge, als dich selbst reden, oder reicht deine mentale Kapazität dafür nicht aus, Love? Ich glaube, selbst der Nachbartisch hat mittlerweile begriffen, dass du so toll bist, dass man sich ja nur verlieben kann." Caleb warf ihm einen bemüht unschuldigen Blick über den Tisch hinweg zu, während er sich wieder nach vorne lehnte. Wenn Richard schon so darauf bestand, dass er ja unbedingt auf ihn stehen musste, konnte er sich ja durchaus in den Irrglauben hineinlehnen, einfach um zu sehen, wie viel Richard wirklich aushalten würde, bevor ihm das ganze unangenehm werden würde.
    • Richard

      Die Suppe war für den Preis deutlich zu langweilig, wie Richard feststellen musste. Wenn die Hauptspeise nicht überzeugte, dann sollte man hier wirklich mal das Menü überarbeiten. Wie konnte man in einem Wellness Resort nur das Essen vernachlässigen?
      "Du kannst mich nennen, wie du willst, Schatz", gab er nonchalant zurück, den Blick auf seinen Suppenteller gerichtet. War es ein Problem, dass sie sich stritten, wie ein dreimal geschiedenes Paar, das einfach nicht loslassen konnte? Richard sah wieder auf. "Tut mir leid, ich wollte dich nicht eifersüchtig machen. In Zukunft rede ich nur noch, wenn wir alleine sind, damit niemand auf die Idee kommt, dir Konkurrenz zu machen" Er lächelte süffisant. "Es ist hart, perfekt zu sein. Man muss ständig aufpassen, dass sich nicht alle verlieben" Calebs Worte mochten vielleicht von Sarkasmus triefen, aber wenn er das alles nicht ein kleines bisschen ernst meinen würde, würde er hier nicht mehr sitzen. Ein bisschen mochte er es definitiv, wenn Richard ihn verarschte. Vielleicht, weil er die Aufmerksamkeit brauchte. So oder so hatte er ihn schon in der Tasche.
      Im Prinzip war in den letzten 24 Stunden ja nichtmal etwas besonderes passiert, dass ihre Dynamik seit der ersten Autofahrt um 180 Grad gewendet hätte. Sie hatten sich nur unterhalten. Und irgendwann hatten sie sich halt wieder gegenseitig ins Bett gequatscht. Das hieß zumindest, dass sie einander nicht richtig hassen konnten, auch wenn es Richard selbst ein wenig nervte.

      Den restlichen Tag pendelten sie zwischen Pool und Sauna, verarschten einander gnadenlos und provozierten die sexuelle Spannung zwischen ihnen in einem Ausmaß, das es fast unmöglich machte, nicht übereinander herzufallen. Oder, naja, tatsächlich unmöglich. Wieso hatte man denn ein völlig unangetastetes Hotelzimmer, wenn man es nicht ordentlich ins Chaos stürzte? Calebs Zimmer wurde mehr oder weniger eingeweiht, aber nachdem Richard noch eine zweistündige Autofahrt überleben musste, wurde die Session ein wenig gekürzt.
      Als sie endlich im Auto saßen, war es schon wieder dunkel. Dafür war er langsam ziemlich erschöpft und musste Energie einsparen, wodurch das Mobbing einstweilen abgestellt wurde und die Atmosphäre tatsächlich ziemlich angenehm war. Das Radio spielte leise irgendwelche langweiligen Songs, die Heizung und die Dunkelheit machten alles viel zu gemütlich. Und irgendwie war Richard fast glücklich. Klar, er hing in einer ganz seltsamen Beziehung mit einem Kriminellen fest. Aber ein Krimineller, der nichtmal halb so tough war, wie er vielleicht wirken wollte. Er war irgendwie süß, wie ein wütender Chihuahua. Die Analogie würde Richard nie wieder gehen lassen können.
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    • Caleb

      Wenn Richard nicht so verdammt gut im Bett wäre, hätte Caleb ihn wahrscheinlich spätestens nach dem Essen sitzen gelassen. Gut, er war verdammt verzweifelt, aber Jesus Fucking Christ, wenn Richard anfing, über sich selbst zu sprechen, hatte Caleb das dringende Bedürfnis, sich selbst einzuweisen, einfach um das Gespräch zu beenden. Leider war es nur ziemlich leicht, diese gigantische Red Flag zu ignorieren, wenn Richard ihn in die Matratze drückte und damit jegliche Hirnzellen in den Feierabend schickte.
      Caleb musste sich am Ende dazu zwingen, ihn nicht darum zu bitten, ihn tatsächlich zum Auto zu tragen. Er war vollkommen fertig und konnte Beine und Arme nur noch vage fühlen. Im Auto stützte er einen Arm ans Fenster und schloss kurz die Augen. Okay. Das war der seltsamste Valentinstag gewesen, den er je erlebt hatte und offenbar schien er jetzt in dieser kuriosen Beziehung zu stecken. Seltsamerweise war er irgendwie okay damit. Es war vollkommen bescheuert, Richard war den ganzen Ärger, den sie bekommen könnten, definitiv nicht wert, aber Logik schien zwischen ihnen keinen Platz zu haben. Damit mussten sie jetzt wohl klarkommen.
      Er war fast erleichtert, als sie den Parkplatz erreichten, er seine Tasche packen und in sein Auto umsteigen konnte. Vielleicht war ein wenig Abstand gut, um sich das ganze nochmal durch den Kopf gehen zu lassen. Er zögerte kurz, bevor er die Tür von Richards Wagen öffnete, etwas unsicher, was er tun sollte. Am Ende lehnte er sich einfach über die Mittelkonsole hinweg und drückte ihm einen Kuss auf die Lippen, um sich selbst ein letztes mal daran zu erinnern, warum er alles hier überhaupt mitmachte.
      "Meld' dich mal, wenn du Zeit hast." Er sah ein letztes Mal zu Richard zurück, bevor er ausstieg und die Autotür hinter sich ins Schloss fallen ließ. Jetzt musste er nur hoffen, dass er irgendeinen Vorwand fand, um in Zukunft öfter nach London zu kommen...




      Ezra

      Valentinstag.
      Auf einer tiefen, logischen Ebene wusste Ezra, dass es beim Valentinstag nur um Kommerz ging. Auf einer noch viel tieferen, emotionaleren Ebene musste er sich selbst davon abhalten, Andrew um Mitternacht aus dem Bett zu zerren, um den kompletten Tag ausnutzen zu können. Seine komplette Beziehung mit Andrew fühlte sich an, wie ein wahrgewordener Traum und ihn am Valentinstag bei sich zu haben - ohne dafür ein Haus ausrauben zu müssen - war die Kirsche auf der metaphorischen Sahnehaube.
      Er hatte nicht sonderlich lange darüber nachgedacht, was er machen wollte. Er hatte mehr als genug Zeit gehabt, sich den perfekten Valentinstag zu überlegen - fast zehn Jahre, immerhin! Es gab einen kleinen Abschnitt in einem Ordner, der gerade in der hintersten Ecke seines Kleiderschranks versteckt war - und den er beizeiten dringend vernichten musste - der sich nur mit dem Valentinstag beschäftigte! Am Ende musste er nur ein paar kleine Anpassungen machen und alles war perfekt. Jetzt musste er nur noch hoffen, dass Andrew und er ungefähr den gleichen Geschmack hatten, was hilflos kitschige Dates betraf.
      Ezra schaffte es sogar, beim ersten Wecker aufzustehen und damit wie geplant zum ersten - und letzten - mal in ihrer Beziehung vor Andrew, den er mit sanfter Gewalt zurück ins Bett gedrückt hatte, in der Küche zu sein. Kochen war zwar nicht seine Königsdiszilin, aber ein kleines Frühstück bekam er problemlos zusammen. Es half, dass er abgesehen vom Rührei, eigentlich nur Dinge auf den Tisch stellen musste. Am Ende knippste er die Kaffeemaschine an - er hatte extra eine neue Kaffeemischung geholt - und ging zurück ins Schlafzimmer.
      "Ich hab Frühstück vorbereitet", verkündete er mit einem euphorischen Grinsen, während er sich aufs Bett setzte, dann lehnte er sich über Andrew und küsste ihn. Schritt eins auf seinem Plan wäre damit fast abgehakt. Heute Nachmittag würde es dann ins Café gehen, danach würden sie vielleicht eine Runde spazieren gehen und dann würden sie heute Abend im Restaurant sitzen, bevor Andrew überhaupt auffallen würde, dass Ezra ihm absolut kein Mitspracherecht gegönnt hatte. Vielleicht würde er ihm den nächsten Valentinstag überlassen. Oder auch nicht. Je nachdem, wie viel ihm im Laufe des Jahres noch einfiel.
      "Blumen fallen als Geschenk ja leider aus, deshalb hab ich dir einfach eine neue Kaffeemischung mitgebracht." Er fuhr mit seinen Fingern durch Andrews Haare, während er sprach. Fast war er versucht, sich einfach wieder zu ihm zu legen. Fast. Zum Glück war er zu motiviert, um dem Drang nachzugeben. "Kommst du?"
    • Andrew

      Wenn Andrew eins wusste, dann, dass es völlig sinnbefreit war, Ezra die Planung eines Feiertags abzunehmen, der eigentlich seinen Namen tragen sollte. Aus unerklärlichen Gründen war er in einer Beziehung mit Amor persönlich und er wusste, dass Ezra vermutlich jede Sekunde des Tages selbst in die Hand nehmen wollte. Und das war okay, manchmal konnte Andrew durchaus das Ruder aus der Hand legen. Vor allem, wenn es um etwas, in seinen Augen, so unglaublich irrelevantes ging. Was deutlich relevanter war, als ein kommerzieller Feiertag, war Ezra. Und der sprühte so sehr vor Energie, dass er tatsächlich mal vor Andrew aufgestanden war. Das mitanzusehen war unbezahlbar.
      Andrew wusste in der Sekunde, in der Ezra ihn zurück ins Bett zwang, was er vorhatte, also stellte er sich schlafend als dieser nach einer Weile zurück ins Zimmer kam, auch wenn es eine Herausforderung war, sein Grinsen zu unterdrücken. Er ließ sich ‚wach‘ küssen, streckte sich mit einem übertriebenen Gähnen und setzte sich auf.
      „Oh mein- du hast was? Frühstück gemacht? Ich bin unglaublich überrascht“, ließ er Ezra an seiner Schauspielkunst teilhaben. Die Kaffeemischung überraschte ihn allerdings wirklich und er war plötzlich doch etwas enthusiastischer, was den heutigen Tag anging. Eventuell hatte er vergessen, dass sein Freund ihn in- und auswendig kannte und die Aktivitäten vielleicht an ihn angepasst hatte. Auf einmal fühlte er sich fast etwas schlecht, dass er die letzten Tage ein wenig Angst vor dem heutigen Tag gehabt hatte. Hin und wieder, was er natürlich nie zugeben würde, hatte Ezras Bücherregal ihn in den Bann gezogen und er war stehengeblieben und hatte mal ein oder zwei Romane durchgeblättert. Und… vielleicht sollte er nicht urteilen, vielleicht hatte er genau die ‚falschen‘ Seiten aufgeschlagen, aber kitschiger ging es kaum. Seit er zum ersten Mal Fuß in Ezras Wohnung gesetzt hatte, offenbarte sich ihm immer mehr diese Seite, die er an sich hatte. Diese… Tratsch-versessene, Pornos lesende, kleptomanische, strickende Oma. Noch gegensätzlicher konnten sie nicht sein, aber es war seltsam interessant, Ezra in jedem Aspekt seiner Persönlichkeit kennenzulernen und ihn im Alltag zu beobachten. Das Bild, das Andrew jahrelang von dem Dieb gehabt hatte, lag jedenfalls ziemlich daneben. Aber letztendlich war das, was er von Ezra in den letzten Monaten kennengelernt hatte, genau das, was sie zusammengebracht hatte. Also… dann würde er eben diese Oma heiraten. Bald. Wenn er sich endlich für eine Art entscheiden konnte, den verdammten Antrag auf einem Level zu machen, das Ezra gerecht wurde. Vielleicht bekam er heute ja noch ein paar Ideen.
      „Ich komme“, bestätigte er die Frage und stand auf, um Ezra in die Küche zu folgen. Ihn empfing ein ziemlich voller Frühstückstisch und ein übers ganze Gesicht strahlender Ezra. Andrew lachte leicht und gab ihm einen Kuss. „Danke“, sagte er. „Irgendwie hab ich das Gefühl, dass kein Mensch auf der Welt sich je mehr darüber gefreut hat, jemand anderem Frühstück zu machen“
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    • Ezra

      Andrew war ein miserabler Schauspieler und trotzdem konnte Ezra nicht aufhören zu lächeln, einfach, weil er es für ihn tat. Nichts hielt ihn davon ab, Ezra einfach ins Gesicht zu sagen, dass ihn der Valentinstag nicht weniger interessieren könnte und trotzdem hielt er ihn aus. Nichts, was in den letzten zehn Jahren irgendwann mal durch Ezras Phantasie gejagt worden war, könnte auch nur ansatzweise an das rankommen, was er jetzt mit Andrew hatte. Eine durch und durch perfekte Beziehung. Freiwillig würde er ihn nicht mehr gehen lassen.
      "Naja, es ist nichts angebrannt und damit ist das alles sehr viel besser gelaufen, als ich gedacht hatte", antwortete er, während er Andrew eine Tasse hinstellte und den Kaffee eingoss, nur um zu realisieren, dass er vollkommen vergessen hatte, sich selbst Wasser für einen Tee aufzusetzen. Er holte selbiges schnell nach, bevor er sich zu seinem Freund an den Tisch setzte. "Jetzt kann nicht mehr viel schiefgehen, außer es bricht irgendwo spontan ein Feuer aus und das ist hoffentlich nicht der Fall, also..." Er zuckte grinsend mit den Schultern, griff nach einem Brötchen und schaffte es, seine eigene Aussage zu widerlegen, indem er sich mit dem Brotmesser in die Hand schnitt. Er sog scharf Luft ein, während er auf den kleinen, aber nicht weniger brennenden, Schnitt sah. Typischer Ausrutscher. Kein schlechtes Zeichen für den restlichen Tag. Kein schlechtes Zeichen für den restlichen Tag. Kein schlechtes Zeichen für- Ezra seufzte kurz, bevor er aufstand, um sich ein Pflaster aus der einen Schublade in der Küche zu ziehen, in der sich über Jahre hinweg irgendwie alles angesammelt hatte, das er sonst nicht richtig einordnen konnte.
      "Wir sind ein ganz kleines bisschen durchgeplant, ich hoffe, das macht dir nichts aus. Obwohl es für Einwände eh zu spät ist." Er lächelte, während er nach seinem Tee griff und nur ein kleines bisschen verschüttete, als er sich wieder an den Tisch setzte. "Das ist das erste mal seit Ewigkeiten, dass ich am Valentinstag in einer Beziehung bin. Ich fürchte, da musst du jetzt durch, Darling." Zumal Andrew die erste Beziehung war, die so viel Aufmerksamkeit am Valentinstag überhaupt verdient hatte.
      "Ich werde dir nicht sagen, was ich vor habe, aber ich glaube, du wirst es lieben." An liebsten hätte er ihm direkt den kompletten Zeitplan vorgelegt, um sofort Andrews Reaktion zu sehen, aber er konnte sich zusammenreißen. Ein bisschen, zumindest. "Aaaber eventuell sind ein paar Aktivitäten mit Essen verbunden."
    • Andrew

      "Sprich es nicht aus, sonst passiert noch irgendwas", sagte er gerade, als Ezra sich zeitgleich in den Finger schnitt. Andrew sah etwas besorgt von seinem Kaffee auf. Das wievielte Mal hatte er das in den letzten Wochen jetzt mitangesehen? Irgendwann schnitt er sich noch den ganzen Finger ab. "Alles okay?", fragte er, als Ezra wieder aufstand. Es schien nicht genug zu sein, dass sie ständig mit Gefahren von außen konfrontiert wurden, Ezra stellte auch eine Gefahr für sich selbst dar. Was Andrew immer schon bewusst war, schließlich war das meistens der Grund gewesen, wenn er ihn doch mal festgenommen hatte. Aber mit ihm zusammenzuleben löste eine völlig neue Angst in Andrew aus, die er vorher nicht gehabt hatte. Vielleicht, weil er grundsätzlich nicht allzu viel Zeit one-on-one mit anderen Menschen verbracht hatte, aber normalerweise waren die auch alle in der Lage, in einer ungefährlichen Situation unverletzt zu bleiben. Für Ezra war aber keine Situation ungefährlich.
      "Das ist okay, hab ich mir eh schon gedacht, als du meintest, wir nehmen uns den Tag frei", erwiderte Andrew, wieder entspannt, als sein Freund mit einem Pflaster um den Finger zurück kam und sich setzte. Schien wohl kein Krankenhaus-werter Schnitt zu sein.
      Er lächelte leicht, als er vom Essen hörte. "Okay, das klingt irgendwie so, als könnte ich an nichts anderes denken, als an Essen", schmunzelte er. Aber er würde nicht leugnen, dass er gutes Essen sehr schätzte. Wenn man sich jahrelang von Nudeln, Reis und Kaffee ernährte, weil man weder kochen konnte, noch Zeit oder Geld hatte, ständig essen zu gehen, dann begann man eben, sowas wertzuschätzen. Und jetzt musste er sich nichtmal mehr Sorgen um seinen Kontostand machen, weil seine Miete wegfiel und er deutlich mehr verdiente, als vorher.
      "Also, wohin gehen wir nach dem Frühstück?", fragte er, bevor er sich seine Gabel mit einem Stückchen Spiegelei in den Mund steckte. "Mhhm, sehr gut, nicht verbrannt", beurteile er kauend Ezras Kreation. Sie wurden tatsächlich beide langsam ein kleines bisschen besser im Kochen, oder? Hoffentlich bildete er sich das nicht ein.
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    • Ezra

      "Kaffee, Essen, deine Arbeit und ich - mehr sollte dir gar nicht regelmäßig durch den Kopf gehen." Ezra grinste, während er sich auf die Tischplatte lehnte. Er hoffte nur, dass er die Reihenfolge von Andrews Prioritäten nicht ganz getroffen hatte. Obwohl ihm das mittlerweile auch irgendwie egal wäre. Sie waren zusammen, sie waren glücklich und das war, was zählte. Immerhin hatte Andrew sich freigenommen, damit Ezra seinen kleinen, perfekten Valentinstag haben konnte. Das war fast das schönste Geschenk, was er bisher von ihm bekommen hatte - nur die Blumen trotz Allergie waren unübertroffen.
      "Wir haben genug Zeit, um uns fertig zu machen und ich habe einen kleinen Puffer eingerechnet, falls du doch noch Mails checken willst, oder so", erklärte er. Vielleicht würde MLO Andrew ja einen netten Auftrag zum Valentinstag schenken. Irgendwas, was ihn wieder absolut fördern würde. Ezra wünschte es ihm aus vollsten Herzen, während die kleine Bemerkung zum Rührei ihm ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Es war das absolute Minimum, das Ei nicht anbrennen zu lassen, aber bei ihm konnte so viel schiefgehen, dass das Minimum vollkommen befriedigend war. Vielleicht sollte er sich doch irgendwann mal daran machen, richtig kochen zu lernen. Eigentlich war es ja nicht sonderlich schwer, den Anweisungen in einem Rezept zu folgen - einzig an Motivation mangelte es ihm und solange Andrew und er auch so durchkamen, würde sich das wohl nicht mehr ändern.
      "Dann habe ich einen kleinen Spaziergang durch den Hyde Park geplant. Also zieh dir irgendwas an, in dem du nicht frierst." Geheimnistuerei und Überraschung in Ehren, aber Ezra wollte doch gerne vermeiden, dass sein Freund sich am Valentinstag eine Erkältung einfing. Es gab deutlich angenehmere Überraschungen, als Husten und Schnupfen. Ezra hatte bei der Planung einfach auf besseres Wetter gehofft und nachdem er durch Andrews Allergien schon alles rausgestrichen hatte, was übermäßig mit Blumen zu tun hatte, wollte er an diesem Punkt nicht nochmal umplanen.
      "Ich glaube, ich war noch nie wirklich bewusst im Hyde Park. Ich bin ab und an mal durchgegangen, um von Punkt A nach Punkt B zu kommen, aber das wars." Und das, obwohl er schon so lange in London wohnte.
    • Andrew

      „Du kannst mein Handy haben, ich checke heute keine Mails“, kündigte Andrew an. Er hatte sich früher… nie Urlaub genommen und es war absolut unvorstellbar gewesen, seine Arbeit auch nur für ein paar Stunden auszublenden, aber es war nicht mehr dasselbe. Nach der Auszeit, die er nach seiner Kündigung gezwungenermaßen bekommen hatte, und den ganzen traumatischen Erlebnissen im Anschluss, hatte er nicht mehr so sehr das Gefühl, dass sein Job das einzig wichtige in seinem Leben war. Nein, Ezra war das wichtigste, auch wenn Andrew sich nicht vorstellen konnte, jemals wieder arbeitslos zu sein. Aber abseits von ihm wuchsen Andrew die ganzen kleinen Erinnerungen, die sie in den letzten Wochen geschaffen hatten, wirklich ans Herz. Weihnachten bei seiner Familie, andere Städte zu sehen, Menschen kennenzulernen und Feiertage mit seinem Freund zu verbringen, das war alles irgendwie neu. Es fühlte sich an, als würde er plötzlich ein völlig anderes Leben leben. Seine Prioritäten hatten sich ein wenig gewandelt, wenn er ehrlich war. Er wollte das alles nicht mehr missen, selbst wenn er dafür seinen alten Job wiederhaben könnte.
      „Ist ja nicht so, als würde man mich heute fürs Mails checken bezahlen. Und, äh, natürlich verdienst du am Valentinstag so oder so meine ganze Aufmerksamkeit“ Er lächelte entschuldigend. Dass ihm mal wichtig werden würde, wofür und wieviel Geld er bekam, war auch neu, aber man gewöhnte sich irgendwann an einen gewissen Standard und er hatte so viele unbezahlte Überstunden geleistet, dass sich damit ein ganzes Arbeitsleben einer zweiten Person füllen ließe. Work-Life-Balance war langsam ein Begriff, der sich für ihn nicht mehr nur nach Bahnhof anhörte. Außerdem war sein Job in letzter Zeit nicht gerade Action-geladen, daran könnte seine Indifferenz also auch liegen. Mal wieder Aufgaben zu bekommen, die seinen ganzen Fokus brauchten, wäre ihm garnicht so unrecht, einfach um der alten Zeiten Willen. Und er hatte es auch immer ganz gern gehabt, völlig in einem Fall zu versinken. Wenn er das nicht hatte, dann suchte er sich ständig andere unnötige Aufgaben, in die er sich stürzen konnte. Wie die Fingerfood-Tabletts zu Silvester…
      „Mhhm, wird gemacht“, meinte er dann und versuchte die Sorge zu unterdrücken, dass Ezra den Wetterbericht ignorierte, der heute Früh aktualisiert worden war. Sollte es heute Mittag nicht noch heftig schütten? Dann sollten sie sich mit dem Spaziergang besser beeilen, solange es nur eiskalt war und nicht zusätzlich nass. Aber er wollte Ezra auch nicht in seinen Plänen herum pfuschen.
      „Ich bin im Hyde Park oft Laufen gegangen“, erzählte er. „Vielleicht fange ich damit im Frühling wieder an. So oft wie wir momentan Essen gehen, wird es notwendig“ Auch, weil er im Job deutlich weniger Bewegung als Ausgleich hatte. „Erinner mich daran“ Wenn Ezra es nicht tat, würde es vermutlich der Spiegel irgendwann.
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    • Ezra

      "Ich hätte dir keinen Vorwurf gemacht, wenn du deine Mails gecheckt hättest", merkte Ezra mit einem Lächeln an, während er aufstand und um den Tisch herum ging, um Andrew einen Kuss auf die Schläfe zu drücken. Irgendwie hatte er sich an Andrews - abnehmende - Arbeitswut gewöhnt, aber es war trotzdem schön, ihr mal für einen Tag zu entkommen. Vor allem am Valentinstag, der ihm so viel mehr bedeutete, als er zugeben wollte, was ihm direkt nochmal vor Augen führte, wie unfassbar verliebt er in Andrew war. Er ließ seinen eigenen Teller stehen und setzte sich stattdessen bei seinem Freund auf den Schoß. Nur, weil er wieder halb verknotet mit ihm aufgewacht war, bedeutete es nicht, dass er nicht noch mehr Körperkontackt brauchte. Das aneinander Kleben schien keine bloße Erscheinung der ersten paar rosaroten Beziehungswochen zu sein.
      "Ich erinnere dich nur dran, wenn ich nicht mit muss", erklärte er. "Und wenn-" Er stockte. Wäre es besser, wenn er Andrew morgens, oder Abends joggen schickte? Morgens würde es ihn nicht so hart treffen, weil er eh länger schlief, als sein Freund, aber es wäre seltsam irritierend, aufzustehen und alleine in der Wohnung zu sein. Abends würde es allerdings bedeuten, dass er sich eine Weile alleine beschäftigen müsste. Irgendwie war beides schrecklich - und wahrscheinlich ein gutes Anzeichen für psychische Probleme.
      "Vielleicht komme ich ja doch mit." Ezra reichte über den Tisch hinweg zu seiner Teetasse, nippte kurz daran und stellte sie neben Andrews Tasse auf den Tisch. "Unsere aktuelle Beziehung gefällt mir zwar deutlich besser, als früher, aber ich glaube, ich bin ziemlich aus der Form, seit wir uns Mittwochs nicht mehr durch die Gegend jagen." Der nächste Kuss landete auf Andrews Lippen. Die letzten Monate waren wirklich wundervoll ruhig gewesen. Fast schon etwas zu ruhig. Während Ezra es wirklich schön fand, Andrew die ganze Zeit um sich herum zu haben und nicht mehr erst kriminell werden zu müssen, um ihn zu sehen, war er fast ein wenig beunruhigt, dass Nadia und Jelena sich so lange ruhig verhalten hatten. Obwohl er an diesem Tag nicht an die beiden denken wollte.
      "Aber dann kannst du die Puffer-Zeit ja nutzen, um mir beim Abräumen und Spülen zu helfen."
    • Andrew

      Andrew legte seine Arme um Ezra. „Wenn du mithalten kannst“, neckte er ihn leicht grinsend. Obwohl er ja schonmal vorgeschlagen hatte, dass sie zusammen joggen gingen. Das war… im November, oder so? Tja, sehr diszipliniert waren sie wohl beide nicht wenn es um sowas ging.
      Er erwiderte den Kuss lächelnd, dann murmelte er leicht gegen Ezras Lippen: „Ich weiß, du hast viel geplant, aber wenn du noch länger auf mir sitzt, lasse ich dich nicht mehr aufstehen“ Er lachte leicht und strich Ezra über den Rücken. „Wir können uns entweder zehn Schichten anziehen oder eine ausziehen, hm?“, flüsterte er und küsste Ezra erneut. Ja, okay, er war nicht ganz fair. Und es war nicht so, als wollte er garnicht rausgehen. Er wollte schließlich, dass Ezra seine Pläne von Anfang bis Ende ausleben konnte. Ihm bedeutete das offenbar viel, also musste Andrew mal kurz zurückstecken und Ezra nicht alle zwei Minuten darauf aufmerksam machen, wie unglaublich low-maintenance er eigentlich war. Damit sollte er vielleicht gleich anfangen.
      „Mit Vergnügen“, antwortete er und ließ Ezra aufstehen. Noch mehr übte er sich in Selbstkontrolle, als Ezra nach dem Abräumen vor ihm an der Spüle stand und er nicht sofort wieder seine Arme um ihn legte und seinen hübschen, warmen Nacken küsste. Stattdessen stellte er sich neben ihn und nahm das abgewaschenen Geschirr Stück für Stück entgegen, um es zu trocknen und wegzuräumen. „Was hältst du eigentlich von einem Geschirrspüler?“, fragte er nebenbei. Er hatte in seiner Wohnung mal einen kleinen Geschirrspüler gekauft, um Zeit zu sparen, aber sie konnten sich ganz bestimmt einen richtigen leisten. Platz war sicher auch irgendwie irgendwo. Hauptsache sie hatten mehr Zeit für die wichtigen Dinge, oder? Vielleicht war das eine Idee für ein Geburtstagsgeschenk an sich selbst.
      … Geburtstag. Urgh. Daran wollte er am liebsten nie wieder denken müssen. Sein Geburtsjahr schien sich einfach immer weiter von ihm entfernen zu wollen.
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