I wanna be a knight, no matter what [Kiimesca & Haruka]

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    • Lorae

      Als ich den Hauptgefreiten heute Morgen zur Basilika gebracht hatte, war ich über seinen Zustand ein wenig erschrocken. Ich wusste, was Dimitri zu ihm gesagt hatte und nun konnte man es umso deutlicher sehen. Die Operationen halfen nicht und er würde eindeutig sterben.. Das war furchtbar.. Doch ich verhielt mich normal, zollte ihm meinen größten Respekt und widmete mich nach unserer Runde wieder meinem Training.
      Meine Wunden würden mich zwar noch eine Weile begleiten, doch ich ließ mich davon nicht unterkriegen. Das Training mit Valerius war wirklich sehr hilfreich, doch heute war er mit dem General unterwegs, weshalb ich allein meine Schwerter schwang, um schnellere, präzisere und stärkere Hiebe hinzubekommen.
      Baldr hatte sich nicht einmal blicken lassen, was mich traurig, aber auch ein wenig wütend machte. Wütend auf Baldr? Nein, ich glaube nicht.. Ein wenig vielleicht.. Viel mehr war ich wütend auf mich. Aber wieso? Weil ich den Aufklärungstrupp für ihn nicht aufgeben wollte? Oder weil ich nicht verhindert hatte, dass diese Sache überhaupt erst zwischen uns entstanden war.. Keine Ahnung.. Ich bereute es allerdings nicht. Jedenfalls trainierte ich so verbissen, wie vor dem Angriff auf die Akademie, als stünde mir ein weiterer, großer Kampf bevor.

      Ich steckte meine Schwerter weg, als Basim sich zu mir gesellte und mir von dem General berichtete. Etwas schockiert sah ihn zu ihm auf und nickte. "Ja, natürlich." Vorher strich ich mir noch ein paar Mal durch das Haar, da ich wegen Levi auch in seiner Abwesenheit darauf bedacht war, nicht ganz so chaotisch auszusehen. Inzwischen hatte ich auch Kleidung in der richtigen Größe bekommen.
      Ich fragte mich, ob Baldr wirklich da sein würde und freute mich darauf, ihn endlich wiederzusehen. Es war.. schwierig.. Ich vermisste ihn unheimlich. Nicht nur.. körperlich.. Ich vermisste es auch mit ihm zu reden, in seine Augen zu sehen, mit ihm zu Lachen. Einfach alles. Ich vermisste meinen besten Freund.
      "Sag, Basim... Geht es Baldr gut? Ich meine.. emotional.."
      Er hatte ja gesagt, dass etwas Abstand uns vielleicht helfen würde, aber ich hoffte, dass ihm das alles währenddessen nicht zu viel wurde..
      "Ich.. mache mir Sorgen.. Ich vermisse ihn.. Kannst du ihm das bitte ausrichten, wenn-"

      Als Levi an uns vorbei lief, sah ich ihm etwas erschrocken nach. Wie.. Wo wollte er so plötzlich hin? Und würde er es allein überhaupt schaffen? Was hatte er vor? War es etwa wegen dem General? Ich.. hätte ihn doch zu ihm bringen können..
      "Hauptgefreiter Levi!" Was.. Besorgt sah ich zu Basim. Würde er sich um Levi kümmern? Sollte ich ihm nachlaufen? Oder ließen wir ihn einfach allein? Nein, das könnte ich nicht. Ich zweifelte weder an seiner Willenskraft, noch an seinen Fähigkeiten, aber seine Verletzung war zu schwer, als das er allein tun könnte, was auch immer er vorhatte. Würde er nur zum General wollen, müsste er sich nicht so abhetzen, also befürchtete ich schlimmeres. Wenn Basim ihn nicht begleiten würde... würde ich es tun. Auch wenn ich nicht die größte Hilfe sein würde, wollte ich ein zuverlässiger Kamerad sein. Jemand, dem Levi vertrauen konnte. Jemand, dem all meine Kameraden vertrauen können..
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco

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    • "Baldr geht es soweit gut, denke ich. Tagsüber zieht er durch die Straßen um sich Geld zu beschaffen und nachts ist er...an einem geheimen Ort. Er hat auch viel trainiert und sich neue Kleidung organisiert. Und er führt seit Neuestem Tagebuch."
      Lorae wusste nichts vom Hauptquartier und dabei sollte es auch bleiben.
      Dann rauschte Levi an den Beiden vorbei. Den Ruf Lorae's erhörend, drehte er sich im Sprint um: "Jetzt nicht! Ich komm schon klar!"
      "Lass ihn. Wir sollten jetzt zum General gehen, vielleicht ist Baldr ja vor uns da. Dann kannst du ihm es ja persönlich sagen."
      Er lächelte sanft, um Lorae ein wenig aufzumuntern. Dennoch hatte er eine Frage an sie, wenngleich sie ein wenig seltsam war: "sag mal, diese Sache zwischen Baldr und dir...findest du das kindisch oder muss ich mit euch Mitleid haben?"

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      Die Schwestern, die die Wunden des General versorgten, zeigten sich über den Zustand ihres Patienten besorgt. Jedoch lebte er und war bei Bewusstsein. Seinem Gesichtsausdruck nach zu Urteilen hatte er starke Schmerzen.
      Wie schon beim letzten Mal, als Flavius und Co. in der Klinik lagen, wollten die Schwestern auch dieses Mal die Besucher nicht zum Patienten lassen, sodass es erst eine Einwilligung des Patienten bedurfte, damit der Besuch passieren konnte, jedoch unter der Auflage, dass er maximal zehn Minuten lang sein durfte.
      Als Basim und Lorae das Patientenzimmer im Erdgeschoss betraten, war Basim über den Anblick des Generals schockiert. Er sah schäbig aus, glasige Augen, bleiche Gesichtsfarbe. Seine blutgetränkte Kleidung hing über einem Stuhl.
      "Basim", keuchte er schmerzerfüllt, jedes Wort schien ihm schwer zu fallen. "Wir haben ein Problem...ein neuer Feind...unglaublich mächtig."
      "Was ist passiert?"
      "Porco...er lebt..."
      "Porco? Wer ist das?"
      "Levi...Trupp...getötet."
      "Was hat das mit Levi zu tun?" Basim legte eine Hand auf sein bärtiges Kinn und rieb es sich nachdenklich. Dann ging ihm ein Licht auf.
      "Warte mal...Levi hat mal erzählt, dass er einen Kameraden töten musste, weil er durchgedreht ist und seine eigenen Kameraden angriff. Du meinst...?"
      Der General nickte.
      "Das...kann nicht sein. Tote können nicht wieder auferstehen."

      Ich hatte mich beeilt und stand gewaschen und in meiner neuen, schwarzen Montur mit weißen und roten Verzierungen auf dem Dach oberhalb des Zimmers, welches im Erdgeschoss lag.
      Jedoch hörte ich Lorae's Stimme und beschloss, nicht zu Basim und ihr aufzuschließen...und wer sich da unten sonst noch aufhält, um sich um die Gesundheit des Generals zu sorgen. Stattdessen verharrte ich auf dem Dach und lauschte ihren Stimmen durch das geöffnete Fenster, die Kapuze tief in mein Gesicht gezogen. Der Wind wehte durch mein Haar.
      Natürlich wollte ich Lorae wiedersehen, doch da sie die andere Möglichkeit - uns der Lust hingeben, in der Hoffnung uns dagegen abzuhärten - scheinbar nicht wollte, sie hätte mich jederzeit aufhalten und mit mir kommen können, blieb nur die radikale Kontaktsperre bis zum Ritterschlag. Dies würde auch bedeuten, dass ich meinen Geburtstag in drei Tagen ohne sie verbringen würde.

      Kurz darauf kam eine Schwester in den Raum und forderte die Besucher um Basim und Co. ziemlich forsch auf, den Besuch zu beenden.

      ----

      Es dauerte eine ganze Weile, als Levi schließlich die Basilika erreicht hatte. Die Wunde am Bein von der ersten Operation war während seines Sprints zwar nicht aufgebrochen, dennoch spürte er einen starken Schmerz.
      Glücklicherweise war Keith noch vor Ort, er fegte gerade den Eingang, da die Besucher von der heutigen Messe ziemlich viel Dreck gemacht und Laub verteilt hatten, dass an deren Sohlen haftete.
      "Keith..."
      "Levi? Schon wieder? Ich hab dir doch schon zig mal gesagt, dass.."
      "Deswegen bin ich dieses Mal nicht hier." Er klopfte auf seine Apparatur: "Ich brauche deshalb deine Hilfe. Hast du dein Werkzeug noch?"
      Keith schwieg für einen Moment. "Folge mir."
      ..
      "Was genau hast du vor?", fragte Keith, während er Levi bei der Reparatur seiner Apparatur beobachtete.
      Sie saßen im Wohnraum von Keith, der über eine Treppe oberhalb der Kanzel zu erreichen war. Er hatte all seine alten Sachen vom Aufklärungstrupp in einer großen Holztruhe eingelagert.
      "Ich muss Porco finden und erneut töten."
      "Ist das der, den du damals töten musstest?"
      Levi nickte.

      "Bist du dir sicher, dass er es ist?"
      "Ein Zeuge kann mir das bestätigen. Er hat sogar eine Zeichnung von ihm angefertigt."
      "Wie willst du ihn in deinem Zustand finden und bekämpfen?"
      "Ich werde die ganze Stadt nach ihm absuchen, wenn es sein muss und ich könnte deine Hilfe gebrauchen."
      "Nein...ich wandle auf dem Pfad Gottes. Ich kann dir nicht helfen und egal, wie oft du es noch versuchen willst, ich werde nicht zurückkehren."
      "Ist dein Glaube nicht mit dem Trupp vereinbar?"
      "Erneut nein. Wäre es das, würde ich dort noch tätig sein. Das sag ich dir aber nicht zum ersten Mal, Levi."
      "Fein. Ich finde es trotzdem weiterhin albern. Eine so ehrbare Tätigkeit aufzugeben, um einem imaginären Wesen zu huldigen und nach dem zu leben, was ein Buch einem sagt."
      "Das sagst du nur, weil du noch kein göttliches Wunder erlebt hast."
      Keith schwieg für einen Moment und dachte nach. Ihm war klar, dass Levi dafür auch in Zukunft nur wenig Verständnis aufbringen könnte, glaubte er doch nur an seine Waffen und Kameraden. Er beschloss nun, das Thema zu wechseln.
      "Aber sag, wie läuft es mit Isabel? Seid ihr noch zusammen?"
      Levi blickte zu ihm hinüber und nickte. Auf seinen Wangen zeichnete sich eine leichte Röte ab.
      "Ja. Sie ist bei meinen Kameraden inzwischen angesehen und hat sich zu einer kompetenten Mechanikerin und Hufschmiedin entwickelt."
      "Das freut mich zu hören. Und geht es ihr gut?"
      Levi nickte. "Ja. Wobei...als ich zur Wolfsakademie aufgebrochen bin, hatte sie eine Grippe. Sie musste immer wieder kotzen, war ständig müde und hatte regelmäßig Heißhunger."
      "Das klingt nicht nach einer Grippe, aber was weiß ich schon. Ich bin nur ein Bischof."
      Keith klang fast schon amüsiert und legte seinen Kopf leicht schief, welchen er mit seinem Arm auf dem Tisch, an dem er saß abstützte.
      "Was sie auch hat, sie wird schon klarkommen. Schließlich haben wir in unserem Hauptquartier fähige Krankenschwestern."
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    • Lorae

      Wenn Levi sagte, dass er schon klar käme, müsste ich das wohl akzeptieren. Gut. Er wüsste schon, was er tut.
      "Ja.. Ich hoffe es..", meinte ich und versuchte Basim's Lächeln zu erwidern.
      Seine Frage zu Baldr und mir, ließ dieses Lächeln jedoch verschwinden. Kindisch? Mitleid?
      "Wir brauchen kein Mitleid.. Baldr weiß, wie sehr ich dafür trainiert habe", antwortete ich und setzte mich in Bewegung.
      "Und kindisch ist nur, dass Levi mich nicht in den Aufklärungstrupp lassen will, wenn ich eine Beziehung mit Baldr anfange. Eine Beziehung ändert rein gar nichts daran, dass ich Baldr beschützen will. Es spielt keine Rolle, ob wir im geheimen eine Beziehung führen oder sie öffentlich machen. Auch wenn wir keine Beziehung eingehen. Baldr bedeutet mir immer noch so viel wie vor einer Woche. Wie vor einem Monat. Oder einem Jahr. Ich war immer für ihn da und werde es immer sein", fügte ich ernst hinzu und blickte entschlossen nach vorn.
      "Mir ist durchaus bewusst, dass wir nur Bauern auf diesem Schachbrett sind. Es gibt viele von uns und keiner ist etwas besonderes. Außerhalb des Kampfes können wir sein, wer wir wollen. Auf dem Schlachtfeld sind wir Ritter, die für das Wohl aller kämpfen. Wenn einer von uns stirbt.. nimmt jemand anderes unseren Platz ein. Versteh mich nicht falsch.. Ich wäre am Boden zerstört, wenn Baldr.. Aber weder seine, noch meine Gefühle sind von Bedeutung. Das Wohl vieler wiegt schwerer, als das Wohl eines einzelnen. Im Kampf werde ich alles tun, um unsere Feinde zu stoppen. Nach dem Kampf werde ich trauern."
      Ich seufzte kurz.
      "Ist das herzlos? Im Kampf haben wir eine Verantwortung zu tragen. Ich werde weder meine Kameraden, noch unschuldige Bürger dafür opfern, dass ich mit Baldr zusammen bleiben kann."
      Einen Moment lang sah ich zu ihm rüber.
      "Levi hat mich gefragt, ob ich fähig wäre, Baldr zu töten, wenn er sich gegen seine eigenen Kameraden stellt.."
      Ich betrachtete die Narbe auf meiner Handfläche, die mich für immer daran erinnern würde, warum ich überhaupt hier war. Wenn ich Zweifel hatte, sah ich sie an und dachte an jenen Tag und das ich dieses Schicksal anderen ersparen wollte.
      "Wenn es wirklich nicht anders geht.. würde ich es tun, auch wenn ich mich für immer dafür hassen würde. Für meine Kameraden und das Volk..", sprach ich etwas leiser und richtete meinen Blick wieder nach vorn.
      "Das muss Baldr auch verstehen.. Wenn nicht, dann behält Levi Recht und Baldr wird nie die Welt sehen können..", fügte ich noch hinzu, ehe ich die Klinik erblickte und schwieg. Ich hatte alles gesagt, was es zu sagen gibt. Meiner Meinung nach musste es kein Entweder Oder geben, aber der Kampf, unsere Kameraden und unsere Aufgabe musste über allem anderen stehen.
      Baldr müsste stärker werden. Nicht nur emotional. Selbst wenn ich mich für ihn entscheiden und mein Schwert niederlegen würde.. Was nützt es mir, wenn Baldr möglicherweise schon bei dem ersten Einsatz stirbt?

      Der Besuch beim General hatte mich nicht nur sehr mitgenommen, sondern auch verwirrt. Jemand, den Levi eigenhändig getötet hatte, lebte wieder?
      "Heißt das, dieser Porco hat auch eine von diesen Waffen?" Wie Dimitri und der schwarze Ritter? Wie viele gibt es davon? Und wie viele davon waren so gefährlich, dass ein kleiner Kratzer reichte, um einen zu töten? Wie sollten wir gegen so etwas gewinnen?

      Als ich mit Basim nach draußen ging, sah ich ihn etwas beunruhigt an.
      "Was tun wir jetzt? Levi wird ihn in seinem Zustand kein zweites Mal töten können.. Vielleicht nicht einmal, wenn er bei bester Gesundheit wäre. Diese Waffen.."
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      - Eugene Ionesco
    • Als die Schwestern den Besuch aus dem Zimmer des Generals geleiteten, leistete Basim der Anweisung Folge.
      Draußen angekommen, lauschte er Lorae's Bemerkung und überlegte daraufhin einen Moment lang.
      "Diese Waffen sind in der Tat beunruhigend, etwas scheinbar so mächtiges wird nicht einfach so von einem gewöhnlichen Schmied geschmiedet worden sein und ich bezweifle sogar, dass dies Waffen von uns Menschen sind....aber lass das die Sorge von und Erwachsenen sein. Kümmert euch um den Ritterschlag und eure Ausbildung...auch wenn noch immer kein genaues Datum dafür feststeht, da wir noch die Schüler an die Akademie verteilen müssen. Aber wenn das erledigt ist, wird alles ganz schnell gehen und ehe ihr euch verseht, steckt ihr mitten in der Ausbildung und steht bis zu den Knien im Schlamm."
      Eine Weile liefen sie ziellos nebeneinander durch die Straßen Prahas.
      "Was wirst du tun, bis es soweit ist? Abgesehen von diesem Porco gibt es momentan nichts aufregendes, genieß also besser diese Zeit der Ruhe, es könnte deine letzte gewesen sein."

      ----

      Ich folgte den Beiden eine Weile von den Dächern der Stadt aus, drehte dann jedoch ab und fand mich nach einer Weile in der Nähe der Basilika wieder.
      Levi kam gerade aus dieser und sauste mit seiner Apparatur durch die Luft in meine Richtung.
      Jedoch schien ich nicht sein Ziel gewesen zu sein, da er einfach an mir vorüberzog und mich nicht einmal wahrgenommen zu haben schien.

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      Als Levi einige Augenblicke später in der altbekannten Arztpraxis seine Aufwartung machte, in dem er durch ein geöffnetes Fenster mitten in den Behandlungsraum rauschte, zeigte sich der Arzt schockiert.
      "Levi! Was...?"'
      Vom ersten Schock erholt, fiel ihm der Fleck an Levis Wange auf.
      "Mir scheint, es scheint sich immer mehr auszubreiten!"
      "Schneiden Sie das raus! Ich kann jetzt noch nicht sterben!"
      Der Arzt erkannte den unbändigen Willen des Hauptgefreiten in seinen mattgrauen Augen.
      "Gut. Wir müssen uns aber beeilen, ich habe gleich noch eine andere Patientin."
      Der Arzt gab Levi die Anweisung, sich wie schon beim ersten Besuch komplett zu entkleiden, um alle Stellen zu finden, an denen das nekrotische Gewebe zu finden war.
      Nach einer schnellen, aber gründlichen Untersuchung konnte der Arzt an fünf Stellen das Gewebe feststellen. Dafür waren die Wunden des bereits herausgeschnittenen Gewebes in einem guten Zustand.
      "Fünf Stellen...das wird einige Zeit dauern, länger als von mir gedacht. Meine Patientin dürfte gleich kommen. Ziehen Sie sich an und warten Sie im Wartezimmer. Wenn ich meine andere Patientin versorgt und den Eingriff mit meiner Assistentin vorbereitet habe, werde ich mich um Ihr Dilemma kümmern."
      "Ich hab keine Zeit zu warten! Da draußen läuft ein gefährlicher Mann umher und ich muss ihn stoppen!"
      Levi erklärte dem Arzt grob die Situation mit dem General und Porco, ohne jedoch Details zu nennen.
      "Ich verstehe, dennoch muss ich mich noch um andere Patienten kümmern. Ich habe einen Eid darauf abgelegt."
      "Tzz...", knirschte Levi mit den Zähnen, während er sich ankleidete.
      "Na na, Sie können sich auch an einen anderen Arzt wenden."

      Es dauerte von dort an beinahe zwei Stunden, bis der Eingriff stattfinden konnte. Erneut wurde das nekrotische Gewebe herausgeschabt und -geschnitten. Nach weiteren etwa zwei Stunden war es für Levi überstanden.
      Dennoch würde er noch über Nacht zur Beobachtung bleiben müssen, doch da sein Rollstuhl noch in der Herberge stand, könnte er die Praxis ohnehin nicht verlassen.

      -----

      "Wohin wird mein Hengst jetzt gehen?", fragte die Königin sichtlich ramponiert und mit zerzausten Haaren nackt auf dem Tisch im Salon liegend.
      Porco war gerade dabei, sich vor einem Spiegel die dunkelblonde Frisur akkurat und streng nach hinten zu kämmen und mit einer Mischung aus Ölen und Harzen zu fixieren.
      "Ich werde die Stadt verlassen. Meine Pflicht hier ist getan."
      "Ein Jammer...komm mich doch mal besuchen. Ich könnte Männer wie dich gebrauchen. Männer die wissen, wie man eine Frau richtig anpackt. Diese Waschweiber hier taugen doch zu nichts."
      "Ich werde es mir überlegen", Porco kleidete sich gerade in sein Oberteil, "da ist noch etwas...der General hatte angedeutet, dass Dimitri wiederkommen und den König stürzen wolle. Eventuell solltet ihr eure Wachen aufstocken, es könnte hier bald ungemütlich werden."
      "Soll dieser Dimitri ruhig kommen. Wir werden uns diesen Burschen schon vorknöpfen."
      "Unterschätz ihn nicht. Schließlich hab ich mit dem General seinen Vater auf dem Gewissen. Außerdem ist er der Sohn von
      Jehanne d’Arc."
      Die Königin erstarrte für einen Moment, als sie diesen Namen hörte.
      "Die Jehanne?"
      "Ja. Ich werde jetzt aber gehen. Genieß noch deine Sahnetorte", Porco blickte mit unbeeindruckter Miene zu ihr herab.
      "Ohh, das werde ich.~" Die Königin leckte sich lustvoll die Finger ab und verschwand damit wieder in ihrer Lustzone.
      "Aber sag, wenn Dimitri kommt, wirst du zurückkehren, um deine Königin zu beschützen? Auf dich warten noch mehr Gulden und als Bonus noch eine andere Öffnung meines Körpers. Du wärst dort sogar der Erste. Überleg es dir."
      Ihre reichlich mit Samen benetzten Finger verschwanden wieder in ihrem Mund.
      "Mal sehen. Du solltest dir übrigens Hilfe suchen, diese Gier nach Sex ist nicht gesund."
      Er blickte für einen Moment ausdruckslos über seine Schulter hinweg in ihre Richtung und verschwand schließlich mit dem Beutel Gulden in den Raum der Königin und nutzte von dort aus den Geheimgang, um durch das Tunnelsystem den Palast und die Stadt zu verlassen.
      "Ich warte auf dich", rief sie noch nach, jedoch schwieg er. Ein letztes Rumpeln war zu hören, als die Tür am anderen Ende des Geheimganges geschlossen wurde, dann herrschte Totenstille im Salon.
      Die Königin lag auf dem Tisch und starrte für einen Moment an die Decke, ehe sie ein Ruck überkam. Sie sammelte mit ihren Fingern hastig den restlichen Samen Porco´s auf und schob sie sich - so tief es ging - in ihre Lustöffnung, um ihn dort zu verteilen...
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    • Lorae

      Die Sorge der Erwachsenen? Unsere Gegner hatten keinen Unterschied zwischen den Erwachsenen und uns gemacht. Aber aus seiner Perspektive betrachtet, würde ich momentan keine große Hilfe sein. Ich musste erst stärker werden und den Umgang mit dieser Apparatur meistern. Nachdenklich blickte ich auf die Straße vor uns, ehe er mich fragte, was ich bis zum Ritterschlag tun wollte. Mein Blick glitt auf sein Gesicht, doch schnell wieder nach vorn.
      "Trainieren.."
      Ich ließ meinen Blick über die Umgebung wandern.
      "Hey Basim... wie macht sich Baldr in.. dieser anderen Einheit?", fragte ich und sah ihn wieder an.
      "Diese geheime Einheit im Dienste des Königs..", fügte ich leise hinzu. Levi sagte, dass er nicht wüsste, ob Baldr sich dafür eignete, aber Basim könnte mir sicher mehr dazu sagen.

      _____

      Valerius Hazen

      Da Lorae nicht da war, um mit mir zu trainieren - wobei ich dazu gerade auch nicht wirklich den Kopf hatte - ging ich zu Meredith, um nach ihr zu sehen. Der Hauptgefreite hatte seltsam auf meine Zeichnung reagiert, also kannte er diesen Mann auch..
      Bei ihr angekommen, klopfte ich an die Tür und trat ein. Sie war nicht da und das Feuer in der Schmiede war auch erloschen. Auf dem Tisch lag jedoch mein Bogen, den ich an mich nahm, ehe ich mich im Haus umsah. Doch dort war sie auch nicht. Ob sie den General besuchte? Wohl eher nicht. Aber vielleicht brauchte sie etwas frische Luft und machte einen Spaziergang? Sollte ich mir Sorgen machen? Irgendwie machte ich das. In einer so großen Stadt würde ich sie niemals finden.
      Deshalb beschloss ich etwas spazieren zu gehen und mir die Teile Praha's anzusehen, die ich noch nicht kannte, um mich mit dem Rest der Stadt vertraut zu machen. Vielleicht würde mir dieses Wissen irgendwann nützlich sein. Deshalb prägte ich mir jede Straße ein, jedes Schild, das auf einen Händler oder Handwerker schließen ließ. Jedes Gasthaus und alles, was einen Namen hatte. Natürlich gab es auch reichlich Wohnhäuser, aber die waren nicht weiter wichtig, außer für die Vollständigkeit der Karte in meinem Gedächtnis. Was mache ich eigentlich, wenn ich diesen Typen wiedersehe? Ich sollte hoffen, dass er mich nicht erkennen würde.. Den Blick senken und weitergehen.. Ich hatte keine Chance gegen ihn und Verstärkung holen war auch nicht drin.
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      - Eugene Ionesco
    • Am Abend kehrte ich durch das Tunnelsystem zurück in das Hauptquartier des Ordens. Ursprünglich zur Evakuierung der Königsfamilie im Ernstfall angelegt, wurde die Idee schnell weiterentwickelt und ein unterirdisches System angelegt, dass sowohl die Bewohner aus der Stadt evakuieren, als auch Militär in die Stadt bringen könnte, um im Falle einer Belagerung durch Feinde Hinterhalte ausführen zu können.
      Entsprechend umfangreich war das System geworden, sodass ich mich ständig verlief und einige Male in Sackgassen wiederfand, während ich an anderen Malen Ausgänge erreichte, die mich zwar aus dem System, jedoch nicht an mein Ziel führten.
      Irgendwann entdeckte ich eine andere Gestalt, die einige Meter vor mir eine Abzweigung entlangging und in einen anderen Gang einbog, mich jedoch nicht zu bemerken schien.
      Optisch sah sie aus wie ein Mann mit hellerem Haar, mehr war aufgrund der Dunkelheit nicht auszumachen.
      Ich blieb für einen Moment stehen, dann lief ich leise und langsam vorwärts, da ich keine Lust auf Konfrontationen habe. Wer hier unten ohne Not umherspaziert, gehört entweder zum Militär oder dem Orden an.

      Es dauerte eine ganze Weile, bis ich endlich mein Ziel erreicht hatte.
      Deimos empfing mich bereits im Inneren.
      "Malaka, was für eine Uniform!", lobte er meine neue Montur und legte seine Hand auf meine Schulter.
      "Danke." Der Geruch von Met schlug mir entgegen. Mir wurde vom Geruch schlecht, hatte ich doch seit heute Morgen nichts mehr gegessen.

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      "Trainieren, hm? Klingt ziemlich eintönig, wenn du mich fragst. Hast du noch andere Hobbies?"
      Basim schwieg für einen Moment und befürchtete, dass es verurteilend rüberkommen könnte.
      "Aber übertreib es nicht damit. Regeneration ist ebenfalls wichtig und damit meine ich nicht schlafen. Im Norden der Stadt im Bezirk Josefov gibt es ein Badehaus. Dort gibt es einige Becken mit heißem Wasser, das löst Verspannungen. Außerdem kannst du dort ein Schwitzbad nehmen, vielleicht sogar mit Baldr. Auch wenn es ihm gut geht, so wirkt er manchmal einsam und könnte jemanden gebrauchen, der sich mit ihm beschäftigt."
      Sie waren einige Meter gegangen, als sich Lorae nach Baldr erkundigte.
      "Er macht sich gut und hat Talent. Jedoch hat er noch keinen Auftrag ausgeführt und das wird er auch nicht, da er in den Aufklärungstrupp gehen wird. Sollte er irgendwann aber austreten, werden wir ihn mit offenen Armen bei uns empfangen, schließlich wird er auch einer von uns bleiben, auch wenn er gerade nicht aktiv ist, solange er sich nicht entscheidet, bei uns auszutreten. Er ist gewissermaßen...ein Reservist, davon haben wir bei uns einige. In Zeiten, in denen Flaute herrscht, ist es wichtig, ein zweites Standbein zu haben. Einer von uns ist zum Beispiel Söldner und ein anderer wird wohl ein Studium an einer Universität als Ingenieur beginnen. Daneben haben wir noch einige andere, die nicht hier tätig sind, sondern durch die Reiche ziehen und dort ihren Aufgaben nachgehen."
      Basim überlegte einen Moment und bekam dann einen Geistesblitz.
      "Was wäre, wenn du auch Teil des Ordens wirst? Im Gegensatz zum Aufklärungstrupp ist es egal, ob bei uns Beziehungen gepflegt werden oder nicht."
      Basim lächelte zu ihr hinab. "Natürlich musst du dich nicht sofort entscheiden. Sieh es als Angebot, solltest du irgendwann deine Ausbildung abgeschlossen und keine Lust mehr auf den Trupp haben. Und wenn ihr bei uns eine Familie gründen wollt, ist das auch kein Problem. Wir sind immer für Nachwuchs dankbar."
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    • Lorae

      Für Basim mochte Training eintönig sein, aber ich ließ mich immer wieder etwas neues einfallen. Und ob ich andere Hobbies hatte? Nein, nicht wirklich. Eigentlich tat ich nie etwas anderes als lernen und trainieren oder mich mit Baldr unterhalten.
      Dem Gedanken eines heißen Bades war ich jedoch nicht ganz abgeneigt, als er jedoch Baldr erwähnte, atmete ich tief durch. Selbst wenn ich wollte, wie sollte ich Baldr denn fragen, ob er mitkäme? Ich hatte ihn seit Tagen nicht gesehen, aber zumindest ging es ihm gut.
      Es überraschte mich jedoch ein wenig, dass Basim so.. gesprächig war und mir von den anderen Mitgliedern erzählte. Da kamen wohl die verschiedensten Leute unter und Baldr hätte einen Platz, wo er hinkönnte, sollte ihm der Aufklärungstrupp doch zu viel sein. Das beruhigte mich. Von wegen verlorenes Jahr, das er nie zurückbekäme.. Zu Trainieren würde Baldr sicher nicht schaden oder war das in dieser Einheit nicht so wichtig?
      Ich blickte kurz in den Himmel, bevor Basim plötzlich davon sprach, dass ich mich diesem Orden anschließen könnte. Dort dürfte ich mit Baldr zusammen sein? Bei dem Gedanken senkte ich meinen Blick und versuchte dieses Kribbeln in meinem Bauch zu unterdrücken. Doch als Basim auch noch meinte, dass wir eine Familie gründen könnten, fühlte sich das ziemlich eigenartig an. Da war wieder dieses gemischte Gefühl aus Freude und Angst. Allerdings überflügelte die Freude die Angst dieses Mal, da mich Basim Worte zuversichtlich stimmten.
      Ich schwieg einen Moment und blieb abrupt stehen, wobei ich Basim am Arm festhielt, damit er sich zu mir umdrehte und ich ihm in die Augen sehen konnte.
      "Du weißt, wo Baldr ist.. Kann ich.. Kann ich zu ihm? Bitte.." Wusste Baldr davon? Dann hätte er es mir doch erzählt. Jetzt wollte ich ihn umso mehr sehen und mit ihm sprechen, ihn umarmen. Seine Nähe spüren.. Mich entschuldigen..
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      - Eugene Ionesco
    • Basim war ein wenig verwundert, als Lorae ihm am Arm festhielt und ihre Bitte äußerste; er blieb stehen und blickte zu ihr.
      "Klar...allerdings kannst du nicht direkt zu ihm. Du müsstest dort bleiben, wo ich dich bitte zu warten, dann werde ich zu ihm gehen und fragen, ob er damit einverstanden ist. Wobei es keine Garantie gibt, dass er bereits dort ist, wo ich ihn vermute. Also sei nicht enttäuscht, sollte ich mit leeren Händen zurückkehren. Wenn du damit einverstanden bist, dann lass uns aufbrechen."

      ....

      Unterdessen saß Flavius nackt alleine in einer heißen Quelle am Rande eines Dorfes, das aus etwa einem Dutzend Massivholzhütten bestand, in dessen Zentrum stand ein Tempel. Polarlichter erhellten die Nacht, ein großer, muskulöser Mann mit langem blonden Haar stapfte oben ohne durch den Schnee auf den inzwischen Grauhaarigen im Wasser zu.
      "Hier bist du."
      "Hallo, Ragnar."
      "Wir haben uns Sorgen gemacht, als du neulich einfach ohne etwas zu sagen verschwunden bist. Wir haben sogar nach dir gesucht."
      "Ist mir zu Ohren gekommen...und es tut mir Leid."
      "Warum hast du das gemacht?"
      "Der Orden für den ich arbeite hat einen Boten mit einem dringenden Befehl geschickt, als ich im Eulennest war. Ich sollte quasi mit ihm mitkommen und hatte gerade genug Zeit um das Wichtigste mitzunehmen."
      "Was ist passiert?" Während den Ausführungen Flavius´ entkleidete sich Ragnar ebenfalls und setzte sich zu ihm in die heiße Quelle.
      "Mein erster großer Einsatz als Assassine: Ich sollte mich als Rekrut in die Militärpolizei der Hauptstadt einschleusen und dort wegen verdächtiger Aktivitäten an Informationen wegen eines Waffenschmuggels gelangen, aber das hat sich wegen des Angriffes auf die Wolfsakademie erledigt, bei dem ich letztlich Teil einer Vorhut war und verwundet wurde. Der Einsatz war rückblickend betrachtet ein Riesendurcheinander und ziemlich planlos, so als wüsste man nicht, in welche Richtung es gehen sollte. Jedenfalls bin ich froh, dass ich heil aus der Sache rausgekommen bin. Allerdings war nicht alles schlecht...ich habe da einen Jungen kennengelernt...und naja, mich heftig in ihn verliebt. Ich konnte wegen ihm nachts kaum schlafen und wahrscheinlich werde ich auch heute wieder nicht viel schlafen können, weil ich die ganze Zeit an ihn denken muss."
      Flavius erzählte von mir und unseren Treffen, dann erzählte Ragnar, was ihm auf der Suche nach Flavius widerfahren war.
      Am Interessantesten fand er den Teil, als Ragnar unweit eines Dorfes auf ein Mitglied des Aufklärungstrupps traf und vier Banditen auf einmal aus dem Weg räumte, um sein Leben zu retten. Das Mitglied war danach so beeindruckt von ihm, dass er Ragnar am Liebsten angeworben hätte.
      "Das klingt spannend. Warum hast du das Angebot nicht angenommen?"
      "Ich muss hierbleiben. Wenn dem Dorf etwas geschieht, muss jemand hier sein und es verteidigen. Außerdem haben wir noch eine Rechnung mit deinem Vater offen. Wir dürfen ihm diese Taten nicht vergeben, er muss sterben!"
      Flavius blickte stumm ins dampfende Wasser und strich über seinen verbundenen Arm, der am Rand der Quelle abgestützt war, damit er nicht nass wird.
      "Du legst ihn wohl noch immer nicht ab?"
      "Nein...diese Stigmen soll außer meinem Vater niemand sehen, er soll sie immer vor Augen haben, wenn er mich sieht."
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    • Lorae

      Es war egal, wie und wo ich Baldr sehen würde, Hauptsache ich könnte ihn wiedersehen! Also stimmte ich zu und begleitete Basim, ehe ich eine ziemlich lange Zeit allein zurückblieb. Ich lehnte mich an eine Wand und verschränkte die Arme voreinander, während ich ungeduldig mit meinem Fuß tippelte. Ob Baldr wohl zustimmen würde? Aber vielleicht war er auch gar nicht dort und streunte durch die Stadt. Ha! Etwas sinnvolles gäbe es da schon, was ich tun könnte.
      Also bog ich in eine Gasse ab und sah die Hauswand empor. Wow.. wie ich da wohl am besten hoch käme? Es gab ein paar Rillen und manchmal stand ein Stein hervor, allerdings bräuchte ich dafür vermutlich mehr Kraft in den Fingern, um mich an so schmalen Kanten festhalten zu können. Beeindruckend, dass Baldr das so gut beherrschte. Zumindest wäre es nicht sehr schön gewesen, wenn er von unserem Zimmer in der Akademie heruntergefallen wäre.
      Mein Blick ging tiefer in die Gasse hinein, wo ein paar Kisten standen mit denen ich problemlos an den Balken des Dachträgers käme. Wollen wir doch mal sehen.. Meine Arme und Beine sollten nicht das Problem dabei sein. Mit Anlauf lief ich auf die Kisten zu, sprang, griff nach dem Balken und zog mich mit zusammengebissenen Zähnen hoch. Das war ganz schön anstrengend.. Aber ich hatte es geschafft!
      Ein breites Grinsen zierte mein Gesicht, bevor ich von da aus auf das Dach klettern konnte und oberhalb des Daches zurück zu der Stelle krabbelte, wo ich vorhin noch auf Baldr gewartet hatte. Gespannt starrte ich auf die Straße, während ich auf dem Dach lag und mein Kinn auf meine Arme legte. Vielleicht sollte ich wieder runterklettern, um Basim nicht zu verpassen. Nicht, dass er noch dachte ich wäre gegangen..
      ~ ♦ ~ Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung. ~ ♦ ~
      - Eugene Ionesco
    • Basim begleitete Lorae zu einem Platz ganz in der Nähe des Königspalastes und deutete auf eine Fläche, auf der sie zu warten hätte.
      Dann bog er ab und betrat außerhalb von Lorae's Sichtfeld den Brunnen. Von innen die Wand hinabgeklettert, um nicht nass zu werden, erreichte er schließlich das Ufer des unterirdischen Grundwassersees.
      Von hier aus war es nur noch ein Katzensprung bis in die Zentrale des Ordens.

      ...

      Ich hatte bereits gegessen, mich um meine Hygiene gekümmert und lag seit einiger Zeit im Bett um zu schlafen, als Basim an die Tür klopfte und den kleinen Raum betrat, in dem ich lag, mein Rücken der Tür zugewandt, die Decke bis zum Kinn hochgezogen, meine Kleidung hing über einem Stuhl am Schreibtisch.
      "Baldr...es gibt da jemanden, der dich sehen möchte."
      Ich horchte auf: "Du lässt Fremde in unser Hauptquartier?"
      "Natürlich nicht. Sie wartet an der Oberfläche."
      "Sie?", ich seufzte und wusste bereits, wer gemeint war, gab es in meinem Leben doch nur ein Mädchen, das ich kannte und mich von sich aus sehen wollen würde.
      "Muss das jetzt sein? Ich wollte gerade schlafen..."
      "Du fehlst ihr und wenn du jetzt nicht aufstehst, dich anziehst du zu ihr gehst, werde ich solange an die Tür klopfen, bis du weich wirst."
      Ich richtete mich missmutig auf. "Wenn du mich danach wieder in Frieden lässt...lass mich wenigstens in Ruhe anziehen."
      "Gut."
      "Und lass mich alleine zu ihr gehen."
      "Verstanden."
      "Warte...was ist mit meinen Klingen?"
      "Hole ich dir, wenn du mir versprichst, zu ihr zu gehen."
      Ich seufzte für einen langen Moment.
      "Fein...versprochen."
      "Und jetzt lächle mal ein bisschen, sei froh, dass sie dir überhaupt nachrennt. Jedes normale Mädchen hätte sich früher oder später einen anderen geangelt."

      Wortlos kleidete ich mich wieder ein und zog sogar meine Montur an, kurz darauf brachte mir Basim meinen Satz der versteckten Klingen, die ich mir sogleich an den Handgelenken festmachte.
      Wenig später war ich wieder an der Oberfläche. Da sie an der Stelle, die Basim mir genannt hatte, nicht zu finden war, kletterte ich auf ein Dach, wo ich sie erblickte. Sie lag einige Dächer von mir entfernt und blickte angespannt auf die Straße, das Kinn auf den Armen abgestützt.
      Ich schüttelte mir ein Lächeln unterdrückend mit dem Kopf und kam von hinten auf sie zu.
      Schließlich setzte ich mich lautlos neben sie, die Kapuze verdeckte dabei mein Gesicht.
      "Bist du da etwa ganz alleine hochgekommen?"
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    • Lorae

      Einen Moment lang wartete ich noch und fragte mich sogar, ob ich Baldr erschrecken könnte, verwarf diesen jedoch schnell wieder. Das wäre nicht nett..
      Bevor ich jedoch wieder runterklettern konnte, vernahm ich eine Bewegung aus den Augenwinkeln, gefolgt von Baldr's Stimme, als ich mich hastig auf die Seite drehte. War ich etwa so in Gedanken versunken, dass ich ihn erst so spät bemerkt hatte?
      Mit großen Augen starrte ich zu ihm auf und lächelte breit.
      "Nicht direkt an einer Wand, aber ja. Ich wollte es unbedingt mal ausprobieren."
      Nachdem ich mich neben ihn gesetzt hatte, legte ich meinen Kopf an seine Schulter und hoffte, dass er mich nicht so schnell wieder allein lassen würde.
      "Ich freu mich, dass du gekommen bist, Baldr.. Ich vermisse dich..", gestand ich und seufzte leise.
      "Basim meinte, ich solle mal das Badehaus im Bezirk Josevof besuchen. Mit dir.. Außerdem.."
      Ich hob meinen Kopf wieder und blickte in den Himmel.
      "Basim hat mir angeboten eurem Orden beizutreten.. Da würde uns keiner vorschreiben, wie wir zueinander stehen dürfen..", meinte ich etwas leiser und sah wieder zu ihm, wobei meine Wangen erröteten, obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, das zu verhindern. Das war jedoch leicht gesagt, solange Baldr nicht in der Nähe war und ich hatte ihn so lange nicht gesehen. Am liebsten würde ich ihm in die Arme fallen, aber ich wusste nicht, wie er inzwischen dazu stehen würde. Oder wie er den Gedanken finden würde, wenn ich dieses Angebot annehmen würde.
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    • "Gut gemacht", murmelte ich mit einem Funken Stolz in der Stimme und blickte sie an, während sie sich aufrichtete um neben mir Platz zu nehmen.
      "Ich...hab dich auch vermisst, aber es gab nur noch diese beiden Möglichkeiten...", gestand ich und legte einen Arm um sie.
      "Basim hat mit allem nicht unrecht. Ein Badehausbesuch in Josefov klingt in der Tat verlockend. Und wir beide im selben Orden hört sich...interessant an, aber was wird dann aus dem Aufklärungstrupp?"
      Ich löste mich von ihr, zog meine Montur aus, drapierte sie mit der Innenseite voran auf dem Dach - ich wollte vermeiden, dass sie von Außen schmutzig wird - und legte mich auf den Rücken, um in den klaren Nachthimmel zu blicken. Einige Vögel drehten über der Stadt einsam ihre Kreise.
      "Wenn wir Glück haben, ist das Badehaus noch geöffnet...und danach...können wir ja die Nacht miteinander verbringen...wobei wir das Badehaus auch erst morgen aufsuchen können und heute Nacht einfach hier bleiben..."
      Die letzten Worte brachte ich nur zögerlich über die Lippen, hatten wir doch einige Tage keinen Kontakt zueinander gehabt. Vermutlich wäre es unangebracht, in einer solchen Situation gleich wieder mehrdeutige Gelegenheiten für unanständige Gedanken ins Spiel zu bringen, doch wir waren jung und standen knietief im Saft, der uns aus allen Poren trieft. Die Welt lag uns zu Füßen, unsere jugendlichen Körper waren zu jeder Schandtat bereit.
      "Wie...erging es dir die letzten Tage ohne mich? Was hast du Schönes erlebt und...hast du die Lust erfolgreich unterdrücken können oder wollen wir es nun doch auf die andere Art probieren? Uns bleibt nicht mehr viel Zeit, bis unsere Ausbildung beginnt und ich möchte später nichts bereuen müssen."
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    • Lorae

      Es gab nur zwei Momente in denen ich mich mehr darüber gefreut hatte Baldr zu sehen, als jetzt. In Paradis, nach dem Angriff und als die Akademie im Feuer versank. Dieses Mal war er nicht in Gefahr, aber ich hatte ihn so lange nicht gesehen.
      Auch Baldr's Interesse an meinem Beitritt beim Orden, heiterte mich auf. Seine Frage nach dem Aufklärungstrupp stellte ich mir jedoch auch. Darüber.. würde ich zu einem späteren Zeitpunkt genauer nachdenken.
      Mein Blick folgte Baldr, der es sich auf dem Dach gemütlich machte. Seine Vorschläge, oder vielmehr Vorschlag, da sie sich am Ende doch glichen, machten es mir nicht gerade leicht, nicht an unsere gemeinsame Zeit und.. unser weiteres Vorhaben zu denken. Doch ich schwieg und blickte in den Himmel, ehe Baldr's Stimme erneut erklang.
      Ob ich die Lust erfolgreich unterdrücken konnte?
      "Ich.. habe mit Valerius trainiert..", meinte ich und legte meine Arme um meine angezogenen Beine.
      "Aber abends im Bett.. musste ich daran denken."
      Es war mir ein wenig peinlich, dass ich es doch ausprobiert hatte, mich selbst zu berühren. So ganz unterdrücken konnte ich es also nicht..
      Ich streckte meine Beine wieder und wandte mich ihm zu. Er würde das Verstreichen weiterer Möglichkeiten mehr bereuen, als das wir es überhaupt getan hatten? So betrachtet, konnte man nur das erste Mal bereuen oder eben, es nicht oft genug getan zu haben. Und ersteres hatten wir schon getan, also konnten wir daran nichts ändern. Im Moment glaubte ich jedoch nicht, dass ich es bereuen würde. Ich bereute nur, dass ich Baldr am Teich gehen lassen habe.
      Langsam legte ich mich zu ihm und beugte mich über ihn, um sein Gesicht zu betrachten. Ich lächelte und strich durch sein Haar, ehe ich mich seinen Lippen näherte, um meine mit ihnen zu vereinen.
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    • "Wie hat es sich für dich angefühlt, daran zu denken?", flüsterte ich, als sie sich langsam über mich beugte, lächelnd mein Gesicht betrachtend einige Haare aus selbigem zu wischen und schließlich ihre Lippen auf meine legte.
      Ich erwiderte ihren Kuss mit geschlossenen Augen und legte meine Arme um sie, während meine Zunge ein Stück weit in ihren Mund eindrang, den Versuch unternehmend, mit ihrer zu spielen.
      Jedoch war ich ein wenig unsicher im Bezug darauf, wie weit ich mit ihr gehen könnte. Sollte ich es bei ein paar Küssen belassen oder ich einen Schritt weiter gehen? Oder sollte ich gleich ihr die Kontrolle über unser Handeln geben? Ich überlegte und entschied mich schließlich für letztere Option.
      "Heute übergebe ich dir die Kontrolle. Mach mit mir was du willst", hauchte ich in unseren Kuss, den ich schließlich mit leicht erröteten Wangen löste.

      -------

      Unterdessen gab Dimitri Falco in deren Zimmer im Gasthaus Sprachunterricht.
      "Gut, Falco. Noch einmal. Stell dich vor."
      "Hallo. Mein Name ist Falco. Ich komme aus Bohemia."
      "Gut. Wird doch langsam. Und jetzt sag wie alt du bist."
      "Ich bin siebzehn Jahre alt."
      "Wie alt bist du?"
      "Ich bin siebzehn."
      "Wo kommst du her?"
      "Ich komme aus Bohemia."
      "Und wie ist dein Name?"
      "Mein Name ist Falco."
      "Und wegen was bist du hier?"
      "Um ein fähiger Krieger zu werden, so wie mein Bruder."


      "Der Junge ist ja ein richtiges Naturtalent", entgegnete Kasparow, der dem Unterricht beigewohnt hatte, halb auf einem Tisch sitzend, die Arme vor der Brust verschränkt.
      "Wir haben dennoch noch genug zu tun, Konntest du deinen Kontakt erreichen?"
      "Ja. Sobald wir die Apparaturen haben, können wir mit der Ausbildung beginnen.

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    • Lorae

      "Gut..", hauchte ich gegen seine Lippen, ohne mich lange davon zu entfernen. Es hatte sich allerdings nicht so gut angefühlt, wie es tatsächlich zu tun, anstatt nur daran zu denken.
      "Aber einsam.."
      Viel zu sehr hatte ich mich dabei nach seinen Lippen und seiner Zunge gesehnt, weshalb ich mir Sorgen machte, zu gierig zu werden.
      Als Baldr mir jedoch erlaubte, mit ihm zu machen, was ich wollte, wurde es schwieriger mich zurückzuhalten.
      "Sollten wir nicht... woanders hingehen?", fragte ich und betrachtete ihn einen kurzen Moment, ehe ich begann seinen Hals zu küssen. Hier auf dem Dach wäre es ziemlich unpassend, oder? Ich weiß nicht. Ein wenig mehr Privatsphäre würde ich schon gern haben oder stellte ich mich zu sehr an?

      ____

      Ruven Avenor

      Dieser Tag war anstrengend und grauenvoll. Ich mochte es nicht, wenn Krista weint, aber irgendwann mussten wir ihr es ja sagen.. Sie war alt genug, um das zu verstehen. Aber Krista und ich hatten immer ein ziemlich gutes Verhältnis zu Theo gehabt. Wobei Krista sich auch gut mit David versteht, im Gegensatz zu Theo und mir.
      Stöhnend wischte ich mir mit den Händen durch das Gesicht, ehe ich mich auf den Weg zu Isabelle machte. Ich dachte, dass sie sich vielleicht auch Sorgen um Theo machte und fand, dass sie ein Recht darauf hatte es zu erfahren. Aber konnte ich einfach so bei ihr aufkreuzen? Mehr als wegschicken konnten sie mich nicht, also wagte ich den Versuch.
      Ein junges Mädchen - wohl eine Magd - öffnete mir die Tür und sah mich an.
      "Guten Tag. Mein Name ist Ruven Avenor. Könnte ich mit Isabelle sprechen?"
      "Tut mir leid. Lady Isabelle ist nicht im Haus. Soll ich ihr eine Nachricht überbringen?"
      "Oh, ehm. Ja.. Wenn sie Zeit hat, könnte sie mich ja besuchen."
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    • "Auch ich war einsam...", keuchte ich leise, während sie anfing, meinen Hals zu küssen. Willig streckte ich ihr ihn entgegen, ihre Frage ignorierte ich für einen Moment und genoss stattdessen einfach nur ihre Küsse.
      "Wo möchtest du denn hingehen?", flüsterte ich schließlich. Meine Hände streichelten ihren Rücken entlang, bis sie beinahe eigenständig mit kraulenden Bewegungen anfingen.
      Unter uns waren leise Stimmen zu hören, dann wurde ein Fenster geöffnet und sie wurden lauter. Es scheint, dass die Hausherren nun zurückgekehrt waren. Womöglich wäre es keine gute Idee, uns hier oben einander hinzugeben. Welche Optionen hätten wir? Ich überlegte fieberhaft, während mein Hals weiter mit Küssen bedeckt wurde.
      Die Herberge ist denkbar ungeeignet, das Badehaus wäre ebenfalls kompliziert; vielleicht als Ort für ein Vorspiel, ein Aufwärmen? Am sinnvollsten wäre wohl ein Zimmer in einer Taverne. Meinen Lippen entfleuchte ein leises Stöhnen, als sie anfing, an meinem Hals zu saugen.
      "Bist du etwa ein Vampir?", keuchte ich scherzhaft und strich durch ihr Haar. Mein Hals pochte leicht und ich vermutete, dass sie mir ebenfalls einen Fleck verpasst haben könnte.
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    • Lorae

      Wo ich hingehen möchte? Das war eine gute Frage. Während ich über eine Antwort nachdachte, beschloss ich mich bei ihm für den Fleck an meinem Hals zu revanchieren.
      Auf seine Frage hin, lachte ich leise und hob meinen Kopf, um in seine Augen zu sehen.
      "Komm!"
      Mit einem breiten Lächeln stand ich auf und zog ihn auf die Beine. Dann blickte ich über die Dächer und grinste etwas. Wenn ich schon hier oben war, könnte ich doch gleich mein Geschick auf die Probe stellen, weshalb ich zum nächsten Dach rüber sprang. Allerdings war ich dabei nicht annähernd so elegant - und vor allem leise - wie Baldr. Bevor ich also noch irgendwelchen Ärger auf uns zog, kletterte ich vom Dach. Statt die schmale Seitengasse direkt zu verlassen, drückte ich Baldr wieder meine Lippen auf und küsste ihn, während ich seine Hände und seinen Körper mit meinem an die Wand drängte. Mein Herz raste und mein Bauch kribbelte, aber das war ein gutes Gefühl. Vielleicht genoss ich es ein wenig zu sehr? Aber Baldr sagte, dass ich alles tun dürfte, was ich wollte.
      Für ein Zimmer hatte ich kein Geld und in die Herberge wollte ich nicht. Hier war es vielleicht auch nicht unbedingt ideal, aber wenn es jemand wagen sollte und zu stören, würde ich ihm einfach meinem Schwert vorstellen.
      Während ich mich wieder seinem Hals widmete, legte ich seine Hände an meine Taille und ließ meine Hände unterhalb seines Oberteils bis zu seiner Brust gleiten. Ich wollte nicht dagegen ankämpfen, wozu sollte das gut sein? Es hat uns beide nur unglücklich gemacht. Dennoch war ich ein wenig aufgeregt.
      "Hast du noch Geld?", keuchte ich in sein Ohr. "Oder sollen wir.." Hier? Jetzt?
      So viele Leute würde sich schon nicht in Gassen herumtreiben.. und wenn doch, würden wir ihn einfach vertreiben..
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    • Ich war - angesichts meines Vorschlags, dass sie mit mir machen könne was sie wolle - nicht sonderlich überrascht, als sie mich auf die Beine holte und mir mit einem breiten Lächeln zu verstehen gab, dass ich mit ihr kommen solle.
      Selbstredend ließ ich mir das kein zweites Mal sagen und nachdem ich meine Montur gegriffen hatte, folgte ich Lorae zum nächsten Dach.
      Sie stellte sich dabei gar nicht schlecht an, jedoch mangelte es noch an Eleganz und Ruhe, doch Übung macht bekanntlich den Meister.
      Ein wenig überraschte mich der Umstand, dass sie mich in dieser Seitengasse an eine Wand drückte und sich wieder meinem Hals widmete.
      Meine Hände wurden an ihrer Taille positioniert, dann wanderte eine Hand unter mein Oberteil bis hinauf zur Brust.
      Ich genoss den Moment und gab mich ihm leise keuchend hin, ein starkes Kribbeln im Bauch übermannte mich, außerdem meldete sich nun meine Erregung und gab zu verstehen, dass ich bereit war.
      Mehr als das sogar, ich hatte das Gefühl, es die ganze Nacht tun zu können und auch zu wollen, wieder und wieder und wieder, bis ich ohnmächtig werde und bis zum Ritterschlag durchschlafe. Denn so sehr ich mir all dies herbeigesehnt habe, desto weniger freute ich mich auf die Tristesse, die der neue Morgen mit sich bringen würde.
      Doch was wäre, wenn sie und ich uns bis zum Ritterschlag in eine Taverne einsperren und einander hingeben? Es würde doch ohnehin noch einige Tage dauern, bis eine Rückmeldung der Akademien erfolgt ist und die Schüler aufgeteilt wurden. Warum diese Zeit nicht nutzen um all die Lust auszuleben, da wir beide doch eh wissen, dass sobald die Ausbildung beginnt, wir dafür keine Zeit mehr haben werden?
      Ihre Frage riss mich aus meinen Gedanken. Ich blickte mich um. Die Gasse war zwar dunkel, jedoch wenig einladend. Hier gab es nichts, nur ein paar scheinbar verwaiste Kisten und Rattenlöcher.
      Zwar könnte ich sie auf eine Kiste legen und zur Sache kommen, ebenso könnte ich mich auf eine legen und sie setzt sich auf mich, jedoch erschien mir dieser Ort absolut unpassend und nur wenig intim.
      "Taverne", lautete daher meine knappe Antwort. "Lass uns für ein paar Tage in eine Taverne gehen und uns all die Lust, die uns so sehr gequält hat, ausleben, ja? Levi scheint wieder mobil zu sein und Marius und die Anderen kommen auch ohne uns aus. Ich will dich und das tagelang immer und immer wieder. Es gibt so viel, dass ich mit dir probieren und Grenzen, die ich erforschen möchte...aber nicht in diesem Drecksloch. Ich hab genug Geld, lass uns in einer Taverne untertauchen, ja?"
      Ich hoffte inständig, dass sie zusagt. Ich hatte keine Lust, mich bis zum Ritterschlag nur noch mit dem Klauen von Geld und weiteren Nichtigkeiten zu befassen, ich wollte Spaß und das mit ihr alleine. Mit Gier in den Augen nahm ich einen ihrer Arme und legte die dazugehörige Hand auf die pralle Verhärtung zwischen meinen Beinen.
      "Bevor du eine Entscheidung triffst ob wir in die Taverne gehen, ist den anderen meine Abwesenheit überhaupt aufgefallen? Haben sie gefragt wo ich bin? Oder bin ich ihnen egal?"
      Meine Gesichtszüge wurden für einen Moment ernst, dennoch blieb ich erregt. Um den Moment nicht zu zerstören, ließ ich meine Ausbeulung zucken.
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    • Lorae

      Auch wenn ich mich dazu bereit erklärt hätte, es hier zutun, war ich doch sehr erleichtert darüber, dass wir uns auch einen besseren Ort leisten konnten. Seine Worte entlockten mir ein erregtes Keuchen, weshalb ich in seine Augen sah und tief durchatmete, ehe er mich spüren ließ, wie sehr er mich wollte.
      Meine Entscheidung war schon gefallen, doch seine Frage würde ich selbstverständlich beantworten, wozu ich meine Stirn an seine legte und sanft über seine Erregung strich.
      "Du bist niemandem egal..", keuchte ich und hätte ihn nur zu gern wieder geküsst, aber dann könnte ich schlecht antworten.
      "Franz hat mich nach dir gefragt.. Marius und Ruven auch. Yoichi.. Und Lisbeth.. Sogar Valerius.."
      Allerdings wusste ich es ja selbst nicht..
      "Lass uns gehen..", hauchte ich und stahl mir noch einen Kuss, bevor ich mit seiner Hand in meiner auf die Straßen ging, um nach der nächstgelegenen Taverne zu suchen.
      Meine Wangen wurden zwar etwas rot, als man uns so sah, aber das war mir egal. Ich wollte nie so leben, wie man es von mir erwartet hätte. Warum sollte ich mir jetzt also Gedanken darum machen?

      Im Zimmer angekommen, begann ich Baldr wieder zu küssen, was nur dadurch unterbrochen wurde, dass ich seinen Oberkörper von seiner Kleidung befreite.
      Meinen Waffengurt hatte ich auch schon abgelegt und mein Hemd folgte auch zeitnah.
      "Bin ich zu schnell..?", fragte ich ein wenig verlegen. Allerdings hatten wir uns vorher schon ziemlich ausgiebig geküsst und die Bilder in meinem Kopf wollten in die Tat umgesetzt werden.
      Deshalb folgte auch der Rest unserer Kleidung bald, bevor Baldr auf dem Bett lag und ich mich über ihn beugte, um ihn zu küssen. Mein Verlangen war so groß..
      Dieses Mal würde uns niemand stören..
      Ich legte meine Hand in seine und sah ihm in die Augen, bevor ich mich auf seinen Schoß setzte, was mir ein Stöhnen entlockte. Ich wollte ihn genau so sehr, wie er mich. So lang und so oft wir wollten und konnten, bevor wir irgendwann in den Schlaf fallen würden - hoffentlich viele Höhepunkte später.
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    • "Das...freut mich", hauchte ich erleichtert als Antwort auf ihre Ausführungen, als sie mich ein letztes Mal küsste, anschließend meine Hand griff und mich aus der Gasse auf eine der wenig belebten Straßen zog.
      Unser Weg führte in eine Taverne in der Nähe. Sie schien es eilig zu haben, ihre Lust auszuleben und mir ging es nicht anders.

      Die Tavernentür fast schon aufgerissen, traten wir hinein und direkt an den älteren Herren heran, der am Tresen saß und gerade in ein Flugblatt vertieft war.
      "Ein Zimmer für zwei für zwei Tage, mit Frühstück und Abendessen."
      Der Mann legte sein Flugblatt beiseite und blickte mürrisch zu uns auf.
      "Zehn Gulden. Pro Person. Seid ihr ein Paar? Oder sind das eure Flitterwochen?"
      "Weder noch", murmelte ich, während ich hastig nach dem Geldsäckchen suchte. Dann kramte ich die Münzen hervor und legte den entsprechenden Betrag auf den Tresen. "Aber was nicht ist, kann ja noch werden."
      Ohne zu antworten nahm er die Münzen und legte uns einen Schlüssel auf den Tresen: "Zweite Etage, die dritte Tür von links. Frühstück gibt es zur achten Stunde, Abendessen zur achtzehnten."
      "Danke", ich griff den Schlüssel, Lorae hastete mit mir noch an der Hand die Treppen hinauf und hinein in das Doppelzimmer. Glücklicherweise war das Bett schön breit und für zwei ausgelegt.
      Dort angekommen, schloss ich mit vor Anspannung und Erregung ganz zittrigen Fingern die Tür von Innen ab und schob noch die Kommode davor. Niemand, wirklich NIEMAND sollte uns stören!
      Dann übernahm Lorae wieder die Kontrolle.
      Wir küssten uns wild und gierig, dann stoppte sie kurz und entkleidete meinen Oberkörper. Danach fing sie an, sich auszuziehen, meine Ohren glühten leicht, meine Erregung verhärtete sich weiter und fühlte sich an, als sei sie aus Granit.
      "Nein, genauso ist es gut", keuchte ich erregt auf ihre Frage.
      Als wir uns schließlich in einer wilden Mischung aus Küssen und Ausziehen vollständig entkleidet hatten, wurde ich von ihr grob aufs Bett gedrückt, dann setzte sie sich auf mich. Obgleich wir uns noch nicht vereinigt hatten - unsere unteren Körperhälften berührten einander nur - konnte Lorae sich ein Stöhnen nicht verkneifen.
      "Du weißt, was du zutun hast. Reite mich und halt dich nicht zurück. Lass alle wissen, was wir hier machen. Und wenn es klopft, mach nicht auf!"
      Ich grinste und legte meine freie Hand auf ihre Oberweite um sie ganz instinktiv zu kneten, die andere war mit einer ihrer Hände umschlungen.

      ------

      Am Abend saß Dimitri noch alleine an seinem Schreibtisch und brütete im Kerzenschein sitzend über einem Plan, um die Ausrüstung für die Operation aus der Eulenakademie zu besorgen, damit den König der Hauptstadt zu stürzen und anschließend alle Verdächtigen auf der Liste von Harald abzuhaken.
      Dabei pfiff er eine Melodie, bemühte sich jedoch, dabei leise zu sein, da Falco bereits schlief.
      Asaruludu erschien nun neben ihm.
      "Was für eine schöne Melodie, wie heißt sie?"
      "Meine Mutter nannte sie Teufelskreis. "
      "Ein ungewöhnlicher Name. Woher kommt er?"
      "Keine Ahnung. Doch meine Mutter hat sie immer vor wichtigen Kämpfen gepfiffen, es war wohl für sie wie Meditation. Mir ist sie vorhin wieder in den Sinn gekommen und nun geht sie mir nicht mehr aus dem Kopf."
      "Wie war deine Mutter?"
      "Sie war stark, im Kampf eine Bestie. Und sie war eine unglaublich schöne Frau. Großgewachsen, intelligent und voller Energie und Liebe."
      "Wie ist sie gestorben?"
      "Sie starb kurz nach der Geburt meiner Schwester."
      "Mein Beileid."
      "Schon gut. Wir sollten uns nun wieder auf den Plan konzentrieren. Wir haben jeweils nur einen Versuch, entsprechend sorgfältig sollten wir vorgehen und uns bestmöglich vorbereiten."
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