Zoras sah Kassandra lange Zeit direkt in ihr wunderschönes Gesicht, in ihre Augen, die er so sehr vermisst hatte. Die kleine Falte an ihrem Augenwinkel, ihre langen Wimpern, der dunkle Blick, der auf ihm ruhte. Wie hatten es - was, sechs Wochen sein können - wenn es sich anfühlte wie ein halbes Jahr? Wie hatte er ihre weiche Haut, ihre Wärme, ihren intensiven Blick in irgendeiner Weise vergessen können? Er wollte sich alles noch einmal einprägen, er wollte es nie mehr aus seinem Gedächtnis verlieren.
"Wenn ich gewusst hätte, was in Veren vor sich ging, hätte ich dich nicht einmal in die Nähe gelassen. Es ist gut, dass du dich herausgehalten hast."
Ein kleines Triumphgefühl konnte er nicht unterdrücken bei dem Gedanken, dass in Veren die Streitkräfte abgeschlachtet wurden, aber genauso bedeutete das, dass er sich ernsthaft darum Gedanken machen musste, wie der Aufstand dann aussehen würde. Wenn sich Firion noch für Zoras' Seite entschied, wäre es Kerellin und das Königshaus alleine? Und wie sollte Zoras da noch eine Niederlage glaubwürdig machen? Darüber musste er sich noch Gedanken machen und im Zweifel Firion auf eigene Faust angreifen, damit er den alten Herzog zu einer Entscheidung zwang. Das gefiel ihm allerdings ganz und gar nicht und er hätte es allemal bevorzugt, einfach gegen Veren anzutreten.
Jetzt war ihm diese Wahl abgenommen worden. Er musste herausfinden, was dagegen zu unternehmen war.
Aber nicht jetzt. Einen Moment würde er doch wohl noch erübrigen können, um die Phönixin zurück zu begrüßen.
"Vielleicht hat sie gedacht, wenn sie sich schnell genug hier einnistet, würde ich sie nicht mehr mit deiner Hilfe vertreiben, ohne dass ich dabei mein eigenes Land verletze. Vielleicht hat sie sich auch einen gewissen Vorsprung erhofft, während ich abgelenkt war. Ich weiß es doch auch nicht, Kassandra, aber wenn ich gegen sie verliere, kommt es vielleicht nicht mehr zu einem Kampf mit dem Königshaus. Und wenn ich siege, holen sie womöglich restarische Einheiten ins Land. Es ist mir beides nicht recht. Ein Stillstand wäre der optimale Ausgang."
Zu seinem Glück schien auch Kassandra es dabei belassen zu wollen, denn sie gab ein Seufzen von sich und dann fanden ihre Hände ihren Weg zu Zoras' Gesicht. Etwas in ihm blühte bei der Berührung auf, ein hart gewordener Kern, der sich durch die Zartheit ihrer Hände wieder erweichen ließ. Er lächelte sanft, bevor Kassandra sich zu ihm lehnte und ihre Lippen endlich wieder miteinander vereinigte. Sie schmeckte noch immer nach ungezähmter Natur, ihr Geruch war der von frischer Luft, von Himmel und Wolken und hatte sich sogar noch verstärkt - kein Wunder, wo sie doch geflogen und ihre Kleidung losgeworden war. Zoras badete darin, in allem, was er von ihr bekommen konnte. Er schlang wieder unvorsichtig die Arme um sie, aber anstatt des explodierenden Schmerzes von vorhin spürte er nur ihre weiche Haut unter seinen Armen. Ohne weiter darüber nachzudenken, wohin der Schmerz und die Wunde verschwunden war, drückte er die Phönixin sehnsüchtig an sich, ließ die Hand über ihren Rücken streichen und schob die andere in ihr Haar. Der Kuss hielt lange genug an, dass er sich sicher sein konnte, dass sie ihn nicht nur aus Sehnsucht küsste, dass dort eine Zuneigung dahinter lag, die er nicht recht greifen konnte. Er schloss die Augen. Er schmeckte ihre Lippen. Er genoss ihren Körper an seinem. Er holte die Zeit auf, die sie getrennt voneinander verbracht hatten.
Als sie sich von ihm löste, hatte er das Thema vorher schon fast wieder vergessen, er musste erst sämtliche Sinneseindrücke von Kassandra von sich schieben, um sich auf ihre Worte zu konzentrieren.
"Das möchte ich. Es wäre die beste Option. Wir dürfen nicht noch mehr Verluste erfahren."
Er musterte sie einen Moment, wartete lediglich ab, ob sie dazu noch etwas zu sagen hätte, bevor er ihre Lippen wieder vereinte. Oh, wie sehr er sie wahrlich vermisst hatte.
"Komm her", murmelte er gegen sie und ließ sich gleich wieder rückwärts auf das Bett hinab, wobei er sie mit sich zog. Das Feldbett war ein dürftiges Metallgestell mit einer dünnen Matratze, die gerade mal groß genug für eine Person war und auf die sich Zoras rückwärts legte, während er Kassandra mit sich zog. Ihr nackter Körper schmiegte sich an seinen und er ließ die Gelegenheit nicht verstreichen, seine Hände auf Erkundungstour zu schicken, während sie ihren Kuss weiter vertieften.
"Nur fünf Minuten."
Er zog sie noch näher an sich und genoss die fünf Minuten, so sehr es ihm nur möglich war.
Er bestand darauf, dass Kassandra sich wieder ankleidete, nicht weil er den Anblick nicht genossen hätte - das tat er sogar sehr - sondern weil sie in einem Lager voller einsamer Männer waren und mittlerweile die Nachricht, dass Kassandra in gewissermaßen Zoras' Frau war, sicher die Runde gemacht hatte. Selbst als Göttin hätte es ein schlechtes Bild auf ihn geworfen, wenn sie so durch die Gegend marschierte, wie ihre fleischliche Hülle geschaffen worden war.
Er ließ ihr Kleidung bringen und sie bekam eine Uniform zur Verfügung gestellt, was wohl das edelste war, was das Lager aufbringen konnte. Das war schon nicht mehr ganz so schlecht und Zoras musste zugeben, dass er den Anblick ihrer Gestalt in Uniform mindestens genauso sehr genoss.
"Meine hübsche Soldatin. Du siehst hinreißend aus, weißt du das?"
Er schob sein Gesicht von hinten an ihre Halsbeuge und unter ihren Kragen für ein paar flüchtige, warme Küsse. Er hatte sich selbst schon in seine Uniform gezwängt, wofür er dieses Mal immerhin keine Hilfe mehr vom Heiler benötigte und stellte sich sie beide vor, wie sie Arm an Arm auf dem Schlachtfeld standen. Das Bild beflügelte ihn, denn bisher hätte er sich das mit keiner Frau vorstellen können.
"Lass die Uniform doch fürs Bett an, hmmm?"
Er grinste an ihrer Haut, dann ließ er sie ziehen. Fünf Minuten war schon mehr Zeit gewesen, als er sich eigentlich erlauben durfte.
Sie versammelten sich im Kommandozelt, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen und wie Kassandra möglichst gewaltfrei für Einhalt sorgen könnte. Die Phönixin wurde offen von sämtlichen Befehlsführern angestarrt, von denen die wenigsten sie überhaupt schon gesehen hatten. Wenn sie dann aber Zoras' Blick begegneten, sahen sie schuldbewusst wieder weg.
"Kerellin muss nicht zur Grenze zurückgehen, aber sie muss sich zurückhalten, bis wir den Aufstand offiziell beendet haben. Andernfalls wird sie deinen Zorn doch noch zu spüren kriegen, Kassandra, so könnte man es formulieren."
Er sah in die Runde, dann wieder auf die Phönixin zurück.
"Außerdem schlage ich vor, dass wir dem Lazarett einen Besuch abstatten. Das könnte sogar hilfreicher sein als ein vorübergehender Waffenstillstand."
"Wenn ich gewusst hätte, was in Veren vor sich ging, hätte ich dich nicht einmal in die Nähe gelassen. Es ist gut, dass du dich herausgehalten hast."
Ein kleines Triumphgefühl konnte er nicht unterdrücken bei dem Gedanken, dass in Veren die Streitkräfte abgeschlachtet wurden, aber genauso bedeutete das, dass er sich ernsthaft darum Gedanken machen musste, wie der Aufstand dann aussehen würde. Wenn sich Firion noch für Zoras' Seite entschied, wäre es Kerellin und das Königshaus alleine? Und wie sollte Zoras da noch eine Niederlage glaubwürdig machen? Darüber musste er sich noch Gedanken machen und im Zweifel Firion auf eigene Faust angreifen, damit er den alten Herzog zu einer Entscheidung zwang. Das gefiel ihm allerdings ganz und gar nicht und er hätte es allemal bevorzugt, einfach gegen Veren anzutreten.
Jetzt war ihm diese Wahl abgenommen worden. Er musste herausfinden, was dagegen zu unternehmen war.
Aber nicht jetzt. Einen Moment würde er doch wohl noch erübrigen können, um die Phönixin zurück zu begrüßen.
"Vielleicht hat sie gedacht, wenn sie sich schnell genug hier einnistet, würde ich sie nicht mehr mit deiner Hilfe vertreiben, ohne dass ich dabei mein eigenes Land verletze. Vielleicht hat sie sich auch einen gewissen Vorsprung erhofft, während ich abgelenkt war. Ich weiß es doch auch nicht, Kassandra, aber wenn ich gegen sie verliere, kommt es vielleicht nicht mehr zu einem Kampf mit dem Königshaus. Und wenn ich siege, holen sie womöglich restarische Einheiten ins Land. Es ist mir beides nicht recht. Ein Stillstand wäre der optimale Ausgang."
Zu seinem Glück schien auch Kassandra es dabei belassen zu wollen, denn sie gab ein Seufzen von sich und dann fanden ihre Hände ihren Weg zu Zoras' Gesicht. Etwas in ihm blühte bei der Berührung auf, ein hart gewordener Kern, der sich durch die Zartheit ihrer Hände wieder erweichen ließ. Er lächelte sanft, bevor Kassandra sich zu ihm lehnte und ihre Lippen endlich wieder miteinander vereinigte. Sie schmeckte noch immer nach ungezähmter Natur, ihr Geruch war der von frischer Luft, von Himmel und Wolken und hatte sich sogar noch verstärkt - kein Wunder, wo sie doch geflogen und ihre Kleidung losgeworden war. Zoras badete darin, in allem, was er von ihr bekommen konnte. Er schlang wieder unvorsichtig die Arme um sie, aber anstatt des explodierenden Schmerzes von vorhin spürte er nur ihre weiche Haut unter seinen Armen. Ohne weiter darüber nachzudenken, wohin der Schmerz und die Wunde verschwunden war, drückte er die Phönixin sehnsüchtig an sich, ließ die Hand über ihren Rücken streichen und schob die andere in ihr Haar. Der Kuss hielt lange genug an, dass er sich sicher sein konnte, dass sie ihn nicht nur aus Sehnsucht küsste, dass dort eine Zuneigung dahinter lag, die er nicht recht greifen konnte. Er schloss die Augen. Er schmeckte ihre Lippen. Er genoss ihren Körper an seinem. Er holte die Zeit auf, die sie getrennt voneinander verbracht hatten.
Als sie sich von ihm löste, hatte er das Thema vorher schon fast wieder vergessen, er musste erst sämtliche Sinneseindrücke von Kassandra von sich schieben, um sich auf ihre Worte zu konzentrieren.
"Das möchte ich. Es wäre die beste Option. Wir dürfen nicht noch mehr Verluste erfahren."
Er musterte sie einen Moment, wartete lediglich ab, ob sie dazu noch etwas zu sagen hätte, bevor er ihre Lippen wieder vereinte. Oh, wie sehr er sie wahrlich vermisst hatte.
"Komm her", murmelte er gegen sie und ließ sich gleich wieder rückwärts auf das Bett hinab, wobei er sie mit sich zog. Das Feldbett war ein dürftiges Metallgestell mit einer dünnen Matratze, die gerade mal groß genug für eine Person war und auf die sich Zoras rückwärts legte, während er Kassandra mit sich zog. Ihr nackter Körper schmiegte sich an seinen und er ließ die Gelegenheit nicht verstreichen, seine Hände auf Erkundungstour zu schicken, während sie ihren Kuss weiter vertieften.
"Nur fünf Minuten."
Er zog sie noch näher an sich und genoss die fünf Minuten, so sehr es ihm nur möglich war.
Er bestand darauf, dass Kassandra sich wieder ankleidete, nicht weil er den Anblick nicht genossen hätte - das tat er sogar sehr - sondern weil sie in einem Lager voller einsamer Männer waren und mittlerweile die Nachricht, dass Kassandra in gewissermaßen Zoras' Frau war, sicher die Runde gemacht hatte. Selbst als Göttin hätte es ein schlechtes Bild auf ihn geworfen, wenn sie so durch die Gegend marschierte, wie ihre fleischliche Hülle geschaffen worden war.
Er ließ ihr Kleidung bringen und sie bekam eine Uniform zur Verfügung gestellt, was wohl das edelste war, was das Lager aufbringen konnte. Das war schon nicht mehr ganz so schlecht und Zoras musste zugeben, dass er den Anblick ihrer Gestalt in Uniform mindestens genauso sehr genoss.
"Meine hübsche Soldatin. Du siehst hinreißend aus, weißt du das?"
Er schob sein Gesicht von hinten an ihre Halsbeuge und unter ihren Kragen für ein paar flüchtige, warme Küsse. Er hatte sich selbst schon in seine Uniform gezwängt, wofür er dieses Mal immerhin keine Hilfe mehr vom Heiler benötigte und stellte sich sie beide vor, wie sie Arm an Arm auf dem Schlachtfeld standen. Das Bild beflügelte ihn, denn bisher hätte er sich das mit keiner Frau vorstellen können.
"Lass die Uniform doch fürs Bett an, hmmm?"
Er grinste an ihrer Haut, dann ließ er sie ziehen. Fünf Minuten war schon mehr Zeit gewesen, als er sich eigentlich erlauben durfte.
Sie versammelten sich im Kommandozelt, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen und wie Kassandra möglichst gewaltfrei für Einhalt sorgen könnte. Die Phönixin wurde offen von sämtlichen Befehlsführern angestarrt, von denen die wenigsten sie überhaupt schon gesehen hatten. Wenn sie dann aber Zoras' Blick begegneten, sahen sie schuldbewusst wieder weg.
"Kerellin muss nicht zur Grenze zurückgehen, aber sie muss sich zurückhalten, bis wir den Aufstand offiziell beendet haben. Andernfalls wird sie deinen Zorn doch noch zu spüren kriegen, Kassandra, so könnte man es formulieren."
Er sah in die Runde, dann wieder auf die Phönixin zurück.
"Außerdem schlage ich vor, dass wir dem Lazarett einen Besuch abstatten. Das könnte sogar hilfreicher sein als ein vorübergehender Waffenstillstand."

