☙Guns and Roses ❣ Yumia & Alea❧

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    • Leonardo

      Zu seiner Zufriedenheit kamen die Damen anstandslos mit und er öffnete für sie die Wagentüre, wo sie sich auf die Rückbank setzen sollten. Nachdem dies geschehen war, setzte sich Leonardo auf den Fahrersitz und neben ihm saß einer von den Wachleuten, der einen Blick auf die Frauen hatte. Die Türen konnten hinten nicht einfach geöffnet werden, noch konnten sie die Fenster betätigen. Selbst jetzt wurde darauf geachtete, dass eine Flucht unmöglich war. "Wir fahren jetzt los." schrieb er jemanden auf dem Anwesen der Veceras und damit startete Leonardo den Wagen und rollte los.
      Die Fahrt selber dauerte nicht mehr allzu lange, vielleicht 20 Minuten. Der Wagen passierte ein großes Tor aus Metall, das automatisch wieder hinter ihnen geschlossen wurde. Beim genaueren Hinsehen konnte man auch die Überwachungskameras entdecken, die das Auto zuvor schon erblickt hatten und so das Tor schon für Ankommenden offen war.
      Auf einem großen Hof hielt Leonardo dann an, auf dem auch schon ein paar Leute wartend standen. Unter ihnen war sein Vater, quasi eine ältere Version von ihm, mit grauen Strähnen in seinem vollen Haar und sogar noch etwas bulliger von der Statur als es. Neben ihn warteten zwei Frauen, Personal vom Hause, die sich um Mutter und Tochter kümmern sollten. Und dann war da noch eine vierte Person, die Leonardo noch nicht ganz so gut kannte. Ein großgewachsener Mann, mindestens so groß wie Leo selber. Sein Haar war dunkel, doch man konnte nicht genau sagen, ob es nun schwarz oder doch noch braun war. Seine Augen konnte man nicht erkennen, wurden diese von einer großen gespiegelten Sonnenbrille versteckt. Der Mann trug einen schwarzen Anzug und gehörte zu Mikail, dem neuen Partner von Deon Verceras.
      Leonardo steig aus und öffnete Amalthea und ihrer Mutter die Wagentüre, damit sie das Auto verlassen konnten. "Das sind Anita und Carmen. Geht mit ihnen mit. Sie werden euch für das Treffen einkleiden." brummte er den beiden zu und übergab sie in die fähigen Hände der Dienstfrauen. Danach gesellte er sich zu seinem Vater, der wohl einfach nur alles im Auge behalten wollte. "Alles gut verlaufen, mein Junge?" fragte er seinen Sohn und legte seine Hand auf dessen Schulter. "Ja. Keine Probleme." antwortete Leonardo nur darauf, worauf die beiden sich auch wieder trennten und ihren Pflichten nachgingen. Sehr herzlich war ihr Verhältnis nie gewesen. Auch der Mann mit der gespiegelten Sonnenbrille betrat das große Anwesen und sucht gleich seinen Herren auf.

      Mikail

      Der Blonde saß an seinem Schreibtisch, den man extra für ihn angeschafft hatte und hielt ein Whisky-Glas in der Hand. Das Getränk bewegte sich langsam hin und her, so wie Mikail das Glas schwenkte und trank dann auch den letzten Rest daraus aus. "Ich verstehe. Also sind wir einen Schritt weiter gekommen." entgegnete er seinem Mann, der ihm Bericht erstattet hatte. Es war der Kerl mit der gespiegelten Sonnenbrille und dem feinen Anzug. Sein Name ist eigentlich Joel, doch hier ruft man ihn nur Joe. "Danke Joe, du kannst gehen und deinen anderen Pflichten nachgehen." wurde er von Mikail entlassen, der noch etwas auf seinem Stuhl sitzen blieb. "So, so. Amalthea Veceras. Ich bin gespannt, wie so ist und freue mich auch ihre Mutter kennenzulernen." dachte sich der junge Mann und erhob sich dann von seinem Stuhl. Er würde sich noch etwas herrichten, bis man ihn zum offiziellen Empfang dazurufen würde.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
      Monkey D. Ruffy


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    • Amalthea

      Amalthea hatte keine gute Erinnerungen, was den Van angeht. Wie auch, wenn es erst gestern gewesen ist, als sie in den Van von dem Mann gesteckt worden sind. Nun saß sie hier hinten, wo ihre Mutter gesessen hatte. Hier gab es mehr Platz als vorne. Es war jedoch besser hier zu sitzen, anstatt neben einem anderen Wachen. Auch wenn der Dunkelhaarige ihre Mutter bedroht hatte, fühlte sie sich bei ihm wohler als den anderen. Sie hatte zwar das Gefühl, dass es ihm an Menschlichkeit fehlte, doch kam ihr menschlicher als die anderen vor. Die anderen kannte sie nicht, konnte sie daher schlecht einschätzen und wusste nicht wie weit sie gehen würden, um sie still zu halten. Bei dem anderen hatte sie zumindest die Meinungen, dass sie ein wenig mehr Freiraum hatte. Vielleicht irrte sie auch, doch sie hatte nicht genug Zeit das auszutesten.
      Amaltheas Mutter hatte bisher kein Wort, nachdem sie das Zimmer verlassen hatte, gesprochen. Nicht verwunderlich, wenn man bedachte, was sie alles mit ihrem Vater in der Vergangenheit erlebt hatte. Ihre Stille trug sie bis zur Einfahrt des Hauses mit. Amalthea war in ihrer eigenen Welt gefangen, umgeben von unzähligen Fragen und ausgedachte Szenarien. Ihr Bein wollte ihr dabei keine Ruhe geben.
      Amaltheas Mutter zog scharf die Luft ein, als sie an der Einfahrt ankamen. Erstaunt sah die junge Dame, wie das Tor sich von allein öffnete und für jede weitere Sekunde, die sie fuhren, desto beeindruckt er war sie von dem Bild, welches vor ihr erstreckte. Ihr Vater war reich. Stink reich. Wohl vielleicht ein wenig übertrieben, wenn sie sah wie viele Personen sie im Empfang nahmen. Kurz fragte sie sich, ob eine von ihnen ihr Vater war, doch keiner von ihnen sah alt und reich genug dafür aus.
      Ein wenig verunsichert stieg sie nach ihrer Mutter aus dem Van, und blieb dicht bei ihr. Sie fühlte sich auf einem Schlag unwohl in ihrer Haut. Sich kleiden, um ihren Vater zu treffen? Woher sollten sie ihre Größe kennen? Amalthea fühlte sich nicht wohl dabei. In welcher Welt musste sie sich für solch ein Treffen sich Herausputzen? Mit einem fragenden Blick, sah sie zu ihrer Mutter, die ihr nur zu nickte. Etwas irritiert folgte sie den Frauen, die sich leicht verbeugt hatte und mit einer höflichen Geste sie bat ihnen zu folgen.
      Das Innere des Gebäude konnte sie nicht beschreiben. Es war elegant eingerichtet und Amalthea wusste, dass jede Kleinigkeit hier ein Vermögen kostete. Sollte sie jemals etwas kaputt machen, würde sie es bis zu ihrem Lebensende es nie abbezahlen können. Mit jedem Schritt begriff Amalthea Stück für Stück wie einflussreich und reich ihr biologischer Vater war. Doch nach den Erzählungen ihrer Mutter barg hinter all dem Reichtum eine grausame Welt. Still nahm sie jedes Detail auf und kam in einem Raum an, welches fast überfüllt von Kleider war. Ihre Mutter wurde in ein anderes Zimmer gesteckt. Amalthea sollte sich zuerst waschen, mithilfe der Dame. Anfangs schlug sie dies ab, doch die Frau blieb nicht locker und begleitete sie zu ihrem Bad. Selbst das Badezimmer ar fast so groß wie die eine Etage in ihrem Haus. Das Bad duftete herrlich nach Blumen. Schlussendlich setzte sich Amalthea in die Wanne und ließ sich ihren Rücken waschen, sowie ihre Haare und Gesichtsbehandlung. Eine kleine Massage schloss alles ab, was in Amaltheas Augen nicht von Nöten war. Am Ende trocknete man ihre Haare und nachdem man nach ihrer Kleidergröße fragte, kam man mit einem Kleid zurück. Ein elegantes Kleid, welches Amalthea niemals anziehen würde. Es war wunderschön, keine Frage, doch sie selbst zog lieber lockere und gemütlicher Kleider an. Man schminkte sie, gab ihr Schmuck und machte ihre Haare. Das Endergebnis ließ Amalthea unzufrieden vor sich hinschauen. Sie sah nicht nach ihr selbst aus. Eine komplett andere Person blickte ihr entgegen. Eine junge Dame, in einer eleganten und reichen Welt, in der sie eigentlich nicht gehörte. Selbst die leicht hohen Schuhe waren ihr fremd.
      Zusammen standen ihre Mutter und sie im Flur und sahen sich eingehend an. Amalthea fing an zu lachen. Die Situation kam ihr so absurd vor, als würde sie sich in einem falschen Film befinden. „Wo sind wir bloß gelandet", klang ihr Lachen ab, eine bittere Stimme verblieb. Traurig lächelte ihre Mutter sie an. „Lass uns schauen was dein Vater zu sagen hat." Sie hatte Recht. Sie wusste bis jetzt immer noch nicht wieso ihr Vater sie hierher bestellt hatte. Im Kontrast zum schwarzen Kleid ihrer Mutter, war ihres in ein etwas dunkleres Rot, die ihre Taille schmeichelte. Die schwarze anliegende Halskette lag kühl an ihrem Hals. „Dann lass uns schauen", seufzte sie und folgte zum zweiten Mal den Damen den Flur hinunter, in Richtung zu einem riesigen Esszimmer.
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    • Mikail / Leonardo

      Im Esszimmer, das eigentlich schon eher als Speisesaal bezeichnet werden sollte, stand eine lange Tafel mit zwölf Stühlen daran. Doch diese schien noch nicht gedeckt zu sein und der Fokus lag auch mehr auf der freien Fläche, die mit einem riesigen roten Teppich ausgelegt war. Bestimmt ein Perser. Hier gab es eine kleine Ecke mit Sofa und Sesseln, wo man wohl warten sollte. Und in dem Sessel saß auch wirklich jemand; Deon Vecera. Ein mittelgroß gewachsener Mann, mit dunklen Augen und Haaren, die mit grauen Strähnen durchzogen waren. Er besaß ein breites Kreuz und hatte große Hände, an deren Fingern verschiedene Ringe steckten. Er trug einen feinen Anzug, dessen Kummerbund seinen kleinen Bauch gut kaschierte. Seine Augen wirken eher klein und er besaß doch recht tiefe Ringe, die von schlaflosen Nächten kamen und viel Sorge.
      Auf dem Sofa neben ihm saß Mikail, in einem hellen Anzug. Seine blauen Augen lagen neugierig auf den beiden Frauen, die gerade in den Saal geführt wurden. Im direkten Vergleich zu Deon, wirkte der blonde Mann um einiges jünger und auch größer. Außerdem strahlte er eine Autorität aus und ein Charisma, das seinesgleichen suchte. Am Rand der bequemen Sitzmöglichkeiten standen drei weitere Männer. Neben Deon stand Alfredo, der Vater von Leonardo und dessen Bodyguard. An Mikails Seite stand Joe, der nun keine Sonnenbrille mehr auf hatte und man so seine grünen Augen sah, die immer wieder durch den Raum wanderten. Zwischen ihnen stand Leonardo, so als gab es für ihn noch keine richtige Zuordnung, zu wem er gehörte. Mit seinem eher leere und fast schon desinteressierten Augen verfolgte er Amalthea und ihre Mutter, als man diese vor die beiden Herren führte. "Das seit ihr ja endlich!" rief Deon aus und klatschte in die Hände. Er erhob sich von seinem Sessel und kam auf die beiden Frauen zu, wobei er seinen Fokus auf Veronica legte. Bedrohlich kam er auf sie zu und hob auch schon seine Hand, dass die Mutter Angst hatte, er würde sie gleich schlagen. Doch der brennende Schmerz einer Ohrfeige blieb aus und so konnte sie die kräftigen Hände des Mannes an ihrem Gesicht spüren, wie er ihr Kinn doch recht fest anpackte. "Du hast wohl gedacht, dass du dich vor mir verstecken kannst." knurrte er sie und ließ sie dann wieder los. Dann trat er auch Amalthea zu und wie Haifisch, der seine Beute umschwamm, zog auch Deon seine Kreise um seine Tochter, die er bis dato nicht mehr gesehen hatte.
      Still verfolgte Mikail das Spektakel, seine Mine ausdruckslos, sodass man nicht sagen konnte, was in seinem Kopf vorging. Er fragte sich, ob Veronica in ihm etwas von seinem Vater erkannte, denn sein Erscheinen glich eher dem seiner Mutter. Nur seine Augen hatte er von seinem Vater, die gerade auf der Frau ruhten, die ihm laut Deon versprochen wird. Doch diese Erklärung überließ er dem Mann selbst.
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    • Amaltheas Gedanken rasten mit jedem Schritt und sie konnte förmlich vor ihren Augen sehen, wie die Gedanken sich zu einem Tornado zusammengetan haben und Chaos in ihrem Kopf anrichteten. Sie war nicht bereit ihren biologischen Vater zu treffen, schon damals nicht und erst recht jetzt nicht, nachdem man sie wortwörtlich entführt hatte. Die Inneneinrichtung des Anwesens hatte ihr ein besseres Bild über den Mann gegeben, es wurde nur schlimmer. Vor allem, dass man sich ankleiden musste um den Mann zu treffen.
      Der Weg zum Saal hatte sie kaum registriert, viel zu sehr war sie von den vielen Gedanken eingenommen, so konnte sie die eigentlich schöne Dekorationen nicht betrachten. Viel zu schnell kamen sie an und die schwere Doppeltür wurde für sie geöffnet. Ein großer Raum erstreckte sich vor ihnen. Amaltheas Blick fiel auf den langen Tisch, der nicht gedeckt zu sein schien. Die Möbel erhielten nicht lange ihre Aufmerksamkeit, bisher Blick auf die andere Seite schweifte, dorthin, wo sich Menschen befanden. Es kamen ihr nur drei Gestalten bekannt vor. Zwei, die sie vorhin am Eingang gesehen hatte und derjenige, der sie und ihre Mutter entführt hat. Zwei sehr elegant und teuer eingekleidet Männer saßen auf dem edlen Sofa. Der eine ein älterer Herr, der womöglich ihr Vater zu sein schien und neben ihm ein junger Mann, dessen Aura nur nach Reichtum schrie. Amalthea kam sie wieder einmal in einem falschen Film vor. Einer dieser dramatischen Kitsch Romantikfilme. Es fehlte nur noch, dass die stehenden Männer Gewehre in den Händen hielten, dachte sie sich bitter.
      Der älterer Herr, den Amalthea als ihren Vater vermutete, konnte sie im besten Willen nicht als ihren Vater sehen. Nach der Erzählung ihrer Mutter nach verkörperte er perfekt das Bild eines herzlosen, kalten und brutalen reichen Mann. Dass er dann aufstand und ihnen näher kam, bestätigte Amaltheas Vermutung, dass es wohl doch tatsächlich ihr Vater war. Ihr Körper erstarrte beinahe, ebenso wie die ihrer Mutter. Doch anstatt sich an seine Tochter zu wenden, kam er ihrer Mutter näher. Amalthea wollte dazwischen gehen, da die Tochter befürchtete, dass er ihr weh tun könnte, doch ihre Mutter hielt sie mit einem Griff am Handgelenk ab. Amalthea spürte wie ihre Mutter zitterte. Der Klang der männlichen Stimme und die ausgesprochene Worte ließen einen kalten Schauer über ihren Rücken laufen. Ihr kam fast der Inhalt ihres Magens hoch und Amalthea musste damit kämpfen nicht unbedacht ihr Mundwerk freien Lauf zu lassen. Sie hatte ihrer Mutter versprochen aufzupassen was sie sagte.
      Ihre Mutter wurde schnell erlöst. Der Mann betrachtete seine Tochter eingehend und plötzlich fühlte sich Amalthea unter seinen Blick nackt an. Sie biss sich auf die Zähne und verfolgte ihn aus dem Stand mit ihrem Blick, nahm sein Wesen ebenso eingehend ein wie er es bei ihr tat. Nur konnte sie sich nicht vom Fleck bewegen. Irgendwann blickte sie zu ihrer Mutter, dessen Aufmerksamkeit nicht ihr sondern jemand anderen galt. Sie folgte ihren Blick. Lag dieser auf den anderen Mann mit Anzug? Abgesehen von der Tatsache, dass er sehr attraktiv aussah und sich elegant trug, wusste Amalthea nicht wie er in das Bild passte. War er ihr Halbbruder? Doch er schien keinerlei Ähnlichkeit zu Amalthea, noch ihren Vater oder Mutter zu haben. Hat er ihn adoptiert?
      Amalthea hatte keine Zeit sich mit ihren gestellten Fragen zu beschäftigen, denn ihr Vater blieb vor ihr wieder stehen und setzte ein widerlichen Lächeln auf, welches an jegliche Wärme fehlte. „Du bist zu einer wunderschönen Frau herangewachsen." Das Kompliment ließ Amalthea kalt, stattdessen sah sie ihn nur argwöhnisch an und versteckte ihre Abneigung ihm gegenüber nicht. Deon, so hatte sie den Namen von ihrer Mutter mitbekommen, lachte nur höhnisch. Ihm schien die Meinung seiner Tochter egal zu sein. So streckte er seine Arme aus. „Ich heiße euch wieder willkommen zurück zu euer Zuhause", grinste er sie an, ehe er sich umdrehte und ihnen andeutete ihm zu folgen. Amalthea würde niemals diesen Ort als ihr neues Zuhause ansehen können.
      Deon Schritt zurück zum Sofa und setzte sich wieder hin, ließ die Frauen stehen. Er bot ihr keine Sitzmöglichkeit an, was Amalthea nicht groß störte, dennoch die Dynamik ihr eigenartig vorkam. „Wir ihr sehen könnt, sind wir nicht allein. Ich möchte euch den wichtigen Herren vorstellen." So wie ihr Vater ihre Mutter eingehend ansah, kam Amalthea ein wenig eigenartig vor, doch sie konnte ihren Finger nicht darauf legen, was es war. Natürlich blickte auch Amalthea zu dem Mann mit den unglaublich hellen Augen und dann zu ihre Mutter, die zwar eine undurchscheinbares Gesichtsausdruck aufgesetzt hatte, doch Amalthea kannte ihre Mutter gut genug, um zu wissen, dass etwas an der Aussage ihres Vaters war. Ein Fragezeichen bildete sich in Amaltheas Kopf, doch keiner schien wohl ihre unausgesprochene Frage beantworten zu wollen. Vermutete ihre Mutter was auf sie kommen wird?
      Als würde die eigenartige Stimmung Deon nicht interessieren, fuhr er fort: „Wie ich bereits vorhin erwähnt habe, ist das meine Tochter Amalthea." Amalthea verstand die Welt nicht mehr. Diese ganze Dynamik, Situation und Konstellation verstand sie nicht. Alles schienen etwas zu wissen oder zumindest etwas zu ahnen, nur sie stand hier vollkommen ahnungslos. Verwirrt sah sie zwischen Deon und den anderen Mann hin und her.
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    • Mikail / Leonardo

      Der junge blonde Mann ist ein guter Beobachter, das war er schon immer, daher entging Mikail nicht, die Abscheu und auch die leichte Angst in Amaltheas Augen, die ihrer Mutter sehr ähnliche waren. Er erkannte in der Frau auch direkt Veronica, die ehemalige Geliebte seines Vaters, für die er sogar sein Leben bei der Mafia aufgeben wollte. Sein Vater Alexej besaß ein altes Foto von ihr und dieses hatte er schon sehr oft sehr lange angesehen und sich jedes Detail gut gemerkt. Sie ist älter geworden, schließlich sind mehrere Jahrzehnte vergangen. Doch die Frau behielt ihre natürliche Anmut und die feinen Gesichtszüge. Und Amalthea sah ihrer Mutter sehr ähnlich. Auch sie ist ausdrucksstark und in ihrem Blick brennt ein Feuer. Es scheint so, als wäre sie keine Frau, die man so einfach in die Knie zwingen kann. Und das will Mikail auch gar nicht. Er hat ganz andere Pläne und er erhoff sich sogar, die Unterstützung dieser jungen Frau.
      Sobald Deon saß, wurde auch Mikail erwähnt und wie ein wahrer Gentleman, erhob sich dieser und trat an Mutter und Tochter heran. Zuerst blieb er vor Veronica stehen. Wie sagt man so schön; Alter vor Schönheit.
      "Wenn ich mich vorstellen darf. Mein Name ist Mikail Romanov." lächelte er die Mutter an und nahm sachte ihre Hand in seine und hauchte einen Handkuss darauf. Dabei berührten seine Lippen ihre Haut nicht, es war einfach nur symbolisch gemeint. Er machte sich auch keine Sorgen dabei, dass er hier seinen wahren Namen nannte, den sein Vater Alexej, hat sich bei Veronica nie als Romanov vorgestellt. Für sie war er immer nur Joscha.
      "Es freut mich, Sie kennenzulernen. Und wie ich sehe, hat ihre Tochter all die Anmut und Schönheit von ihnen geerbt. Was für ein Glück." machte er den beiden gleich ein Kompliment, was zeitgleich sogar ein Seitenhieb gegen Deon war, denn von ihm sah er nichts in Amalthea.
      Mikail verneigte sich kurz vor Veronika und wandte sich dann an ihre Tochter. Mit einem sanften Lächeln betrachtete er sie und reicht auch ihr seine Hand zu Begrüßung. "Ich nehme an, dass du viele Fragen hast. Sie stehen dir buchstäblich ins Gesicht geschrieben." sprach er die Brünette an und blieb dabei charmant und ruhig. "Daher vermute ich, dass dir noch niemand gesagt hat, dass ich in die Familie Vecera einheiraten soll." ließ er auch direkt die Katze aus dem Sack. Ob das so eine gute Idee ist, wird sich noch herausstellen. Doch Mikail will bei Amalthea gleich mit offenen Karten spielen und wenn er sich sicher ist, ihr vertrauen zu können, deckt er womöglich noch mehr Karten auf seiner geheimen Hand auf.

      Leonardo blieb die ganze Zeit ruhig hinter dem Soda stehen und betrachtete nicht nur Amalthea und ihre Mutter, sondern auch Mikail. Es heißt, er sei ein aufgehender Mafia-Stern. In New Caracas hat er zwar noch nicht so einen großen Einfluss wie Deon Vecera selber, doch man bemerkt seinen Einfluss schon jetzt bei den wichtigen Säulen der Mafia: Drogenhandel, Waffenhandel und auch Zuhälterei. Zudem scheint dieser junge Mann schon jetzt Kontakte in die Politik zuhaben, was immer vom großen Vorteil ist.
      Er hat viel mitgehört, wenn er und sein Vater bei Deon waren, um ihn zu beschützen. Der Mann ist noch einflussreich, doch er wird älter und hat eigentlich keinen Erben. Der Mafiabaron will sein Imperium nicht zerfallen lassen und so hat er sich einfach einen Nachfolger gesucht, mehr oder weniger. Denn kaum hegte Deon diese Gedanken, trat der junge Romanov schon auf, wie auf eine Bühne, die extra für ihn aufgebaut wurde. Manchmal kam ihm das doch sehr suspekt vor, dass alles so reibungslos verlief, doch wer war schon er, dass er das hinterfragen sollte.
      Doch Deon kann nicht einfach so einen Fremden zu seinem Nachfolger erklären. Mafia ist wie Familie und daher besteht man auch darauf, dass alles in der Familie bliebt. Also braucht der alte Herr seine Tochter, die durch eine Heirat mit Mikail ihn ganz offiziell zu einem Vecera macht.
      Welche Rolle er in dem ganzen spielt, weiß Leonardo nicht. Er ist nur da, um Befehle auszuführen.
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    • Amaltheas Blick schweifte zu dem gutaussehenden jungen Mann, als dieser sich vom antiken, mit samtenem Stoff überzogenen Sofa erhob. Argwöhnisch betrachtete sie ihn, genauso wie sie es bei ihrem Vater getan hatte. Sie konnte jedoch nicht einschätzen, wo er bei der ganzen Sache stand. Welche Rolle nahm er hier ein? Sie erkannte keine Ähnlichkeit zu ihrem Vater, weswegen sie nicht davon ausging, dass es sich um ihren Halbbruder handelte. Könnte es jedoch ein anderer Adoptivsohn sein?
      Als könnte die junge Dame durch das Beobachten seiner Schritte seine Intentionen herausfinden, nahm sie jede kleine Bewegung in Augenschein. Seine Art zu gehen war fließend und anmutig, als ob er auf einer unsichtbaren Bühne lief. Doch die einzigen Begriffe, die ihr in den Sinn kamen, waren Eleganz und Professionalität. Niemals hatte sie bis heute jemanden wie ihn getroffen und sie musste gestehen, dass er sie ein wenig verunsicherte. Woran das genau lag, konnte sie nicht sagen. Dennoch ließ sie sich von seiner Anwesenheit nicht einschüchtern.
      Ihr Blick folgte dem jungen Mann, als er auf ihre Mutter zuging und sie auf eine Weise begrüßte, die ihr unbekannt war. Seine Bewegungen waren fließend und seine Stimme hatte einen warmen, tiefen Klang. Der Name, mit dem er sich vorstellte, brannte sich auf unerklärliche Weise in ihrem Gehirn ein. Der Name passte perfekt zu dem Mann. Genauso edel, wie er klang, so trat er auch auf. Sein Kompliment, das er mitschwingen ließ, ließ kurz ihre Augenbrauen heben. Ein Charmeur also.
      Seine Aufmerksamkeit richtete sich nach ihrer Mutter dann auf sie. Auch wenn er bisher einen weitaus positiveren Eindruck hinterlassen hatte, störte es sie dennoch gewaltig, wie sie von beiden betrachtet wurde. Als wäre sie ein Objekt, das man vorher begutachten musste, ob es den Standards und Vorstellungen entsprach. Ihre Abscheu ihrem Vater gegenüber wurde aufs Neue entfacht, jedoch in einer abgeschwächteren Form. Aus Höflichkeit gab sie dem jungen Mann ihre Hand, zog sie aber abrupt zurück, als hätte sie sich an ihm verbrannt, als der wahre Grund ihrer Anwesenheit offenbart wurde.
      „Wie bitte?", wurde Amaltheas Stimme schrill, und ihr Blick war sofort auf ihren biologischen Vater gerichtet. „Deon", sagte ihre Mutter streng, ein Ton, den Amalthea nur zu hören bekam, wenn sie in tiefem Schlamassel steckte. „Wir werden unsere Tochter sicherlich nicht ohne ihr Einverständnis jemanden heiraten lassen, den sie sich nicht selbst ausgesucht hat." Amaltheas Herz schlug ihr bis zum Hals. Heiraten? Sie hatte vieles im Leben vor, doch eine Heirat war etwas, was ganz hinten anstand. Bisher hatte sie noch nicht über diesen Lebensabschnitt nachgedacht.
      „Bei allem Respekt, aber heiraten, das ka-" „Keine Widerrede", donnerte die Stimme des alten Mannes, und seine Augen blitzten zornig auf. „Wie bitte?", fragte Amalthea ihren Vater ungläubig. Sie hatte schon immer ein Problem damit gehabt, wenn über ihren Kopf hinweg entschieden wurde, vor allem, wenn man einen bestimmten Ton bei ihr anwendete. Da sie von vornherein ein schlechtes Bild von ihrem Vater hatte, schrie alles in ihr danach, gegen ihn zu rebellieren. Nicht nur hatte er sie entführen lassen, er redete herablassend, und nun verkündete er, dass sie jemand Fremden heiraten sollte. Es gab eine gewisse Grenze, die man bei ihr einzuhalten hatte, und der alte Mann hatte diese deutlich überschritten.
      „Das ist nicht etwas, worüber du allein entscheiden kannst. Sie ist genauso meine Tochter", sagte ihre Mutter hitzig, bewahrte jedoch ihre Lautstärke. „Darüber hättest du eher nachdenken sollen, ehe du auf die glorreiche Idee gekommen bist zu verschwinden." Ihr Vater seufzte, und eine tiefe Falte war zwischen seinen Augenbrauen zu sehen. „Es gibt nichts zu bereden, es ist schon beschlossen", wandte er sich ab und steuerte auf den langen, mit Kerzenleuchtern gedeckten Tisch zu. Mit einem Handzeichen verließ ein Bediensteter den Raum. Deon setzte sich ans Ende des Tisches und zeigte auf die Stühle. „Setzt euch, ihr könnt euch über eine Mahlzeit näher kennenlernen." Der Mann schien keinerlei Rücksicht auf den Widerspruch seiner Tochter zu nehmen.
      Amalthea setzte nochmals an, doch ihre Mutter sah sie eindringlich an. „Ich werde versuchen, noch einmal mit ihm zu reden", flüsterte sie ihr zu und gab ihr mit einem Nicken zu verstehen, an den Tisch zu kommen. Amalthea wollte nicht, doch da ihre Mutter ihren Vater besser kannte als sie selbst, überließ sie ihr die Führung. Eine andere Wahl hatte sie wohl nicht. Widerwillig folgte sie ihrer Mutter, die ihren Platz neben ihrem Vater einnahm. Amalthea setzte sich neben sie und mit einer unangenehmen Stimmung saßen sie nun am Tisch. Das silberne Besteck funkelte im Kerzenlicht, und die Spannung im Raum war fast greifbar.
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    • Mikail / Leonardo

      Mikail hatte recht behalten, die junge Frau wusste nicht über die Hochzeitspläne und er verübeln es ihr auch nicht, als sie ihre Hand sofort von ihm wegzog. Vorsichtshalber machte er auch direkt ein paar Schritte zurück, als Amalthea sehr aufbrausend wurde und ein Streitgespräch wurde begonnen. Die Mine des Blonden blieb wie versteinert und ruhig, doch innerlich grinste er ein bisschen und freute sich darüber, wie viel Gegenwind Deon von seiner Frau und seiner Tochter bekam. "Ja! Die ganze Welt oll sich gegen dich wenden, Deon, bis du alleine und somit unbedeutend bist!" dachte sich der junge Mann fast schon diabolisch, denn sein Hass gegenüber dem Vecera Oberhaupt, war wohl noch größer als der von Veronika und Amalthea zusammen.
      Doch sein Pokerface gaben diese düsteren Gedanken nicht preis und so folgte er einfach den dreien, als der Herr des Hauses alles zu Tisch bat, wobei das mehr einem Befehl gleich kam.
      "Darf ich?" fragte Mikail die Brünette höflich und deutete auf den Stuhl neben ihr. Da er eh vermutete, dass sie keine Wahl hatte ihn dort hin sitzen zu lassen, zog er auch gleich den Stuhl zurück und nahm Platz. Am selben Tisch setzten sich auch die Männer, die bis jetzt schwiegen und nur beobachten, denn mehr ist auch nicht ihre Aufgabe. Sie saßen mit ein paar Stühlen Abstand zu der Familie und wartete gemeinsam darauf, bis man das Abendessen servierte.
      Nur eine paar Augenblicke später wurden von den Bediensteten Servierwagen in den Saal gefahren und deckten den Tisch mit dampfenden und wohlduftenden Speisen.
      "Ich würde euch wirklich gerne näher kennenlernen, Amalthea und wir lassen das Thema Heirat einfach außen vor. Es drängt ja nicht, oder werter Deon?" wandte er sich an die beiden, mit seiner ruhigen Stimme. Das Oberhaupt grunze darauf nur abfällig und zuckte mit den Schultern. "Ob ihr nun morgen oder in einem Jahr heiratet, ist egal. Aber heiraten werdet ihr!" machte seinen Standpunkt mit donnernder Stimmer klar und schnappte sich ein Weinglas, das man gerade für gefüllt hatte und schüttete es sich wahrlich hinunter.
      Miakil genügte die Aussage und sah dann wieder seiner wohl baldigen Braut doch recht sanft in die Augen. Hoffentlich beruhigte das auch sie. "Darf ich dir etwas anbieten." blieb er auch charmant und wies auf den reich gedeckten Tisch.
      Die Leibwachen griffen erst zu, als die vier ihre Speisen auf ihren Teller hatten und aßen schweigend. Mit so vielen Leute saß Leonardo eher selten am Tisch bis gar nicht. Er konnte sich auch nicht daran erinnern, jemals mit diesem Romanov an einem Tisch gesessen zu haben und zu speisen. Daher huschte immer wieder sein Blick zu dem Mann, mit den höflichen Manieren und dem sympathischen Auftreten. Ihm fiel auf, wie gut und vorsichtig gewählt seine Worte sind und manchmal hatte er sogar das Gefühl, dass sogar hinter jedem Blick, jedem Lächeln und jeder noch so kleinen Geste eine größere Absicht steckte. Aber das konnte doch nicht sein? Das ist doch viel zu anstrengend, so sehr auf seine Mitmenschen zu achten. Doch möglich war es schon, vielleicht ist dieser Mikail nur sehr harmoniebedürftig. Das klang jedenfalls in Leos Kopf nach einer guten Erklärung.
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    • Amaltheas Gedanken kreisten sich weiterhin um die Heiratsankündigung, weswegen sie nicht richtig zugehört hatte, als ihr angeblich zukünftiger Mann, fragte, ob er sich neben ihr sitze durfte. Eine andere Wahl hatte sie wohl nicht und sie musste sich beherrschen ihre Frust und Ärger an ihm auszulassen. Sie wusste dass es ihm gegenüber unfair wäre. So biss sie sich nur auf die Zähne und nickte ihm zu. Die junge Dame sah zu, wie selbstverständlich ihre Mutter sich neben ihren biologischen Vater hinsetzte. Als wäre sie nicht all die Jahre verschwunden. Vielleicht waren es die alte Angewohnheiten, die sie dazu bewegte ohne zu fragen ihren Platz einzunehmen oder weil sie einfach wusste, dass es keinen anderen Ort gab, an dem sie sonst sitzen durfte.
      Amaltheas kochte weiterhin innerlich und sie musste sich zusammenreißen nicht aufzustehen und den Saal unverzüglich zu verlassen. Sie wollte sich nicht ausmalen, wie die Männer ihres Vaters sie in den Saal zurückschleifen würden. Als sie hörte, wie das Essen hinein getragen wurde, sah sie hoch und fokussierte sich auf die vielen leckere Gerichte, die nicht viel später dann auf den Tisch gestellt wurden. Abgesehen von der Seriosität dieses Treffen, musste sie gestehen dass sie noch nie solche schön vorbereitete und leckere Gerichte gesehen hatte. Keineswegs beschwerte sie sich über das Essen ihrer Mutter, jedoch selbst die Teller trieften vor Eleganz. Es wäre ihr viel lieber, wenn sie die Gerichte weiterhin betrachten könnte, dass ihr fast schon zu schade war diese zu essen. Wäre da nicht ihr Hunger hätte sie das womöglich auch getan.
      Doch noch bevor sie sich entscheiden konnte welche der Gerichte sie kosten wollte, wurde sie abermals von dem jungen blonden Mann angesprochen. Eigentlich hatte sie nicht den Kopf dafür sich mit ihm auseinanderzusetzen und wollte nicht weiter über dieses Thema sprechen, doch sie wurde mehr oder weniger dazu gezwungen. Sie fühlte sich plötzlich sehr eingeengt. So ging sie nicht auf seiner Aussage ein, dass er sie kennenlernen wollte, sondern beantwortete ihm die Frage, was er ihr anbieten konnte. Und vielleicht wollte sie ihn ein wenig testen. „Gerne das Fleisch", zeigte sie auf das eine Gericht, welches aus seiner Reiche war. Amaltheas hatte tatsächlich Hunger auf Fleisch, sie konnte sich nicht erinnern jemals pingelig mit dem Essen gewesen zu sein. Zudem liebte sie Fleisch. „Kann ich Dich etwas anbieten", fragte sie ihn nun, deutlich ruhiger. Sie sollte diese Zeit nehmen, um ein besseres Bild von ihm zu bekommen. Eventuell könnte sie ihn dazu überreden nicht mit dieser Hochzeit mitzugehen und vielleicht könnte sie lernen ihn besser einzuschätzen Punkt und wer weiß, vielleicht könnte er ihr Verbündeter sein.
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    • Mikail / Leonardo

      Amalthea wirkte recht kühl und abweisend zu ihm, doch er konnte es ihr nicht verübeln. Man hatte die junge Frau vor vollendete Tatsachen gesetzt, wo im Gegenzug Mikail schon lange von der Heirat wusste und sie bewusst eingegangen war. Nur so kann er sich das Imperium von Deon unter den Nagel reißen.
      Dem Blonden huschte ein kleines Lächeln über die Lippen, als er von Amalthea den Wunsch vernahm, das gegrillte Fleisch gereicht zu bekommen. Er musste dafür aufstehen, was er auch tat und holte den Servierteller zu sich und stellte ihn direkt neben ihr ab. Er hätte auch einen der Bediensteten dafür auffordern können, doch er vermutete, dass die junge Frau es lieber sah, wenn es sich darum persönlich kümmerte.
      "Mir? Vielleicht eine nette Unterhaltung?" entgegnete er charmant und nahm wieder Platz. Mikail bediente sich an den Speisen, die in seiner greifbaren Nähe standen und bot Amalthea auch von dem Wein an, den er gerade selber sich einschenkte.
      Er musste hier mit Fingerspitzengefühl vorgehen, hatte Deon nicht wirklich dazu beigetragen, dass sich seine Frau und Tochter hier wohlfühlten. Sie glichen jetzt gerade wohl eher Vögeln in einem goldenen Käfig.
      "Wie wäre es, wenn wir uns etwas voneinander erzählen? Gerne auch nur unter uns. Das Anwesen hat einen schönen Garten, der bei Nacht in den schönsten Farben beleuchtet wird." schlug er Amalthea vor, um auch etwas weg von ihrem Vater zu kommen.
      "Wenn ihr hinausgeht, muss aber eine Leibwache mitkommen." ertönte Deons Stimme schmatzend, dem das natürlich entgangen war. "Leonardo! Du wirst bei ihnen bleiben!" orderte das Oberhaupt grunzend an und widmete sich dann wieder ganz seinem Essen. Der Angesprochenen akzeptierte das nur nickend und starrte auf seinen Teller. Dieser war schon leer, hatte er nicht sehr viel gegessen. Kurz sah er dann zu Amalthea und Miakil. Sie sollten das neue Paar an der Spitze des Vecera-Clans werden. So hatte es Deon beschlossen und diesem Wunsch würde hier auch jeder Folge leisten.
      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
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    • Mit voller Aufmerksamkeit beobachtete sie den Mann und sah zu, wie er ihr selbst das Essen reichte. Innerlich nickte sie. Vielleicht war es eine bessere Idee auf den Mann zu konzentrieren, anstatt auf ihren Vater, denn egal wie sehr sie es hin oder her drehte, gab es keine Aktion von ihrem Vater welches sie nicht aufbrausend machen würde. Leise bedankte sie sich bei ihm und nahm ihrem Teil vom Gericht und dazu, wie er seine eigene Portion zu sich nahm. Als er ihr Wein Angebot, schüttelte sie den Kopf. Alkohol war niemals etwas gewesen, das sie gerne zu sich nahm. Sie war auch eher davon abgeneigt, wenn dies andere tun, viel eher fand sie es besser, wenn man es nur bei besonderen Anlässen machte. Doch wer war sie, die ihn dafür kritisieren konnte. Im besten Fall müsste sie in der Zukunft sich nicht mit diesem Thema befassen.
      Auch wenn sie alles und jeden in diesem Raum kritisierte, musste sie dennoch gestehen, dass das Essen unglaublich köstlich war. Nicht nur sah es ansehnlich und appetitlich aus, der Geschmack überzeugte sie. Mit einem Schlag wurde ihre Laune besser, welches man ihr womöglich am Gesichtsausdruck erkennen konnte. Amalthea hielt beim Kauen innen, als Mikail ihr einen Vorschlag unterbreitete. Wenn es nach ihr gehen würde, würde sie am liebsten gleich nach dem Essen ins Zimmer verschwinden und sich einen Plan zurechtlegen, der ihr dabei half dieses Anwesen mit ihrer Mutter zu verlassen. Doch sowohl der Mann als auch ihr Vater schienen darauf fokussiert zu sein, dass sie und der Blonde sich näher kamen. Seufzend legte sie ihre Gabel nieder und warf ihrem Vater einen giftigen Blick zu. Zumindest einen Wächter, den sie bereits kannte, auch wenn sie nicht so weit gehen würde zu sagen, dass sie ihn mochte. Aber ein vertrautes Gesicht beruhigte sie auf einer Ebene. „Gerne. Eine Ablenkung würde nicht schaden", hatte sie keine andere Wahl als zuzustimmen. „Zumindest möchte ich das Essen noch genießen", darf sie ihm direkt und ehrlich zu verstehen. Sie befürchtete, das eine Unterhaltung zwischen ihnen ihr womöglich verderben würde und auch ein gutes Essen zu verzichten wollte sie nicht unbedingt. Sie wollte zumindest eine Sache an diesem Ort genießen können. „Auch wenn ich nicht Recht weiß, was es denn zu erzählen gibt", meinte sie noch beiläufig und zuckte zusammen, als sie hörte wie ihr Vater auf den Tisch schlug. „Hab Respekt. Keine Manieren die junge Dame", tadelte er, schüttelte missgünstig seinen Kopf und warf ihrer Mutter einen strengen Blick zu. „Wie bitte?", wollte Amalthea anfangen, sie spürte den dringenden Blick ihre Mutter auf sich und presste ihre Lippen aufeinander. Sie vermutete, dass ihr Vater sie zu jemanden erziehen wollte, die keine Widerworte von sich gab und alles über ihren Kopf hinweg entscheiden ließ. Doch genau so war Amalthea nicht und ihre Mutter hatte sicherlich nicht zu so jemanden erzogen. Amalthea bekam beinahe Kopfschmerzen von diesem Austausch.
      Amalthea versuchte ihre Mahlzeit so gut wie es ging zu genießen und aß sich proppen voll. Den Nachtisch schmolz in ihrem Mund und für einen Moment vergaß sie die Welt. Die perfekte Süße des Schokokuchens mit Kirschsoße. Es war beinahe zu schade, dass sie nicht mehr von der Köstlichkeiten essen konnte. Einen kleinen Spaziergang wurde ihr sicherlich helfen das Essen zu verdauen. Sie richtete tete ihren Blick auf den jungen blonden Mann. Er schien ebenso mit dem Essen fertig zu sein.„Wollen wir?" Lieber verbrachte sie den Rest des Tages mit ihm als im gleichen Raum wie ihr Vater zu sein. Sie hoffte, dass ihre Mutter ihren Vater überzeugen konnte die Heirat nicht einzugehen.
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    • Mikail / Leonardo

      Mikail verübelte es Amalthea nicht, als sie den Wein ablehnte. Er war es gewohnt, dass es zu den meisten Speisen Alkohol dazu gab, selbst beim Frühstück konnte das vorkommen. Doch er reduzierte schon früh die Massen, so gab es maximal je ein Glas für ihn zu trinken. Wein war auch für seinen Geschmack etwas eher Leichtes, so kannte er aus seiner Familie, dass man sich dort mit hochprozentigen Spirituosen betrinkt. Daher ist der Blonde auch sehr trinkfest und würde ein Gelage nur mit Wein sehr gut überstehen.
      Im Gegensatz zu Amalthea, dachte er eher weniger über die feinen Speisen nach, die man ihm und den anderen servierte. Er ist es gewohnt, qualitativ hochwertige Mahlzeiten zu bekommen und erwartet auch automatisch diesen Standard hier. Bis jetzt wurde er dahingehend von Deon und seinem Personal nicht enttäuscht.
      "Natürlich. Wir brechen erst auf, wenn du dafür bereit bist." nickte Mikail ihr zu, als die Brünette meinte, dass sie zunächst aufessen wollte. Deon gefiel es aber gar nicht, als Amalthea meinte, es gäbe nichts zu erzählen. Er wurde laut und aufbrausend und nur der warnende Blick von der Mutter, brachte die Tochter dazu, nicht noch mehr Feuer ins Öl zugießen.
      Normalerweise hätte der Blonde über diese Szenerie gelacht, doch hier am Tisch, in der Rolle des höflichen Verlobten, schmunzelte er nur in sich hinein und dachte sich seinen Teil. Amalthea warf er einen entschuldigenden Blick zu, auch wenn er sie nicht angebrüllt hatte, doch diese fast schon cholerischen Ausbrüche von Deon, waren doch eher peinlich und in seinen Augen eines Mafiabosses nicht würdig.
      Die restliche Zeit wurde dann wieder geschwiegen und jeder widmete sich seinem Mahl. Auch das köstliche Dessert wurde aufgegessen und damit war die Brünette bereit aufzubrechen. So erhob sich nicht nur Mikail aus seinem Stuhl und bot Amalthea seinen Arm an, sondern auch Leonardo, der mit etwas Abstand hinter ihnen blieb und ein wachsames Auge auf alles hatte.
      "Ich denke, dir wird der Garten des Grundstückes gefallen. Er ist sehr groß, mit vielen verschiedenen Blumen und einen Teich mit Seerosen gibt es dort auch." erzählte er Amalthea vom Außenbereich. Als sie dann unter sich waren, mehr oder weniger, sah Mikail den Leibwächter kurz streng an. "Was Amalthea und ich besprechen, ist privater Natur. Du kannst gerne in Sichtnähe bleiben, aber ehe du belauschst uns." gab er Leonardo einen indirekten Befehl. Mit resignierten Blick, sah der Dunkelhaarige erst den Blonden an und dann die Tochter von Deon. Man hatte ihm aufgetragen, auf die beiden aufzupassen, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Also ging er auf Abstand und holte eine Zigarette hervor, um diese zu rauchen. Wenn er schon hier draußen war, konnte er wenigstens rauchen, was im Anwesen nicht erlaubt war. Einzige Ausnahme sind da Zigarren zu besonderen Anlässen.
      "Entschuldige, dass man euch so grob behandelt hat. Mir hätte es besser gefallen, wenn deine Mutter und du aus freien Stücken hier hergekommen wärt. Aber ich bezweifle, dass ihr dem Ruf von Deon gefolgt wärt, nicht wahr?" sprach er Amalthea direkt an. "Aber lasst uns doch von etwas Schönerem sprechen. Ich durfte mir nur vage Erzählungen von dir anhören und bin davon überzeugt, dass du am besten mir etwas über dich erzählen kannst. Gerne mache ich den Anfang." schien Mikail da sehr offen zu sein und lief mit der brünetten langsam durch den Garten. "Mein Name ist Mikail Romanov. Ich habe eine ältere Schwester namens Kathleya und meine Mutter hört auf den Namen Sophitia. Ich bin 32 Jahre alt und vom Sternzeichen her Löwe." erzählte der Blonde von sich, um das Eis ein bisschen zu brechen. "Ich mag Katzen und auch Hunde und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nie den Führerschein gemacht habe." scherzte er sogar etwas über sich selbst. Er musste so ehrlich und aufrichtig wie möglich wirken, um das Vertrauen von Amalthea gewinnen zu können. Er rechnete auch nicht damit, dass diese gleich heute geschah, war ihm bewusst, dass dies eine langatmige Angelegenheit werden würde. Doch sie auf seiner Seite zu haben, gehörte einfach zu seinem Plan.

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    • Amalthea ließ ihren Blick zögerlich über Mikails Arm gleiten, bevor sie ihren eigenen einhakte, wenn auch widerwillig. Zumindest schien er ein Gentleman zu sein, höflich und zuvorkommend – das war ihr erster Eindruck. Aber wie viele Männer in diesen Kreisen zeigte Mikail vielleicht nur die eine Seite seiner Persönlichkeit. Hinter verschlossenen Türen konnte sich vieles ändern, das wusste sie. Ihr Vater war Teil einer Mafiafamilie, und es war unwahrscheinlich, dass Mikail nicht ebenfalls aus einer einflussreichen, wenn nicht gar gefährlichen Familie stammte. Die Leichen im Keller – davon war Amalthea überzeugt – würden mit der Zeit ans Licht kommen. Denn egal, wie sehr jemand anfangs bemüht war, einen positiven Eindruck zu hinterlassen, irgendwann zeigte sich die wahre Natur.
      Als Mikail ihr sagte, dass er sie zum Garten mit dem Teich führen wollte, stimmte sie zu. Sie kannte das Gelände nicht gut genug, um Alternativen vorzuschlagen, doch der Teich hörte sich nach einem angenehmen Ziel an. Und wer weiß – wenn sie den Garten erst einmal gesehen hatte, könnte sie sich vielleicht eine Fluchtroute überlegen.
      Draußen, weg von ihrem Vater, fiel ihr Blick missbilligend auf den Leibwächter, der sich erneut eine Zigarette anzündete. Offenbar hatte er keinen Gedanken daran verschwendet, das Rauchen einzustellen, auch nicht in ihrer Gegenwart. Solange der Rauch sie nicht direkt erreichte, würde sie es hinnehmen müssen. Es war nicht ihre Aufgabe, ihm das Rauchen zu verbieten.
      Ihre Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf Mikail, als er eine beiläufige Bemerkung machte, die sie zu einem leichten, ironischen Schmunzeln brachte. Auch wenn ihr biologischer Vater sie nett darum gebeten hätte, hierher zu kommen, wäre sie nicht freiwillig gefolgt – wer bei gesundem Menschenverstand würde einem Fremden einfach so folgen, um ihn zu heiraten?
      Mikail bemühte sich, die Konversation am Laufen zu halten und ein Kennenlernen zu ermöglichen, doch Amalthea war nicht wirklich bei der Sache. Die ganze Situation war eigenartig, und sie konnte sich nicht darauf einlassen. Gleichzeitig war sie gezwungen, mitzuspielen, auch wenn ihre Hände gebunden waren. Sie hörte ihm zu, zumindest oberflächlich, und ihre Augenbrauen hoben sich unwillkürlich, als er erwähnte, dass er nie einen Führerschein gemacht hatte. Das überraschte sie. Noch mehr fiel ihr jedoch auf, dass er seinen Vater nicht erwähnte, und obwohl sie unter anderen Umständen wohl nicht weiter darauf eingegangen wäre, wollte sie es jetzt wissen. Schließlich konnte es ihr egal sein, wenn er einen schlechten Eindruck von ihr bekam – vielleicht würde das die ganze Heirat ohnehin verhindern.
      „Du bist alt. Also schon etwas älter als ich“, bemerkte sie beiläufig und ohne zu zögern. „Wie kommt es, dass du erst jetzt heiratest?“ Die Frage war direkt, vielleicht zu direkt, aber das störte sie nicht. „Und was ist mit deinem Vater? Meinen kennst du ja schon.“
      „Ich habe es ernst gemeint, als ich sagte, dass es nicht viel zu erzählen gibt“, antwortete er schlicht. „Meine Eltern kennst du bereits. Ich bin 24 Jahre alt und habe keine Geschwister.“ Sie zuckte mit den Schultern, als ob das die Erklärung für alles wäre.
      In dem Moment sah Amalthea den Teich, von dem er gesprochen hatte. Er hatte tatsächlich recht gehabt – der Teich war wunderschön, das Wasser glitzerte sanft im Licht, umgeben von gepflegten Pflanzen. Für einen Moment konnte sie die Anspannung loslassen. „Ich mag es, Kleinigkeiten zu essen. Snacks. Und generell gutes Essen“, sagte sie schließlich und ließ ihren Blick über den Teich schweifen. Nach einer kurzen Pause fügte sie mit einem schiefen Lächeln hinzu: „Ich kenne mich mit High-Class-Mode nicht aus. Oder überhaupt mit dieser Welt.“ Sie schielte zu ihm herüber. „Aber einen Führerschein habe ich immerhin“, fügte sie mit leichtem Spott in der Stimme hinzu.
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    • Überrascht sah Mikail die junge Frau an seinem Arm an, die ihn gerade als alt bezeichnet hatte. Das brachte den Blonden zum laut auflachen. "Du bist direkt, das finde ich gut." entgegnete er ihr, war das mal eine schöne Abwechslung. Es ist eher üblich, dass er versuchen muss sein Gegenüber zu lesen, da die meisten in diesem Metier nicht einfach so ihre Gedanken aussprechen. "Wieso ich erst jetzt … ? Ganz einfach, ich habe noch nicht die richtige Frau in meinem Leben gefunden. Und das hier ist ja keine Heirat aus Liebe, sondern eine strategische." antwortete er auf ihre nächste Frage. Er musste da Amalthea nichts vormachen, steckten hinter dieser Heirat nur familienpolitische Gründe. Bevor Mikail dann die nächste Frage beantwortete, wurde er ganz ruhig. "Mein Vater ist verstorben." Diese Aussage kam ganz unaufgeregt über seine Lippen, doch mehr wollte er darauf auch nicht eingehen. Sein Blick wurde auch für einen Moment sehr traurig, dass man für wenige Sekunden den wahren Mikail sah, doch er fing sich schnell wieder und schüttelte diese trüben Gedanken einfach ab. "Du bist also eine kleine Naschkatze." schmunzelte der Blonde, sah dabei die junge Frau mit einem entwaffnenden Lächeln an. "Ich nasche gerne kandierte Früchte. Nüsse sind zum Snacken auch immer gut." ließ er sie wissen, welche Knabbereien bei ihm hoch im Kurs standen. "Wirklich? Das sieht man dir gar nicht an." bemerkte er, trug Amalthea gerade sehr schönes Kleid von einer bekannten Designermarke. "Du wirst das schneller lernen, wie ich den Führerschein mache." lachte er über ihre Stichelei. Mikail konnte schon über sich selber lachen, wenn es um so banale Dinge ging. "Hast du irgendwelche Hobbys?" fragte er sie dann weiter. Der Blonde selber liest gerne Bücher, spielt Schach oder Dame und auch andere Spiele, wo er seinen Verstand für nutzen muss. Und schaut gerne Filme und Serien, vor allem Krimis und ähnliches.
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    • Amaltheas Blick flog zu Mikail, als er laut zu lachen begann. Hatte sie etwas Lustiges gesagt? Sie hielt sich selbst nicht für besonders humorvoll und verstand seine Reaktion zunächst nicht. Doch schnell stellte sich heraus, dass es ihre ehrliche Art war, die ihn so amüsierte. Insgeheim freute sie sich, dass ihm ihre Ehrlichkeit gefiel, denn es war offensichtlich, dass ihr Vater dies weniger schätzte. Innerlich setzte sie gedanklich einen Haken, der Mikail in einem etwas positiveren Licht dastehen ließ.
      Dass diese Heirat eine rein strategische Entscheidung war, überraschte sie hingegen kaum. Mikail kannte sie nicht, sie sahen sich heute zum ersten Mal – eine Heirat aus Liebe war daher undenkbar. Angesichts seines „Berufes“, wenn man es so nennen wollte, war Liebe wohl ohnehin ein Fremdwort. So zumindest hatte Amalthea es aus unzähligen Filmen gelernt. Und da sie immer gehofft hatte, eines Tages aus Liebe zu heiraten, widerstrebte ihr die Abmachung zwischen ihm und ihrem Vater nur noch mehr.
      Amaltheas Blick ruhte weiterhin auf dem gutaussehenden jungen Mann. Unter anderen Umständen hätte sie sich nie getraut, ihn anzusprechen. War er ihr Typ? Sie hatte keinen bestimmten Typ, aber sie konnte nicht leugnen, dass er außerordentlich gut aussah – beinahe wie Balsam für die Augen. Doch das musste er nicht wissen. Oberflächlich oder nicht, sie war froh, dass er für sie attraktiv war. Sie wollte sich gar nicht vorstellen, wie viel schwerer es ihr gefallen wäre, mit ihm Arm in Arm durch den Garten zu schlendern, wäre er das Gegenteil gewesen. So war die ganze Situation wenigstens ein wenig erträglicher.
      Ihr Blick wurde sanft und ein Hauch traurig, als er auf ihre Frage nach seinem Vater antwortete. Seine Worte waren knapp und fast distanziert, und sie spürte, dass es kein Thema war, über das er sprechen wollte. Verständlich.
      Amalthea war überrascht, wie locker und beinahe unbeholfen ihr Austausch verlief, auch wenn der Grund für ihr Gespräch für sie schwer zu akzeptieren war. Hätten sie sich unter anderen Umständen kennengelernt, hätte sie sich durchaus vorstellen können, mit ihm befreundet zu sein. Bisher schien er nett zu sein. Doch ein Teil von ihr warnte sie, sich nicht zu schnell eine Meinung über ihn zu bilden, vor allem keine positive. Schließlich lag es wohl in seinem Interesse, dass sie ihm wohlgesinnt war und eine Verbindung zwischen ihnen entstand.
      Die Dunkelhaarige blickte an sich herab. „Das hier hat man mir eher aufgezwungen. So hübsche Kleider habe ich normalerweise nicht“, meinte sie mit einem Schulterzucken. Sie kleidete sich normalerweise, wie es ihr bequem war – elegant, das war eher selten der Fall.
      Auf seine Frage nach ihren Hobbys hin schaute sie zum Teich. „Hmm, nichts Spezifisches. Zeit mit Freunden verbringen, es sich gemütlich machen und Filme schauen, mal was Neues ausprobieren ... das Übliche, oder?“ Ihr kam tatsächlich nichts besonders Einzigartiges in den Sinn. Eine absolute Lieblingsbeschäftigung hatte sie nicht, wobei ihr plötzlich etwas einfiel, das sie unbedingt einmal sehen oder erleben wollte. „Und du? Hat jemand wie du überhaupt ein Hobby oder die Zeit dafür? Abgesehen von Wein oder Whisky trinken und, na ja, Menschen foltern.“ Sie zog all ihr Wissen und ihre Vorurteile aus Filmen. Ob sie damit recht hatte? Vermutlich nicht ganz, doch irgendwoher mussten die Klischees ja stammen. Mikail wirkte auf sie wie eine Person, die dem Klischee entsprach – mit einem Glas in der Hand, auf einem Ledersofa sitzend und dabei ein Buch lesend, während im Hintergrund eine Schallplatte lief.
      Amalthea blieb stehen und betrachtete die Seerosen. „Du hast recht, sie sind schön“, sagte sie leise, doch laut genug, dass er sie hören konnte. „Was habt ihr euch eigentlich versprochen? Wenn diese Heirat zustande kommt?“ fragte sie ihn schließlich, ihre Stimme nun gedämpfter und bedrückter. Sie vermied es, ihm dabei in die Augen zu sehen.
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    • Mikail musterte die junge Frau an seinem Arm noch mal etwas genauer, als sie meinte, dass man ihr das Kleid aufgezwungen hatte. "Es steht dir dennoch sehr gut. Aber ich kann mir vorstellen, dass du bequeme Jeanshosen und ein lockeres T-Shirt eher bevorzugst so wie ein paar flache Schuhe." schmunzelte der Blonde bei dem Gedanken etwas. "Für mich brauchst du dich nicht in Schale zu werfen oder dich gar irgendwie anders verstellen. Bleib einfach, wie du bist. Ob das deinem alten Herren gefallen wird, vermag ich nicht zu sagen, aber ich kann ja versuchen, ihm ein bisschen ins Gewissen zu reden." bot er ihr an, ein gutes Wort bei Deon für sie einzulegen. Schließlich sollte ich Amalthea hier wohlfühlen und nicht wie eine Gefangene, auch wenn sie das irgendwie doch war. Sie darf nicht gehen, wohin sie will und wird eine Ehe aufgezwungen mit einem Mann, den sie heute zum ersten Mal sieht.
      "Foltern?" musste Mikail doch wieder über ihre Vorstellung lachen. "Ich foltere hier doch niemanden, außer vielleicht mit meinem schiefen Gesang, wenn man es denn wagen sollte, mich beim Duschen zu belauschen." zwinkerte er ihr doch recht frech zu. "Aber zu einem guten Tropen Alkohol kann ich schwer nein sagen. Am besten passt er zu einem gemütlichen Abend vor dem Fernseher, um einen spannenden Film oder eine Serie zu schauen. Vielleicht auch mit etwas Popcorn dabei oder Chips." verriet er so schon mal eins seiner Hobbys. "Zudem lese ich gerne, was wohl auch irgendwie jeder tut und spiele gerne Schach oder ähnliche strategische Spiele." erzählte er etwas über seine Hobbys.
      Als Amalthea ihre Stimme senkte, beugte er sich mehr zu ihr, um sie weiter hin gut verstehen zu können. "Sie sind hier nicht das einzige, was schön ist." erwiderte er leise, sodass auch nur sie das hören konnte. Bei ihrer Frage schwieg Mikail kurz und dachte darüber nach, was er genau sagen sollte. Schließlich konnte er ihr nicht offenbaren, dass er in Wirklichkeit einen Rachefeldzug gegen Deon geplant hatte, um ihm alles zu nehmen, was er besaß. Aber gänzlich belügen wollte er Amalthea auch nicht. "Deon erhält durch die Heirat einen würdigen Nachfolger für sein Imperium. Ihm ist es wichtig, dass alles in der Familie bleibt, daher die Hochzeit." erklärte er ihr, wobei damit klar sein sollte, was er davon hatte. "Wie wäre es, wenn wir einfach mal schauen, ob wir uns leiden können und vielleicht Freunde werden können?" schlug er ihr ehrlich vor und suchte dabei ihren Blick. Mikail meinte das wirklich ernst. Er hatte nichts davon, seinen Willen einer Frau aufzuzwingen. Wenn sein Plan so klappte, wie er es wollte, dann würde Amalthea auch bald wieder frei sein. Doch das konnte er ihr nicht einfach so verraten. Es gab noch zu viele Möglichkeiten, dass er sein Vorhaben abändern musste und gar improvisieren. Außerdem gab es immer noch die Möglichkeit, dass Amalthea ihrem Vater sein Vorhaben verraten würde, auch wenn er diese Möglichkeit eher als sehr gering einstufte. Aber durfte kein Risiko eingehen.
      "Möchtest du noch etwas im Garten bleiben oder hineingehen?" fragte er sehr dicht bei ihr stehend, dass er den leicht süßlichen Duft der jungen Frau sogar wahrnehmen konnte. Ein angenehmer Duft war es, wie von einer gerade erblühten Blume.
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    • Amalthea nickte nur beiläufig, als Mikail ihr ein Kompliment machte. Es klang höflich, charmant, und vielleicht lag ein Funken Wahrheit darin, doch sie konnte es nicht wirklich annehmen. Die Umstände, unter denen sie sich befanden, machten es schwer, seine Worte als aufrichtig wahrzunehmen. Stattdessen wirkte es wie eine Floskel, wie etwas, das er sagen musste, um die Situation angenehmer zu gestalten.
      Dass er ihren Geschmack für Kleidung präzise einschätzte, überraschte sie dennoch. Mikail schien bemerkt zu haben, dass sie sich meist für lockere, bequeme Kleidung entschied – ein Stil, der ihre Persönlichkeit widerspiegelte. Natürlich gab es Tage, an denen Amalthea Lust verspürte, sich mehr Mühe zu geben, etwas Eleganteres zu tragen, doch diese waren selten. Dass er betonte, sie nicht dazu zwingen zu wollen, sich anders zu kleiden, ließ sie leise durch die Nase ausatmen. Ein Anflug von Erleichterung glitt über ihr Gesicht, kaum wahrnehmbar, doch ihr rechter Mundwinkel zuckte kurz. Amalthea war niemand, der Vorschriften schätzte – schon gar nicht, wenn sie ihre Freiheit einschränkten. Und Kleidung war für sie etwas Persönliches, ein Ausdruck ihres Selbst.
      Als Mikail ihr anbot, ein Wort für sie einzulegen, wenn es nötig sei, neigte sie nachdenklich den Kopf. Sie drehte sich leicht zu ihm, ihre Augen suchten seine. „Nun“, begann sie und ließ ihre Stimme leicht absinken, „da würde ich nicht nein sagen.“
      Ein kurzes, unerwartetes Lachen von Mikail riss sie aus ihren Gedanken. Es war kein spöttisches Lachen, sondern klang ehrlich und entspannt. Amalthea blinzelte überrascht, beinahe verwirrt. Sein Lachen ließ ihn plötzlich so menschlich erscheinen, fast... normal. Für einen kurzen Moment schien er nicht der Mafia-Gangster zu sein, der er war. Nicht der Mörder, nicht der Mann, der ihr als Ehemann aufgezwungen worden war.
      Als er über seine Freizeit sprach, begann sich ein neues Bild von ihm in ihrem Kopf zu formen. Ein Bild, das so gar nicht zu dem düsteren, gefährlichen Mann passte, den sie vor sich sah. Doch genau dieses Bild brachte sie aus dem Gleichgewicht. Die Diskrepanz zwischen dem Mann, der über banale Freizeitaktivitäten sprach, und dem Mann, von dem sie wusste, dass er töten konnte, verwirrte sie.
      Ihre Gedanken wurden jäh unterbrochen, als Mikail erneut ein Kompliment machte – diesmal leiser, seine Stimme kaum mehr als ein warmer Hauch, der sie wie ein Streicheln erreichte. Er war näher gekommen, und Amalthea spürte, wie ihr Herz einen Schlag aussetzte, nur um dann schneller zu schlagen. Sie konnte sich nicht wehren, wollte es sich nicht eingestehen, aber etwas an seiner Nähe und seiner Stimme löste eine Reaktion in ihr aus, die sie nicht kontrollieren konnte. Sein Kompliment, verbunden mit seinem umwerfenden Aussehen, machte sie schwach.
      Doch bevor sie sich in diesem Moment verlieren konnte, zog Mikails Antwort auf ihre Frage nach der Heirat sie unsanft in die Realität zurück.
      Die schlichte Logik seiner Antwort ließ ihren Ärger erneut aufflammen. Es war so simpel – fast beleidigend simpel. Sie fragte sich, warum ihr Vater nicht einfach jemanden adoptiert hatte, wenn es doch nur darum ging, den Familiennamen zu sichern. Wieso musste sie dafür geopfert werden? Amalthea rieb sich frustriert die Schläfen, ihre Gedanken rasten. War es überhaupt möglich, aus dieser Situation zu entkommen?
      Mikails Vorschlag, herauszufinden, ob sie Freunde sein könnten, ließ sie innehalten. Sie drehte sich leicht zu ihm und musterte ihn. Er irritierte sie, doch sie konnte nicht sagen, ob im positiven oder negativen Sinne. Sein Verhalten passte nicht zu dem, was sie erwartet hatte. Er war höflich, zuvorkommend, fast... charmant. Aber wie konnte sie ihm vertrauen? Wie konnte sie einem Mann glauben, der Teil der Mafia war, der gezwungen worden war, sie zu heiraten?
      Und dennoch... ein Teil von ihr wollte hoffen. Wenn Mikail wirklich so blieb, wie er sich jetzt zeigte, könnte er ein Verbündeter werden. Vielleicht konnte sie ihn davon überzeugen, die Heirat abzusagen – oder im schlimmsten Fall einer Scheidung zuzustimmen. Sie würde alles tun, um ihren Vater zu überreden, sie aus dieser Verbindung zu entlassen. Einen weiteren Gegner konnte sie sich nicht leisten.
      „Wir können... das ausprobieren“, sagte sie schließlich langsam, beinahe zögerlich. Sie richtete sich auf, holte ihn ein und warf einen letzten Blick zum Teich, der still unter der aufkommenden Abenddämmerung lag.
      Auf seine Frage hin, wo sie hingehen wollte, antwortete sie schließlich: „Drinnen. Hast du das Innere schon gesehen? Ein kleiner Rundgang wäre gut.“
      Vielleicht würde sie dabei etwas entdecken – einen Ausweg, eine Chance, die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen. Amalthea wusste, sie musste wachsam bleiben, jede Möglichkeit abwägen. Es war ihr Leben, und sie würde nicht kampflos zulassen, dass andere es für sie bestimmten.

      Ihr Blick schweifen zu Leon hin, der sie mit einen sicheren Abstand folgte. „Ich nehme an, dass es immer Sicherheits....menschen geben wird?", sah sie wieder nach vorne. Immerhin war es jemand, den sie kannte, auch wenn er derjenige gewesen war, der sie schlussendlich entführt hatte. Auf Befehl ihres Vaters. Doch ihr war es lieber ihn sie begleiten zu lassen, anstatt die anderen Männer, die sie bisher noch nie gesehen hatte. Die Türen nach innen wurden geöffnet und die elegante Einrichtung des Anwesens stach der friedlichen Atmosphäre von vorhin entgegen. Amalthea bevorzugte deutlich den Garten. „Was sind die nächste Schritte?" Sie musste einordnen wie sich die nächsten Tage sich gestalten werden.
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    • Sein Angebot mit dem guten Wort bei Deon nahm Amalthea auch an. Mal schauen, wie er hier da ein paar Wogen glätten konnte. Es nicht einfach den alten Herren zu überzeugen und ihn von seinen verhärteten Standpunkten zu bewegen, doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt.
      Er ahnte ja nicht, welches Bild die junge Frau in ihren Gedanken schon von ihm angefertigt hatte, nur weil er zur Mafia gehörte. Aber das ist Mikail eigentlich auch egal, solange sie sich auch ein eigenes Bild von ihm machte. So wie er auch selber Amalthea kennenlernen wollte, nicht nur von dem Hörensagen ihres Vaters, der eh keine Ahnung hat, und von den heimlichen Fotoaufnahmen, die es von ihr gab.
      Sie nahm dann auch sein Angebot an, es einfach mal zu probieren, Freunde zu sein. Ein erster Schritt in die richtige Richtung, wenn es nach ihm ging.
      "Nun, ich lebe schon einige Wochen hier, mit deinem Vater, also daher kann ich doch sagen, dass ich mich ein bisschen auskennt, aber nur ein wenig." scherzte der Blonde und bot der Brünetten wieder seinen Arm zu einhaken an.
      Er blickte dann kurz zu Leonardo, als Amalthea fragte, ob immer das Sicherheitspersonal um sie herum schwirren wird. "Außerhalb des Anwesens auf jeden Fall. Im Haus eher nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass Deon ein besonders Auge auf dich werfen lassen wird." seufzte Mikail und schritt mit ihr durch den Flur zum Eingangsbereich, um zu der großen Treppe zu gelangen, die in den ersten und zweiten Stock führte. Er behielt auch recht, als Leonardo weiterhin mit Abstand an ihren Fersen kleben blieb. Auch wenn es etwas nervte, so war sich Mikail sicher, dass man sich auf den Mann in der Hinsicht verlassen konnte. Überdies so machte der junge Mann den Eindruck auf ihn, dass er manchmal mehr funktionierte wie ein Soldat, der auf seine Anweisungen wartete, anstatt seinen privaten Dingen nachzugehen.
      "Die nächsten Schritte? Nun, ich würde dir gerne als Erstes dein Zimmer zeigen. Das deiner Mutter liegt im selben Flügel des Hauses. Es befindet sich im ersten Stock und hat eine wunderschöne Aussicht auf den Garten." erzählte er ihr und führte Amalthea in den ersten Stock, wo sie in den rechten Flügel des Hauses gingen. Auf dem Marmorboden der Flure lagen sehr oft weite lange Teppiche, die jeden Schritt dämpften und an den Wänden hingen Bilder von den verschiedensten Künstlern, mit den verschiedensten Motiven. Hier und da zierte eine Ecke eine Skulptur oder eine hübsche Pflanze und dann kamen sie auch schon vor dem Zimmer zum Stehen.
      Als Mikail die Türe dann öffnete, kam ein sehr großer Raum mit hohen Decken zum Vorschein. Die Möbel und auch die Tapete waren in hellen Farben gehalten. Neben dem riesigen Bett fand man auch ein gemütliches Sofa und einen kleinen Stehtisch in den Raum, so wie einen passenden Sessel, um Gäste empfangen zu können. Die Fenster zeigten wie von ihm beschrieben auf den Garten und reichten hinunter bis zum Boden. Schwere Vorhänge umrahmten diese und sorgten, wenn man wollte, für eine angenehme Dunkelheit. Von der Decke hin ein Kronleuchter mit unzähligen Kristallen und auch so strotzte der Raum nur von Luxus. Gegenüber vom Bett erblickte man zwei Türen. Die eine führte in das private Badezimmer, das kein Wünschen offen ließ und das daneben offenbarte, den das Ankleidezimmer, mit unzähligen Schränken, Kommoden und Spiegeln. Darin fand man auch schon ein paar Kleidungsstücke, doch war noch genug Platz, damit Amalthea sich selber einrichten konnte.
      "Ich hoffe, es sagt dir zu. Wenn nicht, dann gestalte den Raum gerne so um, damit du dich hier wohlfühlst und wenn es dir an etwas fehlen sollte, zögere nicht Bescheid zu geben." ließ er sie wissen. Damit gab er der jungen Frau etwas Zeit, um sich umzusehen.
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    • Es wäre wohl viel zu auffällig, wenn Amalthea versuchen würde, unbemerkt aus dem Anwesen zu bringen. Er gehörte zur Mafia – eine Welt, die durch Intrigen, Kontrolle und scharfsinnige Beobachtung geprägt war. Sie hingegen war ein gewöhnliches Mädchen aus dem einfachen Volk, das sich in dieser Umgebung fehl am Platz fühlte. Amalthea war sich sicher, dass jemand wie er geübt darin war, Misstrauen zu hegen und Versuche, Informationen zu erlangen, sofort zu durchschauen. Ihre Bemühungen wären vermutlich kläglich gescheitert und hätten sie stattdessen als naiv und tollpatschig dastehen lassen.
      Doch es erschien ihr harmlos, wenn sie mehr über das Anwesen erfahren wollte. Schließlich sollte es ihr neues Zuhause werden – zumindest sahen es die anderen so. Innerlich wusste Amalthea jedoch, dass dieses Gebäude niemals ein Ort sein würde, an dem sie sich wirklich heimisch fühlen konnte. Allein die Art und Weise, wie sie hierhergebracht worden war, reichte aus, um jedes Gefühl von Zugehörigkeit im Keim zu ersticken. Es war egal, wie prachtvoll und elegant die Räume eingerichtet waren – Amalthea wollte nur eines: diesen Ort verlassen.
      Sie hatte bereits damit gerechnet, dass man sie beschatten würde, wenn sie das Anwesen verließ – vielleicht sogar schon, während sie sich im Haus bewegte. Schließlich war es naheliegend, dass man ihr zutraute, einen Fluchtversuch zu unternehmen. Und tatsächlich verfolgte sie dieser Gedanke mit jeder Minute, die sie hier verbringen musste. Doch Amalthea war bewusst, dass es schwierig werden würde, ihre Mutter und sich selbst aus diesem Ort zu befreien, wenn das Sicherheitspersonal genauso wachsam war, wie sie es vermutete.
      Mikail schien auf ihre Frage nicht so einzugehen, wie sie es sich erhofft hatte. Dennoch verspürte sie keinen Drang, ihre eigentliche Absicht hinter der Frage zu erklären. Stattdessen folgte sie ihm still und aufmerksam durch das Gebäude. Er brachte sie in einen Flügel des Hauses, wo sich angeblich ihr Zimmer befinden würde.

      Ein weiteres Mal wurde Amalthea von der edlen Einrichtung überrascht. So sehr sie diesen Ort auch verlassen wollte, musste sie doch zugeben, dass die Gestaltung des Hauses Geschmack und Klasse ausstrahlte. Amalthea hatte zwar kein Gespür für den Wert solcher Dekorationen, doch selbst ihr war klar, dass jedes einzelne Möbelstück ein kleines Vermögen gekostet haben musste. Ihr Vater hatte offensichtlich keine Mühen gescheut, um Reichtum und Macht zur Schau zu stellen.
      Die Eleganz zog sich bis in ihr Zimmer, das kaum mit ihrem alten Zuhause zu vergleichen war. Obwohl es gänzlich anders eingerichtet war, musste Amalthea insgeheim anerkennen, dass der Stil durchaus ihren Geschmack traf – mit einer Ausnahme: der Kronleuchter. Der war ihr dann doch zu übertrieben und erinnerte sie an ein prunkvolles Schloss.
      Neugierig betrachtete sie die Details des Raumes. Die Größe des Zimmers übertraf alles, was sie bisher gewohnt war, und am meisten faszinierten sie die bodenlangen Fenster. Amalthea hatte sich immer gewünscht, solch große Fenster in ihrem eigenen Zimmer zu haben. Nun stand sie tatsächlich davor – und die Aussicht in den gepflegten Garten war sogar noch schöner, als sie es sich je vorgestellt hatte.
      Unter anderen Umständen hätte sie sich auf der Stelle in dieses Zimmer verliebt. Wie konnte man so eine Aussicht nicht bewundern? Amalthea stand für einen langen Moment still vor den Fenstern und blickte hinaus. In ihrem Kopf herrschte ungewohnte Stille. Keine Gedanken, keine Sorgen – nur ein Moment des Innehaltens.
      Doch dann holte sie die Realität wieder ein. Der Druck ihrer Situation kehrte zurück, schwer und erdrückend wie eine Decke, die ihr den Atem raubte. Diese Eleganz war nichts weiter als ein goldener Käfig. Ein Ort, an dem sie gefangen war.
      Ein tiefer Seufzer entfuhr ihr, bevor sie sich räusperte und sich zu Mikail umdrehte. Sie lächelte ihn an, doch selbst sie konnte spüren, dass ihr Lächeln schwach und von einer unterschwelligen Traurigkeit durchzogen war.
      „Das Zimmer ist schön“, kommentierte sie schließlich und versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. Doch innerlich war ihr klar, dass sie sich nicht an diesen Ort gewöhnen durfte. Wenn sie sich zu sehr mit ihrem neuen Leben arrangierte, könnte sie ihr eigentliches Ziel – die Flucht – aus den Augen verlieren.
      „Ich nehme an, dass du auch ein Zimmer hier hast?“ Ihre Frage war neugierig, aber unverfänglich. Während sie mit den Fingern über den weichen Stoff des Sofas strich, fügte sie hinzu: „Ist es ein gewöhnliches Gästezimmer oder eher eines, das du als dein eigenes bezeichnen darfst?“
      Amalthea war ehrlich erleichtert, dass ihr Vater nicht auf die Idee gekommen war, sie und Mikail in ein gemeinsames Zimmer zu stecken, um sie einander näherzubringen. Allein der Gedanke daran hätte sie an die Decke gehen lassen.
      „Aber mal abgesehen von den Schlafräumen – gibt es hier noch andere Zimmer?“, fragte sie und bemühte sich, beiläufig zu klingen. Die Hoffnung, dass Mikail ihr vielleicht mehr über das Haus erzählen würde, ließ sie nicht los. Vielleicht gab es einen Ort, an dem sie sich entspannen und gleichzeitig einen Schlupfwinkel finden konnte. Mikail schien ihr gegenüber freundlicher gesinnt zu sein als ihr Entführer, und Amalthea setzte darauf, dass er ihr ein paar Informationen mehr verraten könnte. Informationen, die ihr vielleicht irgendwann von Nutzen sein würden – sei es für ihre Flucht oder einfach nur, um einen Moment lang dem Gefühl der Hilflosigkeit zu entkommen. „Wie zum Beispiel zur Unterhaltung oder Entspannung...oder so", zuckte sie mir den Schultern, schliesslich wusste sie nicht, was sich ihr Vater alles einfallen lassen hat.
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    • "Wirklich?" vergewisserte sich Mikail und musste dann leicht lächeln, als Amalthea meinte, das Zimmer ist schön. "Das freut mich, denn ich habe es so einrichten lassen. Auch um das Zimmer deiner Mutter habe ich mich gekümmert. Deon meinte, ich solle das machen, da er selber meinte, euch würde auch eine einfache Pritsche reichen." erinnerte er sich an diesen Tag zurück, als der Herr des Hauses ihn beauftragte, sich um die Einrichtung der Zimmer zu kümmern. An diesem Tag hatte er recht schlechte Laune, was sich vor allem in den Aussagen bezüglicher seiner (Ex)Frau und Tochter äußerten. "Das ist das erste Mal, dass ich mich als Innendekorateur versuche." schmunzelte er über sich, da er nicht so ganz sicher war, ob er mit der Auswahl der Möbel und Farbe den Geschmack einer jungen Frau getroffen hat. Er hat sich da ein bisschen an dem Stil seiner Schwester orientiert, wie sie ihr Zimmer eingerichtet hat.
      "Ja, habe ich. Es liegt am Ende des Flures, wobei es zwei Zimmer sind. Ein Arbeitszimmer und das Schlafzimmer mit Ankleidezimmer und Bad. Und da ich es auch selber eingerichtet habe, kann ich schon sagen, es mein eigenen nennen zu können." verriet er Amalthea, wo er in dem großen Haus quasi wohnte.
      "Nun, es gibt einen kleinen Salon, der als eine Art Bibliothek dient. Außerdem haben wir noch einen Wintergarten, der vor allem eher tropische und exotische Pflanzen beherbergt. Und dann haben wir einen "Spielzimmer", ein Raum mit einem Billardtisch. Wenn du möchtest, kann ich dir gerne alles zeigen." schlug ihr dann vor. "Ein kleines Highlight ist wohl das Heimkino, des Anwesens und auf der anderen Seite des Gartens gibt es sogar einen Außenpool, der beheizbar ist." erzählte Mikail ihr von den Besonderheiten. "Es gibt auch noch zweites Gebäude, für Bediensteten, wobei die Leibwächter auch hier im Haupthaus ihre Zimmer haben, aber eine Etage höher." sprach er weiter. "Wie wäre es, wenn ich dir zu Beginn gleich den schönsten Ort des Anwesens zeige, der übrigens sehr selten von Deon besucht wird." zwinkerte er Amalthea doch ein bisschen verschwörerisch zu. Es ist ja kein Geheimnis, was die junge Frau von ihrem Vater hielt, wobei Mikail vermutete, dass sie Deon nicht bezeichnen würden, sondern eher von ihrem Erzeuger sprechen würde. Er sollte doch ein paar Sympathiepunkte von Amalthea erhalten, wenn er sich ein bisschen mehr auf ihre Seite schlug, auch wenn es nur bei kleinen Sachen möglich ist.
      So bot er der jungen Frau erneut seinen Arm an und als sie diese Geste annahm, führte er sie wieder aus ihrem Zimmer heraus und kehrte zu der Treppe zurück. Diese führte nicht nur in den zweiten Stock, sondern zu einer kleinen Wendeltreppe, die Zugang zum Dach des Hauses gewährte. Nacheinander mussten sie diese erklimmen und als sie dann durch die alte Holztür traten, wirkte es so, als ständen sie in einer ganz anderen Welt.
      Mikail hatte ja den Wintergarten erwähnt, doch er hatte ausgelassen, dass sich dieses auf dem Dach befand und ein Großteil der Scheiben aus Buntglas bestand. Die Sonnenstrahlen ließen diesen Ort daher in den schönsten Regenbogenfarben erstrahlen und der Duft der verschiedenen Blumen erweckte automatisch das Gefühl von Urlaub in einem. Neben zahlreichen Pflanzen stand auch ein altes Sofa im Raum, dessen blauer Stoff schon sehr ausgebleicht erschien.
      "Du weißt es nicht von mir, aber der Herr des Hauses hat Höhenangst und daher fühlt er sich auf dieser schmalen Wendeltreppe nicht sehr wohl." flüsterte er Amalthea zu, so als verriet er ihr ein kleines Geheimnis.
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      "Vergessen ist wie eine Wunde. Es mag zwar verheilen, aber dabei wird es eine Narbe hinterlassen."
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    • Amalthea zog eine Augenbraue hoch, als sie erfuhr, dass Mikail derjenige war, der die Zimmer eingerichtet hatte. Dass ihr biologischer Vater sich nicht einmal die Mühe gemacht hatte, ihre Schlafräume wenigstens einladend und gemütlich zu gestalten – vor allem angesichts der Umstände, unter denen sie hierhergekommen war – überraschte sie nicht im Geringsten. Ein leises Schnauben entfuhr ihr. Typisch. Wenigstens hatte Mikail diese Aufgabe übernommen und, wie sie anerkennen musste, eine beeindruckend gute Arbeit geleistet. Die Zimmer hätten genauso gut wie eine kalte, seelenlose Abstellkammer wirken können, vollkommen im Widerspruch zu ihrem Geschmack. Doch nach einem Blick auf Mikails Kleidung war es fast zu erwarten gewesen, dass er ein Gespür für Stil hatte. Widerwillig musste sie sich eingestehen, dass sie wohl Glück im Unglück gehabt hatte.
      „Ich hätte nicht gedacht, dass das dein Erstversuch war“, sagte sie schließlich und versuchte, ihre Bewunderung als beiläufiges Kompliment zu verpacken. Doch sie meinte es ernst. Amalthea erinnerte sich selbst immer wieder daran, dass Mikail zwar irgendwie in ihre Situation hineingezogen worden war, aber nicht die treibende Kraft hinter diesem ganzen Schlamassel war. Ihre Wut und Frustration ihrem Vater gegenüber durfte sie nicht an Mikail auslassen – das wäre ihm gegenüber ungerecht. Trotzdem sprach nichts dagegen, Vorsicht walten zu lassen. Schließlich war er immer noch ein Fremder.
      Dass Mikail offenbar sein eigenes Reich im Anwesen hatte, bedeutete, dass sie ihm wohl oft begegnen würde – vielleicht sogar zu oft. Die Vorstellung, ständig unter Beobachtung zu stehen, ließ sie unruhig werden. Ihr Vater, das Sicherheitspersonal und nun auch Mikail – sie alle schienen darauf bedacht, jede ihrer Bewegungen im Blick zu behalten. Wahrscheinlich hoffte Deon, dass diese Nähe dazu führen würde, dass sie und Mikail sich besser verstanden oder sich sogar einander annäherten. Doch Amalthea hegte große Zweifel daran, ob das tatsächlich funktionieren würde.
      Mikail beantwortete ihre Fragen mit einer überraschenden Offenheit und erzählte ihr von verschiedenen Räumen, die auch sie faszinierend fand. Ein Heimkino, ein Wintergarten und ein Pool – diese luxuriösen Details passten perfekt zu dem Bild, das sie von Deon als wohlhabendem Mann hatte. Dennoch fühlte sie sich hin- und hergerissen, diese Orte tatsächlich zu nutzen. Es war schwierig, Freude an Dingen zu empfinden, die zu jemandem gehörten, den sie so sehr verachtete.
      Als Mikail erwähnte, dass das Sicherheitspersonal in unmittelbarer Nähe ihres Schlafzimmers untergebracht war, wurde ihre Aufmerksamkeit erneut geweckt. Und als er ihr vorschlug, ihr einen Ort zu zeigen, den Deon selten aufsuchte, konnte sie nicht widerstehen. Vielleicht würde das dieser Rückzugsort werden, nach dem sie sich so sehr sehnte. „Gerne“, sagte sie ohne Zögern und nahm seinen Arm an.
      Neugierig folgte sie ihm und wunderte sich über die schmale, unauffällige Treppe, die sie hinaufführte. Es wirkte fast so, als wäre dieser Zugang absichtlich versteckt worden. Doch sie vertraute Mikail genug, um ihm zu folgen, sicher, dass er sie an einen ungefährlichen Ort bringen würde. Als sie schließlich durch die Tür trat, hielt sie überrascht inne. Der Anblick, der sich ihr bot, war atemberaubend.
      Vor ihr erstreckte sich ein Garten, der von buntem Glas umgeben war, das das Licht auf magische Weise brach und den Raum in einen faszinierenden Farbzauber tauchte. Der Duft der Pflanzen, die überall wuchsen, erfüllte die Luft und verlieh dem Ort eine einladende, fast märchenhafte Atmosphäre. Amalthea war beeindruckt – dieser Raum schien so anders als alles, was sie bisher in Deons Anwesen gesehen hatte.
      „Ist das der Garten, den du vorhin erwähnt hast? Oder ein anderer?“ fragte sie leise, während sie näher an das Glas herantrat. Ohne Mikail anzusehen, fuhr sie nachdenklich fort: „Wie ist dieser Ort denn entstanden? So feinfühlig ist Deon doch sicher nicht, einen Ort wie diesen zu gestalten. Wer kümmert sich um die Pflanzen?“ Ihre Stimme klang neugierig, fast ungläubig. Es war der perfekte Rückzugsort – ein Ort, an dem Deon sie wahrscheinlich nicht suchen würde, vor allem, da Mikail ihr verraten hatte, dass ihr Vater Höhenangst hatte.
      Amalthea löste sich schließlich vom Fenster und ließ ihren Blick über die zahlreichen Pflanzen schweifen, doch keine davon kam ihr bekannt vor. Langsam ging sie zu dem Sofa, das einladend in einer Ecke stand, und ließ sich darauf nieder. Ihre Augen wanderten weiter durch den Raum, und sie nahm jedes Detail aufmerksam in sich auf.
      „Woher wusstest du eigentlich von diesem Raum?“ fragte sie schließlich, ein leichtes Schmunzeln auf den Lippen. Sie war gespannt, was Mikail darauf antworten würde.
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