family - a spellbound short story. (earinor & akira)

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    • Eine Rauferei war lustig. Nichts besseres konnte sich der Knirps vorstellen, auch, wenn sein Gegner nicht gerade ein Junge in seinem Alter war, sondern Stigr, der durchaus mehr Kraft hatte und vermutlich nicht einmal einen Arm brauchte, um ihn zu besiegen. Dennoch starb die Hoffnung zuletzt, und er selbst glaubte kaum, dass er sich nicht gegen den Brummbären wehren konnte, wenn es darauf ankam. Ausweichen sollte einfach genug sein, aber auch das schien ihm eher ein Dorn im Auge zu sein - egal was er tat, so wirklich sicher war er sich ohnehin nie, ob er einer großen Pranke ausweichen konnte, wenn seine kleinen Beine ihn nur einen bestimmten Weg in einer bestimmten Zeit weit trugen. Bei Stigr war das gänzlich anders - er war ein Riese mit langen Beinen, und auch wenn er sich gerade darüber echauffieren zu schien, dass der Knirps ihn nicht einfach kitzeln konnte, so zauberte es ein verzücktes Schmunzeln auf die listigen Kinderlippen. Eigentlich mochte er Stigr gut leiden, auch, wenn ein jeder anderer Wolf ihn vielleicht für verrückt erklären würde - Schafe waren ihre Feinde, aber Stigr war ein Freund, und er selbst wollte sich darüber auch gar nicht aufregen. Lustig war er durchaus, und ungefähr so verspielt wie sein Vater, wenn er sich Zeit für ihn nahm. Ob die beiden etwas gemein hatten? Nein, er lehnte sich mit all diesen Ideen fast schon zu weit aus dem Fenster.

      Prustend rang er nach Luft; er wollte weiterspielen und sich gegen Stigr stellen, doch auch das blieb aus. Stattdessen wurde er dich eingepackt und angegrabbelt - zuerst verstand er gar nicht, was das alles sollte, aber in Realität sollte er sich vielleicht weniger ausmalen, was es sollte, wenn er schon derjenige war, dessen Füße gestohlen wurden. Kurz zuckte er - Stigrs Hände waren warm und seine dreckigen Füßchen waren eiskalt; das hatte er bis vor ein paar Sekunden gar nicht realisiert. Über den Umhang, der ihn am Boden hielt, konnte er nur kichern, aber seine Füße, welche er gerne für sich selbst behalten würde, wollte er mit etwas Geschick aus dem fremden Griff hangeln, doch das war schon bald nicht mehr nötig. Eingepackt wurde er wieder, wie eine Raupe in ihren Kokon, und bevor er es wusste, hatte er auch schon sein Pferdchen in der Hand, und die Rabenfeder von vorhin - oder eher, eine von vielen. Etwas komisch sah es dann doch aus. Neugierig streichelte er über das weiche Gefieder und lauschte Stigr. Die Worte wurden nicht einfach zu thrianisch, das wusste er, aber einen Versuch war es immer noch wert gewesen; vermutlich würde es noch ewig dauern, bis er ihn verstand, aber sobald er es tat ... dann konnten sie ja nach seiner Mama suchen! Freudig über den Gedanken begann er, mit dem Pferdchen zu spielen und nach einem passenden Platz für die Feder zu suchen. "Stigr! Mehr!", rief er nur aus, als das Pferd einen Schweif aber keine Mähne besaß.
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Der Junge wollte weiter spielen, so viel war klar, aber er war gut erzogen für sein junges Alter. Er verstand wohl, dass Stigr noch ein paar andere Dinge zu tun hatte und beschwerte sich nicht darüber, dass Stigr nicht weiter raufen wollte, oder eher konnte. Der Junge würde noch ein Eiszapfen werden, wenn Stigr sich nichts überlegte, Wolf hin oder her und in dem Mantel und der Decke wollte der Junge nicht bleiben, fiel doch alles immer wieder von ihm ab. Der Knirps beschäftigte sich mit seinem Pferdchen, steckte die Feder an verschiedene Plätze während Stigr ein Messer hervorholte und das Fell gänzlich von seinem Mantel trennte. Auch Teile seiner Rüstung mussten dran glauben, er brauchte die ledernen Schnüre die alles zusammen hielten. Nadel und Faden fehlten ihnen, aber der Soldat würde sich etwas einfallen lassen. Morgen fanden sie hoffentlich echte Kleidung, wenn nicht alles verbrannt war. Irgendwann musste der Junge doch auch einmal einen Mantel gehabt haben. Für den Moment jedoch schnitt Stigr einen Teil des Felles ab auf dem der Junge im Moment noch saß, richtete seinen Blick aber auf ihn, als er seinen Namen hörte.

      "Hm? Möchtest du mehr Federn? Hier.", lächelte er und reichte dem Jungen noch eine, damit er weiter basteln konnte. Stigr fing an das Stück Fell noch einmal auseinander zu schneiden, dann stach er kleine Löcher in das Leder. Das Band stutzte er zurecht und führte es durch die Löcher, mit dem zweiten Fellstück machte er dasselbe, ehe er wieder nach einem der nackten Füße griff. "Mal sehen ob dir das passt.", lächelte er den Jungen an, als er ihm das Stück Fell, mit dem Leder nach außen über den Fuß stülpte und anschließend mit dem Band fest um seinen Knöchel band. "Na bitte. Es ist vielleicht kein echter Schuhe, aber es hält deine Füße warm und beschützt dich vor spitzen Steinchen. Gibst du mir deinen zweiten Fuß?", fragte er den Jungen und stülpte auch über das zweite Füßchen den improvisierten Schuh. "So aber bevor du sie testen darfst, komm erst mal her.", lächelte er weiter, nahm den Jungen vorsichtig hoch und setzte ihn auf seinen Schoß, damit er das Fell nehmen konnte, auf dem er eben noch gesessen hatte. In den Rest schnitt er ein Kreisförmiges Loch und noch ein paar mehr die kleiner waren. "Passt dein Kopf da durch?", fragte er den Knirps als er das Fell über seinen Kopf stülpte, mehr Bänder führte er durch die kleinen Löcher an den Seiten, unter den Armen des Jungen und zog so alles zurecht, damit sein Poncho auch hielt und nicht zu viel kalte Luft von er Seite hinein wehte.
    • Stigr brauchte ihm keine Schuhe oder ähnliches zu basteln, so lange er mit ihm spielte - zumindest war das seine, wenn auch falsche, Devise und ein Andrang, um den bärtigen Mann wieder auf sich aufmerksam zu machen. Für eine Weile lag er da und fummelte an seinem Pferdchen herum, bastelte ihm mit etwas Geschick einen Schweif und ließ es durch die Gegend reiten - vielleicht freute sich das große Pferd darüber, wenn er ihm seinen kleinen Artgenossen zeigte? Der Kleine empfand das als gute Idee, war aber auch zufrieden mit der Feder, die Stigr ihm schlussendlich überreichte. "Mhm, danke!", erwiderte er. Verstanden hatte er ihn zwar nicht so wirklich, und doch glaubte er, dass sie beide es irgendwie taten, wenn auch nur mit Händen und Füßen. Für den Moment reichte es ja; sie hatten beide keinerlei Anliegen aneinander, die durchaus wichtig waren - abgesehen von dem Aufenthaltsort seiner Mama und wie er am besten dort hinkäme - und doch blieb ihm nichts anderes über, als dort zu bleiben wo er hingehörte und auf jedes einzelne Wort zu hören, das man ihm nahelegte. Seine Mutter wollte weder, dass er zu laut war, noch, dass er zu viele Fragen stellte, also beließ er es für die kurze Zeit, die er mit Stigr teilen würde, dabei - er würde ihm schon sagen, was er wissen musste, wenn die Zeit reif war.

      Ohne, dass er sich wirklich darauf vorbereiten konnte, wurde er irgendwann bei seiner Tagträumerei gestört - zuerst waren es Stigrs warme Hände, die sich um seinen Fuß schlangen, dann mehr Stoff, der wie eine Falle fungierte und festgeschnürt wurde. Ohne zu zögern, vermutlich weil es angenehm warm war, streckte er sein zweites Bein aus und ließ Stigr machen, was er nicht lassen konnte. Lange dauerte es nicht, bis warmes Fell seine Füße ummantelte und sie sich nicht länger wie kompakte Eiszapfen anfühlten; damit aber nicht genug. Seinen Kopf forcierte er durch ein Loch in einem Stück Fell, und bevor er wusste, wie ihm geschah, war auch schon klar, dass er durchaus gut und robust eingekleidet war. Nichts zwickte, es war nur etwas anschmiegender befestigt - der Welpe freute sich und kicherte; sein Pferdchen hatte keine Tasche, in die er es stopfen konnte, doch bevor Stigr sich auch noch eine Sekunde länger mit ihm beschäftigen konnte, hüpfte er aus dessen Schoß auf und ging zu ihrem großen Pferd, das er freudig anstrahlte - er nahm das Kleine und präsentierte es dem fremden Tier und grinste dabei zufrieden ... hoffentlich glaubte es nicht, dass das kleine Ding eine Nahrungsquelle oder eher ein kleiner Snack für zwischendurch war. "Stigr! Stigr", rief er aufgeregt. "Schuhe gut!"
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    • Der kleine Rabauke ließ so ziemlich alles mit sich machen. Die Schuhe und die gebastelte Jacke waren schnell angezogen, aber als der Knirps schon aufhüpfte um davon zu watscheln, war Stigr immer noch nicht ganz zufrieden. Seine Beine waren immer noch nackt, auch wenn das Fell groß genug war um ein Kleidchen zu sein. Seine Ohren und sein Kopf waren auch völlig ungeschützt, bis auf die schwarzen Haare die fast völlig aus ihrem Zöpfchen gefallen waren. Stigr überlegte ob er noch mehr für ihn basteln konnte, aber das Fell war nun verbraucht und ihm fehlte Nadel und Faden um aus etwas Stoff ein paar Handschuhe zu nähen oder ähnliches. Abgesehen davon war er kein Schneider, hübsch würde nichts werden, das er versuchte herzustellen. Der Junge tapste aber schon davon und brachte sein Pferd zu ihrem echten. Als Kriegspferd war es bestimmt keine Kinder gewohnt, aber es war auch darauf trainiert sich ruhig zu verhalten und durch nichts aus der Ruhe bringen zu lassen. Es senkte seinen Kopf und schnupperte an dem hölzernen Pferd ehe es es leicht mit der Schnauze anstupste. Das Pferd schnaubte ein wenig, verhielt sich aber sonst ruhig.

      Stigr beobachtete die beiden, um sicher zu gehen, dass auch nichts passierte. Solange der Junge sich nicht zu sehr zum Ausgang der Höhle zubewegte würde wohl alles gut sein. Er lächelte den Jungen an, blieb noch kurz sitzen, stand dann aber ebenfalls auf. Er entledigte sich den Resten seiner Rüstung und seiner Jacke, damit er anschließend auch aus seinem Hemd schlüpfen konnte. Sauber war es nicht gerade und es roch vermutlich auch nicht unbedingt angenehm, aber solange sie keine Kleidung zum Wechseln hatte, wollte Stigr ihre Kleidung noch nicht waschen. Das Hemd ließ er auf den Boden fallen und legte den Rest wieder an, auch den Gürtel an dem sein Schwert befestigt war. Dann ging er die paar Schritte zu dem Jungen und ihrem Pferd hinüber, das Hemd nahm er mit. "Ich muss dich noch einmal ausziehen.", erklärte er dem Jungen und fummelte an den Bändern herum, damit er sie wieder lösen konnte. Er zog das Fell noch einmal über seinen Kopf und stopfte ihn stattdessen in sein eigenes Hemd. Es war natürlich viel zu groß und die Enden stopfte er in die gebastelten Schuhe. Dann kam das Fell wieder darüber und er band erneut alles fest und steckte auch die Ärmel zurück, die sonst bis zum Boden reichten. "So. Das sollte besser sein, hm? Jetzt werden wir erst Mal etwas jagen gehen und unser Pferd hier sollte sich etwas zu Essen suchen dürfen."

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    • Der Welpe war fasziniert von ihrem riesigen Pferd - er kannte sie aus Thria, und auch, wenn sie eventuell stockiger und flauschiger als dieses hier waren, so hatte er nie Probleme mit ihnen gehabt. Sein Lächeln wandelte sich in ein Grinsen, kaum bemerkte er, dass der Große kein Interesse an seinem hölzernen Artgenossen hatte, oder an ihm. Zufrieden sah er zu Stigr und kicherte. "Er mag mich!", teilte er dem Mann mit. Ob das der Wahrheit entsprach war zwar absehbar, und doch wusste er, dass er sich nicht gerade verschätzte. Womöglich wusste Stigr mehr über das Pferd, oder kannte es schon länger, aber wie dem auch sei, er war verdammt neugierig und versuchte zumindest, ein für alle Mal einen Weg zu finden, um mit dem Mann zu kommunizieren. "Mag Stigr mich?", erkundigte er sich mit geneigtem Kopf, erneut wie ein verwirrter Welpe, um seine Frage zu unterstreichen. Sie war durchaus überflüssig. Wenn Stigr ihn hasste, dann würde er ihn nicht bei sich behalten und versorgen, oder gar mit ihm spielen und dafür sorgen, dass er gut eingekleidet war. Beinahe war ihm warm, und doch konnte er nicht sagen, ob es nicht einfach daran lag, dass er sich vorhin so sehr ausgelaugt hatte, dass es beinahe schon peinlich war.

      Bevor er weiter seines Weges gehen konnte - und damit durchaus davon watschelte - hielt ihn Stigr auch schon auf. Was genau der Mann wollte, das wusste er anfangs nicht, aber kaum wurde er wieder ausgezogen, murrte er kurz unzufrieden. Kalt war ihm nicht, und doch wollte er nicht mehr, als kurz aus der Höhle zu spähen und nach seiner Mama Ausschau zu halten. Stigr drapierte ihn in seiner eigenen Kleidung, noch mehr als ohnehin schon und zog ihn danach an. Er fühlte sich eher so, als wäre er ein vollgestopfter Sack Reis, und doch sah er zu Stigr auf. "Stigr kalt! Ich warm!", warf er ihm vor und zog an seiner Hand. Wenn er sich solche Dinge erlaubte, dann würde er sich zumindest noch einen anständigen Husten oder ähnliches einfangen - es machte nicht viel Unterschied, wann es geschah, so lange es passierte, aber das wollte der Fratz nun auch wirklich nicht. Mit einem Schmollen sah er zu dem Brünetten auf und kuschelte sich an sein Bein. Seine eigene Art, um 'Danke' zu sagen, war es zwar nicht, aber es bedeutete zumindest, dass er ihn nicht unbedingt hassen konnte. Sein Blick glitt nach oben, und auch, wenn sein Kopf bereits mehr als in seinem Nacken lag, grinste er den Älteren schief an. "Hoch!", verlangte er. Stigr hatte eine bessere Umarmung als diese hier verdient, so viel stand fest.
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    • Der Junge war schon süß mit ihrem Pferd, auch wenn es vielleicht ein wenig enttäuscht war, dass es die Stöckchen nicht fressen konnte. Aufgeregt plapperte der Knirps vor sich her und Stigr war nicht sicher, ob er überhaupt etwas sagte, oder noch zu jung dafür war. Er konnte nicht mehr tun als ihn freundlich anzulächeln, denn verstehen konnte er ihn nicht. Auch die Frage die der Junge stellte konnte er nicht ergründen und lächelte einfach weiter, bevor er den Jungen ganz neu einpackte. Das schien ihm nicht zu gefallen, vielleicht weil ihm kurz kalt war. Stigrs Name fiel ebenfalls und der Junge zupfte an der großen Hand. Stigr sah zu ihm hinunter. "Hm? Zwickt etwas?", fragte er ihn, aber das war es nicht, das der Junge wollte, stattdessen klammerte er sich kurz an Stigrs Bein, bevor er aufsah und sich nach ihm streckte. "Willst du rauf? Na komm.", lächelte er weiterhin, beugte sich hinunter und hob den Jungen vom Boden auf. "Dabei dachte ich du willst deine neuen Schuhe gleich ausprobieren. Bist du unzufrieden? Das tut mir Leid, wir finden morgen hoffentlich etwas Besseres. Oder hast du einfach nur hunger?" Stigr stupste dem Jungen gegen die Nase, ehe er einen Arm unter seinen Hintern schob, damit er den anderen frei hatte.

      Stigr nahm den Bogen und die Pfeile vom Boden auf und hängte sich beides um, den Mantel warf er sich um die Schulter und die Decke über ihr Pferd. Die Reste ihres Abendessens nahm er auch mit, dann nahm er die Zügel des Pferdes und alle zusammen machten sich auf den Weg aus ihrer Höhle hinaus und den Berg hinunter. Es war nicht weit bis nach unten. Sie betraten den weichen, frischen Schnee und Stigr ging noch ein Stück weiter, bis er einen Platz gefunden hatte, den er für gut befand. Es war eine Art kleines Tal, von sanften Hügeln umgeben und im Süden lag direkt die Bergkette. Es war ein Ort der nicht sofort einsehbar war und einer, den Stigr gut überblicken konnte. Zuerst nahm er den Mantel von seiner Schulter und breitete ihn mit einer hand so gut er konnte am Boden aus. Den Knirps setzte er anschließend darauf und legte ihm auch die Decke um. Das Pferd tätschelte er kurz, es konnte im Schnee nach Gras und Wurzeln wühlen. Stigr grub außerdem mit seinem Stiefel ein kleines Loch, in dem er die Vogelreste vergrub, damit sie nicht von irgendwelchen Tieren belästigt wurden. Erst dann kniete er sich noch einmal zu dem Jungen. "Spielst du ein wenig alleine? Ich bin gleich da vorne, auf dem Hügel, ja?", erklärte er ihm und deutete auf die Stelle wo er vorhatte sich hinzustellen und Ausschau zu halten. "Und nicht zu laut sein. Shhh.", lächelte er und legte einen Finger auf seine Lippen, bevor er dem Jungen durch die Haare wuschelte.
    • Herumtollen konnte er, so viel er wollte - das wusste der Knirps auch ohne fremdes Zutun, aber gleichermaßen war ihm klar, dass Stigr ihn vermutlich im Auge behalten sollte. Seine Mutter hatte ihn nicht umsonst diesem Krieger, oder was auch immer er war, anvertraut. Grundsätzlich galt es, sich im Leben nützlich zu machen, und gleichermaßen wusste er, dass sie beide aus differenzierenden Kulturen kamen - ein Wolf würde ihn für nützlich erachten, wenn er sich um irgendetwas kümmerte, wie zum Beispiel Ästchen für ein Feuerholz zu sammeln, während Personen wie Stigr es wohl für eher brauchbar hielten, wenn er sich im Hintergrund aufhielt und durch die Gegend schleppen ließ. Der Kleine konnte nicht behaupten, dass er ungewillt war, an beiden Lebensweisen teilzunehmen, und doch sehnte er sich nach einem anderen Kind, mit dem er herumtollen konnte und sich beschäftigen durfte - Stigr war kein schlechter Spielpartner, aber mit ihm zu raufen wäre schwer. Kaum rückte der Boden in die Ferne klammerte er sich auch schon an Stigr, welche sie beiden auf ihr Pferd hob - er verstand seine Wortwahl nicht, und doch schüttelte er den Kopf; eher um die zerzausten Haare zu bändigen, als wirklich etwas zu sagen, das den Brünetten auf die Fährte einer Antwort brachte. Mit einem herzhaften Gähnen verblieb er in seiner Position und rieb sich die Augen; er schmiegte sich an Stigr, auch als sie ritten, war er doch nicht müde, aber der Wind, der ihm kurzerhand in sein kleines Gesicht peitschte, schmerzte.

      Kaum auf der Steppe angekommen, umgeben von großem Weiß und peinlicher Leere, starrte er herum und suchte nach einem Busch oder einem Baum - er war ein wenig hungrig, aber ein paar Beeren oder Früchte konnte er sich auch selbst besorgen. Ob Stigr ihn dorthin trug? Nein; irgendwann blieben sie stehen und der Zwerg wurde erneut auf einen dicken Mantel gebettet, inmitten eisiger Schneemassen, nebst einem Pferd, das freudig durch den Schnee rüsselte, um auch nach ein paar Gräsern oder Wurzeln zu suchen. Erneut wandte sich die warme Stimme des Fremden an ihn, die jedoch nicht viele Worte für ihn über hatte - er sah auf, sah zu dem Hügel und nickte; er glaubte, zu verstehen, was gerade passierte - aber das 'shhh' ließ ihn doch erschaudern. Ohne großartigen Behelf klammerte sich der Knirps an das Bein Stigrs, erneut, so fest er konnte, wenn auch nur für einen kurzen Moment. Erneut rief er sich ins Gedächtnis, dass Stigr auf ihn aufpassen sollte, und dass er innerhalb seines Blickfelds nicht verschwinden würde. Kurz nickte er, bevor er wieder abließ. "Nicht zu lange!", warnte er Stigr mit einer gezogenen Grimasse vor - er wollte hier nicht alleine bleiben; er kam nicht einmal auf den Rücken des Pferdes, wenn man ihm nicht half und zurück watscheln, zu ihrer kleinen Höhle, würde vermutlich auch mehr Zeit in Anspruch nehmen, als sein Körper stemmen konnte. Dann ließ er sich erfolglos auf den Mantel plumpsen und steckte seine Hände in den Schnee. "Pass auf!" , rief er dem Mann noch nach. Kurz darauf beschäftigte er sich auch schon wieder mit seinem Pferd auf der Decke - es war mickrig, im Vergleich zu dem großen Pferd und doch konnte er nicht behaupten, dass er es nicht lieber hatte. Eine Weile saß er da und beschäftigte sich mit dem, was er hatte - nur, um sich schließlich in den Schnee vor dem Mantel zu werfen und Schneeengel zu zaubern; auch das wurde langweilig. Dann mussten eben ein paar Schneemänner her …
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    • Stigr wollte gerade gehen, als der Knirps sich an sein Bein klammerte. Es war irgendwie verständlich, seine Mutter war auch einfach gegangen und dann nicht wieder gekommen und vermutlich hatte der Knirps Angst, dass ihm mit Stigr dasselbe passierte und er hier ganz allein bleiben musste. Überrascht war er trotzdem und er legte dem Kind sanft eine Hand auf die dunklen Haare. "Keine Sorge, ich bin nicht weit.", erklärte er ihm noch einmal, auch wenn er ihn nicht verstand. Oder etwa doch? Denn das Kind ließ langsam wieder los und ließ sich auf dem warmen Mantel nieder, der ihm als Decke dienen sollte. Stigr hoffte inständig, dass dem Jungen hier draußen, ohne wirklich Schutz nicht zu kalt wurde, aber er konnte ihn auch schlecht alleine in der Höhle lassen. Wie machten Eltern das mit einem kleinen Kind? Vermutlich waren sie normalerweise zu Zweit, aber das traf für viele auch nicht zu. Für den Moment konnte Stigr nichts weiter tun als sein Bestes zu geben und sie brauchten etwas zu Essen, das er nicht jagen konnte, wenn er sich mit einem Kind beschäftigen musste.

      Nachdem der Junge ihn wieder los gelassen hatte und anscheinend anfing sich mit dem Schnee zu beschäftigen, beeilte sich Stigr die kleine Anhöhe nach oben. Der Schnee ging ihm hier bis über die Waden. Vom Hügel aus konnte er den Knirps und ihr Pferd gut sehen, er konnte aber auch in die Ferne spähen, um etwaige Gefahren, oder ihr Frühstück zu entdecken. Spuren verfolgen konnte er schwer, ganz alleine wollte er den Jungen nicht lassen, also begnügte er sich damit einfach still und mit dem Bogen in der Hand zu warten, bis ein Vogel vorbei flog, oder ein Hase vorbei hoppelte. Immer wieder blickte er zurück um sicher zu gehen, dass der Junge nicht davon gelaufen war und ab und zu winkte er ihm zu, um ihm zu zeigen, dass er ihn nicht vergessen hatte. Auf der anderen Seite der Anhöhe tat sich nicht viel. Von der Siedlung stieg immer noch Rauch auf und Stigr war nicht sicher, ob sie dort noch etwas nützliches finden konnten, aber von Soldaten war keine Spur.
    • Seine Hände fühlten sich nicht dermaßen kalt an, nicht in diesem Schnee. Mit einigermaßen gewitzten Taktiken rollte er einen großen Ball zusammen; für ihn wirkte er riesig, für Stigr wäre es sicher nicht mehr als ein einfacher, handlicher Knödel der in seine riesige Hand passen würde. Nichts hielt ihn davon ab, seiner eigenen Illusion freien Lauf zu lassen, und doch wollte er nicht, dass man ihn komisch ansah, weil er gerade eine Schneemutter aus diesem vielen Klumpen baute. Mit einem Ruck schaffte er es, auch den zweiten Schneeball auf den ersten zu stellen; dort, wo das Pferdchen nach Gräsern und Fressbarem gesucht hatte, steckte er seine Patscher in den aufgelockerten Schnee und riss ein paar trockene Gräser ab, oder klaubte nasse, dünne Hölzer hervor, die er wiederum entzwei oder mehrere Teile brach, um Augen, einen Mund, eine Nase oder ein Paar Arme herzustellen. Einfach war das alles nicht, aber es laugte ihn aus - jeder Blick, der Stigr auf ihn warf, den warf er irgendwann zurück; er blieb dort, wo er war und rührte sich keine Sekunde lang von seinem Fleck - oder eher nicht aus seinem Sichtfeld. Dort, wo Stigr sich aufhielt, war er den Wolken und seiner Mutter näher, während der kleine Schneemannbauer nichts tat, außer verstohlene Blicke auf seine schattige Form zu werfen, die nicht verschwinden sollte.

      Der Erste sah nicht sonderlich elegant aus, sondern blockig und schief - das Lächeln auf seinen Lippen war schief und eines der Augen fiel immer wieder ab, weswegen er eher wie ein Schneeopfer als ein Schneemann wirkte. Zugleich baute er einen zweiten, etwas kleineren Schneemann, der eventuell seinen Vater symbolisieren sollte. Nebst dem größeren Schneemann wirkte er einigermaßen imposant, wenn auch nur, weil er ein schöneres Gesicht und rundere Formen besaß - der Knirps lachte darüber und baute noch einen viel kleineren Schneemann, der am ehesten ein Schneekind und somit ihn darstellen sollte. Genau genommen war ihm zwar seine eigene Darstellung nicht so ganz recht, und doch wurde sie nicht besser - er hatte alle Zeit dieser Welt. Ungeachtet dessen streckte er ihrem Pferd immer wieder die Hand aus, vor allem wenn es näher kam als gedacht, und offerierte ihm einen Stock oder etwas Schnee. Das Tier fraß allem Anschein nach nicht gerne aus seiner Hand, schmeckte die Leckereien aber dennoch an, als würde es sich nicht ganz sicher sein, was genau es damit anfangen sollte. Sobald es aber wieder davontrabte, suchte der Zwerg nach mehr Schnee und baute noch einen Schneemann, welchem er einen Bart verpasste - das war Stigr!
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    • Der Welpe tollte im Schnee herum, wuzelte sich in der kalten Masse und fing an allerlei Schnee aufzuhäufen. er wäre bald sicher völlig durchnässt und Stigr war nicht sicher, ob das so gut war, aber auf der anderen Seite, wollte er ihm den Spaß nicht verderben. Ob das falsch war? Stigr war kein Vater, er hatte nicht einmal eine Frau und er wusste nicht, was richtig und was falsch war. Wie sehr konnte man ein Kind einschränken, weil man es beschützen wollte? Krank sollte der Knirps nicht werden. Dass der Junge eine kleine Schneemann Familie baute machte die Sache nicht einfacher. Er vermisste seine Eltern und Stigr war kein guter Ersatz. Der Soldat seufzte ein wenig und blickte lieber weider ein die Ferne, damit sie nicht verhungern mussten. Tatsächlich traute sich irgendwann ein einsamer Falke an ihnen vorbei und Stigr zögerte nicht lange. Sein Pfeil traf das Ziel präzise und der Vogel flog etwas weiter weg wie ein Stein vom Himmel. Stigr warf einen kurzen Blick zurück zu dem Jungen, aber er wirkte beschäftigt. Das war gut so, denn der Soldat musste seine Beute schnell einsammeln.

      Stigr beeilte sich damit den Hügel auf der anderen Seite hinunter zu laufen und die Strecke zu seiner Beute zurück zu legen. Er wollte nicht, dass der Junge anfangen musste sich Sorgen zu machen. Der Vogel war nicht allzu weit entfernt auf den Boden aufgeschlagen. Nachdem Stigr ihn gefunden hatte zog er den Pfeil aus dem toten Vogel und schob ein wenig Schnee über die roten Stellen. Vielleicht war er zu vorsichtig, aber man konnte eigentlich nicht vorsichtig genug sein. Das Material ging Stigr aus, also konnte er den Vogel nicht an den Füßen zusammenbinden und an seinem Gürtel befestigen, stattdessen trug er ihn einfach so in seiner Hand und lief den Hügel wieder hinauf. Ein Vogel wäre nicht genug, er wollte lieber noch einen oder zwei erlegen, dann hätten sie für heute und morgen früh genug zu Essen. Den bereits erlegten Vogel ließ er neben sich in den Schnee fallen, als er den Boden wieder zur Hand nahm, jedoch lieber einen schnellen Blick auf den Jungen warf.
    • Nachdem seine kleine Familie Form angenommen hatte, wollte er noch ein Pferdchen und ein Pferd bauen - wirkliche Ahnung von der Anatomie hatte er nicht, weswegen sich seine kalten, nassen Hände eher an dem großen Tier als seinem kleinen Geschenk orientierten. Ein einsamer Blick war es, den er auf den Hügel warf, auf dem noch immer ein großer Schattenmann stand. Stigr schien bester Dinge zu sein, also war es der Knirps auch. Die Pferde nahmen mehr Zeit in Anspruch, als er dachte, kaum kam er zu dem Dilemma, dass er ihnen freiliegende Beine verpassen wollte - sie waren kein Block, der irgendwann in den Boden überging, und auch, wenn die Illusion reichte, war er sich sicher, dass Stigr sich mehr darüber freuen würde, wenn er sich allerhand Mühe gab. Ob seine Mama auch stolz darauf wäre? Gift konnte er darauf keines nehmen, aber abgesehen davon, dass sie ihm all das hier gezeigt hatte, glaubte er gleichermaßen, dass er keinen Fehler damit begann, wenn er sich einfach anstrengte um ein gutes Bild zu hinterlassen. Woran sollte er denn auch scheitern? Seiner eigenen Dummheit? Oder dem Verlangen, Stigr wieder näher zu sein? Das Pferdchen hielt nicht so wie gedacht und brach ein; er versuchte es erneut, während seine Gedanken ihn immer wieder hinters Licht führten.

      Als er einen Blick auf den Berg warf, war er der Meinung, er hätte Stigr verschwinden gesehen - der Schatten wirkte so, als wäre er von der Anhöhe gefallen und würde ihn niemals mehr über den Weg laufen. Verzweifelt sah er sich um und versuchte, sich für den Augenblick, den er noch hatte, zu beruhigen. Einen Moment später, in welchem er sich ohnehin schon hätte ausmalen können, dass er alleine war, legte er einen Zahn zu. Die Schneefamilie war vergessen, als seine winzigen Füße sich durch den schweren Schnee kämpften; größtenteils war er sogar zu leicht, um einzusinken, aber egal, wie sehr er es versuchte, er kam dem Berg nur schleppend näher. Stigr war weg, ihm stockte der Atem - seine Augen brannten kurze Zeit später und auch, wenn er zuvor nichts dagegen gehabt hatte, alleine zu sein, war ihm das alles zu viel des Guten. Schnellen Schrittes kämpfte er sich auf die Anhöhe; die Sonne blendete ihn für einen Moment, bis er gegen etwas rannte, das durchaus robust schien. Es war Stigrs Bein. Verweint und schwer atmend griff er danach - er hielt es fest und wollte es nicht mehr gehen lassen. Leise war er zwar - das wurde ihm aufgetragen - aber traurig auch. "Stigr ...", weinte er.
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    • Stigr sah verwirrt auf das kleine Bündel das plötzlich an seinem Bein hing und Rotz und Tränen in den schmutzigen Stoff seiner Hose weinte. "Junge...", murmelte er und ging schnell vor dem Kind in die Hocke. Er legte beide seiner Arme fest um ihn und drückte ihn an seine Brust. "Es ist alles gut...", murmelte er ihm zu und strich sanft über das kleine Köpfchen. "Ich war nur... nein. Tut mir Leid, ich hätte dich nicht alleine lassen sollen" Er entschuldigte sich aufrichtig. Er wollte keine Ausreden finden, er hätte ihn mitnehmen sollen, oder ihm Bescheid geben, egal ob er nun nur ein paar Minuten hinter dem Hügel verschwunden war. "Ich bin ja da... keine Sorge..." Der Junge kriegte sich kaum wieder ein und Stigr ließ ihn sich ausweinen. Er fragte sich ob das hier wirklich nur von dem Schock kam plötzlich alleine gewesen zu sein, oder ob nicht auch aus ihm heraus brach, dass er eigentlich nicht Stigr hier haben wollte, sondern seine Eltern. Der Soldat kannte diese Gefühle selbst kaum. Als sein Adoptivvater gestorben war, war Stigr schon ein erwachsener Mann gewesen und als man ihm aus dem Waisenhaus geworfen hatte, war er ebenso älter gewesen und hauptsächlich wütend, statt traurig oder verängstigt, aber er war auch kein Kleinkind gewesen.

      Stigr drückte den Jungen ein wenig fester. "Völlig durchnässt bist du auch...", murmelte er. Das Fell hatte den Schnee gut von dem Jungen ferngehalten, aber der Stoff um seine Beine war nass und kalt. Kleidung zum wechseln hatten sie auch nicht. Der eine Vogel musste genügen, vorerst zumindest. "Komm wir gehen zurück und setzen dich an ein warmes Feuer." Nach mehreren Minuten nahm er den Jungen schließlich wieder auf den Arm. Stigr schnappte sich noch den toten Vogel, dann lief er mit dem Jungen zurück zu ihrem Pferd. Den Mantel und die zurückgelassene Decke klaubte er vom Boden auf und warf beides über den Rücken ihres Pferdes. Die kleine Schneemann Familie betrachtete er ebenfalls kurz und auch wenn es sie verraten konnte, er bracht es nicht übers Herz die Arbeit des Jungen wieder niederzureißen. Er ließ die Familie hier stehen und rieb noch einmal über den Rücken des Jungen um ihn zu trösten und gleichzeitig aufzuwärmen. Sie sollten sich wohl auf den Weg zurück zu ihrer Höhle machen, auch wenn Stigr nur einen mickrigen Vogel erwischt hatte.
    • Sein Gesicht wischte er fast schon abwesend an Stigrs Bein ab - all der Schnodder und die Tränen, die sein rotes Gesicht heimsuchten, verschwanden mit einem Mal in etwas Stoff, der plötzlich vor ihm aufgetaucht war. Nie wieder wollte er den großen Mann loslassen, der ihn soeben alleine lassen wollte - der Knirps würde es nicht verkraften, wenn man ihn wieder alleine ließ, und wenn er ganz ehrlich war, dann wollte er das auch gar nicht; womit hatte er es denn verdient, dass man ihm einfach so zu den wirklichen Wölfen warf, ihm aufzeigte, wie nutzlos und ungeliebt er nicht war? Gerade jetzt schien es so, als hätte nicht einmal Stigr einen Gedanken daran verschwendet, wie es ihm gehen würde, wenn man ihn einfach aus heiterem Himmel alleine ließ - dafür konnte er nichts, aber auch seine bemitleidenden Worte halfen ihm wenig; es war schon passiert und er war einfach nur froh darüber, dass er nicht wirklich alleine war. Mit einem Lächeln konnte er trotz allem nicht brillieren - er verschluckte sich fast mehrmals an seinen Tränen und war der festen Überzeugung, dass er sich keinen Fehler mehr erlauben durfte. Ob er nach Stigr hätte rufen sollen? Nein, immerhin war ihm doch aufgetragen worden, dass er die Klappe halten musste - das hatte seine Mama schon gesagt und Stigr war der Nächste, aber anscheinend nicht der Letzte, der ihn alleine ließ.

      Schluchzend ließ er sich hochnehmen und drückte sich gegen jedes Körperteil, das er ergreifen konnte - ihm war nicht kalt, er war lediglich einsam und wollte nichts mehr, als sich neben Stigr hinzusetzen und ihn nie wieder gehen zu lassen. All zu schwer sollte das nicht sein, und doch ... was würde er machen, wenn ihm so etwas einfaches nicht gelang? Genau konnte er sich nichts davon ausmalen. "Stigr ... Stigr ...", nuschelte er nur zwischen seinen greinenden Tönen - er war noch dort wo er hingehörte, und er warf auch einen Blick auf das, was er um seine Jacke herum gebaut hatte. Der Knirps wollte nicht, dass sein Aufpasser von ihm dachte, dass er schwach und nutzlos war, geschweige denn wollte er, dass der Mann auf falsche Ideen kam - er wollte doch nur, dass man ihn nieder alleine ließ! All das war zwar leichter gesagt als getan, aber worauf sollte er sonst hoffen? Darauf, dass seine Mama aus heiterem Himmel wieder auftauchen würde? Wenn sie zwischen den Wolken tänzelte, dann würde sie ihn auch morgen nicht holen kommen - die Feststellung alleine führte nur dazu, dass er sich mehr an Stigr klammerte und irgendetwas über seine Mama nuschelte. Stigr sollte ihn nicht auch noch alleine lassen!
      Looking back, it maybe is like the toy carts you rode when you were a kid. But those toy carts could never go beyond the walls of the lawn. We want to follow the rugged concrete road beyond the wall. As we've grown, we've decided to leave behind the toy cart.
    • Der Kleine kriegte sich gar nicht mehr ein. Das war Stigrs Schuld und er wusste das. Der Junge war zu klein, um zu vestehen, dass jemand nicht aus der welt war, nur weil er kurz außer Sichtweite war und immerhin war seine Mama auch nicht für ihn zurück gekommen. Stigr fand der Junge musste sich jetzt erst einal ausruhen und aufwärmen, vor Allem aber musste er sich wohl sicher fühlen. Das funktionierte in einer Höhle an einem Feuer sicher besser und deshalb schwang er sich mit ihm auf das Pferd, das hoffentlich genug zu Essen gefunden hatte. Er hielt den Jungen weiter fest der irgendetwas nuschelte und dessen kleinen Hände sich an seiner Kleidung festkrallten. Die Decke legte er während des kurzen Ritts fest um den Jungen und mit einer Hand streichelte er über seinen Kopf, bis er mit ihm absteigen musste, damit er das Pferd über den Rest des felsigen Pfads führen konnte und es sich dabei nicht die Beine brach. Sie würden es brauchen. Es dauerte nicht lang bis sie wieder bei der Höhle angekommen waren. Das Pferd trank etwas aus dem Bach, während Stigr den Vogel in die Höhle warf und dann den Mantel mit hinein nahm.

      Zusammen mit dem Jungen setzte er sich hin. Er hielt ihn weiter fest und tröstete ihn so gut er konnte, immer noch in der Decke eingepackt. Er ließ ihn auf seinem Schoß sitzen, während er über der verbrannten Asche von gestern erneut Holz aufstapelte. Es war ein wenig umständlich in dieser Position ein Feuer zu entfachen, aber Stigr beschwerte sich nicht und ließ den Jungen wo er war und als das Feuer brannte, rubbelte er ein wenig über seinen Rücken, um ihn schneller aufzuwärmen. Anschließend zupfte er vorsichtig die Decke von dem kleinen Köpfchen. Er wollte ihn nicht zwingen sich von ihm zu lösen, also ließ er ihn, aber er löste sanft das Haarband aus den dunklen Haaren, das beinahe schon von selbst herausgefallen wäre. Stigr zog seine Handschuhe aus und legte sie zur Seite, ehe er vorsichtig durch die dunklen Haare kämmte und versuchte ein neues, akzeptables Zöpfchen zu binden, damit die Haare nicht überall im Gesicht des Jungen hingen. "Ich lasse dich nicht alleine, okay...?", flüsterte er ihm zu und hielt dann nach dem kleinen Pferdchen ausschau. Er hatte es doch nicht dort unten verloren? Es wäre schade darum, es schien als mochte das Kind das Spielzeug. "Na komm, beruhig dich... du kannst mir mit dem Essen helfen.", versuchte er es noch einmal, aber begann vorerst selbst damit den Vogel zu rupfen.
    • Wohin mit ihm? Die Hälfte der Reise zurück zu ihrer Höhle ignorierte er gekonnt. Seine Augen waren verschwommen und nass, füllten sich erneut mit Tränen, wenn er sie aus seinem Gesicht wischte, oder in seine Kleidung, oder gegen Stigrs Oberkörper. Nichts, von dem was er tat, half ihm dabei, die unsägliche Sintflut, die ihn heimsuchte, zu stoppen. Wann seine Tränen abebben würde, konnte er nicht sagen - er konnte auch nicht sagen, wieso er es nicht schaffte, endlich die Klappe zu halten, und sich einfach dazu übermannen ließ, seinem Geschrei weiterhin freien Lauf zu lassen. Allem Anschein nach war es wohl eher weniger wichtig, dass er sich selbst so fühlte, wie ein verlorenes, weggeworfenes Spielzeug, das eben jetzt realisierte, wie miserabel es denn sein konnte, nicht mehr gebraucht zu werden. Stigr spendete ihm Wärme und Aufmerksamkeit, wollte bezeugen, dass er nicht komplett alleine war - und doch trat er eben jene Zuwendung wohl mit Füßen, als er mutmaßte und nicht länger daran glauben wollte, dass seine Mutter ihn so sehr misste, wie er es tat. Wieso denn auch? Schniefend sah er nach oben - vielleicht geschah es ihm gerade recht, dass er von einem fremden Schaf aufgesammelt wurde.

      Er in ihrem Lager angekommen hörte er allmählich damit auf, seinen Emotionen freien Lauf zu lassen. Schlapp und ausgelaugt fühlte er sich, seine Augen waren gerötet, sein Gesicht verzogen und seine Sinne getrübt. Egal, was Stigr ihm soeben ans Herz lehnte, es verschwand unter einer Decke Unmut und grummeligen Gedanken, die ihm noch weniger standen, als anfangs angenommen. "Mh ... mhm ...", murmelte er leise, in einem Versuch, sein Gejammer endlich zu unterdrücken. Seine Mutter wünschte ihm sicher etwas angenehmeres - etwas besseres; auch, wenn sie vor ihm davonrannte, so bezweifelte er, dass sie ihn bis auf sein Blut hasste und von ihm verlangte, dass er aufgab und auf dem harten Boden der Realität aufschlug. Mit einem Gurgeln, einem Krächzen und schweren Augenlidern sah er zu Stigrs großen, rauen und vernarbten Händen, die dem armen Vögelchen des braune Gefieder aus dem imposantem Körper zupften. Er war nicht verschwunden und hielt ihn fest - er schluckte. Was, wenn Stigr sich schlecht fühlte, weil er ihn ... nein, seine Gedanken gingen zu weit. Wortlos griff er nach einer Feder - einer schönen, großen Feder - und zupfte mehrmals daran, bevor er sie in Händen hielt. Bevor Stigr ihm nun auch noch die Haare richten konnte, steckte er sich das Federchen in den halbfertigen Zopf und half, mehr an dem restlichen Gefieder zu rupfen. "Stigr! Stigr!"
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    • Der Junge tat Stigr leid und er fühlte sich schuldig. Wäre er nicht gewesen... das stimmte so zwar nicht ganz und trotzdem war er es gewesen der seiner Mutter sein Schwert durch den Körper gerammt hatte. Auch wenn er nicht zurückgesehen hatte, er war sicher, dass sie tot war. "Deine Mutter hat dich über alles geliebt Kleiner...", murmelte er ihm zu, während er die Federn weiterhin aus dem Vogel zupfte. "Ich wünschte du würdest verstehen was ich dir sage. Wenn sie könnte, dann wäre sie hier bei dir, aber sie kann nicht. Sie ist tot... sie kommt nicht mehr zurück. Der Krieg bringt das mit sich, trotzdem tut es mir Leid. Ich werde dich beschützen bis wir deine Familie gefunden haben. Das verspreche ich. Es war falsch von mir dich auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Du bist schon alleine genug..." Stigr war nicht sicher, ob seine Worte wirklich für den Jungen bestimmt waren, oder ob er sich selbst beruhigen wollte. War er egoistisch? Vielleicht, dabei wollte er es nicht mehr sein. Der Junge war es der zählte und niemand sonst.

      Der Knirps regte sich nur langsam. Seine Tränen schienen versiegt zu sein, vielleicht hatte er auch einfach keine Kraft mehr zu weinen. Trotzdem wandte er sich langsam um und entschied wohl, dass er Stigr helfen wollte. Es dauerte eine Weile bis er eine Feder aus dem Vogel bekam, den Stigr festhielt und als er eine hatte, steckte er sich die Feder in seinen Kopf und begann aufgeregt Stigrs Namen zu rufen. "Na? Geht es dir besser?", fragte er den Kleinen mit einem Lächeln. "Du siehst toll aus. Bekomme ich auch eine?" Er drückte den Jungen kurz, ließ seine Hände aber an dem Vogel. Sobald der Junge noch eine Feder herausgezupft hatte, lehnte er sich ein wenig hinunter. Vielleicht bekam er ja auch eine Feder. Dem Jungen machte es vielleicht Spaß und er konnte Ablenkung gebrauchen. Sie würden den Vogel rupfen und ihn am Bach vorbereiten, vielleicht hatte der Knirps ja auch durst. Zumindest ein Frühstück hätten sie dann ebenfalls bald, obwohl es fast schon so aussah, als ginge es em Mittag zu.
    • Der Winzling hatte Gefallen daran, den armen, toten Vogel in seine gefiederten Einzelteile zu zerlegen. Ungeniert, wie seine kindlichen Hände nun einmal waren, riss er dem bereits toten Vieh mit aller Kraft noch eine Feder aus, die er sich uneigentlich in sein eigenes Haar stecken wollte - eine Krone würde er sich basteln, und doch war er kein König. Krächzend schien Stigr auf ihn niederzukommen, während seine Worte wenig Sinn ergaben; er hielt seinen Kopf tief und der Ausdruck auf seinem Gesicht machte anfänglich nur wenig Sinn, bis der Zwerg ihm vorsichtig die Feder in das dunkle Haar, nebst dem Ohr, steckte - so sollte sie ordentlich halten. "Stigr sieht schön aus!", flötete er zufrieden und lächelte. Die Trauer war bereits Schnee von gestern, kaum dachte er nicht mehr zu intensiv darüber nach, was er sich vor wenigen Minuten schon wieder ausgemalt hatte - es war nicht so schlimm, auch, wenn er wohl den ein oder anderen Instinkt in Stigr ausgelöst zu haben schien, wenn er darüber nachdachte. Oder hatte er dem alten Mann nur etwas Trauer bereitet? Mit fragendem Ausdruck tätschelte er dem alten Mann den Kopf - dabei grinste er zufrieden und wandte sich dann wieder ihrem eigentlichen Opfer zu. In gewisser Hinsicht war er vermutlich auch Stigrs Opfer.

      Viel erreicht der Knirps nicht, so viel war klar, aber er gab sein bestes und auch, wenn Stigr die meisten Federn aus ihrem Essen pellte, so war er dennoch stolz. Immer wieder horchte er auf, entweder, weil er glaubte, dass das Wasser, welches sporadisch von der Decke zu tropfen schien, irgendwann noch in seinem Gesicht landete, oder, weil er der Meinung war, dass er nebst dem Schnauben ihres Pferdes noch das Krächzen eines interessierten und hungrigen Raben hörte, der liebend gerne an ihrem Essen teilhaben wollte. Nichts davon entsprach der Wahrheit - es war seine blühende Fantasie, die ihn in Schutz zu nehmen schien und in ein Traumland davonstahl. Erschöpft, mit einem dementsprechendem Laut, ließ er sich gegen Stigrs Brust fallen. "Müde!", teilte er ihm mit. Damit war die Sache gegessen. Schnell wischte er sich noch die Hände an seiner eigenen Hose ab, auch, wenn daran nicht viel mehr klebte als ein paar angetrocknete Tropfen Blut - vermengt mit genug Wasser, bevor er die Augen schloss und sich eine passende Position suchte, in welcher er ordentlich in Stigrs Schloss schlafen konnte. Dabei plumpste auch schon das Holzpferdchen, welches seine Mähne verloren hatte, aus dem Ärmel seiner Kleidung. Wenigstens war es da.
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    • Stigr bekam die Feder von dem Jungen und lächelte ihn an. "Danke.", murmelte er und tätschelte den Kopf des Jungen der dasselbe mit ihm tat. Wenigstens war er schnell abzulenken und hatte seine Trauer im Moment vergessen. Stigr konnte nur hoffen, dass sie morgen jemanden finden würden, der ihn kannte und aufziehen konnte. Was Stigr dann tun sollte war ihm nicht klar, aber er hatte schon früher alleine überlebt, er würde es wieder können. Jetzt im Moment widmete er sich wieder dem Vogel und nachdem dieser gerupft war, schien der Knirps zu merken, dass er müde wurde. Er hatte eine ganze Weile herum getollt und hatte anschließend so sehr geweint, dass es kein Wunder war, dass er keine Energie mehr hatte. Den Jungen ließ Stigr weiter auf seinem Schoß sitzen, die ganze Zeit über und schließlich kündigte der Zwerg an, dass er jetzt einfach schlafen würde. Er machte sich selbst mehr oder weniger sauber und machte es sich erneut auf dem Soldaten bequem. Es dauerte kaum eine Minute bis er eingeschlafen war. Das Holzpferdchen hatte er die ganze Zeit über behalten wie es schien. Es plumpste aus seinem Ärmel und Stigr hob es auf, um es ihm zurück in die Arme zu legen.

      Eine Weile lang blieb Stigr mit ihm sitzen, bis er sich schließlich dazu entschied den Jungen lieber in eine angenehmere Position zu bringen. Das Fell hatte er jetzt an, also nahm Stigr den Rest seines Mantels und legte ihn so zusammen, dass der Junge es ein wenig weicher hatte. Vorsichtig legte er den Jungen darauf und wickelte ihn dick in die Decke ein, zusammen mit seinem Pferdchen. Eine Hand landete auf seiner Stirn. "Ich bin gleich hier, ja...?", murmelte er der schlafenden Gestallt zu und fragte sich, ob es vielleicht besser war, würde er ihm etwas erzählen, oder vorsingen. Er war allerdings kein guter Sänger, also ließ er das lieber bleiben. Er dachte sich stattdessen eine Geschichte aus und auch wenn es ihm peinlich war, plauderte er einfach weiter, einfach nur damit der Junge seine Stimme hörte, selbst dann, wenn er zum Bach hinüber ging, um den Vogel fertig vorzubereiten und sich auch weiterhin um ihr Essen kümmerte. Während er wartete, dass das Fleisch fertig wurde, kümmerte er sich auch um sein Schwert, damit es nicht rostig wurde und hielt am Höhleneingang ein wenig ausschau.
    • Ein Traum mehr oder weniger half wenig. Ohne schlechtes Gewissen wollte er leben, und doch musste er sich darüber im klaren sein, dass er durchaus nicht der Einzige von ihnen war, der mehr verloren hatte, als seine Existenzberechtigung. Seine Mutter war verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt und Stigr behauptete, sie tanzte inmitten des endlosen Wolkenhimmels - er träumte schon bald von ihr, von ihren warmen Umarmungen und ihrem freudigen Lächeln - sie hatte ihn nicht verlassen, zumindest nicht freiwillig. Je weiter seine Augen wanderten, desto eher erschien es ihm, als läge er in seinem Bett, Zuhause, in seinem Dorf, das er einfach so aus dem Blick verloren hatte - und doch lebte all das in seinen Erinnerungen weiter. Seine Mutter griff nach seiner Hand und nahm sie in die ihre; zuerst war sie eiskalt, dann würde sie langsam immer wärmer - er lächelte zurück, glaubte, er war aus einem schlimmen Traum aufgewacht und meinte beinahe, Stigr war nur eine rettende Einbildung gewesen, die er gebraucht hatte, damit er nicht verzweifelte. Ungeahnt dessen nuschelte sein Vater, leiser, dann lauter, und wieder leiser. Was auch immer es war konnte der Knirps nicht sagen, und doch war seine Stimme weitgehend unverwandt; sie passte nicht zu seinem Gesicht und die Worte selbst schienen sich keineswegs entziffern zu lassen.

      Stille fraß sich durch mehr als seinen Kopf. Wie lange er geschlafen hatte, das wusste er erst, als er die Augen wieder aufschlug und einen müden Blick nach draußen warf, an den Eingang der Höhle, an welchem eine Figur saß und gen Horizont spähte. Es war zu hell. Der Knirps rieb sich die Augen und vergrub sich eine Sekunde länger in seinem Mantelbett, bevor er sich freikämpfte. War er nicht eben noch in Stigrs Schoß gesessen? Mit einem herzhaften Gähnen verblieb er für eine Sekunde länger in seiner Position, kundschaftete die Figur aus und hopste danach zu ihm - er musste nicht leise sein, nein, nicht hier. "Papa ...", murmelte er vollkommen verschlafen und klammerte sich an die vielseits größere Person, dem er vermutlich schon mehr als nur einen Nerven geraubt hatte. Ungeachtet dessen gähnte er und drückte sein Gesicht gegen Stigrs Körper, an welchem er eben jenes abrieb, aus welchen Gründen auch immer. "Kuscheln.", schlug er vor und, während er sich halbherzig an der Gestalt festhielt, ließ er sich auf den Boden fallen. Nichts bremste seinen Fall, zumindest bemerkte er es gar nicht erst, und drückte sich lieber gegen seinen Aufpasser, den er für die falsche Person hielt. "Durstig. Aber kuscheln ...", beschwerte er sich nuschelnd.
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    • Stigr sah in die Ferne. Der Rauch verzog sich, die schwelenden Feuer schienen auszugehen und morgen Früh, wenn sie sich auf den Weg dorthin machen würden, dann wäre hoffentlich noch ein wenig mehr als nur Asche übrig. Im Besten Fall suchte der Vater des Jungen ebenfalls dort nach ihm, oder sie fänden ein paar Spuren. So oder so brauchte Stigr zumindest Dinge für sich selbst. Ein paar Felle, eine Decke und vielleicht etwas Geschirr. Ein Topf zumindest wäre gut und vielleicht ein paar extra Pfeile. Im Notfall konnte er sich vielleicht selbst welche machen, aber es wäre einfacher fände er welche. Stigr war nicht sicher ob das hier das Richtige war, aber wie konnte es richtig sein einen kleinen Jungen wie ihn zu töten? Am lebendigen Leib hätten sie ihn verbrennen lassen, oder er wäre verhungert. Das konnte nicht das Richtige sein. Sein Fürst lag falsch, was er tat war falsch und vielleicht sollte Stigr nachdem er des Jungen Familie gefunden hatte zurück nach Wezette gehen und dem hier ein Ende setzen. Aber was bildete er sich hier ein? Er war nur ein einfacher Mann...

      Stigr wurde aus seinen Gedanken gerissen als die kleine Gestalt zu ihm herüber gewatschelt kam und sich erneut an ihn klammerte. Der Knirps nuschelte irgendetwas und ganz offensichtlich wollte er nicht alleine sein. Er war noch ganz müde und seine kleinen Äuglein winzig. Beinahe fiel er um, aber Stigr fing ihn auf und legte seine Arme um ihn. "Was ist denn los, hm?", fragte er ihn als er sich so offensichtlich über irgendetwas beschwerte. "Ist dir kalt? Nein, du hast bestimmt hunger... oder durst? Komm wir trinken mal etwas und waschen deine Hände.", schlug er vor und nahm den Jungen vorsichtig hoch und brachte ihm zu dem kleinen Bach hinüber. Dort setzte er sich wieder mit ihm auf den Boden, tauchte seine eigene Hand in das kalte Wasser und rubbelte vorsichtig die kleinen Hände ab. Er schien immer noch müde zu sein. Stigr wusch ihm vorsichtig ein wenig das kleine Gesichtchen. Anschließend bot er ihm dann doch etwas zu trinken an. Ein Becher wäre auch nicht schlecht. "Und hast du auch hunger?2, fragte er ihn und kitzelte das kleine Bäuchlein ein wenig.